Home Site Map Sonstige Aufsätze Weblog und Gequassel counter

Web Log Teil 381: 7.5.2013 - 12.5.2014

7.5.2014: Ideen was man mit der SLS alles machen kann

Noch gibt es ja die SLS nicht, aber man kann sich ja schon Mal Gedanken machen, was man jenseits von Orionflügen damit anstellen kann. Auch die Nutzlast ist leider noch nicht bekannt. Die erste Version liegt im Bereich von 70 bis 100 t in einen LEO (ohne/mit Oberstufe), ein Ausbau soll die Nutzlast auf mindestens 130 t anheben. Aus Erfahrungswerten kann man dann eine Nutzlast für Mars- und Venusmissionen ableiten die etwa bei einem Drittel dieser Werte liegt, mit einer Oberstufe noch mehr. Eine Oberstufe steigert noch die Nutzlast und wäre für Hochenergiemissionen sinnvoll. Hier bietet sich die Verwendung schon existierender Oberstufen an. Für die erste Mission wird eine Delta IV Zweistufe verwendet die auch auch in den Beispielen zugrunde gelegt habe. Etwas höhere Nutzlasten erhält man beim Einsatz der Centaur, da sie ein geringeres Leergewicht aufweist. Außer für Jupiter- und Saturnmissionen ist das aber kaum relevant.

Fangen wir mal im LEO an. Da zieht ja die ISS ihre Kreise. Es gibt hier eine Reihe von Einsatzmöglichkeiten. Die offensichtlichste ist es neue Module zu starten oder bisherige zu ersetzen. Die Module sind voll ausgerüstet schwerer als jede heute verfügbare Nutzlastkapazität. Dazu brauchen sie noch einen Antrieb und ein Avionikmodul, dass sie in die Nähe der ISS bugsiert. In der Praxis wird man so ein Modul nur leer starten können und muss mit Transportern dann die Innen- und Außeneinrichtung nachliefern. Das ist nicht nur aufwendig, sondern auch teuer. Ein Außeneinsatz ist nicht gerade billig, ein Rack, das etwa 500 bis 1000 kg wiegt kostet im Transport mit den derzeitigen US-Transportern 87,5 bis 175 Millionen Dollar. 10 bis 13 dieser Racks gibt es pro Labor.

Die SLS könnte zwei fertige Module, mit installierten Außeneinrichtungen (die Nutzlasthülle ist dafür groß genug) starten und man bräuchte nur eine Antriebseinheit. Es entfielen zwei Starts von Atlas V 552 / Delta 4H und mindestens sieben Versorgungsflüge und das zweite Avioknikmodul. In der Summe wäre die Rakete deutlich billiger als die heutige Praxis.

Irgendwann hat die ISS auch ausgedient und man muss sie deorbitieren. Das ist wegen ihrer Masse nicht trivial. alleine durch die Masse braucht man viel Treibstoff, dazu einen starken Antrieb, denn wenn man mit den derzeitigen Transportern die Station abbremst, dann brauchen sie stunden dafür und während dieser Zeit sinkt die Station ab um schließlich Höhen zu erreichen bei denen die aerodynamischen Kräfte einen kontrollierten Wiedereintritt unmöglich machen. Um die Station von einer 420 km hohen Kreisbahn in eine 80 x 420 km Bahn zu bringen (in 80 km Höhe ist die Atmosphäre schon so dicht das sie desintegriert) braucht man "nur" 123 m/s. Doch bei 420 t Gewicht entspricht dies einem Gesamtimpuls von 51,66 MN. Dies ist z.b. in 17,2 t lagerfähigem Treibstoff enthalten (spezifischer Impuls 3000 m/s). So viel kann kein heutiger Transporter befördern. Die einfachste Möglichkeit ist es eine unbemannte Orion hochzuschicken, mit vollbetanktem Servicemodul und mit deren leistungsfähigem Antrieb (diskutiert wird der Einsatz des Aestus oder des AJ-10, letzteres wäre wegen des höheren Schubs vorteilhafter) zum Deorbitieren zu nutzen. Die Orion soll ja anders als bisherige Us-Raumschiffe auch automatisch ankoppeln können.

Natürlich bringt die Trägerrakete am meisten bei Planetenmissionen. Seit Jahren plant die NASA einen Europa Orbiter, der ihr aber immer zu teuer ist. Das nun aktuelle Konzept sieht nur noch viele (45) Vorbeiflüge an Europa vor, aber der Orbiter bleibt in einer Umlaufbahn um Jupiter. Damit spart man Treibstoff ein und die Sonde wird leichter. Trotzdem muss die Sonde etliche swing-Bys im inneren Sonnensystem absolvieren bis sie bei bei Jupiter ankommt. hier spart die SLS Zeit und damit Geld und sie ermöglicht einen echten Europa Orbiter, denn mit der schon geplanten IPCS Stufe (eine Delta IV Oberstufe) kann die SLS Block I rund 7 t zu Jupiter befördern. Analog wäre damit auch ein Titanorbiter, eventuell sogar mit einem Lander möglich. Auch dies ist ein Programm, das seit langem von den Wissenschaftlern gewünscht wird. (Wenn ich die Wahl hätte, würde ich Titan sogar Europa vorziehen - er ist um einiges interessanter. es gibt dort Seen, Wetter, Veränderungen durch Erosion etc.).

