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Web Log Teil 421: 13.4.2015 -

13.4.2015: Ich zahl Griechenlands Zwangsanleihe zurück

... und zwar komplett. Diese beträgt nach Wikipedia 476 Millionen Reichsmark. Hier ein Scan einer 500 Millionen Reichsmark Note, den Rest könnte ihr als Zinsen verbuchen. Es möge sich ein Mitarbeiter des griechischen Konsulates mit mir in Verbindung setzen, dann kann er die Summe in Bar abholen

500 Millionen Reichsmark

Nein das ist kein Scherz. Ich habe mich mit dem Thema ja schon vor ein paar Tagen beschäftigt. Die Diskussion drehte sich dort aber nur um die Höhe der Schulden und ob man diese oder nur die Zwangsanleihe zahlen sollte, weniger um die Berechtigung.

Es gibt drei wesentliche Aspekte die ich da sehe.

Punkt 1

Fangen wir mit dem ersten, einfachsten Punkt an. Es gibt eine Zwangsanleihe die heute 10,3 Milliarden Euro wert sein soll. Schon das Wörtchen "soll" zeigt das Problem: Wie will man den Wert von Früher heute ermitteln? Man kann über die Preiswertindex nur bis 1948 zurückrechnen als es die Währungsreform gab, also nimmt man andere Maßstäbe wie die Umrechnung in eine Fremdwährung die keinen Währungsschnitt hatte wie der Dollar (dann aber mit dem Risiko des Wechselkurses - ein Dollar war mal 8 DM wert) oder der Kaufkraft im Verhältnis z.B. zum Bruttoinlandsprodukts oder dem typischen Wert von Waren damals und heute. Alle Methoden haben Vor- und Nachteile, doch das nur so am Rande.

Das zweite sind Reparationszahlungen, also die Forderungen nach dem zweiten Weltkrieg auf Wiedergutmachung oder sogar Gewinn. (deswegen hat man ja früher Kriege geführt)Reparationszahlungen gab es nach allen Kriegen, seit der Antike. Gerade die beiden letzten Kriege an denen Deutschland beteiligt waren zeigen, dass sie im Endeffekt nur weitere Kriege verursachen. Ich glaube (wer es genau weist soll sich melden), man hat deswegen aus gutem Grund nach dem zweiten Weltkrieg darauf verzichtet. Wenn Griechenland heute Reparationen haben will (ein Teil stammt sogar noch vom ersten Weltkrieg) dann mutet das für mich befremdlich an.

Der erste Weltkrieg zeigte das es Grenzen gibt. Damals bekam Deutschland Reparationszahlungen im Wert von 132 Milliarden Goldmark auferlegt. Da diese 0,349 g Feingold enthält kann man den heutigen Wert berechnen: Das sind 47,311 t Gold die heute 1,825 Billionen Dollar wert wären. Es ist klar, dass diese Schuld vom deutschen Reich nicht bezahlt werden konnte, zumal die Franzosen ja auch Gebiete besetzten, vor allem das Ruhrgebiet und so das Bruttoinlandsprodukt absenkten. Bezahlt hat die Weimarer Republik zwischen 20 und 67 Milliarden Goldmark, da gehen die Quellen auseinander und auch die nur weil sie Kredite in Amerika aufnahmen, was zur Inflation 1923 führte. Nicht umsonst stammt der Schein aus diesem Jahr. zum Schluss erließ man Deutschland die schulden, weil man einsah dass sie wohl nicht begleichbar sind., Das war kurz vor der Machtergreifung.

Karte 1941Die Schäden im zweiten Weltkrieg waren viel höher. Im ersten wurde viel Infrastruktur in Frankreich zerstört wo die Front verlief, aber nur dort. Es gab viele Tote unter der Zivilbevölkerung wo gekämpft wurde, woanders nicht. Im zweiten Weltkrieg wurde Infrastruktur in ganz Europa zerstört, weil überall Krieg herrschte, Gegenden die verschont wurden bis kurz vor Kriegsende wurden dann beim Abwehrkampf betroffen oder es gab die Politik der verbrannten Erde. Dazu kämen dann noch die Ausgleichszahlungen für getötete Zivilisten und die Opfer des Holocaust. angesichts der Schäden dürfte klar sein, dass Deutschland diese eigentlich nie begleichen kann. Man muss nur noch rechnen, wenn Griechenland schon 278 Milliarden haben will, wie viel ist es dann wenn man alle betroffenen Staaten zusammennimmt, man möge sich nur mal eine Karte des deutschen Reiches von 1941 ansehen und kann in etwa sehen welche Länder betroffen waren. So hat man die Reparationsfrage nach dem Krieg das ganze verschoben auf eine Frist nach einem Friedensvertrag, das wurde auf der Londoner Schuldnerkonfertenz so vereinbart. Der 2+4 Vertrag ist dieser Friedensvertrag, er wird so nicht gerannt weil der Begriff nach dem Versailler Vertrag negativ besetzt ist, er ist es aber, weil er ein Staatsvertrag zwischen den Siegermächten und Deutschland ist. Damit ist auch die Reparationsfrage geklärt. Die Siegermächte verzichteten auf weitere Reparationen, sie haben nach Angaben des BMFi aber mehr Reparationen eingezogen als sie bei der Potsdamer Konferenz Deutschland aufbürdeten.

