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Web Log Teil 424: 13.5.2015 - 18.5.2015

13.5.2015: Die zwanzig größten Konsumsünden

So hieß eine Sendung bei ZDF.Info bei der ich zumindest beim Umschalten die letzten neun Plätze gesehen habe. Da es in der Raumfahrt derzeit nicht so viel neues gibt, dachte ich mir "Bernds, das ist doch ein toller Beitrag für den Blog, da kann auch jeder mitreden". (Hey wir wollen ja nicht nur einen ganz einseitigen Raumfahrt Blog haben oder?). Die Sendung ist nicht neu und wurde schon 2013 erstmals auf 3Sat ausgestrahlt, aber ich denke sie gilt auch heute noch.

Also die 20 größten Konsumsünden die nach Angaben der Sendung von den Zuschauern per Abstimmung gewählt wurden sind:

Platz "Konsumsünde"
20 Plastikspielzeug
19 Kreuzfahrt
18 Schmuck
17 Dekoartikel
16 Feuerwerk
15 Wassersport
14 Haustierbedarf
13 Wintersport
12 Schnittblumen
11 Kosmetik
10 Mode
9 Flugreisen
8 Alkohol
7 Smartphone
6 Fleisch
5 Alkohol
4 Süßigkeiten
3 Auto
2 Kaffee
1 Elektrogeräte

So nun meine Meinung und persönliche Einstufung zu den einzelnen Plätzen:

20: Mangels Kinder habe ich kein Plastikspielzug. Wenn man das etwas weiter ausdehnt auf Plastik allgemein, dann bin ich der Meinung man sollte das soweit es geht vermeiden. Sicher kann man es nicht immer vermeiden. Wenn ein Fernseher einen Rahmen aus Plastik hat, kann man ihn kaum ohne kaufen (und nur ganz teure Exemplare haben Metall oder Holzrahmen). Aber man kann den Konsum minimieren indem man möglichst wenig Plastik kauft ,das nicht lange in Gebrauch ist. das beste Beispiel sind Tüten aus Plastik: ich habe ungelogen seit Jahren weder eine Einkaufstüte, noch Mülltüten gekauft und Gefrierbeutel brauche ich nur einige pro Jahr. Meistens nutze ich zum Einfrieren Plastikgefäße die man übrig hat wenn man Eis oder ähnliches kauft.

19 und 18: Beides habe ich nicht oder bin nie in See gestochen, da bin ich also clean.

17: Das mit der Deko ist so eine Einstellung. Ich mag ein Zuhause in dem nichts rumsteht um das ich herumputzen muss und das eigentlich keine Funktion hat außer schön auszusehen. Dazu gehören auch Blumenvasen oder ähnliches. Nicht das es bei mir deswegen aufgeräumt aussieht, aber zumindest nicht voll. Andere legen darauf viel Wert da werden auch auf Tische Glassteine, Gebinde oder ähnliches Platziert. Noch schlimmer ist das Sammeln von absolut unwichtigen Dingen die dann dazu neigen die ganze Wohnung zu überschwemmen. Ich weiß wovon ich rede, denn das ist bei meiner Schwester so. Die sammelt so ziemlich alles, auch Kruscht (wohl im Hochdeutschen am besten als Krempel zu übersetzen) und da ist alles voll. Mir ist ganz unwohl wenn ich mal zu ihr komme, weil ich immer das Gefühl hab, ich stoße an was an.

16: Ich habs nicht so mit Feuerwerk. Nicht mal beim zugucken. An Sylvester bin ich meistens nach einer Viertelstunde wieder drinnen und obwohl es 3 km von mir jedes Jahr einen Feuerwerkwettbewerb im Sommer gibt, habe ich noch kein einziges davon gesehen.

15/13: Also ich mache Sport aber diese Sportarten sind ja in der liste, weil sie ökologisch belastend sind. Wintersport verursacht Schäden in der Natur für Skipisten, man fährt erst in die Alpen, die ja in 90% von Deutschland nicht vor der Tür liegen. Dazu kommt die energieintensive Beschneiung und bei Wassersport ist nicht Schwimmen gemeint sondern das mit Energieverbrauch verbundene also Jet Skis oder ähnliches. Den einzige Sport den ich betreibe ist Schwimmen - allerdings regelmäßig zweimal pro Woche zwei Stunden. Den auszuüben wird mit immer mehr geschlossenen Bädern und immer kürzeren Öffnungszeiten (die restlichen sind nun weitgehend von Schulen und Vereinen belegt) deutlich schwieriger.

14: IIch habe zwei Katzen aber es geht nicht um deren normalen Bedarf also Katzenfutter, sondern Accessoires, Physiotherapie oder Hundefriseur. Und das gibt es bei mir nicht.

12: Schnittblumen: Ich habe Blumen gerne im Garten, aber nicht abgeschnitten. Irgendwie wirken sie dann im Haus deplatziert. Sie gehören in den Garten und nicht auf den Tisch.

11: Betrifft wie der Schmuck wohl die Frauen. Die Zahl der Pflegeprodukte die ich habe kann man mit einer Hand aufzählen: Hautcreme, Rasierschaum, Parfüm.