Bei Planetenmissionen fällt natürlich dann auch noch die schon seit langem geplante Marsbodenprobengewinnung ein. Sie braucht eine schwere Sonde, weil der Landeteil (der ja auch nur einen Bruchteil der Nutzlast ausmacht) um vorm Mars zurück zur Erde zu kommen rund 6 km/s (im besten Falle) aufbringen muss, was die Nutzlast stark abgesenkt. Bedenkt man dass heute schon auf dem Mars nur ein Drittel der Startmasse landet so kann man sich ausrechnen, wie viel da noch bei einer herkömmlichen Rakete zurückkommt. Mit der SLS könnte man rund 20 t zum Mars entsenden. Das ist eine andere Dimension. Doch wird diese Mission auch mit der SLS nicht angegangen werden, sonst könnte ja ein Politiker auf die Idee kommen und fragen, warum man dann noch bemannt zum Mars aufbrechen will.

Dann würde die Nutzlastverkleidung von über 8 m Durchmesser auch ganz neue astronomische Satelliten erlauben. Das JWST wird teuer, teuer auch (wenn auch nicht nur) weil man den Spiegel aus zahllosen Segmenten baut und diese erst im All entfaltet. Das spart Gewicht und Platz, doch macht das Projekt teuer. Einfacher wäre es große, leichte Spiegel wie der von Herschel (aus Siliziumcarbid) einzusetzen. Dieser wiegt bei 3,5 m Durchmesser nur 415 kg, damit könnte man sicherlich ein Teleskop von 7,5 m Durchmesser in der Nutzlasthülle unterbringen. Das wäre größer als das JWST und die SLS könnte es trotzdem noch auf einen Kurs zu einem Librationspunkt bringen, denn dafür beträgt die Nutzlast rund 27 t mit Oberstufe. Das Militär könnte einen solchen Satelliten auch in den GEO-Orbit befördern, Dann gäbe die globale Überwachung ohne revisitzeit. Allerding mit geringer Auflösung, sie läge bei 3 m am Äquator und würde beim 50 Breitengrad schon auf 7 m absinken. Drei dieser Satelliten und der ganze Globus ist beobachtbar. Wäre das nicht ein Traum für das informationshungrige US-Militär und die NRO?

Das sind nur einige Projekte die mir ohne viel Nachdenken einfallen, trotzdem (ohne ISS Module) fünf bis acht Missionen. Da die SLS nach derzeitigen Planungen nur alle 2 Jahre Fliegen sollte genug zu tun für zehn Jahre, aber vielleicht nutzt man sie ja mal intensiver wenn man sie erst mal hat.

9.5.2017: Mein Tipp an die US-Regierung

Es gibt wieder neues von SpaceX, nun fängt es sogar an persönlich zu werden. Da die Firma trotz Preisens ihrer Raketen wie Sauerbier keine Aufträge von der US-Regierung bekommt, prozessiert sie nun gegen diese. Zuerst gegen den Block-Buy der im Dezember 2013 abgeschlossen wurde und bei dem sie nicht beteiligt war (sie hatte keine einsatzbereite Rakete vorzuweisen - so was kann passieren wenn Raketen angeblich schon vor Jahren starten sollen aber es nicht tun und die Modelle mit denen man sich an der Ausschreibung beteiligen kann, einfach nicht mehr hegestellt werden...) und damit ULA es noch schwerer hat, gegen die Verwendung von RD-180 in der Atlas. Die Gewinne von NPO Energomasch würden bei Dmitry Rogozin landen, der auf der Sanktionsliste ist. Der antwortete in einem Tweet in der Art "Er empfehle die USA sollten mit einem Trampolin zur ISS aufbrechen". Nun wurde vorgeschlagen die Triebwerke in den USA zu bauen. Das Gericht verhängte einen Kaufstopp für RD-180, der nun nach Einsprüchen von ULA und dem Justizministerium wieder aufgehoben wurde. Mal abgesehen von dem Verhalten von SpaceX, mit dem man sich sicher nicht beliebt macht (der Firma muss es schon ziemlich schlecht gehen wenn sie so ihren größten Kunden behandelt), bringt sie doch die Diskussion auf einen Punkt: wie unabhängig will ich sein?

In zwei US-Raketen werden ganze Komponenten von ausländischen Staaten verbaut. In der Atlas die Nutzlasthülle von Oerlikon Space und die RD-180 von Energomasch. In der Antares wird die erste Stufe von KB Juschojne hergestellt. Dir Triebwerke stammten aus Russland, sind nun aber Aerojet Eigentum. Sie werden aber nicht mehr gefertigt, was eher ein Problem ist. Um das zu lösen will Oribtal (die gerade mit ATK fusionieren) nun ach neuen Triebwerken suchen, wobei die Firma auch vornehmlich in Russland Ausschau hält.

