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Web Log Teil 48 : 24.12.2007-1.1.2008

Montag 24.12.2007: Weihnachten

Zuerst einmal wünsche ich allen Bloglesern ein gesegnetes und schönes Fest. Möge es ruhig und ohne Stress verlaufen.

Vor einem Jahr habe ich an dieser Stelle an Apollo 8 erinnert, die just an Weihnachten 1968 den Mond umrundete. Die bekannteste Aufnahme von Apollo 8 ist die der aufgehenden Erde über dem Mondhorizont. Just vor ein paar Wochen hat die japanische Raumsonde Kaguya (früher Selene) HDTV Aufnahmen eines Erdaufganges gefunkt. Ich habe verkleinerte Aufnahmen hier beigefügt. Ich finde sie viel schöner als die Apollo Aufnahmen. da sieht man den technischen fortschritt: 1968 fotografischer Film, von Hand fotografiert, heute HDTV Aufnahmen in 1920 x 1080 vom Mond - dabei gibt es nicht mal HDTV in dieser Auflösung in Deutschland im regulären Sendebetrieb....

So schnell ändern sich Technologien, nur der Mensch bleibt immer derselbe (was ein definitives Argument gegen die bemannte Raumfahrt ist

An Weihnachten erinnern wir uns an die Geburt von Jesus Christus, oder wie Douglas Adams schrieb "Ein Typ der meinte es wäre doch zur Abwechslung doch mal ganz schön einfach nett zueinander zu sein und den man dafür ans Kreuz geschlagen hat". Das trifft es recht deutlich und heute sind wir weiter weg davon als vor 2000 Jahren.

Ich denke da an die Ereignisse in diesem Jahr. Das man bei einem so dringlichen Problem wie dem Klimawandel in Bali gerade mal den kleinsten gemeinsamen Nenner gefunden hat, obwohl das Problem alle angeht und an keinem vorbeigeht. Aber der Fluch der Demokratie: Politiker denken nur bis zur nächsten Wahl. Im Mittelalter baute man Generationen an Kathedralen, die Pyramiden wurden in Jahrzehnten errichtet, doch heute denkt keiner mehr weiter als 4-5 Jahre. Gerne lässt man sich auf Schadstoffgrenzen im Jahre 2050 ein - weil kein Politiker so lange regiert. Dabei muss man JETZT was tun!

Dann haben wir noch George Walker Bush und seinen Geheimdienst (übersetzt Zentrale Agentur für Intelligenz!) welcher ihm nun bescheinigt, dass seit 2003 der Iran kein Atomwaffenprogramm mehr hat. Trotzdem bleibt der gute bei seiner Idee, das der böse Iran doch so gefährlich ist. Nun ja wir wissen ja schon vom Irak dass er keinen Grund zum Krieg führen braucht, irgend eine dumme Behauptung die auch nicht viel intelligenter als die Besetzung des Senders Gleiwitz. Ich schüttele heute noch den Kopf wie man diesen Dösbaddel wählen konnte, noch mehr wie man ihn wiederwählen konnte nachdem man schon wusste was er für eine Intelligenzbestie ist und welch vernünftige, weitsichtige Politik er macht. Das lässt mich doch etwas an dem allgemeinen Menschenverstand zweifeln.

Die Klimaveränderung ist ja nur ein Problem. Das dem allem zugrunde liegende Problem ist die steigende Erdbevölkerung - Derzeit sind es über 6 Milliarden. Würde man den Stand von 1927 - 2 Milliarden - erreichen so hätte man recht elegant die Klimaemissionen auf ein Drittel gedrückt und alle hätten mehr Platz zu leben und es gäbe vielleicht auch wieder etwas mehr Platz für die Natur. Doch man merkt ja schon bei uns welche Folgen ein nur langsamer Bevölkerungsrückgang hat und wie die Politiker den Untergang des Sozialstaates an die Wand malen.... Auch bei uns hat man nichts dazu gelernt.

