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Web Log Teil 393: 29.7.2014 - 5.8.2014

29.7.2014: Die Juli Neuigkeiten von SpaceX

Damit ihr auf dem laufenden Stand bei der Expansionsfirma SpaceX seit (Expansion: in deutsch "Aufblähen") heute was es an Neuigkeiten in diesem Monat von SpaceX gibt.

Da gibt es ja den Prozess SpaceX vs Air Force. Man erinnere sich: Im April prozessierte SpaceX gegen den Abschluss eines Block-Buys bei ULA, bei dem die Abgabefrist im September 2012 ablief und der Auftrag im Dezember 2013 vergeben wurde. Da hat nun die Richterin den beiden Parteien eine Mediation vorgeschlagen. Viele halten das schon für einen Teilsieg von SpaceX so nach dem Motto: wir bekommen einige Starts zugesprochen und ziehen die Klage zurück, denn Mediation bedeutet ja Ausgleich. Mehr wird vielleicht SpaceX gar nicht haben, denn weil der Kontrakt schon Ende 2012 abgeschlossen wurde dürften die ersten Raketen aus diesem Auftrag schon Ende dieses Jahres, Anfang nächstes Jahr starten. Da hat SpaceX erst mal selbst ein volles Launchmanifest abzuarbeiten, könnte also gar nicht die Aufträge durchführen und würde so wahrscheinlich auch in der zweiten Runde verlieren.

Es gab wieder vom Flug keine Aufnahme der Stufe, sie soll wohl ganz schnell abgesoffen sein, dafür in alter russischer Tradition, ein verwaschenes Video. Das nächste Mal das man eine Wasserung versucht wird beim nächsten CRS-Flug sein, derzeit für Mitte September geplant ist. Das übernächste Mal soll dann endlich an Land oder einer "floating Plattform" erfolgen. Die Stufe soll dann auch ohne größere "refurbishments" wiederverwendbar sein. Dann wird es erst interessant, denn das eine Stufe intakt bis zur Meeresoberfläche herunterkommt demonstrieren eigentlich alle LSP. Auch dort gehen sie erst kaputt wenn sie an der Wasseroberfläche ankommen.

Dann hat Elon Musk nach dem Hypertransport eine neue Idee: Nicht nur die Raketen Industrie macht alles, falsch auch die Luftfahrtindustrie: "Aircraft should be vertical takeoff and landing. Kind of like a Harrier,". Bestimmt gründet er bald AirX, oder noch besser, SkyX um auch die Luftfahrtindustrie aufzurütteln. Wird die nicht auch von zwei Monopolisten dominiert, die künstlich jede Innovation bei den Flugzeugen verhindern?

Doch Neues gibt es auch zum Thema Raumfahrt. Den nächsten Schritt hat Musk schon fest im Visier. Bei einer Podiumsdiskussion angesprochen wie er denn seine ehrgeizigen Marspläne finanzieren will. Da kamen interessante Äußerungen. "Only with the Launchbusiness you can't finanze that. But this is only the first step". Dem sollen weitere Folgen, denn am probabelsten wäre es die Inhalte anzubieten: "Launch servies are a business with revenues of some million, operating the satellites is a business with values of billions and distributing the content is a multi billion business". Derzeit scheint die Firma aber zu viele Beschäftigte haben (wohl eine Folge der wenigen Starts und hat gerade 150 Stellen abgebaut.

SpaceX wird wenn die Falcon Heavy entwickelt ist, seine Ressourcen darauf konzentrieren, Kommunikationssatelliten zu entwickeln. Ein Satellit würde dreimal so viel kosten wie der Start also auch dreimal so viel Gewinn abwerfen und beim Betrieb generiert man weitere 60% Gewinn. (Wahrscheinlich bezieht sich Musk auf diesen Artikel, wonach ein Transponder letztes Jahr (allerdings mit hohen regionalen Schwankungen) 1,6 Millionen Dollar generiert, die Betriebskosten lägen bei unter einer Million Dollar pro Transponder. Doch selbst das wären Peanuts, mit den Umsätzen die man beim Endkunden generiert. Dort präsent zu sein wäre das Endziel für SpaceX, um die Mittel zu generieren die man für die Marsexpedition braucht.

