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Web Log Teil 412: 21.1.2015 - 28.1.2015

21.1.2015: Braucht man das wirklich?

Das war mein erster Eindruck als ich gestern von dem Deal zwischen SpaceX und Google hörte, zuerst inoffiziell von SpaceX dann von Google. Hier mal basierend auf diesem und diesem Artikel, die Fakten die man bisher kennt:

Man kann das mit einem anderen, wenige Tage vorher gestarteten Projekt, Wourld Vu. Hier dessen Daten:

Ich vermute mal beide Konzepte werden ähnlich sein, es handelt sich beides Mal um sehr große Konstellationen, nicht vergleichbar mit den schon existierenden von O3B (12 Satelliten, 8000 km Höhe), Globalstar (48 Satelliten, 1400 km Höhe), Iridium (77 Satelliten, 780 km Höhe).

Im Allgemeinen gilt: je niedriger die Bahnhöhe, desto mehr Satelliten braucht man um ein globales System aufzubauen, da bei einer niedrigeren Bahn ein Satellit schneller über das Firmament zieht und so schneller aus dem Empfangsbereich verschwindet. Dafür ist die Distanz geringer, wodurch man eine geringere Sendeleistung und/oder Antennen braucht. Die beiden Systeme haben in etwa die Bahnhöhe von Globalstar aber zehn bis 100-mal mehr Satelliten.

Der Einsatzzweck: Globalstar und Iridium sind Telefonnetze, d.h. die Datenrate ist gering. Die beiden neuen Systeme sollen Internet mit hohen Datenraten übertragen. Das tut auch O3B, doch ist dieses System auf die Äquatorregion beschränkt (Versorgung von Bevölkerungsreichen, aber schlecht angebundenen Regionen wie die Inselstaaten im Pazifik (Indonesien, Philippinen etc.) und für Flugzeuge und Schifffahrt. Für diese ist wichtig das mit einer Höhe von 8000 km die Turnaround Time mehr als viermal kleiner ist also in den GEO-Orbit. (das bedeutet das Signal braucht zum Satelliten und von diesem zu einer Bodenstation die mit dem Backbone verbunden ist weniger Zeit, bei 8000 km Distanz sind es rund 53 ms zusätzlich, bei GEO-Satelliten dagegen 240 ms.

Bei so vielen Satelliten geht es nicht nur um die Flächenabdeckung. Es geht auch um die Kapazität. Mit 8 GBit/s werden wie WorldVu Satelliten maximal 160 Anschlüsse in voller Geschwindigkeit bedienen können, die ein Terminal maximal liefert (real mehr, weil die meisten Nutzer nicht dauernd Daten anfordern und meistens auch nicht in voller Geschwindigkeit), trotzdem wird ein Satellit zur Abdeckung des Gebietes in dem man ihn Empfangen kann (rund 10 Millionen km²) nicht ausreichen. Daher setzt man auf so viele Satelliten. In den Neunzigern planten ICQ und Microsoft ähnliche Flotten von bis zu 360 Satelliten, es kam aber zu keiner Umsetzung.

Ich habe meine Zweifel ob man tatsächlich den Datenverkehr, der derzeit zu 95% über Kabel läuft über Satellit umleiten kann. Nach Wikipedia betrug der 2012 rund 32000 Petabyte (1 Petabyte = 1024 TByte). Wenn alle 4000 Satelliten von SpaceX/Google mit 8 Gbit/s senden, dann haben sie bei 100% Verfügbarkeit eine Kapazität von 337,5 Petabyte, also ein Hundertstel der Datenmenge und sie gehen erst 2020 in Betrieb, In den letzten Jahren stieg der Datenverkehr um 50% pro Jahr, das entspricht dann 2020 über 500.000 Petabyte, Selbst wenn vieles lokaler Traffic ist, reicht das nie aus, denn die Satelliten wollen ja auch 10% des lokalen Traffics übernehmen, man müsste dazu ihre Kapazität um das Hundertfache erhöhen (und bei der steigenden datenverkehrsrate pro Jahr 50% mehr Satelliten starten). Wenn dies so billig wäre, dann wären Mobiltarife mit hohen datenraten viel billiger als sie es heute sind und auch die Nachfrage nach ihnen viel größer, denn für sie gilt fast die gleiche Problematik.

