Home Site Map Sonstige Aufsätze Weblog und Gequassel counter

Web Log Teil 40: 8.10.2007- 12.10.2007

Montag 8.10.2007: Kohlendioxid

Ich habe in den letzten Tagen mit einem amerikanischen E-Mail Partner über die Klimaerwärmung diskutiert. Typisch amerikanisch meint er dass wenn die Folgen auf uns zurollen man sicher eine Technologie hat um ihnen zu begegnen und alle Vorhersagen bislang sich auch in anderen Bereichen als Falsch erwiesen haben. Nun das kann so sein, dass man den Lebensstandard halten kann, doch Folgen für die erde und die Natur wird die Klimaerwärmung in jedem Falle haben. Zeit einmal sich mit dem Spurengas Kohlendioxid zu beschäftigen.

Kohlendioxid ist eigentlich ein ziemlich seltenes Gas. Derzeit gibt es 381 ppm (parts per Million oder 0.381 %) Kohlendioxid in der Atmosphäre. Als Wert für die vorindustrielle Zeit gilt einer von 280 ppm. Der Mensch hat also die Konzentration um lediglich 40 % geändert. doch diese 40 % haben schon Folgen für das Klima. Das steht fest, auch wenn die Berechnungen verschiedener Modelle über den Einfluss des Kohlendioxids auseinander gehen. Wahr ist auch, dass dieser Wert nicht immer so niedrig war. Im Gegenteil Kohledioxid ist sicher eines der Gase mit der größten Schwankungsbreite in der Erdgeschichte.

Die ursprüngliche Erdatmosphäre bestand zu einem großen Teil aus Wasserdampf, Kohlendioxid und Schwefelwasserstoff. Der Anteil an Kohlendioxid betrug damals 10 %, lag also 30 mal höher als heute. Seitdem ist der Gehalt durch die biologische Aktivität laufend geringer geworden. Es gibt eine Reihe von "Senken" für Kohlendioxid Darunter versteht man Prozesse die Kohlendioxid der Atmosphäre entziehen. Gäbe es diese nicht, so bliebe der Gehalt durch den Kreislauf: Pflanzen nehmen Kohlendioxid auf, bauen Biomasse auf, die Biomasse verrottet oder wird von Tieren gefressen und als Kohlendioxid ausgeatmet - konstant.

So bestehen Erdöl, Erdgas und Kohle aus fossilen Pflanzen. Dadurch wird der Kohlenstoff der einmal aus der Atmosphäre und damit dem Kohlendioxid entstammte aus dem Kreislauf entzogen. Die Menge ist enorm: Sie beträgt etwa 1200 Milliarden tonnen, das meiste davon in Form von Kohle. Die Menge des atmosphärischen Kohlendioxids ist mit 800 Milliarden ist im Vergleich dazu viel geringer.

Noch bedeutender ist aber das im Wasser gelöste Kohlendioxid. 38000 Milliarden Tonnen befinden sich darin. In der Tat könnte sich der Treibhauseffekt verstärken wenn durch die Erwärmung ein Teil dessen ausgast (1 % würde schon reichen um den Gehalt in der Erdatmosphäre um 50 % anzuheben).

Noch viel mehr Kohlenstoff wurde aus dem System entnommen durch Organismen die ein Kalkskelett bilden. Die Kreidefelsen aus Dover bestehen aus vielen fossilen Kleinlebewesen. Dazu kommt ausgeschiedener Kalk aus dem Wasser bedingt durch p.H. Änderungen bedingt durch Photosyntheseaktivität. Die Menge davon ist gigantisch, zusammen mit dem Ölschiefer etwa 75.000.000.000 Milliarden Tonnen. Die gesamte Biosphäre hat mit 3800 Milliarden Tonnen dagegen ein Klacks.

Im Laufe der Erdgeschichte hat daher der Anteil des Kohlendioxids sehr stark geschwankt, denn wie man leicht aus diesen Zahlen entnehmen kann ist das atmosphärische Kohlendioxid nur die Spitze eines Reservoirs, allerdings im Gegensatz zu den Senken hochgradig beweglich, d.h. die Mittlere Zeit die ein Molekül in der Atmosphäre zubringt ist sehr kurz und liegt zwischen 5 und 200 Jahren. Im Vergleich dazu beträgt die Aufenthaltsdauer eines Moleküls im Ozean zehntausende von Jahre und bei Sedimenten sind es Millionen von Jahren.