Neben der Qualifikation die man sich beim Bau der Dragon erworben habe würden auch die billigen Starts SpaceX zu einem ernsthaften Konkurrenten machen, denn die wären umsonst. "A falcon heavy will deliver more than 21 tons in the orbit. This is enough for three to vour satellit. However, we calculate only two payd payload per launch. So we can launch our own Satellite for free". So verwundert es nicht dass SpaceX billiger sein wird, Transponder billiger anbieten könnte und so auch Endkundenservices wie Satellitenfernsehen oder Internetaccess über Satellit.

Das wird einige Hersteller aufschrecken, sind die Konzerne die Raketen bauen meist auch die Hersteller von vielen Satelliten. Die Zahl der unabhängigen Anbieter ist in den letzten Jahren deutlich geschrumpft. Hughes Space Communications als weltgrößter Bauer von Satelliten wurde z.B. von Boeing übernommen. Dann brechen dort auch die Umsätze weg. Ich sehe schon die Franzosen nach einem neuen Projekt für die Raumfahrtindustrie rufen, so macht man es ja gerade mit der Ariane 6 wo auch die SpaceX Angst geschürt wird. Das sieht man auch aus einer anderen Nachricht:

Nach LeGall müsste man in Europa Linoleum abbauen um SpaceX zu begegnen. Mit Linoleum sind die Produktionshallen ausgekleidet. Die müssten von 20 auf 2-3 reduziert werden. Nicht reduzieren müssten dann die Entwicklungsabteilungen und die Vermarktung, denn die haben Parkett und Teppich als Bodenbelag. Sehr komische Vorstellung wenn man mehr Leute zum entwickeln und verkaufen als zum Herstellen braucht, aber nicht verwunderlich bei jemand der bis vor einem Jahr bei Arianespace arbeitete (Vermarkung) und nun Chef der CNES ist (Entwicklung). Wie könnte man auf die Idee kommen, da könnte man auch kürzen .....

30.7.2014: Neues von der Bücherfront

Nachdem ich von BOD erfahren habe wie sie es bei Neuauflagen bei auslaufenden Verträgen handhaben, also ab wann die neuen für Autoren wesentlich günstigeren Konditionen gelten, habe ich mich entschlossen bei innigen Büchern neue Auflagen herauszubringen. Der Grund liegt einfach darin, dass eine 50% Marge bei ebooks nur bei Neuauflagen geht. Das bringt aber nicht nur mir was, sondern auch dem Käufer, weil das Buch dann nur knapp etwas mehr als die Hälfte der Printausgabe kostet (nicht ganz die Hälfte weil 19% MWST noch drauf kommen).

Gerade gab ich eine neue Auflage von Ariane 1-4 in Auftrag - ergänzt um das Kapitel über die Ariane 4 XXL und ein Abkürzungsverzeichnis. Es wird eine Neuauflage von Gemini folgen mit mehr Daten über den Gemini Bordcomputer und MOL, sowie etwas mehr zu den Trägerraketen. Bei dem Buch über die Diamant und Black Arrow nutze ich die Gelegenheit dort noch die OTRAG reinzupacken, ist ja auch eine "nationale" Trägerrakete.

E-Books ziehen langsam an. Vor einem Jahr machten sie noch rund 10% des Umsatzes aus, Letztes Quartal waren es schon 30%. Sie fangen so auch den Rückgang bei den Verkäufen in Papierform auf, die für mich aber immer noch der wichtigere Weg ist. Ich bin halt "old fashinoned" und das haptische Gefühl eines Buchs, das schnelle suchen beim Durchblättern, das kann mir ein e-Book nicht ersetzen. Immerhin sind die Grafiken bei den ebooks in Farbe - auch bei mir sind sie im Farbe, werden nur beim Druck eben nur in Schwarz/Weiss ausgegeben.

