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Web Log Teil 382: 14.5.2014 - 18.5.2014

14.5.2014: Ein Prozess gegen ALDI

Heute kam mein Bruder und meinte eine Frau hätte einen Prozess gegen ALDI wegen ranziger Butter gewonnen. Sie hätte Geschenke und Ersatz abgelehnt und geklagt. Das hat mich dann doch etwas erstaunt. Als Lebensmittelchemiker muss man ja auch das Lebensmittelrecht kennen und das ist Strafrecht, sprich der Staat prozessiert, nicht ein Verbraucher, das wäre Zivilrecht. Mir war auch nicht klar was die Frau haben will. Sie kann Ersatz für die Ware verlangen, wenn sie gesundheitlich geschädigt ist auch Schadensersatz, doch das dürfte bei ranziger Butter fast ausgeschlossen sein. Die ist zum einen geschmacklich auffällig und selbst wenn man sie isst, dann ist sie immer noch ungiftig. Im Prinzip ist sie nur vorverdaut und in Fettsäuren und Glycerin aufgespalten. Vor allem müsste sie dann gegen den Hersteller produzieren und nicht gegen den Händler. Den trifft nur eine Schuld wenn er die Butter über das Mindesthaltbarkeitsdatum verkauft, aber nicht wegen der Ranzigkeit, sondern weil die Lagerungsdauer dann ehrabgesetzt ist: er muss diese Ware entweder entfernen oder besonders kennzeichnen.

Heute Abend habe ich dann im Netz gesucht und auch diesen Artikel von Spiegel online gefunden und siehe da, es ist ganz anders als es mein Bruder geschildert hat (man soll eben nichts auf Hörensagen geben). Es geht nicht um die ranzige Butter. ALDI hat sie aus dem Sortiment genommen als die Verbraucherin den Hinweis gab, dann hat man noch Laboranalysen veranlasst. die Verbraucherin wollte diese Analysen einsehen und diese gab ALDI nicht frei, dagegen wurde geklagt und zwar nicht von der Verbraucherin sondern von Foodwatch, den Möchtegern-Verbraucherschutzen, einem Verein mit einem Team aus Theaterwissenschaftlern, Politologen und Medienwissenschaftler und Volkswirten. Also echten Lebensmittelprofis.

ALDI hat auch den Prozess nicht verloren, sondern die Analysen freiwillig rausgegeben. Den Prozess gibt es trotzdem den es geht Foodwatch (angeblich) um die Klärung der Frage ob Hersteller an Endverbraucher Analysenergebnisse und andere Informationen die sie haben herausgeben müssen. Geregelt ist nur was die Untersuchungsbehörden veröffentlichen müssen oder dürfen.

Das ist für mich eher ein Sturm im Wasserglas. ALDI ist seiner Sorgfaltspflicht nachgekommen, sie haben die Butter aus dem Sortiment genommen, nachdem sie die Meldung der Verbraucherin verifiziert haben. Sie haben die Kundin unterrichtet und ihr versichert dass auch nach den Analysen ihre Gesundheit nicht gefährdet sei. Die Analysenergebnisse nützen zum einen dem "normalen verbraucher2 nichts, weil die wenigsten eine Ausbildung haben um sie beurteilen zu können. Selbst wenn in Verbrauchersendungen Analysen in Auftrag gegeben werden, dann zitieren die nicht die Analysen sondern das daraus gebildete Gutachten. Darüber hinaus wäre dies ja ausdehnbar auf alle Informationen also auch Firmengeheimnisse wie Rezepturen.