10: Mode: Also mit Mode habe ich es auch nicht. Am liebsten ziehe ich mich in Unifarben meistens Blau oder Braun. Bestimmt nicht modisch und wahrscheinlich auch nicht die beste Möglichkeit sich anzuziehen, aber mir gefällt und die Meinung anderer ist mir egal.

9: Flugreisen: Auch hier bin ich fein raus. Da ich eher ein "Hoketer-Schwob" bin, also mir meine Heimat genügt und ich gar nicht den Drang habe woanders Urlaub zu machen habe ich meine letzte Flugreise als Kind gemacht, wo ich das noch nicht entscheiden konnte. Es ist klar dass durch die Freisetzung von Stickoxiden in der Stratosphäre und den enormen Spritverbrauch Flugreise ökologisch sehe belastend sind

8: Alkohol: Alkohol ist ja die einzige bei uns geduldete Droge. Im Konsum liege ich sicher im unteren Drittel. Seit icch vor ein paar Jahren abgenommen habe achte ich noch mehr auf den Alkoholkonsum, weil da eben auch viel Energie drinsteckt (rund 30 Kj/g, fast doppelt so viel wie bei Zucker und fast so viel wie bei Fett). Eigentlich konsumiere ich seitdem nur noch das was ich am liebsten mag das sind Liköre oder Schnäpse. Im Durchschnitt etwa 1-2 Gläschen pro Tag, damit liege ich sogar noch unter der Grenze wo die Bundesregierung Alkohol als tolerierbar einstuft.

7: Smartphone: Auch wenn ihrs mir nicht glaubt: ich habe kein Handy und kein Smartphone. Ich verstehe nicht, warum man überall erreichbar sein muss und meistens stört das auch. Das scheint sich auch zu verslebständigen die Leute müssen dann dauernd was machen, SMS schreiben oder auf den winzigen Bildschirmen im Internet zu surfen.

6: Fleisch: Klar ist Fleisch ist Luxus. Jedes Tier, das wir essen verbrauchte Pflanzen die wir meist auch essen könnten (zumindest unsere heutigen Hochzuchtrassen, Kühe kommen z.B. mit den Nährstoffen im gras gar nicht mehr aus). Rinder emittieren dazu noch viele Treibhausgase. Ich habe ja vor einem Jahr beschlossen weniger Fleisch zu essen. Die Taktik von damals, nämlich nur jeden zweiten Tag Fleisch zu essen erwies sich praktisch als aufwendig, weil es nicht immer geht. Inzwischen mache ich es so: der Deutsche ist im Jahr 60 kg Fleisch, ich will maximal die Hälfte kaufen. Das sind pro Woche rund 570 g. Was ich in einer Woche kaufe kann ich recht gut überblicken. Nach 4 Monaten liege ich weit drunter. Es gibt Wochen ganz ohne Fleisch, die meisten erreiche ich keine 500 g und ab und zu liege ich drüber was dann (wie in dieser Woche) an dem Luxus für meine Katzen liegt. Die bekommen alle 5 Wochen Hühnerbrust und die gibt es nur im 550 g Packungen. Das ist übrigens auch das einzige Geflügel das mir ins Haus kommt. Seit etwa 30 Jahren esse ich nur Schwein und Rind. Nicht weil ich Geflügel nicht mag, aber ich habe den Grundsatz, das für eine einzige Mahlzeit von mir kein Tier sterben muss. Dagegen würde ein Schwein sicher 2+ Jahre leben. Konsequenterweise sollten meine Katzen dann auch nur dieses Fleisch bekommen, leider mag die ältere Katze nur Hühnerfleisch (Putenfleisch sinkt schon in der Beliebtheit ab und an Schwein reicht sie und probiert - das wars aber dann). Wie man sieht habe ich auch meine Konsumschwächen die in diesem Fall meine beiden Katzen sind.

5: Fernsehen: Trotz immer mehr Kanälen nimmt bei mir der Fernsehkonsum ab und er verlagert sich: anstatt wie vorher vor der Glotze zu liegen, läuft das Fernsehen nebenher wenn ich am Computer bin, so auch gerade jetzt. Konsequenterweise habe ich den Kabelvertrag gekündigt: Da ich sowieso fast nur ARD & ZDF & Co anschaue vermisse ich nichts, die wichtigsten Sender kommen auch über DVB-T zu mir (nein so eine hässliche Satellitenschüssel kommt mir nicht auf den Balkon).

4: Süßigkeiten: Ja eine Schwäche von mir. Nebenher lutsche ich Bonbons, gerne esse ich Schokolade und Eis und Kekse sind auch eine gewisse Versuchung für mich. Wegen der Kalorien beschränke ich das aber. Also das bei mir eine ganze Tafel Schokolade auf einmal gegessen wurde kommt nicht vor. Aber ganz ohne könnte ich sicher nicht leben.

3: Auto: Wie heist es in der Nescafe-werbung: "Ich habe gar kein Auto Signorina". Ich habe eine so geringe Sehschärfe dass ich schon als Jugendlicher wusste ich kann keinen Führerschein machen kann. Aber ich habe drei Fahrräder ....

