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Web Log Teil 407: 9.12.2014 - 16.12.2014 16.12.2014

9.12.2014: Legal und doch nicht legal?

Bei meinen Recherchen über Hanf habe ich mal geschaut was unser ORF so verzapft. Bei der Suche mit Mediathekview fand ich vor allem Beiträge, die sich mit der rechtlichen Sicht beschäftigten und da auch vor allem bei dem Einsatz in der Schmerztherapie. Etwas brachte mich zum Schmunzeln. Da meinte ein Professor für Strafrecht, man habe das Bundesbetäubungsmittelgesetz niemals "wissenschaftlich überprüft" und solle das nun nachholen. Gesetze die wissenschaftlich überprüfbar sind? Das wäre ja ganz was neues. Hat jemand mal wissenschaftlich überprüft was die Ökostromumlage oder die Auflagen beim Wohnungsbau / Renovierung bringen? Mir würde es schon reichen, wenn man zahlreiche Gesetze auf die wirtschaftliche Sinnhaftigkeit überprüfen würde, wie z.B. die zahlreichen Subventionen.

Aber zurück zu Hanf. Bei Quarks & Co gab es da eine Karte mit dem Status in verschiedenen Ländern. Es gab nur wenige mit grün (Anbau und Konsum legal), einige mit gelb (Anbau verboten, Konsum eine Ordnungswidrigkeit) mehr mit orange (Anbau und Konsum verboten, Konsum kleiner Mengen geduldet, dazu gehört auch die BRD) und dann noch rot (Anbau und Konsum strengstens verboten).

Sinn (im Sinne von gesundem Menschenverstand) machen bei mir nur die beiden Extreme. Also entweder legalisiert man Anbau und Konsum, oder man verbietet beides. Es gibt schließlich nur einen Absatzmarkt, wenn jemand auch etwas abnimmt. Die Zwischenformen bedeuten in der Praxis folgendes:

Die Regelung in der BRD ist derzeit so: Wer mit einer "geringen Menge" erwischt wird (je nach Bundesland 6-10 g Marihuana) wird nicht strafrechtlich verfolgt. Alles darüber hinaus ist eine Straftat, die mit Gefängnis belegt ist. So verwundert es nicht das 14% aller Häftlinge wegen dem Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz einsitzen. Das heißt in der Praxis, das der Konsum legalisiert ist, außer man deckt sich mit größeren Mengen ein. Aber schon eine einzige Pflanze für den Eigenbedarf - eigentlich sollte das ja im Sinne der Politik und Polizei sein, denn Eigenanbau trocknet ja den illegalen Handel aus - wird mehr als 10 g Marihuana liefern. Damit landet man dann im Bau.

Etwas besser ist die Regelung, das der Konsum eine Ordnungswidrigkeit ist. Eine Ordnungswidrigkeit ist auch ein Strafverstoß, aber geringeren Maßes und damit mit einer Geldstrafe belegt. Für den Staat ist diese Regelung daher sogar noch lukrativer als die Freigabe des Konsums von Kleinmengen, denn man kann dann jedem Konsumenten einen Strafzettel verpassen. Sinn macht es natürlich als System nur, wenn dann auch er Anbau nur eine Ordnungswidrigkeit ist.

Cannabis LandkarteUruguay ist ein Fall wo es eine Legalisierung gab. Dort hat man auch den Anbau legalisiert und zwar nicht nur den Konsum. Bis zu 99 Pflanzen darf man anbauen. Ich vermute diese vergleichsweise hohe Zahl, die weitaus höher als das ist, was man für den Eigenbedarf braucht soll die Kleinbauern stärken. Uruguay ist bisher der einzige Staat der soweit geht. In einigen US-Bundesstaaten ist es auch legal, aber die ganze USA sind den Weg noch nicht gegangen.

Bei uns ist sicher eine Legalisierung nicht absehbar. Nicht nur wegen der Haltung der CDU (vor allem von Merkel, die für eine Physikerin recht unaufgeschlossen ist gegenüber neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen), sondern auch weil 65% der Bevölkerung dagegen sind - meiner Meinung eine Folge jahrzehntelanger Indoktrination und es kann nicht sein, dass man für Jahrzehnte eine Substanz verbietet weil sie angeblich ganz schädlich ist. Also muss doch da was wahres dran sein.

Wofür ich eine Chance sehe, ist das diese Politik langsam sich ändert. Cannabis ist ja nicht nur Droge, es ist auch Medikament. Der Nutzen wird in vielen Bereichen propagiert, doch oft gibt es auch Alternativen. In zwei Bereichen scheinen Cannabis oder die isolierten Reinstoffe wenige Alternativen haben. Sie wirken sehr gut bei einigen neurologischen Erkrankungen wie dem Touret Syndrom. Ein Betroffener hat nach dem Fernsehen  keine "Ticks" wenn er 5 g pro Tag einnimmt (ich frage mich vielmehr wie er diese Menge pro Tag konsumieren kann ohne dauerbenebelt zu sein). Das zweite sind bestimmte chronische Schmerzerkrankungen wo Cannabis diese dämpft ohne die starken Nebenwirkungen die Opiate haben.