Vor allem bezweifele ich den Nutzen. Ein Datenkabel hatte schon 2009 eine Kapazität von 5120 GBit/s, entspricht also 640 dieser Satelliten, ist viel billiger in der Installation und Betrieb. In den industrialisierten Regionen wird man so wohl kaum Kunden finden. Schon heute kann ich über TV-Kabel und inzwischen auch über DSL 100 MBit/s bekommen. Natürlich gibt es noch viele Regionen in der Welt wo die Versorgung schlecht ist, das trifft für viele Entwicklungsländer zu wo jenseits der Großstädte die Anbindung schlecht ist. Das gilt auch für Insel, Schiffe, Flugverkehr. Nur fehlen dort die vielen zahlungskräftigen Kunden die man für ein solches System braucht zumindest in der Zahl um die 10 Milliarden Euro Investitionen zu amortisieren.

Dazu ist anzunehmen, dass man von den Satelliten die Daten schnell an eine Bodenstation weiterleiten wird, denn wenn man sie von Satellit zu Satellit zu wenigen zentralen Bodenstationen leitet so reduziert sich deren Übertragungskapazität. Passiert ein Signal in der Regel zwei Satelliten so halbiert sie sich. Bei 4000 Satelliten, 1000 km bis zur nächsten Bodenstation (immerhin noch über 160 Stück) würde ein Signal mindestens 4, meistens 5 Satelliten passieren und entsprechend die Kapazität reduzieren. Dann braucht man aber entsprechend viele Bodenstationen und ein entsprechendes Backbonenetz, wodurch man in meinen Augen dann nichts gespart hat. Zudem kommen dann hohe Kosten für die Infrastruktur hinzu, vor allem wenn die Bodenstationen Gebiete abdecken müssen in denen das Backbone schlecht ist (die weite der Ozeane, jenseits größerer Inseln oder den Kontinenten)

Das leitet über zu den Kosten: 2 Milliarden Dollar für das WorldVu Projekt erscheinen mir sehr niedrig. Selbst wenn man bedenkt, dass durch Serienfertigung die Satelliten billig werden. Das sind pro Satellit nur 3 Millionen Dollar mit Start und Versicherung. Iridium hatte Investitionskosten von 5 Milliarden Dollar. Hochskaliert wird das Google-Projekt in etwa genauso teuer, 10 Milliarden Dollar für 4000 Satelliten sind rund 2,5 Millionen pro Stück. Mich würde auch interessieren, was andere darüber denken. So dürfte die ITU nicht begeistert von dem Projekt sein, denn in 1200 km Höhe dürften die Sender viel stärker als die von geostationären Satelliten sein, das betrifft vor allem die Äquatorregion bei der man nahezu senkrecht nach oben schaut und so jede Passage eine Satelliten mitbekommt. Die Nationen die Satelliten oder gar eine Raumstation betreiben, dürften sich um den Weltraumschrott Gedanken machen denn 4000 Satelliten dürften in etwa so viele sein wie man seit Beginn der Raumfahrt gestartet hat (Launchlog liefert rund 5000 Objekte die einen Orbit erreichten). In 1200 km Höhe verblieben sie zudem Jahrhunderte bis sie verglühen.

