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Web Log Teil 49 : 3.1.2008-11.1.2008

Donnerstag 3.1.2007: Europas Raumfahrt 2008

Zur Information: Heute mal alle geplanten Ereignisse aus Europas (Elsas) Sicht für 2008:

Es wird also ein geschäftiges Jahr. Dazu kommen noch einige nationale Starts. Von Deutschland z.B. der Start der letzten beiden SARLupe Satelliten für die Bundeswehr und von Italien von Cosmo-Skynet. Herausragendes Ereignis sind sicher der Start von Herschel und Planck und der Erststart der VEGA (der sich aber noch verschieben kann). Für Fans der bemannten Raumfahrt sind natürlich die beiden ersten Ereignisse die wichtigsten. Nun noch eine kleine Erklärung:

Nun noch zu etwas anderem: Was bewegt einen. Und zwar im sinne von "Wo bin ich empfindlich?". Bei mir ist es das Leid von Tieren. Ich wurde gestern daran erinnert, als ich eine Reportage über Sibirien sah. Da gab es eindrucksvolle Bilder und auch andere Probleme wurden angesprochen wie die Tatsache, dass die gesamten Reichtümer aus Kohle, Gold und Diamantenabbau an wenige Superreiche gehen während durch die Klimaerwärmung der Permafrostboden auftaut und die Häuser im Schlamm versinken. Aber bewegt hat mich am meisten die Bilder von einem Bär denn ein Gastwirt in einem zu kleinen, rostigen Käfig hält.

Das ist nicht das einzige. Ich kann keine Filme von Walfang oder Robbenjagden ansehen. Mehr bewegt als die Gräueltaten in Abu Graid hat mich ein Video, gemacht von US Soldaten die "zum Spaß" einen Hund erschossen haben, der freundlich auf sie zukam, und dass nicht mal auf einmal sondern in 4 Garben mit dem Schnellfeuergewehr. Ich bin mir sicher, dass ich nie ein Tierheim besuchen werde, außer ich will mir eine Katze holen - Der bisher einzige Besuch bei einem hatte den Zweck eine Katze zu adoptieren und den Heimweg trat ich mit zwei Katzen an. Ich gebe offen zu, da bin ich sehr empfindlich. Ich kann nicht das Leid von Tieren ansehen. Vielleicht weil man als Mensch eine Vorstellung hat wie gemein und grausam andere Menschen sind, aber Tiere in der Hinsicht ahnungslos und oft auch hilflos sind. Aber das alleine ist es sicher nicht. Es ist irgendwo ein irrationales Element noch verborgen, das ich nicht erklären kann. Dabei bin ich durchaus kein Moralapostel. Ich esse zwar aus Prinzip keine Tiere die kleiner sind als ich, weil ich nicht will, dass für eine Mahlzeit von mir ein Tier sterben muss. doch das schließt Fisch aus und Tiere die so groß sind wie ich esse ich durchaus (auch wenn das dann nur Kalb, Schwein und Rind sind).

So meine frage an die geneigte Leserschaft: was Bewegt Dich? Wo reagierst Du emotional? Und was kannst Du nicht ab?

Sonntag 6.1.2008: Weg von fossilen Brennstoffen: Teil 1: Strom

Ich habe mich schon mal mit der Fragestellung beschäftigt, ob man fossile Brennstoffe ersetzen kann und bin dabei zu erschreckenden Zahlen gekommen, versucht man diese durch regenerative Energiequellen zu ersetzen. Nun möchte ich das nochmal angehen unter der Prämisse: Was ist möglich? Fangen wir mit dem Strom an, denn da ist man in dieser Hinsicht schon am weitesten.

Alle Rechnungen werde ich auf die Bundesrepublik beziehen, deswegen, weil die BRD eine recht hohe Siedlungsdichte hat, von allen industrialisierten Ländern eine der höchsten. Alle regenerativen Energiequellen brauchen aber viel Fläche, und zwar deswegen, weil man im Endeffekt immer Sonnenlicht einsetzt, direkt oder indirekt. Wenn es also in der BRD klappen sollte, dann auch in anderen Nationen.