Die Frage ist die: wie weit wollen die USA unabhängig beim Transport sein? Klar ist das die USA nie völlig unabhängig sein werden. Spätestens wenn es man die Rohstoffebene kommt, dann sind die abhängig von anderen Staaten, so stammen fast alle seltenen Erden, die man in der Elektronik braucht, von China. Aber das wird wohl für vieles gelten. Jetzt regt man sich auf weil Teile der Raketen aus dem Ausland kommen. doch das ist eher wenig. Wer Kleidung kauft erwirbt etwas was in der ganzen Welt herumkam. Baumwolle aus Afrika, Gewebt in Marokko, gefärbt in China, genäht in Bangladesch etc. Bei einer Sendung dies das mal exemplarisch bei einem Hemd aufgezeigt hat, verglich man auch mit der Fertigung in Deutschland (zumindest das Rohmaterial gibt es nicht bei uns) und kam auf 120 Euro für ein Hemd, wenn es vollständig in Deutschland gefertigt wird. Heute outsourcen Aerospace Firmen wie andere auch. Die Cygnus hat Sonnensegel auf Holland, einen Nutzlastraum aus Italien, Annäherungssensoren aus Deutschland und Japan.

Dadurch gibt es Abhängigkeiten. Derzeit ist die Lösung von ULA die, dass sie einen Zweijahresvorrat an RD-180 haben. Das reicht aus, um solche Krisen zu überbrücken (nach denen man ja leider wieder zum Business as usual übergeht, wie wir ja auch an der Abhöraffäre sehen - da mauert die Regierung, die abgehört wurde und will nicht Snowden anhören der dazu was sagen könnte, man könnte es sich ja mit den Amerikanischen Freunden verderben). Die zwei Jahre reichen aber nicht aus, wenn es einen dauerhaften Konflikt gibt oder Russland den Spieß umdreht und gar keine Triebwerke mehr liefern will ...In zwei Jahren kann man keine Produktion aufbauen auch wenn Lockheed im Besitz aller Konstruktionsunterlagen ist.

Die USA haben nun mehrere Möglichkeiten: - Business as Usual, also so weitermachen wie bisher. Die zweite Möglichkeit wäre es die Abhängigkeiten zu verringern. Dann müsste man die RD-180 in den USA bauen und eine eigene Nutzlasthülle für die Atlas. Die RD-180 könnten auch die Antares antreiben, wenn die Regierung Druck macht, werden sich da sicher Orbital und Lockheed einig. Dann müsste man noch die erste Stufe der Antares selbst bauen und hätte die größten Abhängigkeiten beseitigt.

Die dritte Möglichkeit wäre es die Trägerpolitik mal komplett zu überdenken. Derzeit sind folgende Träger im Einsatz:

nimm man die Träger dazu die in den nächsten Jahren dazu kommen oder angeboten werden, aber seit längerem keinen Start haben, so sind dies noch:

Das sind 15 Träger, technisch basierend auf 11 Typen, ziemlich viel für etwa ein Dutzend Starts pro Jahr. Es sind so viele, weil die Regierung es will. Zum einen mit der Politik zwei Träger derselben Leistungsklasse zu haben (Atlas V und Delta 4) zum anderen durch Gesetze. So darf die NASA keine Minotaur nutzen, da diese auf ICBM basieren. Sieht man sich die Nutzlasten an, so gibt es einige Segmente:

Es würde reichen pro Segment einen Träger zu haben. Das wären vier, wenn man die SLS noch hinzunimmt (ob sie und das dazugehörende bemannte Programm wirklich kommt, ist ja noch offen), dann wären es Fünf. Mein Vorschlag:

Eine zweite Alternative wäre internationale Zusammenarbeit mit Partnern mit denen man nicht solche Spannungen hat. Das wären Europa und Japan. Zwischen Europa und den USA gab es schon Vorstöße. So wollte man ursprünglich mal ein gemeinsames LOX/LH2 Oberstufentriebwerk entwickeln. Daraus wurde das Vinci und nun denkt man auch in den USA anders als vor 10 Jahren und sucht nach einem 200 kN Ersatz für das RL10 also noch könnte man das Triebwerk gemeinsam entwickeln, was auch höhere Stückzahlen und niedrigere Produktionskosten bedeutet. Es gab auch den Vorschlag RSRB und EPC in der Liberty zu kombinieren. Das Problem liegt hier eher auf der europäischen Seite, zumindest wenn es sich um ESA Projekte handelt wegen des geografischen Rückflusses bei den Entwicklungskosten. Doch das sollte lösbar sein, wenn jeder seinen Anteil selbst bezahlt und man die Produktionsaufträge entsprechend der Beteiligung verteilt. Reiner Zulieferer, wie es jetzt schon mit der Nutzlastverkleidung der Atlas v der Fall ist kann man natürlich immer bleiben. Japan entwickelt ein neues LOX/LH2 Triebwerk der 1000 kN Klasse für ihre H-III, das soll günstig werden, da gäbe es auch die Möglichkeit der Zusammenarbeit. Bisher hat ja Japan vor allem Dinge von der US-Industrie eingekauft.