Würde man Cannabis bzw. die daraus gewonnenen Reinstoffe legalisieren und zwar nur als Medikament, dann wäre das zum einen verträglich mit dem heutigen Betäubungsmittelgesetz. Opiate sind ja auch Medikamente und Betäubungsmittel, ebenso bestimmte Amphetamine. Der Staat kontrolliert die Abgabe, indem es sie nur per Rezept vom Arzt gibt. Zwar kann man heute Cannabis schon auf Rezept bekommen, aber die Krankenkassen genehmigen das selten, oftmals auch willkürlich, so bei Patienten die es dauerhaft brauchen, wird es mal genehmigt und mal nicht. Zudem müssen die Patienten oftmals das alles selbst zahlen und da Cannabis in der Apotheke, selbst als Kraut erheblich teurer als wie bei den Straßendealern ist geht das ins Geld. In jedem Falle ist es ein enormer bürokratischer Aufwand zu treiben bis man eine Sondergenehmigung bekommt. Das verhindert heute recht zuverlässig den Einsatz von Cannabis in der Medizin.

Die Zulassung würde vielen Kranken helfen, das allgemeine Verbot nicht tangieren aber vor allem eines verändern: die gesellschaftliche Warnung, nämlich, dass Cannabis nicht nur ein Droge ist. Da zumindest SPD und Grüne dafür sind besteht da auch am ehesten noch eine Chance zur Umsetzung. Man könnte analog auch Ausnahmegenehmigungen für den Anbau für die Pharmazie erteilen, was dann die hohen Kosten reduzieren würde. Ich glaube zwar nicht, dass dann Cannabis so billig wie Küchenkräuter werden, wie der Fokus mal titelte, aber eine Reduktion auf einen Bruchteil des heutigen Schwarzmarktpreises müsste beim Anbau im Gewächshaus unter Sonne, nicht Kunstlicht, möglich sein. Das würde dann auch den Krankenkassen und Patienten nützen.

Leider ist es derzeit anders. Als ein Patient der Cannabis auf Rezept bekommt vor Gericht durchsetzen konnte, dass er damit er nicht die hohen Kosten selbst zahlen muss Hanf für den Eigenbedarf anbauen darf, legte der Bundesdrogenbeauftragte gleich Einspruch ein, somit ist das Urteil nichts rechtskräftig. Offensichtlich ist der Staat der Meinung er hat immer recht, selbst wenn Gerichte was anderes beschließen. Was kann man auch von einer Regierung erwarten die den absoluten Rekord an Beschwerden beim Bundesverfassungsgericht hält?

10.12.2014: Ich würde es lassen.

Seit einigen Wochen habe ich ein vermehrtes Mailaufkommen zu einem Thema: der OTRAG. Zuerst von einem Professor in Kalifornien der das im Rahmen eines Projektes untersuchen will, dann von den Krautreportern, dann kontaktiert mich Norbert Brügge bei dem sich Kayser gemeldet hat und der seinen Angaben nicht so traut, es folgt ein intensiver Mailwechsel mit einem OTRAG Mitarbeiter der sich auch nach Jahren erneut meldet und zuletzt eine Mail von Kaysers letzter Ehefrau die mich nach einem Söldner fragt der im Dienste der OTRAG war. Sie hat . so zumindest meine Vermutung - auch diese Welle ins Rollen gebracht, denn sie kündigte an, die Autobiographie von Kayser zu schreiben.

Ich vermute mit dem Anschreiben anderer wegen Informationen (sie ist erst seit 1980 dabei, hat also den Großteil der OTRAG-Geschichte verpasst) das ganze erst ausgelöst. Was die Ursache ist? der ehemalige OTRAG Mitarbeiter meinte Kayser hätte nach den jüngsten Fotos doch sehr an Vitalität verloren. Eventuell ist auch dies ein Grund.

Kayser sieht sich nach eigenen Aussagen als Opfer der deutschen Politik und sagt jedem der es hören will oder nicht, Giscard D'Estaing und Helmut Schmidt hätten seine Firma kaputtgemacht. Das mag sicherlich ein Grund sein, seine Memoiren niederzuschreiben, doch würde ich dazu abraten, wenn man eine so ausgeprägte selektive Wahrnehmung hat, wie sie Kayser schon in den Siebzigern hatte. Was die Regierung gemacht hat war ein Steuerschlupfloch zu schlissen, das das Konstrukt der OTRAG erst möglich machte. Die Firma wurde dadurch möglich das Spitzensteuerverdiener Verluste die die Firma unweigerlich in den ersten Jahren machten zu einem mehrfachen des eigentlichen Wertes von der Steuer abziehen konnten. Kayser hatte in dem Gespann Bader/Höck zwei Finanzbeamte gefunden die im hessischen ein Steuerparadies aufgebaut hatten und zahlreiche Gesellschaften mit Verlustabschreibungen dort registrierten und genehmigten, darunter auch die OTRAG. Ein Verhalten, das nach Staatsanwaltschaft an „Dreistigkeit und krimineller Energie“ kaum noch zu überbieten sei. Das war schon damals nicht legal, weil sie keinerlei Prüfungen des Geschäftskonzepts machten, also ob es überhaupt eine Gewinnerzielungsabsicht gab. (Die OTRAG wies in der ersten Genehmigung einen Finanzbedarf von 714 Millionen DM aus, hatte aber nicht mal ein Sechstel dieser summe als Aktiva). Dafür flog der Sohn einer der Finanzbeamten 1977 für vier Wochen für einen Job nach Zaire zur OTRAG. Für jemand der sich so aufregt, dass man dem auch nach damaligen Gesetz illegalen Verhalten dieser Finanzbeamten ein Ende bereitete, hat Kayser eine sehr lockere Steuermoral, denn als sich die Rückstände der (nie gezahlten) Gewerbesteuer für Stuttgart in Millionenhöhe anhäuften zog man einfach nach München um.

