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Web Log Teil 5 : 18.7.2006-23.7.2006

Dienstag 18.7.2006 : Wir und der Neanderthaler

NeanderthalerAnlässlich neuer Untersuchungen und Rekonstruktionen beim ersten gefundenen Neanderthaler im gleichnamigen Tal gibt es heute wieder mehr Berichterstattung über unseren Verwandten.

Die als Homo neanderthalensis bezeichneten Menschen waren nicht unsere Vorfahren sondern ein heute ausgestorbener Zweig mit den selben Wurzeln im Homo erectus. Während sich daraus in Afrika unsere Vorfahren entwickelten gab es in Europa den Neanderthaler. Lange Zeit hatten sie ein schlechtes "Image". Der Schädel eines Neaderthalers (auch Neandertaler geschrieben) ähnelt mehr dem Homo Erectus, er ist flach und lang, mit Augenwülsten und einem starken Kiefer und fliehendem Kinn. Eines der ersten weitgehend vollständigen Skelette die man fand war das eines Athritiskranken, so dass man ihn in gebeugter Haltung darstellte.

Erst in den letzten Jahrzehnten beginnt sich das Bild zu wandeln. Es gibt einiges was der Neanderthaler mit uns gemein hatte:

Vieles was uns an ihm archaisch findet ist eine Anpassung an die Eiszeit: Ein stämmiger, muskulöser Körper um die Wärmeabgabe zu minimieren. Wülste an den Augen und ein großer Kiefer für starke Muskeln um Nahrung die es selten, aber dann in großer Menge gibt zu zerkleinern. Trotzdem zeige ihn heutige Rekonstruktionen menschlicher als früher.

Der Neanderthaler tauchte in Europa vor etwa 130.000 Jahren auf, er starb vor etwa 30.000 Jahren wieder aus. Etwa 5000-6000 Jahre lang lebten moderner Mensch und Neanderthaler gemeinsam in Europa. Das Aussterben des Neandertalers ist heute noch ein Rätsel. Es gibt verschiedene Theorien darüber. Es ist jedoch auffällig dass der Neanderthaler der vorher ohne Problem wechselnde Warm- und Kaltzeiten bewältigte bei einem der Wechsel ausstarb und der Home sapiens nicht. Die Gründe können unterschiedlich sein. Vielleicht waren unsere Vorfahren anpassungsfähiger und die Neanderthaler nicht. Vielleicht gab es eingeschleppte Krankheiten. Die Theorie der moderne Mensch habe den Neanderthaler "ausgerottet" die früher so beliebt war wird auf jeden Fall heute kaum mehr vertreten.

Blickt man über den Tellerrand so sieht man aber ein Muster. Überall wo der Mensch bei seiner Wanderung aus Afrika auftauchte verschwanden innerhalb von wenigen Hundert bis Tausenden von Jahren Großsäuger - Mammuts, Riesenhirsche, Wollnashörner, Säbelzahnlöwen in Europa und Afrika, riesige Beuteltiere in Australien und Südamerika. Mastodons, Faultiere und andere Großsäugetiere in Amerika.

Man hat den Neandertalern angekreidet dass man in den 100.000 Jahren ihrer Entwicklung keinen Fortschritt in der Kultur entdecken konnte - Es gibt nur geringe Verbesserungen bei den Steinwerkzeugen, keine anderen handwerklichen Gegenstände aus Horn oder Knochen, keine Gegenstände als Zierde wie eine Kette aus Zähnen oder beschnitztes Holz. Im Vergleich dazu haben wir uns rasant entwickelt. Weniger als 20000 Jahre nach dem Aufbruch aus Afrika gab es den Menschen überall. Sehr bald war durch schnell wachsende Population das Jagdwild erschöpft und man begann Ackerbau zu treiben - auch eine neue Erfindung. Es folgten Dörfer, Städte, Nationen. Ganze Landstriche wurden von Wäldern zu Feldern.  In den letzten Jahrzehnten wird auf der ganzen Welt mehr Natur zerstört als vorher in Tausenden von Jahren - Die Spirale dreht sich immer schneller.

