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Web Log Teil 52 : 26.1.2007-

Samstag 26.1.2007: Wahlen und Werbung

So, ich war in den letzten 2 Tagen beschäftigt mit meinem Buch - ja es wird eines geben. Aber ich fange klein an, mit einem Booklet. Das werden 48 Seiten entweder im Format 15.5 x 22 oder DIN A4. je nachdem wie umfangreich es wird. Gegenüber dem was im Web steht, wird es mit Sicherheit mehr werden.

Mehr geärgert habe ich mich aber mit Programmen. Ich dachte es wäre am besten es professionell zu machen, also mit einem DTP Programm. Doch das kostenlos Scribus stürzt andauernd ab und Page Plus kennt keine deutschen Texte und übernimmt keine Formatierungen und ist insgesamt umständlich zu bedienen. So bin ich wieder bei Word/Openoffice gelandet (Openoffice daheim, Word im Geschäft). Obwohl das Positionieren von Bildern und Tabellen da nicht so einfach ist.

Das wird noch einige Zeit dauern Daher mal zu einem aktuellen Thema: Wahlen und Wählen. Es stehen nun ja wieder welche an - bei uns in einigen Bundesländern, aber auch so wie es aussieht in Italien. Zuerst einmal zu Italien: Mich erschreckt, dass dort Berlusconi wieder Chancen hat gewählt zu werden, auch wenn er es vorzieht nun die Fäden im Hintergrund zu ziehen. Aber nachdem, wie es vorher lief, wie er die Gesetze umbog, dass man ihm nichts nach der Abwahl konnte und er die Justiz die gegen ihn ermittelte blockierte - wundert es mich das jemand überhaupt auf die Idee kommen kann ihn wiederzuwählen.

Ich weiß nicht ob es am italienischen Wahlsystem liegt oder ob die Italiener gewählen - aber Regierungen haben dort eine kurze Legislaturperiode. Besser gesagt, es gibt nach der Wikipedia zwischen 2 und 6 Regierungen pro Legislaturperiode. Bei uns ist es vielleicht stabiler und extremistische angehauchte Parteien kommen zwar ab und an ins Parlament, aber selten an die Regierung (die PDS in einigen ostdeutschen Landesparlamenten ist da die Ausnahme der Regel).

Ansonsten gibt es bei uns eher das Problem was man wählen soll. Ich persönlich wähle seit über 20 Jahren Grün - vorher bin ich etwas hin und her geschwankt. Nicht weil ich mit deren politischem Programm so einverstanden bin - anfangs machte sie es einem nicht leicht mit den extremen Forderungen die von den "Fundis" kamen und dem internen Streits in der Partei. Heute haben die Grünen eher das Problem, das sie in der letzten Regierung viel von ihren Grundsätzen haben opfern müssen und ihr Kernthema - Umwelt und Klima - ja schon die anderen Parteien aufgegriffen haben. Selbst die CDU hat ja nun eine "Klimakanzlerin".

Auf die Idee nicht wählen zu gehen bin ich allerdings nie gekommen - seit ich 18 bin habe ich an jeder Kommunal, Bürgermeister, Landes und Bundewahl meine stimme abgegeben, vielleicht weil sich ja doch was ändern könnte, vielleicht aber auch nur, damit man sich nachher über die Politiker beschweren kann - denn wer nicht wählt hat ja keinen Grund sich über die Politik aufzuregen.

Das Problem ist, dass im Prinzip sich die Parteien doch angenähert haben, was die Programme angeht. Die Grünen sind nicht mehr nur die Partei die für Klima und saubere Umwelt kämpft und sie haben mit der Ökosteuer die die Pflegeversicherung finanziert sich keinen Bären auf den Rücken gebunden. Die SPD kämpft schon lange nicht mehr für den erhalt den Sozialstaats und die Interessen der Arbeiter und anderer die wenig verdienen. Die CDU ist in Bereiche der SPD und Grünen vorgedrungen, aber vielleicht noch am ehesten ihrem alten Profil verhaftet - In ihren Reihen findet man zumindest noch jede Menge Erzkonservative Politiker.

