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Web Log Teil 56 : 3.3.2008-9.3.2008

Montag 3.3.2008: Das Ende des freien Internets

Einmal wurde propagiert, dass das Internet es jedem erlauben würde frei sich zu bewegen, das anzuschauen was er will. Informationen zu beziehen von woher er auch will. In unserer Gesellschaft gibt es auch wenige Dinge die wirklich verboten sind wie Websites mit Kinderpornographie oder nationalsozialistischem Gedankengut. Selbst dieses Verbot kann man leicht umgehen, indem man das ganze im Ausland hostet, am besten mit einem ausländischen Strohmann als Admin-C. Vieles ist für Eltern schwieriger geworden wie z.B. zu verhindern dass die Kinder auf Pornowebsites kommen oder auch nur mit Werbung dieser Art überflutet werden (besuchen sie einmal ein Bittorrentportal und sie wissen was ich meine).

gibt Möglichkeiten selbst in kommunistischen Regimes wie China, die ausländische Webseiten sperren oder Vereinbarungen mit Google haben, das bestimmte Suchabfragen manipuliert werden über Proxy Server oder Anonymisierungsprogramme auf Webseiten zu kommen die den offiziellen Machthabern ein Dorn im Auge sind.

Interessanterweise hat es die Privatwirtschaft es geschafft das Internet abzuschotten. Ich habe erstmals vor einem Jahr davon gehört, das ausländische Clipfish User keine Videos ansehen konnten. Links die ich von anderen bekam für Youtube Videos oder einen Radiosender in Vegas verweisen dann auch, dass das entsprechende Video oder die Webseite nicht für mich verfügbar wäre, sondern nur für Bürger der vereinigten Staaten (Es handelte es sich nicht um Anleitungen für den Bombenbau sondern ein Musikvideo von Sting und einen Dienst bei dem man online die letzten 10 Lieder die der Radiosender ausgestrahlt hatte anhören konnte).

Mehr noch: Google liefert per Voreinstellung Ergebnisse zurück, die nur in Deutschland funktionieren, denn die Suche in Google Video nach dem Sting Video brachte kein Resultat, das wechseln auf google.com dagegen schon.

Es wäre interessant zu wissen warum dem so ist. Ich denke nicht dass es nur das Copyright ist. Ich kann mir nicht vorstellen, das die Musikindustrie dafür ist ein Sting Video nur für die USA freizugeben. Wenn es legal eingestellt wurde, dann sicher für alle (man will ja Platten verkaufen und die Videos machen Werbung). Wenn es illegal eingestellt wurde, dann wird man wohl hinter dem Uploader her sein, aber nicht eine geographische Beschränkung haben wollen. Bei Clipfish werden alle ausländischen User ausgesperrt und zwar unabhängig vom Content. Da sehe ich eher die Intention: Clipfish ist ein Portal, das letztendlich RTL gehört und man will mit dem Portal Geld verdienen und dies geht über Werbung. Von Benutzern die aus dem Ausland kommen hat man nichts. Sie erzeugen Seitenabrufe und wenn die wo Werbung schalten feststellen, dass sie für Besucher mitzählen die nicht das Produkt kaufen können oder gar nicht deutsch können (zum Verständnis des halben Dutzend Buttons bei Clipfish braucht man keinerlei deutsche Sprachkenntnisse) dann dürfte das Ärger geben.

Vielleicht ist es nur folgerichtig und eine Folge der Kommerzialisierung des Internets. Es gibt ja nun auch schon spezielle Werbeclips fürs Internet, einprägsamer, manchmal lustiger als die Werbung im TV. Sei bauen auf eine Verbreitung durch Mundpropaganda. Inzwischen habe ich auch schon Videos gesehen mit einem vorgeschalteten Miniwerbespot. Wahrscheinlich werden bald alle Clips durch Werbespots unterbrochen.

Es dürfte interessant sein, wie dies weitergeht. So öffnen heute Zeitungen ihre Archive im Internet. Man kann heute schon bei Spiegel und Stern online nach 30 Jahre alten Artikeln recherchieren - Für Hobbyhistoriker oder einfach um die Stimmung jenseits der Fakten dieser Zeit mitzuerleben eine Fundgrube. Doch was ist wenn ich dies mal bei der Washington Post probiere - Wird das dann auch noch möglich sein?

