Home Site Map Sonstige Aufsätze Weblog und Gequassel counter

Web Log Teil 533: 22.8.2019 - 8.9.2018

22.8.2019: Der Brief der Woche an die ct‘

In dem Radiosender, den ich höre, gibt es samstags immer den „Brief der Woche“ in dem die Autoren satirisch einen Tatbestand auf die Schippe nehmen. Das Spektrum ist weit vom Dieselskandal zum Trainerwechsel bei Bayern München oder zu einem Kommentar des Chefs von Kärcher, der sich gegen den Ausdruck „Kärchern“ im Zusammenhang mit dem Abschieben von Asylanten durch einen französischen Politiker wehrte.

Ich habe mir gesagt, so was kann ich auch, und so folgt heute der erste Brief der Woche an die ct‘:

Liebe Redakteure, ich schreibe ihnen einen Brief, damit sie sich freuen. Ich lese die ct‘ sporadisch seit 1983, Mitte der neunziger Jahre kaufte ich dann fast jede Aufgabe, sodass ich Abonnement wurde – bis heute. Ich möchte euch danken, denn durch euch weiß ich endlich, das ich ein alter Sack bin. Ich habe mir schon so was gedacht, weil in den letzten Jahren immer mehr Rubriken und Tests in der ct‘ kamen mit denen ich nichts anfangen konnte und die ich auch nicht in einem Computermagazin erwartet hätte. Das fing mit Smartphones an. Ich habe die Geräte nie verstanden. Warum soll ich ein Gerät mit einem kleinen 6 Zoll Display ohne richtige Tastatur als Computer nutzen? Ich meinte wenn man hunderte von Euros ausgibt, dann hätte man logische und rationale Gründe dafür. Genauso wie mein Verzicht auf Handys. Ich arbeite meist zu Hause und wenn ich das verlasse, z. B. zum Einkaufen oder Sport machen will ich eigentlich nicht antelefoniert werden. Wenn ich mal auswärts bei einem Kunden bin, bzw. bei vielen anderen Orten sind eingeschaltete Handys heute auch verboten. Die dauernde Erreichbarkeit gibt es also nicht und ich empfand diese auch nicht als Segen sondern als Fluch. Meiner Ansicht nach sind Handys was für wirklich wichtige Leute die keinen Anruf verpassen dürfen. Da sich 90 % aller Menschen für sehr wichtig halten wundert mich aber die Verbreitung nicht.

Dann kam vor einigen Jahren Smart-Home auf. Mir leuchte schon das Prinzip nicht ein. Warum soll ich woanders oder mit einem Smartphone etwas steuern, was ich viel schneller direkt mit einem Drehschalter regeln kann? An mir ging das Thema schon deshalb vorbei, weil ich bei einem Haus die Regelungstechnik in Jahrzehnten mal ausgewechselt wird, Apps für das Smartphone aber innerhalb weniger Jahre veraltet sind und was macht man dann? Das gleiche galt für die Roboter für den Haushalt. Staubsaugende Roboter machen nicht richtig sauber und würden bei mir wohl bald das Treppenhaus herunterstürzen oder ich bräuchte zwei – einen fürs Erdgeschoss und einen fürs Obergeschoss. Bei meinem Garten mit vielen Sträuchern und Bäumen wären rasenmähende Roboter wohl auch bald mit ihrem Latein am Ende.

Aber zurück zur ct‘ Es gibt ja noch die klassischen Tests von PC, Druckern, NAS. Ihr habt mich da inzwischen zu einem schnellen Blick auf die Tabelle am Schluss erzogen. Denn wenn ihr mal testet, dann gerne hochpreisiges. Diese Woche den Ryzen Threadripper 2990X. Er hat 32 Kerne und SMT, also 64 logische Kerne. Da er aber dreimal teurer als mein ganzer PC ist, ist er für mich nicht so interessant. Liegt wohl an mir, denn ihr testet gerne High-End Grafikkarten, Workstations oder Abteilungs-Multifunktionsgeräte. Der letzte Test von MP3-Playern liegt Jahre zurück, klar, das kann auch ein Smartphone und die hat ja jeder. Als ich mir im Juni ein NAS kaufen wollte, war der letzte Test der Gruppe, die mich interessierte drei Jahre alt und keines der Geräte mehr am Markt. Ich habe mich dann für den Amazon Verkaufsschlager von QNAP entschieden. Liegt wohl an mir, ihr würdet ja bestimmt nicht Dinge testen die nur 1 % der Bevölkerung kaufen, nur damit ihr mal euer Lieblingsspiel in 8K Auflösung mit 100 fps spielen könnt.

Irgendwie komme ich nicht mehr mit, ich werde wohl zu alt. In den letzten Jahren gab es zunehmend Hardwarebasteleien. Nur den tieferen Sinn habe ich bei den meisten nicht gefunden. Welchen Sinn hat ein Raspberry Pi der auf einem VGA Panel Wattenmeerstationen anzeigt, die man auch durchs Raussehen aus dem Fenster sieht und der mit einem schallundurchlässigen Spiegel belegt ist, sodass man gleichzeitig sich kämen und das Wetter beobachten kann? Wofür brauche ich eine Türklingel die sich ins Wlan einhängt? Ich bin wohl zu alt den Sinn zu erkennen und auch zu dumm. Denn wann immer es in einem Vergleichstest über Prozessoren um die Singlethread-Performance geht beklagt ihr, dass die seit Jahren gleich ist und es so für „Office-PC“ sich nicht lohnt einen teureren Prozessor als einen Pentium 4560 zu kaufen. Schuld dran sind die Programmierer die es nicht fertigbringen gängige Programme wie Browser multithreadingfähig zu programmieren. Ihr steht wohl über denen denn tiefer gehende Artikel die Algorithmen behandeln mit Programmlistings, wie sie früher in der ct‘ üblich waren finde ich nicht mehr. Wahrscheinlich könnt ihr euch nicht auf das Niveau der Allgemeinheit herunterlassen.

Ich bin ja nun mal Programmierer und wahrscheinlich genauso doof wie die anderen Programmierer der Programme für Office PC. Ich habe noch keinen Weg gefunden bei den meisten Aufgaben, die von den Eingaben des Benutzers abhängen, diese zu parallelisieren. Vielleicht geht ihr mal zu den Softwarefirmen und bringt denen bei wie man eine Textverarbeitung oder einen Browser parallelisiert.

Aber seit der letzten Ausgabe weis ich endgültig, das ich zu den alten Eisen gehöre. Da ist ein Bericht über E-Bikes drinnen. Eigentlich zwei. Einen über Grundlagen und einen über Motoren. Ich dachte mir schon „Was hat das in einer Computerzeitschrift zu suchen?“, aber die Motoren haben natürlich App-Anbindung. Das ist ja auch extrem wichtig.

Ich bin Besitzer eines Citybikes und ich schwöre drauf. Für ein Fahrrad als Verkehrsmittel gibt es nichts besseres. Man kann damit auch einkaufen und anders als alle anderen Fahrradtypen haben diese sogar noch den Luxus eines Schutzblechs um die Kette. Ich hielt Schutzbleche und Kettenschutz immer für eine Grundausstattung des Fahrrads. Sie wiegen als Bleche oder Kunststoffteile fast nichts und bewahren die Kleidung vor dem Versauen. Citybikes sind aber heute die einzige Klasse die noch einen Vollschutz mitbringt.