Inzwischen habe ich auch die Grenzen von Amazon ausgelotet, denn das bei Createspace veröffentlichte neueste Buch gibt es nicht für den Kindle. Verrückt? Weil Kindle Direct Publishing doch die Hausplattform von Amazon ist? Ja, aber sie haben ein sehr komisches Vergütungsmodell. Es gibt zwei Gruppen: 35% und 70%. Das 70% Modell ist natürlich attraktiver, auch wenn es nicht Netto ist, es gehen noch "Transportkosten" ab (ja das Verschicken von Büchern in elektronischer Form kostet bei Amazon was....). Das dumme ist nur: das 70% Modell hört bei 9,99 Dollar Verkaufspreis auf. Und 540 Seiten im A-4 Format, mit dem Inhalt aus zwei Bänden kann ich nicht für 9,99 Dollar, also weniger als 7 Euro verramschen. Mit dem 35% Modell ist der Band als e-book aber teurer als die Papierausgabe, zumindest wenn ich dieselbe Verdienstspanne haben will.

Das neue Buch ist aber in Papierform verfügbar, siehe dieser Link und ich habe mir gleich ein Exemplar und Michel Van für zwei Covergrafiken ein weiteres bestellt. Wer bisher noch nicht die beiden Bände hatte und sie ergänzt, um ein OTRAG Kapitel erweitert und in A-4 Format in einem Band schon immer haben wollte, sollte zugreifen. So viel Bernd Leitenberger für so wenig Geld gab es noch. Wenn ihr euch über den komischen Preis von 40,65 Euro wundert - Amazon sagte leider nicht, dass die 7% MWST noch drauf kommen, ich gab 37,99 Euro an.

Das wird nur der Anfang sein. Weitere Neuauflagen sind in Planung. Natürlich das Raketenlexikon 2, dann aber auch so in einem halben Jahr nach der Mission des letzten ATV George Lemaitre eine letzte Auflage des ATV Buchs  als Reminiszenz an ein Projekt das der ESA nun ja zu wenige "Herausforderungen" bietet. wie kann man auch die Idee haben das Raumtransporter primär etwas transportieren sollten und nicht dazu dienen dauernd was neues zu entwickeln.

1.8.2014: Die Neuerscheinungen

Wie schon im letzten Blog angekündigt habe ich einige Neuauflagen in der letzten Woche auf den Weg gebracht. Diese und auch die Aktualisierung der entsprechenden Webseiten auf Raumfahrtbuecher.de haben mich die letzte Zeit beschäftigt, sodass ich das heute nochmals aufgreife.

Das wichtigste zuerst: Wer die Bücher in der ersten Auflage schon hat, kann sich den Rest des Blogs schenken, bzw. auch den Bücherkauf. Ich habe zwar überall etwas gemacht, aber vom Umfang her ist es mit einer Ausnahme nicht so viel, als dass ich mir wenn ich nur Leser wäre, die Bücher neu kaufen würde.

Warum es dann eine Neuauflage gibt? Wie schon im letzten Blog angekündigt ist es wegen den E-Books. sie haben im Umsatz im letzten Jahr deutlich zugelegt und ich denke das geht so weiter. Bei alten Büchern bin ich aber an die alten Konditionen von BOD gebunden, das ist eine 25% Marge. Das bedeutet das ein E-Book etwa 3/4 eines gedruckten Buches bei gleicher Marge kostet. Das wäre mir als Käufer zu teuer. Bei Altverträgen mit weniger als einem Jahr Restlaufzeit bringt eine Neuauflage dagegen 50% Marge. da ich nicht mehr verdien will, bedeutet das das die Bücher dann rund 60% der Printausgabe kosten. Passend zu Murphys Gesetz hat BOD am ersten August die Marge auf 70% angehoben, doch das wirkt sich dann nicht mehr so stark aus (bei einem 200 Seiten Buch dessen Printausgabe 17,90 Euro kostet wären das z.B. 8,49 anstatt 9,49 Euro für die E-book-Ausgabe.).