Doch sind wir damit besser als der Neandertaler ? Er mag sich nicht fortentwickelt haben, aber er schaffte es mit seiner Umgebung im Einklang zu leben und dies über lange Zeit. Wir sind heute die größte Population auf der Erde, es gibt keinen Fleck Natur den wir nicht wegen kommerzieller Interessen zerstören würden und wir zerstören uns selbst. Selbst das Klima verändern wir. Ich sehe für uns schwarz. Das geht nicht weiter so, es wird sehr bald, vielleicht nicht heute oder morgen der große Kollaps kommen, wenn die gesamte Erde besiedelt ist, wenn die Rohstoffe ausgehen oder irgendein Verrückter Diktator auf den roten Knopf drückt. Der Neanderthaler lebte 100.0000 Jahre im Einklang mit der Natur. Der moderne Mensch zerstört sein 35.000-40.000 Jahren die Natur, wobei dies exponentiell geschieht, d.h. in den letzten 100 Jahren wurde mehr zerstört als in den letzten 1000 Jahren vorher. Ich gebe unsere Zivilisation nicht mehr viel Zeit. Vielleicht 100-200 Jahre ? Ich hoffe nur ich erlebe es nicht mehr. Auch darin unterscheide ich mich nicht von meinen Artgenossen. Nach mir die Sintflut....

 © des Bildes: Neanderthal-Museum

Mittwoch 19.7.2006 : Die Beatles und das Leben

Sergant PepperSeit ich 12 bin höre ich gerne die Beatles. Als Teenager eher die früheren, rockigeren Stücke, heute lieber die späteren Stücke so ab dem "Revolver" Album. Was ist die Faszination der Beatles. Ich habe mal gehört, die Musik wäre das Gegenstück zu Mozart im 20.sten Jahrhundert. Sicher man findet so viele unterschiedliche Stile. Vom rockigen "Helter Skelter" zur Balladie "Julia". Sie haben experimentiert mit Wurlitz Orgeln, Trompeten und indischen Instrumenten. Bei "A day in the life" brachten sie ein Orchester zum Orgasmus.

Doch das alleine ist es nicht. Es sind für mich die Texte. Irgendwo habe ich mal gelesen "Mein Leben kann ich mit einigen Textzeilen aus Beatles Songs" beschrieben. Ich glaube das könnte ich auch wenn ich mich mal hinsetzen würde. Ich höre die Beatles nicht immer, aber immer wenn ich sie brauche. Als ich einige Jahre lang jeden Winter depressiv wurde, einfach weil es an Licht fehlte habe ich jeden Morgen "Here comes the sun" gespielt.

Vor ein paar Wochen waren dann "Help", "With a little Help from my friends" und "Let it be" angesagt. (Der Stimmung verdanken Sie dieses Weblog....). Beatles Texte trösten oder beschrieben die eigene Situation. Fühle ich mich unverstanden so lege ich auch gerne mal "While my guitar gently wheeps" auf und "Hello Goodby" wenn ich mal wieder Mist gebaut habe und jemand verärgert habe.

Beatles Musik ist tröstend vor allem wenn es einem schlecht geht. Dazwischen spiele ich sie Monate lang nicht. Doch ich gebe zu, das liegt nicht nur an den Beatles. Ich höre auf die Texte und in Gedanken singe ich sie mit. Das kann böse Folgen haben. Als es mir vor ein paar Wochen schlecht ging habe ich mir die Lynne & Tessa Videos angesehen und sie lenkten ab. Nun ja bis ich auf "Join Me" kam. Da der Song nicht so gängig ist, hier mal der Text dazu:

Baby join me in death

We are so young
Our lives have just begun
That's already we are considering
Escape from this world

And we've waited for so long
For this moment to come
Was so anxious to be together
Together in death

Oh oh oh...
Would you die tonight for love?
Baby join me in death
Would you die?
Baby join me in death
Would you die tonight for love?
Baby join me in death

This world is so cruel
Placing were here only to lose
So before life tears us apart, let
Death bless me with you

Oh oh oh...
Would you die tonight for love?
Baby join me in death
So would you die?
Baby join me in death
Would you die tonight for love?
Baby join me in death
Join me in death

oh oh oh....

This life ain't worth living.

Join me, join me, join me,
Join me, join me, join me

This life ain't worth living

Oh oh oh...
Would you die tonight for love?
Baby join me in death
So would you die?
Baby join me in death
Would you die tonight for love?
Baby join me in death

Baby join me in death.

Ich meine wenn es Dir schlecht geht ist das wirklich ein Lied das Du gerade brauchen kannst. Dem Lied verdanke ich einige schlaflose Nächte. Wenn ich etwas schlauer gewesen wäre, hätte ich wohl zu meiner Beatles Sammlung gegriffen oder zu Abba. "Dancing Queen" und "Gimme Gimme" haben eine definitiv aufmunternde Wirkung auf mich. Das seltsame ist. das Musik nur eine Wirkung auf mich hat wenn ich schlecht drauf bin. Geht es mir gut könnte ich das Lied von HIM den ganzen Tag hören und es würde mir nicht schlechter gehen. Trotzdem, ich wette dieses Lied ist bei einigen Menschen bestimmt das letzte gewesen, das sie gehört haben, zumal ein ganzes Album von HIM solche Texte enthält.