Bleiben noch FDP und Linke. Sie blieben bei ihrem Nischenprogramm: Die FDP kämpft für Steuersenkungen für Besserverdiener und die Linke stellt unrealistische Forderungen für die Versorgung von Wenigverdienern und sozial schwachen auf. In ein paar Dingen der FDP könnte ich mich sogar wiederfinden, vor allem wenn ich sehe wie unser Steuersystem einen abzockt: Aktuelles Beispiel: Gestern verglichen ich und ein Kollege unseren Gehaltszettel. der Kollege ist neu und hat keinen Bestandsschutz und bekommt so den niedrigeren TVL Tarif dazu kommt, das er niedriger eingruppiert ist, weil er ein paar Jahre weniger beim Staat arbeitet. Brutto liegen unsere Einkommen 480 Euro auseinander - netto sind es nur 150. Das bedeutet, von jedem zusätzlich verdienen Euro bekomme ich noch 30 %, 70 % gehen für Steuern und abgaben drauf. Ist das noch ein gerechtes System? Nur leider gefallen mir diese polemischen Angriffe wie sie Westerwelle vorträgt nicht. Aber insgesamt sind mir Politiker lieber, bei denen man weiß woran man ist. Ich mag Koch und die extremen Forderungen die er hinsichtlich jugendlichen Kriminellen aufstellt nicht, und es sieht nach den Umfragen so aus, als wäre ich da nicht der einzige. Aber wenigstens weiß man wo er steht und kann dann entscheiden ob man diese Haltung unterstützt oder nicht. Schlimmer sind die Politiker, die ihr Fähnchen nach dem Wind hängen und ohne Rückgrat das versprechen, was die Leute hören wollen.

So, nun noch eine Nachlese: Wie gewünscht habe ich einen Paypal Spenden Button angelegt. Sobald ich durch Paypal so viele Spenden bekomme wie normalerweise durch die Layer Werbung in einem Monat, deaktiviere ich diese für einen Monat. Die Layer Werbung ist deswegen nötig, weil sie viel mehr abwirft als die andere Werbung (obwohl es von der mehr gibt). Würde jeder der meine Website kennt, der vorhat etwas bei E-Bay zu kaufen, oder bei Amazon über meine Website das machen (einfach über einen beliebigen Amazon oder E-Bay Link einsteigen, es kann dann ein beliebiges Produkt gewählt werden) so wäre die Layer Werbung nicht nötig - Ich bekomme 5 % vom Umsatz bei Amazon und bei E-Bay pro Benutzer 15 ct pro Weiterleitung und nochmals 10 ct wenn man bietet. Vielleicht denkt der eine oder andere mal darüber nach - es kostet ihn ja nichts, die Produkte werden dadurch nicht teurer. Aber bitte nicht dauernd auf die Werbung klicken, das führt nur dazu, dass ich aus den Programmen rausfliege.

Paypal ist übrigens ziemlich teuer - Die ziehen pro Überweisung 0.45 Euro ab - und dann fällt bei meiner Bank auch noch eine Gebühr an. So werden Banken reich....

Sonntag 27.1.2007: Hat das Elektroauto Zukunft?

Ich habe mich ja schon mal mit dem Elektroauto beschäftigt, sein größtes Manko ist der geringe Energiegehalt der Batterien.  Handelsübliche Lithiumionen Akkus haben nach Wikipedia eine Kapazität von 120 Wh/kg. Nun ist es einem Forscherteam gelungen, durch Nanohärchen die Kapazität um den Faktor 10 zu erhöhen. Im Versuch wurden 4.2 A/g erreicht, das sind bei 3.6 V Nennspannung 15120 Wh/kg. Selbst wenn man "nur" die Dichte auf 1200 Wh/kg anheben würde, also dem zehnfachen Wert heutiger handelsüblicher Zellen, wäre das ein enormer Fortschritt. 1200 Wh sind zwar noch weit von dem Energiegehalt von Benzin entfernt (der liegt bei etwa dem 10 fachen Wert), aber ein Elektromotor ist auch sparsamer und effizienter als ein Benzinmotor, er muss auch nicht den Strom für zahllose elektrische Bordsysteme (die bis zu 25 % des Benzinverbrauchs ausmachen können) umständlich mit einem Generator produzieren. Ist so ein Elektroauto für die breite Masse denkbar?

Nun ja, umgebaute Benziner - wohl für die meisten, die einzige Art von Auto die sie als "echtes Auto" ansehen würden - brauchen etwa 12-20 KWh pro 100 km. Ein 100 kg schwerer Akkublock mit 1.2 KWh Kapazität würde also ausreichen für 600-1000 km Strecke. Der Akkublock ist immer noch schwerer als das Benzin für die Strecke, aber das holt man beim Motor wieder rein, den dieser ist viel leichter als bei einem Benziner. Damit wäre das Auto wohl massentauglich oder?