Viele Fragen sind offen, so hat Virgin Galactics keine Trägerrakete in Petto sondern betreibet Weltraumtourismus auf suborbitalen Bahnen. SpaceX scheint erst mal zu profitieren, denn sie bekommen schon jetzt einen Reisen Auftrag, wahrscheinlich sogar den Rest der 10 Milliarden und das bedeutet selbst wenn sie nur Starten viel Arbeit. Nehmen wir an jeder Satellit wiegt 300 kg (several hundrets sind bei mir zumindest mehr als 200). Die Nutzlast in diesen hohen Orbit der auch stark geneigt sein dürfte, sonst kann man nicht ein weltweites Netz aufbauen dürfte 8-9 t betragen, das sind dann wenn man noch einen Dispender abrechnet 20 bis 25 Satelliten pro Start. Wenn man so ein System in 5 Jahren aufbauen will ist man bei 32 bis 40 Starts pro Jahr, also ein vielfaches dessen was letztes Jahr geschafft und für dieses Jahr geplant ist. Das man die Falcon Heavy nutzt halte ich für unwahrscheinlich, denn das Aussetzen von 20 Satelliten halte ich schon für aufwendig, bei 70 bis 80 pro Starts wird's extrem aufwendig und den Platz dürfte man auch nicht unter der Nutzlasthülle haben.

Google und SpaceX setzt anscheinend auf drastische Reduktion der Startkosten, denn bei 25 Satelliten pro Start würde heute alleine der Start 10 Milliarden Dollar kosten.

Die Frage ist natürlich auch wofür das ganze? Warum investiert Google in Satelliten? Sie bauen zwar schon ein Unterseekabel, aber eigentlich hat die Art wie die Leute ins Internet gehen nichts mit ihrem Kerngeschäft zu tun. Kommentatoren meinen, Google wolle sich so staatlicher Kontrolle entziehen. Das kann ich nicht teilen, denn für die Rechtsverfolgung ist nur wichtig wo der Betreiber von Services  seinen Firmensitz hat, nicht wer das Medium zur Vermittlung stellt. Daher glaube ich auch kaum, dass Facebook die ja auch experimentieren sich so aus der Verantwortung ziehen können. Für die wäre es auch viel einfacher ihren Firmensitz auf die Jungferninseln oder sonst wo zu verlagern.

Eher könnte man so jedem Benutzer passende Werbung einbinden, ob er sie will oder nicht. Da man den gesamten Verkehr mithört kann man sie sehr passend gestalten, noch weitaus besser als heute. Google könnte sich auch alle Ausgaben für Adsense einsparen und das mag durchaus eine Motivation sein. Bei Facebook kann man was ähnliches vermuten.

Meine Prognose: diese Projekte werden wieder eingestellt bevor ein System vollständig steht.

26.1.2015:  Zeit für neue Missionen zu Jupiter

Heute will ich mal ausdiskutieren, warum man jetzt eher an neue Missionen zu Jupiter gehen kann als noch vor einem Jahrzehnt. Der Fokus liegt auf der Technik und nicht den Missionszielen.

Missionen jenseits von Mars sind teuer. Deswegen gibt es wenige davon. Das hat auch einige gute Gründe:

Das alles macht Missionen zu den äußeren Planeten teurer als z.b. zum Mars. Doch es hat sich in den letzten Jahren einiges geändert:

Start und Transfer zum Planeten

Ideal wäre der Einsatz von Ionentriebwerken, besonders wenn man sowieso Solarzellen zur Stromversorgung nutzt. Doch das ist auch bei den beiden letzten Missionen Juno und JUICE nicht geplant, obwohl Juno in Erdnähe rund 18 kW Leistung zur Verfügung hätte. Man setzt nach wie vor aber auf Vorbeiflüge an den beiden erdähnlichen Planeten Erde und Venus. Ein Vorbeiflug reicht nicht aus, es müssen mindestens zwei sein, außer man startet mit höherer Geschwindigkeit. Ein Nachteil ist das die Vorbeifluggelegenheiten nicht so häufig sind. Das kompensieren die Missionen meist durch Bahnänderungen zwischen den Vorbeiflügen durch den eigenen Treibstoffvorrat. Man kommt mit einem Vorbeiflug aus, wenn dieser nicht mehr als rund 4 km/s liefern muss. Das ist z.B. der Fall wenn man die Raumsonde zuerst in eine Umlaufbahn mit 2 Jahren Umlaufszeit bringt, dann braucht man nur 12,2 anstatt 14,2 km/s. Das nutzte man bei Juno. die in eine erste Umlaufbahn von 2,25 Jahren Umlaufszeit gelangte.

