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Web Log Teil 352: 13.10.2013 - 18.10.2013

13.10.2014: In Memoriam Scott Carpenter

Am 10. Oktober starb Scott Carpenter im Alter von 88 Jahren. Scott Carpenter war der zweite US-Amerikaner im Orbit. Bis zu diesem Zeitpunkt gab es erst drei bemannte Raumflüge durch die USA, keiner war lang. Al Shepard hatte einen ersten Hüpfer in einer suborbitalen Bahn (so was wird heute als Weltrautrourismus für 200.000 Dollar angeboten) die Kapsel erprobt, bei der aber noch nicht alle Systeme einsatzbereit waren. Ihm folgte Gus Grisson mit der Kapsel in Orbitalkonfiguration, bei dem sich die Tür vorzeitig nach der Landung öffnete - die Kapsel versank und Grissom, bei dem ein Ventil im Anzug offen war, sodass Wasser eindrang wäre fast ertrunken, weil der Pilot de Helikopters die Kapsel für wichtiger hielt und sie erst abtrennte als sie durch das eingedrungene Wasser zu schwer wurde.

John Glenns Fliug war auch nicht problemlos gewesen. Bei ihm zeigte im Kontrollzentrum ein Schalter an, dass sich der Hitzeschutzschild gelöst hatte, was wenn dies der Fall ist, die Kapsel beim Wiedereintritt hätte verglühen lassen. Das Kontrollzentrum versuchte vergeblich von Glenn den Status zu erfragen, ohne ihn zu beunruhigen. So wurden die Retroraketen an der Kapsel gelassen die den Hitzeschutzschild fixieren sollten bis ihn der aerodynamische Widerstand in Position hält. Es stellte sich später als ein defekter Sensor heraus.

Glenn war 3 Erdumkreisungen, knapp 5 Stunden im Orbit gewesen. Carpenters Mission sollte nicht länger dauernd, war aber anders als Glenns vollgestopft mit wissenschaftlichen Beobachtungen, unter anderem sollte er einen Ballon im Orbit absetzen und dessen Bewegung beobachten. Ursprünglich sollte Deke Slayton diese Mission fliegen, doch bei ihm wurde eine Herzstörung diagnostiziert und um kein Risiko einzugehen wurde ihm der Flugstatus entzogen.

Wie die Mission zu bewerten ist, darüber gibt es zwei unterschiedliche Meinungen. Objektiv war es so, dass Carpenter während des ersten Umlaufs zu viel Treibstoff verbrauchte. Er aktivierte mehrmals das manuelle Kontrollsystem das Treibstoff verbrauchte ohne das es dafür Gründe gab. Er beschäftigte sich mit den wissenschaftlichen Experimenten, so dem Phänomen der "Glühwürmchen", leuchtende Partikel die John Glenn auf der Nachtseite beobachtete und die das Raumschiff umgaben. Die dafür notwendigen Bewegungen des Raumschiffs erforderten weiteren Treibstoff. Während des zweiten Umlaufssollte er den Ballon freisetzen, doch es hatte sich die Leine um die Nase gewunden. Anstatt nun dies zu belassen bewegte er die Kapsel um ihn frei zubekommen. Dabei hatte er schon nach dem ersten Umlauf eine Warnung wegen des Treibstoffs bekommen. Nun verbrauchte er weiteren Treibstoff. Hinzu kam dass ein Horizont Sensor versagte und damit die Ausrichtung der Kapsel durch das automatische System nicht korrekt war. Kabinentemperatur und Anzugtemperatur waren auch zu hoch, allerdings weniger hoch als nach den zum Boden übermittelten falschen Signalen, die eine Hauttemperatur von 38,9 Grad anzeigten.

Den dritten Orbit verbachte er im Drift um Treibstoff zu sparen, als der Wiedereintritt anstand gab es weitere Probleme. Die Kapsel war durch den defekten Horizontsensor falsch ausgerichtet,. Carpenter musste nachkorrigieren. Schließlich zündeten die Retrotriebwerke nicht automatisch. Carpenter aktivierte sie manuell, was jedoch auch Zeit kostete. Die Kombination beider Faktoren führte dazu dass er 400 km vom geplanten Landepunkt (wo sich die Bergungsflotte befand) niederging und erst nach Stunden geborgen werden konnte.

