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Web Log Teil 51 : Freitag 18.1.2007-

Freitag 18.1.2007: Braucht man eine Riesen-Trägerrakete?

Die bemannte Erforschung des Sonnensystems ist teuer. Sie ist deswegen teuer, weil man unter anderem auch enorme Massen transportieren muss. Während für die Erdorbitmissionen von Apollo eine Saturn 1B mit etwa 17 t Nutzlastkapazität ausreichte, musste es für Mondmissionen die Saturn V sein mit 130 t Nutzlastkapazität. Zubrin "Mars Direct" Plan war unter anderem deswegen so viel kostengünstiger als die NASA Pläne dieser Zeit, weil er radikal die Massen reduzierte, die man zum Mars starten soll.

Trotzdem: Für die nächsten Mondexpeditionen entwickelt man die Ares V - noch etwas leistungsfähiger als die Saturn V und für eine Marsmission braucht man mehrere Flüge dieser. Ich habe keinen Plan für eine Marsexpedition gesehen, der unter 600 t Startmasse kommt. 100 t sind ein realistischer Ansatz.

Doch braucht man das wirklich? Ich habe mir darüber schon mal in einem Artikel ausführlich Gedanken gemacht. Die grundlegende Erkenntnis ist, dass eine große Trägerrakete auch teuer ist - nicht so sehr pro Stück, sondern viel mehr bei der Entwicklung. Mit der Nutzung schon vorhandener Technologie für die Ares V macht hier die NASA sicher keinen Fehler um die Kosten geringer zu halten.

Aber ... braucht man wirklich eine so große Rakete? Wer sich die Pläne für Mond- und Marsmissionen ansieht, stellt fest, dass am meisten der Treibstoff ausmacht - üblicherweise muss man erst von einem Erdorbit starten, am Zielkörper abbremsen, dann landen (beim Mars durch aerodynamische Abbremsung, beim Mond durch Abbremsung mittels Triebwerken), von der Oberfläche geht es mit Triebwerken zurück in einen Orbit und von da mit einer weiteren Zündung zurück zur Erde. Beim Apollo Raumschiff machte der Treibstoff den größten Teil der Masse aus. Der Mondlander war sogar nicht viel mehr als zwei Raketenstufen mit einer extrem leichtgewichtig gebauten Mini-Kabine obendrauf.

Treibstoff kann man aber umpumpen und Antriebsstufen kann man bündeln. Wer sich die Pläne genauer ansieht, stellt fest, dass man (sofern man nicht nukleare Triebwerke nimmt) den meisten Treibstoff braucht um überhaupt die Erde zu verlassen. Das "Delta V" dafür beträgt bei einer niedrigen Erdumlaufbahn etwa 3200 m/s zum Mond und 3800 m/s zum Mars. Bei der Benutzung von Wasserstoff als Treibstoff ist die eigentliche Nutzlast nach Verlassen des Erdorbits nur noch ein Drittel der Startmasse im Erdorbit.

Da kommt man doch auf die Überlegung, ob man nicht standardisierte Module nimmt, die man mit kleineren Trägern starten kann und diese erst im Orbit zusammen baut. Bei einer Mondmission z.b. kann man das Raumschiff in folgende Teile zerlegen:

Die Massen in Klammern geben bei Apollo die Verteilung an, wobei dort allerdings Serviceteil und Antrieb nicht getrennt waren, ich habe aufgrund des Treibstoff hier etwas extrapoliert.

Im Prinzip diktiert das schwerste Teil die Nutzlastkapazität der Trägerrakete. Das ist hier der Antrieb mit 20313 kg. Beim Mars ist das schwerste Teil wahrscheinlich das Labor, welches auf der Marsoberfläche niedergeht. In einem der jüngeren NASA Pläne wiegt dies etwa 50 t. Doch um diese 50 t zum Mars zu befördern braucht man etwa 200 t in einer Erdumlaufbahn. Ich will einmal zeigen wie man dies mit einer 50 t Rakete erreichen kann, ohne den Wasserstoff lange Zeit kühl zu halten. Dies geht mit stufenweiser Beschleunigung.