Nicht ganz.... Irgendwann muss man ja mal aufladen. Das ist kein Problem, wenn man das Auto nur für den Pendelverkehr auf kurzen Strecken benutzt und dann über Nacht auflädt. Doch wie sieht es auf einer längeren Strecke aus? Nehmen wir an, wir tun dies schon nach 200 km, weil wir ja regelmäßig eine Pause machen, und wir haben dafür 1 Stunde Zeit. Nun in dieser Zeit wurden 24-40 KWh verbraucht. Wir brauchen also einen Starkstromanschluss mit 24-40 KW Leistung. Nicht nur das. Jeder der Akkus auflädt, weis wie diese warm werden. Ein Ladegerät hat nach Wikipedia eine Effizienz von 85 %, wandelt also 15 % der Energie in Wärme um. Das sind dann 3.6-6 KWh. Oder mal anders ausgedrückt, das entspricht der Leistung von 2-3 Herdplatten, die eine Stunde lang auf voller Leistung heizen. entsprechend heiß wird der Akku auch. Würde er aus Wasser bestehen, so würde er sich um 8.5-14 °C erhitzen, doch Wasser hat auch eine hohe Wärmekapazität - Diese ist bei Salzen, wie sie hier zum Einsatz kommen, viel geringer, entsprechend stärker heizen sich die Akkus auf.

Es stellt sich insgesamt die Frage ob dies überhaupt praktikabel ist. Man kann ja nicht neben jede Tankstelle ein Kernkraftwerk hinstellen, um die Strommengen zu produzieren. Doch ein anderer Traum könnte Wirklichkeit werden -.die eines Speichers für Solarenergie. Nehmen wir an, nur 20 Millionen unserer 56 Millionen zugelassener Autos, würden durch Elektroautos ersetzt und diese hätten alle einen 100 kg Akku, der im Mittel zu 50 % entladen ist. Dann hat man einen gigantischen potentiellen Energiespeicher. Es handelt sich um die Speicherkapazität von 100 kg * 1200 Wh * 0.5 * 20 Millionen = 1200 GWh. Oder anders ausgedruckt. Ein 1000 MW Kernkraftwerk muss 1200 Stunden laufen um diese Strommenge zu erzeugen. Man könnte diesen Speicher doch nutzen, um Solarstrom zu speichern und abzurufen, wenn man ihn braucht. Das wurde schon vorgeschlagen.

Gute Idee, nur hat sie einen kleinen Nachteil: Die Autos brauchen ja auch Strom. Wenn jeder der 20 Millionen Wagen pro Tag nur 30 km fährt (entsprechend einer durchschnittlichen Jahresleistung von 7300 km) so braucht man, wenn sich die Abnahme gleichmäßig auf 12 Nachtstunden verteilt, 7-12 GW zusätzliche Leistung, also so viel wie heute 6-10 Kernkraftwerke leisten. An die Spitzenbelastung bei Beginn der Sommerferien möchte ich gar nicht denken...

Weiterhin leben Lithiumionenakkus nicht besonders lange. Nach 3 Jahren haben heutige Akkus (egal ob man sie intensiv nutzt oder nicht) durch Korrosion 50 % ihrer Kapazität eingebüßt und dies bei 5000 Euro für einen 100 kg Block - ein teures Vergnügen, auch wenn man sie gut aufarbeiten kann.

Kurzum: Ich denke das Elektroauto wird noch lange ein Nischenprodukt bleiben.

Ansonsten nichts neues - ich schreibe fleißig an meinem ersten Booklet. Das wird - soviel kann ich schon verraten auf Basis des Gemini Artikels entstehen, allerdings ergänzt um weitere Fakten (Titan 2, GATV, ATDA) und vollständig abgeschlossen. Der Gemini Artikel macht nur noch etwas mehr des Texts aus und gefälliger zu lesen wird es auch. Es wird aber noch dauern bis alles fertig ist. Derzeit bin ich noch fleißig am Recherchieren.

Dienstag 29.1.2007: Wahldebakel

So nun sind sie also  vorbei die Wahlen in Hessen und in Niedersachsen. Großer Gewinner ist die Linkspartei. In Niedersachsen erhielten sogar alle Partien dieselben Stimmen wie vor 4 Jahren - Mit Ausnahme der Linken und der CDU. Es scheint fast als die Wähler von rechts nach links gewandert sind.

