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Web Log Teil 57 : 11.3.2008-

Dienstag 11.3.2008: Abbildende Spektroskopie

Heute mal wieder ein längerer Beitrag getreu dem Motto "Da haben wir mal wieder was gelernt". Es geht um eine Klasse von Instrumenten, die unbemerkt eine Blüte erlebt hat: Abbildende Spektrometer.

Zuerst einmal eine Erklärung was Spektroskopie ist: Es ist die Aufspaltung von elektromagnetischen Wellen nach ihrer Frequenz in einzelne Messwerte. Das ganze kann man bei allen elektromagnetischen Wellen machen, von Gammastrahlen bis hin zu Langwellen. Ein Radio ist z.B. ein Spektrometer für UKW Wellen. Sie selektieren einen Bereich durch die Wahl der Frequenz und würden sie durch alle Frequenzen durchgehen und dabei jeweils die Lautstärke in der Y Achse notieren (die X Achse ist für die Frequenz bestimmt) so hätten sie ein Spektrogramm.

Nun die Instrumente die ich nun bespreche arbeiten im sichtbaren Licht und im Infraroten. Die Sonne sendet Strahlung dieser Wellenlänge aus und schon im Spektrum des Sonnenlichts findet man Einbrüche - scharf begrenzte Linien. Diese entstehen, weil Atome in der Korona und Photosphäre der Sonne Energie aus dem Licht aufnehmen und dabei Elektronen von einer Bahn auf eine andere springen. Jede Wellenlänge entspricht einer Energie und weil diese Sprünge nur von einer Bahn zur anderen gehen, aber nie in den Zwischenraum dazwischen, wird nur Energie einer bestimmten Wellenlänge absorbiert (analog wie wenn sie einen Ball genau in einem Basketballkorb versenken wollen - dazu muss er genauso so hoch wie der Korb geworfen werden - zu wenig und er erreicht den Korb nicht, zu viel und er prallt am Schild ab.)

Kommt nun das Sonnenlicht auf einen Planeten oder Mond, so absorbieren die Atmosphäre und die Oberfläche auch Energie. Die Energie regt Atombindungen zum Schwingen, Oszillieren und Rotieren an. Auch hier hängt die Wellenlänge von der Bindung ab. Allerdings gibt es hier einen breiten Bereich, weil die Bindung unterschiedliche Energien aufnehmen kann. Als ich noch Lebensmittelchemiker war, und es keine Computer für normale Studenten gab, musste man z.B. unbekannte Materialen durch Spektren vergleich bestimmen. Man schaute in der Literatur nach welche Bindungen wo in welchem Muster absorbieren, dann hatte man einige Bindungen des Moleküls. Damit suchte man nach Substanzen die diese Bindungen enthielten. War dort ein Teil des Spektrums identisch, so hatte man einen Molekülteil identifiziert z.B. einen aromatischen Ring, und man konnte nach ähnlichen Verbindungen suchen, welche den Rest des Spektrums (die dort identifizierten Bindungen) enthielten. Das war zum einen sehr lehrreich, aber auch sehr öde. Ich kann mich noch erinnern, dass ich knapp 2 Jahre nach dem Uni Studium in einem Praktikum dieselbe Aufgabe von einem Laborleiter bekam, der mich wohl damit abwimmeln wollte. Dummerweise hatte er eine Substanz rausgesucht, die ich schon mal identifizieren musste und so hatte ich die Lösung nach einer halben Stunde anstatt der vom Laborleiter erhofften Tage.

Diffiziler ist es wenn sich die Spektren überlagern, weil in der Atmosphäre mehrere Substanzen sind oder der Boden aus mehreren Mineralien besteht. Doch auch das ist lösbar. In meinem ersten Staatsexamen bestimmte ich 3 rote Farbstoffe, nicht wie üblich durch Dünnschichtchromatographie, sondern durch Spektren vergleich. Spektren liefern Daten über die mineralogische Zusammensetzung des Bodens und der Atmosphäre. Wie stark eine Substanz absorbiert ist ein Maß für ihre Menge. Kurzum: Man erhält so die Zusammensetzung von Planeten und Atmosphären - ohne eine direkte Analyse.