Trotzdem hängt unser Klima wesentlich von diesen kleinen Mengen an Kohlendioxid ab. Heute sind es 100 ppm mehr als vor 200 Jahren. In der Eiszeit waren es 100 ppm weniger - und dies reichte aus um die Temperatur um einige Grad abzusenken. Schauen wir dazu auf die beiden Grafiken. Die niedrigsten Temperaturen gab es vor 20,140, 260, 340 und 430.000 Jahren. die niedrigsten Kohlendioxidkonzentrationen vor 25, 140-160, 270 und 350.000 Jahren - eine direkte Kohärenz ist gegeben. Das gilt auch für die Warmzeiten. Noch eines sollte uns warnen: Heute ist der Gehalt höher als vor 125000 Jahren, dem Höhepunkt der letzten Warmzeit, als es in Europa z.B. Nilpferde, Elefanten und andere Tiere gibt die es heute nur in den Subtropen gibt.

Natürlich wird es nicht dabei bleiben: Wir emittierend derzeit sehr viel Kohlendioxid, mehr als die Pflanzenwelt aufnehmen kann. Pflanzen nehmen derzeit etwa 1/4 der weltweiten Kohlendioxid Produktion auf. Doch durch die höheren Temperaturen wachsen sie auch schneller, und nehmen mehr Kohlendioxid auf - leider gelangt es natürlich wenn die Pflanzen verwesen oder gefressen werden wieder in die Atmosphäre nur etwas zeitverzögert. Doch langfristig wird mehr Kohlendioxid durch kalkbildende Organismen wieder dem Kreislauf entzogen - dummerweise geht das eher im Bereich von Tausenden von Jahren ...

Dienstag 9.10.2007: Taxi zur Hölle

So hieß eine Dokumentation gestern in ARTE. Anhand des Beispiels des afghanischen Taxifahrers Dilawar, der bei einer Razzia verhaftet wurde weil er 3 Personen transportierte die verdächtigt wurden einen Raketenangriff verübt zu haben. Nach 5 Tagen Folterung im Gefängnis Bagram verstarb. Anhand dessen wurde das System der Folterung oder "forcierter Verhörmethoden" in Bagram, Abu Ghuraib und Guantánamo.

Ich habe schon von den Folterungen gehört, aber die Dimension und die Vorgehensweise hat mich dann doch schockiert. Zur Vorgehensweise: Dilawar starb, weil ihm verschiedene US Soldaten die Oberschenkel mit vielfachen Knietritten "zu Brei geschlagen" haben (so wörtliches Zitat des Obduktionsberichtes). Ursache war ein sich dadurch bildendes Blutgerinnsel, welches zum Gehirn wanderte und einen Gehirnschlag auslöste. Hätte er überlebt so hätte man ihm die Beine amputieren müssen. Warum wurde er so gefoltert? Weil er angeblich etwas mit einem Raketenangriff auf US Soldaten zu tun hatte und dazu keine aussagen tätigen konnte. So folgten  immer mehr Schläge.

Der Bericht beschreibt dann die Folterungen wie Sinnesentzug (Herumlaufen mit verbundenen Händen und einer Kappe über dem Kopf) , Erniedrigungen wie Zwang zur Selbstmasturbation oder ausziehen (vor Frauen, besonders entwürdigend bei Moslems) bis hin zur "Waterboarding " - Durch ein nasses Buch wird die Atmung verhindert, was für den Betroffenen vergleichbar dem Ersticken beim Ertrinken vorkommt.

Die politische Dimension wird klar wenn dann im letzten Teil: Diese Folterung und andere Verstöße wie z.B.. das unbegrenzte Arretieren ohne dass jemals ein Verfahren eröffnet wird waren und sind politisch gewollt. Das FBI wurde von den Verhören abgezogen, ihre Verhörmethoden beruhten darauf mit dem Inhaftierten eine persönliche Beziehung aufzubauen in der er schließlich verlässliche Informationen preisgibt. Stattdessen übernahm der CIA mit dem Militär als ausführenden Organ. die Verhöre. Da man davon ausgeht, dass jeder inhaftierte ein Terrorist ist, schien jedes Mittel recht um Informationen aus ihm herauszupressen und 3000 tote Amerikaner scheinen jede moralische Hemmung weggewischt zu haben. Natürlich verstößt dies gegen die Genfer Konvention und auch gegen US Gesetze, angefangen von der Verfassung der USA bis hin einfachen Strafgesetzen. Daher gab es seitens der Führung beginnend beim Präsidenten über den US Außenminister Rumsfeld Direktiven die das von oben absegneten. Um sicher zu sein finden heute die Folterungen Guantánamo wurde gewählt weil es praktisch ein rechtsfreier Raum ist, nicht auf dem Hoheitsgebiet der USA, aber auch nicht Bestandteil von Kuba.