Der Sinn warum Foodwatch prozessiert (ich glaube nicht das die Kundin das getan hätte, wenn sie es aus eigener Tasche bezahlen müsste) ist das so natürlich auch Verbraucherinformationen an diese Informationen kommen können und zwar nicht nur bei Beanstandungen. Das Verbraucherinformationsgesetz, nach dem Untersuchungsbehörden an Verbraucher schon die vorliegenden Informationen weitergeben müssen, wird vor allem von Verbraucherschutzverbänden genutzt, nicht von einfachen Kunden. Diese stellen nicht eine sondern viele anfragen um sich einen gezielten Marktüberblick und das vorhandene Behördenwissen zu verschaffen und binden dadurch schon personelle Ressourcen. Nützen tut es den Vereinen für Kampagnen, sonst aber niemand. Eher kann es schaden. Das hat ja neben der Aufklärung noch eine zweite Seite und die betrifft die unternehmen. Die können geschädigt werden. Das muss nicht eine Falschmeldung sein, wie bei Birkel, die schließlich zu einem solchen Umsatzeinbruch führten, dass das Unternehmen von Danone aufgekauft wurde bevor es in die Insolvenz ging. Alleine das es ein Vorkommnis gab reicht meistens ja schon für einen Skandal der von Verbänden hochgeputscht wird, egal ob man rechtzeitig die Ware aus den Regalen geräumt hat bevor jemand betroffen ist oder nicht. Behörden sollen warnen und das tun sie auch. Sie sollen auch bekannt geben wenn sich Vorkommnisse bei einem Unternehmen häufen. Aber angesichts der Dummheit der Leute, die bei jeder Kleinigkeit meinen sie wären gerade noch dem Tod von der Schippe gesprungen jedes Vorkommnis zu veröffentlichen und jede Analyse weiterzugeben bedeutet meiner Ansicht nach eine Abschaffung aller Geschäfts- und Behördengeheimnisse. Als ich in einer Untersuchungsanstalt arbeitete musste ich ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen, wurde über die Bedeutung der Geheimnisse der Arbeit unterrichtet und musste eine entsprechende Belehrung unterschreiben. Das zeigt wie die Behörden mit ihren Untersuchungsergebnissen umgehen. Das kann man sich dann ja auch alles sparen und am besten dann alles gleich im Internet veröffentlichen...

15.5.2014: Bitte das Glas nicht ganz so voll...

Heute will ich mich wieder einem theoretischen Thema widmen, einer weiteren Methode eine Rakete der Nutzlast anzupassen. Das Problem ist bekannt: Nutzlasten sind unterschiedlich groß und wenn sie nur einen Teil der möglichen Maximalnutzlast der Rakete benötigt wird der Start unnötig teuer. Bei Arianespace ist das ein Problem, da es zunehmend schwieriger wird mit der Ariane 5 Doppelstarts durchzuführen. Für die US-Regierung ist es ein Problem, weil im Arsenal einige Lücken klaffen, so gibt es keinen Träger zwischen 1,7 und 5,5 t LEO Nutzlast.

Nun gibt es einige Möglichkeiten eine Rakete diesen Anforderungen anzupassen. Das bekannteste ist es Booster anzumontieren. Es gibt zahlreiche Beispiele dafür: Die Delta, die Atlas II Serie, Ariane 4. Eine zweite, heute unübliche Möglichkeit ist es die Oberstufe auszutauschen. Meist ist es so, dass man hier nicht viel Geld sparen kann. Doch in der Vergangenheit war dies sehr populär, z.B. Die Atlas mit verschiedenen festen Oberstufen, Agena und Centaur.

Eine dritte Möglichkeit will ich heute vorstellen und untersuchen. Sie wurde nur einmal eingesetzt und zwar bei der Ariane 4, doch auch hier nicht in Reinform. In abgewandelter Form gibt es das Konzept auch bei der Atlas III und V. Bevor sie weiterlesen, überlegen sie mal was es sein könnte ...

Ich spreche vom Propellant off-loading und dem gleichzeitigen Weglassen von Triebwerken. Das Prinzip ist relativ einfach: wenn ich eine Rakete mit sehr vielen Triebwerken habe und ich benötige nicht die ganze Nutzlast, dann kann ich einige Triebwerke ausbauen und dafür den Treibstoffvorrat reduzieren. Das geht natürlich nur, wenn es genügend Triebwerke gibt, bei einem oder zwei Triebwerken geht es kaum. Zudem muss auch die Geometrie stimmen. Bei drei Triebwerken in einer Reihe kann man leicht eines oder zwei weglassen, bei 5, angeordnet in Würfelform eines, zwei, drei, vier.  Bei vieren ist es dagegen so, dass der Schub dann nicht mehr Punktsymmetrisch zum Schwerpunkt verlläuft.

Der Vorteil: Die Triebwerke sind das teuerste an der Rakete. Die Einsparung ist daher signifikant. Denkbar ist auch der Einsatz bei einer Oberstufe, doch haben die meist nur ein Triebwerk und hier würde das Weglassen von Treibstoff die Nutzlast stärker absinken lassen als bei der ersten Stufe. Denn mit weniger Triebwerken muss die Rakete leichter werden.