2: Kaffee: Ohne Kaffee geht es nicht, selbst im Sommer trinke ich tagsüber Kaffee. Normal sicher 1 l pro Tag, manchmal mehr. Ohne Kaffee geht es nicht, er bringt mich morgens auf Trab, hält mich wach wenn ich programmiere und ich glaube unter Programmierern ist Kaffee zumindest so was wie iene Droge.

1: Elektrogeräte. Das ist erklärungsbedürftig. Es gibt Elektrogeräte die man braucht und welche die völlig überflüssig sind. Also ich kann mir nicht vorstellen das es heute ohne Waschmaschine geht. Einen elektrischen Eierkochen und Dosenöffner braucht man dagegen nicht. Es ging in dem Beitrag auch um die Obsoleszenz, das man Geräte kaum reparieren kann oder die Branche immer schneller neue Modelle auf den Markt bringt. Trotzdem stelel ich fest das auch ich weniger brauchen könnte. Meine Haushalt hat sich dieses Jahr auf mich verkleinert und ich frage mich ob ich alleine noch eine Spülmaschine brauche, besonders im Sommer riecht es bis sie nach einigen tag voll ist und Speisereste werden auch hart wenn das Geschirr lange steht. Ansonsten denke ich bin ich relativ resistent gegenüber unnötigen Geräten. So habe ich außer einem Mixer und einem Pürierstab keine elektrisch betriebenen Küchenmaschinen, keinen Wasserkocher, keine Eismaschine, keinen Brotbackautomaten.

In der summe sehe ich mich beim Vermeiden von Konsumgütern ganz gut platziert: wie sieht es bei euch aus?

14.5.2015: Mein Wunsch an den Raspberry Pi 3

Heute ist erneut kein Raumfahrt Blog dran sondern es geht um ein Computerthema. Alle nur an Raumfahrt interessieren können nur weiter wandern. Es ist ja nun seit einigen Monaten der Raspberry Pi Modell 2 draus und nach einigen Wochen der Tests möchte ich mal resümieren und meine Wünsche an das Modell 3 kund geben.

Der Raspberry wurde mal entwickelt um Leute an Computer heranzuführen oder Programmieren zu lernen. Daneben soll er einen Desktop ersetzen können. So scheibt es die offizielle Webseite:

"It is a capable little device that enables people of all ages to explore computing, and to learn how to program in languages like Scratch and Python. It’s capable of doing everything you’d expect a desktop computer to do, from browsing the internet and playing high-definition video, to making spreadsheets, word-processing, and playing games. ".

Was ihn von einem Desktop-PC, selbst einem preiswerten unterscheidet ist die Armut an Schnittstellen. Beim Model 1 waren es zwei USB-Ports, einen Netzwerkport, eine HDMI Schnittstelle einen 3,5 mm Soundausgang einen Anschluss für die Kamera und einen I/O-Port. Der alte Prozessor, ein ARM11 mit 600 MHz war lahm und der Speicher mit 256/512 MByte klein. Gegenüber einem gleich großen und etwa gleich teuren Arduino liegt der Unterschied darin dass der Computer geringere I/O Fähigkeiten hat, nicht vom PC aus mit einer IDE programmiert werden kann und ein Linux von SD-Karte startet anstatt im internen Speicher das Programm für einen Microcontroller.

Kurzum, er sitzt so zwischen den Stühlen, zwischen Arduino und Intel-NUC. Entsprechend gibt es bei den Umsetzungen zwei Zweige. Die einen funktionieren den Rechner als Desktop-Ersatz um. Man kann einen Raspbery als Mailserver, Printserver, Retrogame Engine oder Mediaplayer nutzen. Die zweiten nutzen die I/O Fähigkeiten für einen Plotter, die Steuerung einer Fotokamera oder um auf Rüben Schlagzeug zu spielen. Es gibt mit dem Modell 2 nun auch zwei USB-Ports mehr, 1 GByte RAM und vor allem einem schnelleren Prozessor mit 900 MHz und 4 Kernen.

Ich habe beide in Betrieb gehabt. Modell 1 war so langsam, dass man damit zwar Surfen konnte, aber es war eine Geduldsprobe. Ich habe den Rechner im Urlaub genutzt. Surfen und Mail ging, aber bei komplexeren Seiten musste man ewig warten und auch Lazarus und Libreoffice reagierten zäh sodass man nach einem Satz eine Pause hinlegte ob denn auch alles angekommen ist. Wie man dieses System zur Programmentwicklung oder als Desktopersatz nutzen will ist mir schleierhaft. für Steueraufgaben, Server oder auch als Emulator für Heimcomputer taugt es.

Die neue Version ist noch nicht so schnell wie ein billiger PC, aber hinreichend schnell für tägliche Aufgaben. Die 1 GByte RAM wirken sich aber auch aus - ich würde nicht mehr als ein Programm zur gleichen Zeit laufen lassen. Ich werde es als Zweitrechner im Wohnzimmer nutzen, wenn ich mal kurz in einer Werbepause was nachschauen will. Eventuell wandert auch einer in unser Ferienhaus als Rechner für die Gäste zum Surfen. Das alte Model 1 ist nun mit OpenElec als Medienspieler am Fernseher im Einsatz. Mein Toshiba Regza spielt nämlich nur Fotos und Musik von USB-Medien ab.

