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Web Log Teil 50 : 12.1.2007-

Samstag 12.1.2008: Steuern

Ich liebe Steuern. Nicht nur, dass es so wenig Steuern bei uns gibt und diese so gering sind. Nein, es sind diese phantasievollen Namen. Nehmen wir doch mal einige Beispiele:

Überhaupt haben wir einen sehr fürsorglichen Staat. Er achtet drauf, dass es uns gut geht und besteuert alles was moralisch und gesundheitlich schlecht ist. So wird Benzin hoch besteuert, denn die Leute sollen ja Bahn und ÖPNV benutzen. Spielkarten werden besteuert, denn wir wollen doch nicht der Spielsucht Vorschub leisten oder? Lebensmittel die man braucht, haben nur 7 % Mehrwertsteuer, andere Güter dagegen 19 %. Tabakwaren und Alkohol werden hoch besteuert, damit man nicht zu viel davon konsumiert. Das sind nur ein paar Steuern, es gibt noch die Biersteuer, Alkopopsteuer, Kaffeesteuer, Stromsteuer, Schaumweinsteuer, Weinsteuer, Branntweinsteuer (ich denke unsere Abgeordneten sind strenge Antialkoholiker)

Obwohl von dem Einkommen eines Arbeitnehmers inzwischen so mehr als 50 % als Steuern zum Staat zurückfließen (er kassiert ja nicht nur Lohnsteuer, sondern auch bei den Ersparnissen und den Gütern die man sich anschafft) scheint noch kein Ende mit den Steuern zu sein. Ab dem 1.1.2009 kommt die Abgeltungssteuer die Gewinne aus Börsengeschäften, nun auch jenseits der Spekulationsfrist besteuert und Steuern bleiben lange - Die Sektsteuer wurde 1902 zur Finanzierung der kaiserlichen Flotte eingeführt und ??? Wo sind bitte die damit finanzierten kaiserlichen Schlachtschiffe? Aber eingetrieben wird sie noch immer. Abgeschafft werden Steuern nie. Komisch, warum sind Abgeordnete (sie wissen: diese unterbezahlten Vertreter des Volkes, die im Parlament (wenn mal das Fernsehen überträgt) immer durch nicht Anwesenheit glänzen, weil sie ihren Nebentätigkeiten nachgehen müssen, ohne die sie nicht überleben können) immer so verwundert über die Steuerverdrossenheit in Deutschland? Könnte es daran liegen, dass sie zahlreiche Leistungen bekommen die nicht versteuert werden müssen?

Nun ja, da unser Staat permanent klamm ist, hier ein paar Steuern die dem Grundsatz das Volk zu einem bestimmten Verhalten zu erziehen (das ja den meisten Steuern zugrunde liegt) Rechnung tragen:

Ich bin mir sicher. Diese Steuern kommen noch. Schließlich will der Staat ja, dass wir alle gesund und sicher leben, uns vermehren und wie schon gesagt, die Steuern sind ja nicht da, damit der Staat Einnahmen von allem was wir tun haben. Nein! Sie haben nur erzieherischen Charakter. So erhalte im öffentlichen Dienst extra deswegen ein niedriges Gehalt, mehr als ein Drittel unter dem was ich in der Wirtschaft verdienen würde, damit ich wenig Steuern zahle, weil ich arbeite ja für diesen Staat. Wenn er mir trotzdem etwas mehr zahlen muss, dann bündelt er dies, wie z.B. Weihnachtsgeld und gewerkschaftlich verhandelte Einmalzahlung, die man natürlich gemeinsam auszahlt, damit der erzieherische Charakter von hohen Steuern in diesem Monat auch gewahrt bleibt.

In diesem Sinne freuen sie sich schon mal auf die nächste Steuerrunde. Noch kosten Zigaretten ja noch keine 10 Euro. (Als ich als Junge welche aus dem Automaten für meinen Bruder holen musste waren es noch 2 Mark....)

Montag 14.1.2008: Merkur und MESSENGER

Merkur aufgenommen von MessengerHeute fliegt Messenger zum ersten Mal an Merkur vorbei, dem Planet den sie ab 2011 umkreisen soll. Seit gestern arbeitet die Raumsonde autonom ihr über 55 Stunden ablaufendes Beobachtungsprogramm ab. Da MESSENGER weder die Instrumente noch die Antenne schwenken kann, bedeutet die Ausrichtung der Sonde auf Merkur gleichzeitig einen Verlust der Funkverbindung zur erde (nicht ganz, es gibt nach wie vor eine Verbindung zum Senden von Statusdaten über eine Rundstrahlantenne, aber eben keine Beobachtungsdaten.)

