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Web Log Teil 355: 29.10.2013 - 2.11.2013

29.10.2013: SpaceX für Jedermann!

Das wird die SpaceX Jünger freuen: nun kann jedermann von SpaceX etwas kaufen, wenn auch zur Zeit nur in den USA. Es gab ja schon einen Merchandise Shop in dem man Raketenmodelle und T-Shirts kaufen konnte (so was greift wohl um sich, selbst die ESA hat einen). Nun aber kann man reale Raketenhardware zu erschwinglichen Preisen erwerben.

Elon Musk expandiert in ein neues Geschäftsfeld. Die Idee kam ihm als er von einem freund zu einem Flug mit einem Ultraleicht-Segler eingeladen wurde. Das muss ihm enorm gefallen haben: "It was so fantastic, unlike in a plane you glide through the air, you feel the wind, i think it's like birds fly". Allerdings wird das immer ein Freizeitvergnügen blieben, meinte sein Freund. Für die Nutzung als Transportmittel ist hinderlich dass ein Ultraleichtsegler (in Deutschland als Hängegleiter mit Motor bekannt) die Breite einer Straße und etwas Strecke zum Abheben und Landen brauchen. Das wäre beim in den USA üblichen Autoverkehr eben fast nie gegeben.

Beim nächsten Flug brachte dann Elon eine Sauerstoffflasche, eine Propangasflasche und einige Draco Triebwerke mit. Die Idee: die Triebwerke sollten den Gleiter in einem steilen Winkel nach oben bringen und werden abgeschaltet wenn er durch den Motor alleine fliegen kann. Nach einem halben Tag Arbeit fiel der Flug diesmal zwar aus, aber sie hatten die Flaschen und Triebwerke befestigt und mit Hochdruckschläuchen verbunden. Die nächsten Tage erprobten sie die Triebwerke und es zeigte sich, dass sie nur kurz arbeiten müssen. Einige Sekunden um den Gleiter in eine höhe zu bringen in der er über den meisten Häusern ist, dann werden sie nach hinten gedreht und mit dem Zug durch den Propeller erreicht der Gleiter nach wenigen Sekunden die nötige Geschwindigkeit zum Fliegen.

"Unfortunately each Draco Engine costs about 10.000 Dollar. Its cheap for Industry standards, but it is too expensive for a use as an Boost-engine for Powered Hang gliders. So I set some of the smarted SpaceX workers on the problem". Und die kleine Gruppe von nur 5 Personen fand auch bald eine Lösung. Zuerst ersetzten sie die Propangasflasche durch eine Leitung zum Benzintank. Den Druck für die Treibstoffförderung liefert ein kleiner Kompressor vor den Triebwerken. Auch die Sauerstoffflasche wurde ersetzt durch eine Druckluftflasche wie sie Taucher benutzen. "The great advantage is that you can refill it yourself with a squeezer and the burn Temperature is lower so the engine can be powered longer" (Elon Musk). Die wichtigste Änderung war aber, dass man die Triebwerke nicht aus der Produktion der Dragon nahm, sondern neue einfachere Triebwerke baute, die mit Metall-3D Druckern hergestellt werden. Sie bestehen nicht aus Kupfer, Nickel und Stahl wie die Draco, sondern die "Dracoino" getauften Triebwerke sind aus Aluminium, das in Form von Granulat von den Druckern geschmolzen wird. "We used the 3D Printers to create Prototypes which we needed in Metal, but only occasionally. Now we have a real use for them". Bedingt durch die Legierung können die Triebwerk nur kur betrieben werden, maximal 10 s. Sonst erhitzen sie sich zu stark. Das Gehäuse wird nicht gekühlt, sondern die Wärme verteilt sich über die relativ dicke Wand. Daher kann man sie nur kurz betreiben. Ein Triebwerk hat eine Solllebensdauer von 5000 , das entspricht 500 Zyklen mit maximaler Betriebsdauer und im Normalfall etwa 1000 normalen Kurzzeit Missionen. Auch der Schub ist dadurch, dass nun 74% des Gases Stickstoff sind, erheblich höher. Er beträgt 1000 N pro Triebwerk. Damit reichen zwei Triebwerke aus um einen Motorgleiter mit einer Person anzuheben. Bis zu vier sind für zwei Personen-Gleiter nötig.