Die e-books waren die wesentliche Motivation. Die Aktualisierung dann ein angenehmer Nebeneffekt. So nun zu den Büchern:

Die Neuausgabe der frühen Europäischen Trägerraketen, also den nicht mehr eingesetzten Modellen hat ein Kapitel über die OTRAG erhalten und ist so vollständig, zumindest was die Orbitalversuche angeht. Dazu kommt ein Kapitel über die hypothetische Ariane 4 XL, also ob diese Rakete wirklich am Ende ihrer Evolution ist und ein Abkürzungsverzeichnis, das in der ersten Auflage noch fehlte, aber inzwischen Standard in meinen Büchern ist.

Entsprechend wurden auch die Einzelausgaben aktualisiert. Dies betrifft die beiden Bände über Ariane 1-4 (zusätzliches Ariane 4 XL Kapitel und Abkürzungsverzeichnis) und die nationalen Träger (nun zur Diamant und Black Arrow noch die OTRAG Rakete als dritter nationaler Träger).

Als Versuchsballon bei Createspace habe ich eine Gesamtausgabe beider Bände in einem wirklich dicken DIN A-4 Band veröffentlicht. Neben dem ersten Band wurde auch der zweite Band aktualisiert. das betrifft die Planungen für die Ariane 5 ME, ein kleines neues Kapitel mit den schon bekannten Daten der Ariane 6 (es könnte da es schon wieder einen neuen Vorschlag gibt aber bald Geschichte sein) und eine Aktualisierung des Vega Kapitels mit den Daten der ersten drei Flüge. Auch so sind rund 50 weitere Seiten hinzugekommen. Das wird aber erst mal das einzige Buch bleiben, weil ich den Großteil des Umsatzes derzeit noch mit dem Buchhandel mache und den erreicht man so nicht. in den USA weigern sich viele Händler sogar die Bücher von Createspace zu führen.

Zuletzt habe ich noch das Gemini-Buch aktualisiert. Hier gab es in den letzten Jahren vor allem einiges Neues über MOL, daneben habe ich mehr über den Bordcomputer von Gemini recherchiert und bei den Trägerraketen habe ich einige Tabellen aus meinem aktuellen Band über US-Trägerraketen übernommen. Der Umfang ist so ein wenig von 128 auf 144 Seiten gewachsen. Der Bereich über das Kernprogramm blieb aber unverändert.

Auch derzeit arbeite ich einer Aktualisierung und zwar da der letzte ATV gestartet ist an diesem Buch, das wird dann erscheinen, wenn George Lemaitre verglüht ist. Ich habe das Manuskript schon bei den letzten Flügen aktualisiert und auch wenn der ESA das reine Nachbauen nicht ambitioniert genug ist (genauer gesagt: den Franzosen), dann hat dieses Raumfahrzeug doch eine literarische Würdigung verdient.

Ansonsten habe ich auch sonst viel zu tun: die Neuauflage der internationalen Trägerraketen (und hier gibt es wirklich neues), mein Ernährungsbuch an dem ich seit längerem nichts getan habe und eines über Computergeschichte noch im frühen Stadium. Da im Blog derzeit "Saure Gurken Zeit" ist (außer der Annäherung von Rosetta an Komet Churymasov-Geramisenko, (das scheint aber nicht mal der ESA wichtig zu sein, denn Bilder und News gibt es nur häppchenweise) steht nur am 5.8.2014 der nächste Start von SpaceX an - wenn sie mal pünktlich starten....