Der Stromverbrauch in der BRD betrug 2006 insgesamt 616 TWH, davon 11 % schon durch erneuerbare Energien gedeckt. Das meiste davon aber Wasser- und Windenergie (9 %), Will man Strom durch die Sonne erzeugen, so kann man sicher Biomasse verbrennen, doch das ist sehr ineffektiv. Der Wirkungsgrad ist schlecht und Biomasse ist zwar billig zu produzieren, aber Pflanzen sind miserabel im Ausbeuten der Energie. Sinnvoller ist es daher Strom weitgehend aus Solarzellen oder thermischen Sonnenkraftwerken zu produzieren und Biomasse nur zum Abfangen von Spitzenzeiten zu nutzen. Man wird sie vorwiegend zur Generation von Kunststoffen und für die Erzeugung von Wärme brauchen.

Solarthermische Kraftwerke sind recht effektiv. Es gibt mehrere Bauformen. Das Grundprinzip ist es Sonnenlicht zu bündeln und ein Medium aufzuheizen. Das Medium erhitzt dann Luft oder Dampf und dieser treibt dann wieder eine normale Gasturbine an, wie bei einem normalen Kraftwerk. Spiegel sind preiswerter als Solarzellen zu fertigen. Es gibt zwei Grundformen: Im einen bündeln viele Spiegel die Energie an einem Turm, wobei man dort enorme Hitze erreicht. Der Wirkungsgrad ist dann recht hoch (er hängt nach dem Gesetzen der Thermodynamik von der Differenztemperatur des Mediums vor dem Erhitzen und nach Abgabe der Wärme ab), dafür benötigt man eine laufende Nachführung der Spiegel der Sonne. Die hohe Hitze kann aber auch für andere thermische Prozesse genutzt werden wie chemische Prozesse und darin liegt sicher eine Zukunft dieser Turmkraftwerke.

Das zweite ist es einfache parabolische Spiegel zu nehmen und in ihrem Brennpunkt ein Medium zu erhitzen. Wenn man sie als Zylinderschnitte ausführt (sie sehen dann aus wie eine verspiegeltee überdimensionale Dachrinne, dann kann man das Medium in einer Leitung durch längere Segmente führen und auch so sehr hohe Temperaturen erreichen. Hat man genügend Sonnenlicht und zwar direktes Sonnenlicht, so ist dies die effizienteste Art Strom zu erzeugen. Das derzeit modernste Sonnenkraftwerk  Andersol 1-3, ein derzeit in Grenada in Spanien gebautes Kraftwerk wird 176 MW Leistung erreichen und Strom zu 19 ct/KWh erzeugen - also in etwa das was auch wir heute schon bezahlen. Subventioniert wird es aber trotzdem, es entfällt die Stromsteuer, die es auch in Spanien gibt. Die tagsüber erzeugte Leistung wird zum Teil genutzt um einen Wärmespeicher aufzuheizen der dann nachts angezapft wird.

Das zeigt, dass einerseits Solarenergie wirtschaftlich sein kann, und es auch Lösungen für die Speicherung gibt. Für Deutschland kommen diese Kraftwerke aber nur begrenzt in Frage, weil ihr Wirkungsgrad rapide absinkt, wenn der Himmel bedeckt ist, denn sie bündeln ja direktes Sonnenlicht. Nicht umsonst wird bei uns vor allem Photovoltaik installiert. Die Halbleiterzellen sind zwar teuer in der Anschaffung, aber sie liefern auch bei bedecktem Himmel noch Strom. Wie teuer? Nun, das erneuerbare Energien Gesetz zahlt derzeit um die 50 ct pro KWH, abhängig von der Anlagengröße. doch das ist mehr als die Kosten betragen. Nach Wikipedia bekommt man durch das Gesetz in 20.5 Jahren für eine 4 KWp Anlage etwa 34300 Euro, kosten tut so eine Anlage aber 20-21.000 Euro, wobei dann noch eine Montage kommt. Lassen wir es 24000 Euro sein, so kostet uns eine KWh (bei Berücksichtigung von 20 % Leistungsverlust auf 20 Jahre und 0.5 % Wartungskosten) 43 ct. Das ist um einiges teurer als der derzeitige Strompreis, zumal dann auch noch Kosten für die Stromleitung und Speicherung dazu kommen.