Wäre Weihnachten nicht ein schöner Zeitpunkt mit etwas Neuem anzufangen? Oder vielleicht gibt es ja die göttliche Erleuchtung auch für GWB? Das wäre doch mal eine wirklich gute Weihnachtsbotschaft.

Dienstag 25.12.2007: Wann wurde Christus geboren?

Wir feiern Weihnachten am 25.12. und es ist das 2007 te Jahr nach Jesus Christus Geburt - Ist es das wirklich? Wenn man die Evangelien nimmt, dann gibt es recht wenige konkrete Hinweise für ein bestimmtes Datum. Klar ist, das Jesus Christus unter der Regierungszeit von Augustus geboren wurde, doch das ist der Zeitraum von 14 v. Chr. bis 27 n.Chr. Der nächste Hinweis ist, dass in der Provinz Judäa zur Geburt Herodes der Große regierte - er ließ schließlich nach dem Kind suchen. Das Dumme nur: Er starb 4. v. Chr. Andererseits fand die Steuerschätzung, die ja Grund für Jospeh und Maria war nach Bethlehem zu gehen im Jahre 6-7 n. Chr. statt, da war Herodes schon 10 Jahre tot.... Sie fand zudem nur in Judäa statt, Joseph stammte jedoch aus Galiläa, einer anderen römischen Provinz. Lange Zeit kannte man von dem in der Bibel erwähnten Quirinius, Stadthalter in Syrien nur eine Amtszeit 6 n. chr. beginnend. Neuere Forschungen ergaben Hinweise auf eine frühere Amtszeit 3/2 v.Chr.  Sicher belegt ist diese jedoch noch nicht. Immerhin war Publius Sulpicius Quirinius seit 12.v.Chr. in zahlreichen Sonderaufträgen im vorderen Orient tätig, Stadthalter jedoch erst nach 6. n. Chr.

Der Stern von Betlehem war immer schon Spekulationen unterworfen, auch weil man leicht den Planetenhimmel simulieren kann. Leider gibt es in der fraglichen Zeit mehrere mögliche Konstellationen. Kometen, die gerne die Kirchenbilder kann man insoweit ausschließen, als dass keiner der bekannten periodischen Kometen zu dieser Zeit sichtbar war, keiner ist zudem so lange am Himmel, dass die Zeit für eine mehrwöchige Reise der Weisen aus dem Morgenlande (wahrscheinlich Babylon) ausreichen würde. Es gibt jedoch einige interessante Konstellationen:

De fakto bleibt also die Erkenntnis, dass man es nicht weis. Je nach historischer Quelle kommen die Zeiträume von 6 n. Chr. oder bis 4. v. Chr in Frage. Das Datum selbst wurde bei einem Kirchenkonzil im Jahre 626 festgelegt. Dabei wurde auch festgelegt, das es kein Jahr 0 gab und wann man Weihnachten feiert. Das letztere hat absolut nichts mit dem Geburtsdatum zu tun (das man wahrscheinlich gar nicht kannte) sondern mit der Christianisierung des Nordens. Um den germanischen Völkern das Christentum schmackhaft zu machen legte man es auf einen Termin nahe der für die Germanen wichtigen Sonnenwendfeiern am 21.12. Einige Historiker meinen auch das Ritual, damals mit Feuerrädern die nun länger werdenden Tage zu feiern findet sich in dem Weihnachtsbaum und seinem Kerzenschmuck wieder, Doch der erste schriftliche Hinweis für einen Weihnachtsbaum findet sich erst im Jahre 1521. Er ist übrigens eine typisch deutsche Erfindung. Die Engländer wunderten sich Weihnachten 1914, was ihre deutschen Gegner in den Schützengräben denn da schmückten, übernahmen den Brauch aber recht schnell nach dem ersten Weltkrieg.

In diesem Sinne, gesegnete und geruhsame Weihnachten....