Das ist für Leute die ihr Fahrrad ganzjährig benutzen und nicht nur im Sommer wenn es nicht regnet, wichtig, sonst saut man sich ein. Ich meinte ja immer, das ist wie mit dem Büro-PC und Gamer-PC. Der eine wird täglich genutzt und ist ein Arbeitspferd. Der andere nur stundenweise nach Feierabend fürs Vergnügen. Entsprechend gibt es Fahrräder um von A nach B zu gelangen und dabei noch einzukaufen (setzt einen Gepäckträger voraus) und andere die sind primär Hobby oder Sportgerät. Doch was lese ich da „vor allem rüstige und solvente Senioren haben mit den Citybikes den Boom losgetreten“ und „Citybikes, die Art von Fahrrad die vor allem von älteren Fahrern gekauft wird“. Okay, das bezieht sich auf E-Bikes, aber da es gibt ja auch die gleichen Typen wie bei normalen Fahrräder. Also wer ein Citybike kauft ist ein Rentner. Und ihr habt ja so recht, vor allem wenn ihr feststellt, das es sich nicht lohnt den Strom beim Bremsen nicht zurückzugewinnen. Es ist ja so wenig, Besser ist es vorausschauend zu fahren und rechtzeitig vor der nächsten Ampel das Tempo zu drosseln. Natürlich ist überall auf der Welt das Land so schön flach wie in Hannover wo die ct entsteht. Ich werde mal dran denken wenn ich wieder ins Neckartal fahre (170 m Höhenunterschied auf 1,6 km Fahrstrecke) und die Bremse nicht mehr einsetzen. Ihr müsste mir nur noch sagen wie ich da das Tempo vorausschauend vor der Ampel auf halber Strecke reduzieren kann, ohne die Bremse zu benutzen. Dafür habe ich in eurem Beitrag gelernt, das es wichtig ist den aktuellen Motor zu haben und nicht einen vom letzten Jahr. Danke. Früher musste man drauf achten eine aktuelle CPU zu haben, seit die kaum noch schneller werden, muss man jetzt auf Elektromotoren achten - wer hätte gedacht das man die nach 150 Jahren noch jährlich verbessern kann? Wahrscheinlich wird das E-Bike das was der PC vor 20 Jahren war. Durch die technische Entwicklung braucht man alle drei Jahre ein neues. Auch wegen der Akkus – siehe unten.

Aber ich habe ja kein e-bike, sondern nur ein normales Bike. Ich komme noch ohne aus. Ins Neckartal muss ich nur einige Male im Jahr und die 30 bis 60 m Höhenunterschied auf den auch nicht gerade flachen Fildern bei den täglichen Fahrten schaffe ich auch so noch. Was mich davon abhielt waren die Folgekosten. Akkus, das weiß ich aus der täglichen Erfahrung, kann man maximal 100-mal aufladen und sie verlieren dabei kräftig an Kapazität. Ich fahre im Jahr rund 3.000 km. Die preiswerten Räder, die ich mir leisten kann haben, unter 400 Wh Vollkapazität. Die 100 km Strecke, die die Hersteller angeben, interpretiere ich mal so wie die Laufzeit bei Notebooks – bestenfalls die Hälfte, wenn man den Antrieb wirklich aus Unterstützung nutzt. Zumindest wären es bei 250 W Motor nur 1,6 h Vollbetrieb was bei 25 km/h nur 40 km entspricht. Nehmen wir mal 30 km pro Ladung als Durchschnitt über die ganze Akkulebensdauer an (Abnahme auf 0 km in 100 Ladungen vorausgesetzt) dann bräuchte ich pro Jahr einen neuen Akku – die günstigen kosten 300 bis 400 Euro pro Stück, man kann aber auch 700 dafür ausgeben. Ein Kollege hat ein solches E-Bike. Der Service kostet pro Jahr weitere 200 Euro, bei meinem Fahrrad fallen alle 2 Jahre 100 Euro für Reparaturen an. Kurz, der Spaß kostet mich mindestens 450 Euro mehr pro Jahr zusätzlich zum Anschaffungspreis. Das ist in eineinhalb Jahren ein neues Cityfahrrad ohne Antrieb. Doch davon steht nichts in eurem Beitrag. Offensichtlich irre ich mich und man hat nun Akkus entwickelt, die keine Kapazität beim mehrfachen Laden mehr verlieren und die man unendlich oft aufladen kann. Es könnte natürlich sein, das der Autor zu den Leuten gehört die nur bei schönem Wetter in der Freizeit Fahrradfahren und sich dafür gerne ein sündhaft teures Rad kaufen. Der braucht Jahre um auf die 3000 km Jahresleistung von mir zu kommen, denn acht Monate im Jahr ist das Wetter zu schlecht und an 5 von 7 Tagen in der Woche arbeitet er ja. Aber so jemanden würdet ihr in der ct‘ sicher keinen Testbericht über Fahrräder machen lassen. Vielleicht ist die ct‘ aber inzwischen eine Zeitschrift für Leute mit zu viel Geld oder Leute die viel Geld für relativ nutzlose technische Spielereien ausgeben und ich bin nicht mehr eure Zielgruppe.

Ich hätte es so machen müssen wie euer Kollege Andreas Stiller. Seine Beiträge mit technischem Tiefgang und Fakten habe ich immer zuerst gelesen. Er ist vor wenigen Monaten in die Rente gegangen. Doch ganz trennen will ich mich von der ct nicht. Im Restaurant gibt es immer Rentner-Portionen, die sind etwas kleiner als die normalen. Wie wäre es mit einer Rentner-ct‘, für Leute die sich nur für Computer interessieren, nicht Smartphones, gekurvte TV, Wlan-Steckdosen mit Bluetooth oder Fahrradcomputer mit Appanbindung?

24.8.2018: Der Brief der Woche an Paul Allen und Stratolaunch

Lieber Paul Allen,

Ich schreibe ihnen einen Brief, damit sie sich freuen. Ihre Firma Stratolaunch hat gerade die jüngsten Pläne für ihre Raketenflotte vorgestellt. Die waren bisher ja wechselhaft und viel Informationen habt ihr auch nicht raus gerückt. Die erste Version wolltet ihr zusammen mit SpaceX entwickeln. Die Rakete sah aus wie eine gekürzte Block I Falcon 9, mit nur fünf anstatt neun Triebwerken in der ersten Stufe. Doch als das Geschäft bei SpaceX lief, lösten sie sich vom Deal, weil sie keine zwei Produktionslinien aufrechterhalten wollten. Nun ja, wir kennen ja inzwischen Elon Musk und wissen das er alles selbst machen will und Zusammenarbeit mit anderen Firmen sieht dieses Konzept nicht vor.

Dann kündigtet Stratolaunch an, das ATK in die Bresche springen würde. Das verwunderte noch mehr, hatte doch ATK keine Rakete im Portfolio die zu dem Trägerflugzeug passte. Dabei blieb es auch lange Zeit, nur einmal gab es noch eine Meldung das ihr RL10 Triebwerke, wohl für die Oberstufe gekauft habt.

Inzwischen ist das Trägerflugzeug fertig und absolviert seine ersten Testflüge und ihr stellt nun die endgültige Flotte vor. Gebaut werden die Raketen wie bisher von ATK. Nach einer Übergangsphase in der die Pegasus XL zum Einsatz kommt, folgt eine flotte aus drei Vehikeln. Das erste soll 2022 zur Verfügung stehen und 3.400 kg in den LEO bringen, das zweite mit drei anstatt einer Stufe als erster Stufe 6.000 kg. Dann schließlich ein Mini-Shuttle, das sich in der frühen Entwicklungsphase befindet.

Understatement ist nicht die Sache eures neuen Spezialisten, gut er kommt ja auch von SpaceX, da kann man das nicht erwarten:

“Whatever the payload, whatever the orbit, getting your satellite into space will soon be as easy as booking an airline flight.”

Unverständlicherweise sind die Reaktionen eher negativ. Die Pegasus XL wäre eine schlechte Wahl. Die hätte schon als sie noch von der NASA genutzt wurde zu wenige Nutzlasten bekommen. Die NASA hat in den letzten Jahren keine Flüge mehr gebucht, weil sie angeblich zu teuer wäre.

Vor allem sollt ihr Jahre an Zeit verloren zu haben. Denn während eurer Trägerflugzeug (größer als ein A380) nun fertig ist, müssen die Raketen erst noch entwickelt werden. 2011 wurde die Firma gegründet und in den letzten sieben Jahren hat sich in der Beziehung nichts getan.

Vor allem fragen sich die Kommentatoren, wofür ihr die Raketen eigentlich braucht denn die Nutzlast von 3.400 bis 6.000 kg in den LEO ist zu groß für die boomende Cubesat Industrie. Aber für die kommerziell wichtigen Kommunikationssatelliten ist es zu wenig. Übrig bleiben einige schwere Erdbeobachtungssatelliten. Doch ob sich dafür eine eigene Rakete und das riesige Trägerflugzeug lohnen?