Andererseits sind das die Kosten für eine private Kleinanlage - Es ist anzunehmen dass eine Großanalage deutlich günstiger wird und derzeit sinken die Produktionspreise für Solarzellen immer noch, weil immer mehr nachgefragt werden und die größere Nachfrage die Produktion billiger macht. Entsprechendes kennt man auch von anderen Gütern wie Autos oder dem Computer.

Ich denke ein Preis von 30 ct/KWh ist erreichbar. Das ist zwar deutlich mehr als heute, doch an steigende Energiepreise haben wir uns ja schon gewöhnt. Zu D-Mark Zeiten kostete der Strom bei mir auch so viel in Pfennig wie heute in Cent/KWh.

Wir viel Fläche braucht man? Ein kommerzielles Modul von 3100 KWh Leistung pro Jahr hat eine Fläche von 60 m². Damit kann man berechnen, dass man für die 616 TWh knapp 200 Millionen dieser Module braucht und ca. 12000 km² Fläche. Das ist viel. Aber.....die gesamte Siedlungs- und Verkehrsfläche die derzeit bebaut ist, beträgt in der BRD über 47000 km². Ein Viertel der Fläche würde also vollkommen ausreichen um die Stromversorgung schon heute zu sichern.

Wie könnte es aussehen? Ich denke wenn die Strompreise weiter ansteigen, wird für immer mehr größere Firmen es rentabel ihren Strom selbst zu produzieren. Es wird mehr und mehr Dachanlagen geben oder bei Hochhäusern Fenster mit Dünnschichtsolarzellen - deren Wirkungsgrad ist zwar gering, doch die enorme Fläche macht es. Gleichzeitig wird man sicher dazu übergehen industriell Solarkraftwerke zu bauen. Entweder indem man Flächen überzieht, die heute schon bebaut sind (z.B. das Straßen- und Autobahnnetz) oder indem man landwirtschaftliche Fläche nutzt. (Unterhalb der Kollektoren kann man ja noch Landwirtschaft betreiben und wenn man Abstand lässt, so dass das Licht von der Seite einfällt ist auch die Ertragseinbuße gering. Für Weidenwirtschaft reicht es allemal).

Bleibt natürlich noch die Frage wie man Strom speichert - Nachts oder für Spitzenzeiten. Ich sah in diesem Zusammenhang eine interessante Sendung auf 3Sat. Eine Uni hat einen europäischen Verbund untersucht und ist zum Schluss gekommen, dass man im europäischen Verbund kaum Probleme mit Strommangel hat. Zum einen fällt vieles von der Wetterabhängigkeit weg. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass es in ganz Europa schlechtes Wetter gibt. Weiterhin gibt es dann neben der Sonne auch andere Energiequellen. Wind an den Küsten, an der Atlantikküste Gezeitenkraftwerke, die absolut unabhängig vom Wetter sind und in Skandinavien Wasserkraft. Heute wird die Wasserkraft zur Stromerzeugung benutzt, doch ihre Zukunft wird wohl als Speicherkraftwerk liegen. Norwegen deckt heute 90 % seines Stromes durch Wasserkraft und die meisten Kraftwerke könnten zu Pumpspeicherkraftwerken umgebaut werden. Sie werden dann mit sizilianischem oder spanischen Solarstrom betrieben und liefern nachts Strom. Als Nebeneffekt steigt die Sonnenscheindauer bei einem europäischen Verbund auch um 3-4 stunden - geht in Portugal die Sonne auf so ist es in Bulgarien fast Mittags.