Noch prekärer ist die Situation in Hessen, wo zuerst mal keiner so regieren kann wie er möchte. Es reicht nicht für Rot-Grün und nicht für Schwarz-Gelb und Gelb weil nicht mit rot zusammen regieren und überhaupt will keiner mit den Linken regieren. Fa wird wieder mal kräftig auf den Prinzipien rumgeritten.

warum eigentlich? Sicher die Linke hat radikale Thesen, aber sie dürfte politisch näher der SPD sein als die CDU von Koch, der ja ganz schlimm Schiffbruch mit seinem fischen am rechten Rand und seinem "Law and Order" Kurs erlitten hat. Niemand zwingt die SPD die Linke in die Regierung zu nehmen, aber vielleicht wählt der einige oder andere der abgeordneten Frau Andrea Ypsilanti wählt und stimmt auch für deren Gesetze, weil sie eher dem entsprechen was die Links will als die CDU und wenn nicht, dann gibt es vielleicht ab und an Unterstützung von der CDU oder FDP. Noch soll es ja Abgeordneten geben die ihrem Gewissen folgen und nicht der Parteidisziplin.

Besonders unverfroren finde ich aber, dass nun Koch einfach weiter regieren will, solange sich keine Mehrheit gegen ihn findet. Das ist doch wirklich der Gipfel: Der gute hat 12 % an Stimmen verloren, stellt gerade etwas mehr als ein Drittel der Abgeordneten und will einfach weiterregieren, als hätte er diese Ohrfeige des Wählers nicht bekommen! Gibt es ein besseres Beispiel dafür, das Politiker an ihren Stühlen kleben?

Es heißt immer so schön: Der Wähler hat gesprochen - er hat sich gegen die CDU und für die SPD und Linke ausgesprochen. Ich kann nicht verstehen, warum nun die gerade so abgewatschte Partei in der Regierungsverantwortung stehen soll, egal in einer großen Koalition oder einer Minderheitsregierung.

Die schlechteste Lösung ist mit Sicherheit eine große Koalition, das sehen wir ja gerade. Ich hoffe Hessen bleibt davon verschont.

Noch was zu den Kommentaren: Ich halte es auch für sinnvoll das die Zuschüsse für den Wahlkampf, aber auch für Parteispenden gestrichen werden. Wie ich kürzlich im Fernsehen erfuhr bekommen die Parteien für jeden gespendeten Euro 38 Cent Zuschuss. Das verführte einen Partievorstand "der Grauen" spenden zu erfinden um dieses Geld abzukassieren. Partien sollten ihren Wahlkampf selbst finanzieren. Wenn sie wirklich dem Volk aus dem Herzen sprechen werden sie auch ohne Spots gewählt - das schafften die Grünen anfang der achtziger Jahre und das hat die Linke nun auch geschafft. Es entfallen dadurch einige komische Spots von Splitterparteien, die ich bei den Bundestagswahlen immer gerne gesehen habe (wie hieß nochmal die Partei mit den herum hüpfenden Yogi Anhängern?) aber ich muss mir auch nicht die nerv tötenden Spots der großen Parteien ansehen. Wenn diese schon werben wollen, dann sollen sie Sendezeit kaufen wie andere Werbeträger auch. Vielleicht werden dann die Spots auch personalisierter und versprechen im Nachmittagsprogramm die Abschaffung der Mehrwertsteuer auf Kosmetika und Bier und abends die Abschaffung der Ökosteuer für Wagen mit mehr als 100 PS und wenn ein Krimi kommt kann ja dann Koch für seine neue n Vorschläge zur Justizreform werben (Mein Vorschlag: 1 Jahr Knast für gebrochene Wahlversprechen, und der Wahlkampf sieht gleich ganz anders aus....).

Freitag 1.2.2007:  Wenig neues....

... gibt es zu schreiben. Ich sitze seit Mittwoch mit einer Erkältung zu Hause. Entsprechend habe ich die letzten 2 Tage vornehmlich auf und im Bett verbracht. Die einzige Abwechslung ist das Fernsehen, das ich sonst um diese Tageszeit nie zu sehen bekomme. Ab und an ist es recht amüsant und ich habe mir fast überlegt ob ich nicht was über die Mittwoch Vormittagsfolge von "Frauentausch" schreiben sollte. das ist sehr unterhaltsam gewesen, fast eine Psychostudie in Klein. Ohne das man das Original gesehen hat, macht es allerdings wenig sinn,

Woran ich weiter gearbeitet habe ist mein erstes Buch - ja das wird es definitiv geben, zumindest eines als Versuchsballon. wie schon erwähnt behandelt es das Gemini Programm. Gegenüber dem Originalaufsatz gab es aber umfangreiche Änderungen. Zum einen wurde er leserlicher und Wiederholungen wurden eliminiert, zum anderen umfangreich ergänzt. So ist der Umfang etwa um 50 % größer als das Original.