Konventionelle Rakete: 200 t im Erdorbit. Antrieb mit 4400 m/s spezifischer Impuls. 84.3 t Masse nach Verlassen der Erde, davon 11 t Antrieb. Nettomasse zum Mars also 73.3 t. (Berechnet für eine Geschwindigkeitsänderung von 3800 m/s - von 7800 m/s auf 11600 m/s)

Stufenplan:

Man erhält die gleiche Nutzlast, wobei allerdings in der Praxis man noch einen Kopplungsadapter pro Stufe hinzurechnen muss, so das in der Realität die Nutzlast etwas geringer ist (etwa um 4-5 t ).

Die Grenzen liegen in dem letzten Beschleunigungsschub. Er muss die Fähre aus einer Erdumlaufbahn in eine Sonnenumlaufbahn befördern. Die Fluchtgeschwindigkeit liegt bei einer 200 km Bahn bei etwa 11000 m/s. 600 m/s braucht man zum Mars. Dies muss man auf einmal erreichen. Durch den Mond sind es sogar mehr. Es ist nicht ratsam Umlaufbahnen einzuschlagen die nis an die Mondbahn reichen, denn dieser stört dieser und die Umlaufszeiten werden immer länger, was die Startfenster einschränkt. Das setzt die Grenze herab auf 10800 m/s. Das limitiert in der Praxis auf maximal 4 Starts. Kann man den Treibstoff sehr lange kühl halten, so braucht man diese umständliche Vorgehensweise nicht, dann kann man alles in einer niedrigen Erdumlaufbahn montieren.

Der wesentliche Vorteil der Vorgehensweise ist, aber das ein 50 t Träger viel einfacher zu entwickeln und zu produzieren ist. Die stärksten Trägerraketen haben heute 20-25 t Nutzlast in eine erdnahe Umlaufbahn. Ein einfaches Clustern der Erststufen bei Ariane 5, Delta 4 oder Zenit führt zu einer Rakete die 50-70 t in eine erdnahe Umlaufbahn befördern kann. Darüber hinaus kommt man nur mit einer Neuentwicklung. Dies hat jedoch auch den Vorteil, dass man die Stufen aus der normalen Serienproduktion stammen, diese also preiswert produziert werden können. Es ist kein Spezialträger für nur einen Einsatzzweck. Das zweite ist, das man dann nicht von einem Träger abhängig ist - mindestens 3 Systeme könnten auf diese Art und Weise genutzt werden, wodurch man auch größere Gütermengen transportieren kann, weil man 3 Startplätze nutzen kann.

Vielleicht erledigt sich diese Frage auch von selbst: Denn Satelliten wurden immer größer. Vor 25 Jahren hatten die größten eine Masse von 2.3 t in den GTO Orbit. Heute gibt es 7 t schwere. 8-9 t schwere dürften bald folgen. Um diese zu starten braucht man schon heute Träger mit 25 t Nutzlast in eine erdnahe Umlaufbahn. Bei diesem Trend wird man in 15 Jahren bei 50 t LEO Nutzlast angelangt sein. Vielleicht ist man bis dahin auch breit zum Mars zu fliegen.....

Samstag 19.1.2007:SAD - Winterdepression

Unter SAD, Seasonal Affective Disorder, auf Deutsch Winterdepression versteht man eine depressive Störung die vor allem in den Wintermonaten auftritt. So erklärt es uns Wikipedia. Ich habe diese, wie etwa 10-20 % der europäischen Bevölkerung seit fast 20 Jahren. Das ganze begann langsam um als ich 25-30 war richtig schlimm zu werden. Die letzten Jahre habe ich sie kaum gespürt, aber das letzte Jahr war wieder echt schlimm und dieses Jahr ist bislang auch deutlich übler als die letzten Jahre.

Man kann sich bei verschiedenen Websites über die Ursachen informieren. doch darum geht es mir heute nicht. Ich möchte schreiben wie es mir geht. Eines der auffälligsten Symptome ist dass ich in den Wintermonaten mehr Schlaf brauche. Obwohl ich derzeit 8 Stunden schlafe, nicke ich regelmäßig im Bus nach der Arbeit ein, und an Wochenenden schlafe ich dann auch den halben Nachmittag durch.