Dazu kommen lokale Speicher wie Druckgas/Temperaturspeicher in alten Salzkavernen oder Pumpspeicherkraftwerke bei uns, eventuell wird man im Sommer wohl auch überschüssigen Strom nutzen um Wasserstoff zu produzieren oder man baut kombinierte Kraftwerke, die entweder Strom liefern oder hohe Hitze für die Verfahrenstechnik bei der Chemie liefern. Auch der Stromtransport über lange Distanzen ist kein prinzipielles Problem. Australien hat schon Tasmanien mit einer hunderte von Kilometern langen Leitung verbunden - aber mit Gleichstrom anstatt Wechselstrom. Die Verluste sind viel geringer und liegen bei wenigen Prozent bei einem europäischen Netz. Demgegenüber steht heute das Interesse der Energiekonzerne. Sie betreiben das Netz und kassieren gut durch das Wegegeld. Meiner Meinung nach muss sich das ändern. Die Erfahrungen in den letzten Jahren bei Privatisierungen haben gezeigt das man Infrastruktur nicht privatisieren sollte. Englands Schienennetz kam herunter und es gab zahlreiche Zugunglücke nach der Privatisierung. Das Wassernetz ist genauso marode. Privatfirmen sollten Kraftwerke betreiben, aber nicht das Verteilungsnetz, ähnlich wie Automobilbauer ja auch Autos fertigen und ihnen nicht die Straßen gehören. Das ist nach Ansicht des Berichts wohl das größte Hindernis für einen europäischen Verbund.

Wahrscheinlich wird bei einem solchen Verbund in Deutschland nicht viel Strom aus Solarzellen produziert. Dazu ist einfach das Wetter bei uns zu schlecht. Der Nutzungsgrad des eingestrahlten Sonnenlichts liegt bei uns bei 12 %, in der spanischen Halbwüste bei 28 %. Anders ausgedrückt, dort kann man den Strom zu 40 % unserer Kosten produzieren. Wir werden wahrscheinlich die Windkraft mit Off-Shore Anlagen noch ausbauen aber wohl den meisten Strom importieren.- doch so neu ist dies auch nicht, denn Uran und Erdgas importieren wir ja auch schon. Eventuell bietet sich hier eine Chance für manche Staaten in Nordafrika - genügend Fläche für Solarkraftwerke und das sonnige wetter haben sie ja. Dann exportieren deutsche firmen eben mal keine Gasturbinen und Kernkraftwerke sondern Solaranlagen.

Zusammenfassend gesagt: Es ist heute schon fast möglich Strom bei guten Bedingungen (Spanien, viel Sonne) zu Preisen zu produzieren die den heute üblichen Marktpreisen nahekommen. Bei einem Verbund bei dem man auch Spitzenlasten abfangen muss, und nachts Strom liefern muss und Quellen aus Gegenden mit schlechterer Sonneneinstrahlung wird es wohl insgesamt teurer, aber nicht astronomisch hoch. Vor allem ist die Stromversorgung über regenerative Energiequellen wohl machbar.

Das ist die gute Nachricht. nun die schlechte: Strom war schon immer die teuerste Energiequelle die es gab durch die hohen Verluste bei der Umwandlung, Transportzuschläge und Energiesteuern (in den USA kostet eine KWh 10 US-Ct, also dreimal weniger als bei uns). Das ist vorteilhaft für regenerative Energiequellen. Und weiterhin. Es geht weil der Strom nur 8 % des Energiebedarfs eines Deutschen ausmacht. Die restlichen 92 % abzudecken dürfte schwieriger werden....

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Weg von fossilen Brennstoffen: Teil 2: Kraftstoffe

In meiner vorhergehenden Serie habe ich berechnet, wie groß die Fläche wäre, die man anpflanzen müsste um die BRD mit Ottokraftstoff oder Diesel aus regenerativen Quellen zu versorgen und kam dabei auf enorm große Zahlen. Würde man nur den Benzinbedarf durch Ethanol als Ersatz decken, so bräuchte man dazu eine Fläche von 73.000-122.000 km², dazu kommt noch der Dieselverbauch der sogar noch etwas höher als der von Benzin ist: Diese Fläche hat man schlicht und einfach nicht zur Verfügung.