Es bleibt zu hoffen, das kommerzielle Interessen nicht zu einer weiteren Abschottung führen.

Dienstag 4.3.2008: Die Energieprobleme gelöst - Der Klimawandel abgewendet!

Ja, das ist die positive Nachricht, die ich heute allen bringen kann. Es geht und zwar ohne Kernkraftwerke und Fusionsreaktoren, nur mit der heutigen Technologie. Und nun kommt die richtig gute Nachricht: Fast niemand muss sich umstellen. Weder müssen Sie ihre Öl oder Gasheizung nicht auswechseln. Auch kein Elektroauto kaufen. Die Stromerzeuger bauen weiter Gaskraftwerke und die Verpackungsindustrie verpackt weiterhin alles weiterhin in Unmengen von Plastik.

Wie geht das? Ganz einfach. Wir nutzen nur einen 100 Jahre alten Prozess. Vor Hundert Jahren verbrannte man Kohle zu Kohlenmonoxid. Dieses setzte man mit Generatorgas um, einer Mischung von Wasserstoff und Kohlenmonoxid, die beim Sprühen von Wasser über hocherhitzte Kohle unter Sauerstoffabschluss entsteht. Man erhält dann ein Gemisch von Methan, Wasserstoff, Kohlenmonoxid und Kohlendioxid, welches man vor 100 Jahren zur Beleuchtung nutzte,

Nun diese Reaktionen sind Gleichgewichtsreaktionen und man kann die Reaktion auch umkehren. Die klassischen Reaktionen nutzten Kohlenstoff als Reduktionsmittel. Da man auf fossile Stoffe verzichten möchte, würde man heute Wasserstoff nutzen. Den gewinnt man aus Wasser durch Elektrolyse:

H2O + 286 KLJ - > H2 + 1/2 O2

Nun nehmen wir das Kohlendioxid aus der Atmosphäre und reduzieren es im ersten Schritt zu Kohlenmonoxid:

CO2 + H2 -> CO + H2O

Das Kohlenmonoxid kann man nun in verschiedenen Verfahren zu Methan, dem einfachsten Kohlenwasserstoff umsetzen. Am bekanntesten ist das Fischer/Tropschverfahren, mit dem man im dritten Reich eine ganze Kriegswirtschaft versorgen konnte. Es lieferte auch höhere Kohlenwasserstoffe als Ersatz für Benzin und Diesel. Methan bis Butan kann man als Gas für unsere Gaskraftwerke einsetzen, die höheren Kohlenwasserstoffe dienen als Erdölersatz. Es würde sich lohnen die chemische Industrie gleich an die Erzeugungsstelle der Kohlenwasserstoffe zu verlagern.

Das tolle: Man entzieht dabei der Atmosphäre so viel Kohlendioxid wie später bei der Verbrennung des Kohlenwasserstoffs frei wird. Alles was man nun tun muss, ist einfach diese Anlagen kombinieren mit Stromerzeugungsanlagen wie z.B. Solarkraftwerken. Für den Weltenergieverbrauch von 119.000 TWh reicht bei einem Wirkungsgrad von 30 % bei den chemischen Prozessen  und 20 % bei der Umwandlung von Strahlung in Strom bei 1300 kWh pro m² eine Fläche von 1.525 Millionen km². Das ist zwar 5 mal so groß wie die BRD,  Aber alleine die Sahara verfügt über 8.7 Millionen km² Fläche. Man könnte beginnend von den Rändern her mit Solarzellen und thermischen Solarkraftwerken den Strom gewinnen. Das Wasser entnimmt man dem Meer, man könnte mit ein bisschen mehr Strom es sogar entsalzen und unter den nun beschatteten Gebieten Ackerbau betreiben, zumindest aber die Expansion der Wüsten verhindern.

Ist das nicht toll ?