Mineralien absorbieren Licht im sichtbaren Bereich bis zum nahen Infrarot. Organische Stoffe und flüssige bis feste (extrem kalte) Gase im nahen bis mittleren Infrarot und Atmosphärengase im mittleren bis fernen infrarot. Daher haben zahlreiche Raumsonden ein Spektrometer für das sichtbare Licht und Infrarot an Bord. Ein solch klassisches Instrument besteht aus einem Teleskop, das Licht bündelt. Im Strahlengang ist dann eine Blende, die nur noch einen Schlitz durchlässt. Das begrenzt das Licht auf eine Stelle. Das Licht trifft dann auf ein Gitter, wo es durch Brechung in Spektralfarben aufgespalten wird (vergleichbar dem Regenbogen den eine CD erzeugt9. Das so entstandene Spektrum ist dann ein langgezogener Streifen, der entweder von einer sehr langen Zeile von Detektorelementen oder wenigen Detektoren, die mit einem Schrittmotor entlang dem Spektrum bewegt werden, erfasst werden.

Man erhält so ein Spektrum mit sehr hoher spektraler Auflösung, d.h. jedes Detektorelement deckt nur einen kleinen Wellenlängenbereich ab. Allerdings bekommt man es nur von einem Punkt, und man hat zwar so eine sehr gute spektrale Auflösung, aber eine sehr kleine räumliche Auflösung. Gute Spektrometer dieser Art, wie das PFS haben z.B. 10000-20000 Meßpunkte, aber ihre räumliche Auflösung ist sehr gering. CIRS an Bord von Cassini braucht sehr viele Vorbeiflüge um auch nur eine halbwegs komplette Karte mit Messungen von Titan anzufertigen. Von den anderen Monden gibt es nur Messungen kleiner Ausschnitte oder eben gleich des ganzen Mondes.

CRISMSeit Anfang der neunziger Jahre hat man neue Instrumente entwickelt, eine Art Zwitter zwischen Spektrometer und CCD Kamera - Die Optik und das Gitter ist wie bei einem klassischen Spektrometer. Doch dahinter setzt nun ein Array CCD Detektor, z.B. mit 256 x 256 Pixeln.

In der Y Richtung (Spalte) bekommt man den Schlitz zu sehen, also die räumliche Information. In der X Richtung (Zeile), das Spektrum also die spektrale Information. Das alleine ist nicht viel besser als ein normales Spektrometer - man hat eben anstatt wenigen nun 256 Bildpunkte untereinander. Doch wenn man nun durch einen Schrittmotor das Teleskop bewegt, erhält man Spalte für Spalte ein zweidimensionales Bild. Der Nutzen ist dann doppelt da: Die räumliche Auflösung ist deutlich höher, als bei einem klassischen Spektrometer und man kann neben dem Spektrum eines Punktes auch ein Bild des Himmelskörpers in einer Spektralfarbe machen und so z.B. Falschfarbenaufnahmen machen bei denen man mit Farben das Vorkommen von bestimmten Mineralien kodiert.

Der Hauptnachteil dieser Instrumente ist ihre enorme Datenmenge. Sie liefern pro Punkt viel mehr Daten als eine Kamera, selbst wenn man bedenkt das IR Sensorelemente viel gröber auflösen als CCD fürs sichtbare Licht. Für ein Bild eines Mondes von 256 x 256 Pixel räumlich, kommen pro Punkt 256 spektakle Messungen, also die 256 fache Menge einer Kamera derselben Auflösung. Daher betreibt man Cassinis Instrument meist in einem Summenmodus, indem es nur 64 x 64 x 64 Elemente erzeugt. Omega an Bord von Mars Express nutzt schon 352 Spektralkanäle. Heutige CCD sind bis 1024 x 1024 Pixel groß, würden also noch viel höhere räumliche und spektrale Auflösungen erlauben, doch da kommt man an die Grenze die man übertragen kann.