Erschreckend: Die Verhörenden der Militärpolizei haben "einfach nur Befehle" befolgt. Kommt ihnen das nicht bekannt vor? Mich erinnert es an die Nürnberger Prozesse und andere Kriegsverbrecherprozesse. Dort sagten die Angeklagten genau dies. Das wurde seitens der Siegermächte natürlich nicht als Rechtfertigung für Kriegsverbrechen akzeptiert, obwohl Befehlsverweigerung im diktatorischen Hitlerdeutschland durchaus persönliche Folgen bis hin zur Erschießung haben konnte. So etwas haben die Militärpolizisten in den US Gefängnissen sicher nicht zu befürchten. Das macht mir Sorgen. Wir wollen eine Armee mit "dem Bürger in Uniform", der eine Gewissensentscheidung fällt und haben gerade die Diskussion ob man z.B. eine entführte Passagiermaschine abschießen darf. In den USA scheinen die typischen Soldaten offensichtlich ihren Verstand abgeschaltet zu haben und sind bloße Befehlsempfänger.

Unverständlich ist auch wie ein Land das sich als "God blessed Country" versteht herablässt Foltermethoden anzuwenden und meint diese nötig zu haben in einem Kampf gegen Terroristen. Die Ursachen für den Terrorismus liegen im Hass gegen die USA, vornehmlich begründet in ihrer Politik gegenüber arabischen Ländern. Durch Folterung wird das Bild des Erzfeindes eher bestärkt und dem Terrorismus zugearbeitet.

Vor allem ist Folterung ineffektiv: Letztlich wird jeder das unter Folter gestehen, was der verhörende hören will. Man muss nur ins Mittelalter zurückgehen, wo Menschen gestanden, Umgang mit dem Teufel zu haben, obwohl dies ihr Todesurteil war, denn darauf stand Verbrennung auf dem Scheiterhaufen. Schlussendlich muss dies weniger schlimm gewesen sein, als die dauernde Folter.

Man muss sich aber auch nur die offiziellen Zahlen der CIA ansehen. Demnach wurden in Afghanistan 83000 Menschen wegen Terrorverdacht inhaftiert. eine Unmenge von Terroristen! Nun ja nicht ganz. Von diesen haben maximal 8 % Kontakte zu den Taliban oder Al Qaida. Woher die Differenz kommt? Nun 93 % also praktisch der ganze Rest wurde nicht von den ISAF Truppen festgenommen sondern von der Nordallianz. Da es für jeden Verhafteten eine Kopfprämie von mehreren Tausend Dollar ist und dies ein bequemer Weg ist an Nachbars Opiumfeld zu kommen hat sich in Nordafghanistan die anzahl der Terrorverdächtigen enormen erhöh.

Wie viele sind davon wirkliche Terroristen? Nun auch hier gibt es Zahlen: Lediglich 10 dieser 83000 Menschen sind seitdem angeklagt worden! Ich bezweifele, das viel mehr als einige Dutzend echte Terrorverdächtige ins Netz gingen. doch ich bin mir eines sicher: Nach Folterung und der Erfahrung mit US Behörden dürfte ein guter Teil der 83000 inhaftierten wirklich zu Terroristen werden.

Dilawar hatte mit dem Raketenangriff nichts zu tun. Dieser wurde von dem afghanischen Milizchef begannen der ihn verhaften ließ und der dadurch mehr Geld und Personal in seiner "gefährdeten" Region haben wollte. Die Sendung ist als Video verfügbar. Bitte schauen Sie diese an. Ich denke sie ist wichtig: http://plus7.arte.tv/de/detailPage/1697660,CmC=1705294.html

Zuletzt noch eine Neuerung. ein Blog sollte ja interaktiv sein. Zumindest würde mich interessieren ob dies irgend jemand liest. Ich habe ihn daher um einen Rätsel erweitert. Bei jedem Blog gibt es nun ein Bild aus dem Raumfahrtprogramm und sie dürfen raten was es GENAU ist (genau heißt: etwas genauer als beim folgenden Bild die Antwort "Eine Rakete"). Und damit es schwerer wird ist es kein Bild das ich bisher in meiner Webseite verwendet habe und natürlich macht der Bildername "raetsel001.jpeg" es ihnen auch nicht einfacher. Also.... Was ist das hier? Die Antwort bitte als Kommentar in diesem Blog:

Mittwoch: 10.10.2007: Wie bekommen wir das Kohlendioxid aus der  Atmosphäre?