So soll der Betrieb aussehen: Beide Triebwerke sitzen auf einer Achse und werden mit einem Hebel gedreht. Vor dem Start werden sie in den gewünschten Startwinkel gedreht. Ist vor dem Gleiter etwas Platz so ist ein 45 Grad Start am besten. Er verbraucht am wenigsten Sprit. Der Motor wird vor den Triebwerken angelassen und mit der Zündung hebt der Gleiter ab. Bei 120 kg Startgewicht steigt er um 2 m/s auf und beschleunigt um 11,7 m/s. Damit hat er schon nach 2 Sekunden die Fluggeschwindigkeit und Höhe erreicht. Im typischen Stadtverkehr ist eher ein 60 Grad Winkel üblich. dann beträgt die Brenndauer rund 4 s. und ohne den Motor anzulassen bei einem senkrechten Aufstieg (bei extrem wenig Platz) muss das Triebwerk bis zu 10 s arbeiten. Der Treibstoffverbrauch beträgt rund 50 g Kerosin pro Sekunde plus 620 g Luft. Der spezifische Impuls ist mit 150 s niedrig, aber da nur ein Vierzehntel des Stoffumsatzes Benzin ist, verkraftbar.

Bei der Landung wird zuerst der Motor abgestellt. Die Vorgehensweise hängt dann von der Ausrollstrecke ab. Bei genügend Ausrollstrecke landet der Gleiter normal, und sobald die Räder den Boden beühren zünden die Triebwerke um den Gleiter zum Halten zu bringen. Steht keine Ausrollstrecke zur Verfügung, so wird mit den Triebwerken der Gleiter zum Halt gebracht und dann die Triebwerke nach unten gedreht und die Treibstoffzufuhr gedrosselt, sodass er senkrecht heruntersinkt. Auch hier ist die Zeitdauer variabel zwischen 3 und 10 s pro Landung.

Was kostet der Spaß? Ein Basiskit bestehend aus den Anschlüssen an Benzintank, Stangen und Befestigungsmaterial zur Montage von Triebwerken und Druckluftflasche, Regler für die Treibstoffzufuhr, einem Kompressor für das Benzin und zwei Dracoinos kostet 649 Dollar, ein weiteres Dracoino 109 Dollar. Maximal 5 können montiert werden. Mögliche Konfigurationen sind mit 2-5 Triebwerken. Ein Triebwerk kann im senkrechten Aufstieg rund 80 kg anheben, beim schrägen Start im 45 Grad Winkel rund 114 kg. Der Treibstoffverbrauch beträgt im günstigsten Fall für eine Start/Landung 0,25 kg Benzin und 3,25 kg Druckluft (eine 20 l Taucherflasche mit 300 bar Druck reicht für 1-3 Starts/Landungen, eine 50 l Flasche ist alternativ montierbar). Eine 129 teure Dollar Erweiterung besteht aus Sensoren für die Räder, die deren Drehung messen, einem GPS Empfänger und einem Arduino Rechner mit einem kleinen LCD Display und einem nummerischen Keyboard. Damit kann man Aufstiegsprofile speichern und der Controller überwacht die Triebwerke, was deren Treibstoffverbrauch senkt und die Lebensdauer erhöht. Er schaltet sie z.B. ab wenn die Sollgeschwindigkeit erreicht ist oder der Gleiter zum Stillstand gekommen ist (Landung). Dieses "Intelligent Assistant Package" kostet weitere 150 Dollar. Selbst kaufen muss man sich noch einen Kompressor wie er aber im Sportfachhandel für das Nachfüllen von Druckgasflaschen für Taucher üblich ist.

Elon Musk plant schon weiter. Wenn es einen Absatzmarkt gibt, will er neues Unternehmen für die Fertigung gründen. Doch erst mal stellt SpaceX die Teile her. "We have currently 3000 workers, which could manufacture 40 Cores per year, but actually were launching three Falcons this year, so they have the time to produces the Dracoinos. But on the long term ist time for a new fortune.". Weiterhin erhofft sich Musk auch eine weitere Verbilligung der Falcon als Spin-off: "Currently we have a lot of small pieces in every rocket, made of aluminum, like nuts, bolds, valves. Most of them are non standard. Until now we cast the metal, but if Printing them in 3D works, we could save a lot of money. Perhaps in some years we can print out engine. Then we don't have to recover the stages, since its cheaper to print a new engine than to inspect and refurbish an old one". So wie man SpaceX kennt, kann das schon in wenigen Jahren der Fall sein.