Über die Einstufung der Leistung Carpenters gibt es verschiedene Beurteilungen. Carpenter selbst sah sie Experimente als wichtig an und er hätte sie nur durchgeführt. Er konnte auch klären das es sich bei den Glühwürmchen um Teile an der Außenseite des Raumschaffes handelte, wenn wenn er gegen die Wand boxte, erschienen sie. Dass der Treibstoffverbrauch so hoch gewesen sei, (ohne Treibstoff wäre die Kapsel nicht in die korrekte Ausrichtung für den Wiedereintritt zu bringen gewesen, was mit Sicherheit sie beim Wiedereintritt beschädigt hätte) läge nicht nur an ihm sondern auch am defekten Sensor. Dagegen hält Chris Kraft, der die Mission leitete, Carpenter für den Schuldigen. Er wäre schon beim Training aufgefallen als er bei CapCom Simulationen Schalter in zufälliger Reihenfolge ohne Verstand betätigte. Er wurde damals durch Deke Slayton ersetzt. zudem hätte er die Anweisungen Treibstoff zu sparen. die es schon am Ende des ersten Umlaufs gab. missachtet. Noch während der Mission sagte Kraft, das Carpenter nie wieder fliegen würde.

Selbst Deke Slayton konnte in seinen Memoiren Kritik nicht zurückhalten. Unterschwellig hört man heraus, dass Carpenter sich zu sehr den Experimenten widmete, während man eigentlich noch das Flugsystem qualifizieren sollte. Da kja auch Glenns Flug nicht ohne Probleme war. Das wäre oberste Priorität gewesen.

Wally Schirra schaffte beim nächsten Flug die doppelte Dauer mit einem Bruchteil des Treibstoffverbrauchs von Carpenters, das hatte er sich auch vorgenommen. Eines ist sicher: Carpenter war zusammen mit Glen der einzige Mercury Astronaut der das Astronautenchor schnell verließ. Glenn nutzte seine Popularität als erster Amerikaner im All. um sich um ein politisches Amt zu bewerben, das er auch bekam und in dem er Jahrzehnte später durchdrücken konnte das er 35 Jahre nach seinem ersten Raumflug nochmals ins All starten konnte. Carpenter wurde dagegen in das Sealab, eine Unterwasserstation abgeschoben. Selbst Deke Slayton, dem die Ärzte den Flugstatus entzogen, blieb bei der NASA und wurde Leiter des Astronautenchors und der Astronautenausbildung,

Scott Carpenter starb am 10. Oktober an den Folgen eines Herzinfarktes. John Glenn ist damit der letzte noch lebende Mercury-Astronaut.

15.9.2013: Quotenwahn beim ZDF - Dalli Dalli bei der ARD und der abgehobene Bischof

So, da es in der letzten Zeit nur noch Fachartikel gab, mal wieder einen in dem ihr eure Meinung kundtun könnt. Vor einer Woche hat das ZDF bei den Borgias die Notbremse gezogen. Nachdem die ersten drei eine so schlechte Quote hatten, hat man die restlichen drei Folgen sukzessive nach hinten geschoben. Die vierte auf 22:15, die zweite auf 23:25 und die dritte har auf 0:35. Man kann das Spektakel ansehen wie man will, ich finde es zu blutrünstig und grausam und ziemlich übertrieben, aber auch nicht mehr als die Tudors die ja ein ziemlicher Hit waren.

Natürlich haben dann die Medien gelästert und genüsslich sich über die 31 Millionen Euro Produktionskosten ausgelassen - sicher aber nicht 31 Millionen für das ZDF, denn die Produktion ist international wird in englisch gedreht und bei Schauspielern sowie Beteiligten finden sich kaum deutsche Namen. Nun ja, es muss nicht alles ein Erfolg sein. Was mich aber nervt ist, dass dann die Sendung kurzfristig verlegt wird. Nun machen sich ja einige der "Stars" der Privaten ja seit langem lustig, darüber das der Altersquerschnitt bei ARD & ZDF so hoch sei. Ich vermute mal die wenigsten in dieser Altersklasse schauen im Internet nach, wann die Sendung läuft und was stattdessen läuft und verlassen sich mehr auf ihre Fernsehzeitschrift. So gesehen ist das Verlegen sehr kontraproduktiv und die Quote rutscht noch mehr ab. Mal abgesehen dass sich in diesen Belustigungen eine Altersdiskrimination ausdrückt (in zwei Jahren bin ich auch aus der Gruppe der 14 bis 49 jährigen rausgerutscht, was ich also gerne sehe, interessiert dann die Fernsehmacher nur noch peripher), sollten die die sich darüber lustig machen mal überlegen warum der Marktanteil von ARD und ZDF nicht abnimmt, ihre Zuschauer sollten doch wegsterben ....