Ziel vieler Staaten ist es den Ausstoß von Kohlendioxid zu senken. Niemand glaubt daran, dass wir ihn auf 0 bekommen werden - Das ist auch ein utopisches Ziel, denn selbst wenn wir es schaffen sollten Strom aus regenerativen Energiequellen zu bekommen, Treibstoffe aus Wasser (durch elektrolytische Spaltung oder aus der Natur (Öl, Ethanol) und wir Nullenergiehäuser haben so verbrauchen wir doch immer noch fossile Energie in Form von Kunststoffen, Lösungsmitteln usw. und von diesem wird ein Teil auch beim besten Recycling irgendwann verbrannt um die Müllberge nicht zu groß werden zu lassen.

Gerechterweise muss man sagen, dass wir aber unsere Emissionen auch nicht auf 0 bringen müssen, denn einen Teil des derzeit emittierten Kohlendioxid kommt schon heute nicht bei der Atmosphäre an, sondern wird von Pflanzen genutzt um besser zu wachsen. Von den 5.5 Gt die wir emittieren kommen noch 4.0 MT Gt in der Atmosphäre an. 1.5 Gt wird von den Pflanzen zum Wachstum genutzt oder landet in den Meeren.

Daher ist alles was ich hier schreibe recht utopisch, Gedanken für eine ferne Zukunft in der die Menschheit ihre Emissionen auf 0 gebracht hat  Wie bekommet man das Kohlendioxid aber aus der Atmosphäre heraus? Nun ein Vorschlag für heute (wo wir noch jede Menge davon produzieren) war das Gas dort wo es entsteht zu verflüssigen. Das kann z.B.. in Kraftwerken geschehen, sicher aber nicht bei jeder Heizung oder jedem Auto. Das verflüssigte Kohlendioxid hätte man dann in Tiefseegräben "verfüllt". Das ist so eine typische "Lieschen Müller" Idee. Einfach raus aus den Augen, raus aus dem Sinn. Das Konzept den "Müll2 denn wir produzieren einfach abzulassen ist ja nicht gerade neu. Wer mal an unsere Mülldeponien denkt weiß, das dies nur Probleme macht. Auch beim Verfüllen in Tiefseegräben gilt dies. Zum einen mal bedeutet dies, dass diese danach parktisch tot sind. Das Kohlendioxid tötet jedes Leben ab. Vor allem aber gibt es heute keine Erkenntnisse, dass das Kohlendioxid dort bleibt, zumindest über längere Zeiträume.

Es ist vor allem eine Lösung für heute. Sie taugt nicht um das Kohlendioxid aus der Atmosphäre zu bekommen. Das dürfte ein Problem werden. Derzeit sind 0.381 % der Atmosphäre Kohlendioxid. vielleicht werden es mal 0.5-0.7 % werden. Doch das wieder aus der Atmosphäre zu bekommen ist nicht so einfach.

Natürlich gibt es chemische Prozesse die man nutzen kann. Über 100 Jahre alt ist z.B. die Technik koks zu verschwelen, das entstandene Kohlendioxid mit Wasserstoff umzusetzen und dadurch ein Gasgemisch zu bekommen, dass man früher für Heizung und Beleuchtung nutzte:

H2 + CO2 + 41.19 KJ ↔ H2O + CO (1)

3H2 + CO ↔ H2O + CH4 + 206.24 KJ (2)

2H2O + 572 KJ ↔ 2 H2 + O2 (3)

Summe:

2H2 + CO2 ↔ CH4 + O2 (4)

Den Wasserstoff kann man aus der Elektrolyse von Wasser gewinnen, Wie Gleichung (3) zeigt. Der Wasserstoff wird dann benutzt um in einem ersten Schritt Kohlendioxid zu Kohlenmonoxid zu reduzieren und in einem zweiten Schritt das Kohlenmonoxid zu Methan. Aus dem Methan kann man dann Kunststoffe oder künstliches Erdöl herstellen und dieses wieder in den Boden pumpen und so das Kohlendioxid dem Kreislauf entziehen (der Tatsache, dass man einen Stoff der heute immer teurer wird und der Nationen zu Invasionen provoziert um die Kontrolle über diese Vorräte zu haben, einmal vergraben soll um ihn der Atmosphäre zu entziehen, zeigt dass ich von einer sehr fernen Zukunft rede).