Die Frage ist nun, was hat das mit Griechenland zu tun? Nun eine weitergehende Reparationsfragenlösung gab es nicht, nach Auskunft der Bundesregierung ist mit dem 2+4 Vertrag die Frage aber auch erledigt. Hat also Griechenland Recht auf Zahlungen? Meiner Ansicht nach nicht, denn nicht umsonst waren nur die Siegermächte beteiligt. Reparationen kann der Sieger verlangen, er kann sie auch für andere Staaten verlangen die er vertritt, aber kein Verlierer kann das. So regelte die Sowjetunion die Reparationsfrage für die Staaten des Ostblocks die auch am Krieg beteiligt waren. Griechenland müsste dann von den Westmächten, (wahrscheinlich England, das ja Truppen dort hatte, sonst wäre man ja nicht einmarschiert) vertreten worden sein. Griechenland selbst kapitulierte am 23.4.1941. Damit ist es besiegt worden und Besiegte bekommen keine Reparationen. Sonst könnte Deutschland ja auch welche haben wollen, man muss sich nur mal vorstellen was im Bomberkrieg an Wohneigentum zu Bruch ging und die Zahlungen für die vielen zivilen Opfer die man dann fördern könnte.

Punkt 2:

Dieser Punkt wurde komplett in der Diskussion ignoriert. Wenn die Forderung von einem Staat käme, mit dem wir seit 70 Jahren Probleme haben, sagen wir mal Nordkorea, dann könnte ich noch Verständnis aufbringen, doch wenn Griechenland, nachdem sie seit 1962 Mitglied der EU sind, nun damit herkommen fehlt mir jedes Verständnis. Wenn, dann hätte man die Forderungen vor oder kurz nach dem EU-Beitritt als letzten Termin stellen sollen. Die Frage die ich aufwarf, ist durchaus ernstgemeint. Da ja selbst ein kompletter Regierungssystemwechsel, ja selbst 4 Jahre ohne Regierung und leben unter einer Besatzungsmacht die Forderungen völlig unangetastet lassen, wie lange kann man sie stellen? Kann man das römische Reich belangen für die Ausbeutung halb Europas über Jahrhunderte (während des gallischen Krieges starben z.B. ein Drittel aller Einwohner)? Kann man Ägypten für die Feldzüge nach des ägyptischen Reiches Palästina belangen? (Das würde sicher die israelische Regierung gerne aufgreifen). Ich verstehe auch nicht wie Landverluste endgültig sind (Deutschland war ja auch mal größer), aber Reparationsforderungen aber nicht. Meiner Ansicht nach sollte es eine Verjährungsfrist von 1 Generation, das sind üblicherweise 25 Jahre nach Forderungseintreten geben. Das entspricht in meiner Überlegung das man nicht die eine Generation für die Sünden ihrer Väter verantwortlich machen kann. Wenn ein Staat es in 25 Jahren nicht schafft Forderungen zu bedienen, dann geht es ihm wirklich schlecht und ich glaube kaum dass es ihm dann bald viel besser geht.

 Damit wären die Forderungen Griechenlands spätestens am 8.5.1970 verjährt gewesen. (Kapitulation Nazideutschlands + 25 Jahre) Spätestens seit Ende der fünfziger Jahre ging es der BRD so gut dass sie hätte Reparationszahlungen leisten können, wenn man also bis dahin sie nicht gefordert hat dann hat man drauf verzichtet.

Zudem sollen die Zahlungen ja Schäden ausgleichen. Also es erlauben zerstörtes aufzubauen, Kompensationszahlungen an Personen sollen Heilbehandlungskosten oder die Folgen des Ausfalls von Ernährern auffangen. Wenn aber alles wieder aufgebaut worden ist und 70 Jahre nach dem Krieg es kaum noch persönlich Betroffene gibt, welches Sinn machen dann Forderungen?