30.10.2013: Preisend mit viel schönen Reden

Letzte Woche kam in meinem Sender SWR1 die alljährliche Hitparade. Weil sie jedes Jahr kommt, denke ich immer "- überflüssig, braucht man nicht". Die ersten beiden waren was besonderes. Die erste, weil bei der Top 1000X nur zwei Moderatoren 5 Tage hindurch gesendet haben, also jeder 12 Stunden Schichten hatte. Sie wollten einen italienischen Rekord toppen und haben den gleich um über 500 Titel gesteigert (von 1001 auf 1555). Die zweite war ein Jahr drauf die Top 2000D, gemeinsam von Radio DT64 und SWR1, wenige Wochen bevor sich die DDR auflöste. Sie war mit 2002 Titeln die Längste. 12 Tage lang gings. Weil die DDR irgendwie einen anderen Musikgeschmack hatten haben es damals viele aktuelle Titel in die ersten 100 geschafft, wo sich bei SWR1 Hörern vor allem Lieder aus den siebziger und achtziger tummeln. Ich habe beide Hitparaden verfolgt und kam bei der ersten in die Bredouille als die Kassetten zuende gingen ob ich nochmal welche kaufe oder nicht. Bei der zweiten war ich besser vorbereitet. Tja der MP3Download von 1989 war der Kassettenrecorder und wann kommt sonst mal ein langes Lied wir "Time" oder "Shine on your crazy Diamond" von Pink Floyd in voller Länge? Erstaunlicherweise war ich mit der Qualität zufrieden. In der Regel hatte ich aber jedes Lied mehrmals, schon alleine weil öfters jemand dazwischen sprach oder ein Jingle kam. am meisten hasste ich wenn ein Leid kam das ich schon immer mal aufzeichnen wollte und der Moderator redete während das Lied schon abgespielt wurde ....

Aber ich schweife ab. Die Hitparade war trotzdem schön und es gab mal endlich eine neue Nummer 1, nicht mehr Stairway to Heaven sondern Bohemian Rhapsody. Find ich auch besser. Wie immer waren einige schwäbische Lieder hoch platziert, auch weil man sie sonst im Radio kaum hört. Mundart hat es bei uns schwer, ich glaube das gilt nicht nur für Schwaben. Die einzigen Musiker die mir einfallen, die über Mundart erfolgreich sind BAP. wobei die auch immer mehr hochdeutsch gesungen haben. Die ersten Lieder hat wohl außerhalb von Kölln keiner verstanden. Was so an Bayrisch bei volkstümlicher Musik kommt, ist zumindest keine Mundart sondern eben "bayrischtümlich". Ich habe auch einen neuen Ohrwum gefunden. Ich nehme an die meisten werden damit nichts anfangen können, zumal das Lied auch ziemlich dick aufträgt. Aber das muss so sein bei einer Hymne und das ist die Schwabenhymne. Es gibt natürlich noch eine Württemberger Hymne die fängt mit dem Titel des Blogs an und stammt von Justinus Kerner (wem auch sonst). Die Badener haben übrigens auch eine, die war sogar noch besser platziert. Allerdings keine badischen Lieder. Für alle außerhalb des Ländles: Badener und Scwaben haben ein etwas angespanntes Verhältnis. Während ich keine Schaben kenne die etwas gegen Badener haben, haben die Badener keine so gute Meinung von den Schwaben.

So hier mein letzter Ohrwurm:

http://www.youtube.com/watch?v=PSIAxi0NHfE

Beim Suchen nach anderen Liedern fand ich auch ein Video der deutschen Welle, also nicht gerade einem US-Sender sondern einem, der Kultur und Deutschland vermitteln soll und da heißt die Sendung "Geman cooking for beginners: Swabian Ravioli with braised Onions". Ich konnte mir schon denken was es war. Und natürlich es waren Herrgottsbscheiserle, für Reigschmeckte auch Maultaschen genannt. Immerhin nicht mit der Unsitte viel Spinat rein zu tun oder das fleischerne Zeug das man fertig abgepackt kaufen kann. Aber Leute: "Ravioli". Das ist nicht gerade italienische Novell Cusine. Ich kenne Ravioli nur als geschmackslose Teigtaschen in Tomatensoße, so ziemlich das letzte was ich essen würde bevor ich verhungern würde. Und als so was bezeichnet ihr Maultaschen? Vor allem reden die im ganzen Spot auch von Ravioli. Ich wette der Spot wurde von Badenern produziert ;-)