Doch es funktioniert so nicht: Die Reaktion geht nicht mit der irdischen Atmosphäre. Die Konzentration an Kohlendioxid ist zu gering und vor allem ist da Sauerstoff vorhanden, heute 50 mal mehr als Kohlendioxid. Dieser reagiert viel leichter mit dem Wasserstoff als das Kohlendioxid. Man müsste also erst einmal - mit weiterem Aufwand - das Kohlendioxid aus der Atmosphäre entziehen, dazu benutzt man Molekularsiebe z.B. auf Zeolitbasis. Das ist energieaufwendig.

Es gibt einen anderen Weg. Der ist viel einfacher. Die Natur bekommt das was wir mit Technik machen müssen viel einfacher hin, Pflanzen bilden Biomasse indem sie Kohlendioxid aus der Atmosphäre entziehen. Solange sie nicht gefressen werden oder verrotten ist das Kohlendioxid in ihnen gebunden. Man sollte also anfangen (und damit schon heute) Pflanzen anzubauen die langlebig sind und die schnell wachsen. Das sind leider konträre Anforderungen. Schnell wachsend sind z.B. bestimmte Grassarten die heute als Quellen für alternative Energiequellen angesehen werden. Langlebig sind viele Baumarten, die jedoch nur langsam wachsen. In der Mitte liegen einige schnell wachsende Baumarten wie Weiden oder Pappeln. Eine sinnvolle "anti-CO2" Politik würde also darin bestehen, schon jetzt anzufangen landwirtschaftliche Flächen in Wald umzuwandeln. Dies geht bei uns recht gut, in vielen anderen Gegenden weniger. Natürlich sollte man auch beginnen in andern Ländern nicht mehr Wald abzuholzen und Brandtrodung zu betreiben. Gräser sind auch möglich, jedoch laugen sie die Böden stark aus und sind daher gerade das Gegenteil einer langfristigen Landwirtschaft.

Irgendwann muss man natürlich die Bäume fällen - je nach Art in einigen Jahrzehnten bis über nach einem Jahrhundert. Dann kann man das Kohlendioxid dem Kreislauf entziehen, indem man sie zu Holzkohle umwandelt und damit die alten Kohlebergwerke auffüllt. Bei Gräsern vergärt man diese und erzeugt dabei Methan, das man wie oben beschrieben dann zu Kohlenwasserstoffen umwandelt.

So... doch wie viele Wälder braucht man dazu? Nun basierend auf den derzeit verfügbaren Wäldern (1000 GT Kohlenstoff auf 62 Millionen km² Wälder, bräuchte man für die 212 GT die wir derzeit zu viel in der Atmosphäre haben etwa 13 Millionen km² Wald - etwa die doppelte Fläche wie seit Beginn des Ackerbaus gerodet wurden (7.5 Millionen km²) - Das ist ein Problem, den irgendwo braucht man ja auch landwirtschaftliche Fläche.

Die Meere helfen nur wenig: Sie haben zwar eine viel größere Fläche, doch viel weniger Biomasse und diese ist zudem raschen Veränderungen unterworfen - Es gibt nicht so etwas haltbares wie Holz im Meer. Die einzige Alternative zu Wäldern wäre es dann landwirtschaftlich Gräser wie Chinaschilf in großen Mengen zu ernten, zu vergären und das Methan dann zu Kohlenwasserstoffen umzuwandeln und diese aus dem Stoffkreislauf zu entziehen. Der Ertrag bei Chinaschilf liegt bei etwa 25 t/ha. Bei der typischen Zusammensetzung von Cellulose sind dies 10 t Kohlenstoff pro Hektar - dies aber pro Jahr. In 100 Jahren könnte man so das emittierte Kohlendioxid aus der Atmosphäre entziehen, wenn man etwa 2.12 Millionen km² damit anpflanzt - Also eine geringere Fläche als bei Wäldern. doch geht es bei einem Anbau in diesem Still dann nicht ohne Düngung. Trotzdem ist dies eine enorme Fläche, 7 mal größer als die Bundesrepublik.

Nun sagen sie - Was schreibt der Kerl hier. Wer kommt auf die dämliche Idee Kohlendioxid wieder der Atmosphäre zu entziehen? Niemand kommt auf die Idee. Ich möchte nur mit diesem Rechenbeispiel klar machen, dass selbst wenn man es einmal wöllte, es nicht gerade einfach sein wird. Nur mal zur Erinnerung: Vor 120.000 Jahren war es 2 Grad wärmer im globalen mittel. Damals herrschte in Mitteleuropa subtropisches Klima. Es gab Elefanten, Nilpferde und Löwen hier und dies bei einem Kohlendioxidgehalt der in etwa dem Vorindustriellen Wert entspricht trotz kurzperiodischer Schwankungen befinden wir uns immer noch in einer Warmzeit. Vor etwa 8-7 Tausend Jahren war es zuletzt so warm wie heute. Seitdem lag die Temperatur im Mittel niedriger. Und nun die Überraschung: 2 ° Temperaturanstieg sind noch die mildeste Prophezeiung für die Zukunft - siehe beiliegende Grafik.