Mit der engen Verbindung zu zwei Diktatoren (Mobutu und Gaddafi) die jeweils für den Tod Tausender verantwortlich sind, wird es Kayser auch heute schwerfallen eine "logische" Erklärung für die Wahl von Zaire und Libyen als Startplätze zu finden, vor allem wenn man in Libyen hinsichtlich Größe der Raketen einen Schritt nach hinten machte zu Ein Modul-Trägern, anstatt zu größeren Trägern oder Mehrstufenraketen überzugehen die man selbst für eine Höhenforschungsrakete bräuchte. Dafür hat man sie im schrägen Winkel aus Containern abgefeuert. Logisch: ohne Steuermöglichkeit muss man um Reichweite zu bekommen die Raketen wie Katjuschas schräg abfeuern, wenn man sie militärisch einsetzen will.

Demgegenüber hat er mint den Mitteln und über 10 Jahren Entwicklung nicht viel erreicht. Von Zaire aus gelangen einige senkrechte Abschüsse mit mehreren Modulen die einige Kilometer Höhe erreichten, in Libyen dann weitere militärische Starts, über die er besser schweigen sollte, denn das es bei Libyen um militärischen Einsatz ging wahr allen OTRAG Mitarbeitern bekannt. nicht wenige, darunter Gallionsfigur Kurt Debus kündigten dann auch. Mit Schuld an dem Scheitern ist auch eine ziemliche Geldverschwendung: Die OTRAG hat in wenigen Jahren mindestens 150 Millionen DM verbraucht, und das mit nur rund 50 Mitarbeitern. Elon Musk hat mit weniger Geld seine Falcon 9 entwickelt und das bei sechsmal größeren Mitarbeiterstamm. Das kann man auch nicht wirtschaftlichen Erfolg nennen. 150 Millionen DM wurden ausgegeben und was gibt es als Resultat? Einige Starts eines einfachen druckgeförderten Triebwerks, dessen wesentliche Konzeption und Leistungsparameter schon mit einer Bundesförderung zwischen bis 1972 erarbeitet wurden,

Vielleicht ist Elon Musk und der Medienhype um ihn der Grund warum Kayser sich in Erinnerung bringen will. aber ich rate davon ab. Elon Musk war erfolgreich, Elon Musk versucht neue Wege und innovative Konzepte, anstatt einfachste Billigstraketen. Elon Musk hat sein eigenes Geld Investiert, während Kayser schon von den ersten 95 Millionen DM 21 Millionen für seine "Erfindungen" einsteckte. (Die Anführungszeichen, weil die Erfindungen auch von den Mitarbeitern stammen, die nichts davon hatten und meiner Ansicht nach die Erfindungshöhe nicht so hoch ist diese Summe zu rechtfertigen). Neben dem Effekt das der Firma Geld entzogen wurde, erlaubte dies ihm einen schon in den Siebzigern enorm luxuriösen Lebensstil und heute reicht es immer noch für eine eigene Südseeinsel. Als Visionär kann man sich so nicht verkaufen, eher als jemand der aus einer Idee viel Geld für sich persönlich gemacht hat.

Kayser wurde schon in den Siebziger Jahren von einem Journalisten, der ihn für eine Coverstory begleitet hat, eine "bemerkenswerte politische Naivität" bescheinigt. Vielleicht ist die erhalten geblieben und hat nun auch auf seine Frau übergefärbt. Vielleicht glaubt er seine Story von der Enteignung in Libyen selbst. Nur hat sich die Zeit geändert: Eine kleine Recherche im Internet und man wird schnell fündig, dass er fast 20 Jahre lang nach der Enteignung in Libyen lebte und zwar nicht als Privatmann sondern als Mitglied der dortigen Akademie der Wissenschaften. Also irgendwie habe ich andere Vorstellungen von jemanden der enteignet worden ist. Vielleicht will er seiner rechten Hand und Nachfolger Frank Wukasch nacheifern der sich in Vorträgen als Raketenpionier feiern lässt. Da Kayser prominent im Vordergrund war und er sich nach Libyen als Retter mit der wissen Weste präsentiert, gelingt ihm dies auch, obwohl er von ehemaligen Mitarbeitern als "Hochstapler" und von Kaisers Frau als "nicht vertrauenswürdig" bezeichnet wird. Kayser ist dagegen zu eng mit Negativschlagzeilen über ihn selbst und die OTRAG verbunden.