http://www.youtube.com/watch?v=VVPS-Wg2VZc

Dann bekam ich noch eine Mail von der ESA, ich hätte Bücher herausgebracht und ob ich denn die Bilder veröffentlichen dürfe. Natürlich darf ich, denn ich habe schon beim ersten Buch mich erkundigt und die Regeln der Kennzeichnung immer eingehalten. Das war schnell zu klären. Was mich aber mehr erstaunt. Aufhänger war das ATV Buch. Das ist nun ja schon vor 5 Jahren zum ersten Mal veröffentlicht wird. Die Reaktion kam genau einen Tag nachdem ich als ich meine Daten zu den ATV aktualisieren wollte, nach den veröffentlichten Orbitanhebungen nur rund 800 kg von 2400 kg Reboosttreibstoff verbraucht wurden und da stellte ich mal eine Frage im Blog (anders geht es bei der ESA ja nicht, denn Kontaktadressen gibt es auf keiner einzigen Seite). Siehe da dann wird man aufmerksam, das ein Buch gibt. Anstatt sich darüber zu freuen will man aber die Genehmigung zur Bildverwendung sehen. Dabei steht bei jedem Bild doch dran "credit des Bilds: ESA", wenn man also Weiß das ich Bilder verwendet habe, dann sollte man dann doch erkennen, das sie nach den Vorschriften korrekt gekennzeichnet sind.

31.10.2013: Raketen, die es geben könnte: Die Saturn 5 Quad Centaur

Ich hatte vor längere Zeit mal eine Reihe gestartet von Raketen die es geben könnte, die aber nie gebaut wurden. Heute will ich dem eine neue hinzuführen. Die Saturn V Quad Centaur. Das ist eine herkömmliche Saturn V. Nur sitzt über der S-IVB dann nicht das Apolloraumschiff sondern ein Stufenadapter, der zu vier Centaurs führt. Das heißt er beginnt unten als Kreisring und endet oben in vier Kreisringen, In jedem steckt eine Centaur. Das ist ungewöhnlich, vom Platz aber ohne Problem möglich. Die Centaur D, die damals im Dienst war, hatte einen Durchmesser von 3,05 m, die S-IVB einen von 6,60 m.

Sinnigerweise montiert man die Centaur D so, dass sich die Außenwände berühren und umgibt sie mit zwei Metallbändern, die sie zusammenhalten. Das erhöht die Stabilität. Die kann man durch einen pyrotechnisch betätigten Cutter im Orbit durchtrennen. Das sollte aber besser klappen als bei Gemini 9 ;-). Die Centaur kann weitgehend unverändert übernommen werden. Man müsste nur auf die abwerfbare Außenisolation verzichten. Auch der Bordcomputer bleibt, genauso wie die IU der Saturn V. Das Vorgehen entspricht also im Prinzip bei der Titan IIIE Centaur, die im Prinzip eine Titan IIID mit zusätzlicher Oberstufe war.

Umhüllt werden Centaur und Nutzlast von einer Nutzlasthülle. Eine solche hatte die NASA schon entwickelt - für Skylab. Sie schließt mit einem Durchmesser von 6,70 m an die IU an und hatte eine Länge von 17,12 m. Bei einer Länge der Centaur von 9,10 m lässt dies noch 8 m für die Nutzlast. Sie war relativ schwer und wog über 11 t, doch das ist kein Problem, da man sie irgendwann während des Betriebs der zweiten Stufe abtrennen kann, spätestens nach Ausbrennen dieser. Man würde wahrscheinlich zur Versteifung noch einen Ring zwischen Centaur und Nutzlastverkleidung anbringen wie bei der Atlas der Centaur Forward Load Reaktor.

Nun kommen wir zur eigentlichen Frage: Warum vier Centaur Stufen? Nun weil die Saturn eine so große Nutzlast hat. Wenn man nur eine Centaur einsetzt wäre der Nutzlastgewinn zum einen sehr klein, zum anderen könnte die Stufe gar nicht diese hohe Masse tragen. Die Centaur hat eine maximale Belastung von 5.440 kg. Mit vier Stufen verteilt sich das zum einen auf vier Centaur und zudem gibt es einen zweiten Vorteil: Man kann diese Stufen separat starten.