Nun ja, nicht ganz. Zum einen braucht man natürlich mehr Energie um den Wasserstoff zu erzeugen, die Aktivierungsenergie für die beiden Reaktionen bereit zu stellen, als man später im Produkt wieder findet. Ein Wirkungsgrad von 30 % bezogen auf die Elektrische Energie ist daher bestimmt nicht zu niedrig angesetzt. Bei einem Wirkungsgrad von 30 % braucht man für 1 l Benzin (0.75 kg) etwa 32 kWh Strom. Das ganze wird also bei der heutigen Technologie nicht gerade billig. Um einen Ölpreis von 100 Dollar pro Barrel zu erreichen, müsste Solarstrom auf 3 US-ct/kWh sinken. Derzeit schaffen die besten Anlagen gerade einmal 19 Euro-ct, sind also 10 mal teurer.

Das zweite ist, das man für die Reaktionen hohe Konzentrationen an Kohlenmonoxid oder Kohlendioxid braucht. Das ist beim Verbrennen von Kohle kein Problem. Jeglicher Restsauerstoff verbrennt und man bekommt eine enorme Menge an Gas so dass die Reste an Stickstoff (die zudem erst bei drastischeren Bedingungen mit Wasserstoff reagieren) keine Rolle spielen. In der Atmosphäre ist Kohlendioxid jedoch ein Spurengas mit 0.3 % Volumenanteil. Es gibt zwar für Kraftwerke Verfahren, bei denen man das Kohlendioxid aus dem Rauchgas abtrennen kann, doch diese sind für die 15 % Gasanteil bei geringem Restsauerstoffanteil im Rauchgas ausgelegt und erfordern Energie (Auswaschen und Absorption an Amiden). Wenn ich dran denke, dass der Wirkungsgrad eines modernen Kraftwerks durch das Binden des Kohlendioxid von 46 auf 40 % sinkt, bei 15 % Kohlendioxid in der Abluft, man also 5 % der Primärenergie nur dafür benötigt, dann kann man sich ausmalen, welchen Aufwand es macht, 50 mal kleinere Konzentrationen aus der Luft abzutrennen. Wobei dies weitgehend quantitativ sein muss. Da Sauerstoff bei der Reaktion stört, reicht es nicht aus, einfach den Anteil an Kohlendioxid in der Atmosphäre zu erhöhen, man muss den Sauerstoffgehalt gleichzeitig reduzieren.

Vielleicht hat die Natur einen Grund, warum Pflanzen so viel ineffektiver als Solarzellen - sie schaffen es aber das Kohlendioxid selbst in den winzigen Konzentrationen aus der Luft herauszuziehen. Chinaschilf - eine der Pflanzen die recht viel Biomasse produzieren - hat einen Heizwert von 56 MJ/m²/Jahr. Solarzellen mit 20 % Wirkungsgrad erzeugen dagegen 936 MJ/m2/Jahr (bei 1300 KWh Einstrahlung/Jahr). Mit dem Anbau von Pflanzen kann man also das Energieproblem nicht lösen.

So bleibt uns die Umstellung und das Energiesparen wohl nicht erspart.....

Donnerstag: 6.3.2008: Sex mal so und mal so

Gestern war ich mal früher zuhause, weil mein Kater zum Tierarzt musste und bin dann bei einem dieser "Boulevard" Magazine im ZDF hängen geblieben. dort wurde von einem Mann berichtet, der von seiner Freundin eine Ganzkörpermassage geschenkt bekam. Im Massagestudio fingen dann auch 2 Damen mit der Massage an und unterbrachen nach 5-10 Minuten. Nach kurzer Zeit kam dann der Geschäftsführer und sagte dem Mann, dass sich die Damen sexuell belästigt fühlen, weil er eine Erektion hätte. Er sollte die Praxis verlassen. Als er dann die gezahlten 111 Euro nicht wiederbekam kam es zum Streit und nun prozessiert der Mann gegen die Massagepraxis.

Der Mann wehrt sich dagegen angeblich eine Erektion bekommen zu haben, der Anwalt sieht es nüchterner: Das spielt keine Rolle. Es war eine Dienstleistung ausgemacht und die wurde nicht erbracht. Wenn man dann einseitig den Vertrag ohne stichhaltigen Grund kündigt, dann muss man eben auch die Summe zurückzahlen.