Und nun: "You say goodbye and I say hello". Hoffe das Sie meiner Website gewogen bleiben....

Donnerstag 20.7.2006 - Vom Sinn des Lebens

Sind Sie religiös ? Dann glauben Sie vielleicht an ein Leben nach dem Rode oder eine Reinkarnation. Ich tue dies nicht. Doch ich stelle mir wie viele die Frage nach dem Sinn des Lebens. Gibt es einen ? Betrachten wir es rein biologisch, so werden wir geboren leben und sterben. Wie zahllose Menschen vor uns wie zahllose Tiere und Pflanzen. Doch es gibt einen Unterschied zu Tieren und Pflanzen - Wir können über uns und unser Leben nachdenken. Wir können Entscheidungen fällen wie es verlaufen kann und wir haben die Fähigkeit etwas draus zu machen oder nicht.

Ich habe den Sinn des Lebens für mich entdeckt. Er ist ganz einfach : Die Welt ein bisschen besser zu verlassen als sie war als ich geboren wurde, oder zumindest zu versuchen etwas zu verbessern. Wenn ich mich umschaue gibt es viele Menschen die das gleiche tun, die meisten tun viel mehr als ich, engagieren sich sehr stark, sind sozial tätig, betreuen Tiere, leisten Entwicklungshilfe. Für das alles fehlen mir Talente, Kontaktfreundigkeit und Mut. Was ich machen kann ist das was ich gut kann : Wissen mir aneignen und es an andere weitergeben. Diese Website, die Programme die ich entwickele. Darin steckt ein Großteil meiner Freizeit. Das ist vielleicht im Ergebnis nicht viel. Sie bringt einigen Tausend an Raumfahrt interessierten eine Quelle für bestimmte Themengebiete oder informiert einige mehr die sich für Ernährung interessieren. Vielleicht setzt auch der eine oder andere eines meiner Programme ein.

Andererseits : Wenn jeder nur ein bisschen für andere uneigennützig tun würde, so bin ich überzeugt wäre die Welt besser da, den 90 % der Menschen tun dies nicht. Sie meinen im Leben müsste man vorwiegend Spaß haben, konsumieren oder sich austoben. Andere sehen in dem Anhäufen materieller Güter, Macht oder Einfluss den Sinn ihres Lebens. Etwas weniger an sich sich selbst denken, etwas mehr an andere, Tiere oder die Umwelt und ich bin überzeugt wenn dies jeder tun würde, wir könnten wirklich die Welt besser machen. Jeder kann etwas tun, ein jeder in seiner Position. Ein Abgeordneter kann vielleicht einmal wirklich nach Gewissen entscheiden und nicht nach dem was Lobbyisten oder die Partei für richtig halten. Bosse in der Wirtschaft können einmal an ihre soziale Verantwortung denken und nicht nur an den Gewinn. Manchmal können Sie auch etwas für sich tun und für andere - wie wäre es wenn sie mit dem Rauchen aufhören und so der Gesellschaft teure Behandlungskosten für ihren Lungenkrebs ersparen ? Wie wäre es wenn sie einfach mal zu anderen nett sind, ohne einen Grund dafür zu haben (Vorsicht, dass wird gerne missverstanden!) Ich denke jeder hat eine Stärke die er für andere einsetzen kann. Und wer nur sein ganzen Leben lang ein raffgieriges Ekelpaket war kann wenigstens das erworbene Vermögen nach dem Tode gemeinnützigen Zwecken hinterlassen.

Es gibt viel zu tun - packens wir an !

Freitag 21.7.2006 - Faszination bemannte Raumfahrt

Thmoas Reiter im Destiny ModulSeit knapp 2 Wochen ist Thomas Reiter auf seiner zweiten Langzeit Mission im All. ESA und Phoenix werden diesen Flug mit etwa 100 Sendungen und Übertragungen begleiten. Insgesamt ein in Europa recht großes Interesse. Vorgestern stand dann als weitere Publicity ein Telefongespräch zwischen Angela Merkel und Thomas Reiter an, bei dem sich wesentlich besser wirkte als bei ihrer peinlichen Rede bei der Übergabe des Columbus Moduls an die NASA.