Punkt 3:

Meiner Ansicht nach gibt es ein einfaches Kriterium, wann Forderungen verfallen und das ist der Staatsbankrott. Den gab es auch in der Neuzeit öfters, so zuletzt im Juli 2014 bei Argentinien. Nach einem Artikel in der Welt gab es in den letzten 200 Jahren 279 Fälle von Staatsbankrott. Schilder können dann ihre Forderungen teilweise oder ganz abschreiben. Das würde auch so passieren wenn Griechenland bankrott ginge, dann wären 45 Milliarden Euro von Deutschland zu zahlen, die ja über die EU bisher den Griechen Geld gaben. 1923 war Deutschland nach dem ersten Weltkrieg bankrott, das habe ich schon angeführt, das führte letztendlich auch zur Rückgabe von besetzten Gebieten und dem Verzicht auf die Schulden. Aber auch 1945 war Deutschland bankrott, die Reichsmark war nichts mehr wert. Tauschhandel regierte, Zigaretten waren Ersatzwährung. 1948 hatten auch wir eine Währungsreform, bei der die Konten im Verhältnis 10:1 umgestellt wurden. Das haben die Griechen bei ihrer Berechnung völlig vergessen. Damit sinken ihre 278 Milliarden schon mal auf 27,8 Milliarden. (Ich habe sowieso das Gefühl dass man sich dort sehr verrechnet hat).

In der Summe sehe ich Griechenlands Vorstoß als ziemlich dumm an. Das erste ist mal dass man anscheinend relativ einfach nur Zahlen aufaddiert hat, ohne sich zu Fragen ob die Forderung überhaupt berechtigt ist, ob man sie nicht hätte längst stellen müssen und ob durch Geldentwertung sie nicht in der Höhe existiert. Das zweite ist es, wenn man selbst am Tropf hängt, offenbar von den Auflagen nur den Teil hinbekommt der die Bevölkerung trifft, aber nicht endlich mal die Steuern auch von Reichen zu kassieren oder die Korruption zu bekämpfen die wohl auch eine Hauptursache der heutigen Situation ist, es völlig sinnlos ist Griechenland noch mehr Geld zu geben. Es würde nur der alte Schlendrian wieder einziehen. Die sollen Solaranlagen bauen? Wer es glaubt wird selig. Die stellen wieder alle Beamte ein, fahren die Subventionszahlungen und Löhne hoch, schließlich haben sie ja wieder Geld in Hülle und Fülle.

Um es klar zu machen: ich beziehe mich wenn ich von Griechenland rede auf deren Regierung, Beamtenschafft und ihre korrupten Strukturen. Ich weiß durchaus, dass das "einfache" Volk schon jetzt unter dem Sparkurs leiden muss. Sie können letztendlich nichts dafür, (wenn man davon absieht dass sie die Regierungen die das Schlamassel verursacht haben gewählt haben)sind aber betroffen. Doch das ist immer so. Wenn wir mal pleite gehen (die "schwarze Null" täuscht ja darüber hinweg, das wir derzeit 2,191 Milliarden Euro Schulden haben - und die müssen ja auch zurückgezahlt werden, derzeit redet man ja nur über "nicht neue Schulden machen", was die Altschulden ja nicht reduziert) dann werden die Maßnahmen die dann fällig werden auch alle betreffen, genauso wie heute die Griechen.

Vielleicht sollte man doch so was wie eine Haftung von Regierungen, aber auch anderen Entscheidern die Mittel verschwenden, einführen so in der Art "mutwillige Steuerverschwendung" und davon abgegrenzt "fahrlässige Steuerverschwendung". Das würde sicher einiges ändern (ich habe ja einige Jahre an einer öffentlichen Einrichtung gearbeitet und weiß wovon ich spreche).

15.4.2015: Mein Vorschlag für die US-Raketenflotte

SpaceX und die Ukraine-Krise haben ja einiges bewegt. Die Atlas bekommt ein neues Triebwerk und wird umbenannt. Das halte ich für folgerichtig, denn mit der Atlas hat sie seit der Atlas-III nichts mehr zu tun, den Atlas war die Bezeichnung der ICBM auf der sie beruhte. Sie wurde dann zweimal mit leistungsfähigeren Triebwerken ausgestattet, aber die Atlas III wechselte die Triebwerke komplett aus und die Atlas V gab auch die druckstabilisierte Struktur auf.

Dafür will man die Delta 4 aufgeben. Sie war immer teurer als die Atlas V und bot keinen Vorteil, außer etwas mehr Nutzlast bei der Heavy Version, die man aufgrunddessen noch für einige Jahre beibehalten will. Im Prinzip könnte man sie durch eine Atlas Heavy oder (eben einem Nachfolgeexemplar) mit drei Cores ersetzen und vielleicht ist bis dahin ja auch die Falcon Heavy erprobt. Bei dem Atlas Nachfolger will man nun die Triebwerke absprengen und im Flug bergen, doch dazu später (in einigen Tagen) mehr.