Ich sage: Die Leute haben keine Ahnung sie sind verhaftet in dem herkömmlichen Denken. Es gibt einen Markt, dem bedient man. Es gibt Konkurrenz, man muss besser sein als sie. Aber Sie Paul Allen denken anders und haben dies zusammen mit Bill Gates ja auch schon beweisen. Sie entwickelten Microsoft-BASIC und es gab keinen Markt dafür. Sie haben den Markt erst geschaffen. Genauso, so bin ich mir sicher werden sie den Markt für die Nutzlasten ihres Flugzeugs erst schaffen. Die Leute haben die Skepsis ob ihr angesichts der vielen neuen Firmen und den beiden großen Blue Origin und SpaceX bestehen könnt. Aber auch hier weist Du wie es geht. Wenn es Konkurrenz gibt und die ein besseres Produkt habt, dann verschenkt ihr einfach Starts oder bietet sie unübertrefflich billig an. So habt ihr auch Netscape in den Konkurs getrieben. Klar das kostet ein bisschen Geld, aber Sie, Paul Allen können sich das als Multimilliardär leisten. Und wenn die Konkurrenz erst mal pleite ist, kann man sie günstig aufkaufen, in die eigene Flotte integrieren und dann natürlich die Preise kräftig erhöhen. Windows war auch mal billig solange niemand es kaufen wollte.

Das Sie die alten Muster schon verinnerlicht haben zeigt sich an der Raketenwahl. Die Pegasus XL als Träger – die gab es schon. So richtig reich wurden Sie mit DOS, auch ein Produkt das ihr zugekauft habt und das von jemanden anderem stammte. Ihr habt es nur verbessert und das schafft Stratolaunch sicher auch mit der Pegasus.

Nur in einem müssen sie sich geschlagen geben. In der Microsoft-Hochdisziplin, etwas ankündigen das nie oder nur verspätet erscheint, mit Features die es nie in das Produkt schaffen (Windows 7 mit sicherem Kernel etc.) wurde deine Firma längst von SpaceX und Elon Musk überholt.

Ich habe aber keinen Zweifel, das Stratolaunch die Zukunft gehört und wenn es doch nicht so klappt, hol doch Bill Gates als Marketing Manager hinzu, der dürfte nach seinem Ausstieg bei Microsoft sicher genug Zeit haben.

 

26.8.2018: Meine „Mini Vega“

Die ESA entwickelt ja gerade die Vega C. Sie soll eine 50 % höhere Nutzlast als die Vega haben, da der P120C Booster zum Einsatz kommt. Das ist sicherlich ökonomisch sinnvoll wegen der Synergie mit der Ariane 6. Es geht aber am Markt vorbei. Boomend sind derzeit die Satelliten der Cubesat bis Microsatgröße, also eine Obergrenze von 100 bis 200 kg, wie z. B. der 2017 von der Uni Stuttgart gestartete „Flying Laptop“, ein nur 120 kg schwerer 10 Millionen Euro teurer Technologiesatellit, gebaut und entwickelt von Studenten.

Für die ist schon die derzeitige Vega zu groß. Ihre Nutzlast liegt schon heute an der oberen Grenze der „kleinen“ Träger. Höher als bei den direkten Konkurrenten Rockot und PSLV. Sie ist noch dazu nicht geeignet viele kleine Satelliten zu transportieren. Dafür gibt es bisher nur die VESPA (wusstet ihr, das 65 % der Vega in Italien gebaut werden?) eine Doppelstartstruktur wie die Sylda. Allerdings ist aufgrund des langen Satellitenadapters die Höhe begrenzt, was den Nutzen doch stark einschränkt. Zudem kostet sie bei der derzeitigen Vega 250 kg Nutzlast, also ein Sechtsel der Nutzlast im Referenzorbit.

Für Cubesats wäre zumindest eine einfache Lösung am konisch zulaufenden Adapter mehrere Ringe zu befestigen. Die ESA hat sich eine flexiblere Lösung entscheiden, einen Adapter SSMS der sowohl Cubesats, wie auch Nano- und Mikrosatelliten in bis zu drei Ebenen transportieren kann plus einer Hauptnutzlast, die allerdings an der Spitze dann nicht so groß sein kann wie eine normale Vega Nutzlast.

Doch richtig geeignet ist sie nicht dafür, auch wenn nun der Trend dazu geht das Firmen viele Nutzlasten bündeln und ganze Flüge buchen. Spaceflight hat schon zwei Falcon 9 und zwei Vega Starts gebucht.

Die Electron wird bald die ersten kommerziellen Starts durchführen, LauncherOne steht auch in den Startlöchern. Etwa ein Dutzend andere Firmen planen kleine Träger. Meiner Ansicht nach wäre es das beste wenn die ESA wenn sie einen Bedarf an einem Träger unterhalb der Vega sieht sich bei einer solchen Firma, es gibt ja auch europäische Unternehmen beteiligt am besten indirekt z.B. indem man zusagt Flüge zu buchen. Die könnte dann auch da es um sonnensynchrone Bahnen geht von Europa aus starten. Auf eine Insel vor Schottland wird ja schon ein Weltraumbahnhof gebaut. Da man von Nordirland, Schottland und Norwegen aus nur noch Meer überquert wenn man nordwärts startet, wäre dort ein Weltraumbahnhof denkbar der dann auch schneller erreichbar ist. (England bleibt ja in der ESA, auch wenn es die EU verlässt). Schottland war übrigens schon mal für die Starts der Black Arrow in Gespräch.

Die folgende Überlegung ist daher nur als technische Möglichkeit zu sehen, nicht als meine persönliche Meinung für einen wünschenswerten Träger.

Es gab schon mal den Vorschlag einer Mini-Vega. Das ist eine Vega ohne erste Stufe. Ihre Nutzlast sollte 350 kg betragen. Allerdings gelang es mir nicht diese mit überhaupt einer nennenswerten Nutzlast zu simulieren. Der Grund: Neben der Nutzlast gelangt auch das AVUM die letzte Stufe mit Elektronik und etwas Treibstoff in die Umlaufbahn. Das wiegt aber leer 494 kg. Bei einer Vega beträgt so die Gesamtmasse in einen erdnahen Orbit etwa 2800 kg. Die Mini Vega hätte nur 34 % der Startmasse, also geht die Nutzlast auf mindestens 34 % zurück, weil eine stufe fehlt eher mehr, und davon gehen dann noch 500 kg ab. Da bleibt fast nichts mehr übrig. Natürlich könnte man am AVUM Gewicht einsparen, doch da dieses Einsparpotential unbekannt ist habe ich das nicht berücksichtigt, auch nicht am folgenden Träger.

Ich überlegte mir, was möglich wäre und kam auf das Prometheus Triebwerk. Das soll 1.000 kN Schub haben, einen spezifischen Impuls von 3530 m/s und nur 1 Million Euro kosten. Mit 1000 kN Schub kann man bei einer Startbeschleunigung von 12,5 m/s 80 t beschleunigen. Die letzte Stufe mit AVUM wiegt zusammen 13,1 t. Das lässt noch 67 t für die erste Stufe übrig. Ich habe einen Strukturfaktor von 12 angesetzt und damit ich es etwas einfacher habe, nicht die Nutzlast für den Vega Referenzorbit berechnet, sondern einen Transferorbit von 170 x 700 km und dann noch die Differenz zur Zirkularisierung abgezogen. (148 m/s, 5 % beim gegebenem spezifischen Impuls des AVUM).

Dies kann man noch variieren, indem man mehr Treibstoff im AVUM zulädt ich habe pro 100 kg Treibstoff die Trockenmasse um 10 kg erhöht, da Triebwerk, Schubgerüst und Leitungen gleich bleiben. Auch die Vega C wird mehr Treibstoff zuladen. Hier die Ergebnisse, berechnet mit meiner Aufstiegssimulation, die bei der Vega relativ genau bei der Zielnutzlast liegt (1498 kg erhalten bei 1.500 kg Nennnutzlast)

Version

Nutzlast 700 x 700 km 94° Orbit

Prometheusstufe + Zefiro 9 + AVUM

1.010 kg

Prometheusstufe + Zefiro 9 + AVUM + 100 kg Treibstoff

1.150 kg

Prometheusstufe + Zefiro 9 + AVUM + 200 kg Treibstoff

1.310 kg

Prometheusstufe + Zefiro 9 + AVUM + 300 kg Treibstoff

1.340 kg

Bei 300 kg mehr Treibstoff treten nun schon starke Gravitationsverluste auf, da auch die Brennzeit sehr lange wird und so die ersten beiden Stufen eine steilere Bahn haben müssen um das auszugleichen. Weiter habe ich daher nicht gesucht.