Messenger sieht Merkur zuerst als schmale Sichel und fliegt ein Gebiet an, das man schon von Mariner 10 kennt. Nach dem Vorbeiflug sieht man aber neue Gebiete, die man von Mariner 10 nicht kennt. Mariner 10 passierte zwar Merkur von 1973-1975 insgesamt dreimal, fotografierte jedoch immer dieselbe Seite von Merkur. Das lag an dem gewählten Orbit. Er wurde beim ersten Vorbeiflug so gewählt, dass er genau 176 Tage Umlaufszeit hatte, mit einem sonnennächsten Punkt in 67 Millionen km Entfernung. An genau diesem Punkt passierte dann Mariner 10 den Merkur. Da dieser in 59 Tagen um seine Achse rotiert, hatte er, als er wieder dort ankam genau 3 Umdrehungen absolviert und man sah die gleichen Gebiete bei gleichem Sonnenstand.

Merkur ist das Stiefkind der Planetenforschung. MESSENGER ist erst die zweite Sonde die ihn besucht. Mariner 10 Fotos zeigten einen sehr langweiligen Körper, voller Einschlagskrater mit geringer geologischer Aktivität. Allerdings gab es auch Besonderheiten. So hat Merkur eine für seine Größe relativ starkes Magnetfeld.

Das Desinteresse an Merkur in den letzten 30 Jahren kann nicht an seiner Erreichbarkeit liegen: Natürlich ist Merkur direkt schwer zu erreichen: Man braucht für einen direkten Flug fast dieselbe Geschwindigkeit wie zu Jupiter. Aber das ist da die Venus auf dem Weg liegt, kein Problem - die Venus kann den Kurs soweit ändern, dass man zu Merkur kommt. Dies setzte schon Mariner 10 ein. Mehrere Vorbeiflüge an Merkur reduzieren dann die Geschwindigkeit relativ zum Planeten reduzieren. Das dauert Jahre wie MESSENGER zeigt - doch auch zu Saturn und anderen Zielen sind Raumsonden über Jahre unterwegs.

Es ist schlicht und einfach das Desinteresse an einem Himmelskörper, den man als biologisch tot und archaisch ansieht. Merkur teilt dieses Schicksal mit dem Mond : Von 1976 bis 2006 starteten nur 3 Sonden zum Mond, der direkt vor unserer Haustür liegt. Seitdem gibt es wieder eine gewisse Wiederbelebung der Mondforschung. Vor allem weil er relativ einfach für neue Raumfahrtnationen wie Indien und China erreichbar ist und Bushs "Rückkehr zum Mond" ja eine weitergehende Kenntnis notwendig macht, möchte man die Auswahl von Landeplätzen nicht dem Zufall überlassen.

MESSENGER wird nicht die einzige Raumsonde zu Merkur bleiben. Die ESA arbeitet an Bepi-Colombo, einer Doppelsonde bestehend aus einem europäischen Orbiter für Untersuchungen der Oberfläche und einer kleineren Tochtersonde für Magnetfeld und Plasmauntersuchungen von Japan. Eine zuerst geplante Landesonde wurde relativ früh aus Kostengründen gestrichen. Der Start wird jedoch nicht vor 2013 erfolgen. Anders als bei MESSENGER wird man Ionentriebwerke nutzen um Merkur zu erreichen. Auch Bepi Colombo wird 6 Jahre zu Merkur brauchen.

Schon der erste Vorbeiflug von MESSENGER wird sicher unsere Kenntnisse von Merkur stark erweitern. Nicht nur das man den Anteil an beobachteter Oberfläche um 50 % vergrößert. Einige Instrumente werden erstmals bei Merkur eingesetzt werden, wie ein Laser-Höhenmesser zur Gewinnung eines Oberflächenprofils oder Gammastrahlen und Röntgenspektrometer zur Bestimmung der Zusammensetzung der Kruste oder das IR Spektrometer zur Suche nach den Mineralien die auf Merkur vorkommen. Es ist zu hoffen, das nach Bepi-Colombo nicht wieder ein 30 Jahre langes Vergessen einsetzt, sondern man vielleicht als nächste Stufe an einen Lander geht.