5.8.2014: Der Mars Kommunikationsorbiter

Ein Projekt das seit langem in den NASA-Langzeitplanungen schlummert, ist die des Mars Kommunikationsorbiters. Er ist nötig für Landemissionen, sowohl unbemannt wie bemannte. Bei einem Orbiter ist es kein Problem eine große Parabolantenne einzubauen und starke Sender. Ein Lander hat aus Gewichts- und raumgründen nur eine kleine Mittelgewinnantenne (typisch nur 30-40 cm groß). Bei einem Rover, der sich bewegt kommt auch aus diesem Grunde keine große Antenne in Frage. Weiterhin ist die Sendeleistung beschränkt denn RTG geben nur wenig Strom ab und Solarzellen sind schwer und ebenfalls im Volumen beschränkt.,

Aber auch Orbiter könnten von einem Kommunikationsorbiter profitieren. Bei ihnen kann das Sendesystem kleiner ausgelegt werden. Vor allem kleinere Orbiter wie z.B. Odyssey die sonst nur 10-120 kbit/s vom Mars übertragen können, würden so erheblich mehr Daten übertragen.

Das Konzept ist nicht neu. Die Viking Orbiter übertrugen die Daten der Lander, die derzeitigen Lander nutzen die beiden US-Orbiter MRO und Odyssey. Vor allem bei letzten ist die Kontaktzeit aber auf einige Minuten beschränkt. Mehrmals am Tag ist aber eine Datenübertragung möglich. Wegen der schnellen Bewegung ist dann nur eine Antenne mit niedrigem Gewinn (omnidirektionale Antenne) nutzbar. Das limitiert die Datenrate.

Die NASA plante daher schon lange einen Kommunikationsorbiter in einer geostationären Umlaufbahn um den Mars. Diese liegt in rund 17.000 km Höhe. Er steht über dem Landepunkt stabil. Das erlaubt es eine Antenne mit höher, Gewinn einzusetzen die man relativ schnell mittels Peilsignal ausrichten kann.

Die NASA plante einmal einen solchen, musste bei den Kürzungen die nach Amtsantritt der Bush-Regierung kamen, ihn aber streichen. Er sollte neben der primären funktechnischen Nutzlast auch ein experimentelles Laserterminal einsetzen.

Nun gibt es erneut Bewegung in diesem Vorhaben. Der Ansatz ist es nun zu prüfen, ob man das in anderen Bereichen schon genutzte Modell, dass man den Auftrag komplett an die Industrie abgibt nutzen könnte. Das klingt zuerst vernünftig. Kommunikationssatelliten werden zu Dutzenden jedes Jahr gestartet. Sie sind ausgereift und haben lange Lebensdauer. Die Frage ist nur ob sie den nutzbar sind, schließlich unterscheiden sich Marsrobiter und geostationären Satellit doch deutlich.

Heute sind Kommunikationssatelliten recht schwer, wiegen beim Start 3 bis 7 t, die meisten liegen um 4-5 t. Davon sind aber die Hälfte bis zwei Drittel nur Treibstoff. Sie haben sehr viele Transponder in vielen Frequenzbereichen (meist C/K-Band kombiniert) und Sendeleistungen bis 250 Watt. Entsprechend verfügen sie über viele Antennen um zahlreiche einbandige "Beams" zu generieren- sprich ein kleines Gebiet auf der Erde zu versorgen.

Allerdings ist ein Satellit im GEO rund 1.500 bis 11.000 mal näher an der Erde als der Mars. Selbst wenn man berücksichtigt, dass die Empfangsantennen nicht 0,6 sondern 35 oder 64 m groß sind, sinkt die Datenrate so gravierend ab.

Das bedeutet die funktechnische Nutzlast wird eine andere sein. Sie wird aus einer relativ großen Sendeantennen zur Erde mit einem starken Sender bestehen und einer Mittelgewinnantenne für den Empfang ohne Ausrichtung und vielleicht einigen kleinen Hochgewinnantennen die man auf die Punkte wo Landemissionen sind ausrichtet. Denkbar wäre das Ergänzen durch eine wissenschaftliche Nutzlast. Aus dieser Entfernung wäre der wichtigste Einsatzzweck wohl der von globalen Aufnahmen, entsprechend einem Marswettersatelliten. Sinnvoll wäre auch die Hinzunahme des Laserterminals, denn diese Technologie ist von Bedeutung für die Zukunft.