Doch die Probleme sind auch offenbar. Kürzlich bestellte die NASA eine Falcon 9 für TESS. TESS wiegt 500 kg und gelangt in einen hochelliptischen Erdorbit, braucht also weniger Energie als eine Fluchtbahn. Für die liegt die Nutzlast der derzeitigen Falcon 9 bei rund 2000 kg, das bedeutet die NASA kauft einen Träger der viel zu groß ist. Aber es ist die billigste Alternative. Tatsache ist: Die NASA und das DoD nutzen derzeit folgende Träger:

Dazu gibt es einige andere Träger die nominell gebucht werden können aber seit Jahren keinen Start haben. Das alles für weniger als 20 Starts pro Jahr. Trotzdem klaffen etliche Lücken in dem Nutzlastvermögen, so zwischen 400 und 5.000 kg und 6000 und 13.000 kg. Auf viele Kunden von außerhalb kann man nicht hoffen: Außer SpaceX wird keiner dieser Träger kommerziele angeboten oder wenn dem so ist, so unterliegt er in den Ausschreibungen.

Basierend auf dieser Tatsache mein Vorschlag für die USA: Ein modulares System, das weniger Lücken hat, höhere Stückzahlen bedeutet und somit kostengünstiger ist.

Die Ausgangsbasis ist, dass wir in den USA drei einsatzfähige oder in der Entwicklung befindliche Triebwerke haben:

Basierend auf diesen Triebwerken habe ich vier Stufen konstruiert die in einem modularen System kombiniert werden können. Merlin-1D und BE-4 kommen in Boostern und einer Stufe welche die Booster umgeben, die aber als zweite Stufe gezündet wird zum Einsatz. Diese Booster brauchen einen hohen Schubüberschuss, da sie ja noch die Zentralstufe ihre Oberstufe und die Nutzlast tragen müssen. Die beiden Stufen mit RL-10C sind nur Oberstufen die auf den Startstufen sitzen (maximal dreistufige Träger) und sie unterscheiden sich in einem oder zwei RL-10 und entsprechender Treibstoffzuladung. Diese habe ich an der Centaur der Atlas V orientiert.

Stufe A mit Merlin 1D:

Booster Zentralstufe
Gegeben:
Wasserstoffantrieb: Nein
Letzte Stufe: Nein
Gewicht Oberstufe 30000 kg
Gewicht Treibstoff 38000 kg
Gewicht Triebwerk 500 kg

Berechnet:
Nutzbarer Treibstoff 37430 kg
Treibstoffreste 570 kg
Gewicht Tanks 468 kg
Gewicht Struktur 58 kg
Gewicht Adapter 300 kg
Gewicht Lenkung 197 kg

Gesamtgewicht Stufe 39223 kg
Leergewicht Stufe 1793 kg 
Gegeben:
Wasserstoffantrieb: Nein
Letzte Stufe: Ja
Gewicht Oberstufe 30000 kg
Gewicht Treibstoff 38000 kg
Gewicht Triebwerk 500 kg

Berechnet:
Nutzbarer Treibstoff 37430 kg
Treibstoffreste 570 kg
Gewicht Tanks 468 kg
Gewicht Struktur 58 kg
Gewicht Adapter 704 kg
Gewicht Lenkung 423 kg

Gesamtgewicht Stufe 39449 kg
Leergewicht Stufe 2019 kg

Stufe B mit BE-4 (Annahme: 2180 kN Startschub auf Meereshöhe)

Booster Zentralstufe
Gegeben:
Wasserstoffantrieb: Nein
Letzte Stufe: Nein
Gewicht Oberstufe 65000 kg
Gewicht Treibstoff 118000 kg
Gewicht Triebwerk 2648 kg

Berechnet:
Nutzbarer Treibstoff 116230 kg
Treibstoffreste 1770 kg
Gewicht Tanks 1452 kg
Gewicht Struktur 182 kg
Gewicht Adapter 650 kg
Gewicht Lenkung 534 kg

Gesamtgewicht Stufe 122816 kg
Leergewicht Stufe 6586 kg 
Gegeben:
Wasserstoffantrieb: Nein
Letzte Stufe: Ja
Gewicht Oberstufe 65000 kg
Gewicht Treibstoff 118000 kg
Gewicht Triebwerk 2648 kg

Berechnet:
Nutzbarer Treibstoff 116230 kg
Treibstoffreste 1770 kg
Gewicht Tanks 1452 kg
Gewicht Struktur 182 kg
Gewicht Adapter 1526 kg
Gewicht Lenkung 1132 kg
Gewicht Nutzlasthülle 11316 kg