Die maximale Nutzlast kann man so nicht ausnutzen. Sie betrüge maximal 4 x 5440 kg, Eine Überschlagsrechnung zeigt aber, dass diese Rakete rund 55 t zum Mond und 45 t zum Mars transportieren könnte, zu Jupiter wären es immerhin noch 18 t. Mit unveränderten Centaurs läge die maximale Nutzlast dagegen bei maximal 21,7 t. Man kann sie aber Strukturell verstärken, so wie man dies auch bei der Atlas tat. Dort liegt die Nutzlast auch bei den Atlas 500 er Serie doppelt so hoch wie bei den 400er Versionen weil der Ring die Belastungen zum Teil auf die Nutzlast überträgt. Heute hat die Centaur eine maximale Belastung von 9 t ohne diese Technik und 19 t mit. Das würde dann ausreichen, die Nutzlastkapazität voll ausnutzen.

Was könnte man damit anfangen? Nun zum einen könnte man mehrere Sonden zu einem Ziel gleichzeitig starten. Warum sollten die USA z.B. nach dem Apolloprogramm die Monderkundung einstellen? Sie könnten stattdessen vier Landesonden, die wie die Lunas Bodenproben nehmen, starten. Jede einzelne dürfte über 13 t wiegen, also mehr als doppelt so schwer wie die Lunas, das diese auch die Mitführung eines Probensammlers, eines Rovers zu. Alternativ könnten es nur zwei Landesonden sein und zwei Orbiter bestehend aus umgebauten Gambit (KH-8) Satelliten. Sie werden in einen Orbit um den Mond gebracht fotografieren die Oberfläche und koppeln dann an die von der Mondoberfläche gestartete Rückkehrkapsel an. Vor dem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre würde man die Rückkehrkapseln und die Kapseln mit dem Film abtrennen und später bergen.

eine Rakete könnte vier Viking Sonden zum Mars bringen, wobei man mit rund 14,4 t nicht mal ein Drittel der Nutzlast ausnutzen könnte. Da lustigerweise Mars und Jupiter Startfenster relativ konstant 2 Monate auseinander liegen und die Rakete relativ viel Reserven hat für Bahnänderungen, kann man auch dran denken Mar- und Jupitersonden gleichzeitig zu starten. Also 1977 z.B. vier Voyagersonden (man wage gar nicht zu denken was diese an Daten liefern würden) oder zwei Viking Nachbauten und Voyager 1+2. Oder man hätte Viking um zwei Jahre verschoben. Bei 18 t zum Jupiter wären ganz andere Kaliber startbar. Galileo wog nur 2,4 t. Selbst Cassini wäre mit 5,7 t kein Problem. Eine einzige Rakete könnte Cassini, Galileo und beide Voyagers starten - zumindest vom Gewicht her. Natürlich liegen die Sonden zwanzig Jahre auseinander und sind mit den ausladenden Antennen zu sperrig. Mit jeweils eigenen Stufen kann man auch bei gleichzeitigem Start die Sonden so auf unterschiedliche Bahnen schicken. Man denke an Voyager die beim Start 15 Tage auseinanderlagen aber in der Ankunft beim Jupiter 3 Monate (dabei kam Voyager 1 als zweite gestartet sogar noch früher an....).

Aber - das Konzept kann man nochmals umsetzen. So gäbe es auch einen Einsatzzweck für die SLS. Auch sie könnte vier Raumsonden gleichzeitig starten. Leider gibt es derzeit nicht so viele. Daher würde man heute wohl eine andere Strategie fahren z.b. die Raumsonden mit Castor 30B Feststoffantrieben in Erdorbits parken bis das Startfenster gekommen ist und diese dann starten. Bei 8,38 m Durchmesser der Zentralstufe wären auch mehr als vier Sonden denkbar - nun ja wenn die SLS nicht eingestellt wird, was ich für wahrscheinlich erachte.

1.11.2013: Die Sache mit dem Umgang mit Tieren

Zu meinem Beitrag über Tiere kamen ja ganz unterschiedliche Meinungen, zu denen ich mal Stellung nehmen will. Einige Poster versuchten ja Rauchbomben zu werfen, indem sie vom eigentlichen Thema ablenken. Die Frage die sich für mich stellt ist: was kann jeder selbst tun? Man wird nicht die Zustände in China ändern können, aber wenn man um bei meinem Beispiel bleibt und solche Kleidung mit Pelzaccessoirs meidet, dann sinkt die Nachfrage und es werden weniger Marderhunde gequält. Das heißt nicht, dass bei uns die Zustände besser sind. Massentierhaltung bedeutet bei uns immer noch enge Ställe, Erlaubt ist es bei uns noch Ferkel ohne Betäubung die Hoden herauszuschneiden. Das soll erst 2019 verboten werden. Was ich überall feststelle, egal wohin man geht: wenn es ums Geldverdienen geht, dann hört jegliches Mitleid und Einfühlungsvermögen auf. Bei uns ist das sogar gesetzlich abgesegnet. Es gibt ein Tierschutzgesetz, aber solche Prozeduren wie die Kastration ohne Betäubung und die Zustände bei der Schlachtung sind erlaubt. Elendsoft hat ja die Raubtiere als Gegenbeispiel angeführt. Doch Raubtiere sind im Gegensatz zum Menschen ja fast Human. Zwar jagen sie auch Tiere. Ob die Tötung schneller oder schmerzloser ist mag man diskutieren, Doch die Wildtiere müssen nicht ihr ganzes Leben lang leiden, sind nicht eingesperrt und haben zumindest die Chance erwachsen zu werden anstatt schon nach wenigen Monaten geschlachtet zu werden.