Die erhaltene Rakete hätte also etwa 2/3 der Vega Nutzlast oder etwa die Hälfte der Vega C. Da man zwei der drei Stufen der Vega ersetzt dürfte sie auch preislich attraktiv sein. Immerhin kann man die Kosten der ersten Stufe anhand des Preisunterschieds von Ariane 62 und Ariane 64 zu etwa 15 Millionen Euro abschätzen. Gelänge es also die Stufe genauso billig wie das Promtheustriebwerk zu entwickeln (das ja nur 1 Million Euro kosten soll) so denke ich ist ein Startpreis sicher unter 20 Millionen Euro, eventuell unter 15 Millionen Euro möglich (die Vega kostet 32 Millionen Euro bei zwei Starts pro Jahr, sinkend auf 25 bei 4 Starts pro Jahr).

Die Rakete wäre keine kleine Rakete mehr mit 1.000 kg Nutzlast ist das nicht gegeben. Man könnte sie von der Vega Startrampe aus starten, wenn man wie bei den Saturn IB die von den Saturn V Startrampen starteten auf einen Tisch setzt. Die Startrampe müsste man dann um Betankungseinrichtungen für Methan und LOX erweitern. Für einen Start vom Flugzeug aus halte ich sie zu schwer, außer vielleicht man nimmt einen spezialisierten Träger, wie den von Stratolaunch.

Zumindest in einem wäre die Rakete sinnvoll: man hätte einen Einsatz für das Prometheus gefunden, könnte es flugqualifizieren, falls man es wirklich einmal als Ersatz für das Vulcain nehmen sollte.

Nebenbei – auch mal durchgerechnet - Würde man nicht das Vulcain ersetzen, sondern das Vinci also die Oberstufe, so würde eine Stufe mit 35 bis 45 t Masse etwa 12 t in den GTO transportieren (Voll/Leermasse von 12:1 angenommen, 1 t für die VEB). Allerdings kommt die Ariane 64 in meiner Simulation auf 13,4 t. Wahrscheinlich habe ich noch zu günstige Strukturfaktoren.

28.8.2018: Der Brief der Woche an SWR1

Liebe Leute vom SWR1,

Ich schreibe euch einen Brief, damit ihr euch freut. Es ist der dritte Brief der Woche und da 3 meine Lieblingszahl ist widme ich ihn natürlich euch. Langjährige Hörer werden auch wissen, das SWR1 aus SDR3 hervorging als SWF und SDR fusionierten. So passt doch alles zusammen.

Doch warum schreibe ich euch einen Brief? Weil ihr der verlässlichste Sender seid, den es gibt. Ich höre nur SWR1, einen anderen Sender stelle ich nicht mal ein. Euer Motto ist „Die größten Hits aller Zeiten“. Die scheint es vor allem in den Achtzigern gegeben zu haben. Ich denke ein Großteil des Publikums ist auch in dieser Zeit groß geworden, zumindest wenn ich nach dem Alter oder anderen Angaben gehe, die man erfährt, wenn Hörer mal bei euch anrufen.

Verlässlich heißt: Wenn ihr sagt „Die größten Hits aller Zeiten“, dann auch nur wirklich die größten, nicht die zweitgrößten. Ich höre nicht so viel Radio, im Schnitt 1- 2 Stunden pro Tag, aber schon immer fiel mir auf das ich bestimmte Lieder immer wieder bei euch höre – na klar, die größten Hits aller Zeiten. Wenn es kein so gängiger Titel ist, fällt es einem auf, wenn man ihn nach einigen Tagen erneut hört. Subjektiv habe ich das Gefühl, dass wenn mein MP3-Spieler sich einen aus den rund 700 Titeln aus dem Speicher per Zufall holt, die Chance kleiner ist, einen Titel doppelt zu hören als bei SWR1.

Seit letzter Woche weiß ich es aber genau. Da war am 24. August der „Be an Angel“ day und ihr habt Hörerwünsche mit Titeln, in denen Engel vorkamen, gespielt. Natürlich auch „Angel eys“ von Wet Wet Wet. Am nächsten Tag kam der Titel erneut. Da man in 24 Stunden maximal 250 Titel spielen kann, wenn man noch Nachrichten, Redaktionelle Berichte, Moderationen und Werbung abzieht, ist das Motto schon richtig. Das sind wirklich die größten Hits aller Zeiten. Wenn ich mir diese selbst zusammenstellen wollte käme ich sicher auf über 1000.

Nur von wem sind sie die größten Hits aller Zeiten? Also vieles sind Titel die ich eher selten höre, die ich aber bei euch regelmäßig höre wie „Your so vain“ oder „Graceland“. Ich vermute sie sind die größten Hits dessen, der die Listen zusammenstellt, Jogi Rathfelder. Denn zumindest, was die Hörer als die größten Hits aller Zeiten ansehen, ermittelt ihr jedes Jahr in der Hitparade, die es seit der legendären Top 1000 XL 1989 regelmäßig gibt. Seit man die Daten übers Web erfassen kann und nicht Postkarten eintippen muss, sogar jährlich. Das Ranking der Gruppen ist relativ konstant: Beatles, Rolling Stones, Abba und Queen. Die ersten beiden sind bei den „Größen Hits aller Zeiten“ nicht so arg vertreten, liegt wohl daran, dass sie ihre Hits nicht in den Achtzigern hatten. Die relativ konstanten Top 20 hört man bei euch dagegen fast gar nicht. Weder die Dauer-Nummer 1 „Stairway to Heaven“ noch andere wie Music, oder die Dauer-Nummer 3: Child in Time. Daher denke ich es sind die größten Hits eines Mannes. Denn ich beobachte auch, das bestimmte Gruppen, die nicht so viele Hits hatten, stark vertreten sind wie die Corrs oder Roxette.

Es kann natürlich auch an eurer IT-Infrastruktur liegen. In einem Seminar von Microsoft zum Thema .NET brachte der Dozent euch als abschreckendes Beispiel, den Sender der alle Arbeitsabläufe mit Excel-Sheets organisiert. Das würde einiges erklären. Warum sich Hits nach 250 Titel wiederholen – ein Excel Sheeet hat nun mal maximal 256 Zeilen. Das das Webformular für die Hitparade so wenige Titel kennt. Jedes mal muss ich einige von Hand eintippen. Bei einer Datenbank würde das nicht vorkommen. Und das eure Musikrecherche so quälend langsam ist. Vor allem aber keine Möglichkeit bietet festzustellen wann ein Titel zum letzten Mal lief.

Ich würde euch ja gerne eine Lösung bieten die feststellt wann ein Titel zum letzten Mal lief oder noch besser das bei Liedern die nicht aktuell sind für einige Tage sperrt, als Programmierer ist das wenn man eine Datenbank hat kein großes Problem, aber Excel-Programmierung? Nein Danke!

Noch was ist verlässlich bei euch: Die Moderatoren. Sie haben feste Zeiten und es gibt Moderatoren der ersten und zweiten Klasse. Die der ersten Klasse sind die, die tagsüber ran dürfen wie Thomas Schmidt, Jenny Pollock, Stefanie Anhalt. Die anderen müssen die ungeliebten Frühmorgens und Nachtstunden moderieren. Und sie dürfen auch nie bei der Hitparade oder Events moderieren. Gibt es eigentlich eine Möglichkeit vom Zweit- zum Erstmoderator aufzusteigen? Viele eurer Moderatoren kenne ich seit Jahrzehnten und sie gehen nach und nach in Rente. Stefan Siller ist es schon, Günter Schneidewind folgte dieses Jahr, der nächste dürfte mein Lieblingsmoderator Thomas Schmidt sein. Was für Moderatoren offenbar enorm wichtig ist, ist das sie keinen Dialekt sprechen. Von den Tagesmoderatoren kommt nur Jochen Stöckle aus Baden-Württemberg. Der Rest vor allem aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Und auch Stöckle hat keinen Akzent. Anders als in Bayern. Wenn ich dort mal Urlaub mache, bemerke ich das sofort. Dort scheint man etwas stolzer auf den Dialekt zu sein als wie beim SWR. Kein Wunder das die Hörer dann die wenigen schwäbischen Rock- und Popsongs in die höheren Plätze der Hitparade wählen, wenn sie schon mal gespielt werden. Bei der letzten Hörer-Hitparade schafften es mit „Mir im Süden“ (Platz 13) und „der Hafer und Bananenblues“ (Platz 5) sogar zwei in die Top 20.