Immer wieder wird darauf verwiesen, dass die bemannte Raumfahrt durch ihre Publicity als positiven Effekt Menschen für Technik begeistert und dies wäre für unser Land sehr wichtig. Nun ich kann diese Meinung nicht teilen. Natürlich war auch ich in meiner Jugend von den Bildern von schwerelos schwebenden Astronauten, Flüssigkeiten die sich zu kugeln formen, Purzelbäumen im All und hüpfenden Astronauten auf dem Mond fasziniert. Doch dies hat mich nicht zur Technik geführt. Ich denke wer Astronauten faszinierend findet, wird vielleicht gerne Astronaut werden. Aber ob er dafür ein naturwissenschaftliches Studium aufnimmt ? Bei allen Astronauten, deren Biographie ich kenne ist es umgekehrt gewesen. Sie haben ein technisches oder naturwissenschaftliches Studium abgeschlossen, weil sie dies interessiert und dann ergab sich die Gelegenheit Astronaut zu werden. Da für die Experimente einiges an Hintergrundwissen nötig ist, ist eine naturwissenschaftliche Ausbildung in vielen Raumfahrtagenturen Grundvoraussetzung. Wer nur ein Shuttle fliegen muss, bei dem sind dann eher viele Flugstunden auf Militärmaschinen wichtig. In jedem Falle wird vorausgesetzt dass der Bewerber das was er bisher gemacht hat gut gemacht hat und nicht nur als Alibi um die Qualifikation als Astronaut zu schaffen.

Jupiter aufgenommen von Voyager 1Nun werden die wenigsten die sich für Raumfahrt interessieren Astronaut werden wollen. Es geht ja auch darum das Interesse an technischen Fächern zu wecken, weil nach allgemeiner Ansicht der Erfolg Deutschlands als Nation darin liegt viele innovative Erfindungen hervorzubringen, wofür man viele gut qualifizierte Techniker und Ingenieure braucht. Gerade hier finde ich leistet die unbemannte Raumfahrt mehr. Mein Interesse an der Raumfahrt kam als ich als Preis für einen guten Hauptschulabschluss mir 1980 ein Buch über die Planeten kaufte, die mich schon damals interessierten. Die faszinierenden Aufnahmen von Viking und Voyager von Mars und Jupiter schlugen mich sofort in den Bann. Wenige Monate später flog Voyager 1 am Saturn vorbei und ich sah innerhalb weniger Tage ein halbes Dutzend neuer Welten. Dieser Faszination kann ich mich bis heute nicht entziehen. Ich begann mich aber für die Technik zu interessieren - Wie werden die Bilder gemacht, wie steuert man eine Sonde bei Signallaufzeiten von 90 Minuten, wie baut man ein technisches Gerät, das unter widrigsten Umständen jahrelang funktioniert ?

Das ist Herausforderungen die sicher viele faszinieren und eher zu einem Studium führen, denn man hat so zumindest eine reale Chance an einem Raumfahrtprojekt mitzuarbeiten. Auch heute finde ich, technische Herausforderungen vor allem im unbemannten Sektor. Nehmen wir die deutsche Kamera HRSC : sie ist fähig den Mars nicht nur in Farbe, sondern auch in 3D zu erfassen und hat für Detailaufnahmen noch ein Teleobjektiv an Bord. Zusammen mit einem eigenen Computer wiegt sie weniger als 20 kg Obgleich man diese Kamera schon für die 1996 er Mars 96 Mission entwickelt hat fasziniert sie mich bis heute. Ich glaube derartige High-tech inspiriert manch einen für ein technisches Studium - Das muss nicht Luft & Raumfahrttechnik sein. Man braucht damit alles funktionier auch Elektrotechniker, Informatiker, Werkstoffkundler. Für manche Experimente wäre ein Chemiker oder Physiker der sein Wissen zur Verfügung stellen kann auch nicht von Nachteil.

Daher mein Plädoyer : Mehr Mittel für die unbemannte Raumfahrt. Zum einen um das erworbene Fachwissen auszubauen und zu erhalten. Zum zweiten um weiter so öffentlichkeitswirksame Missionen wie Mars Express und Rosetta mit deutschen Experimenten zu bestücken und zum dritten um mehr Menschen für die Technik zu begeistern.