Auf meiner Messenger Seite findet man auch einen  Plan des zeitlichen Ablaufs.

Dienstag 15.1.2008: Mein Kampf

Gestern war auch das 4 jährige Jubiläum von George Walker Bushs Rede für eine "Vision for Space Exploration". Ich habe mir überlegt was es dazu zu sagen gibt - und nun ja - nichts! Ich habe das Thema ja schon aufgegriffen und seitdem gibt es nichts neues. 4 Jahre sind vergangen, und nun werden gerade mal die Kontrakte für die Entwicklungsarbeiten vergeben - Von einem endgültigen Design oder gar vorzeigbarer Hardware ist man noch entfernt. Bei der kleinen ARES I ist noch immer nicht raus, ob man doch an dem Konzept des der relativ langen Rakete noch etwas ändert. Immerhin: Soweit sich die Präsidentschaftskandidaten zur Weltraumfahrt geäußert haben, scheint sicher zu sein, dass der mittelfristige Kurs, also Fertigstellung der ISS, Außerdienststellung des Shuttles und Indienststellung der Orionkapsel von allen Kandidaten fortgeführt wird. Ob dies auch für den Flug zum Mond gilt, darüber ließen sich die wenigsten aus.

Aber zu etwas komplett anderen: Gestern gab es einen Bericht über "Mein Kampf". Es sind neue Manuskript Seiten aufgetaucht. Sie wurden für echt befunden und der Bericht hat dies zum Anlass genommen mal über das "Verbot" des Drucks von "Mein Kampf" in Deutschland nachzudenken.

Also ich habe "Verbot" in Anführungszeichen geschrieben, weil nach dem Bericht das Urheberrecht nun an die bayrische Finanzverwaltung übergegangen ist und diese eben einfach keinen Druck genehmigt. Okay, in der Summe ist es das gleiche, aber es hat eine Rechtliche Grundlage, die nun nichts mit dem Verbot einer Schrift zu tun hat. Die Forscher welche die Echtheit der Manuskriptseiten beweisen, wollen gerne eine wissenschaftlich kommentierte Ausgabe veröffentlichen und warten auf eine Genehmigung.

Zeit ist knapp: Denn 70 Jahre nach dem Tode des Urhebers erlischt das alleinige Urheberrecht, also im April 2015. Dann kann jeder Verlag eine Ausgabe von "Mein Kampf" auch in Deutschland drucken und veröffentlichen.

Ich finde das ganze etwas seltsam. Ich halte es für richtig, wenn man Symbole des Nationalsozialismus verbietet, denn diese Ideologie hat so viel Leid über ganz Europa gebracht, dass ich das Hakenkreuz nie mehr irgendwo sehen will. Eine andere Sache ist das mit ";ein Kampf". Glaubt unsere politische Führung, denn wirklich, heute würde dies irgend jemanden zum Faschisten machen? Ich kenne Mein Kampf nicht, kann mich aber ein paar Passagen im Schulbuch grob erinnern und das fand ich ziemlich plump. Vielleicht hat das gezogen in der Weimarer Republik, wo die Leute ihre ersten Erfahrungen mit der Demokratie machten. Als vielleicht absolutistisches Gedankengut manchem lieber war, erinnerte es doch sehr an die Monarchie. Wo einer führte und die Hierarchie sauber vorgegeben war. Es gab damals wirtschaftliche Probleme, die Leute fühlten sich durch den Versailler Vertrag gedemütigt und Hitler versprach das alles zu verbessern.

Heute ist nicht nur die weltpolitische Lage eine andere, sondern die Leute leben seit 60 Jahren in einer Demokratie, mehr als 2 Generationen sind damit aufgewachsen. Selbst in wirtschaftlich schwierigen Zeiten gewinnen Parteien wie "Die Linke", DVU, Republikaner und NPD nicht mehr, als das es gerade zum Einzug ins Parlament reicht, wo sie nach einer Legislaturperiode wieder herausfliegen oder sich vorher selbst zerfleischen.