Wie die meisten nehme ich in den Wintermonaten stark zu. Dieses Jahr, trotz massiven Sport treibens (2-3 mal in der Woche jeweils 2 Stunden Schwimmen gehen) 3 kg. Davon habe ich nun durch Streichen aller Süßigkeiten und Alkohol aus dem Speiseplan und noch mehr Schwimmen während der Weihnachtsferien wieder 1 kg abgenommen. Das ist recht dumm, denn im Winter habe ich natürlich noch mehr Hunger auf Süßes und Schokolade.

Das wesentlichste woran man aber es erkennt ist die gedrückte Stimmung die klare Parallelen zum Wetter hat - ist es tagelang trüb, so geht die Stimmung auch in den Keller und bei strahlenden Sonnenschein ist sie besser und die Antriebslosigkeit während Hernbst/Winter. Derzeit ist mir alles zu viel. Sei es die Rentenversicherung die einen mit Fragebögen überhäuft. Nach jedem Nachweis kommt ein neuer dazu - eigentlich eine Kleinigkeit, doch die Bögen harren wie jede Menge anderes, auf einem großen Haufen. Ich kann mich einfach dazu nicht aufraffen. Es ist eine Antriebslosigkeit und Lustlosigkeit und natürlich die Niedergeschlagenheit, die depressive Stimmung. . Früher als es besonders schlimm war, kam noch das Gefühl dazu nichts zu spüren - da gab es manchmal Situationen, da wünschte ich mir, ich hätte wenigstens Schmerzen um etwas zu spüren.

Das ist jetzt besonders übel, weil es genügend Arbeit gibt, im Geschäft wird das Labor das ich betreue erweitert und eine neue Kollegin erfordert anfangs erst mal mehr Arbeit als das sie eine Entlastung ist. Derzeit habe ich zu gar nichts Lust und so richtig aufheitern tut mich auch nichts - nicht mal gute Nachrichten, wie z.B. die dass es mit einer lukrativen und interessanten Nebentätigkeit klappt.

Meistens kaufe die meisten Sachen auch im Winter, wahrscheinlich aus demselben Grund, obwohl auch Anschaffungen mich nur bedingt aufheitern. Das einzig positive ist, dass man weis, das es irgendwann einmal mit dem eintretenden Frühling wieder besser wird. Ich habe mir nun zu Weihnachten selbst eine Lampe geschenkt die durch ihr helles Licht helfen soll. Das klappt auch recht gut. Gerade ist sie 50 cm von mir entfernt und scheint mir ins Gesicht während ich diesen Artikel schreibe. Das Problem dieser Lichttherapie ist, dass es für eine Wirkung über den Tag längerer Zeit bedarf. Selbst bei diesem Abstand ist e eine Stunde in der man in die Lampe pro Tag schauen sollte .- Diese Zeit über die Woche abzuknapsen ist bei mir schwer drin. 3 Abende sind schon weitgehend mit dem Schwimmen verplant. Aus der Erfahrung mit dem Schwimmen weis ich auch, dass Sport nicht dabei hilft, denn so viel Sport wie jetzt habe ich mein ganzes Leben noch nie betrieben.

Das einzige gute dran: Auch wenn es einem gefühlsmäßig wirklich schlecht geht, man weis doch dass es irgendwann endet. Andererseits bringt es mich auch zum Nachdenken. Es ist erstaunlich wie die Depression die Einstellung zu Dingen ändert. Es ist wirklich eine Veränderung der Welt und allem um einen herum.

So, nun wissen sie warum sich auf der Website seit Monaten nicht so viel tut. Immerhin - zu dem Blog kann ich mich regelmäßig aufraffen. Anbei ein Link zu der Leuchte die ich mir gekauft hat. Sie ar die billigste die ich finden konnte, doch sie scheint wirklich was zu taugen.

Sonntag: 20.1.2007: Books on Demand

Ich habe gestern in der ct' einen Artikel über Books on Demand gelesen. Das Erstellen dieser ist inzwischen recht preiswert geworden. Die gleichnamige Firma bietet sogar einen "For Fun Tarif" an, bei dem man die Bücher nur über ihren Versand bestellen kann und der kostet nichts - zumindest einen Monat lang, dann werden 2 Euro pro Monat für die Datenhaltung fällig. Mit ISBN Nummer - Voraussetzung für eine Listung bei Amazon und im Buchhandel - sind es im "Classic" Tarif dann 40 Euro plus der 2 Euro pro Monat. Das ist erschwinglich, so ungefähr 50 Euro im ersten Jahr pro Buch, dazu kommen noch die Kosten für ein paar eigene Exemplare.