Diesmal möchte ich andere Verfahren untersuchen, als die bisher angewandten und einige schon angewandte Alternativen untersuchen. Fangen wir mit dem Hybridmotor an. Er ist groß im Kommen und wird als ökologisch propagiert. Doch ist er es wirklich? Das Grundprinzip ist dies: Ein Benzinmotor wird betrieben wenn er von Vorteil ist, ein Elektromotor dann wenn er von Vorteil ist. Der Benzinmotor kann immer in seinem optimalen Wirkungsbereich laufen und der Elektromotor ebenso. Noch immer wird der Benzinmotor aber die Hauptlast liefern. Was man vermeidet, ist dass er im Leerlauf läuft, im Stadtverkehr oder man ihn überdimensionieren muss um Spitzenbeschleunigungen zu erreichen. Ein solches Gefährt erreicht einen Verbrauch von 5 l/km - nicht wirklich eine Revolution, aber es senkt den Allgemeinen Verbrauch. Doch er ist nur ein umweltpolitisches Feigenplatt, keine Lösung des Energieproblems.

Das nächste ist der Elektronantrieb selbst. Ein Elektromotor hat als erstes mal einen höheren Wirkungsgrad von 60-90 % der eingesetzten Energie. Beim Ottomotor sind es 30-37 %, ein Dieselmotor ist etwas besser, wobei größere Aggregate sogar 50 % erreichen. Doch dies ist ja nur eine Seite: Die Energie muss ja erst einmal erzeugt werden und solarthermische Kraftwerke als günstigste Quelle (wenn man nur von regenerativen Quellen ausgeht) liegt deutlich unter 50 %. Ein Elektroauto ist vor allem deswegen sparsamer, weil man nur begrenzt Energie mitführen kann. Egal ob man Akkus nimmt, oder Brennstoffzellen als Stromquelle - keine der Speichermöglichkeiten hat die Energiedichte von Benzin. Diese beträgt etwa 12 Kwh pro kg. Lithium-Ionen Akkus, die modernsten die man heute hat, liegen deutlich unter 0.2 KWh/kg, das bedeutet dass man mit viel weniger Energie auskommen muss - also geringerer Reichweite und kleinerer Motorleistung. Das ist das eigentliche Einsparpotenzial von Elektrofahrzeugen. Baut man ein Serienfahrzeug für den Elektroantrieb um, so kommt man heute auf 12-20 KWh/100 km, was umgerechnet in Benzin etwa 1.3-2.1 l/100 km entspricht. Spezielle Elektroautos in Leichtbauweise mit angepassten Motoren kommen auf 4-10 KWh/100 km. Das ist dann schon ein deutlicher Fortschritt gegenüber dem Benzinantrieb und eine echte Alternative - Wenn der Verbraucher bereit wäre, mit den Nachteilen zu leben, die da sind: Geringere Reichweite , geringere Beschleunigung und bei echten "Spritsparern" leichte und kompakte Bauweise (Noch immer scheint ja die Größe des Autos als Statussymbol zu gelten).

Brennstoffzellen, egal ob man den Wasserstoff flüssig oder in Form von Metallhydriden speichert, sind wahrscheinlich noch ungünstiger. Zwar ist die Energiedichte höher - Bei Lithiumhydrid beträgt er 1/8 der Masse, bei der hohen Energiedichte von Wasserstoff immerhin knapp 18 MJ/kg Masse und damit nur 3 mal geringer als bei Benzin (verglichen mit 60 mal geringer bei Akkus). Aaaaaber: Der Wasserstoff muss erst mit Strom aus Wasser erzeugt werden und Brennstoffzellen haben auch nur einen geringen Wirkungsgrad von 40 %. Berücksichtigt man dies, so schneidet in der Energiebilanz die Brennstoffzelle mit 28 % Wirkungsgrad (maximal) noch schlechter da als der Ottomotor.

Bleibt natürlich noch die naheliegende Lösung, nämlich direkt Biomasse zu einzusetzen. In Deutschland setzt man Biodiesel aus Raps ein und in Brasilien mischt man Ethanol unter das Benzin. Biodiesel kann Diesel komplett ersetzen, wenn man den Motor entsprechend modifiziert. Bei Ethanol ist dies nicht vollständig möglich. Beide Verfahren sind zwar heute gängig, aber man nutzt nur einen Bruchteil der Biomasse. Bei Biodiesel ist es das Öl der Samen und bei Ethanol der Zuckeranteil der Speicherrüben.