Mein Rat: genießt euren Lebensabend auf der Südseeinsel beim Marschall Archipel und seit froh, dass heute selbst viele die mit Raumfahrt hauptberuflich zu tun haben, mit dem Namen Lutz Kayser nichts mehr anfangen können. Mit einer Autobiographie wird das Thema sicher erneut hochgekocht. Ob das unbedingt von Vorteil ist oder nicht, kann man nicht sagen. Aber ich würde das Risiko nicht eingehen. Und mit 75 kann man auch mal das Leben genießen. Falls man doch eine Autobiographie schreiben will, dann würde ich mit der Veröffentlichung warten bis Interorbital, die ja nun die Technologie leicht modernisiert einsetzen tatsächlich auch mal einen erfolgreichen Satellitenstart geschafft haben - dann gäbe es auch genügend positives Interesse an den Memoiren.

Exploration Mission 2: Orion kommt in die Gänge

Nachdem gerade erst der erste Testflug der Orion aka MPCV zu Ende gegangen ist, gerade die ESA ein Abkommen mit Airbus abgeschlossen hat, das nun auch die Fertigung des Servicemoduls regelt, legt die NASA nach, solange das Projekt noch in den Schlagzeilen ist. Sie hat nun die Nutzlast für die Exploration Mission 2 bekannt gegeben, die 2021 stattfinden soll.

Anders als bei Apollo versucht die NASA Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen, indem schon die ersten Missionen wissenschaftlich genutzt werden. Da die Finanzierung eines Asteroideneinfangs bisher noch nicht steht, hat die NASA diesen aus dem Missionsprofil gestrichen, stattdessen soll nun einer Fernerkundungsmission aus der Exploration Mission 2 werden. Die Exploration Mission 1 wird unbemannt erfolgen und nur den Mond umrunden, die EM-2 dagegen in einen Mond einschwenken und bemannt sein. Sollte nach EM-1 eine weitere unbemannte Mission nötig sein, so wird das Programm auf EM-3 verschoben.

Die NASA hat zuerst in einem eigenen Arbeitskreis untersucht was eine bemannte Mission im Mondorbit durchführen könnte. Die Schwierigkeit lag dabei nicht so sehr Experimente zu finden, sondern vor allem finanzierbare Experimente, denn bis vor wenigen Monaten waren keine Instrumente für die Mission vorgesehen und auch in der Finanzierung nicht erhalten. Die NASA hat nun 50 Millionen Dollar für EM-2 bis 2021 veranschlagt. Gemessen an dem Budget der beiden letzten Mondsonden LRO und LADEE ist dies wenig, auch wenn es nur der NASA Anteil ist, der vor allem auf Integration und Tests sowie Missionsdurchführung entfällt. Doch auch Forschungsinstitute und Universitäten haben nicht endlos viel Geld, zumal (das ist auch eine Limitation) die Mission nur wenige Tage bis maximal zwei Wochen beim Mond bleiben wird. Nebenbei hat die Mondforschung mit den aktuellen Orbitern einen Stand erreicht bei dem wissenschaftlicher Zugewinn nicht mehr so einfach ist wie noch vor einigen Jahrzehnten.

Doch man fand eine Möglichkeit, die wie ich finde, das Optimale aus der Mission herausholt. "We finally found, that the Solution was not to see the short Duration as an Draftback, rather to make full use of the few Days in Orbit" so Jeremy Tyler, Mission Experiment Manager für diese Mission. Die Grundidee ist es den maximalen Nutzen aus dieser Zeitdauer zu ziehen und einen Gesamteindruck des Mondes zu einem Zeitpunkt gewinnen. Die Idee kam als Dominic Lee Pudwill Gorie zu der Gruppe dazukam und immer wieder sagte, dass noch immer die Daten aus der SRTM Mission STS-99 bis heute Grundlage für die Topografischen Modelle der Erde sind, obwohl es seitdem einige Radarsatelliten gibt die über Jahre weitere Daten der Erde gewonnen haben. Das besondere ist dass diese Mission alle in einer kurzen Zeit gewann und dies enorm die Aufbereitung erleichtert, da die Orbithöhe, Winkel zur Erdoberfläche, Auflösung und zahlreiche andere Parameter bei allen Aufnahmen derselbe ist. Dagegen variieren diese bei Erdsatelliten die pro Orbit nur einen kleinen Streifen aufnehmen können.

Man schrieb zahlreiche US-Institute an, Vorschläge zu unterbreitem Die Universitäten müssten auch die Experimente selbst finanzieren, die NASA würde nur die Mitfluggelegenheit offerieren. Die meisten Institute hatten auch Vorschläge und fast alle liefen auf dasselbe Prinzip heraus: es wird keine grundsätzlich neuen Instrumente geben, aber es eine neue Dimension in der Erfassung geben. Wie bei der SRTM-Mission wird man von der Tatsache Gebrauch machen, dass die Orion zur Erde zurückkehrt und die Daten an Bord speichern. Das ermöglicht viel höhere Datenraten als Satelliten und damit gibt es auch einen echten Zusatznutzen, der in diesem falle in der spektralen und räumlichen Auflösung liegt.