Mittwoch 26.12.2007: Optische Berechnungen

Ich habe mir überlegt ob ich aus gegebenem Anlass etwas über die Leute zu schrieben, die ich vorgestern im Gottesdienst kenne lernte und die ich sonst das ganze Jahr über nicht in der Kirche sehe. Das alleine wäre nichts worüber man sich aufregen sollte. Doch wenn ich schon einmal im Jahr einen Gottesdienst besuche, dann sollte man sich auch beteilligen und mitsingen oder zumindest das Gebet mitsprechen. Wenn man kein Interesse an allem hat, warum geht man dann hin?

Aber lassen wir das, ich habe mir vorgenommen heute mal wieder etwas Wissen zu vermitteln und zwar über die Berechnung von Gesichtsfeldern und Auflösungsvermögen von optischen Instrumenten. Fangen wir an mit den Einheiten. Da man die dreidimensionale Welt auf eine zweidimensionale Abbildung reduziert, sind bei den Berechnungen zweidimensionale Einheiten üblich und nicht dreidimensionale wie der Steriant oder das Quadratbogengrad. Stattdessen sind zwei andere Einheiten üblich, zwei weil es zwei Gebiete gibt, die miteinander verbunden sind: Die Astronomie und die Optik.

Zuerst einmal: Reduziert man die dreidimensionale Welt auf 2 Dimensionen so wird aus der Kugel um uns herum ein Kreis. In der Astronomie unterteilt man nun diesen Kreis in 360 Grad und jedes Grad in 60 Bogenminuten und jede Bogenminute in 60 Bogensekunden. Einige Hilfestellungen: Der Mond und die Sonne sind etwa 33 Bogenminuten oder ein halbes Grad groß und der Planet Jupiter 48 Bogensekunden.

Einheitskreis in Bogenmaß : 360 Grad x 60 Bogenminuten (') x 60 Bogensekunden (")

Der einfache und doppelte Strich sind das Symbol für Bogenminuten und Bogensekunden. Das Symbol für Grad ist das bekannte °. Das Auge kann unter idealen Bedingungen noch Details von 60 Bogensekunden oder einer Bogenminute wahrnehmen.

Im Instrumentenbau verwendet man dagegen den Radiant zur Einteilung. Ein Radiant ist ein Kreisstück der Länge 1 bei einem Radius von 1. Da der ganze Kreis 2 π Umfang hat, ist dies 1/ 6.28 des Einheitskreises oder 57.29 Grad im Bogenmaß. Bruchteile dessen sind dann Millrad (1/1000 Rad) oder Mikrorad. (Ein Milionstel Rad). Eine Bogensekunde ist z.B. 5 Mikrorad groß.

Die Definition des Radiant leitet uns über zum Kapitel Vergrößerungen. Der Radiant entspricht bei einer planetaren Abbildung der Tatsache, dass ein Objekt von Größe 1 in einer Entfernung von 1 gesehen wird. Das ist die Definition der Normalbrennweite. Dies sind also 57.3 Grad. Bei Detektoren nimmt man oftmals die Diagonale. Beim Kleinbildfilm von 35 x 24 mm Größe ist die Diagonale 42.4 mm groß. Ein Objektiv mit einer Brennweite von 42.4 mm hat also Normalbrennweite. Eines mit einer kleineren Brennweite ist ein Weitwinkelobjektiv und eines mit einer kleineren Brennweite ein Teleobjektiv.

Die Abbildung ist leicht zu berechnen, wenn man Abmessungen oder diagonale des Detektors kennt (D) und die Brennweite (f) der Optik, dann gilt in Radiant:

Abbildung (A) = Brennweite f / Detektorgröße D

Bei 20 mm Detektor Größe und 2000 mm Brennweite ist die Abbildung dann 0.01 Rad groß oder 0.573 Grad. Nun ja nicht ganz: Der genaue Term ist

A = 2 * atan ( D / 2 F)

Da die meisten Kameras die man aber einsetzt (mit wenigen Ausnahmen) vergrößernde Kameras sind, also Teleobjektive oder Teleskope, kann man die Bildfeldkrümmung vernachlässigen und den oberen Term benutzen.  Für die Normalbrennweite erhält man beim vereinfachten Term 57.3 Grad und bei genauer Berechnung 53.13 Grad. Bei 30 Grad vereinfachter Rechnung ist der Unterschied schon viel kleiner und macht nur noch 0.7 Grad aus. (29.33 Grad).