Trotzdem, man kann noch was verbessern. Es gibt einige Mängel Raspberry. Hier mal meine Wunschliste:

Netzanschluss: Der Raspberry kommt mit einem USB-Anschluss für die Stromversorgung. Das ist einer für den ich zumindest kein Standardkabel hat. Ich habe einige Mikro-USB Kabel für MP3-Player und Kamera, aber keines passt. So betreibe ich ihn mit einem Steckernetzteil wie die meisten. Meiner Ansicht nach gehört entweder eine richtige Stromversorgung dazu oder man nimmt einen normalen Port - wenn man keine Peripherie dranhängt reichen die 500 mA eines Standard USB 2.0 Ports aus. Die USB 3.0 Ports liefern noch mehr Strom (manche USB 2 auch, verletzen aber den Standard). Mein USB Hub z.B. liefert (auch entgegen dem Standard) Strom in die für Peripherie gedachten Anschlüsse. Sobald der Raspberry hochgebootet ist kann ich bei angeschlossenem Hub dann das Steckteil entfernen und das auch beim neuen Modell.

USB/Netzwerk: Eine Schwäche des Raspberry Pi ist, dass er einen Chip für USB und Netzwerk nutzt. Die Datenraten sind daher auf beiden Schnittstellen bescheiden. ich habe selten mehr als 11 MBit über das Netzwerk transferieren können und auch bei USB sind die Datenraten bei einem Drittel der nominellen USB 2.0 Geschwindigkeit. Ein USB-Port wäre auch nicht schlecht.

Sound: Nicht von mir getestet, da ich ihn nicht als Mediaplayer nutze sollen die Soundeigenschaften auch schlecht sein. Auch hier hat man wohl stark gespart. Auch hier gibt es eine Reihe von Ersatzlösung ab 10 Euro aufwärts.

Speicher: Mit der genügenden Geschwindigkeit des Modells 2.0 ist nun der Arbeitsspeicher der begrenzende Faktor für viele Anwendungen. Desktop geht, nur muss man dann eben wenn man Libreoffice startet den Browser schließen -. das ist schon ungewohnt. 2 GB sind heute nicht viel und das wären schon doppelt so viel wie derzeit verbaut ist.

Massenspeicher: Es gibt ja einige Nachahmer des Raspberry Konzeptes. Alle haben eines nicht übernommen: Der Massenspeicher auf einer SD/Mikro-SD Karte. Stattdessen haben sie 2-4 GB internen Flashspeicher. Zum einen kann man auf den schneller zugreifen als wie auf eine externe Karte, zum anderen sind diese für Kameras gedacht - auf sie sollten ab und an größere Fotos gespeichert werden, aber nicht dauernd kleine Dateien oder in eine Auslagerungsdatei. Sicher das Konzept hat Vorteile: man kann einfach die Karte austauschen und aus dem PC-ersatz wird ein Mediaplayer oder eine Retrokonsole. Aber ehrlich gesagt: wer macht das? Der Rechner fehlt dann doch für den anderen Zweck stattessen wird man sicher einen zweiten Raspberry kaufen. ein interner Speicher von 4 GB reicht aus, die meisten Distributionen belegen 2 GB und so viel kommt nicht hinzu. Daten wird man auf einer externen Festplatte oder USB-.Stick ablegen.

Klar das macht den Rechner teurer, aber derzeit kostet der Raspberry auch nur nackt 44 Euro. Wenn man ein Netzteil, Gehäuse und eine SD-Karte dazu nimmt dann ist man schnell bei 70 Euro. Intern eingebauter Speicher ist billiger als die SD-Karte, Gehäuse und Stromversorgung in Großserie wird auch billiger und die eingesparten Euros kann man dann in einen 2 GB RAM Chip und einen zweiten Kommunikationschip investieren - wenn der Rechner etwas größer ist so schadet das nicht, denn er ist ja jetzt schon recht klein. Trotzdem würde sicher ein solcher Raspberry Pi 3 deutlich unter 100 Euro liegen und so in einem Bereich wo man so was mal "so eben zum Ausprobieren" kauft.

Ich denke einiges wird sich sicher im nächsten Modell finden, denn es gibt ja schon ähnliche Kleinrechner die nun sicher einen Einfluss auf das Modell 2 hatten. Konkurrenz belebt eben das Geschäft.

162 Mio für ein Gemälde

So viel hat Picassos Gemälde "die drei Frauen von Algier" in dieser Woche erlöst. In den Nachrichten, so auch bei der FAZ sieht man da einen Trend zur Kapitalflucht in Kunst, auch weil andere Dinge wie Münzen in den letzten Jahren immer teurer wurden. Nun ist es ja so das der Wert jeden Gutes immer in Angebot und Nachfrage besteht. Gold, Silber und Edelsteine waren (und sind) so teuer weil sie selten sind. Allerdings nicht nur: es spielen immer auch wirtschaftliche Aspekte eine Rolle. Das sieht man am derzeitigen niedrigen Erdölpreis: Der bringt Russland, Venezuela und andere Staaten in Probleme, da diese hohe Förderkosten haben. Seltenheit hat immer auch etwas mit Kosten zu tun. Gold wird in Südafrika aus den tiefsten Bergwerken zu tun.