Heute gibt es mehr Möglichkeiten eine Raumsonde weitgehend autonom arbeiten zu lassen ohne sie täglich zu überwachen. New Horizons verbrachte den größten Teil seiner Mission im "Schlafmodus" und sandte nur regelmäßig komprimierte Statussignale. Das spart Kosten bei der Missionskontrolle, aber auch den relativ teuren benötigten Großantennen die man für die absinkende Sendeleistung braucht.

Stromversorgung

JUICE ist die erste Raumsonde die nur Solarzellen als Stromversorgung beim Jupiter nutzt. Sie wiegen deutlich mehr als die bisher genutzten RTG. Sie wogen 340 kg für 450 Watt Leistung. Ein RTG wäre mit 90 kg erheblich leichter gewesen. Doch kostet ein solcher für diese Leistung rund 120 Millionen Dollar. Die NASA hat leider ihr Programm für Sterling-Motoren als Energiewandler eingestellt und baut darauf das eine Neuaufnahme der Plutoniumproduktion genügend dieses Materials erbringt, dabei wäre diese 3-4 mal effizienter in der Umwandlung Wärme in elektrischen Strom.

Zumindest bis Jupiter ist heute aber die Versorgung mittels Solarzellen die bessere alternative. Zum einen haben heute Spitzensolarzellen Wirkungsgrad von 28% in der Produktion 31% in der Spitze (experimentell: 37%). Zum anderen gelingt es heute die Panels leichter zu bauen durch Dünnfilmzellen. Daneben kann man die Paneele nur teilweise belegen und mit Linsen das Licht der Umgebung auf diese lenken.

JUNO verwandte noch normale Solarpanels mit fester Struktur, wenngleich mit sehr effizienten Galliumarsenidzellen. Dagegen gibt es in anderen Projekten wie Orion oder Phoenix schon entfaltbare Solarzellen ohne Trägerstruktur auf der Rückseite. Phoenix hat mit diesen Arrays schon die doppelte Leistung pro Kilogramm Gewicht verglichen mit JUNO. Größere mit 5,5 m Durchmesser wurden schon entwickelt. Sie erreichen 175 W/kg. Skaliert man dies auf Jupiter herunter so kommt man auf 6,4 W/kg, in etwa die Leistungsdichte der GPHS-RTG (5 W/kg). Sie müssen zwar durch eine dünne Glasschicht geschützt werden. JUNO hat eine 0,2048 mm dicke Glasschicht über den Zellen. das erhöht das Gewicht etwas, zudem sinkt durch Strahlung die Leistung um 10% während der Mission ab. Doch die eingesparten Kosten können dies kompensieren.

Strahlungsschutz

Anders als früher baut man heute nicht mehr auf spezielle strahlengeschützte Elektronik, sondern setzt auf Abschirmung. Juno hat alle elektronischen Teile in einer besonders abgeschirmten Box untergebracht. Das erscheint ein guter Weg. Man könnte das noch verbessern, indem man dichter integriert und vielleicht auf die Architektur, die bisher separate Elektronik für ie Experimente vorsah, aufgibt und den Bordcomputer auch dafür vorsieht, das macht die Integration schwieriger, aber auch das Volumen das abgeschirmt werden muss. Juno wird unterhalb der Thermalisolation an der Oberfläche eine Dosis von 5000 krad erhalten. 2,5 mm Aluminium der Struktur reduzieren sie auf 300 krad, Junos Abschirmung der Elektronik aus 1 cm Titan wird die Strahlendosis auf 25 krad reduzieren, etwa ein Achtel der Dosis auf der Galileos Elektronik ausgelegt war. Dafür wiegt sie 157 kg. Sie alleine reicht nicht Sensorköpfe der Experimente müssen an der Außenseite des Raumfahrzeugs sein. Sie werden separat abgeschirmt. Man erkauft sich ein einfachere Design durch zusätzliche Masse. Solange diese im erträglichen rahmen bleibt (bei Juno wiegt die Box in etwa so viel wie die Instrumente die in ihr sind) ist das tolerabel.