Meiner Ansicht nach hat die US-Regierung es in der Hand ihre Startkosten und die Abhängigkeit von Russland/Ukraine zu senken. Sie behindert sich durch Regelungen und Gesetze aber selbst. Mir ist nicht einleuchtend warum man in den Sechzigern bei viel schlechteren Zuverlässigkeiten mit einer Rakete pro Nutzlastbereich auskam (trotz viel mehr Starts) und heute bei nahezu 100% Zuverlässigkeit zwei braucht. So einen Luxus leisten sich nur die USA.

Zur Hintergrundinformation bitte vor dem Posten auch den Links zu den Nachrichten folgen, wenn ich mir schon die Mühe mache jedes Mal Quellen einzubinden, die manche ja so dringend fordern.

11.5.2014: Faszination altes Rom und die USA

Wenn es um Geschichte gibt, so ist auffällig, das es Schwerpunkte gibt. Im letzten Jahrhundert ist es das dritte Reich, wenn es um die Antike geht, so ist es das römische Reich, vor allem aber dessen Militär und technische Entwicklungen. Nun gibt es dafür sicher gute rationale Gründe. So war es das größte westliche Reich in der Antike (China war größer, aber auch homogener hinsichtlich seine Bevölkerung), es dauerte sehr lange an, etwa 1000 Jahre.

Es geht selten um die römische Geschichte und wenn dann beschränkt sie sich meist auf das frühe Kaiserreich bis das römische Reich unter Traian seine größte Ausdehnung hatte. Man erfährt nichts davon wie das Reich so groß wurde, alleine 300 Jahre brauchte es um ganz Italien zu unterwerfen. Die Auseinandersetzungen in dieser Zeit, die Vertreibung der Könige, die Auseinandersetzung Plebejer - Patrizier etc. davon erfährt man nichts. Dafür findet man vor allem in aus dem US-Fernsehen Geschichten über das Militär und die Technik. Das verwundert nicht, gibt es doch eine Reihe von Parallelen vom alten ROM und den USA. Beide hatten die größte und professionellste Armee ihrer Zeit, hervorragend ausgerüstet, eine Berufsarmee. Beide haben Länder unter fadenscheinigen Gründen angegriffen und sahen das selbst als die Verbreitung von Kultur oder Demokratie. Beide haben ihren "Way of Life" in eroberte oder unterworfene Gebiete exportiert und beide meinen sie wären demokratisch regiert und im recht die ganze bekannte Welt zu beherrschen.

Aber es gibt wirklich einige faszinierende dinge. das eine ist das die Römer eine enorme Fertigkeit in der angewandten Technik erreicht haben. Die Römer erfanden die Kanalisation, öffentliche Toiletten, den Schnellimbiss, Fußgängerstreifen. Sie haben ihre Städte über Dutzende von Kilometern mit frischem Wasser versorgt, wofür man nicht nur enorm lange Viadukte bauen musste, sondern auch das Gefälle genau festlegen musste, sonst kam entweder kein Wasser an oder es floss auf dem Weg bis zur Stadt über. Selbst so was profanes wie Straßen wurden perfektionistisch gebaut. Anders als heute haben die nicht für ein paar Jahre gebaut. Der ganze Untergrund wurde 1 m tief ausgehoben und mit mehreren Schichten aus Lehm, Kies, grobem Sand, Steinen und Mörtel aufgefüllt. Der Straßenbelag war nur die oberste Deckschicht. Manche der Straßen werden heute noch benutzt und haben keine Schlaglöcher. Für die Bestimmung der länge wurde sogar ein Meßwagen entwickelt.