Vielleicht mal eine kleine Anregung an die norddeutschen Musikmacher die Musikmentalität der Eingeborenen etwas mehr zu berücksichtigen, auch wenn ihr die Lieder nicht versteht (das tut man ja auch nicht bei jedem fremdsprachigen Lied, weshalb ihr ja die Kategorie „Pop und Poesie“ habt in denen ihr regelmäßig Lieder eindeutscht und inzwischen sogar als Konzert vortragt.

Was habe ich noch vergessen? Ach ja zurück zum Thema Verlässlichkeit. Verlässlichkeit bedeutet Wiederholung und Redundanz. Verlässlich ist, das wenn ihr ein Konzert sponsert es schon Monate vorher angekündigt wird und dann rein zufällig natürlich vermehrt Titel des Künstlers/Gruppe gespielt werden. Redundant heißt, das man Informationen mehrmals bekommt. Ihr habt pro Woche ein „Meilensteinalbum“ von dem ihr jeden Tag einen Titel spielt und sonntags nochmals das ganze Album. Da der Abspielpunkt des Titels in den letzten Monaten immer auf den Zeitpunkt fiel, als ich vom Freibad heim radelte, bekam ich den immer mit und auch die immer gleiche Anmoderation. Nehmen wir das Erstlingsalbum von America. Ich weiß dank mehrmaliger Wiederholung immer noch das es zwischen Weihnachten und Neujahr erschien, sich schwer verkaufte und der bekannteste Titel „A horse with no name“ erst nachträglich auf die zweite Pressung kam. Das Album der letzten Woche war das erste der Gypsi Kings. Von denen weiß ich dank Redundanz das sie Franzosen sind. Damit ist ihr Titel „Volare“ (eigentlich heißt das Lied ja „Nel blu dipinto di blu“, aber bekannter ist der Refrain Volare) bisher Nummer 1 bei den kuriosen Liedern: Eine französische Gruppe, singt im spanischen Stil (mit Kastagnetten und den komischen Tönen als würde man schreien nachdem man sich mit dem Hammer auf den Daumen gehauen hat) einen italienischen Titel und hat damit in Deutschland einen Hit.

Verlässlich sind bei euch auch die Wettervorhersagen. Während andere Radios das Web bemühen habt ihr noch einen Meteorologen. Einen? Nein mindestens drei zähle ich. Verlässlich auch das ihr nicht zu den Petzen gehört die in den Verkehrsnachrichten vor Blitzern warnen. Verlässlich auch das die Nachrichten zu jeder vollen oder halben Stunde kommen und nicht wie bei der Konkurrenz 5 Minuten vor der Stunde, nur um erster zu sein. Verlässlich ist auch, das ihr es nicht nötig habt andauernd Jingles zu spielen damit jeder weiß was er hört, wie andere Sender (die offenbar nur Radios kennen die dauernd den Sender verstellen und diesen nicht anzeigen können).

Was ihr noch verbessern könnt, ist zusammen mit andern Sendern die Frequenzen bei DAB. Ich habe ein mobiles UKW/DAB Radio. Hier zuhause kann ich nur UKW benutzen, zu stark sinkt der Empfang bei DAB+ ab wenn ich die tägliche Route ins Neckartal nehme und Häuser scheinen auch sehr schlecht für den DAB Empfang zu sein. Bei meinem letzten Aufenthalt im Allgäu war das anders. Die erste Überraschung. Nachdem nach Illertissen der Empfang erst weg war bekam ich bei DAB SWR1 auf einer anderen Frequenz. Und im Allgäu trotz Bergen und hügeliger Gegend war das DAB-Empfang immer gut, selbst im Zug (und das sogar in Tunneln). Am Empfang könnt ihr nichts machen, der geografisch bedingt, aber bei einem neuen System sollte man es doch hinbekommen das ein Sender immer die gleiche Frequenz hat und man nicht alle 100 km den Sender neu suchen muss oder?

In dem Sinne, macht weiter so.

1.9.2018: Besser kann man den Niedergang nicht zeigen

Als mit der Ankündigung von Russland die Entwicklung der Proton M einzustellen. Die Proton M entstand erst vor knapp zwei Jahren. Anfangs gab es zwei Varianten: ohne zweite Stufe als Proton Medium mit 5 t GTO-Nutzlast und dann noch mit vier anstatt sechs Boostern als Proton Light mit 3,6 t Nutzlast

Ein Jahr später hatte man das Konzept revidiert. Nun entfiel die Light Variante und anstatt der zweiten entfiel die dritte Stufe was dann die Netzlast nur noch auf knapp unter 6 t (anstatt 5 t) senkte. Nun hat man alle Arbeiten eingefroren.

Ich fand das Konzept schon komisch, als es kam. An und für sich ist es nicht schlecht. So kann man die Proton der Nutzlast anpassen, was bei anderen Trägern durch Booster geht. Nur warum erst jetzt? Die Proton wurde seit Anfang der Neunziger Jahre vermarktet, die heutige Version Proton M wird seit knapp 20 Jahren produziert. Hätte man nicht damals schon die Varianten einführen können, zumal Satelliten tendenziell eher schwerer werden, auch wenn der Trend sich in den letzten 10, 15 Jahren deutlich abflacht. Es ist aber ein Symptom für die russische Art ihre Raketen zu vermarkten. Nah dem Motto „Geld verdienen immer, Investieren nimmer“.

Mal genauer betrachtet: Nach dem Ende des kalten Kriegs gab es für die russischen Hersteller von Raketen, die Möglichkeit ihre Raketen kommerziell zu vermarkten. Damals kamen auch etliche Kooperationen auf, von denen sich aber schließlich nur wenige etablierten und das lag am obigen Wahlspruch. Es lag immer am westlichen Partner die Investoren aufzubringen. So bei Sealaunch oder Arianespace. Wo der Partner nicht dazu bereit war, blieb das Geschäftsmodell aus oder es gab nur wenige Starts. Dabei gab es genug Chancen.

Die Zyklon und ihr Nachfolger Dnepr sind Raketen mit der Startmasse einer Titan II und noch schwerer. Mit einer guten Oberstufe hätten sie leichte Satelliten in den GTO bringen können. Die Ukraine begann sogar eine Zusammenarbeit mit Brasilien um sie von Alcantara aus zu starten. Doch ohne Investitionen in den Startplatz blieb es bei den Planungen. Die Dnepr wird inzwischen auch von Russland nicht mehr gestartet weil, obwohl großenteils aus Russland stammend, einige Elektronikteile aus der Ukraine kommen und das ist ja nun der Feind. Das verrückte dabei: die Dnepr-Raketen sind ausgemusterte ICBM, vorhanden müssen nur etwas umgerüstet werden, kosten also nichts. Die Vermarktung der Rockot klappte, aber auch hier hat man praktisch nur die Rakete um eine schon existierende Stufe erweitert und startet sie wie die militärische Rakete aus einem Silo aus. Die meisten Aufträge stammen von der ESA und haben ihren Ursprung in der Verzögerung des Jungfernflugs der Vega. Weitere sind nun aber nicht mehr in Sicht.

Die Proton M wurde zwar leicht modernisiert und die neue Stufe Breeze M eingeführt. Doch so neu ist die auch nicht. Es ist die Oberstufe der Rockot ergänzt durch einen Zusatztank. Dabei blieb es. Besonders unverständlich für mich: Seit Jahren wird eine LOX/LH2-Oberstufe postuliert. Nur wird sie nicht entwickelt. Dabei hat Russland schon eine solche Stufe für Indien entwickelt. Die Nutzlast der Proton mit der Stufe für die GSLV-Mark III wäre nicht viel höher gewesen, bei 6,6 t in einen Ariane kompatiblen GTO (ohne diese Einschränkung: 8,4 t) aber man hätte die Stufe ja leicht vergrößern können und Optimierungen durchführen können die ja auch bei der Proton M noch etwas Nutzlast herauskitzelten.

Wir sehen das Phänomen auch bei der Angara, die in der Form seit Jahrzehnten geplant wird. Inzwischen gab es die ersten Einsätze. Zwei Starts erfolgten 2014. Dabei blieb es aber auch.