Gesamtgewicht Stufe 123414 kg
Leergewicht Stufe 7184 kg

Stufe C/D mit einem/zwei RL-10C

Ein RL-10 zwei RL-10
Gegeben:
Wasserstoffantrieb: Ja
Letzte Stufe: Ja
Gewicht Oberstufe 10000 kg
Gewicht Treibstoff 21000 kg
Gewicht Triebwerk 191 kg

Berechnet:
Nutzbarer Treibstoff 20685 kg
Treibstoffreste 315 kg
Gewicht Tanks 840 kg
Gewicht Struktur 105 kg
Gewicht Adapter 235 kg
Gewicht Lenkung 193 kg
Gewicht Nutzlasthülle 1741 kg

Gesamtgewicht Stufe 22329 kg
Leergewicht Stufe 1644 kg
Gegeben:
Wasserstoffantrieb: Ja
Letzte Stufe: Ja
Gewicht Oberstufe 20000 kg
Gewicht Treibstoff 42000 kg
Gewicht Triebwerk 382 kg

Berechnet:
Nutzbarer Treibstoff 41370 kg
Treibstoffreste 630 kg
Gewicht Tanks 1680 kg
Gewicht Struktur 210 kg
Gewicht Adapter 470 kg
Gewicht Lenkung 386 kg
Gewicht Nutzlasthülle 3482 kg

Gesamtgewicht Stufe 44658 kg
Leergewicht Stufe 3288 kg

Die Konzeption der Stufenmassen beruht auf dem Umstand dass sie genügend Schub haben müssen damit drei Booster eine Zentralstufe + Nutzlast (A-Zentralstufe) bzw. mit Oberstufe (B-Serie) anheben können. Als minimale Startbeschleunigung wurden 12,5 m/s angesetzt.  Der spezifische Impuls betrug 2980 m/s bei den Stufen A+B (niedrig angesetzt, da in beiden Fällen auf Meereshöhe unbekannt) und 4400 m/s beim RL-10C (realer Wert)

Die kleinste Trägerrakete wäre dann eine Rakete mit 3x Stufe A als Booster und Stufe A als Zentralstufe (zweite Stufe, nach dem Ausbrennen der Booster gezündet). Man kann nun die Zahl der Booster erhöhen, ab 5 Boostern kann man auch eine Stufe C als Oberstufe hinzunehmen bei 6 Boostern auch eine Stufe D.

Der zweite Typ hat dasselbe System, kann aber von vorneherein (ohne Booster) eine Stufe C als Oberstufe mitführen, daneben gäbe es noch die Möglichkeit einer Mischstufe (Stufen A und B als Booster) und die Stufe B braucht keine Booster um eine Oberstufe mitzuführen.

Ich habe gar nicht alle möglichen Typen kizziert insbesondere die Mischungen von B/A Stufen als Booster weggelassen, doch schon die Kombinationen hier decken einen breiten Nutzlastbereich ab. Ich gebe auch nicht die technischen Daten aller Typen hier wieder, man kann sie leicht durch Addition der Stufenmassen errechnen. Die Nutzlasthülle wurde mit 800 kg bei der A-Zentralstufe und 1.500 kg bei der B-Zentralstufe angenommen. Das ist bei den größeren Typen etwas knapp doch wenn da die Nutzlast um einige Hundert Kilo sinkt weil die Nutzlasthülle schwerer ist macht das nicht viel aus.

Hier eine Tabelle für einen niedrigen LEO-Orbit (dV=7802 m/s, rund 1.800 m/s Aufstiegsverluste):

und hier eine für den GTO: (dV=10310 m/s)

Nun die ganze kleinen Nutzlasten deckt es nicht ab, aber wir haben immerhin von knapp 3.700 kg (unterhalb der Antares und Delta II) bis 36.000 kg (oberhalb der Delta 4 Heavy) mit wenigen Lücken. Da die Nutzlast deutlich mehr ist, als wir heute brauchen wäre es auch denkbar die Oberstufen C/D etwas kleiner zu machen. Eventuell kann man auch auf die D-Oberstufe ganz verzichten, was noch etwas höhere Produktionszahlen ergibt.

Die Initiative müsste nur von derer Regierung ausgehen die anders als heute wie früher Stufen ordert und diese selbst zusammenbaut oder zusammenbauen lässt anstatt eine schlüsselfertige Rakete eines Anbieters der natürlich nur einen Triebwerkstyp den er selbst produziert einsetzt.

Aber das wäre ja wohl zu einfach ....

So, das wars für heute. Ab heute bin ich im Urlaub bis einschließlich 24-sten. Ich werde versuchen auch dort einige Beiträge zu verfassen, aber verlasst euch nicht drauf, die brauchen Zeit und die will ich eigentlich anders verbringen.