Die Römer entwickelten in ihren Thermen die Fußboden und Wandheizung, bauten die (bis heute) größte freitragende Kuppel aus Mörtel. (einem immer wieder in den Sendungen verbreiteten Gerücht nach sollen die Römer den Beton erfunden haben - das ist falsch. Da mein Vater ein Baugeschäft hatte, weiß ich was Beton ist. Er besteht aus grobem Sand und Gestein (Kies) und Mörtel. Die Römer haben etwas zwischen Mörtel (der aus feinem Sand, Wasser und gebranntem Kalk besteht) und Beton. Das von den Römern verwendete Opus caementicium enthält aber keine größeren Gesteinsteilchen, es ist etwas zwischen Mörtel und beton ). Was auffällig ist, dass die Römer sehr wenige Anstrengungen machten im künstlerischen Bereich die gleiche Vervollkommnung zu erreichen. Sie bauten auch Tempel oder Amphitheater, aber übernahmen dabei den griechischen Baustil. Auch bei den anderen Künsten war dem so. Als Lehrer für die Kinder hielten sich reiche Römer griechische Sklaven die ihnen nicht nur die Sprache sondern auch Mathematik und andere damals bekannte Wissenschaften vermittelten. Wen man an Gelehrte aus dieser Zeit denkt, fallen einem eine Menge griechische Namen ein, aber keine Römer. Die einzige Kunst die sie selbst weiterentwickelten war die Rhetorik: auch dies hatte einen offensichtlichen Grund so konnte man andere beeindrucken und beeinflussen. Nero, der sich selbst als Künstler sah ging dann auch nach Griechenland und erließ denen die Steuern (worüber sie sich freuen und anscheinend zahlen sie diese bis heute noch nicht...). Das ist etwas besonderes. Ich kann mich an keine andere antike Kultur erinnern bei der man Bauwerke perfektionierte die praktischen Nutzen hatten, anstatt Prunkbauten wie Tempel oder Statuen. Es unterschiedet auch das römische Reich von den nachfolgenden Kulturen und dem Mittelalter, als man Kirchen und Dome als Prunkbauten entwarf, aber die normalen Bürger hatten lange nicht den Komfort der Römers. Nicht mal die Häuser erreichten die Höhe wie in Rom (die Römer entwickelten auch die Mietskaserne mit den Insula, damit sich Brände nicht so schnell ausbreiten konnte (die Dächer waren bei mehrstöckigen Häusern kaum zu löschen) begrenzte man später sogar deren Höhe).

Die Römers schufen die Grundlagen unseres Rechtsystems mit Anwalt, Plädoyer und Geschworenen. Auf der anderen Seite gab es nicht nur Sklavenhaltung sondern auch so etwas wie Gladiatorenkämpfe. Menschen galten nicht viel wenn sie nicht freie römische Bürger waren. In eroberten Städte wurden die Einwohner abgeschlachtet oder versklavt. Auch hier ein enormer Gegensatz zwischen Rechtssystem für die eigenen Bürger und Abgrenzung anderer von diesem Rechtssystem d.h. diese waren ohne Rechte.

Ich denke diese Wiedersprüche die es bei den Römern gibt machen einen Großteil der Faszination aus. Nüchtern gesehen sind sie eine Kultur, die seit ihren Anfängen auf Eroberungen und Unterwerfungen aus waren, schließlich mussten die ganzen Provinzen die römische Republik finanzieren. Dabei reichte es nicht, nur die anderen Völker zu unterwerfen, sondern sie mussten auch den römischen Lebensstil annehmen - wäre dieser durch die erwähnten technischen Annehmlichkeiten nicht besser gewesen, so hätte das aber wahrscheinlich nicht geklappt). Grenzen gab es es keine, außer es setzte die Natur oder die Ressourcen welche. Ich kann mir nicht denken, dass die Römer die im warmen Italien sich wohl fühlten, so begeistert waren über den Militärdienst nahe der schottischen Grenze oder in der syrischen Wüste. Das war entweder zu kalt und nass oder zu heiß und trocken. Den Amis geht es in Irak und Afghanistan sicher nicht anders. Und wenn man den Gegner nicht bezwingen kann baut man eben Mauern quer durch England, Deutschland oder an der Grenze zu Mexiko. Auffällig ist, das (um wieder auf den Vergleich mit den USA zurückzukommen). Sowohl bei den Römern wie den USA es kein Unrechtsbewusstsein gab. Bei den Römern waren ja alle anderen nur Barbaren, das waren in ihren Augen keine echten Menschen. Noch perfider ist die Selbsttäuschung bei den Amerikanern. Die glauben tatsächlich dass sie in der Welt beliebt sind, alle ihr System übernehmen wollen und sich freuen wenn sie sich in innere Angelegenheiten anderer Staaten einmischen. Auf diese Idee kamen nicht mal die Römer. In beiden Fällen hatten übrigens die wirkliche Macht nicht gewählte Abgeordnete sondern die Angehörigen eines Geldadels. Wenn ich an Berlusconi denke, so scheint sich da in Italien bis heute nicht viel geändert zu haben. Auch beweisen die vielen in Italien sich abwechselnden Regierungen, dass die Italiener wohl bis heute noch nicht so ganz mit Wahlen zurecht kommen. Sie brauchen wohl eher einen Diktator oder Imperator. Und da ist doch Berlusconi ein schönes Exemplar. Der ist sogar für römische Verhältnisse noch richtig gut. Der ernennt z.B. nur seine Geliebten zu Ministern. Caligula, römischer Imperator dagegen sein Pferd zum Konsul. Okay, das war auch ein Grund warum er ermordet wurde, aber die Römer lieben schräge Gestalten, sei es als Kaiser oder Politiker.