Das Gegenteil erlebte die ARD mit "Das ist Spitze", nur drei Sendungen wurden gemacht, im Prinzip eine Neuauflage von Dalli Dalli, mit nur wenigen Änderungen. Die Quote stimmt, wahrscheinlich kommt mehr. Das ZDF wollte das wohl nicht, denn als es 50 Jahre ZDF im Frühjahr feierte wurde über Dalli Dalli gesagt: "ja das Fernsehen in den Siebzigern und Achtzigern, heute ist das eher Kindergeburtstagsniveau". Ja mag sein, aber es macht Spaß, es war früher gut und ist es heute. Irgendwie hat das ZDF wohl das Gespür was die Leute sehen wollen, veloren.

Das komische ist, das ein Ableger des ZDF, ZDF Info inzwischen zu meinem Lieblingssender geworden ist. Dort laufen Dokumentation, viel zugekauftes von der BBC, dem History oder Discovery Channel. Für jemanden der gerne Dokumentationen anschaut oder sich informieren möchte ideal. Das ZDF selbst hat sein Programm in dieser Hinsicht so zusammengeschnitten, dass die einzige anspruchsvolle Sendung "Abenteuer Forschung" auf spätabends 22:45 verband und macht sonst mit TerraX mehr Dokutainment. Der einzige Nachteil ist das Sendungen hoch redundant sind: es wird alles unzählige Male zu verschiedensten Zeiten wiederholt. Nun ja so verpasst man wenigstens nichts.

Tja und da gibt es noch den Bischof von Limburg. Mal abgesehen davon, dass er offensichtlich jegliche Bodenhaftung verloren hat stellt sich für mich die Frage, warum es hier nicht früher Kontrollgremien gab. Das das ganze extrem teuer wurde ist doch nicht erst seit heute so. Schon vor einigen Jahren ging durch die Medien, dass der Bischof einen eigenen Garten zur Entspannung brauchte und das ganze damals 10 Millionen kostete. Warum hat man damals nicht ihm auf die Finger geklopft? Rein technisch muss jede Investition über 5 Millionen weiter oben genehmigt werden. Er hat das umgangen indem er es in Kleinprojekte aufgespalten hat, aber spätestens wenn die Medien von 10 Millionen reden sollte dann doch die übergeordnete Instanz auf die Kosten aufmerksam werden.

Der Skandal ist doch das offensichtlich in der katholischen Kirche es keinerlei Kontrolle gibt, sofern eine bestimmte Ebene erreicht ist. Skandal ist auch das jemand eine solche Position überhaupt erreichen kann. Wehe aber eine Putzfrau tritt aus der katholischen Kirche aus, dann verliert sie den Arbeitsplatz bei dieser. Klar Atheisten oder evangelische putzen nicht so gut und das hat ja auch viel mit Glauben zu tun. Dabei ist das Bistum Limburg nicht gerade reich. Nach Wikipedia hat es weniger als 670.000 Mitglieder in der katholischen Kirche, inzwischen noch weniger, denn es gab eine Austrittswelle. Jeder Gläubiger zahlt also 50 Euro für den Bischofsitz. Man denke nur, das würde woanders auch so sein, Merkel würde sich z.b. für 4 Milliarden einen Palast (in etwa so teuer wie Stuttgart 21 oder der neue Flughafen von Berlin) errichten, das wären auch 50 Euro pro Einwohner, es gäbe wohl einen Aufschrei. Dabei muss die Kirche dort sparen, hat Kirchen geschlossen oder abgerissen, andere wurden nur noch teilweise kirchlich genutzt und teilweise mit der Gemeinde geteilt oder nicht mehr geheizt. Darauf hätte man sicher verzichten können wenn man dafür die 30 Millionen verwendet hätte.