Wichtiger als Investitionen in die Raketen, wäre es in eine äquatornahe Startbasis zu investieren, zumindest wenn man an den Raketen was verdienen möchte, aber auch von Vorteil für die eigenen russischen Satelliten. Jede russische Rakete, die von Baikonur aus startet hat drei Probleme:

Bei der Sojus zeigt sich das am besten. Der Wechsel von Baikonur zum CSG erhöht die Nutzlast von 1.500 auf 2.700 kg. Das ist eine Erhöhung um 80 Prozent!. Bei einem solchen Gewinn lohnt es sich, auch wenn man für eine Startbasis investieren muss. Die Startanlage für die Sojus kostete 344 Millionen Euro. Sie ist räumlich getrennt von den Startanlagen der Ariane 5 enthält also auch die Infrastruktur für die Satellitenvorbereitung und Betankung. Nehmen wir mal an, Krunitschew hätte als 1992 die Vermarktung der Proton begann, einen Kredit aufgenommen, eine Startrampe nahe des Äquators errichtet (es gibt dort genügend Inseln und kleine Nationen, die sicher nichts gegen einige Investitionen haben, das man nicht viel Infrastruktur braucht, zeigt ja nicht zuletzt Sealaunch).

1998 wäre die Startrampe eröffnet und seitdem (20 Jahre lang) sechs kommerzielle Starts erfolgt. Angesichts der höheren Nutzlast bei gleichen Herstellungskosten hätte man sicher einen Geldgeber gefunden. Bei einer Verzinsung von 4 % und linearem Abzahlen über 20 Zahlen hätte das aus den 400 Millionen Dollar mit Zinsen rund 924 Millionen Dollar zum Abzahlen gemacht. Diese Summe umgelegt auf 6 kommerzielle Starts pro Jahr (eher konservativ geschätzt) hätten jeden Start um 8 Millionen Dollar verteuert, bei rund 105 bis 120 Millionen Dollar pro Start also nicht viel.

Dafür wäre der Nutzlastgewinn enorm. Man müsste nicht mal eine neue vierte Stufe einführen, die ja auch Geld kostet und schuld an einigen Fehlstarts hatte. Die Proton M in der dreistufigen Version kann 8,3 t in den GTO bringen wenn sie bei 5 Grad Inklination startet. Mit der KVRB, die für die GSLV produziert wurde, wären es sogar 11 t. Man könnte sogar Doppelstarts durchführen. Würde man für die man 10 % weniger als Arianespace berechnen, so würde jeder Start 55 Millionen Dollar zusätzlichen Gewinn einbringen – da wäre bei nur einem Doppelstart pro Jahr die Startrampe in acht Jahren refinanziert. Selbst die Sojus, mit nur wenigen Starts von Kourou aus, sollte die Kosten der Startrampe in 7 bis 9 Jahren wieder einspielen.

Warum man es nicht macht? Ich kann es mir nicht erklären. Die sinnvollste Erklärung die ich gefunden habe ist das Russlands Raumfahrtunternehmen bis heute nicht in der Marktwirtschaft angekommen sind. Sie warten eben drauf das die Regierung was macht oder eben ein Investor aus dem Ausland. Selbst etwas zu unternehmen das scheint im kommunistischen System nicht vorgesehen zu sein.

Die Regierung ist ja auch nicht so viel schlauer. Zuerst schließt man mit Kasachstan ein langfristiges (50 Jahre laufendes) Abkommen über die Nutzung von Baikonur ab, das so praktisch eine Exklave von Russland ab. Dann will man einen neuen Weltraumbahnhof als Ersatz bauen, hat aber offensichtlich nicht das Geld dafür, denn seit Jahren macht Woschody kaum Fortschritte. Viele Starts werden auch nicht umziehen. Vor allem bringt er hinsichtlich der geographischen Breite wenig. Wenn ich die Wahl gehabt hätte, ich hätte einen neuen Weltraumbahnhof auf den Kurillen eingerichtet. Die von Russland im Zweiten Weltkrieg okkupierten Inseln, liegen nördlich von Japan und bei einem Start nach Osten passiert man nur den Pazifik. Jede Bahnneigung ist möglich und die kleinste geographische Breite liegt bei 45 Grad. Nicht viel weniger als bei Baikonur, bringt aber immerhin 200 m/s Geschwindigkeitseinsparung oder wenn ich auf mein Eingangsbeispiel komme 9.300 kg mit der KVRB in die Übergangsbahn die nur 36 anstatt 41 Grad geneigt ist. Das entspricht wenn man mit einer zweiten Zündung eine 4.000 x 35.887 x 23 Grad km Bahn anstrebt. 7,5 t in einen CSG-kompatiblen Orbit (ΔV=1500 m/s). Immerhin rund 10 Prozent mehr als von Baikonur aus.

Auch bei den Raketen dasselbe Chaos. So hat man die Sojus 2.1V eingeführt. Das ist eine Sojus ohne Booster mit einem NK-33 Triebwerk als Zentraltriebwerk. Obwohl die ja bei der Antares und den Tests im Stennis Testcenter nicht so gut aussahen. Das Triebwerk wird nicht mehr gebaut, die Rakete ist mit ihrer Nutzlast eine Konkurrenz zur kleinsten Angaraversion mit nur einem URM – sie macht daher nicht viel Sinn.

Das einzige was im neuen Russland noch genauso gut funktioniert wie früher im Kommunismus sind die Ankündigungen. Andauernd kommen neue Konzepte für Raketen auf, oder wie schon Otto Piffel in 1-2-3 sagte „Aber mit unserem neuen 25-Jahresplan werden wie die Kapitalisten überholen….“

6.9.2017: Ich bin Spender

Irgendwie zeitgleich kamen am Wochenende zwei Dinge zusammen. Zum einen die Zusendung eines Briefs der DKMS, mit dem man sich als Knochenmarkspender registrieren kann und dann der Vorstoß von Spahn die Spenderreglung für Organe zu regeln.

Ein Thema, zwei Aspekte. Fangen wir mal mit dem Ersten an. Ich wollte schon mal Knochenmarkspender werden. Als ich mich da vor einigen Jahren erkundigte, war das nur mit Blutprobe, die beim Arzt abgenommen werden sollte, das Set bekäme ich aber zugesandt. Da ich selten beim Arzt bin – alle zwei Jahre zur Vorsorgeuntersuchung, sonst nur, wenn mir was fehlt, was Gottseidank nur alle paar Jahre vorkommt – kam das für mich nicht infrage und verstand auch nicht das System erst mir was zu schicken und dann den Arzt die Probe entnehmen zu lassen – Blutproben nimmt der Arzt doch routinemäßig. Röhrchen und alles, was man sonst braucht, hat er also sowieso.

Inzwischen geht das mit Wagenschleimhautabstrichen. Als ich dazu ein Plakat der DKMS sah, habe ich die Wattestäbchen angefordert und inzwischen wieder zurückgeschickt.

Ich würde mich freuen, wenn ich jemanden Knochenmark spenden kann, weil das anders als bei Organen ja ohne eigenes Risiko geht. Die Chance ist allerdings gering – registriert sind 7 Millionen Spender und bisher waren 61.000 Spenden nötig, also etwa 1:120. Da man nur bis zum 55-sten Geburtstag sich neu registrieren kann und beim 61-sten aus dem Register gelöscht wird und ich jetzt schon 53,5 Jahre alt bin ist die Chance dann noch geringer (die 61.000 Fälle beziehen sich auf einen Zeitraum von 20 Jahren).

Das Zweite ist der Vorschlag von Spahn die Regelung von Organspenden zu invertieren - also anstatt das man explizit sagen muss, man will Organe spenden, muss man explizit sagen, dass man nicht spenden will. Was mir gefiel, ist das er kein fertiges Gesetz einbringen will, sondern im Bundestag eine Regelung durch Diskussion finden will. Könnte man öfters machen, nur mal so als Vorschlag. Es gibt ja viele gesellschaftsübergreifende Themen, bei denen es auch innerhalb der Parteien unterschiedliche Standpunkte gibt.