Heute findet man abbildendes Spektrometer an Bord fast jeder Raumsonde - Auf Dawn, Rosetta und Venus Express z.B. VIRTIS. An Bord von Mars Express ist es Omega. An Bord des MRO ist es CRISM und SIR und M3 an Bord von Chandrayaan 1. Diese Instrumente sagen uns mehr als Kameras und sie werden immer wichtiger - Die Oberfläche des Mars ist heute so gut bekannt wie man sie für geologische Untersuchungen kennen muss, doch ihre Zusammensetzung ist noch kaum erforscht. VIMS konnte auf den Saturnmonden unterscheiden wo im eis sich Ammoniak, Kohlenmonoxid und Methan befindet, wo organische Stoffe - auf den Bildern sehen die Monde absolute einfarbig aus. Und VIRTIS sieht im infraroten Bodenstrukturen durch unterschiedliche Temperaturen, und soll so auch nach heißen Quellen (Vulkanen) suchen.

Sodele, bis in ein paar Tagen, derzeit habe ich viel zu tun....

Mittwoch 12.3.2008: Mein erstes Werk...

Das Gemini Programm

Nach knapp 4 Wochen ist es nun endlich im Handel. Mein erstes Buch über das Gemini Programm. Es war ein hartes Stück Arbeit und unterscheidet sich von meinen Webartikeln in zweierlei Hinsicht

Das Thema wird komplett mit allen Facetten abgehandelt, ich denke im deutschsprachigen Raum ist es das wohl umfangreichste Werk zu Gemini, das sehr im Schatten von Apollo Stand. Viele Autoren ließen es aus, weil ja gleich danach die Apollo Flüge stattfinden sollten.

Zum zweiten ist es sehr gut lesbar, mehrfach auf Formulierungsfehler und Rechtschreibefehler durchgesehen und auch die Kommasetzung nähert sich den Rechtschreibregeln an (wer behauptet perfekt ohne Fehler ein 68 Seiten Werk zu schreiben ist entweder sehr gut oder ein Lügner, ich bin beides nicht).

Mal sehen. Ich habe mir vorgenommen, wenn ich wenigsten 100 Exemplare davon verkaufe (das ist so ungefähr die Menge wo die eigenkosten wieder reinkommen), dann werde ich noch eines schreiben. Das nächste vielleicht über Nahrungsmittelkennzeichnung, die Fallstricke und Tricks mit denen da gearbeitet wird. Hier die Daten für interessierte:

Das Gemini Program

Technik und Geschichte

von Bernd Leitenberger

68 Seiten, broschiert

Preis: 5,40 Euro

ISBN: 9783837029680

Bei Libri.de

Bei Amazon.de

Bei BOD.de, dort habe ich das Buch verlegt.

Dort findet man auch den Klappentext und hoffentlich bald ein ausführlicheres Portrait von mir.

Sonntag 16.3.2008: Programmieren

Wie bereits angekündigt war es in der letzten Woche still um den Blog. Das liegt daran, dass ich letzte Woche (und auch noch zu Beginn der nächsten Woche) extern arbeite. Als Student habe ich ein System für eine ART programmierbare A/D D/A Box von Jäger erstellt, mit dem man in dem Bereich Customer Support bei Pilz die eigenen Steuerungen testet,

Das fing ich in den Semesterferien einmal an und habe dann bis zum 7.ten Semester in den Ferien einen dauerhaften Job gehabt. Nun kam der Wunsch auf ich möge das Packet doch auf Windows XP und Vista anpassen und einige Erweiterungen vornehmen. Bis zu 2 Wochen dürfte ich dafür brauchen. Das wird nicht der Fall sein. Wahrscheinlich bin ich spätestens bis Dienstag fertig, wenn keine neuen Wünsche mehr auftreten. Das ich dabei etwas dazu verdiene ist ein Aspekt der Sache, aber ein anderer ist, dass man eine echte Erfolgsrückkopplung hat. Ich programmiere etwas, mit weitgehenden Freiheiten, oftmals vorausschauend die Wünsche der Anwender ahnen (oder besser gesagt, was ich gerne in dem Packet hätte, wenn ich Anwender wäre) und Leute arbeiten gerne damit, sagen dass es schon "nahezu perfekt ist". Es ist schon ein erhebendes Gefühl, wenn3,4 Leute mit unterschiedlichen Aufgabenstellungen und unterschiedlichen Wünschen mit einem Programm von dir arbeiten und sie sind zufrieden.