Damit ähnelt der Mars-Kommunikationsorbiter eher einem der NASA-Datenrelay Satelliten TDRS. Trotzdem denke ich dass der Ansatz einen kommerziellen Anbieter damit zu beauftragen nicht dumm ist, man muss eben die funktechnische Nutzlast anpassen. Eventuell auch Änderungen am Thermalhaushalt machen. Trotz größere Entfernung wird man auch kleinere Solarpanels brauchen, denn heutige Satelliten haben Panels mit eienr Leistung von 8-12 kW, das sind beim Mars immer noch 3-5 kW.

Ein Problem ist eher das Gewicht. Die Treibstoffzuladung ist in etwa vergleichbar mit denen für Kommunikationsmissionen. Man braucht etwa 1.800 m/s um die Zielbahn zu erreichen. Beim Übergang von dem GTO in den GEO sind es 1.500 m/s, dazu kommt der Treibstoff um die Bahn stabil zu halten - Mars hat durch die Einschlagsbecken und die Tharsisregion ein noch unregelmäßigeres Schwerefeld als die Erde. Aber der Satellit muss erst zum Mars transportiert werden. Daher wird man eher einen der kleineren Busse von 3 t Gewicht einsetzen, selbst die brauchen aber schon die mittlere Größe fder Atlas V. Eine Zusammenarbeit mit der ESA wäre hier möglich, die derzeit den Bau kleinerer Kommunikationssatelliten finanziell fördert und Bedarf wegen ihrer Exomars Mission hat.

Die wichtigste Frage am Schluss: braucht man ihn? Derzeit wohl nur für die USA nicht. Er hätte sich gelohnt als vor einem Jahrzehnt die Planung von zwei Missionen pro Startfenster ausging. Derzeit ist aber nur eine Mission alle zwei Startfenster geplant. Opportunity ist schon lange auf dem Mars, ob er noch betrieben werden kann wenn man in einigen Jahren ein Kommunikationsorbiter startet nicht sagen. Das gleiche gilt für Odyssey, dem auch langsam der Treibstoff ausgeht und der schon in seinem Betrieb heruntergefahren wurde. Der MRO hat ein eigenes, leistungsfähiges Sendesystem. MAVEN, derzeit auf dem Weg zum Mars ist eine Kurzzeitmission. Durch das eintauchen in die Marsatmosphäre verbraucht er schnell seinen Treibstoff. Geplant sind derzeit nur zwei weitere Missionen, davon eine Landemission die davon profitieren würde. Für zwei Landemissionen ist ein eigener Kommunikationsorbiter aber überdimensioniert. Daher denke ich wird er erst angegangen werden, wenn man die Marsforschung wieder intensiviert, eventuell bei einer Bodenprobenrückführung oder einer bemannten Landung.

4.8.2014: Warum man eine Katze halten sollte

Nun es gibt viele Gründe sich ein Haustier zu halten, es gibt auch Gründe sich kein Haustier zu halten und es gibt ja nicht wenige Menschen die keine Haustiere halten wollen, viele mögen auch keine. Verschiedene Studien haben inzwischen beweisen, das Haustiere in vielen Fällen einen positiven Einfluss auf uns haben. Lange Zeit konzentrierte man sich nur auf den soziophysiologischen Aspekt der nur durch Befragungen und Beobachtungen ermittelt wurde, mittlerweile hat man es aber auch durch Messungen untersucht.

Zuerst ist bei den direkt messbaren Effekten die Katze den Hunden unterlegen - denn ganz offensichtlich haben die einen positiven Einfluss auf die Gesundheit - man muss nämlich mit ihnen Gassi gehen. Doch da die meisten nur langsam spazieren gehen und nur kurz, ist der Effekt nicht so ausgeprägt wie er sein könnte. Man kann auch mit Katzen spielen, doch muss man sich da nicht so viel bewegen um sie hinter einer Schnur oder einen Stoffflecken an einem Bindfaden hinterherjagen zu lassen.