Das Thema ist hoch emotionsgeladen und die Standpunkte sind extrem weit auseinander. Schon in den Tagesthemen kam als eine Reaktion vom Vorsitzenden des Ethikrats, das man so den Charakter der Spende verändert. Es wäre nun ja keine Spende mehr, sondern Pflicht. Ich halte das für Wortglauberei. Es heißt zwar Organspende, aber wer tot ist, kann nichts mehr spenden. Zumindest in meiner Vorstellung ist das Spenden ein aktiver Vorgang. Es heißt eben „Spende“ weil das toll klingt. Genauso, wie der Solidaritätszuschlag nicht Solidaritätssteuer heißt, weil das Erste besser klingt. Nach dem Tod hat man keine Verfügungsgewalt mehr auch das Vermögen geht ja an die Erben über die ohne Spenderausweis heute entscheiden müssen, ob eine Organspende möglich ist. Also eine Spende ist das nicht.

Ich weiß aber auch, dass Leute sich viel Gedanken über die Art ihrer Beerdigung und ihres Grabes machen. Meiner Mutter war wichtig das Sie beerdigt und nicht verbrannt wird. Das war religiös begründet. Andere wollen „unversehrt“ begraben werden, also ohne aufgeschnittenen Körper. Wobei ich hier denke das in der Frage eher die Angehörigen das Problem sind und selbst wenn man das will, man ja nicht weiß, wie man stirbt – die meisten Organspender dürften von Verkehrsunfällen stammen. Das passiert in der Öffentlichkeit, sodass rechtzeitig ein Notarztwagen vor Ort ist, denn wenn jemand erst mal tot ist, kann man keine Organe mehr entnehmen. Dann kann der Körper aber auch durch den Unfall verunstaltet sein.

Ich denke relativ pragmatisch. Wenn ich sterbe, wird schlussendlich der Körper abgebaut. So geschieht zumindest etwas Nützliches mit ihm. Mich definiere ich über meinen Verstand und das was man so gemeinhin als Seele definiert, aber nicht über Körperteile. Ich fände es eher befremdlich, wenn man nach dem Tod „erhalten“ bleibt. Ich finde so Knochensammlungen in manchen Kirchen sehr gruselig. Damals wollten die Leute möglichst nahe am Altar begraben sein, und da der Platz endlich ist, hat man nach einigen Jahren die Knochen ausgegraben in die Wand eingebracht und neue Leute beerdigt.

Ehrlich gesagt finde ich den Gedanken das ich so jemanden das Leben retten kann sehr schön, was mich auch zur Registrierung als Knochenmarkspender bewogen hat, denn da kann man das zu Lebzeiten und ohne eigenes Risiko.

Eine Diskussion über das Thema täte gut. Das Modell, das man explizit widersprechen muss, gibt es ja schon, z. B. In Spanien. Es ist ja auch bei dem Modell nicht so, das man nicht festlegen kann, was man will. Man muss es nur selbst tun. Ich halte das für eine gute Idee, denn ich denke die wenigsten beschäftigen sich mit der Frage der Organspende und wahrscheinlich haben auch die wenigsten etwas gegen sie. Die die dagegen sind können sich dann immer noch dagegen entscheiden und das kann ja genauso informell wie bei einem Organspenderausweis geschehen – den bekommt man in jeder Apotheke oder bei jedem Arzt und hat ihn in 5 Minuten ausgefüllt. Das Gegenstück an Bürokratie ist die Patientenverfügung, bei der geraten wird, sie anwaltlich aufsetzen zu lassen, damit auch jeder Fall berücksichtigt wird.

Das Problem liegt aber nicht nur an der Anzahl der Menschen mit Organspenderausweisen. Andere Nachrichten berichten, das auch die Krankenhäuser nur ungern die Operationen durchführen, weil sie finanziell unattraktiv sind. Doch das ist ein anderes Thema.

Wie schon geschrieben. Ich denke sehr pragmatisch und bei zu wenigen Organspendern kommt mir auch ein Gedanke, von dem ich weiß, das ihn wahrscheinlich 99 % der Leser ablehnen. 2014 starben in Deutschland 10.209 Menschen durch Selbstmord. Sicher gibt es viele aus Kurzschlusshandlungen – Liebeskummer, Schicksalsschlag. Andere sind Folgen von Erkrankungen wie schwerer Depression. Aber ich denke Menschen bringen sich auch um, weil für sie subjektiv das Leben nicht mehr lebenswert ist und damit meine ich nicht seelisch, sondern physisch. Mein Vater starb an Dickdarmkrebs. Die letzten vier Wochen war er nur noch ans Bett gefesselt, konnte fast nichts mehr essen und verfiel zusehends. So was möchte ich nicht durchleben. Da würde ich vorher meinem Leben ein Ende setzen und auf die letzten vier Wochen verzichten. Ein anderer Grund könnte Demenz oder Alzheimer sein. Gut, dies ist geprägt von dem Eindruck denn man von außen von den Menschen hat, wie es in ihnen aussieht, weiß man nicht eben, weil sie sich kaum noch mitteilen können. Aber es wäre ein Zustand, den ich nicht miterleben möchte. Zuletzt gibt es dann noch schwere Querschnittslähmungen in der Art, das auch die Arme nicht mehr kontrolliert werden können. Dann ist man vollständig auf andere angewiesen und kann trotzdem nur wenig tun.

Ich finde es befremdlich, das ich in Deutschland meine Katze schmerzlos einschläfern lassen kann, aber die Medizin einem keine Hilfe ist, wenn man selbst sein Leben beenden will. Im Gegenteil sie will einen so lange wie möglich am Leben halten, selbst wenn man jahrelang im Koma liegt, bevor man stirbt. Damit dies nicht passiert, muss man sogar eine Patientenverfügung aufstellen.

Mein Vorschlag: es sollte so etwas wie die Schwangerschaftsberatung für (potenzielle) Selbstmörder geben. Mit zwei Zielen: Personen, die psychische Probleme haben oder in Ausnahmesituationen sind zu helfen, und so einen Selbstmord zu verhindern (z. B. Über Therapie). Wer einen wirklich überzeugenden Grund hat – obige drei würde ich als überzeugend ansehen – der sollte dann auch medizinisch betreut aus dem Leben scheiden können. Natürlich auch hier nicht ohne Alternativen anzubieten – vielleicht überlegt sich z.B. jemand mit Krebs im Endstadium es sich bei einer geeigneten Schmerztherapie noch anders.

Ich weis, das ist provokant und es widerspricht dem hippokratischen Eid. Aber den halte ich für sowieso grundgesetzwidrig. Im Grundgesetz steht: „Die Würde des Menschen ist unantastbar“. Trotzdem entscheiden Ärzte darüber, ob Menschen die im Koma liegen, dauerhaft künstlich am Leben erhalten werden oder nicht und noch häufiger ob Menschen in eine geschlossene Anstalt eingeliefert werden.

Was hat das mit den Organspenden zu tun? Nun, wenn man so aus dem Leben scheidet, dann hat man die besten Bedingungen für eine Organspende. Die Leute sind ja vorher meistens gesund. Sicher schneiden viele aus. Krebspatienten, sehr alte Personen. Aber wenn ich gerade mal die Fälle von völliger Querschnittslähmung nehme – da funktionieren alle Organe einwandfrei, man hat „nur“ keine Kontrolle über den Körper mehr. Es gäbe genügend Zeit alle biochemischen Parameter zu bestimmen und die Organspende vorzubereiten, die dann beim Ableben erfolgt. Verhindern müsste man nur, dass es einen Missbrauch gibt. Dass man also jemanden dazu drängt, der z.B. nur schwere Depressionen hat. Das könnte geschehen, indem die Ärzte, welche die Beratung durchführen, völlig unabhängig von denen sind die Organspenden durchführen und indem man die Untersuchungen, welchen Gewebetyp man hat, erst nach der Entscheidung durchführt.

Ich weiß der Gedanke ist provokant, aber ich meine überlegenswert. In Deutschland hat der Schutz des Lebens einen hohen Stellenwert. Inzwischen, wie ich meine, sogar einen höheren als die Selbstbestimmung. Einer der Einwände die gegen die heutige Form des Betäubungsgesetzes ist die, das es schon den Konsum von bestimmten Mitteln unter Strafe stellt, was gegen die im Grundgesetz verankerte Selbstbestimmung über den Körper verstößt. Doch das wird ja auch nicht reformiert.