Bisher gab es nur zwei Umsetzungen, beide nicht in Reinform. Bei der Ariane 4 hat man die Erststufe gegenüber der Ariane 1-3 um 50% verlängert. Ohne Booster kann dann die Rakete gar nicht mehr abheben. Bei den Versionen mut keinen Boostern oder nur zwei musste man daher Treibstoff weglassen. Bei einer Ariane 40 war sie daher nur mit 165 anstatt 226 t Treibstoff betankt. Bei der Atlas V gibt es die Single Engine und Double engine Centaur. Hier ist aber die Single engine Standard und die Double engine braucht man nur bei sehr schweren Nutzlasten die ind en LEO gehen, da die bei der größten Atlas Version fast so viel wie die Stufe selbst wiegen können. Einen Einsatz der DEC-Version gab es noch nicht, das könnte sich mit den Crewtransporten ändern.

Heute am einfachsten einzusetzen wäre es bei der Falcon 9, die ich als Basis für eine Simulation nehmen werde. Das ganze muss spekulativ sein, aber es geht nur um ein Beispiel. Als Basis nehme ich die von mir geschätzten Werte der Rakete. Dazu kommen folgende annahmen:

Triebwerke Nutzlast
9 13.230 kg
8 11.350 kg
7 9.440 kg
6 7.510 kg
5 5.550 kg
4 3.590 kg

Wie man sieht fällt die Nutzlast um 1,9 bis 2 t pro weggelassenem Triebwerk. Mit vier Triebwerken in der ersten Stufe und einem in der zweiten hätte diese "Falcon 4" die Hälfte der Triebwerke der Falcon 9, aber nur ein Viertel der Nutzlast. Trotzdem lohnt es sich, wenn man die Nutzlastkapazität nicht braucht. So wird der nächste Start 6 Orbcomm Satelliten zu je 170 kg Masse in einen 750 km hohen 47 Grad geneigten Orbit entlassen - die Nutzlast der Falcon 9 in diesen Orbit müsste um die 10 t betragen, doch die Satelliten wiegen gerade mal etwas mehr als eine Tonne.

Eine Kostenabschätzung ist schwierig. Nach SpaceX Angaben kostet die erste Stufe 70% des Starts. Die Triebwerke dürften das teuerste daran sein. Nimmt man eine Verteilung von 1/3 für Strukturen und 2/3 für Triebwerke an, so würde jedes weggelassene Triebwerk den Start um 5,2% verbilligen. Rechnet man noch die Kosten für den weggelassenen Treibstoff (1 Dollar pro Kilogramm) oben drauf, denn man weglassen kann so sind es 6%. Wie bei auch der Verwendung von Boostern: die größte Version ist die kostengünstigste pro Kilogramm, trotzdem würde die 4-Triebwerke Version für den Orbcomm Start ausreichen (geht man unter vier Triebwerke so wiegt die erste Stufe weniger als die zweite und die Brennzeit wird arg kurz) rund 30% der Startkosten einsparen.

Man könnte noch weiter gehen, und dann auch die Tanks verkürzen, sinnvoll wenn sie aus Segmenten bestehen, dann kommt man zu dem modularen Raketenkonzept, dass ich mal skizziert habe. Dann wäre auch die Nutzlasteinbuße nicht so hoch. Würde die Falcon 9 zwei Triebwerke in der Oberstufe einsetzen so wäre auch daran zu denken hier Treibstoff wegzulassen und dafür eines Triebwerke. Da die Oberstufe für die Nutzlast entscheidend ist, sinkt dann die Nutzlast eher noch stärker ab.

Die Ideale Rakete für dieses Vorhaben wäre übrigens die Saturn I gewesen: sie hatte acht Triebwerke in der ersten und sechs in der zweiten Stufe.