Die gleichen Beziehungen gelten auch für einzelne Detektorelemente, womit man das Auflösungsvermögen bestimmt. Doch dieses ist nicht nur von der Brennweite abhängig, sondern auch von der Größe der Optik. Im Allgemeinen gilt:

Auflösungsvermögen = Wellenlänge / Optikdurchmesser

Das ist das maximal erreichbare Auflösungsvermögen. Man kann zwar die Brennweite der Optik so verlängern, das ein Detektorelement kleiner als das erreichbare Auflösungsvermögen ist, aber dann verschmiert man nur die Abbildung und erhält nur ein unscharfes Bild. Diese Formel ist allgemein und für alle Wellenlängen anwendbar, daraus ergibt sich z.B. sofort, dass ein Teleskop welches Infrarotwellen bündelt, eine geringere Auflösung hat, als eines im optischen Bereich und man im UV eine größere Auflösung hat (weshalb man bei der Belichtung der Masken bei Halbleiterelementen auch zu immer kleineren Wellenlängen übergeht).

Wenn man es auf den Spezialfall sichtbares Licht reduziert, so gibt es folgende Faustregel :

Auflösung in Bogensekunden (bzw. 5 Mikrorad) = 122 / Optikdurchmesser in mm.

(Das entspricht einer Wellenlänge von 595 nm. Diese Faustformel gilt (das wird aber gerne vergessen) nur wenn im Strahlengang kein Fremdkörper ist, also für Linsenfernrohre oder Objektive. Wenn sich dort ein Fangspiegel befindet, so bewirkt er eine Störung, die abhängig ist vom Durchmesser des Fangspiegels. Empirische (d.h. aus Erfahrung) stammende Relationen sind:

Auflösung in Bogensekunden (bzw. 5 Mikrorad) = 153 / Optikdurchmesser in mm. bei Fangspiegeldurchmesser < 25 % des Optikdurchmessers

Auflösung in Bogensekunden (bzw. 5 Mikrorad) = 178 / Optikdurchmesser in mm. bei Fangspiegeldurchmesser 25- 40 % des Optikdurchmessers

Größere Fangspiegel als 40 % und kleinere als 20 % sind recht selten. 25 % ist ein typischer Wert für Newton oder Cassegrain Teleskope, 35-40 % werden von Schmidt oder Maksuov Teleskopen erreicht. Der Umrechnungsfaktor von RAD in Bogensekunden ist gegeben durch die Definition der Normalbrenweite. Es gilt:

1 Bogensekunde = 1/57.3 / 60 / 60 = 1 / 206280 Rad.

Und 1 Rad ist 1 m Objektgröße in 1 m Entfernung. Wie groß ist nun das Auflösungsvermögen bei gegebenem Abstand? Nun für Teleobjektive und Teleskope gilt folgender einfache Zusammenhang, den man aus dem Strahlensatz ableiten kann:

Größe Objekt / Entfernung = Größe Detektor / Brennweite

Hat man 3 Dinge gegeben (in der Regel Entfernung, Brennweite und Detektorgröße) so kann man nach dem fehlenden Parameter umformen:

Größe Objekt= Größe Detektor / Brennweite * Entfernung

Damit kann man praktisch alles berechnen. Nehmen wir die Kamera HiRISE an Bord von MRO. Von dieser kennt man folgende Daten:

Optikdurchmesser: 50 cm
Brennweite: 1200 cm
Typ: Cassegrain Teleskop
Detektoren: 2048 x 128 Pixel, 24 x 1.5 mm groß

Angaben der NASA über die Leistung des Teleskops:

Auflösung aus 300 km Entfernung: 30 cm

Nun wie hoch ist die theoretische Auflösung? Verwendet man die Formel für Cassegrain Teleskope so erhält man:

Auflösung = 153 / 500 = 0.306 "

Welche Auflösung wird praktisch erreicht?