17.4.2015: Neues von ULA & Co

ULA hat nun einige neuen Details ihres Atlas-Nachfolgers vorgestellt. Sie wird nachdem man Namen gesammelt hat "Vulcan" heißen. Genau die stra-Trekkies haben sich wieder durchgesetzt, genauso wie beim ersten Space Shuttle. Ich fand dass dieses flugunfähig ist symptomatisch für die Geisteshaltung einiger Trekkies die tatsächlich an die Umsetzbarkeit der Star-Tek Technologie glauben.

Die Oberstufe ACES (Advanced Cryogenic Evolved Stage) wird 1-4 Triebwerke einsetzen, wahrscheinlich RL-10C, doch eine Entscheidung ist noch nicht gefallen. Es gibt ja schon die Möglichkeit bei der Centaur eines oder zwei zu installieren,. bisher erfolgten alle Atlas Starts aber nur mit einem Triebwerk. Ein zweites braucht man nur für schwere LEO-Nutzlasten. Die Stufe soll sehr leichte Ballontanks einsetzen (innendruckstabilisiert also wie die Centaur, nicht die Delta IV Zweitstufe) und die dreifache Treibstoffkapazität haben (Vergleich nicht angegeben, doch wahrscheinlich die Centaur als Basis, die die kleinere Oberstufe bei Delta/Atlas ist). Daraus resultiert ein 75% Performancegewinn, mal sehen ob es auch 75% mehr Nutzlast sind, vielleicht für GEO-Missionen bei niedrigen Orbits wohl kaum mit einer größeren Stufe erreichbar.

Das Triebwerksunterstützung wird moderner sein und überschüssigen gasförmigen Treibstoff verbrennen können. Es soll durch verdampfenden Treibstoff die Tanks druckbeaufschlagen und die Lageregelung bewerkstelligen. Als Effekt wäre die Stufe fähig über Wochen anstatt Stunden zu operieren.

Vieles kommt bekannt vor. So wollte die USAF schon lange eine ähnliche Stufe für schwerere Nutzlasten aber auch um die Centaur abzulösen. Es kam aber nie zu einer Ausschreibung und das dazugehörige 250 kN Triebwerk geistert auch seit Ende der Neunziger durch die Gazetten. nun löst man es eben auf die einfache Art, den vier RL-10 haben auch über 400 kN Schub. Da die NASA ja anscheinend für die SLS auch eine Oberstufe mit vier RL-10 haben will und die J-2X Entwicklung nun nach Abschluss des bisherigen Testprogrammes abgeschlossen hat, darf man erwarten, dass ULA die gleiche stufe dann in der modularen Bestückung mit weniger Triebwerken auf der Vulkan einsetzen wird (dort wohl nie mit vier Triebwerken, nimmt man die bisherigen Erfahrung wird man wohl mit einem oder zwei auskommen). Offen ist ob man die Tanks dann nur teilbefüllt oder auch hier ein modulares System hat. Für bemannte Einsätze auf der SLS braucht man auch die Betriebszeit über mehrere Wochen, da dann die SLS zuerst unbemannt startet und dann erst die Besatzung auf einer zweiten Rakete. Um diese dann aus dem niedrigen Orbit herauszubringen braucht man die ACES. Die ACES liefert die zusätzliche Nutzlast für die Vulcan, die man braucht um die Delta 4 Heavy in Rente zu schicken. Sie soll ab 2023 eingesetzt werden. Bis dahin wird man die Centaur nutzen.

Das Schicksal der Delta 4 ist damit besiegelt. Schon in den nächsten Jahren soll die Atlas/Vulcan die "Medium" Version ersetzen. Die Heavy Version wird bis 2022 im Einsatz bleiben, weil noch die Atlas/Vulkan deutlich weniger Nutzlast hat. Das Ausmustern ist in meinen Augen überflüssig, denn es war schon wirtschaftlicher Nonsense immer zwei Träger für den gleichen Nutzlastbereich verfügbar zu haben. Die Atlas flog deutlich häufiger und war billiger. Die USAF wird aber wohl von der Politik der zwei Träger nicht lasen, vielmehr dürfte die Falcon 9 dann die Delta 4 ersetzen.

Die Erststufe wird wie bekannt zwei BE-4 Triebwerke einsetzen. Diese sollen mit 4.800 kN Vakuumschub (2 x 2.400) deutlich schubkräftiger als die RD-180 mit etwas über 4000 kN sein. Sofern man die erste Stufe unverändert lässt liefert das auch die 20% Zusatzperformance die man für eine schwerere Oberstufe braucht. Sie wird auch Methan einsetzen, was wahrscheinlich auch ohne Hauptstromverfahren einen höheren spezifischen Impuls als die RD-180 verspricht. Von Blue Origin gibt es leider kaum Angaben zum Triebwerk. Die Vorgängerversion BE-3 ist nun qualifiziert. Die Firma geht mit 450 Tests und 30.000 s Betriebszeit einen konservativen Kurs. Bei SpaceX reichte ein Zehntel der Testdauer für die Qualifikation des Merlin 1D.