Belegt ist, das Tiere alleine durch ihre Anwesenheit positive Wirkungen haben. Zum einen durch ihre Anwesenheit. Alleine sie bewirkt dass man mit dem Tier spricht und sich mit ihm beschäftigt. Vor allem aber durch das Streicheln - und hier ist die Katze unübertroffen - kein anderes Tier kann so zeigen wie sehr es das Streicheln geniest. Die Katze schnurrt, um so tiefer und lauter je angenehmer man sie streichelt oder krault. Sie schmiegt sich an einen, legt sich zwischen die Beine oder dreht sich zu einem damit man sie besser kraulen kann. Es gibt schon Altersheime mit "Hauskatzen", weil sie die Bewohner zu mehr Aktivität bewegen, verschlossene Personen können leichter zuerst zur Katze eine Beziehung aufbauen und über die Katze als Gesprächsthema zu anderen und sie sind eine Bereicherung für das oft uniforme Leben in den Heimen. Alleine das Streicheln beeinflusst Blutdruck und Herzfrequenz positiv. Daneben kann man Katzen einfacher halten als Hunde. (Im technikafffinen Japan hat man sogar einen Roboter der wie ein Seehundbaby aussieht entwickelt den man nur streciheln kann und der dort in Altersheimen im Einsatz ist).

Warum nun eine Katze und keinen Hund halten oder ein Kaninchen, das man auch streicheln kann? Meiner Meinung nach kann man zu einer Katze von allen Haustieren, die es gibt die beste Bindung aufbauen. Bei manchen ist das gar nicht möglich - zumindest nicht vom Tier aus, wenngleich der Mensch zu allem, auch nicht lebenden Dingen eine Bindung aufbauen kann. Dazu würde ich Goldfische oder Schildkröten zählen. Andere Tiere bleiben beim Menschen, weil sie nicht weg können, wie Kaninchen oder Vögel, sie bauen aber nur selten eine Bindung auf (das kann bei Papageien passieren). Eine Bindung in dem Sinn, das das Tier einen als "Ersatzartgenosse" akzeptiert, gibt es wohl nur beim Hund und der Katze. Der wesentliche Unterschied: ein Hund sieht sein "Herrchen" als Alphatier und hält zu ihm, egal wie er behandelt wird, das ist genetisch so vorgegeben. Die Zuneigung einer Katze muss man sich verdienen und zwar (das ist meine Erfahrung als langjähriger Katzenbesitzer) nicht durch Futter sondern gute Behandlung, Zuwendung und Respekt. Sonst läuft die Katze weg und zu anderen Leuten hin. So haben wir eine Katze vom Nachbarn bekommen: ein berufstätiges Ehepaar das keine Zeit für die beiden Katzen hatte. Beide sind weggelaufen, eine zu uns, eine hat ein Haus 100 m weiter gefunden. Als was einen die Katze ansieht, ist noch nicht genau geklärt. Die gängige Theorie geht von der "Ersatzmutter" aus. Dafür sprechen einige Verhaltensweise wie das "Trebbeln" wenn man sie streichelt das den Milchfluss bei Katzenmüttern stimuliert. Auf der anderen Seite scheint uns die Katze auch als unfähig anzusehen, sonst würde sie einem nicht lebendige Mäuße bringen - so bringen Kattenmütter ihren Kindern das Jagen und töten bei.

Katzen haben Persönlichkeiten, manche sogar starke oder wie ein Sprichwort sagt "Hunde haben Herrchen, Katzen haben Personal". Katzen haben ein Talent einen dazu zu bringen was sie wollen. entweder durch schmusen oder mit Nachdruck, zum Beispiel lautes oder Herzerweichendes Maunzen, oder, besonders beliebt wenn man schläft, das Abschlecken des Gesichts oder das Hineinspringen ins Bett das man aufwacht. Natürlich sind Katzen nicht die einzigen Tiere, die eine eigene Persönlichkeit oder einen eigenen Charakter haben, doch er ist bei Ihnen als Einzelgänger recht ausgeprägt. Das macht aber auch das Zusammenleben interessanter und stellt Herausforderungen.