"Mein Kampf" ist schon deswegen keine Gefahr weil es eine dicke Schwarte ist. Eine Sonderausgabe hatte den Umfang von 965 Seiten, die beiden Bände hatten im Bericht mühelos den Umfang der Bibel. Das ist das grundsätzliche Problem aller Ideologen ob sie nun Karl Marx oder Lenin oder Hitler heißen: Sie können sich nicht kurz fassen. Einzig sie Mao Bibel scheint einen erträglichen Umfang zu haben. Kein Wunder das keiner das Werk richtig durchgelesen hat. Immerhin: Anders als bei Marx und Lenin ist die Sprache recht direkt und man kann nicht so viel herumdeuteln wie bei den kommunistischen Chefideologen.

Mehr noch: In anderen Ländern ist dieses Buch nicht verboten und frei erhältlich und diese Länder sind nicht im Chaos versunken. Dabei gibt es in vielen Ländern der erde mehr Faschisten als bei uns. Zum Beispiel in Amerika, wo auch sonst die Menschen recht leichtgläubig sind. erinnern sie sich noch an Powell und seine gemalten Grafiken von angeblichen Chemiewaffenfabriken die er vor dem UN Sicherheitsrat präsentierte: Das hat bei uns und in den meisten anderen Nationen der Welt keiner als Beweis genommen. Selbst die Kriegserklärung von Bush in der Saddam und seine Söhne als Ultimatum das Land verlassen sollten, brachte niemanden dort auf die Idee, das es nicht um eine Gefahr sondern eine paranoide Vorstellung ihres Präsidenten handelt. Trotzdem haben sie genau diesen Kriegstreiber (Falls es niemand mitbekommen hat: Das ist ein Angriffskrieg. In den Nürnberger Prozessen wurde der Angriffskrieg als völkerrechtliches Verbrechen etabliert und ist per UN Charta geächtet. Die USA haben also einen Lügner und Kriegsverbrecher wiedergewählt. Was dass mit mein Kampf zu tun hat - eigentlich nichts, vielleicht aber auch recht viel....

Mittwoch 16.1.2008: Großreiche

Eine  Frage beschäftigt mich seit einiger Zeit: Wann spricht man von einem "Großreich" oder einem Imperium, was unterscheidet dies von einem normalen Reich? Das ganze ist nicht so einfach, obwohl jeder einige Beispiele von Imperien kennt: Das britische Empire, das römische Reich, das Reich Alexanders. Bei anderen ist es vielleicht schwieriger zu sagen ob es eines ist. Das Reich Napoleons, das Inkareich, das Reich der Azteken.

Was unterscheidet ein Großreich von einem normalen Reich, bei dem an Gebiete des Feindes okkupiert hat?

Ich denke es gibt einige Faktoren. Das eine ist die geographische Ausdehnung, und zwar nicht die absolute in Quadratkilometern oder Ost-West oder Nord-Süd Ausdehnung. Ein Großreich bezeichnen wir dann als groß, wenn es viele Gebiete umfasst, welche in dem damaligen Kulturkreis bekannt sind. Das älteste Großreich der Geschichte ist das von Sargon von Akkad um 2300 v. Chr. Er eroberte ein Gebiet, das sich auf der heutigen Landkarte von Kuwait bis zum Libanon, von der Türkei bis zum Irak erstreckte. Im heutigen Sinn ist es kein großes Reich, doch beide er damals bekannten Welt die sich bei einem Kulturkreis bis Ägypten im Westen erstreckte, umfasste es einen Großteil der bekannten Welt. Das gleich kann man auch von anderen Großreichen wie dem Alexanders und der Römer sagen. Auch für die Inkas war ihr Reich wohl ein Weltreich, denn sie kannten ja nur Süd- und Mittelamerika.

Das zweite ist sicher die Bevölkerung. Die Welt ist groß, doch unterschiedlich dicht besiedelt. Europa, Indien und China sind dicht besiedelt, Afrika und Russland gering. Das russische Reich ist groß, aber die meisten Einwohner leben doch im Westen. Mehr noch: Der Osten Russlands gehörte zwar zum Reich, eine Kontrolle, Verwaltungsstrukturen gab es aber nicht in diesem Teil Russlands. Umgekehrt: China dehnte sich geographisch nie über seine heutigen Grenzen aus, doch als der erste Kaiser von China die vielen Stämme aus denen es vorher bestand unterworfen hatte, sah er es als ein Weltreich an - gemessen an der Einwohnerzahl wahr es das auch.