 Dazu kommen bis zu sechs Booster, einer mehr als bei der Atlas V. Die kleinste Version soll 100 Millionen Dollar kosten, 64 Millionen weniger als eine Atlas 401 und die größte 200 Millionen verglichen mit 389 Millionen für eine Delta 4 Heavy.

Erstmals will auch ULA sich an die Bergung heranwagen. Die obigen Preise sind noch ohne Bergung. Die Vorgehensweise ist anders als bei SpaceX. Nach dem Start wird der Triebwerksblock abgetrennt, ein entfaltbarer Hitzeschutzschild aufgeblasen. sofern er in die Troposphäre ankommt werden Fallschirme entfaltet. Der Block wird dann im Flug von Helikoptern an den Fallschirmleinen gegriffen und zur Startbasis oder einem Schiff zurückgeschleppt. Dort alles geprüft und wieder in eine neue Rakete eingebaut, Damit sollen 90% der Kosten für den Antrieb eingespart werden, der wiederum 65% der Kosten der ersten Stufe ausmacht. Für mich ist das sinnvoller als der SpaceX Ansatz:

Neu wäre eigentlich nur der entfaltbare Schild. Es gibt solche schon seit langem in der Erprobung (für Marsmissionen) bisher waren sie dafür noch nicht leistungsfähig genug (halten die übertragene Energie beim Wiedereintritt durch die hohe Geschwindigkeit nicht aus), doch die Abtrennung bei einer Rakete findet bei kleineren Geschwindigkeiten statt sodass ich denke das man hier wenige Überraschungen erlebt. Vielleicht braucht man den Schild auch nur um eine definierte Ausrichtung zu erreichen - er gibt dem Blog die benötigte aerodynamische Form. Ein seitenhieb auf SpaceX dürfte natürlich nicht fehlen: “This allows us to avoid adding complex, expensive, heavy and performance-killing subsystems to a rocket in order to bring entire stages back that then experience complicated and expensive logistics to recover them. Instead, we took a systems engineering approach to what on the rocket is actually valuable.”

ULA geht auch schon jetzt an die Zertifikation, obwohl es die Rakete noch gar nicht gibt. Die Firma kennt eben die USAF und kennt ihre Prozeduren. Die USAF sieht die Zertifikation als einen Prozess in dem man alles in der Firma und der Rakete untersucht vom Design über die Entwicklung bis zur Produktion. Das dauert sehr lange und ist für beide Seiten kostenintensiv. SpaceX meinte ja es wäre mit der Übermittlung der Daten aller absolvierten Testflüge erledigt und hat nun bei der Zertifikation der Falcon 9 einige Verzögerungen hinnehmen müssen. Die Firma hat aber auch hinzugelernt und schon vor dem Jungfernflug mit der Zertifizierung der Falcon Heavy begonnen. Diese soll nach dem Testflug dieses Jahr, dreimal 2016 und drei bis fünfmal 2017 fliegen. Meiner Ansicht nach sehr optimistisch, da im Normalfall ein Start etwa 2 Jahre vorher gebucht wird. Für drei Starts gibt es Kunden, aber keine für die Starts die dann ab 2017 stattfinden. eventuell wird man auch Starts auf die Falcon Heavy verlegen wenn das möglich ist.

Mal sehen ob sich auch bei der ESA was tut, denn bei der Ariane 6 wird man ja wieder das teure Vulcain einsetzen - wie wäre es auch hier mal über eine Bergung nachzudenken?

17.4.2015: Gedanken zu zwei Fernsehsendungen

Ich weiß, einige besuchen den Blog nur wegen der Raumfahrt, doch ich kann schlecht jeden Tag einen neuen Blog über Raumfahrt liefern. Schon alleine weil es zu wenig neues gibt. Heute daher wieder einen seichten Blog über zwei Fernsehformate. Das eine ist GNTM - Gemanys Next Top Modell. Dieses je nach Einstellung als Trash, Reality oder Docutainment bezeichnete Format geht nun ja in das zehnte Jahr. Es dürfte sich herumgesprochen haben dass selbst die Siegerinnen nicht Topmodells werden. Um so mehr erstaunt wie ernst die meisten Teilnehmerinnen das ganze nehmen. Es ist wahrscheinlich völlig egal ob sie als zehnte oder zweite ausscheiden - danach ist eh Schluss. GBNTM lebt von den Konflikten zwischen den Teilnehmerinnen. Die entstehen zwangsläufig, weil ja in jeder Woche eine oder mehrere "Models" rausfliegen und alle zusammen in einer "Model-Villa" leben. Sperrt man mehr als drei Frauen in ein Haus so ist Zickenterror vorprogrammiert.