Womit ich wirkliche Probleme habe ist aber der Satz. Bei Openoffice sind Rahmen parktisch bei jedem Öffnen verrutscht. Sie verändern selbst die Einstellungen wenn man nichts tut. Daneben gibt es offensichtlich keine einfache Möglichkeit eine Grafik einfach zu skalieren. Word ist da schon besser, doch das habe ich nur im Geschäft zur Verfügung.

Ein DTP Programm (ich probiere gerade PagePlus) hat dann andere Nachteile. Vor allem muss ich dann alle Formatierungen neu machen und alle Tabellen neu erstellen, weil die nicht importiert werden. Fast denke ich wieder dran meinen alten Wordstar für Windows 2,0 auszugraben, der einfache, aber funktionierende DTP Eigenschaften hatte. Das dumme ist nur, das er ein Win 3.1 Programm ist und alle Einstellungen, die man macht beim Programmende vergisst.

Trotzdem bin ich guter Hoffnung bis in einem Monat mein erstes Buch vorstellen zu können. Der umfang wird wahrscheinlich 64-68 Seiten betragen mit 8-12 Farbseiten. Preis dann etwa 7 Euro. Dabei werde ich es dann erst mal belassen. Wenn es erfolgreich ist (dazu reicht bei mir schon, dass es mehr einbringt als es Kosten verursacht), dann werden vielleicht weitere, umfangreichere folgen.

Das erste sehe ich aber mehr als Versuchsballon - ob es ankommt, ob ich überhaupt das Zeugs habe ein Buch zu schreiben (Schließlich sind Beschwerden über die Rechtschreibung die häufigsten über die Website). Daher will ich da auch nicht zu viel Arbeit investieren und daher auch die Wahl einen schon geschriebenen Artikel als Basis zu verwenden.

Samstag 2.2.2007: Spin-offs

Wie die meisten Leute die sich mit dem Raumfahrt beschäftigen ärgere ich mich, wenn diese in Reden oder Beiträgen durch Spin-offs gerechtfertigt wird. Zwei der wohl bekanntesten Beispiele sind die Teflonpfanne und die Mikroelektronik.

Teflon als Material war schon lange vor dem Beginn der Raumfahrt bekannt. Es wurde 1938 entdeckt und 1941 patentiert. Bis man es in der Raumfahrt einsetzte, war es schon im breiten Einsatz, vornehmlich als Überzug für Apperaturen und Röhren die aggressive Säuren wie Flusssäuren verarbeiteten, die Glas und viele Metalle angreift. Es gab auch die Anwendung als Schmiermittel, doch in geringem Maße, denn es ist sehr weich und kratzempfindlich. Sofern man die Wahl hat, schmiert man besser auf der Erde mit einem flüssigen Schmiermittel. Im Weltraum geht dies  nicht und man belegte Lager mit Polytetrafluorethylen - so der chemische Name von Teflon. Ich denke irgend jemand wurde wohl mal gefragt, was das für ein Stoff ist, und der hat dann wohl die beschichteten Pfannen (die es schon Mitte der fünfziger Jahre im Handel gab) erwähnt, als eine Anwendung des Materials die auch der Endverbraucher kennt.

Teflon wird in der Raumfahrt und auf der Erde auch anders eingesetzt, so bestehen isolierende Schichten von Raumfahrzeugen und Raumanzügen aus dem Material und auf der Erde sind auf Textilien dünne Schichten dafür verantwortlich, dass sie wasserabweisend sind.

Das gleich kann man von dem Apollo Computer sagen, der ja nach einigen Behauptungen der Vorläufer der Mikroelektronik war. Natürlich waren in den sechziger Jahren Computer auf der Erde meistens groß. Aber nicht alle. Die Firma DEC begann mit kleinen Modellen - der PDP Serie. Diese waren eben auch in der Leistung beschränkt. Sie zielten damit auf einen Markt der von IBM und Co nicht abgedeckt wurde. Der Apollo Computer war weder technisch besonders auf Kleinheit getrimmt, z.B. indem er die neusten Technologen einsetzte, noch war er der erste - schon vorher gab es den Gemini Computer, und dieser basierte wiederum auf dem Polaris Rechner. Die erste Forderung nach einem kleinen Rechner kam von der Steuerung dieser Raketen. Dabei waren die Anforderungen weitaus größer als bei der bemannten Raumfahrt wo die Raumschiffe Tonnen wogen.