Zusammenfassung

Heute ist es möglich eine Raumsonde zu bauen die Jupiter erreicht, ohne eine viel größere Trägerrakete zu benötigen, wenn man mehr Zeit investiert. Sie kann dort mit solarem Strom versorgt werden und benötigt keine strahlungsresistente Elektronik. Damit wäre sie eher umsetzbar und billiger. Juno kostet 1,1 Milliarden Dollar, JUICE ist auf 850 Millionen Euro angesetzt. Das Preisziel ist bei JUICE deutlich ambitionierter, denn Juno ist eine relativ einfache Sonde die vor allem Partikelmessungen macht mit kurzer Betriebsdauer im Jupiterorbit. JUICE soll drei Jahre den Jupiter umkreisen, drei Monde untersuchen, Ganymed sogar umkreisen und trägt ein Dutzend Experimente. Trotzdem sind beide Missionen noch teuer vergleichen mit der letzten US-Marsmission MAVEN (450 Millionen Dollar). Diese werden sie alleine durch die längere Missionszeit mehr Kosten für große Solarpanels, Abschirmung nicht erreichen, aber ich denke es geht noch ein bisschen billiger.

Jenseits Jupiter muss man nach heutigem Stand noch auf RTG ausweichen. Theoretisch untersucht sind zwar Solarzellen mit Konnzentratorlinsen, die auch noch bei Saturn genügend Strom liefern ohne die Gewichtsbeilanz zu stark zu belasten, aber es gibt sie nicht als Hardware. Noch immer gibt es die Chance Ionentriebwerke einzusetzen, die oft vertan wird. JUICE wird nicht weniger als vier Vorbeiflüge benötigen um Schwung zu holen. Bei Solarzellen die bei Jupiter noch fast 700 Watt Strom liefern, hätte sie in Erdnähe genug Leistung um dies aus eigener Kraft zu bewerkstelligen. Unverständlich weil die ESA diese Technik ja bei bepi-Colombo einsetzt.

Was gäbe es noch zu erforschen. Juno wird die Erforschung der Jupiter Umgebung und des Inneren voranbringen. Galileo musste hier Abstiche machen wegen der ausgefallenen Hauptantenne und kam auch nicht so nahe an Jupiter heran wie Juno  (nur 5000 km über den Wolken!). JUICE wird zuerst den Jupiter aus der Ferne studieren, dann nach einem kurzen Zwischenspiel in der die Vorbeiflüge an Europa vorgesehen sind etliche Vorbeiflüge an Callisto machen und schließlich in einen Orbit um Ganymed einschwenken. Diesem Mond gilt das Hauptinteresse. Seit längerem ist von der NASA eine Vorbeiflugsonde an Europa geplant die mit einem RADAR unter die Oberfläche schauen kann. Ursprünglich sollte es ein Europa Orbiter sein, doch der wurde zu teuer. Ist damit alles erforscht?

Beileibe nicht. Es bleibt noch Io, als aktivster und veränderlichster Himmelskörper im Sonnensystem. Wegen der großen Nähe zu Jupiter wird er wohl auch nur in vielen Vorbeiflügen erkundet werden können, zumindest beim heutigen Stand der Technik. Darüber hinaus würde sich eine Sonde nur für Jupiter selbst lohnen. Die könnte bei einem stark exzentrischen Orbit auch die vielen ihn umkreisenden kleinen Monde passieren, auch wenn diese als Asteroiden sicher nicht so interessant sind wie die großen Monde. Eine sehr nahe an den Planeten vorbeifliegende Sonde könnte die ringe fotografieren. Junos Kamera wird dafür leider wenig beitragen können, sie ist für Weitwinkelaufnahmen im Perijovum ausgelegt und leidet unter der Rotation der Sonde. Darüber hinaus gäbe es natürlich noch etliche anspruchsvollere Szenarien, wie die Europa-Landesonde die sich durch den Eispanzer schmelzt und in Situ den Ozean untersucht und auf Io könnte man sicher auch landen. Die Oberfläche sähe sicher sehe interessant aus der Nähe aus.