© des Bildes von Thomas Reiter ESA, © des Bildes vom Jupiter NASA/JPL

Samstag 22.7.2006: Das Internet und Dünnbrettbohrer

Fast jeder von uns kennt es : Man muss in der Schule, Studium oder sonst wo einen Aufsatz, Facharbeit oder ein Referat ausarbeiten. Im wesentlichen geht es darum unter Beweiß zu stellen, dass man selbst ein größeres Thema für sich selbst und andere aufbereitet hat und über dieses referieren kann und eigene Schlüsse ziehen kann.

Da der Autor inzwischen 41 ist hat er dies noch mit Hilfe von Büchern getan und diese durchgelesen und zusammengefasst niedergeschrieben. Heute ist es viel einfacher. Man tippt einige Suchwörter in Google ein. Dann durchforstet man die Suchergebnisse, verfeinert etwas die Suche und wird bald fündig, dass über das Thema das man selbst behandelt auch schon mal jemand geschrieben hat.

Man kann nun zweierlei machen : Die besten Aufsätze durchlesen und daraus selbst einen neuen schreiben - immer noch eine wesentliche Erleichterung gegenüber der Zeit als ich dies tat und Originalquellen durchlesen musste und keine Zusammenfassung. Es geht aber viel einfacher mit den 3 Menübefehlen "Alles auswählen" - "Kopieren" und "Einfügen" - Zack und in 1 Minute ist der Text für den Aufsatz fertig. Jetzt noch etwas die Formatierung anpassen und den eigenen Kopf dazunehmen und fertig ist der Aufsatz.

Ich bin als ich Google als "Rechtschreibhilfe" nutzte (bei Wörtern die ich falsch schrieb und die auch Word nicht kannte, habe ich diese in Google eingetippt und geschaut was Google mir als Alternativvorschlag vorschlug "meinten Sie.....". Das erstaunliche: Neben meiner Website mit dem falsch geschriebenen Ort gab es meist noch 1-2 andere die denselben Text aufwiesen. Ich habe dann die Betreiber der Websites aufgefordert den gestohlenen Inhalt zu entfernen. Ein Unrechtsbewusstsein habe ich selten vorgefunden. Der dickste Fall der mir auffiel war eine Seminararbeit in Biochemie an der Uni Linz. Besonders pikant: Neben meiner Website hat der Autor auch Material der Bundeszentrale für Aufklärung und einer anderen Website verwendet. Obgleich die ganze Arbeit nur aus diesen 3 Teilen bestand und der Schreibstil bei jedem anders war fiel dies niemand auf.

Nun ich denke das Internet macht vieles leichter und ich bekomme auch immer wieder Anfragen ob man Material von mir für einen Aufsatz benutzen darf. Ich gebe gerne die Erlaubnis, wenn man dies so macht dass es als fremder Text erkennbar ist, also z.B. zitiert oder schreibt "Tabelle von ...." Schlussendlich gehen so auch anerkannte Autoren vor und nicht jeder muss das Rad neu erfinden. Man kann gerne auf die Vorarbeit anderer zurückgreifen wenn man selbst noch genügend neues entwickelt.

Ich glaube das Internet verändert nicht uns. Ich suche immer noch das Internet so nach Informationen ab wie ich früher Bibliotheken abgesucht habe. Ich finde heute vieles schneller und habe Zugang zu mehr - doch ich mache es mir dann auch nicht einfach und gehe in meinen Artikeln mehr in die Tiefe. Vor 10 Jahren hätte ich anhand dessen was ich aus Büchern wusste, nur einen Bruchteil meiner Raumfahrtsektion erstellen können. So schreibe ich eben mehr in die Tiefe, das Streben nach mehr Daten und Erkenntnis ist aber geblieben.

Genauso ist es beim Abschreiben: Diese Dünnbrettbohrer gab es schon früher. Sie haben früher Bücher abgeschrieben oder dünne Aufsätze produziert. (Heute wohl eher Aufsätze mit vielen Grafiken). Sie haben es heute nur leichter, wenn man nicht weis wie man Ihnen auf die Schliche kommt. Das ist gar nicht so viel Arbeit. Also hier mein Tipp für alle die Facharbeiten, Aufsätze oder ähnliches korrigieren müssen.

Wenn sie diese durchlesen und sie sehen einen markanten Satz oder einen Rechtschreibfehler oder eine Ausdrucksweise die komisch erscheint und vom Rest des Textes abweicht: Nehmen sie einen Satz oder Halbsatz von 4-5 Worten Länge und tippen Sie ihn mit Anführungszeichen bei Google ein. Nehmen wir mal den Satz ""Ariane 5 war eine Zuverlässigkeit"" aus meinem Aufsatz über die Ariane 5. 4-5 Worte hintereinander sind so setzen, dass sie genau diesen einen Aufsatz erhalten sollten. Oder wenn ihr Schützling abschreibt gar keinen Aufsatz. Das ist eine Sache von einer Minute und erspart das komplette Nachlesen des Aufsatzes um gleich eine 6 zu geben.