Mit der heutigen Mikroelektronik haben beide nichts gemeinsam, den sowohl die integrierten Schaltunge,n wie auch Mikroprozessor kamen in beiden nicht zum Einsatz, beides wurde erst Jahre nach dem Polar bzw. Apollo Rechner erfunden. (Die Raumfahrt ist zwar insgesamt sehr innovativ, aber nicht immer und nicht immer in allen Bereichen. Gerade in der bemannten Raumfahrt gilt oft das Gegenteil: Man greift lieber auf bewährtes und erprobtes zurück. Man möge sich einmal informieren welches der schnellste weltraumqualifizierte Prozessor ist und wie schnell er im Vergleich zu einem Athlon 64 oder einem Intel Quadcore ist...)

Ich halte es für generell falsch Grundlagenforschung, und dazu gehört die Raumfahrt - über irgendwelche praktische Anwendungen zu rechtfertigen. Es gibt immer wieder Glücksfälle, in denen man sehr schnell eine praktische Anwendung findet - ein Beispiel bekam dieses Jahr den Nobelpreis für Physik, wo ein Magnetischer Effekt zur Leistungssteigerung bei Festplatten beitrug. Doch das ist nicht der Sinn der Grundlagenforschung. Weiterhin gibt es Gebiete, in die man seit Jahrzehnten Milliarden hineingesteckt hat und die keinerlei parktische Anwendung hervorbrachten. Als Paradebeispiel mag hier die Teilchenforschung genannt sein. Die Grundlagenforschung ist der Boden der Forschung, beschreitet Neuland und zeigt Wege, auf denen dann die Anwendungsforschung aufbaut. Wer nur die letztere betreibt, ist in der Forschung, was China in der Wirtschaft ist: Ein Profiteur und Nachahmer, der immer auf andere angewiesen ist, auf deren Ergebnissen er aufbauen kann. Und ähnlich wie China nur mit Nachahmungen auf Dauer keinen Erfolg hat, kann man es sich auch nicht leisten die Grundlagenforschung zu vernachlässigen.

Zur Grundlagenforschung gehört die Raumfahrt, die natürlich auch andere Aspekte hat. Sie erweitert unser Weltbild und manchmal lernen wir mehr über unseren Planeten wenn wir andere Planeten erforschen. Man kann vielleicht über die Ausgaben und vor allem deren Verteilung zwischen den Projekten debattieren, aber sicher nicht über die Notwendigkeit selbst.

Spin-offs gibt es natürlich, so entstanden CCD Chips die Röntgenstrahlen detektieren können, aus Chips die man für Röntgenstrahlensatelliten entwickelte. Sehr viel öfter hat aber die Raumfahrt nur Entwicklungen, die es gab aufgegriffen und weitergeführt oder die Forschung dort finanziert. Die meisten Beispiele kommen dabei vor allem aus dem militärischen Bereich der Raumfahrt. CCD's waren kaum erfunden, als militärische Satelliten sie einsetzten, nach immer mehr Pixelelementen fragten und als schließlich das Licht während der Belichtungszeit nicht mehr ausreichte, die TDI Technik erfand (mehrere CCD Zeilen werden synchron zur Bewegung ausgelesen, Ein Detail des Bodens, wird zuerst von einem Pixel in Zeile 1, dann Zeile 2 und so weiter bis zur letzten Zeile detektiert, danach werden die Pixel jeder Zeile aufsummiert und ergeben einen Pixelwert der ein viel geringeres Rauschen aufweist. Man wendet dies bei militärischen Satelliten an, bei denen bei einer Bewegung von 7000 m/s für eine Auflösung von 0.7 m nur 1/10000 Sekunde Belichtungszeit zur Verfügung steht - zu wenig für ein rauschfreies Bild).

Natürlich gibt es auch andere Gründe für die Raumfahrt - die menschliche Neugier. Man will wissen wie es woanders aussieht, verstehen wie Dinge und die Natur funktioniert. Es gibt durchaus praktische Anwendungen, nicht nur für jeden persönlich wie Satellitenfernsehen, sondern auch für eine Volkswirtschaft wie bei der Wettervorhersage. Bei bestimmten Teilaspekten geht es auch um das Bestreben unabhängig zu sein oder nationales Renomee. Das ist keine Schande, nur sollte man Columbus nicht mit der Teflonpfanne und dem CD-Spieler rechtfertigen. Dies nur als Tipp für Frau Merkel die sicher nach dem Start von Columbus wieder eine Rede über das Raumlabor halten wird.