Selbst wenn Tebatz zurücktritt oder zurückgetreten wird - arm wird er nicht sein. Jeder Bischof wird vom Staat (nicht der Kirche) bezahlt, auch als Rentner mit 8.000 bis 11.000 Euro pro Monat, immerhin, bei dem was er bisher gewohnt ist, auszugeben muss ihm das wie ein Armutsgelübde vorkommen.... Ich würde mir wünschen das der Papst nicht wartet, bis er selbst zurücktritt (ich vermute das ist wie bei Politikern, erst wenn kein Ausweg mehr besteht kommen die auf den Gedanken) sondern ihn des Amtes enthebt. Das wäre nicht nur gerecht, es wäre auch ein Signal an die Welt, das er es ernst meint mit seiner neuen Kirche und der Abkehr von Pomp und Prunk.

17.10.2013: Nennt mich Prophet....

Seit ich mich für Raumfahrt interessiere, also so seit dreißig Jahren, bin ich davon überzeugt, das der elektrische Antrieb der Antrieb der Zukunft ist. Selbst wenn es immer Probleme zu lösen gibt (als ob es die bei normalen Raketentriebwerken nicht gäbe, man erinnere sich nur mal an die schwierige Entwicklung des RL-10 und SSME) so ist doch die Effizienz bestechend. Der Treibstoffverbrauch beträgt in normalen Szenarien ein Zehntel des chemischen Treibstoffs und kann, wenn man an Missionen denkt die eine hohe Startenergie erfordern, noch weitaus höher sein. Natürlich addiert man Mehrgewicht nicht nur für das Antriebssystem sondern auch für Hochspannungswandler und vor allem die Stromversorgung, trotzdem, das kann man leicht beweisen, wird man sobald man größere Geschwindigkeitsänderungen durchführen muss und diese nicht zeitkritisch sind, immer mehr Nutzlast mit einem Ionenantrieb transportieren.

Deswegen entwickele ich regelmäßig neue Konzepte und schaue auch immer nach wo gerade der Entwicklungsland ist, vor allem bei leichtgewichtigen Solararrays oder eben den Ionentriebwerken. Bisher war es so, dass man zuerst ein bisschen damit experimentiert hat z.B. sie als Lageregelungstriebwerke für Eureka und Artemis genutzt hat (bei letztem retteten die Triebwerke die Mission. Mehr noch: als der Satellit im Orbit ankam nahm man an durch den verbrauchten Treibstoff wäre die Lebensdauer verkürzt - nix  da Artemis hat 2011 seine Solllebensdauer erreicht und wird bis mindestens 2014 weiter betrieben).

Dann ging man endlich dazu über Ionentriebwerke als primären Antrieb zu nutzen. Die ESA mit Smart-1. die NASA zuerst mit Deep Space 1 und jetzt mit Dawn. aber dass man von dem Ausprobieren wegkommt zum normalen Antrieb, davon sind wir offensichtlich noch weit entfernt. Immerhin offerieren US-Satellitenhersteller inzwischen Ionentriebwerke von Boeing als Alternative zu chemischen Lageregelungstriebwerken und Aerojet hat als zweiter Hersteller auch welche im Angebot. Auf europäischer seite? Nichts.

Nun kam folgerichtig von Boeing "all Electric" Satelliten, also Satelliten die auch den Apogäumsmotor einsparen. Diese müssen, je nach dem von welchem Breitengrad aus die Rakete startet, zwischen 1500 m/s (CSG), 1800 m/s (CCAF) oder 2100 m/s (NIIP-5) an Geschwindigkeit aufbringen. Je mehr es ist ist desto niedriger ist die Nutzlast. Die 300 m/s vom CCAF aus schlagen sich z.B. in 10% weniger Nutzlast im GEO nieder. Wenn man das versucht durch trickreiche Manöver auszugleichen wie bei der Proton, ist die Einbuße sogar noch höher.