Dem kann ich mich nur anschließen. Zuerst einmal ist eine Erektion nur bedingt willentlich beeinflussbar. Angenommen sie ist vorgekommen, dann ist das zuerst einmal eine peinliche Situation und nicht mehr. Irgendwelche Avancen hat der Mann ja den Damen nicht gemacht und wie man da auf eine sexuelle Belästigung kommt ist mir ein Rätsel, insbesondere bei Masseusen, die ja schon Beruf her nackte Körper gewöhnt sein sollten. Das ist vielleicht ein Fall für ein Handtuch welches über die entsprechende stelle gezogen wird, aber kein Grund die Massage abzubrechen.

Wenn man die Massage abbricht muss man das Geld zurückzahlen. Das sollte eigentlich der Geschäftsführer wissen. Außer es gäbe einen wirklich gravierenden Punkt wie eine echte sexuelle Belästigung. Ansonsten wäre das ein Freifahrtschein recht viel Geld zu verdienen. Man müsste die Masseusen nur so instruieren, dass sie die Männer gleich zu Beginn so massieren, dass eine Erektion auftritt oder dies anders forcieren (z.B. indem sich eine Dame vor dem Gesicht des Kunden so beugt, dass er auf ihren Busen sehen kann) und zack - sobald die Erektion da ist kann man den Kunden rausschmeißen. Das macht viel Umsatz mit wenig Arbeit.

Das zweite was ich entdeckte waren Liebespuppen, SexDolls oder wie immer man sie nennt. Nein, ich rede nicht von aufblasbaren Gummipuppen. Es gibt davon eine Luxusvariante, Puppen, realistischer als die Schaufensterpuppen, mit einem Aluminiumskelett, bewegbaren Gelenken, bis hin zu den Fingergelenken, einer Silikonhaut und Silikonbusen mit demselben Material wie bei Brustimplantationen. Austauschbare Köpfe, wählbare Augenfarben, Frisuren und Hautfarben sind möglich. Soviel Perfektion hat ihren Preis: Eine solche "Puppe" kostet 6000-7000 Euro! Das ist etwas viel für ein Sexspielzeug und entsprechend weist die Website auch darauf hin, dass es Künstler gibt die sie für Fotosessions buchen. Ich habe da so meine Zweifel, denn zum einen werden auf den FAQ doch einige Fragen zur sexuellen Verwendung der Puppen beantwortet, zum anderen ist die Puppe auch mit entnehm barer Vagina lieferbar - die dürfte eine reine Zierpuppe wohl kaum brauchen.

Schlussendlich geben die Leute viel mehr Geld für Sex aus als für Ziergegenstände oder Spielzeug. Doch 7000 Euro? Das reicht für ziemlich viele Bordellbesuche, einige Flüge nach Thailand und vielleicht sogar zu einer Frau aus einem Entwicklungsland (wobei dann die Puppe allerdings dann keine Folgekosten verursacht ).

Es gibt immer Menschen die für Luxusgüter enorm viel ausgeben, vor allem um damit anzugeben. Teure Autos mit dem Aufkleber "Übrigens auch mein Zweitwagen ist ein Porsche", Diamantringe mit dem Hinweis "Es ist ein Zweikaräter" - die Zahl der Beispiele ist enorm. Doch mit so einer Puppe kann man kaum angeben. "Hallo, soll ich euch mal meine Luxus-Puppe zeigen?".... Äh irgendwie klappt das nicht. So wird das wohl ein sehr exklusives Produkt bleiben. Daher mein Vorschlag für den Hersteller: Auf den Kopf, die Arme und Beine, damit einem Großteil der Gelenke und einem größeren Kostenfaktor könnte wohl ein viel größerer Kundenkreis verzichten und wenn man die Puppen entsprechend billiger macht, würde der Umsatz wohl rapide ansteigen.

Ansonsten noch ein paar Hinweise in eigener Sache. In den letzten Wochen gab es wenig neues von der Website, weil ich viel zu tun hatte. Nächste Woche wird es noch weniger geben, weil ich da extern arbeite und keine Zeit für die Website habe. Ab übernächster Woche wird sich das bessern und nun ist auch ein Artikel über die Angara in Arbeit. Ich habe nun testweise einen neuen Anbieter von Layer Werbung auf der Website. Insgesamt scheint er sich besser die IP Adressen zu merken als der letzte, so dass man weniger Werbung zu sehen bekommt. Wenn dies mit denselben Einnahmen korreliert werde ich wahrscheinlich wechseln, doch das kann ich erst in einigen Wochen sagen. Die Aktion "Spenden für bernd-leitenberger.de" brachte insgesamt 17 Euro ein und wie ich mir dachte ist das eben kein Ersatz für dauerhafte Einnahmen durch Werbung.