17.5.2014: Die Sache mit der ISS

Gestern kam auf 3DAT ein Beitrag über den Nutzen der ISS und ihre Kosten. Ich war gespannt auf den Beitrag weil ich schon im Vorfeld mit dem Produzenten telefoniert hatte. Er hätte es gerne gehabt, wenn ich auch vor die Kamera trete, aber das habe ich wie bisher bei allen Anfragen abgelehnt. So hatte er nur einen "Gegner" der ISS und viele Befürworter die von ihren Experimenten sprachen. Doch auch so wurde klar, dass man zwar an Bord der ISS formen kann, man dort aber in der Regel nicht den wissenschaftlichen Durchbruch in einem Gebiet erwartet. Zudem berichten auch sie von der Bürokratie, den langen Vorlaufzeiten und das man nicht so viuel machen könnte wie man wöllte. Das erste liegt an der Tatsache das es bemannt ist, was alles erheblich komplexer macht und noch mehr Wege bedeutet, schließlich sind 24 Nationen und mehrere Kontrollzentren an der ISS beteiligt. Das letzte liegt daran, dass die Besatzung weitgehend mit sich selbst und der ISS beschäftigt ist. In einem Audit des GAO kommt dieses zum Schluss, dass die Besatzung 35 Stunden pro Woche an Experimenten arbeitet - alle 6 Besatzungsmitglieder zusammen. So kann nach diesem Bericht auch ein siebter Astronaut die Crewzeit um 91% erhöhen (anders ausgedrückt: bei 5 Personen wird dann gar nicht mehr geforscht).

De Fakto gibt es genügend Forschungsmöglichkeiten auf der ISS, es gibt so viele Racks, dass nicht mal alle belegt sind. Die Zahl der Experiment seit dem Beginn hat die Tausendergrenze überschritten. Das klingt nach viel ist es aber nicht. Wichtig in der Wissenschaft ist, was an Ergebnissen raus kommt. Etwas unfair wird das immer in Publikationen gezählt und da sind es rund 6500 über die Betriebszeit von nun 15 Jahren gezählt.  Vergleicht man dieses mit unbemannten Sonden so sieht es anders aus. Eine Raumsonde ist auch für einige Tausend Publikationen gut, das HST generierte bisher über 12000 Publikationen. Bedeutend ist auch, das fast keine dieser Publikationen in den großen Journalen erscheint. Sei es international bekannte sie Science oder Nature oder deutschsprachige bzw. andere landessprachige. Ähnlich wie bei Zeitungen gibt es auch in der Wissenschaft Ränge. Ein Artikel in Nature ist vergleichbar einem im Spiegel - und im täglichen Leben zählt ein Journalist mehr der im Spiegel schreibt als einer der im Lüneberger Käseblättle.

Man muss natürlich gleiches mit gleichem vergleichen. Also die ISS mit anderen Raumfahrt Projekten. Raumfahrt ist teurer als die meisten Forschungsvorhaben am Boden, das liegt in der Natur der Sache. Alles muss 100% funktionieren, kann nicht repariert werden, dazu muss es leicht sein und mit einer teuren Rakete gestartet werden.

Inzwischen ist ja Bewegung darin gekommen. In Europa will Frankreich sich nicht mehr an der ISS ab 2020 beteiligen. Das Geld bräuchte man für die Ariane 6. Italien hat noch nichts gesagt, dürfte aber ähnlich denken. Damit wäre Deutschland praktisch alleine und müsste den Großteil des ESA Budgets aufbringen. Ob man so viel Geld aufbringen will? Alleine der deutsche ISS Beitrag ist ja schon so groß wie die gesamte Ariane 6 Entwicklung kosten sollte.

Russland kündigte auch ein Ende ab der letzten beschlossenen Verlängerung 2020 an. Das wird nun als Drohgebärde Russlands im Ukraine Streit gedeutet und das kann es auch sein. Auf der anderen Seite spricht vieles dafür, dass es auch ernst gemeint sein könnte. Russland ist derzeit notwendig für den Besatzungstransport. Das ist auch einträglich. Ein Sitzplatz hat seinen Preis in acht Jahren rund verdreifacht. Wenn die neuen Systeme die im CCDev Programm entwickelt werden eingesetzt werden können sie jeweils 7 Personen transportieren, ersetzen also zwei Sojus Kapseln. Bisher musste die NASA die Touristentransporte tolerieren, bzw. nach der Fertigstellung waren sie nicht mehr möglich weil man alle Sitzplätze brauchte. Das dürfte sich ändern, wenn man einen eigenen Transporter hat. Auf der anderen Seite hat Russland seit langem Pläne für ein bemanntes Programm. Wenn es kommt, dann wird man sicher nicht noch die ISS mitfinanzieren können, ähnlich wie man nicht Mir und ISS gleichzeitig betreiben konnte.