Da dies bei uns alles gesetzlich reglementiert ist bessern sich die Zustände nur wenn der Verbraucher an der Kasse abstimmt oder solche Zustände angeprangert werden. Manchmal hilft auch die Forschung. So gibt es Ergebnisse, dass Schweine in Ställen mit echtem Stroh besser gedeihen, stressfreier sind was unter anderem auch die Kastration bei Ebern überflüssig macht und sich so die Haltungsbedingungen verbessern. Denn ohne Gewinn macht niemand freiwillig etwas.

Für mich stellt sich die Frage: was kann ich tun um die Umstände zu verbessern? Heute eigentlich Bio-Lebensmittel zu kaufen. Das EU-Biosiegel ist ja eigentlich eher Bio-Light, in dem Sinne das vieles nicht gefordert wird was bei Demeter Bioland oder anderen Verbänden gefordert ist wie z.B. das das Futter vom selben Hof stammt. Aber zumindest sind die Richtlinien hinsichtlich Stallgröße, Mindestzahl der Tiere pro Hektar etc. besser, die Mastzeiten länger. Hier "auf dem Dorf" wie Michael K. sagen würde, gibt es Bio nur bei ALDI. Es gibt zwar auch Metzger die Tiere von kleinen Bauern kaufen. Doch das der Bauer klein ist heißt  noch lange nicht das es den Tieren besser geht. Das beste Beispiel habe ich direkt vor der Haustür. Wir haben einen Bauer der züchtet Scheine, baut Gemüse und feldfrüchte an, und hat auch einen Minihofladen. Doch der stall ist hermetisch abgeschlossen, wie es da drin aussieht weiß man auch nicht.

Es gibt ja Ideen für ein weiteres Siegel für bessere Haltungsbedingungen. Doch denke ich erfüllt das heutige EU-Biosiegel diese Kriterien schon. Anderseits ist es auch kein richtiges Biosiegel, weil es nicht wirklich streng ist. Meiner Ansicht nach wäre es besser die EU würde ein System wie bei den geographischen Angaben einführen, wo es auch Abstufungen gibt. Das heutige Biosiegel könnte dann die niedrigste Stufe sein, Noch strengere Richtlinien, die man von anderen Verbänden übernehmen könnte, noch mehr Tierschutz (mehr Platz, mehr eingehen auf die natürlichen Bedürfnisse der Tiere und längere Mastzeiten) wären dann die Anforderungen für ein zweites strengeres Siegel.

Das ist das eine, das zweite ist es natürlich, zu überlegen was man essen muss. Ohne die Diskussion über Vegetarier neu anzustoßen hier nur meine Gedanken: ich habe als Grundsatz, dass ich keine Tiere esse die kleiner sind als ich. Wenn für mich ein Tier sterben muss, dann soll das wenigstens für lange reichen. Das bedeutet ich esse eigentlich nur Schwein und Rind / Kalb. Keine fische, Kein Geflügel, kein Lamm Ziege, Hase oder Wild. Bei Fisch ist es leicht, da ich den genauso wenig mag wie anderes Meeresgetier. Bei den anderen Fleischsorten ist das nicht der Fall.

Ich hätte, weil ich sowieso wenig Fleisch und Wurst esse, kein Problem mit einer vegetarischen Ernährung die auch Eier und Milchprodukte umfasst. Doch wenn man es streng sieht, unterstützt man damit auch das System. Hühner könnten 12 Jahre alt werden. Geschlachtet werden sie wenn nach etwa eineinhalb Jahren die Legeleistung nachlässt. Das gilt auch für Ökohaltung. Kühe geben nur Milch wenn sie ein Kalb bekommen haben. Ohne Milchgewinnung gäbe es weniger Rindermast.