Biodiesel ist zwar am einfachsten einzusetzen, aber man hat den höchsten Flächenbedarf: Pro Hektar gewinnt man nur etwa 1500 l Ertrag. Bioethanol liegt bei 2500-2600 l. Dabei wird durch die Düngung, Ernte usw. natürlich auch Treibstoff verbraucht, hinzukommen die Methanemissionen aus dem Boden. so dass man im Umweltbundesamt den Kraftstoff durchaus kritisch sieht. Immerhin betragen die Herstellungskosten von Biodiesel 55-75 ct/l, so dass er mit fossilen Brennstoffen konkurrieren könnte, sofern er nicht genauso besteuert wird wie diese.

Wenn man Treibstoffe aus Naturprodukten einsetzen will, so ist es wohl am sinnvollsten Biomasse in Treibstoff umzuwandeln. Dieses Verfahren benutzt Biomasse jeglicher Art (Holz, Stroh, andere Pflanzenreste), trocknet diese und in wandelt sie in Synthesegas um. Heute vor allem durch trockene Destillation, dabei entsteht ein Gemisch von Kohlenmonoxid und Wasserstoff welches dann durch weitere Reaktionen zu Kohlendioxid, Wasser und Methan umgesetzt wird. Das Methan ist dann Ausgangsprodukt zur Herstellung von Kohlenwasserstoffen. Die konventionelle Methode kann Benzinersatz zu Preisen von 60 ct/l erzeugen.

Denkbar wäre beim Großeinsatz sicher auch eine Kombination einer anaeroben Gärung mit der Gewinnung von Wärme zur Heizung. Dann erhält man Methan direkt. Beim derzeitigen Verfahren beträgt der Flächenertrag etwa 4000 l/ha. Fast 3 mal besser als bei Biodiesel, aber trotzdem würde man enorme Flächen zur Dieselproduktion brauchen (etwa 65-70 % der Fläche der BRD) um den Dieselbedarf zu decken. Das ist noch optimierbar, wenn man Pflanzen anbaut mit einem hohen Ertrag an Biomasse, wie Chinaschilf, doch handelt man sich dann andere Probleme ein, die es bei Monokulturen eben gibt.

In der Summe heißt dies eben eines: Sparen. Der hohe Verbrauch resuliert ja aus den vielen Autos und ihrem hohen Durchschnittsverbrauch. Das ominöse "3 l Auto" ist ja kein Zukunftsprojekt: Es existiert bereits. (VW Lupo, Audi A2, bestimmte SMART Modelle) Doch niemand will sie kaufen, weil sie eben klein sind, gering motorisiert Dabei ist das "3 l Auto" nicht unbedingt der große Wurf. Bei Wahl von leichtgewichtigen Werkstoffen wie Kunststoffen und Kohlefaserverbundwerkstoffen, verbessert den Verbrauch auf Kosten des Komforts (elektrische Leistung für Air Condition oder ähnliches muss natürlich auch berücksichtigt werden und die Autos werden dann schon recht klein) unter 2 l. Will man wesentlich darunter kommen so muss man zu exotischen Lösungen kommen wie 1-2 Personen Autos mit einem kleinen Elektromotor für geringe Geschwindigkeiten und Beschleunigungen und Schwungrädern welche Abbremsenergie für das Anfahren speichern oder Gasturbinen anstatt Ottomotoren wegen des höheren Wirkungsgrades. Dann kommt man deutlich unter 1 l/100 km.

Die Alternative dazu ist aber doch viel einfacher: Weniger Autos, mehr öffentliche Verkehrsmittel, weg vom Gütertransport von der Straße auf die Schiene und Car Sharing. Aber das wäre ja zu einfach .... Das würde ja eine Einbuße an Bequemlichkeit, ein Verlust eines Statussymbols bedeuten. Das geht doch nicht! So gilt nach wie vor die Weisheit von Markus aus dem Jahr 1982 "Und kosts Benzin auch 3 Mark 10, scheiss egal es wird schon geht, ich will Spass, ich geb Gas...".