Auch hier wundert man sich, warum es so lange dauert die "All Electric" Satelliten kommen. Natürlich gibt es die Abers und Wenns:

Aber auch:

Schaut man sich die Satelliten an die Arianespace startet, dort wird ja immer (nicht bei jeder Firma üblich) ein Steckbrief veröffentlicht, so bestehen einige Exemplare zu 2/3 aus Treibstoff. Sie brauchen einen Teil um den Orbit zu erreichen, der Rest für das Station Keeping und das sind bei 12 bis 15 Jahren Betriebszeit nicht wenig. Da dies nur der Treibstoff ist und bei Satellitentriebwerken dann noch die Tanks, das Antriebssystem und die Druckgasflasche hinzukommen, dann bleibt noch 25% der Startmasse für den Satelliten übrig. Bei einem Ionenantrieb wäre es selbst wenn man mit deutlich höheren Geschwindigkeiten rechnet da man im Niedrigschubbereich ist noch 87%. Die Vorteile sind also auf der Hand liegend. Da kann ich gerne einige Monate Wartezeit und weiteres Leergewicht für Stromversorgung und Spannungswandler hinnehmen.

In der Tat sollen die Satelliten von Beoing dann auch zu zweit auf einer Falcon 9 starten, rechnet man die Doppelstartstruktur ab sind das nur rund 2 t pro Satellit. So kleine Satelliten flogen seit gut 20 Jahren nicht mehr.

Und nun stolpere ich über diese Meldung: Demnach haben sich SES und ESA über die Finanzierung einer Vorentwicklung für "All electric" Satellites geeignet und die ESA zahlt 70%, SES/OHB 30%. Man könnte meinen ich würde mich nun freuen, aber ich tu es nicht. Meiner Ansicht nach ist es die Aufgabe der Satellitenhersteller und Betreiber ihre Satelliten weiter zu entwickeln. Mit Kommunikationssatelliten wird viel Geld verdient. Sowohl beim Betrieb wie beim Bau. Firmen sollten ein Interesse haben um konkurrenzfähig zu blieben neue Technologien selbst zu entwickeln und umzusetzen. Ich habe nichts gegen eine Anschubfinanzierung zur Schaffung einer neuen Industrie. Das tat man in Europa mit den nationalen Projekten Symphonie und den ESA Projekten OTS und ECS, danach ging das System in private Hände (Eutelsat) über. Dann sollte aber auch Schluss sein mit der Regierungsbeteilligung und die Firmens sollten selbst die Systeme weiter entwickeln. Woanders geht das ja auch. Aber nichts da. Die ESA finanziert erst mit Olympus die Entwicklung einer großen Satellitenplattform, dann mit Artemis die Entwicklung neuer Datenservices und Ionentriebwerke in Satelliten und nun mit Alphabus / Alphsat eine Satellitenplattform und weiteren Technologien, die wieder kleiner ist (passend zur kommenden Ariane 6). Und nun eben die Vorentwicklung von All Electric. Das ist nicht die Aufgabe der ESA. Wenn ein Geschäftsfeld kommerziell funktioniert, dann sollten die Firmen es auch gefälligst von ihren Gewinnen selbst finanzieren.

Man könnte nun meinen, die NASA täte ähnliches. Doch die NASA hat ihre ATS Serie schon 1974 eingestellt, als längst kommerzielle Services funktionierten und private Starts wie durch SBS, Weststar oder Comsat erfolgten. Zwar ordert die NASA noch ihre TDRS  und das Militär ihre Milstars, doch die haben andere Anforderungen, benutzen riesige Antennen oder UKW-Frequenzbänder um Daten von Satelliten oder von ungerichteten Antennen aufzunehmen.

Zurück zu den "All Electric" Satelliten. Man wird mit ihnen die Startmasse eines Satelliten mit einer bestimmten Sendeleistung deutlich senken können. Um wie viel hängt von zahlreichen Faktoren ab, aber ich würde mal sagen eine Halbierung sollte möglich sein. Bedeutet das dann, das wir doch mit der Ariane 6 besser fahren? Ich glaube nicht. Es werden in den nächsten Jahren mindestens drei Träger auf dem Markt kommen die Ariane 5 an Nutzlast übertreffen, die Langer Marsch 5, die Angara in der 5 und 7 Version und die Falcon Heavy. In den letzten 30 Jahren war es immer so, das die Betreiber von Kommunikationssatelliten darauf achteten, das die nächste Generation immer von von mindestens zwei Trägern gestartet werden kann, besser drei. So bekam die Atlas in den letzten Jahren immer dann Aufträge wenn einer der drei Anbieter (ILS, Sealaunch, Arianespace) Probleme hatte. 2009 hatte Sealaunch Finanzprobleme und nun wieder und nun kämpft auch noch ILS mit einigen Fehlstarts. Und Schwupps bekommt Lockheed Martin einen Auftrag. Unter dem Gesichtspunkt werden auch die Aufträge an SpaceX gesehen.