Ein anderer Vergleich: derzeit steigen in Deutschland die Immobilienpreise weil die Leute nun aufgrund der niedrigen Zinsen (sowohl für angelegtes wie aufgenommenes Geld) mehr bauen. Natürlich bedeutet eine größere Nachfrage, dass die Preise steigen. Ebenso haben einige Unternehmen in den letzten Jahren enorm an Wert zugelegt. Die Aktie von Apple z.B. über 100% in einem Jahr, aber auch der DAX als Leitiindex vieler Unternehmen in einem Jahr um 20%. Es fällt schwer zu glauben, dass diese Unternehmen in dieser kurzen Zeit so viel mehr Wert haben, sprich Kapital, Grundstücke, Maschinen haben.

Was Kunst, aber auch Antiquitäten von den Börsenkursen, Gold oder Immobilien unterscheidet, ist das der Wert den man vielen Dingen heute zuspricht, nichts mit dem Kapital und Arbeitseinsatz zur Schöpfung zu tun hat. Zumindest bei diesen Rekordsummern (ein handwerklich hergestellter Biedemeierstuhl hat heute einen Wert der durchaus in einem vernünftigen Verhältnis zum Arbeitsaufwand steht, den man trieb um ihn herzustellen). Was mich ja so erstaunt ist, das die Kunst die heute so Rekordsummen erzielt relativ moderne Kunst ist. Man kann nun zu der Schönheit stehen wie man will, aber seit etwa 150 Jahren ging der Arbeitsaufwand für das Erstellen eines Bildes doch drastisch zurück. An fast fotorealistischen Gemälden, wie sie vorher üblich waren, arbeiteten Künstler sicher sehr lange, mit dem Impressionismus begann eine Reduktion der Abbild und dem Wegbewegen von der Wiedergabe eines Gegenstandes so wie er ist, oder wie er sein sollte (romantische Gemälde die eine idealisierte Natur zeigen). Das Gemälde von Picasso besteht aus groben Pinselstrichen und monoton eingefärbten Flächen. Es geht durchaus noch arbeitssparender, wie Gemälde aus einer monotonen Farbfläche oder aus verschütteter Farbe. Im Falle von "Aktionskunst" ist ein Bild in weniger als einer Minute fertig. Doch selbst Picasso hat im Laufe seines Lebens über 50.,000 Kunstwerke hinterlassen. Auch wenn vieles nur Skizzen sind, so kann in jedem nur wenig Arbeit stecken und das ist nun 161 Millionen Euro wert?

Natürlich nicht. Es gibt genügend unbekannte Künstler die ähnlich mahlen und die froh wären wenn sie 1620 Euro, also ein 1/100.000 der Summe für ein Gemälde erlösen würden und in China nachgemalt, gibt es das Gemälde sicher auch preiswerter. Bei 50.000 Kunstwerken von Picasso ist es nicht mal so selten, auch wenn es dieses Gemälde nur einmalig gibt, so gibt es vond em Künstler dagegen viele (anders als von Michelangelo von dem man nur wenige Bilder kennt die von ihm stammen).

Ich kann zumindest bei diesen extrem teuren Gemälden nicht sehen, warum es so teuer ist. Vor allem bei diesen Extremsummen kann ich nicht an die These, die ich in den Nachrichten gehört habe, das diese Gemälde nun "Geldanlagen" seien glauben. Der springende Punkt ist doch der: Damit der Käufer einen Gewinn macht, muss er jemanden finden, der mehr für genau dieses Gemälde bezahlt. Also nicht für ein Picasso Gemälde sondern genau dieses - das ist ja das Problem. Es ist ein Unikum. Wenn viele meinen genau dieses Bild wäre einzigartig so kann die Rechnung aufgehen, bei so vielen Gemälden von Picasso denke ich das eher nicht. Es ist auch nicht das bekannteste von Picasso. Wenn jemand einen echten Picasso haben will, warum sollte er dieses kaufen und nicht ein anderes das vielleicht nur im einstelligen Millionenbereich liegt. Wer Kunst als Wertanlage sieht würde wohl eher viele Gemälde kaufen die im mittleren Preisbereich liegen. Sie sind leichter zu verkaufen und so streut man das Risiko. Viel eher wird das Bild bei einem vermögenden Privatsammler landen. Leute die sich einen eigenen Airbus 380 und eine Yacht im dreistelligen Millionenbereich leisten können können auch für ein Bild diese Summe ausgeben.

Nun ja für mich ist die Diskussion eher theoretisch. Wie man bei dem letzten Allgemeinblog lesen konnte habe ich es nicht so mit Deko, dazu gehören auch Dinge die an der Wand hängen, also auch Bilder. Ich habe einige Astrofotos und viel leeren Platz. Drei Gemälde habe ich, aber die bekam ich bei einer Haushaltsauflösung als ich das Schlafzimmer und die Wohnzimmerwand übernahm hinzu. Der Künstler ist aber unbekannt und es sind Bilder von Landschaften im impressionistischen Stil die mir ganz gut gefallen. Ich habe jetzt noch mal nachgedacht und auch ein bisschen gestöbert, aber ich bin doch wohl eher der Typ der leeren weißen Wände. Ich habe zumindest nichts gefunden, ich nicht nach kurzer Zeit sattgesehen hätte.