Irgendwie sieht das aus als wird das meine nächste verrückte Idee nach den Lipsync Videos. Ich wollte schon immer mal ein Buch schreiben, und Material habe ich genug - über 700 Webseiten mit einem reinen Textumfang von 21 MByte (Ja ich bin stolz drauf, auch wenn viele Leute nur an der Rechtschreibung rummosern). Wie viel es ist, wurde mir klar, als ich den Europa Artikel in Openoffice lud und das Seitenformat auf ein Buch Standard Format (15.5 x 22 cm) änderte - schwupps waren es 26 Seiten. Tja, das ist schon das Problem. Wenn ich  damit mein erstes Buch erstelle (Arbeitstitel: Europäische Trägerraketen , beinhaltend Europa, Ariane 1-4, Ariane 5 und Vega) komme ich spielend auf 150 Seiten. Dafür müsste ich, um in etwa kostendeckend zu sein 25 Euro (Paperback 21) pro Exemplar im Buchhandel verlangen. Der Druck on Demand und die Kleinauflage ist eben teuer. Wer zahlt das für eine gedruckte und redigierte Ausgabe, wenn es die Infos nach wie vor immer noch gratis im Web gibt? (Nebenbei: Der Buchhandel bekommt pro Buch nach der Kalkulation bei BoD etwa doppelt so viel wie der Druck bei einer Kleinauflage kostet, das lässt wenig Spielraum für ein eigenes Honorar)

Billiger werden Bookletts, also Heftchen. Doch die sind auf 48 Seiten beschränkt. Im Großformat (Din A-4) wären diese bei 8 Euro kostendeckend. Ich erwarte nicht dass ich reich werde, doch irgendwie in bisschen sollte doch rausspringen. Aber vielleicht verlege ich mal einfach eines "just for Fun", und wenn es nur deswegen ist in Amazon nach meinem Namen zu stöbern und das eigene Buch zu finden... Man gönnt sich ja sonst nichts.

Aber wozu habe ich einen Blog mit Kommentarfunktion? Was meint der gemeinte Leser also Du? Würdest Du ein Buch kaufen, welches den gleichen Inhalt wie die Webseite hat (nur natürlich einmal auf Rechtschreibfehler durchgesehen, nicht auf eine Seite beschränkt sondern thematisch zusammengehörendes zusammengefasst, Wiederholungen vermeidend und mit kleinen Kästchen die erklären was der spezifische Impuls ist und was man unter Kryogen versteht (Die Grundlagensektion fehlt ja) Geld ausgeben und ja wie viel für wie viel Seiten?

Montag: 21.1.2007: Multicores oder doch was anderes?

Seit einiger Zeit sind die auf dem Markt, nun kommt die zweite Generation und die Preise rutschen ins Mitteklassesegment: Die Rede ist von den Quadcore Prozessoren. Seit 1-2 Jahren gibt es ja schon Dualcore Prozessoren und die Single Core - die Architektur der letzten 30 Jahre - ist am Aussterben. Die Frage ist: Bringt es so viel mehr und wie geht das weiter?

Die letzte Frage ist zumindest mittelfristig zu beantworten. Ende des Jahres, wahrscheinlich aber erst 2009, werden von Intel Prozessoren mit 8 Kernen erscheinen. Was es bringt, das ist nicht so deutlich. Ein Test der Quadcores bei der ct' ergab nüchterne Resultate - nur wenige Programme wurden merklich beschleunigt und einige liefen sogar langsamer als bei einem gleich teuren, aber höher getakteten Dualcore.

Verwundert hat mich dies nicht. Es gibt eine Reihe von Gründen, warum mehr Kerne nicht schneller sind. Nehmen wir zuerst einmal die Hardware: Alle Kerne sitzen an einem gemeinsamen Speicherkontroller. Das bedeutet, dass die Bandbreite des Speichers sich aufteilt. Nachteilig ist dies vor allem wenn mehrere Programme gleichzeitig auf den Speicher zugreifen, also man mehrere Programme ausführt, die speicherintensiv sind, aber auch, wenn ein Programm mehrere Tasks startet, die unterschiedliche Daten bearbeitet. So verwundert es nicht, dass die besten Beschleunigungen dann entstehen, wenn eine kleine Datenmenge von mehreren Programmen gelichzeitig bearbeitet wird, z.B. teilt der Renderer POVRay ein Bild in mehrere Teile auf, die von den unterschiedlichen Prozessoren dann abgearbeitet werden. Aber alle rechnen an einem Bild.