Auflösung = 0.3 m / 300.000 m =  1 Mikrorad
Auflösung = (1/ 206280) * 1 Mikrorad = 0.206 Bogensekunden.

Offensichtlich hat die NASA sich also eher an einem Refraktor orientiert und die Pixel kleiner gemacht als das theoretische Auflösungsvermögen. (Man findet aber auch 35-40 cm aus 270 km Höhe, was dem berechneten Wert näher kommt, das hängt davon ab ob man die MRO oder HiRise Webseite besucht).

Ein anderes Beispiel: Die LORRI Kamera von New Horizons:

Optikdurchmesser: 208 mm
Brennweite: 2630 mm
Detektor: 1024 x 1024 Pixel
Blickfeld: 0.29 Grad
Auflösung 4.94 µrad

Auch hier kann man die theoretische Auflösung errechnen und erhält:

Auflösung = 153 / 208 = 0.736 "
Auflösung = (0.736/ 206280) = 3.56 µrad

Hier ist also die praktisch erreichte Auflösung kleiner als die theoretisch möglich (das ist auch der Normalfall, die HiRise Kamera ist hier eine echte Ausnahme). Man kann nun die Chipgröße berechnen und zwar gleich auf zweierlei Weise:

Blickfeld Detektor / 57.3 Grad = Größe Detektor / Brennweite

umgeformt zu:

Größe Detektor = Blickfeld Detektor / 57.3 Grad * Brennweite

wird:

Größe Detektor = 0.29 Grad / 57.3 * 2630 mm = 13.3 mm

oder über:

Detektorelemente * Auflösung Element (rad) * Brennweite = Detektorgröße

1024 * 4.94e-6 * 2630 = 13.30 mm

Es handelt sich um einen CCD von E2V, Modell 47-20. Beim Hersteller findet man eine Pixelgröße von 13 m für diesen Sensor, bei 1024 Elementen sind dies exakt 13.31 mm - die Rechnung liefert also das erwartete Resultat.

Als eine der Erkenntnisse gilt z.B.: Je kleiner ein Detektorelement ist, um so kurzbrennweitiger kann ein Instrument bei einer gegebenen Optik sein. Das nutzt man z.B. bei Digitalkameras aus. Ein Pixel hat dort nur noch etwa 1.2-1.7 Mikrometer Größe. Eine Optik die beugungsbegrenzt ist muss dann nur noch die 2-3 fachen Optikdurchmesser als Brennweite haben. Zusammen mit den kleinen Chipdurchmessern (typisch sind 6.5 x 4.5 mm) braucht man dann selbst für große Vergrößerungen nur kleine Linsen und hat kurze Objektive.

Kennt man die Pixelgröße eines Sensors, so kann man über den Zusammenhang

206280 / fak * Pixelgröße die Blende für ein System errechnen, bei dem der Chip beugungsbegrenzt abrietet, d.h. ein Sensorelement genau die theoretische Auflösung wiedergibt.

der Faktor beträgt (wenn man die Pixelgröße in m angibt) 0.133 für Linsenfernrohre bzw. 0.153 und 0.178 für Spiegelfernrohre, entsprechend den Fangspiegeln (es sind natürlich die obigen Faktoren nur eben in m angegeben). Für einen CCD von 13 µm Größe errechnet man z.B. eine Blende von 22, die LORRI Kamera hat nur eine von 12.8 (die Blende ist definiert als):