16.5.2014: Warum bekommt Microsoft es nicht hin?

Ich war lange Zeit sehr Microsoft-kritisch: Zum einen wegen der Monopolstellung, zum anderen wegen der Geschäftsmethoden und nicht besonders tollen Produkten. Das hat sich später gelegt. Windows XP entpuppte sich als stabiles Betriebssystem, das bei mir den Dienst tat bis Windows 7 erschien. Windows Vista hat mich nicht überzeugt und Windows 8 auch nicht. Das macht nichts, man kann ja mit dem vorherigen Betriebssystem weiter machen. Dadurch dass es in vielen Bereichen Alternativen zu Microsoft Produkten etabliert haben, und Microsoft z.B. bei der Nichtweiterentwicklung des IE sogar anderen Browsern Chancen eröffnete war ich nur noch auf Windows angewiesen (Linux kommt nicht in frage, weil ich mit der Programmierung von Windows Anwendungen mein Geld verdiene)

Was bei Microsoft auffällig ist, ist in dem letzten Jahrzehnt eine gewisse Gängelung und Ignoranz eingetreten ist. Gängelung, weil man neue Bedienkonzepte einführte die nicht den Anwendergeschmack treffen. Ignoranz weil man die Anwender zu diesen Konzepten zwang ohne die alten als Alternative anzubieten. Man denke an die Ribbons von Office, das Ausblenden von selten benutzten Menüs, die dann die Anwender suchten weil sie nicht wussten wie sie sie wieder einblenden konnten oder Windows 8 wo man das Kachelkonzept einführte das auf PC's mit Maus und Tastatur wenig Sinn machte. Was mich mehr nervte ist das die Gagets oder Minianwendungen wegfielen. Eine CPU- und Netzwerkübersicht habe ich nämlich schätzen gelernt. Dazu neue Lizenzmodelle wie bei Office 365.

Was mich zu dem heutigen Blog bewegt ist ein neuer Monitor, genauer gesagt es ist ein 49" Fernseher. Ich liebäugelte angesichts der gesunkenen Preise von 4K-Fernsehern schon lange mit der Ablösung der zwei 24 Zoll Monitore durch einen größeren Fernseher. Die Idee: 48 Zoll Fernseher haben die gleiche Pixeldicht wie 24 Zollmonitore, aber keinen Rand und oben sogar noch mehr Platz.

Nachdem ich nun wieder zwei Wochen gearbeitet habe und bald etwas Geld in die Kasse kommt, habe ich mir einen LG49ub820v für 649 Euro gekauft. Zuerst mal was zum Gerät als Fernseher. Dafür nutze ich es ja nicht aber ausprobiert habe ich es mal. Mangels Antennenbuchse im Büro über einen DVB-T Empfänger, der wird nach Auslaufen des Kabelvertrages sowieso Standard werden. Fernsehprogramme sehen bei DVB-T wegen der niedrigen Auflösung scheiße aus. Besser ist es bei "Internetfernsehen", komischerweise fand der Sendersuchlauf etliche Sender die nur eine statische Seite zeigten und als "Internet Fernsehen" geführt wurden. Mit einem Netzwerkkabel entpuppten sie sich dann als Portale für die Mediatheken. Auf die kann man aber auch so über den Fernseher zugreifen. Internet über den Fernseher ging bei mir nicht wirklich. Google erwartet Suchbegriffe und wie ich die über de Fernbedienung eintippen soll weiß ich nicht. Auf den Zahlentasten sind zwar auch Buchstaben, aber drückt man sie lange, kommt trotzdem nur eine Zahl. Besser war Youtube aufgestellt, da gab es eine Bildschirmtastatur, ein probehalber angeschautes Video von Echosmith kam im Vollbild auch knackig rüber - und war anders als über den normalen Zugang auch anschaubar, denn sonst sieht man nur eine GEMA "Sorry" Meldung. Ich fühlte mich irgendwie an die Google Werbung erinnert, denn hier wäre ein "Google, führe mich zu Bernd Leitenberger de" sicher toll gewesen, aber einen Mikroanschluss hat der Fernseher nicht.