Sonntag 3.2.2007: Jede Entwicklung durchläuft 3 Phasen

Das ist, wenn ich mich so umschaue mein Resümee bei technischen Entwicklungen. Ich will es mal an zwei Beispielen zeigen: Dem Luftverkehr und dem PC

Phase 1: Erfindung und Produkt für wenige - nicht Massenmarkttauglich.

Das Flugzeug wurde 1903 erfunden (oder besser gesagt, das erste das flog). Der Mikrocomputer 1968 oder 1971 (je nachdem ob man das Entwicklungsmuster bei TI nimmt, das diese nie produzierten oder den Intel 4004). Beide hatten eines gemeinsam: die grundlegende Technik existierte damals schon, vielleicht noch nicht in allen Details, aber die Basis. Sie war aber noch meilenweit von einem Massenprodukt weg. Beim Flugzeug war es so, dass es zuerst nur eine Person befördern konnte, eine geringe Reichweite hatte und sehr unzuverlässig war. Bei den ersten Computern auf Basis der 4 Bit Prozessoren reichte die Rechenleistung nicht aus für einen PC. Es gab Boards mit HEX Anzeigen in denen man die Programmierung lernen konnte, oder man steuerte damit Ampeln. Das galt auch noch für die ersten PC's auf Basis von 8 Bit Rechnern.

In dieser Phase ist die Erfindung etwas für Leute die experimentierfreudig sind, neugierig, aber noch ohne großen praktischen nutzen. Bei einem Konsumprodukt würde man nun von den "Early Adaptors" sprechen.

Phase 2: Der Nutzeffekt tritt ein

Durch evolutionäre oder revolutionäre Entwicklung wird das Produkt leistungsfähiger und irgendwann bringt es einem größeren Personenkreis einen praktischen Nutzen. Es erreicht die Schwelle, für die es für bestimmte Personen lohnend ist, es zu kaufen oder zu benutzen - nicht wegen des Produktes, sondern wegen eines praktischen, finanziellen Nutzens. Beim Flugzeug war diese Schwelle erreicht als es die ersten Passagierflugzeuge gab- noch mit Propellerantrieb und geringem Komfort wie die DC-3 oder Junkers Ju-52. Das war in den späten 20 er Jahren der Fall. Für Geschäftsleute oder andere die schnell reisen mussten war die Zeitersparnis Geld wert (Adolf Hitler war bekannt dafür mehrere Wahlkampftermine pro Tag zu haben, die nur möglich waren weil er per Flugzeug von einem zum nächsten reiste).

Beim PC waren dies wohl die ersten Komplettgeräte, die man einfach so nutzen konnte, ohne sich mit BASIC oder Computerdetails auseinandersetzen zu müssen. Dazu gehört auch die erste Standardsoftware, die entwickelt wurde wie Visicalc, Wordstar oder DBase. Ende der siebziger Jahre war diese Schelle erreicht und dazu zähle ich Geräte wie den Apple II, den IBM PC oder den Osborne. Diese PC's konnten einem Betrieb oder Büro eine deutliche Arbeitsentlastung bringen. Für den Privatverbraucher gab es aber immer noch nicht den Nutzen der es rechtfertigen würde, sie zu benutzen.(Obwohl dies natürlich viele taten, ich gehörte auch zu Ihnen).

Phase 3: Massentauglich und weite Verbreitung

In der weiteren Entwicklung wird das Produkt besser und billiger. Irgendwann tritt dann ein, dass es eine Schwelle unterschreitet, ab der es von vielen als zu teuer angesehen wird, und mehr und mehr Leute benutzen es. Dies verläuft dann zuerst rapide, die Verbreitung nimmt sehr schnell zu und erreicht dann ein Plateauniveau. In diesem verändert sich dann das Produkt noch dauernd. Die Verbreitung bleibt aber gleich und es verändert sich nicht mehr so massiv wie vorher. Wenn eine neue Innovation kommt die in Konkurrenz dazu steht, kann es sein, dass es dann sogar in eine Abschwungphase kommt in dem es immer weniger nachgefragt wird.