27.1.2015: Der Goldrausch im Orbit

Wie die ITU gerade mitteilte, werden WorldVu alias OneWorld und SpaceX nicht die einzigen Firmen die sich bei der ITU wegen der Freigabe von Frequenzen gemeldet hat. Es gab sieben Anmeldungen für erdnahe Konstellationen - in nur 6 Monaten! Das folgende ist eine gekürzte Übersetzung dieses Artikels.

Das erste auffällige ist, dass die Heimatländer der Firmen Frankreich, Norwegen, Australien, England und Liechtenstein sind, also echte Weltraummächte (vor allem Liechtenstein). Der Grund dürfte der gleiche sein wie die Tatsache dass die meisten Handelsschiffe in Liberia registriert sind: sie müssen außer der ITU-Freigabe auch nationale Bedingungen ihres Landes erfüllen z.B. dass man nicht andere Services stört. Die USA gelten da wohl als zu streng.

Es ist unwahrscheinlich dass alle Projekte umgesetzt werden, weil die Registrierung wegen der Vergabepolitik "Wer zuerst kommt mahlt zuerst" oft auch den Zweck hat Frequenzen zu reservieren obwohl man noch nicht weiß ob man das Projekt letztendlich durchführen wird. Nach der Registrierung hat die Firma sieben Jahre Zeit bis sie das Spektrum nutzt. Das ist nicht der vollständige Betrieb, aber man muss einige Experimentalsatelliten gestartet haben. So hat auch Europa die beiden Galileovorläufer Giove A+B Jahre vor den ersten regulären Galilosatelliten gestartet. Doch selbst wenn es nur ein Teil wird - es wird eng werden im erdnahen Bereich und Launch Service Prodivers werden viel zu tun haben. Die Firmennamen verbergen in den meisten Fällen den echten Investor, aber das ist ja auch nichts besonderes. Hier die Anmeldungen:

Das letztere wird wohl der Name des Netzwerks von Google/SpaceX sein, da es zu der Satellitenzahl passt. Das einzige was noch passen würde wäre MCSAT, doch wird SpaceX sicher nicht den Satellitenhersteller Thales-Alenia damit beauftragen. Während die Netze ASK-1 und CANPOL-2 wohl unproblematisch sind, da sie andere Frequenzen nutzen als die anderen Netze und die geostationären Satelliten und auch jeweils spezielle Zwecke haben (militärische Kommunikation, bessere Versorgung des am Polarkreis gelegenen norwegischen Gebiete) wird es bei den anderen zwangsläufig Probleme geben.

Das Ku-Band wird von den geostationären Satelliten genutzt, die viel weiter weg sind. Da sind Störungen vorprogrammiert, wenn ein Sender nahe des Empfängers über das Firmament zieht. Natürlich können sich die neuen Satelliten unterschiedlicher Netzwerke auch gegenseitig stören. Erheblich besser sieht es im Ka-Band aus. Das wird bei Kommunikationssatelliten nur für den Uplink genutzt also die Übertragung von der Bodenstation zum Satelliten. Diese Stationen senden viel stärker als die neuen Satelliten. Allerdings nutzt man es auch vermehrt für die Übertragung von Raumsonden, weil die Datenrate um ein vielfaches höher als beim X-Band ist. Bisher nur experimentell als Backup, doch die ersten Sonden die nur Ka-Band nutzen sind in Planung. Es fällt schwer zu glauben, dass man dann noch diue schwachen Signale aus Millionen Kilometern Entfernung empfangen kann. Das Problem ist nicht neu. Früher war das S-Band breit genutzt und die Daten von Pioneer 11 bei der Saturnpassage gingen in dem Datenmüll eines Cosmos Satelliten unter.