Aber das ist sicher nicht der Grund warum ich programmiere und dies nach wie vor gerne tue, sei es um mir dir Arbeit zu erleichtern oder privat an meinen eigenen Programmen weiter arbeite. Es ist noch immer die Faszination die Programmieren an sich hat und die auch andere verspüren, wie ich bei dem Lesen von Steven Wozniak Biographie iWoz feststellen konnte. Der Computer ist die einzige Maschine die der Mensch gebaut hat, die nicht einen bestimmten Zweck hat sondern universell ist. Durch Programmieren kann man den Computer dazu bringen das zu tun was man will. (Zumindest wenn man keine Fehler dabei macht). Man muss sich in den Formalismus einer Programmiersprache begeben, doch wenn man die mal begriffen hat, dann fällt es mit jedem Programnm einfacher.

Ich möchte heute mal eine Lanze dafür brechen, dass Sie sich mit dem Programmieren beschäftigen. Zum einen weil es Spaß macht, es aufregend ist und wenn man drin ist fast süchtig machen kann. Zum anderen weil eine sehr tiefe Befriedigung einsetzt wenn man etwas wirklich gutes gemacht hat.

Es gibt eine Menge Wegen Programmieren zu lernen und auch verschiedene Gebiete wo man dies tun kann und es nützlich ist. Jedes Betriebssystem hat heute eine Skriptsprache mit der man vieles automatisieren kann oder aus Tools viel mehr herausholen kann. Damit stellen sich schnell Erfolgserlebnisse ein. Diese Skriptsprachen sind nicht universell und manchmal auch nicht sehr systematisch oder sie arbeiten mit vielen Sonderzeichen, aber es ist ein guter Einstieg. Unter Windows mit dem Windows Scripting System ist es sogar recht komfortabel.

Das nächste ist der Bereich Web. In HTML Seiten kann man JavaScript einbinden  oder man kann HTML und PÜHP vermischen und damit sehr viel machen (ganze Context Managementsystem, Webblogs etc. sind so entstanden). Oder man bettet Java - eigentlich eine große Programmiersprache als Applet ein. Auch da hat man gleich den Nutzen in der eigenen Homepage. Ein Problem für JavaScript ist vielleicht, das es nicht so was wie eine kostenlose Entwicklungsumgebung ist und der Browser ist da nicht so hilfreich.

Es gäbe dann noch einige andere Schriftsprachen zu erwähnen wie Python, Ruby oder Pearl. sie unterscheiden sich in Syntax und Schwächen und Stärken. Der Nachteil dieser Sprachen kann auch ein Vorteil sein. In der regel erzeugen die Compiler keine ausführbare Datei, also in Windows eine .exe auf die man klicken kann und die man jemanden geben kann, damit er das Programm hat. Stattdessen interpretiert ein Programm den Code wenn man es startet. Das bedeutet einige Freiheiten in der Programmierung, aber auch dass man immer den Interpreter installieren muss. Bei einigen populären Programmiersprachen gibt es allerdings Module für Webserver so für Python und Pearl. Dann kann man diese von einem Browser aus aufrufen. Ist dann aber auch auf den Browser als Medium beschränkt.