Das zweite ist die Festplatte: Wenn das System langsam ist, dann meistens wenn die Festplatte losrattert. Es gibt nicht viele Programme, die sehr hohe Prozessorlast verursachen und gleichzeitig kaum Daten von der Festplatte lesen oder schreiben. Schließlich müssen die Daten von irgendwo ja herkommen. Wenn ich z.B. auf meinem Rechner einen Downloadmanager starte, dann kann es langsam werden. Er legt die Datei zuerst an und lädt dann unterschiedliche Stückchen von verschiedenen Quellen - und der Schreib/Lesekopf muss dauernd hin und her flitzen, um die zu scheiben.

Ich setzte daher seit Jahren zwei Festplatten ein. Vor allem, wenn es um das Verarbeiten von Daten geht. Wenn ich ein Video schneide, kommt die geschnittene Version, immer auf eine andere Platte, so wird von einer Platte linear gelesen und auf die andere linear geschrieben. Das Schreiben und Lesen geht bei Festplatten recht fix - noch mehr als Speicher bestrafen sie aber zufällige Zugriffe, weil dazu der Lesekopf sich über die Scheibe bewegen muss und warten muss bis der Sektor wieder unter dem Kopf vorbeiflitzt. So beträgt bei den modernsten Typen heute die Leserate bis zu 100 MByte/s - die mittlere Zugriffszeit aber 8 ms. Oder anders gesagt - ein Programm das wild verteilt jeweils nur einen Sektor (2 KByte) von der Festplatte liest, senkt seine Datenrate auf 250 KByte/s - nur ein 400 stel der linearen Leserate.

Das dritte, was der Multicore Entwicklung den Todesstoß versetzen wird, ist dass sie für den Desktop eigentlich die Lösung für eine Frage ist, die man nicht gestellt hat. Die Entwicklung hat ihre Ursprünge, wie die meisten anderen Verbessrungen aus dem Bereich der Großcomputer und Supercomputern. Bei denen ist es aber normal, dass es zwar enorm viele Prozessoren gibt, (heute bis über 60000). aber alle arbeiten an ein und demselben Programm, oftmals wurde es optimiert um die vielen Prozessoren auszulasten. Bei einem typischen PC System arbeitet der User aber mit mehreren Programmen gleichzeitig und das macht einiges schwieriger. Sowohl für die Entwickler von Programmen, wie auch für die Prozessorhersteller.

Jedoch - Was sind die Anwendungen, die heute so viel Rechenlast erzeugen? Es sind Programme die ein und denselben Algorithmus immer wieder ausführen. Sei es die Videodekodierung oder Codierung, das Berechnen von Spielszenen in Games. Das Rendern von künstlichen Bildern. Für diesen Einsatz gibt es aber seit langem Spezialchips. Ihr DVD Spieler kann heute DivX abspielen - und das für einen Preis der kleiner ist als der eines Prozessors. Texas Instruments hat einen Signalprozessor mit Zusatzchip vorgestellt, der bei 600 MHz Full-HD Video dekodieren kann - dafür braucht man sonst eine Dual Core CPU mit 2.5 GHz. (Dabei benötigt man nur 300 MHz, dafür, die anderen 300 MHz stehen dann für andere Applikationen zur Verfügung9. Die absolute Rechenleistung einer Grafik CPU die heute bis zu 384 Recheneinheiten umfasst - liegt heute 10 mal höher als die eines PC Prozessors. Diese sind in ihrer Funktionalität beschränkt - Sie können meist nur 32 Bit lange Zahlen verarbeiten und sie können nur elementare Grundrechenarten durchführen und keine komplexen Programme abarbeiten. doch das ist ja auch nicht erforderlich.

Ich denke das wird eher die Zukunft sein. Es wird einige vollwertige Kerne im Prozessor geben und sehr viel mehr dieser Spezialeinheiten, vielleicht sogar unterschiedliche, je nach Anwendungsgebiet. Wir werden sehen.