Die angekündigte Nutzlast besteht aus zwei Sektionen, die am Servicemodul angebracht werden. Auf der einen Seite ist es eine Radarantenne (Lunar SAR-Sounder) mit Empfängern im C und X-Band. Diese stammt von der USAF und soll bei einem nicht benannten Satellitenprojekt (wahrscheinlich einem Lacrosse-Radarsatelliten) übrig geblieben sein. Aus der Höhe der Umlaufbahn von nur 25 km Höhe soll sie eine räumliche Und Höhenauflösung von 10 cm besitzen.  Das Radargeräte wird jeweils auf der Nachtseite aktiv sein, wobei sich dazu die Orion um 180 Grad dreht. Auf der Tagseite sind drei optische Instrumente aktiv:

Die Lunar 3D-Kamera: Eine Serie von Weitwinkelobjektiven die Farbaufnahmen mit der Perspektive direkt nach unten, nach vorne und hinten und zu beiden Seiten macht. Alle zwei Sekunden wird eine Szene gemacht. Durch die unterschiedliche Blickwinkel von Senkrecht (90 Grad) und 45 Grad zu jeder der vier Seiten gewinnt man eine 3D-Szene durch rechnerische Kombination der Aufnahmen. Die Auflösung liegt bei 2 m.

Die High-Resolution Kamera: Sie hat nur 50 cm Auflösung und macht nur Schwarz-Weiß aufnahmen, kann mittels vier parallel geschalteten Teleobjektiven und Scanteilen von jeweils 28.000 Elementen Länge aber die gesamte Mondoberfläche abbilden. Ihre Auflösung ist nicht größer als die der LROVC Kamera des LRO, doch sie wird den gesamten Mond während der Mission abbilden, dass hat der LRO noch nicht geschafft und der Einfallswinkel des Lichts ist auf allen Aufnahmen derselbe, mit entsprechender Ausleuchtung und entsprechenden Schatten.

Den meisten Mehrgewinn erhofft man sich vom Super-Spektralscanner, einem Multispektralscanner der zeitgleich Aufnahmen in drei Spektralbereichen (0,3 bis 1,1 nm mit 5 nm Auflösung, 1 bis 2,5 nm mit 6 nm Auflösung und 2 bis 5 nm mit 12 nm Auflösung) gewinnen. Dazu dienen drei Teleskope mit einem Siliziumdetektor (sichtbarer Bereich und nahes Infrarot), einem HgCdTe Detektor (nahes Infrarot ( und einem InSb-Detektor (mittleres Infrarot). Alle drei haben 256 Spektralkanäle und 1024, 640 und 256 Pixels in der Ortskoordinate. Daraus resultieren Auflösungen von 10,15 und 40 m. Auch hier liegt der Vorteil gegenüber schon eingesetzten Instrumenten wie dem M3 (an Bord von Chandrayaan 1) nicht nur in dem breiten Spektralbereich der abgebildet wird als vielmehr die Vergleichbarkeit der Aufnahmebedingungen.

die gesamten Daten werden über einen Datenbus in die Kommandokapsel geleitet, wo die Besatzung in regelmäßigen Abständen den Speicher auswechseln muss (wie schon bei der SRTM Mission als es ihre Aufgabe war Bandlaufwerke zu wechseln. Es laufen zwei RAID Arrays mit je 5 SSD als Speicher, je eines ist für die Datensicherung aktiv. Obgleich das Array 16 Terabyte (Nettokapazität) speichern kann, reicht diese Datenmenge für nicht mal 5 Stunden Betrieb. Nach 4 Stunden wird auf das zweite Array umgeschaltet und die SSD im ersten NAS durch neue gewechselt. Nach 4 Stunden ist es dann wieder mit der Datensicherung dran. Pro Tag fallen so 30 SSD an. Die NASA hat auf SSD gesetzt weil nur sie die Datenmenge von 1 Gigabyte pro Sekunde geliefert über 4 SATA-Ports verarbeiten kann und sie trotzdem sehr leicht sind. Die Experimente selbst gehen beim Wiedereintritt verloren.

2019/2020 soll eine Qualifikationseinheit an der Außenseite der ISS angebracht und dort erprobt werden. Sie wird allerdings nicht im Dauereinsatz sein, da auch die ISS nicht die Möglichkeit hat, die Datenmenge zur Erde zu übertragen und die Besatzung eh schon einen vollgestopften Arbeitstag hat. Gedacht ist aber an die Durchführung von zwei vollen 24 Stunden Zyklen bei denen man rund 0,18% der Erde erfassen wird. Die SSD werden auch hier zur Erde zurückgebracht und nicht nur die Daten sondern auch die Fehlerrate untersucht, denn nur kommerzielle, nicht besonders weltraumtaugliche SSD haben jetzt also bei Projektbeginn die erforderliche Kapazität (genauer gesagt: es gibt nur einen Anbieter: Scandisk). Durch die standardisierte SATA-II Schnittstelle will man aber beim ISS Einsatz mehrere bis dahin öffentlich verfügbare Modelle testen.