Früher hätte man gesagt: "Zieht euch warm" an. Heute wohl eher: Packt die Badehose ein.....


Donnerstag 11.10.2007: Verschiedenes

Das Rätsel im letzten Blog hat ja nun endlich auch mal für Rückmeldungen, sprich Kommentare gesorgt (ansonsten fragt man sich ja ob das ganze überhaupt jemand liest) und es ist glaube ich eine gute Gelegenheit über das bloggen selbst zu schreiben. Zuerst mal zum Blog selbst. Der wird wohl so bleiben wie er jetzt ist, d.h. als HTML Seite und als Wordpress Blog. Der Grund ist relativ einfach: Ich kann mich in keinster Weise mit dem winzigen Schreibfenster von Wordpress anfreunden und vermisse auch sonst den Komfort des HTML Editors denn ich sonst benutze. So schreibe ich erst die HTML Seite, kopiere dann den Code heraus, rufe ein Skript in meinem Smarteditor auf, welches es umformatiert für die Eigenheiten des Wordpress Editors (Neue Funktion: Such und Ersetzfunktionen können als Skript gespeichert werden). und füge das dann ein. Ist in der Summe wesentlich weniger Zeitaufwendig als mich mit Wordpress rumzuärgern. Zudem habe ich immer noch eine Kopie für mich, falls ich irgendwann mal mit der Website umziehe.

Wer in der letzten Zeit mal reingeschaut hat, wird feststellen, dass ich noch mit den Design experimentiere. Und hier sind die erfahrenen Wordpress Spezialisten gefragt: Ich suche ein Theme das mir entgegenkommt, mit meinem Hang mehr zu schreiben und auch Bilder einzufügen. Es sollte ein Theme sein, dass anders als die meisten Themes die gesamte Breite des Browserfensters nutzt und zweispaltig ist. Rechts sollte ein Kalender und ein Schnellzugriff auf die letzten Beiträge und Kommentare sein. Eines mit hellem Hintergrund, womöglich in einer technischen Farbgebung (blaue Elemente auf weisem Hintergrund) wäre recht angenehm. Kennt jemand so eines? Das "Astronomy Picture of the Day" Widget das Chris vorschlug habe ich übrigens ins Plugins Verzeichnis kopiert und aktiviert, nur tut sich nichts....

Was mich selbst erstaunt ist dass ich nach mehr als einem Jahr noch blogge und fast jeden Tag auch was finde was sich zu schreiben lohnt, ohne wie andere anzufangen von meinem Alltag zu reden (Ich bin immer noch der Meinung, das dies keinen interessiert und meiner Meinung auch nicht zu interessieren hat). Mit der Zeit bekommt man ein Gespür für Dinge und überlegt sich bei vielen Gedanken, die einem so in den Kopf kommen "Das wäre doch ein Thema für den nächsten Blog". Dabei lerne ich immer etwas dazu. Wenn ich über die Energiesituation schreibe, recherchiere ich beim statistischen Bundesamt über die derzeitige Situation, bei Wikipedia und Universitäten über die Lösungen die man heute hat. Nebenher ist es ganz schön zu sehen, dass man über 10 Jahre, nachdem ich nicht mehr als Lebensmittelchemiker arbeite dann doch noch das Grundlagenwissen da ist, um verschiedene Fachaufsätze zu verstehen. Chemie halte ich übrigens für die für den Alltag wichtigste Naturwissenschaft, doch das ist Thema eines eigenen Blogs.

Gestern startete Sheikh Muszaphar, der erste malaysische Raumfahrer. Mehr als dies, war jedoch in den Nachrichten die Rede von dessen Problemen als gläubiger Muslim, die Regeln des Islams einzuhalten. Dabei fand ich das nicht sooo schwierig, zumindest die Sache mit dem Ramadan. Dann darf man bekannterweise nur essen wenn es dunkel ist - Da ist eine Expedition ins All eine echte Erleichterung, denn da geht die Sonne 16 mal am Tag unter. Bei jeder Erdumkreisung ist es für knapp 40 Minuten lang Nacht, das sollte ausreichen um zu essen oder?