Ich glaube das charakteristische an einem Weltreich ist aber auch, dass in ihm mehrere verschiedene Völker regiert werden (mindestens 3, denn 2 erreicht man schon mit der Besetzung von Feindesland). Das charakterisiert denke ich, alle Weltreiche und das ist es auch was die meisten Probleme macht. Erfolgreiche Weltreiche haben dies gelöst. Das persische Großreich indem es für die damalige Zeit reicht tolerant war. Besiegte Völker mussten zwar Steuern zahlen, doch wurden nicht ganze Landstriche entvölkert oder die Einwohner von eingenommenen Städten massakriert wie dies damals üblich war. Auch die religiösen Vorstellungen konnten beibehalten werden. Alexander bzw. seine Nachfolger hatten Erfolg weil sie dieses Konzept übernommen haben.

Das römische Bereich arbeitet genau mit dem gegenteilligen Konzept: Die römische Kultur wurde überall exportiert, die Provinzen wurden mit eiserner Hand geführt und Aufstände erbarmungslos niedergeschlagen. Dieses System basiere im wesentlichen auf einer militärischen Stärke und funktionierte solange, wie diese gegeben war. Das war immerhin einige Jahrhunderte der Fall.

In gewisser Weise versuchte das britische Empire beides zu verbinden: Zum einen natürlich das Empire militärisch zu vergrößern und die britische Kultur bis nach Hinterindien zu exportieren, Zum anderen lies man eine gewisse kulturelle Eigenständigkeit. Geklappt hat es letztendlich nur zum Teil - zwar gibt es heute noch den Commonwealth, doch regieren die Engländer heute nur noch ihre Insel und Teile Irlands.

Heute gibt es natürlich immer noch das Bestreben Großreiche zu schaffen. Die Mittel sind jedoch andere. Selbst Großmächte wissen heute, dass sie zwar kleinere Länder erobern können, aber nicht auf Dauer halten können. Das musste Russland lernen und das lernt gerade die USA. Dabei gibt es doch viel einfachere Möglichkeiten ein Großreich aufzubauen: Den Kultur-Imperialismus. Wenn andere Kulturen so dämlich sind, dass sie bereitwillig amerikanische Kultur übernehmen, so muss man sich nicht die Mühe machen diese zu erobern. Wenn man nach Europa kommen kann und an jeder Ecke ein Burgerking oder McDonald steht, die Leute von "Flat-Rate" und "Service Points" reden anstatt "Pauschale" und "Auskunft" zu verwenden. Wenn man im Kino nur Hollywoodstreifen sieht und im Radio amerikanische Musik läuft, wenn im Wirtschaftsleben die US Regeln von "Hire und fire" und "Fresse oder werde gefressen" gelten, dann muss man nicht das Land erobern, dann hat man einen neuen Bundesstaat mit originalen Altertümern und drolligen Einwohnern, weitaus realistischer als Disneyland.

Wer ist daran schuld? Amerika? Nein, es sind die Leute die so bereitwillig ihre eigene Kultur und Werte aufgeben. Das ist im Kern auch die Kritik die ich auf meinen Seiten äußere (ein beliebter Diskussionsstoff im Gästebuch) äußere. Wenn es gegen Amerika direkt geht, dann ist es die Kritik an der Politik dieses Landes und dem Gegensatz von dem Anspruch "Weltpolizist" zu sein und nicht einmal im eigenen Land die Probleme in der Gesellschaft gelöst zu haben. Sie es die immer noch existierende Benachteiligung der Schwarzen, das fehlende soziale Netz oder die Probleme durch den freien Handel von Schusswaffen. Dazu kommt die Provinzialität der Amis, die alles über ihr Land und nichts über die Welt wissen. Da dies leider auch nicht vor Politikern in höchsten Ämtern halt macht, zeigt sich in der Art und Weise wie die US Politik in den letzten Jahrzehnten sich doch so oft darin täuschte, wie andere Nationen oder Völker reagieren würden, vielleicht am auffälligsten in Irak, aber es gäbe auch noch andere Beispiele.

Heute haben wir eine Bewegung zum Nationalismus. Es gibt mehr Nationalstaaten in Europa als je zuvor. Auch auf der ganzen Welt gibt es nationalistische Bewegungen. Erst heute war wieder ein Anschlag der Tamilen auf Sri Lanka in den Nachrichten. Die Kurden wollen ihren eigenen Nationalstaat und eine Spaltung der Sunniten und Schiiten in Irak ist ebenfalls absehbar. Großreiche gleich welcher Art haben es da schwer.


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