So lange ist es noch nicht her, da wollte Mussolini das römische Reich wiederaufstehen lassen. Doch leider hats nicht ganz geklappt. Aber auch Mussolini war beliebt als Diktator. Wäre er nicht an der Seite Hiitlrs in den Krieg gezogen, so hätte er  sicher wie Franko den Krieg überlebt. Der Begriff des Diktators stammt übrigens auch von den Römern. Die hatten in der Republik zwei jährlich gewählte Konsul als Oberbefehlshaber der Armee. Offensichtlich misstrauten sie einer Person alleine und wollten sie auch nicht zu lange am Ruder lassen (und das obwohl in der Antike die Welt nicht so hektisch war - wenn man da ein Heer in Marsch setzte verging schon mal ein Jahr bis es beim Gegner ankam...). Eine Ausnahme waren Notsituationen, da wurde für 6 Monate ein Diktator gewählt der dann die alleinige Macht hatte und auch so was wi Notstandgesetze beschließen konnte. Das tat man z.b. als Hannibal in Italien war zweimal. Erst Cäsar wollte sich zum Diktator auf Lebenszeit wählen lassen. Das hat ihn seinen Kopf gekostet.

12.5.2014: Alles etwas mysteriös

In den letzten Tagen gab es wieder Neuigkeiten von SpaceX. Zuerst mal hat die Firma schon ihren Hot-Fire Test verschieben müssen, als es Probleme beim Auftanken gab. Es ist ja nicht die erste Verschiebung, Ich weiß, die SpaceX Fans sehen das anders, aber diese dauernden Verschiebungen, Probleme, Startabbrüche sind ein Symptom. Es tauchen eben noch Probleme kurz vor dem Start auf, die man offenbar vorher nicht erkannt hat. Ob es alle sind oder welche noch im Flug auftreten?  Ich glaube das weiß auch SpaceX nicht. Interessanterweise erfährt man davon zuerst von Orbcomm. Erst später gibt SpaceX wortgetreu den gleichen Textschnipsel von sich, der wohl kopiert ist. Mist wenn die Kunden so gesprächig sind....

Aber darum geht es nicht, sondern um den Prozess SpaceX gegen Regierung. Der wurde kurz nach dem letzten Start angestoßen. Für alle die die Nachrichten nicht verfolgen, hier kurz die Chronik der Ereignisse:

Ich beziehe mich im folgenden Artikel, in dem auch nichts so ganz klar ist was Fakt ist - zumindest haben Air Force und SpaceX sehr unterschiedliche Sichtweisen. Das fängt schon an mit den Formalien. SpaceX bezieht sich auf ein Memo in dem Frank Kendall schrieb, sobald sie die Daten von drei Starts an die Air Force übergeben haben, können sie an der Ausschreibung teilnehmen. Dagegen sagt die Air Force, dann bekommen sie die Unterlagen für die Ausschreibung. Teilnehmen können sie erst, wenn sie auch zertifiziert sind und das sei nicht der Fall gewesen: “When we signed that contract for those 36 cores, there was no entrant that was certified, SpaceX had not even launched its three rockets yet.”. Das ganze scheint längere Zeit zu dauern. So meint SpaceX ihre Falcon 9 wäre im Januar 2014 zertifiziert, die USAF rechnet nicht vor März 2015 und hat 100 Personen an dem Projekt, das den Steuerzahler 60 Millionen Dollar kostet. Das wird knapp, denn wenn die Zertifikation nicht vor April-May 2015 erfolgt entgehen SpaceX auch die Aufträge des extra für sie vergebenen Startauftrags für 14 Cores. Da beschwert sich übrigens SpaceX nicht darüber, das es hier keine anderen Mitbewerber gibt.

Soweit die Fakten einiges ist aber sehr mysteriös. So sollte man annehmen, dass bei einem Auftrag über mehrere Milliarden Dollar man sich nicht auf die Angeben in einem Memo verlässt sondern die formalen Unterlagen für die Auftragsvergabe anfordert in denen das Procedere genau beschrieben ist. denn eines können Bürokratien und die sind ja mit diesen Vorgängen betraut, hervorragend: Vorschriften und Verfahrensweisen ausarbeiten. Das Anfordern der Ausschreibungsunterlagen und die Teilnahme an der Ausschreibung sind doch schon zwei verschiedene Dinge, zumal man ja bei einer Teilnahme sicher wertere Unterlagen nachreichen muss (Kostenaufstellungen / Zeitpläne) und wenn keiner die anfragt, es keine Eingangsbestätigung oder Nachfragen gibt, muss bei SpaceX doch was klingeln warum da keine Resonanz folgt. Es scheint so, als hätten sie aber nicht mal die Ausschreibungsunterlagen, denn als die Klage eingereicht wurde, mussten sie ja beziffern, wo sie hätten mitbieten können. und da mussten sie das aufgrund öffentlicher Quellen rekonstruieren (selbst heute wäre die Falcon 9 für die schwereren Nutzlasten zu klein). Wenn ich also nicht mal die Ausschreibungsunterlagen bekomme, warum lasse ich mir dann so viel Zeit mit einem Protest? Wie will ich gegen was protestieren, dessen Regelungen und Anforderungen ich nicht mal kenne? Nach dem Artikel wurden die Daten erst am 22.3. dieses Jahres übergeben. Die Ausschreibung lief aber ab November 2012 und die letzten Abschlüsse gab es im Dezember 2013 letzten Jahres.