Freitag 7.3.2008: Ich bin ein Technikmuffel

... zu dieser Einsicht bin ich bei dem Durchlesen der Neuigkeiten der CeBIT gekommen. Ich dachte bisher ich wäre sehr an Computern interessiert und aufgeschlossen gegenüber Neuerungen, doch diesmal ist nichts dabei das ich wirklich haben müsste. Weder das iPhone, weil ich nicht verstehe warum ich mir auf einem Winzigdisplay Videos und Webseiten anschauen soll, die ich doch viel einfacher auf dem Computer sehen kann. Noch die verschiedenen Multimediaerweiterungen für mein Heim um Videos und Audio überall anzusehen, zu streamen oder aufzunehmen - Wenn ich mal eine Fernsehsendung verpasst habe, dann schaue ich sie am Computer während ich was anderes mache parallel an und dort spiele ich auch die MP3 Songs ab. Noch lockt mich ein neuer Flachbildfernseher - zumindest so lange bis nicht HFTV den Regelbetrieb bei uns aufgenommen hat, was nicht vor den olympischen Winterspielen 2010 also in 2 Jahren sein dürfte.

Meine Ausflüge ins Web 2.0 habe ich hinter mir. Chat habe ich als einen ziemlichen Zeitfresser erkannt und beschränke mich darauf es für wichtige Nachrichten innerhalb der Familie oder zu Kollegen bei der Arbeit zu nutzen, und welchen Sinn es haben sollte von sich Bilder, Profile oder ähnliches in Myspace, StudiVZ oder anderem zu posten ist mir noch nicht so richtig aufgegangen. Dabei hat das letzte natürlich nicht so viel mit Technik dazu, denn für diese Dienste und Communities braucht man ja keine spezielle neue Hardware, sondern es ist nur eine andere Nutzung schon vorhandener Technologien.

Aber seien wir doch ehrlich: So viel neues gibt s seit Jahren nicht mehr auf der CeBIT. Prozessoren werden schneller, Speicherriegel haben mehr Speicher und Festplatten werden auch leistungsfähiger. Aber es fehlt so der echte Durchbruch, das komplett neue, das einen vom Hocker reist. Das muss nicht etwas weltbewegendes sein. Ich denke das letzte was es da gab war z.B. der MP3 Spieler. An und für sich was simples. Aber er ermöglicht es Musik mit einem winzig kleinen Gerät zu hören, unempfindlich gegen Stöße ohne bewegliche Teile, einfach von jedem am Computer erfüllbar ohne CD's zu brennen oder Kassetten zu bespielen. Oder der USB Stick, der es erlaubt wichtige Programme und Dokumente mitzunehmen wohin man will und dann vom Stick aus zu starten und zu bearbeiten. Ich denke dieser hat auch noch eine Zukunft vor sich wenn er in nicht allzu ferner Zeit so groß ist, dass er eine Betriebssysteminstallation speichern kann. Dann wird man ein Linux booten können und dort in gewohnter Umgebung arbeiten, auch wenn man im Urlaub ist oder mit wechselnden Geräten. Das ganze ginge sicher auch mit Windows, nur passt das wahrscheinlich nicht zu Microsofts Politik mit der Registrierung und der Hardwareverknüpfung von Windows.

Solange dem so ist bleibe ich ein Technikmuffel - das spart auch eine ganze Menge Geld, denn die Early Adapters setzen gerne viel Geld in den Sand. Aktuelles Beispiel: Das Ende der HD-DVD. Dabei bin ich froh, dass nun ein Format gesiegt hat, bevor die Geräte in den Preisbereich rutschen wo sie für jedermann erschwinglich sind. Denn bei HD-DVD und BlueRay durfte zumindest beim Brennen inkompatibel und man muss sich für ein Format entscheiden - das ist mehr wie bei Videostandards VHS, Betamax und video2000 als wie bei den DVD R-, R+ und RAM Formaten die sich (mit Ausnahme der DVD-RAM) nur in Kleinigkeiten unterschieden.