Doch zum eigentlichen Einsatz als Monitor. Ich war eigentlich darauf gefasst noch nachrüsten zu müssen, eine preiswerte Grafikkarte oder zumindest ein neues HDMI-Kabel, aber das zwei Jahre alte Kabel, (zertifiziert für HDMI 1.4) und die Onboard Grafik kamen damit gut zurecht. Es ist zwar nur 30 fps, aber ich nutze ihn ja nur als Office-PC. Ich habe dann aber doch irgendwie den Verdacht gehabt, es ist nicht die volle Auflösung und beim Ansehen einer Aufnahme meiner 3 MP Kamera in Originalgröße war diese in der Höhe auch nicht bildfüllend, das hätte sie bei 1536 Pixeln aber sein müssen. Nach einigen Versuchen fand ich raus woran es lag: Da ich eine Sehschwäche habe, arbeite ich eigentlich immer mit der 125% Skalierung von Windows, Nun hatte ich sogar auf 150% hochgestellt. Wie sich rausstellte, skaliert Windows 7 alles, auch Bilder. Nur Videos nicht. Also runtergestellt auf 100% - und das Bild passt locker auf den Schirm. Seitdem arbeite ich mit 100% und habe die Schriften größer gemacht. Auch das habe ich erst vor einigen Wochen festgestellt, nachdem Microsoft diesen Dialog von "Anzeige" verschoben hat. Man findet ihn nun unter "Fensterfarben und Metriken". Doch das löst das Problem nicht. Die Vergrößerung von Schriftarten wirkt sich auf Menüs aus, doch nicht auf jeden Dialog. Vor allem Windows Systemdialoge wie in den Systemsteuerung oder wenn man rechts auf die Taskleiste oder eine Datei klickt bleiben klein. Die Skalierung ist auch keine Lösung. Könnte man noch mit der Skalierung von Bildern leben, so ist es nur ein Hochrechnen. Also wenn man eine Schrift von 10 Pt eingestellt hat wird bei der Skalierung auf 150% nicht eine 15 pt Schrift genommen, sondern das Pixelmuster hochskaliert wie bei der Bildschirmlupe - so wird es nur unscharf. 125% gingen recht gut bei 150% merkt man den Effekt schon deutlich.

Die Sache ist die: das Windows auf unterschiedlichen Monitorgrößen schon früher ausgeführt wurde. Es gab schon als Windows 7 erschien Netbooks mit kleinen Bildschirmen. Inzwischen haben hochauflösende Displays in Tabletts Einzug gehalten. Die mit 100% zu betreiben erfordert dann wohl eine Lupe. Ich bin mal gespannt ob Windows 10 da eine Besserung bringt. Nach den Erfahrungen mit Windows 8 das ich Gottseidank nur auf meinem ausgemusterten PC installiert habe kommt es wohl zuerst in eine virtuelle Maschine oder eine zweite Platte.

Noch etwas anderes macht mir Sorgen: Ich hatte bei meinem Rechner vor ein paar Monaten mal den Fall von permanenten Updatefehlern. Das bedeutet ein Update meldete immer bei der Installation einen Fehler. Suche in der Knowledge Base und Hotfixes brachten nichts. Schließlich habe ich als dann weitere Updates mit diesem Fehler dazukamen den Radikalweg, die Wiederherstellung gewählt, dabei wird Windows praktisch neu installiert, es blieben aber schon installierte Programme und Treiber erhalten, aber alle Updates müssen neu installiert werden. Bei dem ferienhaus-PC mit Windows 8.1 waren es nachdem er im September zum letzten Mal an war dann auch 66 Updates, von denen 31 scheiterten. Auch nach mehreren Neuboots und Windows Update aufrufen. Ich habe sie dann ausgeblendet, was das Problem aber nicht löst, denn es schien so, als würde jedes Update nun scheitern, nach 10 Tagen waren es auch schon wieder 40 Stück.

Windows 10 soll nun ja das letzte Windows sein. Sprich Microsoft bringt keine neuen Versionen mehr raus sondern aktualisiert über Updates. Wenn das aber so klappt wie bei mir sehe ich da schwarz für dieses Konzept. Auch hier: nicht richtig durchgedacht.

Zurück zum Monitor: Ich komme mit ihm inzwischen ganz gut zurecht. Etwas störend ist dass die Titelleiste mit Menüs und Adresszeile nun ziemlich weit weg ist. Meist ziehe die Anwendungen runter. Zum ersten Mal habe ich mich auch mit den Tastenkombinationen beschäftigt mit denen man Fenster an den linken oder rechten Rand schieben kann oder in der Höhe vergrößern. Was noch etwas stört ist das er flach ist - die 24 Zöller hatte ich im leichten Winkel aufgestellt. Doch ein "curved Display" hätte das doppelte gekostet.

Morgen darf sich Rainer Stohl dann endlich wieder über einen Raumfahrtblog freuen.

18.5.2015: Es läuft schief

- und zwar ziemlich in der russischen Raumfahrt. Eigentlich gilt die Zeit von 1995 bis 2000 als schwarze Periode der russischen Raumfahrt: damals gab es als Folge des Zusammenbruchs der Sowjetunion kaum Geld für die Raumfahrt. An neue Projekte war nicht zu denken, zeitweise gab es monatelang keinen Lohn. Eigentlich sollte Russland das hinter sich gelassen haben. Das Raumfahrtprogramm funktioniert zumindest soweit, dass die militärisch wichtigen und anwendungsorientierten Satelliten wie das Glonassprogramm betrieben oder aufgebaut werden. Die Versorgung der ISS stand ja nie zur Disposition, das ist das wichtigste Prestigeprojekt der russischen Raumfahrt. Zudem verdient man mit den Sitzen für Astronauten und den Transport von Versorgungsgütern auch noch Geld. Aber schon Nauka wartet seit 6 Jahren auf den Start. Vor einem Jahr war es startbereit, da musste es wegen Lecks im Antriebssystem wieder zurück zum Hersteller, sodass der Start nicht vor einem Jahr geplant ist. Meiner Ansicht nach kommt es überhaupt nicht mehr zur ISS.