Blende = Brennweite Optik / Durchmesser Optik

Allerdings hat das auch einen Preis: So kurzbrennweitige Objektive haben hohe Brechungsindexes und erzeugen so leicht Farbfehler, da die Wellenlängen unterschiedlich gebrochen werden. Zudem müssen sie sehr genau gefertigt werden um bei den kleinen Detektorelementen noch scharfe Abbildungen zu erzeugen. Vor allem aber sind die kleinen Pixels auch sehr lichtschwach. In der Astronomie und Raumfahrt ist seit 10 Jahren die Größe eines Pixels konstant geblieben. sie liegt bei etwa 5-12 Mikrometern Breite, also 3-10 mal größer als ein Pixel in einer modernen Digitalkamera. Stattdessen fertigt man größere Chips oder Scanzeilen wie bei der HiRise Kamera und größere Flächen zu erfassen.

Sonntag 30.12.2007: Neujahrsvorsätze

Nachdem mein Blog Eintrag über Schönheitsoperationen diesem Sch..... Programm das keine externen Bilder einbinden kann ohne abzustürzen zum Opfer fiel, heute passend zum Anlass mal etwas über Neujahrsvorsätze.

Ich muss gestehen, ich bin nicht so besonders in Vorsätzen. Das letzte mal das ich einen fasste war 2005: Nämlich alle Treppen zu laufen und keine Fahrstühle zu benutzen. Inzwischen laufe ich die 76 Stufen zum meinem Büro im Laufschritt hoch und ärgere mich jedesmal über die halb so alten Studenten die so lahm sind. Zur Ehrenrettung der Studenten muss allerdings gesagt werden, dass dies meist die Sozialpädagogen vom Stockwerk unter mir sind, die von der "Schnatterkrankheit" befallen sind - sie reden dauernd, auch beim laufen.

Ansonsten habe ich alles geschafft auch ohne irgendwelche Vorsätze, in diesem/letzten Jahr die Diät bei der ich über 30 kg abgenommen habe. Den Neuanfang als Softwareenwickler, als ich als Lebensmittelchemiker keine Anstellung fand. doch für das nächste Jahr habe ich mir etwas vorgenommen: Kampf der Zeitverschwendung. Die Standleitung zuhause seit etwa einem Jahr hat sichtbare Folgen hinterlassen. Ich verbringe mehr und mehr Zeit im Internet. Das ganze ist extrem zeitraubend und bringt dafür relativ wenig.

Ich meine weniger das Surfen, als vielmehr die Folgen von Web 2.0. In den letzten Monaten habe ich mich an einem Browserspiel beteiligt. Das habe ich heute eingestellt, denn eigentlich geht es immer darum mehr Geld zu scheffeln. Das nächste ist die Droge unserer Zeit: Instant Messenger. Eigentlich eine gute Erfindung, wenn man jemanden schnell informieren will. Doch es artet dann immer ins Schwafeln aus. Wenn man ihn ernst meint, kann man daneben nichts machen, wenn man daneben etwas macht, dann leidet der Chat. Chats selbst mache ich schon seit Monaten nicht mehr und das empfand ich noch mehr als zeitraubend. Was gibt es sonst noch: In Foren rumhängen, bloggen... Videos mache ich ja schon seit Monaten keine mehr. Man kann seine Zeit wirklich verschwenden, und dafür ist sie eigentlich doch zu schade.

Den zweiten Vorsatz den ich mir vorgenommen habe ist mein Gewicht zu halten, das im letzten halben Jahr nach Diätende wieder um 3 kg auf knapp 75 angestiegen ist. Derzeit geht es auch jeden Tag ins Schwimmbad, wenn es eben offen ist, ab Januar dann 3 mal anstatt 2 mal in der Woche. Alleine dafür brauch ich viel Zeit, weil an den Tagen der Abend dann gelaufen ist. (Ich weis nicht wie ich vorher ohne Sport mein Gewicht zwar auf hohem Niveau, aber halten konnte. Nun esse ich weniger, schwimme 2-3 mal in der Woche 2 stunden und nehme trotzdem zu. Irgendwie ungerecht ).