Das Ka-Band hat dafür andere Probleme. Die Wellen werden effektiv von Wassermolekülen absorbiert (aufgrund des Phänomens nutzt man auch Mikrowellen zum Erwärmen von Speisen). Bei hoher Luftfeuchtigkeit (Tropen) oder gar Regenfall ist kein Empfang mehr möglich. Das NASA Deep Space Network hat die Sendungen des Mars Orbiters MRO untersucht und obwohl ihre Empfangsstationen in trockenen Gegenden angesiedelt sind war die mittlere Verfügbarkeit nur 70%, das wäre für ein Netzwerk wohl nicht tauglich. Das Ka-Band könnte für Intersatellitenkommunikation genutzt werden oder den Uplink, wo man stärkere Senden einsetzen kann.

Wenn alle Projekte umgesetzt werden, dann wird es zwischen 6857 und 10047 neue Satelliten geben: Die ITU wird bei 40.000 $ Registrierungskosten pro Satellit in Geld schwimmen und es fällt mir schwer vorzustellen wie man diese alle starten will. Selbst wenn jeder nur 125 kg wiegt wie bei Oneweb, dann reden wir von 1,25 Millionen Kilogramm. Eine Ariane 5 als leistungsstärkster verfügbarer Träger bräuchte rund 100 Starts um diese Nutzlast zu transportieren, weil es aber dann über 100 Satelliten pro Start wären und man pro Start nur eine Orbitalebene bedienen kann werden es wahrscheinlich viel mehr Starts kleinerer Träger sein.

28.1.2015: Einfach mal tief durchatmen

Eigentlich gäbe es schon wieder Neuigkeiten von SpaceX, aber da es inzwischen selbst mir zu viel ist andauernd über die Firma zu schrieben, die gefühlt alleine mehr Schlagzeilen als die gesamte restliche Raumfahrtbranche hervorbringt. Darüber vielleicht morgen oder übermorgen oder wenn ich mal Lust habe mehr. Heute wieder ein Sammelsurium an Dingen die absolut nichts mit Raumfahrt zu tun haben und wahrscheinlich auch nicht so viele interessieren, aber über die ich mal meine Gedanken loswerden wollte. Diesmal geht's um das Dschungelcamp.

Derzeit läuft ja wieder das Dschungelcamp. Dieses Jahr ist es eher langweilig. Es gibt ja mehrere Intensionen es anzuschauen. Früher waren die Kommentare von Bach & Zietlow alleine es wert, das hat mit dem Ersatz Hartwich doch schwer Nachgelassen und auch Zietlow hat abgebaut. Dann findet vielleicht der eine oder andere die Dschungelprüfungen toll. Ich fand das ganze eigentlich mehr als eine Sozialstudie. Es ist schon interessant welche Konflikte in so kurzer Zeit aufflammen können. In der Hinsicht hat die derzeitige Staffel wenig zu bieten. Vielleicht weil die "Stars" alle mal eine Staffel angesehen haben, das soll ja nicht immer der Fall sein. De Fakto ist das Fernsehen interessiert an Schlagzeilen und die liefern Streits, Lästereien oder ähnliches eher als wenn jemand nett ist. Irgendeiner der letzten Staffel hat sich auch mal beschwert das man nichts von dem gezeigt hätte was sie so gemacht hätten wie Kostümierungen etc.