Doch auch BlueRay prophezeie ich in Deutschland erst ab 2010 einen großen Run - außer Enthusiasten werden sich die meisten erst dann einen HD fähigen Fernseher kaufen wenn auch das Fernsehprogramm in HD ausgestrahlt wird. 2007 verkaufte man in den USA pro Monat noch erheblich mehr DVD Spieler als HD-DVD und Blue Ray Geräte zusammen im ganzen Jahr. In diesem Sinne- mal sehen was es auf der nächsten CeBIT gibt.

Samstag 8.3.2008: Wie groß hättens Sie's denn gerne?

Heute mal wieder ein Versuchsballon. Nachdem der Beitrag über den "Kinder Maxi King" mit Abstand der beliebteste Blogbeitrag ist, und insgesamt sich die meisten nicht für mein Hobby Raumfahrt interessieren, heute mal wieder ein Blogeintrag für die Allgemeinheit. Anregung liefert mir mein SPAM Ordner. Da bekomme ich jeden Tag neue Angebote, wo ich Viagra und Cialis günstig kaufen kann. Nichts könnte mehr den mangelnden Erfolg von SPAM Mail ausdrücken, als englischsprachige Werbemails, für einen Shop in den USA an eine Mailadresse einer .de Domain für Viagra und Cialis, die soweit ich weis in Deutschland verschreibungspflichtig sind, also nicht von jedermann einfach so gekauft werden können.

Doch da sind auch die anderen Mails. Sie versprechen mir, das ich meinen Penis um Zentimeter ja sogar Zoll verlängern kann. Komisch, ich kenne eine solche Methode schon seit Jahrzehnten und für die brauche ich keine Mail Spaß beiseite, es muss offensichtlich Leute geben, die offensichtlich glauben, dass man mit Pillen, Gewichten oder Übungen sein bestes Stück verlängern kann.  Da hat selbst Brustschwimmen mehr Erfolg beim Aufbau eines Busens. Wobei ich mich langsam aber sicher an mein Thema herangepirscht habe: Vergrößerungen des Busens oder des Penis.

Diese unterscheiden sich in einem von anderen Schönheitsoperationen, wie ich glaube, in einem: Neben den Aspekt etwas für einen selbst zu tun, kommt auch der Aspekt dazu, dem anderen Geschlecht zu gefallen, oder besser gesagt vielleicht sogar die Vorstellung, ihm im derzeitigen Zustand nicht zugefallen, schlimmer noch,  nicht zu befriedigen oder unvollkommen zu sein. Das ganze treibt dann wilde Blüten. Ich denke da an die Busen einiger Hollywoodstarlets, die schon fast bedrohlich wirken. Da müssen die Damen die Vorstellung gehabt haben, Männer mögen Frauen mit Medizinbällen, nach dem Motto, je größer, desto besser. Außerdem müssen die Damen Männer für ziemlich dämlich halten, wenn sie meinen, dass der größte Teil von Ihnen Busen die so steif und aufgeplustert wie Bergmassive abstehen, so waaahnsinnig toll finden. Ich hätte da mehr Angst, mich beim Sex zu verletzen, oder von wogenden Brüsten eins auf den Kopf zu bekommen.