Ich möchte an der Stelle nochmals dran erinnern, das man gerne einen Gastblog schreiben kann, passend so zu meinem, also vielleicht was lehrreiches oder ein paar tiefsinnige Gedanken (okay, der gehört nicht dazu). Wer will schicke ihn an bl "at" bernd-leitenberger.de. Wer ihn mit einem Texteditor verfasst aufpassen: Ein Zeilenumbruch bedeutet bei Wordpress einen neuen Absatz. Wenn der Editor also automatisch umbricht gibt das gerne ein Kamm-Muster.

Dienstag 1.1.2007: Üb immer Treu und Redlichkeit....

... bis an dein kühles Grab. So tönte es am Schluss des Spielfilms "Die Herren mit der weisen Weste" gestern. Das hat mich inspiriert mal etwas über Tugenden zu schreiben. Jedem Volk werden ja Tugenden oder Untugenden nachgesagt. Uns Deutschen wohl in erster Linie, Sauberkeit, Gründlichkeit, Fleiß, Ordnungssinn (oder Ordnungswahn), Folgsamkeit (oder mangelnde Eigeninitiative) und vielleicht auch True, Redlichkeit, Zuverlässigkeit.

In den letzten Jahren hat sich da viel geändert. Nicht so sehr bei einigen typisch deutschen Angewohnheiten, wie der Regelungswut, der dem Hang zur Bürokratie und der Gründlichkeit mit der alles genau gemacht, definiert oder festgelegt werden muss. Aber am Treu und Redlichkeit hapert es doch mehr und mehr. Ich denke da an ganze Branchen die heute davon leben Leute abzuzocken oder abzukochen. Das fängt an mit dem Telefonmarketing, oder besser gesagt dem Telefondrücken, bei denen man Leuten alles mögliche am Telefon verkaufen will oder besser aufschwatzen will. das geht weiter mit den Abzockerseiten im Internet wo man sich "kostenfrei" anmelden kann und dann ehe man sich versieht ein Abo für Kochrezepte für 49,90 Euro im Jahr an der Backe hat und die Spitze sind Myriaden von arbeitslosen Anwälten die sich auf Abmahnwellen spezialisiert haben. Das Vorgehen ist immer gleich: man findet einen Gesetzesverstoß - entweder einen Urheberechtsverstoß wie eine eingescannte Karte, ein geschütztes Bild auf der Homepage oder einen MP3 Song zum Download und mahnt ab. Alternativ kann man auch Powerseller bei E-Bay abmahnen, wenn sie bei dem E-Bay Auftritt irgendeine Kleinigkeit der verschiedenen Verordnungen zum Schutz des Verbrauchers vergessen haben oder falsch formuliert haben. Der springende Punkt sind nicht die angedrohten Strafen oder das Vermeiden eines weiteren Verstoßes, sondern die Festlegung des Streitwertes, nach denen sich die Anwaltsgebühr berechnet. Dieser wird so festgelegt, das es für den Betroffenen eine hohe 3-4 stellige summe ausmacht, während man selbst die Fälle praktisch im Serienbriefverfahren abarbeiten kann.

Derartige Abzocke hat immer mehr zugenommen und noch gibt es zu wenige Gerichtsurteile die das unterbinden. Vor allem wird bei der abmahnwelle, selten der Streitwert in Frage gestellt. Das nächste ist wohl der Trend sein Geld weniger über "Treu und Redlichkeit" zu verdienen als vielmehr über Spekulation. Ich selbst habe inzwischen das meiste meiner Ersparnisse in Aktien und Fonds stecken. Ganz einfach aus dem einfachen Gründe, weil festverzinsliche Wertpapiere sich nicht mehr lohnen. Die Zinsen sind so niedrig, dass wenn man die Kapitalertragssteuer abzieht und dann noch die Inflationsrate, man froh sein kann, wenn sein Geld nicht an wert verliert. Natürlich will nun der Gesetzgeber auch daran mitverdienen. Gab es bisher schon eine Steuer wenn man innerhalb eines Jahres Aktien mit Gewinn wieder verkaufte, so fällt ab dem 1.1.2009 eine weitere Steuer für Kursgewinne an, wenn man die Wertpapiere länger als 1 Jahr hält. Bei den Kursverlusten möchte sich der Staat aber nicht beteiligen - das ist auch eine Form von Abzocke.