Auch die Angara hinkt Jahre hinter den Planungen hinterher. Letztes Jahr gab es einen suborbitalen Start, seitdem Pause, dabei sollte die Angara ja die alten Träger ersetzen, man sollte also annehmen das man das zügig umsetzt. Noch schlimmer sieht es im wissenschaftlichen Programm aus. Bei den Planetensonden gibt es tolle Präsentationen, was man alles machen will. Doch von den einzigen konkret geplanten scheiterte Phobos-Grunt an Computerproblemen und Venera D ist seit einem Jahrzehnt ein Papierprojekt.

Selbst beim Weltraumbahnhof Wostotschny  fing man zwei Jahre später an. Immerhin soll der Bau in dem Zeitplan liegen. Wostotschny  ist für Russlands Raumfahrt wichtig, weil er Baikonur ablösen soll. Kasachstan lässt sich die Nutzung von Baikonur gut bezahlen und es gab immer wieder Streit, besonders wenn Treibstoff auf kasachischem Gebiet freigesetzt wurde. Wostotschny liegt zudem bei 51° Nord, spart also etwas Energie ein und man kann nach Süd-Osten starten, auch das ein Vorteil.

Doch überschattet wird das von zahlreichen Fehlstarts. Vor allem von der Proton, nun allerdings auch der Sojus. Nachdem gestern erneut eine Proton einen Fehlstart hatte zeigt sich dass Russland einige Probleme hat. Das erste ist das alle Fehlstarts mit alten, eingeführten Trägern erfolgten, die ihre Kinderkrankheiten längst hinter sich haben sollten. Soweit man die Fehlerursachen kennt sind es auch keine Designfehler, stattdessen wurde mal die falsche Treibstoffmenge zugetankt, mal Beschleunigungssensoren falsch herum eingebaut. Das gehört in die Kategorie "Menschliches Versagen" und sollte eigentlich durch Kontrollen verhindert werden. Das es vorkam spricht aber auch für eine mangelnde Qualifizierung, denn ich vermute mal das der Arbeiter der die Sensoren seit ahrzehnten einbaut weiß wie herum sie eingebaut werden müssen. Ebenso ergab beim letzten Fehlstart einer Sojus ST, das jede  vierte Fregat-Oberstufe das Problem mit den eingefrorenen Leitungen hat. Das gilt für alle bisher gebauten Oberstufen. Warum nur jede Vierte? Vieleicht weil in einer Schicht immer derselbe Fehler gemacht wurde?

Was auffällig ist, ist das die Fehlschläger immer häufiger werden. Es gab 30 Jahre keinen Fehlstart einer Progress, dann zwei in kurzer Zeit. Bei der Proton sieht man die Zuname in dieser Zusammenfassung in jeweils rund 80 Starts. Nachdem von 1988 bis 1997 eine hohe Zuverlässigkeit erreicht wurde, sank sie zuerst etwas ab, dann deutlich ab.

YearsSuccessFailures
1965-19806021
1980-1988747
1988-1997792
1997-2007765
2007-2015719

Was bisher immer klappte, waren die bezahlten Aufträge. So gab es auch Fehlstarts wenn ILS den Start durchführte, aber die meisten Fehlstarts entfielen auf Nutzlasten der russischen Regierung. Der Fehlstart von MexSat-1 war aber nun einer im Auftrag von ILS. Woran es liegt, weiß man noch nicht, doch entweder hat ILS bisher viel Glück gehabt oder was ich eher glaube nun sinkt die Qualität auch bei den Starts von ILS. Die haben wahrscheinlich bisher gut bezahlt, besser als Russland. Das erlaubt auch zusätzliche Kontrollen. Warum ist offen. aber es ist nicht die einzige schlechte Nachricht. Sarah Brightman wird auch nicht ins All fliegen. Russland hatte um wieder den Weltraumtourismus aufnehmen zu können bei der ISS Langezeitaufenthalte durchgesetzt. Dadurch gibt es wieder Plätze für die Touristen. Sarah Brightman hatte sich ja auf den Trip vorbereitet und ich denke sie wird nicht aus Spaß zurückgezogen haben. Vielleicht hat auch sie das Vertrauen in die russische Raumfahrt verloren.

Mich wundert, dass sich Putin des Themas nicht angenommen hat. Es ist ja doch sehr prestigeschädigend und wenn es ums Prestige geht steckt er gerne mal ein paar Milliarden in Projekte wie Olympia im letzten Jahr. Woran die vielen Pannen nun kommen, während es sie bei durchaus schlimmeren Bedingungen Ende der Neunziger nicht gab? Meine Idee ist die, dass inzwischen wohl die meisten qualifizierten und über Jahrzehnte im Programm verbliebenen Mitarbeiter ausgeschieden sind. In den Neunzigern waren viele von Ihnen zu alt um zu einem anderen Job zu wechseln und blieben im Programm. Nun sind sie in Rente und was man für die schlechte Bezahlung bekommt sind wohl nicht die besten Mitarbeiter die viele Fehler machen.


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