Meine Prognose: Wenn es genügend Träger mit 10 Tonnen Nutzlast gibt wird es trotz "all-Electric" Satelliten auch Satelliten mit 10 t Startmasse geben, eben noch leistungsfähiger entweder in Bezug auf die Anzahl der Kanäle (Nutzung noch höherfrequenter Bänder) oder eben mit mehr Sendeleistung oder kleineren Spots für noch kleinere mobile Empfänger. Da gibt es nach oben kaum grenzen. Schon in den Siebzigern skizzierte die NASA den Aufbau von Satelliten mit 65 kW Sendeleistung und Fußballfeld großen Schüsseln. Wenn die neuen Träger der 10 t Klasse verfügbar sind und die <=6 t Träger ausgemustert wurden, genau dann, erscheint dann mit der Ariane 6 ein neuer Träger der 6 t Klasse. Ich halte das für keine gute Idee.

18.10.2013: Sex, Grass und Bomben

Ich weiß nicht ob es heute noch so ist, aber früher hatten die am häufigsten eingetippten Suchbegriffe mit Sex zu tun. Es wurde nach dem neuesten Nacktvideo von Miley Cyrus gesucht, man interessiert sich für die exotischsten Sexpraktiken, ob Samantha Fox nun sexuell irritiert oder lesbisch ist und natürlich welches die angesagte, häufigste oder bequemste Stellung beim Geschlechtsverkehr ist. Ganz besonders sind die Leute natürlich an den Nacktbildern von Prominenten oder den Sexskandalen im Vatikan interessiert.

Youporn.com, das wohl bekannteste Portal zum Anschauen von Pornos ist heute im deutschen Alexa Ranking auf Platz 41, dicht gefolgt von  Zalando.de einen Platz dahinter. Ist schon irgendwie komisch, schließlich sind die Zalando Werbespots die verklemmtesten die ich kenne. Wer filmt schon Nackte und verpixelt dann den Busen? Dass Zalando so gut platziert ist (als Spezialshop, Ebay und Amazon die alles anbieten liegen natürlich unter den Top 10) liegt wohl daran das das was bei den Männern der Suchbegriff "Porno" oder "Sex" oder "Doggy Style" ist bei Frauen die Suchbegiffe "Damenschuhe" , "Pömps", "High Heels" und "Chucks" (nein das ist kein Pirat von Monkey Island, das sind überteuerte Turnschuhe). Warum Frauen auf Schuhe und Handtaschen stehen, anstatt auf Reizwäsche und Minirock ist ein Rätsel das leider noch nicht von der Wissenschaft geklärt werden konnte.

Doch was interessiert die Leute noch? Meiner Erfahrung nach Drogen. Nicht wo man im Internet Drogen bestellen kann - Afghanistan, Kolumbien und der Iran haben leider noch keinen Internetshop für Kokos, Heroin und Opium. Sondern der moderne Drogenkonsument hält sich an das Hobbythekmotto "Selbst ist der Mann". Drogen in schummrigen Ecken von abgewrackten Dealern oder bis an die Zähne bewaffneten russischen Mafiosi zu kaufen das war gestern. Heute bestellt man sich Cannabissamen in Holland, kauft sich bei ebay eine Grow-Box als Komplettpacket, dazu noch einen Universal und einen PK-Dünger und los geht die Indoor-Hanfzucht. Ist zwar bei den heutigen Strompreisen nicht ganz billig, aber dank ertragsreicher Sorten mit bis zu 20% THC im Harz wie White Widow oder die Haze Familie lohnt es sich. Und ist es nicht (noch) berauschender sein selbst gezüchtetes Grass zu rauchen?