Für die ISS, in der der PR Einsatz wichtig ist, wäre dies für die US-Regierung die Gelegenheit sich auf diesen Konzentrieren. Dazu gehört die dort auch betriebene Einbindung in die Schulen, "Experimente" der Schüler könnten durchgeführt werden. mehr Schaltungen mit Fragestunden könnten durchgeführt werden, einfache physikalische Effekte kann man aufzeigen.

Dazu gehört der "Public outreach", vor allem mit Aufnahmen und Videos wofür man relativ einfach (was man auch schon macht) Kameras an der Station installieren kann und deren Daten life streamen kann. Dazu gehört dann auch, dass man wieder Touristen zur ISS bringt -. aber Touristen die der NASA nützen wie Politiker, Top-Journalisten, Filmstars. Hauptsache gute Publicity. Ähnliches hat man ja schon in den Achtzigern mit dem Space Shuttle probiert. Doch der war zu unsicher. Wenn man dann ein eigenes, sicheres Vehikel hat in dem sieben Personen transportiert werden, dann kann man sich den einen oder anderen Gast leisten, denn sieben sind sicher nicht für die Steuerung notwendig, sondern vielleicht einer oder zwei. (inzwischen plant ja auch die NASA weitgehend automatische Kopplungen und Abläufe anstatt alles von Hand zu machen).

Der Nutzen der ISS könnte so viel größer sein als als Experimentalstation. Sie kann so viele Menschen für Technik, speziell Raumfahrt interessieren und faszinieren. Damit kann man die 100 Milliarden Dollar sicher nicht rechtfertigen, aber es ist sicher sinnvoller als das derzeitige Label "Forschung an Bord der ISS".

17.5.2014: Der neueste Vorschlag der Atommafia

Nachdem sich irgendwie die Begeisterung über die geschenkten Atomkraftwerke in Grenzen hielt haben E-On, RWE und EnBW nachgelegt und einen neuen Vorschlag der Bundesregierung unterbreitet. Er soll der Bundesregierung die Entscheidung vereinfachen. Dies geschieht indem aus der produzierte Atommüll aus der Übernahmemasse entfernt wird. Das verwunderte nun Merkel wie auch das gesamte Kabinett, ist doch die Entsorgung in Deutschland noch nicht geklärt. Sollten die Konzerne den Atommüll ins Ausland schaffen wollen, z.b. nach Russland wo schon enorme Mengen an offenem Himmel lagern?

Nein, in den vergangenen Jahren hat eine von den drei Konzernen beauftragte Expertengruppe nach wegen gesucht den Atommüll zu entschärfen und kam zu einer Lösung bei der die Radionukleide sogar noch nützlich sind: Zur Beleuchtung!.

Seit langem ist bekannt das Natriumdiuranat fluoresziert. Anders als viele organische Fluoreszenzfarbstoffe allerdings dauernd, auch wenn es nicht Licht ausgesetzt wurde. Die radioaktive Strahlung liefert die Energie dafür. Damit gibt es eine nützliche Anwendung für den Atommüll. Allerdings strahlt er zu stark durch zahlreiche kurzlebige Abbauprodukte und der Großteil der abgegebenen Strahlung hat nicht die richtige Energie um Natriumdiuranat oder andere Fluoreszenzminerale wie Kalkspat zum Leuchten zu bringen.

Jahrzehnte der Forschung in den Entwicklungslabors führten zu einer Mischung die aus drei Pigmenten besteht: Calciumfluorid, einem natürlichen Fluoreszenzmineral und Zirkoniumdioxid und Titandioxid, beides optische Aufheller, die UV-Strahlung absorbieren und als sichtbares Licht abgeben. Sie war als Leuchtmittel vorgesehen das länger nachleuchtet weil es auch die UV-Strahlung in sichtbares Licht umwandelt. Das brachte die Forscher auf die Idee ob man die Mischung nicht auch mit radioaktiver Strahlung zum Leuchten bringen kann. Es zeigte sich, dass es prinzipiell geht, doch die Energie der Alphastrahlen und Betastrahlen war zu hoch. Experimente zeigten, das bestimmte Elemente wie die Moderatoren in Kernkraftwerken die Teilchen aufnahmen und mit niedriger Energie abstrahlten und sich dabei erwärmten.