Noch um einiges verrückter, finde ich die Idee irgend etwas am Penis zu machen. Da ist zum einen das Risiko, das dies vielleicht etwas am Empfinden ändert, egal ob nun gestreckt wird oder Pillen eingenommen - wer weis was das für Nebenwirkungen auf die Durchblutung oder die Sinneszellen hat. Das zweite ist wohl diese Urangst die herum spuken muss, er wäre zu klein. Ich kann das nicht so ganz nachvollziehen. Das gute Stück sieht man ja erst kurz bevor es zum Einsatz kommt. Bis dahin ist sicher schon was im Vorfeld gelaufen - ein Rendezvous, vielleicht auch mehrere, Küsse, Knutscherei, ein Vorspiel. Man kennt sich also schon ein bisschen. Wie kann da jemand drauf kommen, dass dann nun plötzlich die Partnerin sagt "Der ist ja winzig..." Das scheint mehr so eine archetypische Männerangst zu sein. Das ist anders als beim Busen, bei dem man sich von der Größe auch durch die Kleidung überzeugen kann. Ich möchte ja nicht ausschließen, dass es sicher ein paar Männer gibt, die einer Frau wegen ihres Busens ansprechen. Doch bei den meisten spielen doch wirklich andere Dinge eine Rolle. Nein ich möchte nun nicht den Charakter und Seele ansprechen. Ich glaube zwar dass man auf Dauer wohl nur mit jemanden glücklich werden kann, mit dem man harmoniert und jemand mit einem miesen Charakter wird selbst mit dem besten Aussehen niemanden auf Dauer binden können. Aber wir alle wissen, dass man nicht immer gleich nach dem Partner/in fürs Leben Ausschau hält. Trotzdem glaube ich dass bei den meisten Männern der Busen nicht so wichtig ist. Viel wichtiger ist das Gesicht, aber auch die Ausstrahlung, das Lachen und viele andere Dinge die einem vielleicht nicht auffallen oder unterbewusst wahrgenommen werden. Wir alle wissen, dass "Mann" es gerne sieht wenn sein Gegenüber interessiert an ihm ist. Ich glaube solche Tricks, die manche Frauen nahezu vollkommen beherrschen, sind wesentlich effektiver sich jemanden zu angeln als irgendwelche körperlichen Merkmale. Des weiteren gibt es nicht "den Mann". Jeder fährt auf etwas anderes ab. Der eine vielleicht auf großen Busen, der andere vielleicht auf kleinen. Ich würde sogar so weit gehen zu behaupten, dass es bei einer Mehrheit nicht die Rolle spielt.

In diesem Sinne gilt doch das gleiche wie bei anderen körperlichen Merkmalen: Es gibt keine Norm, was "normal" oder "attraktiv" ist. Es ist deswegen ziemlich sinnlos einem scheinbaren Ideal hinterherzulaufen. Doch was meinen Sie, als geneigter Leser dazu? Mich würde ja die weibliche Leserschaft interessieren, sofern es eine solche bei meinem Blog überhaupt gibt. Vieleicht sollte ich mich mal wieder ein paare Ernährungsthemen widmen. Für die interessieren sich mehr Frauen, was ja auch sehr seltsam ist, denn Ernährung geht ja jeden an.

Sonntag 9.3.2008: Das ATV

Heute morgen startete es plangemäß, der erste ATV, getauft Jules Verne. Fertiggestellt wurde er schon vor einiger Zeit und ursprünglich sollte er schon letztes Jahr starten. Die Verschiebung liegt nicht an der ESA sondern dem schleppenden Ausbau der ISS: Hauptaufgabe des ATV ist es die ISS zu versorgen und da er viel leistungsfähiger als die bisherigen Progress Transporter ist braucht man ihn erst wenn die ISS von mehr Personen bemannt ist als die derzeitige 2-3 Mann Stammbesatzung. Das dürfte nun bald der Fall sein, nachdem zuerst im Oktober der europäische Verbindungsknoten (von der NASA Harmony getauft) gestartet wurde an den nun nach und nach weitere Labore angekoppelt werden. Den Start machte Columbus, beim nächsten Shuttle Flug kommt das japanische Kibo Modul dazu.

Wozu startet man den ATV? Anders als man es zuerst denkt ist der ATV keine Notlösung um die ausgefallenen Shuttleflüge zu ersetzen, sondern eine vertragsgemäße Leistung der ESA. Die ISS kostet Geld sowohl im Aufbau wie im Unterhalt. Anders als beim Spacelab will Europa nicht die NASA für Flüge zahlen und so gibt es die Bezahlung in Form von Sachleistungen. Die NASA bekam dafür zwei Module genannt Node 1 und Node 2 als Bezahlung für den Start von Columbus. Russland bekam Hardware wie Computersysteme für den Start von Astronauten in Sojus Kapseln und für den laufenden Betrieb zahlt Europa indem es pro Jahr einen ATV startet.