Freitag 11.1.2008: Bevölkerungswachstum

Wie "Der K." andeutete, und auch ich schon mal erwähnt habe, liegt in dem Bevölkerungswachstum auf der Erde das Grundproblem. Die landwirtschaftlich nutzbare Fläche ist nicht unendlich vermehrbar, heute schon macht der Mensch an "Biomasse" mehr aus als die meisten Säugetierarten zusammen wiegen. Vor allem wollen wahrscheinlich alle Menschen mal den Lebensstandard erreichen, den wir heute in den Industrieländern haben, und was dies für Klima, Rohstoffverbrauch und Nahrungsversorgung bedeutet kann man sich ausmahlen.

Ein paar Zahlen: Die Weltbevölkerung betrug 2006 geschätzte 6060 Millionen, bei einem ebenfalls geschätzten Wachstum von 1.14 Prozent. Das ist sogar eine gute Nachricht - das Wachstum hat sich abgeschwächt. Als ich noch zur Schule ging sprach man von einer Verdoppelungsrate von 35 Jahren, nun sind es 61 Jahre. Doch besser wäre eine stagnierende, oder noch besser rückläufige Weltbevölkerung, auch wenn dies für alle Gesellschaften für einen Übergangszeitraum durch mehr Alte als Junge problematisch wird.

Wie kann man es angehen? China hat Erfolge mit seiner "Ein-Kind Politik". Zwar wird dieses gesetzlich indoktrinierte Gebot oft umgangen, doch das Wachstum hat sich deutlich abgeschwächt. Der Weg ist aber nur für Diktaturen gangbar. Meiner Erfahrung nach verändert Wohlstand die Einstellung der Menschen. Sei es weil sie dann nicht Kinder zur Sicherung ihres Lebens im Alter brauchen, sondern selbst vorsorgen können, sei es weil Wohlstand meist auch aus einer höheren Bildung resultiert. Deutschland hat zum Beispiel seit 100 Jahren eine nahezu konstante Bevölkerung. Es waren vor dem ersten Weltkrieg 100 Millionen und heute sind es 82, wobei Deutschland aber kleiner ist (Elsass Lothringen und die deutschen Ostgebiete zählten 1914 noch zu Deutschland). Das zeigt, dass es geht und einen ähnlichen Trend hat man in den meisten anderen Industriestaaten auch.

Gleichzeitig sehen wir auch, dass in dieser Zeit Deutschland in einer Zeit des Wohlstandes lebte und dies trotz zweier Weltkriege. Ich glaube das kann man auch auf andere Staaten übertragen. Schaut man sich die Staaten an wo die Bevölkerung am schnellsten wächst, so sind diese Staaten bei denen die Menschen am ärmsten sind.

Ich habe da so eine "dumme" Idee: Wie wäre es, wenn die Industriestaaten anfangen würden, Menschen dort direkt zu unterstützen, dass die Bevölkerung abnimmt? Mal ein Rechenbeispiel: Wenn Deutschland etwa 10 % seines Staatshaushaltes (eine durchaus entbehrliche Summe, geringer als die Neuverschuldung in den letzten Jahren) dafür aufwendet, so sind dies zirka 30 Milliarden Euro. Deutschland ist nur ein Industriestaat, zusammen haben alle etwa 1 Milliarde Einwohner, die meisten davon in den beiden reichsten Ländern USA und Japan. Bei einer gleichen Quote wie bei Deutschland müssten so etwa 360 Milliarden Euro jedes Jahr zusammenkommen - klingt nach viel Geld, doch die USA haben alleine für den Irakkrieg 455.7 Milliarden Dollar ausgegeben. Das Geld ist also da.