Herauskam eine Mischung die nach Ansicht der Atomkonzerne dem Straßenbelag zugemischt werden soll. Sie besteht pro Quadratmeter aus 0,3 g Atommüll und 100 g Mineralien, davon 4 g Zirkoniumoxid und Titandioxid, der Rest sind Vanadium, Chrom, Molybdän, Kobaltsalze sowie Silikate und Aluminosilikate. Die Mischung soll in neu aufgebrachten Straßenbelag eingebracht werden. Die 30 Milliarden Rückstellungen würden zu Sanierung von rund 200 Millionen m² Straßen ausreichen. Bei Tag sehen die sol belegten Straßen  normal aus, doch bei Nacht sieht man den Effekt: sie leuchten: mit etwa 500 bis 1000 Lumen/m². Das ist nicht ganz so hell wie wie im Winter an einem stark bewölkten Tag, deutlich heller als die Straßenbeleuchtung. Sie werden im Winter auch nie von Schnee bedeckt sein, außer die Außentemperatur sinkt unter -18°C, denn der Großteil der Zerfallsenergie wird durch die zahllosen Zusammenstöße mit den Moderatoren in Wärme umgewandelt. Dafür ist die Strahlenbelastung gering. Schon in 20 cm Abstand von der Fahrbahn wird der Grenzwert für eine lebenslange Belastung erreicht, in höherem Anstand unterschritten. Da man sich nicht auf die Fahrbahn legt, soll sie daher völlig ungefährlich sein.

Nach Ansicht der Atomlobby gäbe es auch weitere Einsatzmöglichkeiten. So kann man Flächen, die mit einem Anstrich versehen sind, nutzen um Wasser zu entkeimen, z.b. in öffentlichen Schwimmbädern. Es reicht die Abzugsschächte damit zu bestreichen, wobei man für die Desinfektion eine dickere Schicht als beim Straßenbau benötigt. Auch Lebensmittel würden in Regalen und Räumen die damit bestrichen sind langsamer verderben oder gar nicht verderben. Das kann man für Vorratslager einsetzen. Dafür gäbe es Interessenten in der ganzen Welt, allerdings ist die Menge an Atomaren Rohstoff die man dafür braucht recht klein, verglichen mit den rund 300 t die man im Straßenbelag unterbringen kann. Aus Sicherheitsgründen ist nicht geplant Häuer damit zu bestreichen, obwohl man so die komplette Straßenbeleuchtung in Städten einsparen könnte. Vielmehr denkt man daran, mit den Rückstellungen alle Straßen innerhalb Deutschlands zu sanieren, was auf rund 20-24 Milliarden Euro geschätzt wird. Mit dem Restgeld könnte man dann neue Straßen mit dem Belag versehen.

Was bleibt ist noch der Abbau und Rückbau der Atomkraftwerke. Diese kann man leider nicht zur Beleuchtung verwenden, weil sie zu wenig intensiv strahlen. Man müsste dazu mehrere Kilogramm pro Quadratmeter dem Straßenbelag untermischen, was seine Qualität stark verschlechtert, wie wenn man gemahlenes Gestein in den Asphalt einbringt. Sofern die Bundesregierung aber neue Straßen aus Beton fertigt kann man auch dieses Material verwenden. So wären selbst die Atomkraftwerke noch zu etwas nutze. Eine Gefahr für die Umwelt sieht man nicht: Der Atommüll ist wie bei der Endlagerung in Glas eingegossen und so wasserunlöslich. Die Menge sei auch zu gering, um ihn wirtschaftlich aus dem Asphalt/Beton oder der Streichfarbe zurückzugewinnen, da sei es einfacher Uranerz aufzuarbeiten, so ein ein Sprecher in einer ersten Stellungnahme. Er wehrt sich auch dagegen, dass man nur eine billige Entsorgung suche. Man hätte einen mehrstelligen Millionenbetrag in die Forschung investiert. Billig sei es dagegen den Atommüll großflächig zu versprühen. Dieser Vorschlag wäre auch diskutiert worden, schließlich habe jeder vom Atomstrom profitiert. Die zusätzliche Strahlenbelastung hätte dabei nur 1-2% der natürlichen betragen und wäre weit geringer als die durch Nahrung oder medizinische Untersuchungen aufgenommene Dosis. Da man aber negative Reaktionen befürchtet hätte man ihn verworfen.