Sonntag 23.7.2006: Anonymität und Idioten

Das Internet bietet die Gelegenheit in vielerlei Weise anonym zu publizieren. Bei News Groups kann ich einen Fantasienamen und eine nicht existente Mailaddresse angeben. In Gästebüchern brauche ich oft keine Mailaddresse eintragen und oft reicht auch hier eine erfundene und selbst wenn ich mich in einem Forum mit einer existierenden Mailaddresse anmelden muss bekomme ich eine solche leicht bei einem der größeren Anbieter nur für diesen Zweck, ohne das man mich kennt.

Diese Anonymität bringt Leute dazu Dinge zu tun die sie im wahren Leben nicht tun würden. Ich bekomme immer wieder Einträge in der ich oder meine Website nur beschimpft werden. Mal ist es das altbackene Design, mal sind es die zahlreichen Rechtschreib- und Grammatikfehler, mal stößt sich jemand an dem vermischen von Meinung und Tatsachen in einigen Teilen. Das wesentliche ist nicht, dass die Kritik nicht berechtigt ist, sondern das ich persönlich angegriffen werde. Natürlich gibt es auch diese Kritik in anderen Beiträgen, aber da eben konstruktiv.

Ich frage mich, was treibt jemanden dazu so was zu schreiben ? Er kann bei dieser Form nicht rechnen, dass ich etwas ändern werde. Warum macht er sich überhaupt die Mühe was ins Gästebuch zu schreiben ? Wenn ich eine Website finde die mir nicht gefällt, weil sie z.B. die Schrift in Blau auf Schwarz zeigt, oder der Inhalt dämlich ist - 1 Klick auf den Zurück Button (oder in meinem Falle bei Opera ein Zug der Maus nach links) und ich bin weg von der Site. Warum regt sich also jemand so auf dass er einen Gästebucheintrag hinterlässt in dem er mich persönlich angreift. Bislang dachte ich der Autor hat sich geärgert, dass ein Artikel nicht für die oben beschriebene "Copy & Paste" Methode taugt, weil ich zu viele Schreibfehler mache und er so seinen Frust los wird.

Seit vorgestern denke ich anders darüber. Beim Eintragen in dem Gästebuch eines Internet Sternchen (Jemand der durch ein lustiges Video kurzzeitige Berühmtheit erlangt hat) und nun eine Website mit einem Gästebuch enthält entdeckte ich einen Beitrag, dessen Wortwahl ich in der Rohheit nicht wiedergeben will. Er begann damit über die Person ziemlich hässliche Dinge zu verbreiten, ihr psychische Probleme und einen Selbstmordversuch zu unterstellen und endete damit dass sie wohl nur zum Sex zu gebrauchen wäre, und dies in einer Wortwahl die ich bei einer Gummipuppe und nicht bei einem Menschen angebracht hielte.

Die entsprechende Person muss dies sehr verletzt haben. Am nächsten Tag war der Eintrag gelöscht, doch ich denke die Narben bleiben. Was sind dies für Leute die so etwas machen ? Die Person die sie angegriffen haben hat ihnen nichts getan sondern nur ein Video produziert. Das mögen andere. Wenn der Autor es nicht mag braucht er es doch einfach nicht anschauen.

Ich glaube es gibt Menschen die ihre Aggressionen und ihre Wut gegen jeden Menschen, der nur ein bisschen erfolgreich ist nicht im Griff haben. Im wahren Leben machen sie Kratzer in den Lack von Luxuslimousinen wenn sie nicht beobachtet werden, doch im Internet toben sie sich in der Anonymität aus. Ich weis nicht was diese Menschen für ein Problem haben, doch es muss eine Menge davon geben und wie ich feststellen musste gehören sie anscheinend fast ausschließlich zum männlichen Teil der Menschheit. Ist es weil Männer im allgemeinen aggressiver sind, oder weil sie mehr Probleme haben ihre Gefühle zu kontrollieren. Oder handelt es sich um eine spezifische psychische Erkrankung von Männern. Ich weis es nicht. Aber wenn Sie eine Website mit einem Forum, Blog oder nur einem Gästebuch haben müssen sie sich auf solche Besucher einstellen.

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