ATV Minilab

Die ISS wird von insgesamt 3 Transportsystemen angeflogen werden:

Es wird klar, dass das ATV extrem wichtig für die ISS ist. Zum einen hat ein ATV die Kapazität von 5 Progress und 2 HTV Flügen, man bräuchte von diesen also erheblich mehr für den betrieb. Zum anderen Transport es den Großteil des Treibstoffs den die Station braucht und hat von allen Versorgungsflügen auch das leistungsstärkste Treibwerk zum Anheben der Station. Erstaunlicherweise ist ein ATV daran gemessen nicht einmal besonders teurer: Ein Flug kostet etwa 300 Millionen Euro, etwa 6 mal mehr als eine Progress Kapsel, doch bei entsprechend mehr Nutzlast und zudem sind die Preise von Russland schlecht mit westlichen zu vergleichen (wohl auch ein Grund warum viele deutsche Firmen im ehemaligen Ostblock bauen). Als einziges der Module ist das HTV auch für eine sehr lange Betriebszeit ausgerüstet. Bis zu 6 Monate soll es im All bleiben. Es verfügt über eine eigene Energieversorgung, Antriebssysteme und kann eigenständig ankoppeln.

So verwundert es nicht, dass die ESA inzwischen eine Reihe von Studien veranlasst, wie man das ATV besser nutzen könnte. Schließlich gibt es durch den Ausfall der Shuttles eine Lücke im Transport. Schon 2004 gab es zwei erste Studien. Die erste untersuchte ob man nicht den Teil von ATV, der unter Druck steht durch einen Teil ersetzen könnte, der eine Kapsel beinhaltet und mit einem Wiedereintrittsschild ausgerüstet ist. Derartige Technologien wurden beim ARD erprobt. Dieser "Largo Cargo Return" getaufte Carrier soll größere Mengen an Fracht zur erde zurückbringen - das ist derzeit nicht ohne den Shuttle möglich. Damit könnte man auch die Racks an Bord der Station austauschen.

...

Die zweite Studie geht noch weiter. Die Kapsel soll ein Lebenserhaltungssystem erhalten und im ersten Schritt ein Rettungssystem für die Besatzung sein, nachdem die NASA ein derartiges Rettungsraumschiff nicht mehr weiter verfolgt. Natürlich wäre von dem Rettungsraumschiff der Schritt nicht mehr weit für einen Start von Besatzung, womit Europa einen eigenen bemannten Zugang zur ISS hätte und unabhängig von Russland wäre.

Eine dritter Studie will den Druckteil des ATV wegrationalisieren und dann viel mehr Fracht die keinerlei Druck benötigt /vor allem Gase, Waser und Treibstoff zur ISS bringen).

Doch das ist erst der Anfang weitere - allerdings nicht so intensiv verfolgte - Ideen sind, dass man mit dem ATV kleine Kapseln zur ISS bringt, diese mit wertvollen Ergebnissen belädt und so bis zu 150 kg zurück zur Erde bringt - nicht so viel wie beim Carrier, doch 5 mal mehr als eine Sojus Kapsel und dies erheblich preiswerter. Mehr noch: Das ATV mit seiner autonomen Steuerung könnte zu einem eigenen unbemannten Labor umgebaut werden. Experimente würden dort ohne Astronauten in perfekter Mikrogravitation durchgeführt werden (ohne die Störungen durch die Bewegungen der Astronauten. Mit zwei Kopplungsstutzen könnte man aus zwei ATV und einer Sojus Raumkapsel sogar eine eigene Mini Raumstation mit dem Volumen einer Saljut 6 oder 7 aufbauen.

Noch eine Bemerkung zum fernsehen, dort hörte ich dass man für das ATV die Ariane 5 "aufrüsten" musste, weil es zu schwer ist. Ich halte das für eine Fehlinformation, offensichtlich haben die Macher von 3SAT damit nur die Tatsache gemeint, dass eine Ariane 5 der Evolution Serie zum Einsatz kam die leistungsfähiger ist. Die ECS A Oberstufe mit Nutzlast wiegt fast genauso viel wie ein ATV und die EPS und die EPS muss keine Lasten aufnehmen, da sie innerhalb der H170 liegt und der andruck auf diese übertragen wird.


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