E-On will vorpreschen und ab dem 1. Juni einen neuen Werbespot im Still der alten vorstellen, wo ein "Bürger" fragt was aus den Atomkraftwerken wird ... "E-on habt ihr dafür auch eine Lösung". Die antwort "Na klar Herr Busch, wir arbeiten jetzt schon daran aus Atommüll neue Rohstoffe zu erzeugen. In wenigen Jahren werden die Straßen nuklear beleuchtet sein, sicherer und nie mehr vereist.".

18.5.3014: Weltraum-Tourismus for the Masses

Mit dem Weltraumtourismus ist das so eine Sache. Da gibt es zum einen seit Jahrzehnten Pläne von Hotels in der Umlaufbahn, zur Zeit der Mondlandung war man so optimistisch, das Reisebüros sogar Reservierungen für Mondreisen annahmen. Praktisch ist es aber so, dass die derzeit einzigen Möglichkeiten entweder ein suborbitaler Hopser von einer Viertelstunde Dauer mit SpaceShip Two oder ein Flug an Bord einer Sojus sind. Das erste dauert nur kurz, ist mit 200.000 Dollar aber nicht bezahlbar, wenn auch nicht für Jedermann. Die letzten Touristen mussten dagegen 25 Millionen für einen Trip auf der Sojus aufbringen, intensives Training auf sich nehmen. Das ist nur was für Superreiche. Bedenkt man wie viel mehr die NASA in den letzten Jahren für einen Sitz zahlen musste, so wird es wahrscheinlich noch erheblich teurer. Sarah Brightman zahlte 2012 rund 50 Millionen Dollar.

Was fehlt ist die finanzielle Mitte dazwischen und auch in der Dauer dazwischen. Diesen Markt will nun SpaceTravel angehen, die letztes Jahr gegründete Firma hat am Donnerstag angekündigt schon 2017 den ersten Orbitalstart durchzuführen. Das besondere ist das sowohl Ticketpreis wie auch Dauer zwischen den Extremen liegen. Das Konzept setzt auf geringes Risiko, indem man schon vorhandenes nimmt.

Die Firma hat von Kasachstan das Flugmodell OK 1.02 der Buran erworben. Dieses ist zu 95-97% fertiggestellt worden. Sie hat eine Anzahlung geleistet und wird es 2015, wenn die Hälfte des Verkaufspreises von 20 Millionen Dollar geleistet wurde, in die USA transportieren. Dort wird das Innere des Orbiters umgebaut. Die Inneneinrichtungen im Middeck weichen zwei Toiletten und einer Kombüse, der Nutzlastraum wird mit einer Druckkabine gefüllt und nicht mehr geöffnet. In diese Kabine werden Sitzplätze in zwei Decks eingebaut wie man es auch vom Flugzeug kennt. Die Mitte bleibt frei. Geplant sind 23 Reihen im Abstand von 80 cm mit je vier Sitzplätzen pro Reihe und Deck. Das sind zusammen 184 Sitzplätze. Im Rumpf wird es Fenster geben und tatsächlich will die Firma Personen wie im Flugzeug transportieren - ohne Weltraumanzug, mit Sitzplatz und Gurten. Im Orbit angekommen werden die Sitze umgeklappt und am Boden fixiert und die Fluggäste können die Schwerelosigkeit und den Ausblick durch das Fenster genießen. In derer Mitte gibt es dazu am meisten Platz rund 2 m breite, 18 m Länge und 4,60 m Höhe. Aber sie können auch über die Decks schweben, zum Fenster raussehen oder anderes tun. Wie im Flugzeug ist der Platz aber begrenzt. Es gibt etwa 1,5 m³ Raum pro Person.

Im Cockpit istd er Platz für die beiden Piloten und die beiden Stewardessen. Die letztere haben als Hauptaufgabe in der Kombüse die fertigen Essen aufzuwärmen. Sehr lange dauert der Aufenthalt nicht, denn die Ressourcen sind begrenzt und der Platz auch. Geplant ist derzeit nur ein Trip über einen Tag. Die Buran wird von Vandenberg aus starten und einen Tag und eine Erdrotation später in der Edwards Air Force Base landen. Diese hat die längste Landepiste der Welt und war auch schon Space Shuttle Landeplatz. Von dort aus sind die Wege kurz zum neuen Startplatz.