Kopfzerbrechen macht der NASA nur eines: um die Mission durchführen zu können muss die EM-2 mindestens eine halbe Mondrotation den Erdtrabanten umkreisen. Das sind mindestens 14 Tage. Bisher war eine deutlich kürzere Mission von nur 3 bis 6 Tagen Dauer in einem höheren Orbit geplant. Das hat Konsequenzen auf die Vorräte aber auch den Treibstoffbedarf der in einer nur 25 km hohen Umlaufbahn sehr hoch ist, schließlich muss diese konstant sein, was mehrmals pro Orbit kleine Korrekturen nötig macht. Neueren Analysen scheint die SLS aber das Mehrgewicht transportieren können, sodass die Mission umsetzbar ist.

14.12.2014: Ich sollte Testseher werden

Diese Erkenntnis hat sich mir bei der letzten Wetten-Dass Sendung bestätigt. Mir hat sie eigentlich immer gefallen, zumindest im Großen und Ganzen. Mit Grausen erinnere ich mich nur an das Zwischenspiel von Lippert und die Wahl von Cindy aus Marzahn als Assistentin. Sie mag mit dem Humor den sie vertritt, eine (eigene) Show machen, doch ist sie als Assistentin eine völlige Fehlbesetzung, denn diese sollte ja eher unauffällig im Hintergrund bleiben und keine Show machen, vor allem aber massentauglich sein.

Ich hatte ja erwartet als Abschluss eine Sendung mit allen vier Moderatoren zu sehen, bei vier Moderatoren hätte es auch für vier Wetten gereicht, aber so war es "nur" eine normale Sendung. In der Sendung wurde beschwört dass sich die Sehgewohnheiten geändert haben. Nun gab es den geschilderten Fernsehabend, frisch gebadet im Schlafanzug vor dem Fernseher bei uns nie (was auch daran lag dass ich beim Start von Wetten dass schon 16 war, einen eigenen Fernseher hatte, mit glatten 36 cm Bildschirmdiagonale!) aber man wird nicht darum herum kommen zu konstatieren, dass sich die Sendegewohnheiten verändert haben. Je mehr Kanäle es gibt desto weniger Zuschauer gibt es pro Kanal. Aus wirtschaftlichen Gründen mag es verständlich sein, dass man dann große und teurere Shows einstellt.

Wie hier schon mehrmals erwähnt ist aber die folge dieses Wettbewerbs dann nur, das das allgemeine Niveau sinkt und man immer mehr Sendungen macht die billig zu produzieren sind: beim ZDF laufen nachmittags ja nur noch Kochshows. Was braucht man dafür? Eine Küche, einige Spitzenköche die man nicht mal so gut bezahlen muss, schließlich macht man so Schleichwerbung für die und ein Studio, das existiert schon. Gut von den privaten wird man nichts anderes Erwarten. Niveau rechnet sich weil es immer mehr Leute gibt die niveauloses Zeug konsumieren. Doch auch beim öffentlich rechtlichen regiert nur noch die Quote.

Ich sollte beim ÖRF Testseher werden. Man kann drauf Wetten, dass die Sachen die ich gerne sehe bald abgesetzt werden oder zumindest keine Fortsetzung erleben. Das betraf Türkisch für Anfänger, eine der "Heiter bis Tödlich" Serien (Nordisch Herb) und was mir gerade sehr gut gefiel "Dating Daisy" wird angesichts der schlechten Quoten wohl auch keine Nachfolgeserie bekommen.

Aber es gibt noch Lichtblicke. Denn es scheint auch Konzepte zu geben, die über Jahrzehnte funktionieren. Letztes Jahr feierte das ZDF fünfzigjähriges Bestehen und lies ihre Shows Revue passieren. Bei "Dalli Dalli" wurde dann bemerkt dass man das heute nicht mehr machen könnte, das wäre heute mit den Spielen schon "Kindergeburtstag". Im Herbst hat die ARD gleiche Konzept als "Das ist Spitze" erneut vorgestellt - und war damit erfolgreich. Das einzige was ich dort zu meckern habe ist die sehr komische Punkteberechnung. Bis zur Finalrunde werden die Punkt addiert und dann die Punkte multipliziert. Das bedeutet dass die Punkte aus der Finalrunde dann so 10.000 bis 15.000 der Gesamtpunkte ausmachen und die vier Runden vorher vielleicht 300 Punkte. Mein Vorschlag: Jeder Punkt ist für 100 Euro gut, egal in welcher Runde er erspielt wird. Oder ihr setzte das Prinzip in allen Runden ein - ich kann mich noch gut an eine Quizshow mit Pilawa erreichen die 45 Minuten ging und in der pro Sendung viele Kandidaten in den 30.000 bis 50.000 Euro Bereich vorstoßen, da sollte man in einer Abendshow nicht weniger Geld verteilen, zumal das an notleidende Familien geht.