8.9.2018: Der Brief der Woche an die AFD

Liebe AFD, ich schreibe euch einen Brief, damit ihr euch freut. Ihr habt das Wunder fertiggebracht, mit nur einem Thema in die Landesparlamente zu stürmen und inzwischen sogar im Bundestag vertreten zu sein. Dabei nimmt die Bedeutung eures Hauptthemas „Flüchtlinge“ ja laufend ab, 2015 gab es viele Flüchtlinge und inzwischen sind es erheblich weniger (2015: 900.000, 2017: 186.000) und trotzdem habt ihr mehr Erfolg als 2015. Chapeau!

Noch beeindruckender ist das ihr eine rechte Parole, nach der nächsten raushaut und anders als bei anderen rechten Parteien, die mit diesem Konzept erfolgreich sein wollten wie Republikaner, DVU und NPD das euch keine Wähler und keinen Zuspruch kostet, sondern im Gegenteil die Zustimmung immer größer wird. Inzwischen habt ihr es sogar soweit gebracht, dass andere Parteien auf euren Zug aufspringen in der verzweifelten Hoffnung euch Stimmen abjagen zu können und euch nur noch stärker machen. So haben Seehofer und Söder mit ihren rechten Parolen die CSU inzwischen auf 36 Prozent gebracht. Seehofer hätte wegen seiner Abschiebung an der Grenze und den AZ ja fast die Koalition platzen lassen. Das muss man erst mal erreichen. Noch dazu mit einem Thema, das nach Umfragen die Deutschen derzeit nicht so sehr beschäftigt.

Derzeit machen sich die Medien darüber lustig, dass ihr außer den Flüchtlingen kein Thema hättet. Gauland sah beim Sommerinterview im ZDF ziemlich doof aus. AFD stände für „Ahnungslos für Deutschland“. Daher mein Vorschlag für neue Positionen. Es ist ganz einfach. Ihr müsst nur jede politische Position mit eurem angestammten Thema verknüpfen. Daher meine Vorschläge für AFD Positionen:

Rentenpolitik und langfristige Sicherung der Renten:

Das die Rente nicht mehr sicher ist, es also immer mehr Rentenempfänger und weniger Einzahler gibt, liegt natürlich an den Flüchtlingen die ins Land kommen nie ins Rentensystem eingezahlt haben und nun Renten beziehen!

Klimapolitik:

Energiesparen ist für die Flüchtlinge ein Fremdwort. Wie denn auch. In Afrika haben sie nie Energiesparen müssen. Im Gegenteil – um die von Afrika gewohnten Temperaturen auch im Winter bei uns zu haben heizen diese wie verrückt und verstärken so die Emission an Treibstoffgasen. Zudem zeigt der heiße Sommer dieses Jahr wie die Flüchtlinge auch das afrikanische Klima zu uns bringen.

Gesundheitssystem:

Wer übers Mittelmeer in einem überfüllten Boot flieht oder in Flüchtlingslagern vegetiert wird zwangsläufig krank. Das kann sich, wenn es länger dauert, zu einer chronischen Krankheit auswachsen und belastet so unser Gesundheitssystem. Zudem schleppen die Flüchtlinge Krankheiten aus Afrika ein, die sich dann auch bei uns verbreiten wie AIDS, Malaria und Ebola.

Finanzen:

Natürlich kosten die Flüchtlinge den Staat enorm viel Geld. Sie kommen mit nichts an. Müssen nun eine Wohnung bekommen, die gesamte Einrichtung wie Möbel, Küche etc. Dazu kommt eine Grundsicherung wie bei Harz-IV und Vergünstigungen in vielen Städten wie kostenlose Tickets für den OPNV oder kostenloser eintritt ins Schwimmbad. Das alles kostet Geld, und wenn wir die schwarze Null halten wollen, wird das fast unmöglich in jedem Falle fehlt das Geld für wichtige Sanierungen und Investitionen.

Wohnungsnot:

Jeder Flüchtling hat nach einer Übergangszeit Anspruch auf eine Wohnung, die dann natürlich vom Steuerzahler bezahlt wird. Damit verschärfen sie noch die Wohnungsnot und treiben die Miete in die Höhe.

Arbeitspolitik

Vollbeschäftigung gibt es nur bei hoch qualifizierten Jobs. Doch wer von den Flüchtlingen ist hoch qualifiziert? Die, die dies sind können von dort aus problemlos Kontakte zu deutschen Unternehmen herstellen und dann regulär mit einem Touristenvisum einreisen. Wer kommt, das sind die, die schon dort keine Arbeit finden oder vom Traumland Deutschland gehört haben in der jeder eine Grundsicherung bekommt. Damit verschärfen sie die Situation auf dem Teil des Arbeitsmarkts, wo es noch genügend Arbeitslose gibt, bei den gering qualifizierten – und welche Jobs kann man schon machen, wenn man kein Deutsch kann?

Dieselgate und Fahrverbote

Warum sollten Deutsche eine Schummelsoftware programmieren? Natürlich waren dies Flüchtlinge, die sich in die Automobilfirmen eingeschmuggelt haben, mit dem Ziel durch die Software den Wert eines neuen Euro-5-Diesels auf Null zu reduzieren. Es gibt immer mehr Fahrverbote, nun auch in Frankfurt, und in wenigen Monaten wird es für die Regierung billiger Flüchtlinge in einem Diesel nach Afrika zurückzuschicken, als ein Flugticket zu kaufen. Und was machen die dann dort? Sie verkaufen die Limousinen für viel Geld!

Plastikmüll

Niemand trennt in Afrika und nahen Osten den Müll. Mülltonnen sind dort ebenfalls unbekannt. Entsprechend viel Plastik landet durch die Flüchtlinge in der Umwelt und so irgendwann auch in den Meeren.

Außenpolitik:

Die Probleme der EU mit den USA unter Trump dürften zu einem weiteren Export nach Afrika führen, wo jetzt schon die billigen EU-Agrarüberschüsse zu dem Zusammenbrechen der Landwirtschaft und damit Flucht führt. Russland wird weiter Kriege durch Waffenlieferungen und Einmischungen anheizen und weitere Flüchtlingswellen verursachen, wie gerade an der Grenze zur Türkei. Zuletzt macht man sich von der Türkei wegen des Rücknahmeabkommens erpressbar.

Bildungspolitik

Wer kommt denn nach Deutschland? Sicher nicht die Ärzte und Ingenieure mit Hochschulabschluss, sondern Analphabeten und Tagelöhner mit vielen Kindern. Sie alle werden das Bildungssystem über Jahrzehnte belasten. Die Kinder, bis sie die Schulen durchlaufen haben, die Erwachsene durch Deutschkurse und Qualifizierungsmaßnahmen. Es gibt jetzt schon einen Lehrermangel und der wird durch die Flüchtlinge noch verschärft.

Digitalisierung:

Wer bei uns ist und die ganze Familie in Afrika hat, der will natürlich dauernd in Kontakt blieben. Videochats gehören bei Flüchtlingen zum Alltag. Nicht einige Minuten, sondern dauernd, am besten über öffentliche Hotspots. Damit verursachen sie ein enormes Datenvolumen und Kosten für die Allgemeinheit. Das Geld fehlt dann beim Ausbau der Digitalisierung.

Steuerpolitik:

Flüchtlinge kosten erst mal nur Geld. Die Steuern können so nicht gesenkt werden, müssen wahrscheinlich sogar noch erhöht werden. Wenn sie hier bleiben dürfen, dann leben sie meist vom Staat und zahlen keine Steuern ein und müssen von anderen mitfinanziert werden. Wenn sie abgeschoben werden verursachen sie weitere kosten für Chartflüge. Bezahlen dürfen das vor allem die Besserverdienenden.

Kriminalität:

Die Kriminalität ist durch Flüchtlinge angestiegen. Natürlich kommen vor allem Kriminelle nach Deutschland. Da es sich um vor allem junge Männer handelt, dürfte klar sein, dass vor allem sexuelle Übergriffe und Vergewaltigungen zunehmen werden. Da Asylanten eine Arbeit verboten ist, treibt man sie geradezu in kriminelle Aktivitäten wie Drogenhandel, Trickbetrug, Einbrüche.

Fazit

Ihr seht: man kann jedes politische Thema auf die Flüchtlinge zurückfuhren oder damit verknüpfen. Schade das ihr nur Vollidioten als führende Köpfe, habt, sonst wärt ihr wahrscheinlich selbst drauf gekommen.


Sitemap Kontakt Neues Impressum / Datenschutz Hier werben / Your advertisment here Buchshop Bücher vom Autor Top 99