Rein vegane Ernährung ist aber für mich eine zu große Einschränkung in dem was ich essen darf, sie ist auch eine Herausforderung. Eisen und Zink, Vitamin D und Vitamin B12 sind in pflanzlichen Lebensmitteln kaum enthalten, da muss man die Nahrung nach Vitamingehalt zusammenstellen und nicht nach dem was man gerne essen würde. Trotzdem stellt man bei Veganer sehr niedrige Plasmaspiegel an der Grenze zur Unterversorgung fest und bei erhöhtem Bedarf (Schwangerschaft, Stillen, Kinder) ist se nicht auseichend die Versorgung an obigen Vitaminen und Mineralstoffen zu decken. Es mag ideologisch die bessere Lösung sein, ernährungsphysiologisch kann man sie nicht rechtfertigen.

2.11.2013: Die Chance für die Zukunft

Nun kommt ja Windows 8.1. Das Vorgängermodell Windows 8 hat ja viel Kritik bekommen, vor allem wegen der  Ausrichtung auf die Bedienung mit Gesten und der Bruch mit alten Windows Traditionen. Nun muss man aber eines bedenken: Warum sollte Microsoft viel Arbeit in ein Windows 8 stecken? Die meisten Einnahmen kommen bei Windows nicht durch die Verkäufe im Einzelhandel, sondern durch Lizenzeinnahmen, weil es auf jedem neuen PC vorinstalliert ist. Die fließen egal ob Windows 7 oder 8 installiert ist. Viel lukrativer ist da der boomende Markt von Tabletts und Smartphones. Zum einen ist man da nicht vertreten sondern Apple und Android. Zum anderen kauft man sich die Geräte zusätzlich zum PC und nutzt sie nur 24 Monate lang bis es den nächsten Vertrag gibt. Apple hat seine Käufer sogar zu jährlichen Neukäufen bewegt.

Also da gibt es erheblich mehr zu verdienen. Was Windows 8 aber ist, dabei weitgehend untergegangen: es ist die erste Version die auch auf einem ARM läuft. Vorher gab es für Handys und andere kleinere Geräte spezielle Versionen wie Windows Mobile und Windows Phone. Nun gibt es eine einzige für alle Geräte vom Handy bis zum PC. Damit ist erstmals die Schicksalsallianz "Wintel" geknackt. Windows ist nicht mehr auf  Gedeih und Verderb an x86 Prozessoren  gebunden. Mit Delphi kann man inzwischen auch Apps für iOS und Anrdoidgeräte entwickeln, durch Neucompilieren laufen sie aber auch unter Windows. Damit hat man so etwas wie Cross-Plattform Programmierung. Neu ist das nicht. Java hat das ja schon mal versprochen, aber so richtig durchgesetzt hat es sich nicht.

Darin liegt auch eine Chance jenseits der Mobilgeräte. Nämlich dass sich die PC-Architektur auch von der x86 Linie lösen könnte. Eigentlich wunderlich das es so lange dauert, denn Windows Programmierung heißt ja schon lange nichts anderes als API Funktionen aufzurufen. Solange diese gleich bleiben müsste Windows auf jeder Architektur laufen, natürlich mit einigen Hardwarelimitationen. So wird man bei kleinen Bildschirmen wohl nicht sehr glücklich sein und auf einem 8 Bit ATNega dürfte es wahrscheinlich mangels Speicher auch nicht laufen. Aber neben der Möglichkeit das einmal ARM Chips denn x86 Prozessor ersetzen könnten (erste Notebooks damit sind ja schon auf dem Markt) gibt es auch die Möglichkeit einen neuen Prozessor  zu konstruieren. Intel selbst ist ja mit dem Langleben seines Prozessor so recht zufrieden und hat mindestens zwei Versuche unternommen andere Architekturen als Ersatz zu platzieren (860 und Itaniumprozessor). Dabei hat der Nutzer nicht sehr viel von den Verbesserungen am Prozessor in den letzten Jahren. Wer heute ein Windowsprogramm decompiliert wird feststellen, dass es oft den kleinsten gemeinsamen Nenner enthält - 386, 486 oder Pentium Code. Von den Erweiterungen die es seitdem gab wie MMX, SSE, SSE2,SSE3 ... AVX merkt man wenig, denn wird man das einsetzen läuft es auf Prozessoren nicht die die Erweiterung nicht haben und vor allem sind alle Erweiterungen beschränkt auf Fließkommabefehle. wer aber nun nicht gerade wissenschaftliche Berechnungen hat, bei dem wird die CPU vor allem Ganzzahloperationen durchführen.