Angeblich bastelt das ZDF ja schon an einem neuen Showkonzept, zumindest haben sie das angekündigt vor der letzten Wetten Dass Sendung. Aber ehrlich gesagt ich erwarte da nicht allzu viel.

16.12.2014: So klappt's vielleicht auch mit der Demokratie

Wir haben eine Regierung die ist zufrieden. Die schwarze Null ist erreicht - wenngleich nur deswegen weil man kaum noch Zinsen zahlen muss und man die Kassen von Renten- und Krankenversicherung plündert. Es gibt offensichtlich keinen Bedarf zur Reform. Wie sonst könnte man sich Wochen über solche wichtigen Themen wie Herdprämie, Maut und Frauenquote streiten?

Mutti macht nichts, sie hat ganz Kohl zum Vorbild genommen, der Probleme aussitzt und innerparteiliche Konkurrenten sich selbst zerlegen lässt. Sie hat aus dem Schicksal Schröders gelernt der zumindest eine Reform angegangen ist und als Folge die Macht verloren hat. Was sind die Folgen? Es bleibt weiter bei einer enorm hohen Staatsverschuldung, Das Demographie Problem bei der Rentenversicherung (die Bevölkerung wird im Durchschnitt immer älter) ist nicht gelöst (man hat ja die Verschiebung der Eintrittsalters, auch eine von Schröders Maßnahmen, ja wieder rückgängig gemacht) und von den Klimazielen hat man sich mit der Genehmigung neuer Kohlekraftwerke schon verabschiedet.

Doch wir sollten nicht nur der Regierung den schwarzen Peter zuschieben. Umfragen zeigen, dass sich die Wähler von der Regierung wünschen, dass sie langfristige Probleme angeht, sie ihre Wahlerscheinung aber nach kurzfristigen Vorteilen ausrichten. Und gab es nicht genug Beweise für diese These? Die zahlreichen verlorenen Landtagswahlen nach der Agenda 2010? Der Erfolg der FDP 2009 als man Steuererleichterungen versprach? Oder auch die Erfolge von Partien wie der AFD die völlig unmögliches versprechen, aber damit Wähler ködern. Immerhin sind die Wähler ja noch schlau genug, dass wenn nicht geliefert wird sie die Parteien abstrafen. das hat die FDP erlebt und zahlreiche kurzfristige erfolge von Protestparteien bleiben damit auch kurzfristig. Das haben schon Republikaner, DVU, NPD und Piraten erleben müssen.

Trotzdem: Unser System fördert das eine Regierung am besten nichts macht, was die Bevölkerung belastet und wenn dann macht man es so wie beim Soli: für ein Jahr ankündigen, dann die Abschaffung mehrmals verschieben bis sich jeder an ihn gewöhnt hat und dann bleibt es bei ihm auf Dauer. Das ist auch der Grund warum man nichts an der kalten Progression ändert: das bringt ja Steuereinnahmen und die Leute merken nicht mal was davon (zumindest steht davon nichts in ihrem Gehaltszettel). Den Finanzbedarf deckt man durch Schulden und so steigen diese seit über 40 Jahren kontinuierlich an.

Niels hat mal einen Vorschlag für ein autokratisches Regierungssystem vorgestellt. So weit würde ich nicht gehen, aber das demokratische System in Deutschland muss reformiert werden. Ich will zuerst mal das Grundproblem des heutigen Systems aufzeigen.

Problem 1: Es ist ein System ausgerichtet auf Parteien

Einzelpersonen die in Verantwortung gelangen sollen, sind bei uns nur bis zur Bürgermeisterebene vorgesehen, darüber hinaus dominieren bei den Listen Parteien. Die Auslegung ist so stark, dass in Bundesländern wo alle Direkt Kandidaten von einer Partei kommen (Bayern, lange Zeit auch BW) die anderen Partien dann ihre Kandidaten über die Zweitstimme ins Parlament bekommen und die CSU dann eben fast keine Zweitstimmkandidaten mehr. Schlussendlich zählt dann nicht wie viele Stimmen der Erstkandidat hat, sondern nur die Verteilung der Stimmen. Gibt es trotzdem noch eine Differenz so gibt es sogar Überhangsmandate. Nach dem Grundgesetz sollen ja alle Abgeordneten nach ihrem Gewissen entscheiden. In der Praxis folgen sie der Fraktionsdisziplin. Sonst kämen ja Gesetze die primär von einem kleinen Führungszirkel gewollt werden nicht zustande. Genau genommen regieren daher auch nicht die Parteien, sondern wenige Parteivorsitzende und vielleicht noch einige andere vom Führungskader. Das muss nicht so sein: in den USA kann sich der Präsident nicht sicher sein, dass alle seiner Partei für ihn stimmen, sondern muss hier genauso wie bei der Gegenpartei um Stimmen werben. Doch in Deutschland scheint man als Abgeordneter sein Gewissen mit der Wahl abzugeben.