Die Produktionsleitung hat zumindest teilweise auf die Kritik in den vergangenen Staffeln reagiert. Dort wurde Heidi Klum zu recht als "Modell-Domina" bezeichnet. Forderungen wie das 16-jährige "sexy" ausschauen sollen, "Challenges" oder Fotos-Shoots mit Tiereingeweiden auf dem Kopf kommen nun nicht mehr vor. Daneben kam Heidi Klum sehr unsympathisch rüber, fokussiert meistens auf die Minute Wartezeit bei der Entscheidung ob jemand Weiterkommt oder nicht. Die Knebelverträge ihres Vaters scheinen abgemildert worden zu sein. Ich glaube nicht das Klum eine nette Person ist, das zeigen Äußerungen ehemalige Jurymitglieder über das Format und die Hintergründe.

Aber eines fällt auf: die Jury hält sich diese Staffel extrem mit Kritik zurück und verteilt überall lob auch bei der Arbeit "Das hast Du toll gemacht", "Super", "Mega Performance". Okay das ist fürs Fernsehen, doch es ist ein Punkt, den man auch im Alltagsleben findet: wer wird schon für seine Arbeit gelobt. Okay, bei den meisten ist die Arbeitsleistung schwer bewertbar. Wer am Fließband etwas montiert der wird wohl kaum ein Lob ernten. Aber selbst da wo es eine bewertbare Einzelleistung gibt, gibt es selten Lob. Das stelle ich sowohl fest wenn ich für Kunden etwas programmiere wie bei meinen Büchern. Beim ersteren sieht man es am ehesten an Anschlussaufträgen, bei meinem öffentlichen Werken gibt es selten Lob, meistens eher Kritik und bei einigen Kritiken frage ich mich, was den der Käufer den erwartet hat. Wie immer gibt es eher Kritiken, als Lob. Das geht auch mir so. Wenn ich was kaufe und es entspricht meinen Vorstellungen, dann schreibe ich selten eine Rezension. Aber man sollte es tun. Zum einen um einen realistischen Eindruck zu bekommen und zum anderen um Rückmeldung zu geben.

Die zweite Sendung ist ebenfalls eine Serie "Um Himmels Willen". Obwohl das seit über einem Jahrzehnt läuft, bin ich erst vor zwei Jahren drauf gestoßen, vielleicht weil es Dienstags Abends läuft wenn mein fester Schwimmtermin ist. Mich wundert das die katholische Kirche nicht gegen die Sendung protestiert. das wird klar wenn man den allgemeinen Handlungsstrang sieht:

Neben verschiedenen humanitären Problemen die in jeder Sendung gelöst werden gibt es einige Stränge die sich durch alle Staffeln ziehen: Oberbürgermeister Wöller versucht seit Jahren das Kloster der Nonnen zu kaufen um es oder das Gelände zu nutzen - Freizeitzentrum, Kongresszentrum, Müllverbrennungsanlage, Brauerei usw. gab es schon. Wenn der Kauf klappt, platzen meist die Projekte und man muss es unter Verlust wieder an die Kirche zurückgeben. Deren Oberin lebt in einer 25-Millionen Immobilie in München, hat ein Büro von der Größe eines Einfamilienhauses mit teurer Ausstattung und Kunst an den Wänden. Die Gewinne des Verkaufs werden je nach Leiterin an der Börse verspekuliert oder in Kunstfälschungen investiert. Die Schulden werden dann durch "wundersame Fügungen" von den Nonnen beglichen. Sie finden eine Gutenbergbibel oder erben Bilder eines unbekannten Künstlers die nach dem Tod wertvoll werden. Die Nonnen selbst leben in Armut, fahren einen alten 500-er Daimler und haben ein Telefon aus den Fünfzigern. Wir haben also eigentlich eine ziemliche Kritik an der Vermögensstruktur der katholischen Kirche in Deutschland die reich ist. Der Reichtum nützt vor allem denen an der Spitze.

Ansonsten haben die Nonnen nicht so viel mit den Lehren der katholischen Kirche am Hut. Sie trauen Schwule in ihrer Kirche, betreiben ein Bordell nachdem sie es geerbt haben, wenn auch unter einer Scheinfirma.

Aber vielleicht regt das heute keinen mehr auf. Als die erste dieser Serien rund um die Kirche "Mein Gott Herr Pfarrer" in den Achtzigern erschien regte man sich noch auf weil in einer Szene der Pfarrer aus dem Ehebett geholt wurde wo er bei seiner Frau lag - in der evangelischen Kirche ja erlaubt. Heute würde das wohl niemanden mehr vom Stuhl reißen.


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