Wenn man wirklich an einer Karriere nach dem Dschungelcamp interessiert ist, wäre die beste Strategie nicht negativ aufzufallen. Also nicht zu lästern, nicht über andere Promis zu tratschen etc. Vielleicht ist dann die beste Strategie gar nichts zu machen und das scheint das derzeitige Camp bis auf Walter verinnerlicht zu haben. Letzterer ist sicher der beste Kandidat für die Dschungelkrone, aber so wie er sich präsentiert, mal cholerisch, mal wehleidig, wie er über andere Promis herzieht und die bisherigen Details über sein Leben (Initiativbewerbung als Bundespräsident) sehe ich schwarz trotz unverhohlenen Betteln um einen Job in die Kamera für eine Karriere nach dem Dschungelcamp. Was bleibt ist das übliche Programm: Kurz nach dem Camp das Tingeln durch die Talkshows, solange die Erinnerung frisch ist, dann ein Rückfall ins Vergessen. Inzwischen blamiert sich Walter immer mehr, nun will er Jauch bei Wer wird Millionär ablösen und angeblich hat ihm das ZDF "Wetten dass" angeboten. Ja er kann ja alles Talkshows, Unterhaltung, Moderation. Selten habe ich jemand gesehen bei dem Können und und Anspruch so auseinander laufen. Bei den Dschungelprüfungen versagt er zum größten Teil und wenn man sieht wie er sich da durchschleppt scheint er eher reif fürs Altersheim zu sein.

Das es auch die Jugend nicht besser kann zeigt "Jörn" der miit den Prüfungen mit Essen schwer versagt. Und das gleich zweimal. Maren Gilzer scheint dagegen alles runterzuschlucken was nur geht und ist für mich schon die Geheimfavoritin für die Dschungelkrone.

Das man damit nachhaltig seine Popularität steigern kann oder gar Angebote bekommt, das zeigten die bisherigen Staffeln ist ein Trugschluss. Auch der Titel täuscht: Bei der ersten Staffel kannte ich noch 8 der "Stars" vor dem Einzug, bei der derzeitigen nur noch zwei. Mal gedacht als Sprungbrett für Altstars mit Karriereknick oder Schuldenberg gedacht wird die Sendung mehr und mehr zum Endlager für Kandidaten von Casting Shows, diesmal sind gleich vier dabei wobei die meisten von RTL-Formaten stammen.

Allerdings ist es in besonderer Weise stressig dieses Mal. Das liegt an Tanja Titschwitz, die mit der Mischung von Endlosquasselstrippe, Ghettoslang und wildem gestikulieren schon im Fernseher nach spätestens einer Minute nervt. Wie es jemand mit der 14 Tage aushalten kann ohne reif für Klappsmühle zu sein ist mir unverständlich.

Da hilft auch nicht tief durchatmen. Seit ich Kräuter und Eukalyptusöl  im Vaporizer gegen Erkältungen nehme habe ich mir angewöhnt ab und an tief durchzuatmen. Beim Vaporizer macht man das automatisch um die Dämpfe in der ganzen Lunge zu verteilen. Man spürt dann die Wirkung intensiver. Doch das hilft auch so, einfach mal tief einatmen, kurz die Luft halten und durchatmen und es wird etwas leichter im Kopf, man wird ruhiger. Doch bei Dauerbeschallung durch Tanja würde das auch kaum helfen.

Angeblich soll RTL im Sommer eine Vorausscheidung für das Dschungelcamp treffen, wobei dort auch "Normalos" antreten können. (In Anführungszeichen weil die Hälfte der "Stars" ja nur von Casting.Shows bekannt sind und so jemand sehe ich nicht als Prominent an, dazu fehlt die Nachhaltigkeit. Eventuell sollen die mehr Pepp in das Camp bringen das mehr und mehr durch Langweile glänzt. So wäre das wohl nichts für mich, denn an und für sich wäre das doch toll: man kann abnehmen, bekommt eine Menge Geld und faul rumliegen kann ich auch. Meine Strategie wäre absolut nichts zu machen und nichts zu sagen. Man hat ja noch ein Leben nach dem Camp, als Luxusgegenstände einen MP3-Player und ein solarbetriebenes Ladegerät-. Mit einer ausreichend großen Musiksammlung kann mans dann schon aushalten.

 


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