Etwas schwieriger wird es mit dem Beten. Ich kenne da zwei Versionen. Die einfache ist es, nach Osten zu beten, diese Himmelsrichtung ist fest und leicht für jeden Gläubigen auf der Erde feststellbar. Bei der Raumkapsel ist es schon etwas schwieriger, da diese die Erde zwischen dem +50 und -50 Breitengrad umrundet, was auf einer Landkarte dann so aussieht wie eine Sinuswelle die über die Oberfläche läuft. Die Richtung, in der vom Raumfahrzeug aus Osten ist, macht dabei pro Umlauf eine gleichmäßige 360 Grad Drehung. Etwas schwieriger ist es mit Mekka. Die zweite Auslegung des Betens ist die Ausrichtung nach Mekka. Man muss sich dann also nicht nach einem Himmelpunkt orientieren sondern einem Fixpunkt auf der Erde. Auch hier gibt es eine 360 Grad Drehung, wo dieser zu suchen ist pro Orbit, aber mit variabler Geschwindigkeit. im Extremfall, wenn man direkt über Mekka hinweg fliegt macht die Richtung eine fast 180 Drehung in 10 Minuten und für die anderen 180 Grad braucht man dann 90 Minuten. Weiterhin dürfte es sehr schwer sein Mekka zu finden, wenn man gerade den Pazifik passiert, da man es nicht sehen kann. (Was machen eigentlich die Muslime im pazifischen Raum, die müssten ja, um den kürzesten Weg nach Mekka zu nehmen durchs Erdinnere beten - schauen die dann auf den Boden?)

Nun ja kein Problem das mich besonders tangieren würde. Heute wie versprochen ein neues Rätsel. Es ist für einen Raumfahrtkenner sehr einfach, für jemanden der keine Ahnung hat wahrscheinlich ziemlich schwierig. Was ist das: ? Lösungen wie immer bitte als Kommentar zu diesem Blog.

Nun noch eine Nachlese zum letzten Rätsel. Es handelt sich in der Tat um eine Titan 1. Die Titan 1 ist wohl eine der Raketen die man sehr schnell vergessen hat. Gebaut als Backupsystem zur Atlas wurde sie bald schon obsolet als die Raketentechnologie fortschritt und man lagerfähige Treibstoffe einführte, welche viel einfacher handhabbar waren als der flüssige Sauerstoff der vorher benutzt wurde. Obwohl man die Rakete sehr bald nach ihrer Stationierung ausmusterte hat man nie eine eingesetzt um Satelliten damit zu starten - dabei wäre die Rakete durchaus in der Lage gewesen etwa 1.5-2 t Nutzlast in einen Orbit zu bringen. Ich bin auf die Titan 1 gekommen, weil man derzeit eine Titan 1 Basis mit 3 Silos und insgesamt 16 unterirdischen Gebäuden, 240.000 m² Grund für rund 1.5 Millionen US-$ kaufen kann. Falls sie also mal ein atomschlag sicheres Domizil suchen, schön kühl auch bei der kommenden Klimaerwärmung, dann wäre diese Raketenbasis im Bundesstaat Washington vielleicht etwas für Sie....

Freitag 12.10.1007: Werbung und Marketing

Vor ein paar Tagen hat mir meine Nichte diesen Spot geschickt, primär weil es ein lustiger "schwäbischer" Spott ist. Ich habe nur nicht verstanden worum es darin geht. Also mal bei Wikipedia nachgeschaut was "Virales Marketing" ist. Das ganze ist die neueste Masche der Werbung. Die Werbung sollte sich durch Mundpropaganda auf neuen Medien verbreiten. Populäres Beispiel ist das Spiel Moorhuhn welches für Johnnie Walker Werbung machte und neuerdings Werbung über Youtube. In der Tat sende ich Links zu witzigen Videos, die mir gefallen an andere. So bekam ich gestern einen Link zu einem witzigen VW Commercial und habe den weiter geleitet.

Die Frage ist aber ob dies so funktioniert wie gewünscht. Ich habe mich an die "Super Ingo" Werbung aus den neunzigern erinnert, An den "Manta Fahrer" Typ und die Dumpfbacke die nicht wusste das bei einem Käfer der Motor hinten ist habe ich mich noch nach 10 Jahren erinnert, aber nicht mehr an die Firma die beworben wurde.