Es wird also immer mysteriöser. Da übergibt die Firma drei Monate nach Ende der Ausschreibung die Daten, die sie berechtigen die Ausschreibungsunterlagen anzufordern. Sie wollen Aufträge haben, nachdem die Auftragsvergabe längst abgeschlossen ist. Mit Terminen hat es die Firma nicht so, nicht nur bei Starts. Sie haben auch die 90-tägige Einspruchsfrist gegen den Auftrag versäumt, was wohl dazu führen wird, dass die klage abgewiesen wird.

Die Zeitlinie ist eines der ungeklärten Dinge. Selbst ich kann mir nicht denken, dass die Firma solche Volltrottel hat, dass sie nicht merken dass sie gar nicht an einer Ausschreibung teilnehmen und so die Fristen verpassen. Der Widerspruch löst sich vielleicht auf wenn man drei für die Zertifikation nötige Starts von drei erfolgreichen Starts trennt. Denn bis zum 22.3. startete SpaceX die Falcon 9 siebenmal nicht dreimal. Drei Starts mit ihrer Definition von "100% Mission Success" erreichten sie am 22.5.2012, also rechtzeitig vor Beginn der Ausschreibung. Da der Air Force General aber davon spricht, dass sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht mal dreimal gestartet hatten, kann er sich nur auf das Nachfolgemodell Falcon 9 "1.1" handeln. Anders als SpaceX sonst behauptet, ist das eben doch eine neue Rakete. Wenn das die Fima weiß, dann macht es gar keinen Sinn sich zu bewerben, wenn man bis Ende der Vergabe gerade mal einen Start absolviert hat und somit erklärt sich auch das SpaceX noch nicht mal die Ausschreibungsunterlagen hat. Damit macht auch das Herumreiten auf dem Memo keinen Sinn.

Das zweite ist warum man dann dagegen Protest einlegt. Das ist dann noch aussichtsloser und dann versäumt man auch noch die Einspruchsfrist. Der Protest liegt aber sehr nahe beim vierten Start de Falcon 9. Ein Zufall? Wohl eher Absicht. Wenn man davon ausgeht dass die fehlende Wiederzündung beim ersten Falcon 9 v1.1 Start verhindert, dass man diesen Start zu den drei gelungen zählen kann (für alle GTO und NAVStar Missionen essentiell notwendig) dann hat man erst  nach dem 18,4. die drei Starts zusammen, Erst dann hat man eine Chance, wenn tatsächlich dem Protest Folge geleistet wird auch die für die Zertifikation nötigen Starts zu haben (und auch dann erst wird das Memo und seine unterschiedliche Interpretation von Bedeutung).

Trotzdem so bekommt man bei so vielen Versäumnissen und einer so wenig erfolgversprechenden Lage den Eindruck das die Firma echt verzweifelt sein muss, wenn sie schon zum letzten Strohhalm greift den es gibt. Da ich seit der Diskussion um das Transatlantische Freihandelsabkommen weiß, das US-Konzerne ihre Regierung wegen entgangener potentieller Gewinne verklagen können, kann ich mir schon denken was dann als nächstes folgt. Mein Tipp für Charles Davis, der bei der USAF für die Vergabe zuständig ist: wenn so eine Firma kommt, dann würde ich mal die gesetzlich verordneten Kürzungen umsetzen und an dem Budget und Mitarbeiterstamm für die Zertifizierung sparen. Wenn dann die Zertifizierung erst nach April bis Mai 2015 erfolgt hat man die Firma etwas länger weg von der Backe. Ich würde nicht mit jemand Geschäfte machen, der mich verklagt.

13.5.2014: Die Sache mit der Strafe

Nun muss ja Hoeneß seine Strafe antreten und passend als Nachricht gibt es auch die Verschärfung der Bußen bei Selbstanzeigen, sprich man muss mehr zusätzlich zu den hinterzogenen Steuern nachzahlen. Auch die Verkehrssünderregelung hat man verschärft - es gibt insgesamt weniger Punkte, für verkehrsgefährdende Vergehen aber im Vergleich mehr als früher, dafür entfallen sie bei nicht den verkehrsgefährdenden Delikten, bei denen dafür das Bußgeld erhöht wurde.

Nun ich halte immer noch die Strafe von Hoeneß für zu gering, angesichts der Hinterziehung. Aber ob sie sinnvoll ist? Strafe hat mehrere Aspekte. Zum einen die Bestrafung des Täters, der für sein Vergehen büßen soll. Zum andern soll er aber auch nicht mehr straffällig werden, man nennt das auch Resozialisierung, weil er ja aus seinem Leben, seinem Umfeld, Beruf etc. herausgerissen wird ist das nicht so einfach. Zuletzt ist die Strafe auch gedacht als Sühne für die Opfer.