Dienstag 22.1.2007: Post Apollo

Inzwischen habe ich das Buch von Chris Kraft "Flight" durchgelesen und sehe den Autor etwas differenzierter. Ich habe es ja schon mal angesprochen, und mich über die recht persönliche Sicht geärgert. Im Laufe der Zeit wird klar, dass es seine Art ist. er meckert eben lieber und behält eher die negativen Dinge in Erinnerung, ist jedoch fair und saht auch wenn er mit Leuten zufrieden ist. Zusammen mit dem Buch von Gene Kranz ("Failure is not an Option") ist es eine gute Übersicht über das was am Boden zwischen Mercury und Apollo passierte. Kraft deckt die erste Hälfte ab (bis Gemini 8), Kranz die zweite, als er Kraft als Flugleiter ablöste und dieser mehr hinter den Kulissen zu tun hatte.

Beide haben eines gemeinsam: Sie sind enttäuscht von der Post-Apollo Politik. Das kann ich verstehen, denn es macht keinen Sinn wie es damals ablief. Das Zusammenstreichens eines Programmes nachdem man das meiste schon investiert hat, ist auch ökonomisch recht sinnfrei. Ich mag nicht die Ansicht von Kraft teilen, man hätte seit Anfang der neunziger eine bemannte, ständige  Marsbasis wenn man einfach im selben Stil weitergemacht hätte. Denn das ist nicht realistisch. Dazu hätte man 20 Jahre lang in etwa so viel ausgeben müssen wie für Apollo, also etwa 3 % des US Haushaltes. Das klingt wenig, aber 3 % der gesamten Steuereinnahmen nur für ein Projekt - das erreichen nicht einmal teure Militärprogramme heute. (Ausnahhme sind hier nur Kriege wie der im Irak) Der gesamte NASA Haushalt macht heute 0.6 % des US Haushaltes aus, und für das größte Einzelprojekt, den Space Shuttle entfallen darauf etwa ein Viertel.

Was aber genauso völliger Blödsinn war, war das man alles einfach einstellte. Man hatte schließlich über 10 Jahre lang Hardware entwickelt. Es gab die Saturn V und man hätte sie einsetzen können, solange bis sie vom Space Shuttle abgelöst werden würde. Es gab ja auch den Ansatz Apollo Hardware für andere Projekte zu nutzen. Das Apollo Applications Program. Es litt darunter, dass es zu spät startete und dann ebenfalls in den Strudel der Kürzungen kam. Verwirklicht wurde nur ein Projekt - Skylab. Eine zweite flugfähige Station steht heute im Museum. Skylab hätte aber auch ein Beginn sein können - Skylab war nie für einen längeren Betrieb ausgerüstet. Man konnte keine verbrauchten Gase ersetzen und es gab kein System, um den Orbit anzuheben - doch das hätte man bei einem Nachfolger installieren können. Wie MIR hätte man aus mehreren Modulen eine größere Station entwickeln können. Die Besatzung hätte man mit Apollokapseln austauschen können (es gab auch eine umgebaute Kapsel für 5 Personen) und was spricht dagegen dien Nachschub, wie es die Russen machen, mit ebenfalls umgerüsteten Apollokapseln zu transportieren, die man dann eben mit einer Titan 3C startet? (um die Kosten in Grenzen zu halten). Die USA hätten sukzessive wie die UdSSR die Aufenthaltsdauer im Weltraum erweitern können und Erfahrungen mit Langzeitflügen sammeln können. Diese brauchen sie spätestens bei einer Marsexpedition.

Warum hat man nicht mit einer Saturn V unbemannt eine kleine Mondstation gelandet und später eine Apollobesatzung an dieser Stelle um längere Aufenthalte zu ermöglichen? Das wäre technisch möglich gewesen und wahrscheinlich auch finanzierbar. Kurzum - es gibt sicher Möglichkeiten die Technologie besser zu nutzen, die Investitionen die man getätigt hat, nicht einfach abzuschreiben. Das hat ganz sicher seine Grenzen - Die Technologie veraltet, aber ein paralleler weg, bis man mit dem Space Shuttle eine neue Ära beginnt, erst einmal das zu nutzen was man schon hat, anstatt jahrelang die bemannte Raumfahrt einzustellen wäre eine intelligente Lösung gewesen. Genau den selben Fehler macht man aber nun nochmals. Die ISS wird als Auslaufmodell erklärt, der Space Shuttle ist es schon.