Doch wie soll die Fähre in den Orbit? SpaceTravel hat sich an die einzige Firma gewandt, die in der kurzen Zeit die dazu nötige Trägerrakete entwickeln kann: SpaceX. SpaceX wird bis 2017 eine Falcon Superheavy bauen, die im Prinzip das Konzept der Falcon Heavy verwendet, nur nicht mit drei Boostern, sondern sieben. Sechs Booster, in einem Ring um die Zentralstufe angeordnet, bilden die erste Stufe, die Zentralstufe die zweite, eine Oberstufe gibt es nicht. Bedingt durch die Engine-Out Capability wird die Falcon Super Heavy noch sicherer als die Falcon Heavy sein - es dürfen in der ersten Stufe bis zu vier Triebwerke direkt nach dem Start ausfallen, später sogar noch mehr und auch die zweite Stufe hat nun eine Engine-Out capability. SpaceX wird nur die Startkosten berechnen, da man sich mit der Falcon Superheavy auch bei der NASA bewirbt und sie als SLS Alternative anbietet.

Die Falcon SuperHeavy hat mit einer Nutzlast von 127 t genügend Power um die Buran zu starten. Um den Startpreis zu drücken, werden nur schon geborgene Stufen eingesetzt. Elon Musk meinte dazu "This is a typical Win-win-Situation. We will get with the next Launches more and more of refurbished Stages and can use them and we can so demonstrate that they are as reliable as the new ones, and SpaceTravel gets a Trip for less than half the Price of a new Vehicle". Konkret soll der Start nur 100 Millionen Dollar kosten und die erste Stufe mit sechs Boostern wird erneut verwendet solange es geht, mindestens zwei Einsätze sind geplant. Als Verlust gibt es nur die Oberstufe die auf der Zentralstufe sitzt.

Ein Flugticket kostet 1 Million Dollar, gestartet wird nur wenn mindesten 150 Sitzplätze verkauft sind, anfangs ist ein Flug pro Jahr geplant, der in den Sommermonaten wenn die meisten Ferien haben stattfindet. Denn anders als bei den Sojus Starts gibt es keine langjährige Ausbildung. Einen Tag vor dem Start gibt es eine theoretische Einführung sowie Übungen z.B. zur Benutzung der Toilette. Die ärztliche Untersuchung muss jeder Teilnehmer selbst vorher absolvieren und das Attest vorlegen. Einen Tag nach der Landung ist dann auch schon der Abreisetermin, sodass das ganze Abenteuer nur 4 Tage dauert.  Jede Person darf mit Gepäck 100 kg wiegen, jedes Kilogramm mehr kostet 10.000 Dollar extra, da dann Sitzplätze nicht genutzt werden können.

Die eintägigen Flüge sollen nur der Anfang sein. Sobald Bigelow seine Weltraumstation im Orbit hat sind auch besuche dieser geplant. Voraussetzung ist dass sich genügend Kunden für zwei Flüge innerhalb einiger Monate finden. Dann werden einige Passagiere beim ersten Flug in die Station wechseln und beim nächsten Flug abgeholt werden. Der Flugpreis seitens SpaceTravel ist dann doppelt so hoch, weil beim Rückflug kein Sitzplatz vergeben werden kann. Dazu kommen noch die Kosten für Bigelow, da die Personen Ressourcen wie Gase, essen und Wasser verbrauchen. Trotzdem wird ein Flug billiger als auf einer Sojus sein verspricht SpaceTravel.

Sollte das ganze klappen, dann könnte man wirklich von privater bemannter Raumfahrt sprechen und auch Bigelow endlich sein Geschäftskonzept umsetzen. Bigelow selbst kündigte an, dass die Falcon Super Heavy auch genutzt werden könnte eine noch größere Raumstation zu starten, welche nicht nur einige sondern Dutzende Astronauten aufnehmen könnte. doch will die Firma nachdem bisher es bisher her wenig Nachfrage gab mit deren Bau warten, bis die ersten Touristen die BA-.330 besuchen. Danach wird die BA-2100 mit 2100 m³ Innenvolumen kommen, die wahrscheinlich mit einer Falcon heavy gestartet wird.


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