Dabei hat die Katze den Vorteil, dass sie insgesamt verträglicher mit den Lebensgewohnheiten des Menschen, vor allem des berufstätigen Menschen als ein Hund ist:

Daher verwundert es nicht, dass die Katze das beleibteste Haustier ist.

Eine Frage die sehr umstritten ist, ist ob man eine Katze in einer Wohnung halten sollte oder das gegen das natürliche Verhalten ist. Natürlich gibt es Verhaltensforscher die so was erforscht haben. Bis zu einer bestimmten Größe wird das Territorium durch die Fütterung bestimmt. So haben verwilderte Hauskatzen ein zehnmal größeres Territorium als gefütterte Bauernkatzen. Katzen können aber auch mit sehr wenig Territorium auskommen, selbst wenn sie nicht gefüttert wurden. So lebten im Londoner Haven auf 500.000 m² 95 Katzen also eine auf 5.000 m². Die Fläche die eine Hauskatze hat, ist selbst mit Garten aber kleiner. Natürlicherweise, das wird jeder schon mal beobachtet haben, durchstreifen neue Katzen die gesamte Umgebung, tragen dann meist einige Kämpfe mit den schon anwesenden Katzen aus oder brummen sich wenigstens gegenseitig an und dann ist Ruhe und man bleibt in einem kleinen Bereich rund um das eigene Haus. Wir haben seit knapp drei Monaten einen Kater, bei dem lief es genauso. In den ersten Wochen war er viel draußen, meist weg vom Haus und kam mit Schrammen zurück, nun hält er sich im oder nahe des Hauses auf und geht kaum weg. Das bedeutet: das das Halten in einer Wohnung sicher nicht der Katze dahingehend schadet, dass sie generell viel Platz braucht. Das Problem ist vielmehr, dass die Wände und Türen harte Grenzen sind und nicht wie beim Abstecken des eigenen Reviers es für die Katze offensichtlich ist, wo das Revier endet und andere Katzen ihres haben. Die Katze wird also raus wollen und sei es nur um den Vögeln nachzustellen sie sie vom Fenster aus sieht.

Das Verhalten hat aber sehr viel mit der Psyche zu tun. Es gibt "Schwänzer" und Katzen die wollen gar nicht weit weg. Unser neuer Kater hat viel weniger das Bedürfnis weg zu gehen als unser alter. Mit dem Alter ist es auch so, dass die Katzen weniger raus wollen. Unsere nun 10 Jahre alte Katze will z.B. gar nicht mehr raus und wird ab und an von mir rausgetragen, damit sie nicht nur in der Wohnung rumliegt. Leider ist das nicht verallgemeinbar und man sieht es der Katze nicht an welcher Typ sie ist (beide Katzen kamen aus dem Tierheim: der Kater war verwildert und wurde eingefangen, sollte also an viel Raum gewöhnt sein, die Katze dagegen kam aus einer Wohnung mit 12 Katzen und war vorher niemals draußen, trotzdem war sie als sie jung war noch erheblich aktiver als unser neuer Kater), Doch würde ich jemanden raten, der eine Katze nur in der Wohnung hält eine schon ältere Katze aus dem Tierheim zu nehmen die schon vorher in der Wohnung gelebt hat.

Da Katzen sehr lernfähig sind und sehr schnell sich an Routineabläufe gewöhnen können gibt es auch noch die dritte Möglichkeit: das zweitweise rauslassen. Wir hatten einen Nachbar der zog mit Katze hierher und wohnte im dritten Stock. die Katze war tagsüber draußen und der Nachbar oder seine Frau kamen wenn sie die Katze rein holen wollten, riefen und die Katze kam auch. Das geht allerdings auch nur wenn die Umgebung wie bei uns relativ ruhig ist. In einer Großstadt würde ich dies nicht machen, da der Autoverkehr dort Todesursache Nummer 1 ist.


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