Die Loslösung von der Prozessorarchitektur wäre auch für Intel die Gelegenheit einen neuen Prozessor aufzulegen, einen sauberen, effizienteren RISC-Prozessor ohne Altlasten und wenn ich einen Tipp (aus 25 Jahren x86 Geschichte) geben darf: legt ihn gleich für die Zukunft aus. Wie macht man das? Indem man Features vorsieht die man noch gar nicht umsetzen kann, aber für die Zukunft reserviert. Das könnten im Befehlssatz komplexe Instruktionen sein, die wenn sie im Code aufkommen, erst mal bei der ersten Generation den Aufruf eines Unterprogramms bedeuten dass man aus einem Festwertspeicher laden kann. Das ist so wie früher die 8087 Operationen auf dem 8086 "emuliert" wurden. Die nächste Generation kann sie dann nativ im Microcode und ist so erheblich schneller. Man könnte, da Programme immer noch Probleme mit mehrfachen Theads haben und diese auch Synchronisierungsaufwand bedeuten, mehrere Kerne als einen Prozessor nach außen darstellen, anders als das derzeitige "Mappen" auf Funktionseinheiten aber transparent.  z.B. 65536 Register in 16 Register Blöcken vorsehen. Beim ersten Exemplar gäbe es vielleicht nur 16 Register und der Rest würde über den Arbeitsspeicher gemappt. Die zweite Generation hat dann zwei Kerne mit je 16 Register und so kann man leicht 4096 Kerne (in der 12 Generation) integrieren, Es muss nur festgelegt sein, dass jeweils die unteren 4 Bits der Registernummer zu einem Kern gehören und verschiedene Register dann bedeuten dass man mehrere Kerne gleichzeitig mit Arbeit versorgen kann.

Der wesentliche Vorteil beider Systeme ist, dass man die Software für spätere Versionen nicht neu übersetzen muss. Sie wird automatisch schneller. Ein anderer Ausweg aus dem Dilemma ist was Microsoft mit .NET anstrebt, aber bisher noch nicht eingelöst hat. Der Code wird in einen Zwischencode übersetzt und von der virtuellen Maschine dann in Maschinencode. Diese virtuelle Maschine soll den Maschinencode erzeugen der am besten für einen Prozessor am besten ist. Doch Tests bei ähnlichen Prozessoren einmal mit und einmal ohne AVX zeigten, dass dem nicht so ist. Intel wäre wohl besser beraten ihren C-Compiler in einer Spezialversion zu verschenken, der neben der EXE noch eine zweite Datei erzeugt, die einen verschlüsselten Quelltext enthält. Dazu würde Intel noch den C-Compiler ausliefern. Wenn das Programm beim ersten Mal startet wird neben der EXE die im Vordergrund läuft der Code dann erneut übersetzt - nun aber mit allen Optimierungen für den gerade im PC steckenden Prozessor. Das wichtigste an diesem Konzept wäre wohl, dass es eine sichere Verschlüsselung gibt. Doch mit den heute möglichen verschlüsselungsverfahren ist das kein Problem.

Was in jedem Fall geht, wie der Wechsel auf ARM beweisen hat - man muss nicht 25 Jahre an einer Architektur festhalten, sondern kann sich von ihr trennen, Apple hat das ja auch zweimal vorgemacht mit dem Wechsel von MC68k auf Power PC und dann auf Intel x86. Dann wurden eben für alte Programme Emulationsschichten mitgeliefert und neue waren so übersetzt das sie auf alten und neuen Prozessoren liefen. Das ist alles möglich, man muss nur wollen.

Was hätte es für den Benutzer für Vorteile: ein fundamental neues Design hat die Möglichkeit einige besser zu machen. Mit derselben Transistorzahl eine höhere Rechenleistung erreichen (RISC anstatt CISC) oder stromsparender zu sein (das ist der wesentliche Vorteil des ARM, weshalb er auch die Mobilgeräte dominiert). Davon profitiert auch der Endanwender, genauso davon, das potenziell ein Programm sowohl auf einem Tablet wie auch einem Notebook laufen. Doch da dürfte Microsoft mit so kreativen Konzepten wie gemieteten Anwendungen (Office 2013) einen Riegel vorschieben, sonst könnte man ja nur einmal abkassieren....


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