Die Frage ist nun wie sieht es bei Steuersündern aus? Ist hier eine Haftstrafe wirklich die geeignete Strafe? Nun die Strafe als Sühne für die Opfer fällt flach. es wurde der Staat betrogen, das ist eine juristische Person und keine natürliche. Die Personen die sie verüben sind in der Regel gutverdienend, das bedeutet sie sind im Geschäftsleben. Wenn sie hinter Gitter kommen, kann dies ihre Existenz gefährden, was auch nicht im Sinne des Staates sein kann, denn er will ja noch mehr steuern. Vor allem: ist eine Haftstrafe wirklich eine so harte Bestrafung eines Täters?

Was  dem Steuersünder wichtig war, war Geld, also halte ich die richtige Bestrafung nicht Gefängnis, die dem Steuerzahler 60.000 Euro pro Jahr und Häftling kostet, sondern eine saftige Geldbuße, die dann wirklich weh tut. Wenn Hoeneß zusätzlich zu dem hinterzogenen Betrag (plus daraus resultierenden Zinsen) nochmal dieselbe Summe zahlen müsste, dann würde ihm das wirklich weh tun. Das könnte man auf andere Delikte ausdehnen bei denen Personen nicht psychisch geschädigt werden sondern finanziell oder juristische Personen geschädigt werden (Versicherungsbetrug etc.).

Das endet natürlich wo es nicht nur um Geld geht, sondern auch um Gewalt wie z.B. bei Bankraub oder es auch eine starke psychische Schädigung gibt wie z.B. bei Einbruch (selbst wenn dieser in Abwesenheit erfolgt, fühlen sich die Betroffenen nicht mehr sicher und leiden darunter dass andere in ihren Dingen herumgeschnüffelt haben. Ich finde daher es auch sehr befremdlich, wenn in Krimis die Kommissare drohen sie hätten einen Hausdurchsuchungsbefehl in Nullkommanichts um eine Wohnung zu betreten, denn jeder kann sich vorstellen das man nicht unbedingt fremde Leute im Haus haben will, die alles durchwühlen.

In eine ähnliche Richtung geht ja auch der Vorschlag bei kleinen Strafen den Führerschein zu entziehen. z.b. bei Ladendiebstahl. Das kann kein Ersatz für Gefängnis sein, schlussendlich ist die Beeinträchtigung des Lebens viel kleiner als wenn man den ganzen Tag im Gefängnis sitzt, aber es ist eine Zwischenform. Bisher war die Abstufung der Strafen recht begrenzt - Geldstrafe oder eben Gefängnis. Die Sache ist natürlich die, das der Führerscheinentzug keine Strafe ist die alle gleich hart trifft. wer in einer Großstadt lebt ist weniger hart betroffen als jemand auf dem Land und es gibt ja noch Leute wie mich die haben keinen Führerschein. Aber die Idee ist ausbaubar, z.b. könnte man auch bei kleinen Delikten gemeinnützige Arbeit anordnen. Anstatt 30 Tagessätze zu zahlen sollte man 30 Tage im Altenheim arbeiten. Mangel an Betreuungspersonen gibt es und wenn dann ein halbes Jahr lang jeder Samstag im Altersheim ist, dann ist sogar der Lehreffekt höher.

Zu dem Thema gäbe es noch mehr zu sagen, so scheint es auch Verbesserungen bei der Resozialisierung zu geben. Die Quoten der Entlassenen die innerhalb von 5 Jahren erneut straffällig werden sind sehr unterschiedlich. Nach statistischen Bundesamt beträgt der niedrigste Prozentsatz 49% und der höchste 72%. (Welche Bundesländer es sind wird leider nicht verraten). das heißt in einem Bundesland schafft es nur jeder vierte, in einem anderen jeder zweite wieder ins Leben zurückzukehren ohne erneut Straftaten zu begehen. Die Quoten sind in jedem Falle viel zu gering. Es sollte das Ziel sein, dass möglichst wenige zurück ins Gefängnis müssen, zumal das meist eine Spirale in Gang setzt, denn nach der Entlassung steht man vor dem nichts und Rücklagen kann man im Gefängnis auch keine bilden.

Das ist der letzte Punkt: es wird ja im Gefängnis gearbeitet, doch verdient wird fast nichts. Muss das so sein? Ist das nicht kontraproduktiv. Wäre es nicht besser zum einen für die gefangenen zum andern auch für die kosten, wenn die Insassen etwas tun womit sie Geld verdienen können? Da geht doch auch im Gefängnis einiges. Es gibt eine Reihe von Tätigkeiten bei denen man weder viel Freiheit braucht noch Gegenstände mit denen man ausbrechen oder jemanden verwunden kann. Gerade die moderne IT-Dienstleistungsgesellschaft hat enorm viele dieser Jobs generiert wie Hotlines, Programmieren oder Webseitenerstellung. Die Abgeschottenheit kann man auch durch entsprechende Firewalls gewährleisten die nur Zugriff auf den Server gestatten der für die Arbeit benötigt wird.


Sitemap Kontakt Neues Impressum / Datenschutz Hier werben / Your advertisment here Buchshop Bücher vom Autor Top 99