Die erste Reform ist daher, das es in allen Landesparlamenten zwei Stimmen gibt. Die eine wie bisher vergeben an Parteien (die heutige Zweitstimme), die zweite nur an Einzelkandidaten die nicht Mitglied einer Partei sein dürfen oder in den letzten 5 Jahren gewesen sein dürfen. Als Folge haben die Parteien nicht automatisch eine Mehrheit im Parlament sondern müssen Überzeugungsarbeit bei den anderen 50% der Abgeordneten leisten. Damit kommen solche Unsinns Gesetze wie die Maut schon mal nicht zustande, weil außer der CSU-führung selbst in Bayern eine Mehrheit der Bevölkerung und so wahrscheinlich auch die "freien "Abgeordneten dagegen sind.

Ein Abgeordneter darf während der Legislaturperiode nicht Mitglied in der Führungsriege eines Unternehmens über 1000 Mitarbeiter sein. Damit scheiden die lukrativen Aufsichtsratsposten aus, die viele Abgeordnete haben und die oft ihr Abstimmungsverhalten bzw. die des ganzen Parlaments prägen. Nicht umsonst findet seit Jahrzehnten eine Verlagerung der Steuerlast von Unternehmen auf Individuen statt. Subventionen werden nicht abgeschafft oder bei neuen Abgaben wird die Industrie befreit (wie bei der Ökoabgabe).

Es löst auch ein Problem, das man in letzter Zeit beklagt: das die Abgeordneten meistens den Debatten und Abstimmungen fern bleiben. (Außer bei wichtigen Gesetzen, doch die sind die Ausnahme)Schaut man sich die Fernsehübertragungen an, so sieht das Parlament sehr leer aus. mittlerweile ist es sogar so, dass bei den Fragestunden weder Fragesteller noch Antwortender da sind. Intern gibt es sogar eine Regelung, dass bei Abstimmungen die Machtverhältnisse erhalten bleiben. Kommen also nur ein Fünftel der Koalitionsabgeordneten zu einer Abstimmung, so sind es bei der Opposition auch nur ein Fünftel oder was darüber hinaus anwesend ist, enthält sich der Stimme. (Sonst könnte ja selbst eine kleine Opposition durch vollständiges Erscheinen Gesetze zu Fall bringen!). Wenn man nur wenn man vollständig auftritt maximal 50% aller Stimmen hat, wird man jeden aufbieten und auch für das Vorhaben werben müssen.

Punkt 2: Motivieren für Reformen

Das offensichtlichste, was eine Motivation darstellt ist, das man nicht damit rechnen kann wiedergewählt zu werden. Dann überlegt der eine oder andere Kanzler(in), vielleicht auch Minister, was über seine Regierung in den Geschichtsbüchern steht. Daher sollte der Kanzler nur auf maximal zwei Legislaturperioden gewählt werden, ohne Möglichkeit (auch nach einer Pause) erneut anzutreten. das System haben die USA und es hat dazu geführt, dass zumindest einige Präsidenten in den zweiten 4 Jahren ihre Politik änderten. Aber es kann natürlich keine Garantie sein, es wäre aber zumindest eine Motivation. Das könnte man auch auf andere Posten wie Minister ausdehnen. So steht der Kanzler nicht alleine da wenn er Reformen angeht. Vielleicht wäre das sogar eine Überlegung für die abgeordneten, so wird das Berufabgeordnetentum verhindert.

Dazu gehört natürlich auch, dass man die Mehrheit dafür hat. Wir sehen gerade in den USA, was passiert wenn der Präsident keine Mehrheit im Parlament hat. Beide Institutionen blockieren sich gegenseitig. Auch bei uns ist Stillstand in der Politik zu beobachten, wenn viele Landtagswahlen anstehen. Dieses Problem ist zu lösen indem man zuerst beide Legislaturperioden gleich lang macht (in BW haben wir z.b. 5 Jahre lange Legislaturperioden beim Landtag). Zusätzlich wird in den Ländern gleichzeitig mit dem Bund gewählt und die Regierung hat 4 Jahre Ruhe ohne dauernd befürchten zu müssen, dass man Landtagswahlen verliert weil die Leute mit der Politik des Bundes nicht einverstanden sind. 4 Jahre sind auch genügend Zeit das sich erst mal bei einschneidenden Reformen sich der Unmut der Bevölkerung legt und vielleicht der eine oder andere erkennt, dass sie nötig sind, auch wenn sie einen belasten.

Da es natürlich auch Rücktritte in den Landes- (oder Bundesregierung) geben kann und sich so sonst bei Neuwahlen die Termine verschieben können sollte die Regelung soweit verändert werden, dass die Wahltermine zusammen mit der Bundestagswahl fix sind. Tritt eine Regierung vorzeitig zurück, wird durch Misstrauensvotum etc. abgewählt, so kann die neue Regierung in den Ländern und Bund nur bis zum nächsten regulären Wahltermin regieren, also immer kürzer als 4 Jahre.

Soweit mein Konzept. Es mag nicht perfekt sein, aber es ist ein besseres als das heutige, zumindest denke ich das. Es ist wie man sieht nicht vollständig durchdacht, aber es adressiert meiner Ansicht nach die wichtigsten Probleme des heutigen Systems.


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