Nun mein Vorschlag. In den Ländern mit dem höchsten Bevölkerungsanstieg bezahlt man die Sterilisation von Frauen, spätestens nach dem ersten Kind, verbunden mit Maßnahmen zur Verbesserung der Lebensverhältnisse genau der Frauen/Familien die sich dieser Operation unterwerfen und einem Fond aus dem im Alter dann Unterstützung fliest. Man kompensiert also Kinder, die in diesen Ländern als "Altersvorsorge" gelten, weil sie einen später versorgen sollen, mit einem anderen System und tut etwas für die Leute. Nimmt man 10.000 Euro pro Frau (das ist in Afrika, wo die meisten Staaten mit einem hohen Bevölkerungswachstum sind, viel Geld), so kann man so 36 Millionen Frauen pro Jahr sterilisieren. Bei einem angenommenen Bevölkerungswachstum von 2.5 % in diesen Staaten würden diese normalerweise 3,7 Kinder pro Frau bekommen. (Eine Generationszeit von 25 Jahren vorausgesetzt). Man reduziert so also die Bevölkerung über 25 Jahre (eine Generation) um 36 Millionen * 25 Jahre * 2.7 Kinder = 2430 Millionen Personen. Okay, in der Realität wahrscheinlich bedeutend weniger, weil natürlich sobald man damit anfängt der Zuwachs sinkt und damit 3.7 Kinder zu hoch angesetzt sind. Erreicht man aber nur 1730 Millionen in 25 Jahren (entsprechend 2.9 Kinder pro Frau) so kann man damit wenigstens ein Einfrieren der Bevölkerung auf dem heutigen Stand erreichen.

Ich glaube, wenn man wirklich zu direkter Hilfe übergehen würde, anstatt weitgestreuter Entwicklungshilfe, wenn die Familien wüssten, sie haben nur ein Kind, aber dieses hat dann mehr Chancen im Leben, weil man das Geld hat, eine gute schulische Ausbildung zu bezahlen und die Familie raus aus der Armut kommt, dann wird auch in den Gesellschaften dort eine Veränderung eintreten. Klar, man verlangt dafür etwas, einen gravierenden Eingriff ins Leben, doch es ermöglicht den Betroffenen aber auch ein anderes Leben, ein Entkommen aus der Armut (es dürfte unwahrscheinlich sein, dass die schon reicheren Kreise dieses Angebot annehmen dürften). Solange dies auch auf freiwilliger Basis geschieht, sehe ich auch kein ethisches Problem.

Trotzdem weis ich dass dies nicht geschehen wird. 2007 hat Deutschland die Entwicklungshilfe um 750 Millionen Euro aufgestockt, das ist viel - 14 % - doch damit beträgt der Gesamtetat eben auch nur etwa 5350 Millionen - Erwartet würde mehr als die sechsfache Summe und dies nur für einen bestimmten Zweck. Aber wahrscheinlich könnte man so viel größere Kosten vermieden, die dann entstehe,n wenn noch mehr hungernde Menschen versorgt werden müssen, oder noch mehr Menschen  noch mehr Rohstoffe brauchen und noch mehr Umwelt zerstören und das Klima noch stärker verändern.

Noch eine Anmerkung zum Rest des Kommentars von "der K." Natürlich kann man aus Kunststoffen sehr einfach wieder Alkane und Aromaten erzeugen, daraus bestehen sie ja auch. Ein Nebeneffekt der Beschäftigung mit dem Klimawandel und Alternativen zu Erdöl und Erdgas ist z.B. dass ich nun weis, das der Erdölpreis nicht ewig steigen wird. Strom kann man aus Sonne heute schon wirtschaftlich produzieren, wenn bislang auch nur in Spaniens Halbwüste Grenadas. Die Kohleverflüssigung nach Fischer/Tropsch, mit der die gesamte deutsche Kriegswirtschaft versorgt wurde und Südafrika seinen Benzinbedarf während der Apartheid und des damaligen Embargos deckte, ist verfügbar und rechnet sich je nach Preis der Kohle, wenn Erdöl dauerhaft im Preis über 60-70 Dollar pro Barrel ist. Kohle ist zwar auch nicht unbegrenzt verfügbar, doch die Reserven sollen nach derzeitigen Schätzungen etwa 800 Jahre halten, während Erdöl und Erdgas deutlich unter 100 Jahren liegen. Leider werden diese "Alternativen" (die ja keine echten sind -- man braucht mehr als 1 kg Kohle um 1 kg Kohlenwasserstoff zu bilden, so steigt der Kohlendioxidausstoß sogar noch). einen Wechseln zu alternativen Energien eher erschweren als erleichtern.


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