Die Folgen für das Wirtschaftsleben sind enorm: Firmen werden von Hatch-fonds aufgekauft, das Inventar verkauft und die Firma zerschlagen. Es geht immer mehr um den kurzfristigen Profit. Bilanzen müssen im 3 Monatsrythmus vorgelegt werden, Manager die auch nur wenige Jahre bei einer Firma arbeiten denken auch nur in diesen Zeiträumen - verkaufen nun kurzfristig nicht so lukrative Teile, setzen auf kurzfristigen Markterfolg und vergessen, dass man auf lange Frist nur überlebt, wenn man auch langfristig innovativ ist.

Nun, die Abzocker im Internet, am Telefon und in den Kanzleien wird man durch einige klare Urteile in den Zaum bekommen. Schwieriger wird es bei der Wirtschaft. Es wird wohl irgendwann ein Crash kommen, ganz einfach weil die Produktivität nicht in dem Maße gestiegen ist wie die Aktienkurse. Dann werden alle dumm aus der Wäsche gucken. Aber vielleicht gibt es ja unter den Managern auch ein paar Schlaue Köpfe die auf einen langfristigen Erfolg ihres Unternehmens setzen - Mittelständler die oft noch Familenunternehmen sind tun dies seit langem und bilden nicht umsonst eine der tragenden Säulen unserer Wirtschaft. Dann denke ich gehen auch die horrenden Gehälter in Ordnung. Bei dieser Managergehälterdiskussion geht es ja weniger um die Höhe des Gehalts an sich, sondern um das Verhältnis von Gehalt zu Nutzen für das Unternehmen - Wenn der Manager topp verdient, das Unternehmen aber nur überleben kann indem es Arbeitsplätze abbaut, dann finde ich dies wie viele andere ungerecht. Wie schon von Politikern angemahnt sind ja Manager nicht die einzigen Spitzenverdiener - Fußballspieler, Sänger und Filmschauspieler verdienen auch Unsummen. Natürlich wäre es schön dies auf ein normales Maß zurückzufahren, doch geht dies nur wenn man eben das weltweit macht. solange England, Italien und Spanien Unsummen für Fussballprofis locker machen, solange Hollywood enorme Gagen für Brad Pitt & Co zahlt, solange bleibt dies nur ein Traum.

Ansonsten: Wie wahr der Rutsch ins neue Jahr? Bei uns wurde deutlich mehr geknallt und es gab mehr Raketen als in den vergangen Jahren. Ich selbst habe das schon seit über 25 Jahren aufgegeben. Zum einen weil ich es für hinausgeworfenes Geld halte und zum anderen weil ich auch Katzenbesitzer bin und weiß, wie sehr die Tiere unter dem Geknalle leiden, vor allem wenn manche es nicht erwarten können und schon Stunden vorher anfangen. Romeo war ab 10 Uhr immer unruhiger und hat sich unter dem Bett und in einem Karton verborgen - was natürlich kein Schutz vor dem Lärm ist und das ist das Schlimme daran. Julia hat wie schon letztes Jahr das ganze mit stoischer Ruhe hingenommen. In den fast 40 Jahren als Katzenbesitzer ist sie die einzige Katze die ich kenne, die nicht bei Sylvester Angstzustände bekommt.

Seit letztem Jahr kenne ich von einer anderen Katzenbesitzer ja noch eine Alternativlösung - einfach zu anderen gehen und feiern. Aber das verlagert nur das Problem und ich glaube gerade um Mitternacht brauchen meine Miezen mehr Zuwendung als sonst im Jahr. In diesem Sinne: Einen guten Rutsch und ein erfolgreiches Jahr 2008.


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