Man kann sicher nicht behaupten, ich wäre ein Befürworter eines bemannten Programmes - doch wenn man es sich leistet, dann richtig. Und es richtig machen, heißt aus den Fehlern zu lernen und Dinge weiter zu entwickeln, anstatt eine Entwicklung abzubrechen und dann die nächste "Sau durchs Dorf jagen". Der Space Shuttle ist teuer - das wissen wir nicht erst seit heute. Es war klar nachdem die Challenger explodierte und durch die nun endlich eingezogenen Sicherheitsaspekte die Startpreise rapide anstiegen. Damals hätte man aussteigen sollen, und etwas entwickeln sollen was preiswerter ist und eben nur Besatzung transportiert und nicht Fracht. So etwas wie Hermes oder Kliper. Die ISS ist so teuer, weil man sich komplett auf den Space Shuttle verlassen hat - okay dann wird die nächste Raumstation eben anders, modularer, nicht so viele Außeneinsätze bei der Konstruktion erfordernd. Man möge sich mal daran erinnern wie die Sowjets von Saljut 1 beginnend langsam die Aufenthaltsdauer gesteigert haben, bei Saljut 6, die Versorgung mit Transportern einführten und bei Saljut 7 das Modulkonzept einführten, das dann zur Basis von MIR wurde. Es ist eine evolutionäre Entwicklung, auch mit Rückschlägen verbunden.

Ich denke das zeichnet ein längerfristiges Programm auch aus. Schaut man sich die Erforschung der Planeten an, so erkennt man ja auch eine Lernkurve. Eine Mission basierte auf den Erkenntnissen (wissenschaftlicher und technischer Art) der vorhergehenden.


Mittwoch 23.1.2007: Nachlese

So, heute zwei Blogs an einem Tag. Ich habe den gestrigen zwar fertig geschrieben, aber es nicht mehr geschafft ihn auf Rechtschreibfehlern zu durchsehen und online zu stellen. Auch heute wird es wieder etwas arbeitssamer, der Nachmittag und Abend ist schon voll belegt. also spute ich mich mal.

Ich fange mal mit den Kommentaren zum Blog an (Der Link für die, welche die HTML Version lesen). Bei der Berechnung der Masse zum Eintrag "Wozu braucht man eine Riesen Trägerrakete" habe ich mich natürlich verrechnet. Das peinliche - ich habe es auch noch mal nachgerechnet weil ich es nicht glauben konnte und nochmals den gleichen Fehler gemacht. Ich habe den Eintrag nun so editiert, dass es stimmt.

Dann möchte ich mich bedanken für die Ideen für ein Buch. Das ich eines machen werde, das wird immer wahrscheinlicher. Ich beginne mich mit der Idee anzufreunden. Aber der Reihe nach:

Zum Thema Ernährung: Das ist sicher, wenn ich auf mögliche Kunden schaue das geeignetste. Nichts verkauft sich so gut wie Ernährungsratgeber. Ob allerdings die "was ist drin" Sparte dafür geeignet ist bezweifele ich, denn die ist weil es abgeschlossene kurze Artikel sind eher fürs Web geeignet als fast alles was ich sonst produziere und in Richtung Mammut Aufsatz geht.

Das zweite was für mich persönlich gegen das Thema spricht, ist das ich ehrlich informieren möchte. Ich arbeite nun aber seit fast 10 Jahren nicht mehr als Lebensmittelchemiker und da hat sich einiges getan. Als ich mich mal mit der "Süße aus Früchten", mit denen ein Hersteller wirbt, beschäftigt hatte stellte ich fest, das sich da einiges geändert hat. Als ich studierte und noch Beratungen hinsichtlich Deklarationen durchführte, war es so, dass Fructose viel teurer in der Herstellung als Glucose war. Sie musste physikalisch von der Glucose getrennt werden, und wurde aus Fruchtsäften gewonnen. Glucose konnte man dagegen durch enzymatische oder säurekatalysierte Spaltung von Stärke recht einfach und preiswert herstellen. Heute ist es genau umgekehrt. Aus Maisstärke kann man durch enzymatische Spaltung und Invertierung Fructose preiswert herstellen, und weil die Süßkraft doppelt so hoch ist, wie bei Glucose, kommt sie einen Nahrungsmittelproduzenten billiger als der Einsatz von Glucose.