Beim Flugzeug war der Durchbruch zur Massentauglichkeit sicher die Erfindung des Düsentriebwerks. Die ersten Düsenmaschinen anfang der fünfziger Jahre senkten zum einen die Reisedauern auf die Hälfte, zum anderen konnte man pro Flugzeug viel mehr Passagiere transportieren. Beides zusammen verbilligte den Ticketpreis enorm, weil man nun pro Jahr mit einer Maschine 4-5 mal mehr Passagiere transportieren konnte, als mit einer Propellermaschine. Seitdem hat der Luftverkehr zwar weltweit zugenommen, aber es gibt nicht so riesige Entwicklungen mehr. Wer sich einen Boeing Dreamliner anschaut und ihn mit der über 50 Jahre alten 707 vergleicht, sieht recht wenige grundlegende Unterschiede in den technischen Daten und dem Aussehen. Die Unterschiede liegen im Detail, in sparsameren Treibwerken oder leichteren Werkstoffen. Das ist das typische für eine evolutionäre Entwicklung.

Beim PC war der Durchbruch für den Massenmarkt die grafische Benutzeroberfläche und die Prozessoren die leistungsfähig genug waren, sie darzustellen. Windows 3.1 war auch für meinen Bruder - der nach 15 Jahren immer noch Computerlaie ist - der Grund sich doch einen Computer anzuschaffen. Dadurch wurde die Bedienung so einfach, dass er massentauglich wurde. Die Rechenleistung reichte nun auch für Spiele - eine weitere Sache die ihn attraktiv machte, Auch wenn es mancher nicht gerne hört (besonders bei Microsoft und Co) - so viel hat sich seitdem nicht geändert. Es ist bunter geworden und noch etwas bedienungsfreundlicher (zumindest oftmals). Doch die Benutzung hat sich nicht geändert. Ich habe dies erst selbst wieder gemerkt, als ich gestern anfing mein Buch mal testweise in meine 15 Jahre alte Windows 3.1 Textverarbeitung zu importieren, weil diese mit Rahmen die an einer bestimmten Position sein, sollen besser zurecht kommt als Openoffice.

Der Abschwung - den man auch als Phase 4 ansehen könnte gibt es sowohl beim PC wie auch beim Flugzeug noch nicht. Beim Flugzeug könnten die ansteigenden Energiepreise dazu führen, denn selbst die sparsamsten davon verbrauchen pro Passagier etwa so viel Treibstoff, wie man auch mit dem Auto verbraucht, etwa 5 l /100 km und dann kann eine Amerikareise bald sehr teuer werden. Beim PC ist noch nicht das Ende der Marktdurchdringung erreicht, noch gibt es Milliarden Menschen die keinen PC haben, und die vielleicht ganz andere Ansprüche haben als der Mitteleuropäer oder Amerikaner, für den heute das Gerät ausgelegt ist. Ob der PC jemals von vielen kleinen Geräten mit eigener Intelligenz abgelöst werden wird? Ich bin skeptisch. Man wird sehen.

Diese Abschwungphase sieht man in anderen Gebieten. nimmt man z.B. die Art wie man Musik hört. Die Schallplatte wurde von der besseren CD abgelöst, das war noch mehr eine Weiterentwicklung des Konzepts, aber es veränderte die Gewohnheiten nicht (ähnlich wie ein Düsentriebwerk anders arbeitet als ein Kolbenmotor - aber die Art wie man mit dem Flugzeug reist ändert sich dadurch nicht). Die Erfindung von MP3 und das Vertreiben von Musik übers Internet haben aber die Hörgewohnheiten revolutioniert - Musik wird heute nicht mehr per CD gehört sondern vom mobilen MP3 Spieler und die CD Verkäufe gehen weltweit zurück.

Natürlich ist diese Linie nur im groben Überblick so linear. Es gibt immer wieder Seitenzweige, die mal hoffnungsvoll begannen und dann wieder endeten. So war im Flugzeugbau die Concorde eine Sackgasse. Im PC Bereich gab es zahllose innovative Konzepte die nicht vom Massenmarkt angenommen wurden. Selbst Prozessorhersteller setzen auf das falsche Pferd wie Intel 860 und Pentium Pro zeigten.

Ich habe lange überlegt wie das Internet hier herein passt. Man könnte es wohl am besten als eigene Entwicklung ansehen, die selbst nach diesem Zyklus verläuft und Gebrauch macht von schon vorhergehenden Entwicklungen wie dem PC oder Datennetzen.


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