Und schon sind wir beim Thema Werbung allgemein. Ich denke das diese in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen hat. Ich sehe es bei meiner Computerzeitschrift. Das erste was ich mache, wenn ich sie im Briefkasten vorfinde ist sie zu schütteln - Damit die ganzen Flyer und Prospekte herausfliegen, die es dazu gibt. Das letzte Viertel des Inhalts ist eigentlich nur noch Werbung oder wie es heißt "Inserententeil"-. Im Fernsehen wird es immer mehr. Inzwischen erreichen Werbungsblöcke eine Länge von 10 Minuten, und weil dann die Leute flüchten, wird inzwischen mitten im Programm ein 30 Sekunden Spot eingeblendet, weil dies zu kurz ist um aufzustehen auf Klo zu gehen oder zum Kühlschrank.

Heute gehen die Leute ins Internet und schauen sich dort Videos an, weil das Fernsehen zu langweilig wird. Die Frage ist, warum wird es aber langweilig? Weil es zu viele Kanäle gibt die mit immer mehr Trash Programm den Äther verstopfen - Pro Kanal gibt es sinkende Quoten und dadurch weniger Geld für das Programm. Als Folge gibt es mehr Werbung, welche die Leute dann noch mehr vom Fernsehen in neue Medien vertreibt - Ein Teufelskreislauf!

Nun also geht es ins Internet. Es gibt nur einen Unterschied zum Fernsehen: Man klickt noch viel schneller weiter als beim fernsehen. Auch im Internet ist die Werbung immer aufdringlicher geworden. Ich gebe es zu, meine Website ist da keine Ausnahme. Da die Leute nicht auf die Werbung klicken, habe ich auf die Layer Werbung umgeschaltet, die wenigstens noch pro Impression bezahlt wird und damit sich (noch) finanziell lohnt. An der Stelle ein Tipp: Die Werbung einmal aufbauen lassen und 4 Sekunden warten. sonst sieht man sie immer wieder, weil dann die Seite nicht gezählt wird. Sie können es ja auch probieren. Pro 1000 Views gibt es 5 Euros und die wenigstens garantiert anders als bei Klicks.

Dabei ist in meinen Augen Werbung weitgehend überflüssig. Es ist eine typische Dienstleistungsindustrie, deren Dienstleistung leider niemand haben will und meist nur als störend empfindet. Natürlich braucht man Werbung um etwas zu bewerben, Neuigkeiten bekannt zu machen. Das Problem ist, dass es in den letzten Jahren überhand genommen hat. Der Briefkasten quillt über vor Flyern und Prospekten, im Fernsehen kommt nur noch Werbung und im Internet inzwischen genauso. Der Mensch hat die Fähigkeit selektiv Dinge wahrzunehmen. Er blendet einfach das aus, was er nicht sehen will und deswegen wird Werbung wenn sie ihn nicht anspricht nicht wahrgenommen. Leider haben dies die Verantwortlichen noch nicht gemerkt und machen immer mehr aufdringliche, pumpe oder einfach langweilige Werbung. Qualität anstatt Quantität wäre die Lösung - doch es tummeln sich immer mehr Agenturen auf dem Markt weil man meint hier das große Geld zu machen, und dadurch gibt es immer mehr Trash.

Eine Besserung sehe ich daher nicht am Horizont. So und nun kommt meine persönliche Werbung. Wenn ich schon mal für etwas werbe, dann anders als die Banner für Dinge von denen ich überzeugt bin: Andrew Chalkin, "A Man on the Moon", ein sehr lesenswertes und für den Umfang (670 Seiten) preiswertes Buch. Es ist die Geschichte der Astronauten der Apollo Missionen zum Mond. Man erfährt vieles was man sonst nicht in anderen Büchern findet. Chalkin hat mit den Astronauten gesprochen und ihre Erlebnisse in dem Buch verarbeitet. Auch Raumfahrtkenner erfahren Neues, ich wusste z.B. nicht das es keine spezielle Selektion für die erste Landemission auf den Mond gab, sondern dies einfach eine Folge der Crewrotation war. Genauso wie keine poltische Entscheidung festlegte das Armstrong als erster ausstieg sondern die Position zu der Austrittslucke, die es unmöglich machte, das Aldin vor ihm ausstieg weil nicht genügend Platz zum Tauschen der Plätze im LM gab. Wenn Sie das Buch über Amazon bestellen, leisten Sie mit 5 % des Preises auch einen Beitrag zur Unterhalt dieser Website....


So und nun zum Bilderrätsel für heute. Heute mal keine Raumsonde oder Rakete, sondern ein Himmelskörper. Nun welches ist es ? Alle Lösungsvorschläge bitte als Kommentar zu diesem Blog.



Sitemap Kontakt Neues Impressum / Datenschutz Hier werben / Your advertisment here Buchshop Bücher vom Autor Top 99