Billiger ist natürlich das Ausweichen aufs Freiland, im Fachjargon "outdoor" genannt. Nur droht da leicht die Schimmelgefahr, vor allem bei den langen heute üblichen Blütezeiten und den überladenen Buds. Ich da drauf erst aufmerksam geworden als in den Logfiles zu meinem Artikel über mikrobielle Gifte viele Links von einem Hanf Forum kamen. Jetzt bei dem verregneten Herbst noch einige mehr. Folgt man dem Link so vernimmt man erstaunliches. Es gibt offensichtlich Leute die wollen verschimmeltes Grass noch rauchen oder suchen nach Wegen den Schimmel weg zu bekommen. Huuh ich glaube allmählich doch das Zeug geht auf die Birne. Auch wenn Aspergillen wahrscheinlich nicht auf Cannabis sativa oder Cannabis indica wachsen - viele Pilze produzieren Gifte und manche sogar krebserregende Substanzen, da man es raucht können da auch noch Cancerogene aus den Abbauprodukten entstehen und selbst wenn nicht, wer will denn so muffiges nach Schimmel riechendes Gras rauchen? Den Geruch bekommt man auch nach dem Trockenen nicht weg.

Also liebe Junkies: Indoor sollte bei geregelter Luftfeuchtigkeit Schimmel kein Problem sein. Bei Outdoor pflanzt der schlaue Süchtige nicht in den Garten, sondern in einen Kübel. Bei einem Topf von 25 cm Durchmesser wird die Pflanze etwa 1,80 m hoch, bei einem 30 etwa 2,20 bis 2,40. Damit kann man sie leicht vor einem Gewitter ins Zimmer holen, und auch bei einer langen Regenperiode (sofern man nicht 10-20 von den Dingern hat) und dort sollte man sie auch belassen, wenn wie dieses Jahr der Herbst recht früh und nass kommt. Dann gibt es keine Probleme mit dem Schimmel. Ach ja noch ein guter Tipp: Das Zimmer sollte dann nicht beleuchtet sein, sonst gerät die Pflanze wieder in die vegetative Wachstumsphase weil die Tageslänge zu lang ist.

So nun habe ich die Drogen und die Sache mit dem Sex abgehandelt. Bleiben noch die Bomben. Auch Sprengsätze sind ja eine Bombensache, spätestens seit Al Quaida und diesen tollen Kontrollen am Flughafen wie viel Flüssigkeit man mit sich führt. Offensichtlich sind Terroristen nicht fähig, einfache Sprengstoffe wie Piktrinsäure, in Kieselgur gebundenes Nitroglycerin oder ähnliches herzustellen oder sich zu besorgen. Sie müssen die umständliche Variante mit dem Triacetontriperoxid machen, trotz der Gefahren, dass es vorzeitig hochgeht. Immerhin so viel Fantasie haben unsere Staatsschützer. Leute, psst! ich sag euch mal was im Vertrauen: man kann aus allem einen Sprengstoff machen, wenn man nur die Oberfläche groß genug macht. Was man braucht ist nur eine mit Sauerstoff exotherm reagierende Substanz (das ist so ziemlich alles) und man muss sie fein zerkleinern. Getreidekörner kann man mit dem Feuerzeug verkohlen, Mehl kann explodieren. Babypuder und Kosmetikpuder ebenfalls und selbst Eisen gibt einen schönen Wumms wenn's nur fein genug zerkleinert ist. Ihr glaubt es nicht? Dann schaut euch mal dieses Video an, was man mit einem Deckenventilator, einem Kilo Mehl und einer Kerze machen kann.

Ich sehs jetzt schon kommen, das den Damen bei der Flugkontrolle der Puder und der Föhn abgenommen wird und ohne Feuerzeug und Streichholz kommen dann auch auf die Raucher harte Zeiten bei Langstreckenflügen zu. Dabei braucht man das gar nicht mehr. Ein bisschen Aluminiumpulver, ein bisschen Eisenoxid (Rost) und eine Batterie reichen auch aus um ein größeres Loch ins Flugzeug zu schweißen. Fachmännisch nennt sich das Thermitverfahren und aus derselben Sendung demonstrieren hier dieselben Herren wie man aus einem normalen Wagen ein Cabrio macht.... Das klappt natürlich auch mit einem Flugzeug.

Nun fragt sich der geneigte Blogleser: Und was will uns der Bernd damit sagen? Eigentlich nichts, ich will nur mal sehen wie viele Besucher ein Blogeintrag bekommt der möglichst viele Buzzworts enthält und ob man diese noch zu vernünftigen Sätzen mit Inhalt verbinden kann....


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