Das ist nur ein Beispiel: Es heißt aber auch, dass ich für eine Erweiterung der Serie mich wieder sehr intensiv einlesen müsste, und das ist mit auch ein Grund warum dieser Teil der Website so ein bisschen eingeschlafen ist. (Obwohl mir immer wieder interessante Produkte unter die Finger kommen, kürzlich hat im Schwimmbad jemand in der Dusche ein Öko-Schampoo vergessen, bei dem in der Zutatenliste "Brain Extract" steht.....

zu der Raumfahrt: Da gibt es auch die Frage, ob es sich lohnt, was nochmal zu bringen was schon im Web ist. Für mich verführerisch, schließlich reduziert das den Arbeitsaufwand enorm. Andererseits fehlt dann auch der Anreiz. Natürlich gibt es noch Themen, die ich noch nicht behandelt habe. Alles was ich als interessant für ein größeres Publikum einschätze, denke ich findet sich schon bei mir. Die Ausnahme ist bemannte Raumfahrt. Um die mache ich nicht nur wegen dem fehlenden Eigeninteresses einen Bogen. Das Problem liegt in der Komplexizität des Themas. Um nur die technischen Aspekte von ISS oder Apollo durchzuarbeiten bräuchte ich Monate. Ich merke das an Skylab. An den Webseiten für die Experimente sitze ich seit Monaten. bislang ist nur ein Teil fertig. (Okay, da fehlt auch ein bisschen der Antrieb),.

Ansonsten hätte ich sicher noch Ideen die es so noch nicht auf der Webseite gibt wie "Europäische Satelliten" - Doch wer kauft sich das Buch? So was würde sich nur lohnen, wenn die ESA 1000 Exemplare abnehmen würde. Aber eines haben die Kommentare gebracht. Ich bin ins Grübeln gekommen, was nun der beste Einstieg wäre. Von der ersten Idee "Europäische Trägerraketen" komme ich mehr und mehr ab und erwäge erst mal klein anzufangen mit einem Booklett (beschränkt auf maximal 48 Seiten). Derzeitige Idee: Das Gemini Programm - bestehend aus dem Aufsatz über Gemini und Teile des Titan 2 Trägerraketenaufsatzes, verbunden mit weiteren Infos. Ohne Farbseiten wäre ein Booklett mit 48 Seiten für einen Einzelhandelspreis von 5.49 Euro zu realisieren (20 % Marge für mich angenommen). Das halte ich für fair - Ein Buch von Kosmos mit 160 Seiten Umfang über Raumfahrt kostet auch 19.90, das ist pro Seite in etwa derselbe Preis. (Zumal ich mir einbilde etwas detaillierter zu schreiben, als die meisten Bücher die ich kenne).

Zuletzt noch zum Moonhoaxer Aufsatz. Den habe ich in der Tat gekürzt und einige etwas zu spitze Bemerkungen gegen die Moonhoaxer herausgenommen. Schließlich soll es ja informieren. Aber da gibt es wirklich Webseiten, die sich mit diesem Thema sehr eingehend beschäftigen, Fotos der Mondlandungen analysieren und auch die deutschen Moonhoaxer und ihre Aktivitäten verfolgen. Für mich ist das eher ein Randthema, das stellvertretend für mangelnde Bildung steht. Wenn ich mir im Privatfernsehen anschaue wie als "Wissenschaft und Technik" die Produktion von Alltagsdingen verkauft wird, und es fast als nobelpreisverdächte Intervention verkauft, wird die Mischung für einen Butterkeks richtig zusammenzustellen, dann muss man sich nicht wundern, das wirklich komplexe Dinge wie eben die Mondlandung für manche heute unvorstellbar sind (Nebenbei gesagt: Wenn sich die Moonhoaxer einmal den Explosionsmotor vornehmen würden, eigene Experimente mit Luft/Benzin Gemischen machen würden, dann würden sie bald erkennen, dass uns die Autoindustrie seit einem Jahrhundert betrügt: Keine Maschine der Welt hält tausende dieser Explosionen pro Minute über Monate hin durch!)

So, das war es für heute. Wer heute Geburtstag hat fühle sich gegrüßt.


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