Daher bin ich noch immer der .EXE Fetischist. Ich benutze vorwiegend Programmiersprachen die eine ausführbare Datei erzeugen. Die kann ich dann zum Download anbieten oder jemanden zuschicken. Er kopiert das ganze in ein Verzeichnis und fertig ist es. Es gibt eine Reihe von Programmiersprachen die man so nutzen kann. Ich bin Delphi Fan und inzwischen wird auch eine Version davon verschenkt. Meine Begeisterung hält sich aber in Grenzen, da einer der großen Vorteil von Delphi ist, dass man damit sehr einfach neue visuelle Steuerelemente entwickeln kann und es gibt Unmengen davon im Netz viele nutze ich regelmäßig wie ein Steuerelement das einen Syntax Highlight Editor implementiert (in meinem Smarteditor), man kann ihn leicht um weitere Programmiersprachen erweitern. Das Erweitern ist bei der kostenlosen Version leider nicht möglich. Trotzdem findet man dort erheblich mehr schon existieren Elemente als im Visual Studio von Microsoft.

Microsoft verschenkt dieses auch - nur eben nicht in der Version für alle 3 Programmiersprachen (C#, C++ und Visual Basic), sondern für eine. Man muss sich also entscheiden, was aber nicht tragisch ist, da man meistens sowieso bei einer bleibt. Visual Basic kommt von der Syntax her den Anfängern noch am meisten entgegen, es ist verständlicher. Wer einmal beruflich es nutzen möchte sollte mit C# anfangen, das ist auch die Programmiersprache die am meisten kann. (In der Berufswelt gelten leider bestimmte Sprachen als supertoll, weil weit verbreitet und andere als nicht so seriös. Das hat oft mit der Geschichte zu tun: Delphi und Visual Basic haben beide ihre Wurzeln in Paketen für Hobby Programmierer. C und C++ in Programmiersprachen die zuerst auf größeren Systemen zuhause waren und an die kamen nur ausgebildete Programmierer ran. Obwohl man heute fast alles was man in C machen kann auch in Delphi oder VB machen kann hält sich dieses Vorurteil über Jahrzehnte).

Einige nützliche Links

Codegear Download Page. Dort können sie die kostenlose Delphi Personal Version herunterladen. Die kostenlose Version ist "Turbo Delphi Explorer", wahlweise erhältlich als .NET Version oder zum Erzeugen von "normalen" Windows Programmen.

visual Studio Express Download Page - Das entsprechende Pendant bei Microsoft.

Eclipse Download Page - Das ganze für Java bzw. mit Plugins auch für andere sprachen nutzbar.

Mittwoch: 18.3.2008: Das Elektroauto zum dritten!

Er geistert durch die Gazetten und war auch schon im Fernsehen zu sehen: Der Think City, ein norwegisches Elektroauto mit 180 km Reichweite und 100 km/h Spitze. Gerade dieses Top-Modell zeigt aber auch die Nachteile die heute noch ein Elektroauto hat. Hier einige Daten zum Think City

Länge 3.12 m
Höhe 1.55 m
Breite 1.60 m
Karosserie aus ABS Kunststoff
Leistung des Antriebs 30 kWh
Reichweite 182 km - 200 km (Stadtzyklus)
Spitzengeschwindigkeit 100 km/h
Leistung der Batterien  
Natrium-Nickelchlorid 245 kg / 28 kWh
Lithium-Eisenphosphat 260 kg / 19 kWh
Lithium-Mangan 260 kg / 26 kWh
Beschleunigung 0-50 km/h 6.5 sec
Beschleunigung 0-80 km/h 16 sec
Aufladezeit 10 H bei 230 V
Leergewicht: 1397 kg

Zur Erklärung. Die Standardbatterie von 28 KWh Speicherkapazität wird 300 °C heiß, sie soll daher schnell verschließen. Die beiden Alternativen mit geringerer Leistung gelten als langlebiger. So ist der Think in meinen Augen noch weit davon entfernt die Benziner obsolet zu machen. Man sieht bei diesem Wagens sogar recht deutlich die Nachteile des Elektroantriebs:

Die Batterie ist schwer - Sie macht nicht nur alleine 245 kg aus, sondern sie ist auch an dem Gesamtgewicht von 1397 kg - enorm viel für einen so kleinen Wagen schuld. (Ein Lupo wiegt leer 825-1097 kg je nach Modell bei etwa gleichen Abmessungen)Jedes Kilo mehr erzeugt natürlich weiteres Gewicht in der Zelle, da hilft es wenig wenn die Karosserie aus ABS Kunststoff ist. Der Motor ist dann auch bei einem so schweren Wagen etwas untermotorisiert, wie man deutlich bei der langsamen Beschleunigung von 0 auf 80 sieht. Man braucht für die letzten 30 km/h glatte 10 Sekunden. Trotzdem reicht die Reichweite von 180 km nicht für eine nur längere Fahrt, geschweige denn für eine Urlaubsreise und bei 10 Stunden Ladezeit wird sich da auch nichts ändern. Das ganze bleibt ein Luxus-Zweitauto für Leute mit einem schlechten Gewissen oder wenn wie in einigen Metropolen bereits geplant oder verordnet man nur noch mit einem Elektroauto in die Innenstadt kommt. Da der Strom aber erst erzeugt werden muss, ist das sicher kein Ausweg aus der Knappheit der fossilen Brennstoffe, nur verlagert man von Erdöl auf Kohle oder Gas. In der Energiebilanz muss man zwei Dinge unterscheiden: Den Verbrauch es Wagens (28 KWh für 180 km entsprechen etwa 1.63 l Benzin/100 km) und der Primärenergieverbrauch der bei Strom bei einem Wirkungsgrad von etwa 42 % liegt und dann den Primärenergieverbauch auf 3.9 l/100 km anhebt, also so viel wie sparsame Benziner heute erreichen, bei besseren Fahrleistungen.

Finanziell lohnt es sich noch: Bei den heutigen Strompreisen (0.2 Euro/kWh) kosten 28 KWh etwa 5,60 Euro, das sind 3.2 Euro/100 km, also so viel wie etwas mehr als 2 l Benzin kosten.

Bei einem Vergleichstest schnitt auch ein Hybridauto meist einem gleich stark motorisierten Benziner nicht gut ab - je nach Profil (Stadtzyklus / Straße) war mal das eine, mal das andere besser. Die Unterschiede betrugen aber nur etwa 0.3-0.5 l/100 km, was bei einem Gesamtverbrauch von 8.5-9l/100 km ich mehr als normale Schwankungen denn als signifikante Unterschiede verbuchen würde. Der Grund: Der Hybridantrieb wog wegen der zusätzlichen Naben-Elektromotoren und einer 72 kg schweren Batterie insgesamt 147 kg mehr als der Benziner und dieses Gewicht muss erst mal bewegt werden. Da kann der Antrieb noch so sparsam sein, das ist ein echtes Handicap.

Ich meine das das Auto im heutigen Sinne sowieso ausgedient hat. 1 t Masse werden bewegt um 1-2 Personen mit 150-200 kg Gewicht zu befördern. Das ist doch irrwitzig. Dabei werden Autos immer schwerer, der Golf hat 600 kg vom Golf I zum Golf V zugelegt, vorwiegend wegen Komfortfunktionen. Wenn Leute bereit sind, ein Elektroauto mit 100 km/h Spitze und einer miserablen Beschleunigung zu kaufen, warum baut man dann nicht Benzinautos mit sehr kleinen Motoren, die leicht sind und dann auch entsprechend weniger Sprit verbrauchen? In den fünfziger Jahren gab es den Messerschmitt Kabinenroller. Ein 175-191 cm³ Motor mit 9-10 PS Leistung verhalf ihm zu einer Höchstgeschwindigkeit von 80-90 km/h. Die Masse betrug nur 95-220 kg (Einsitzer/Zweisitzer). Nun ja mit einem solchen Auto wäre doch heute das 3 l Auto kein Problem (damals brauchte der Wagen 3.5 l/100 km, doch heute dürfte ein viel weniger Wert kein Problem sein. der VW Lupo, als erstes 3 l Auto der Welt erreichte seinen Benzinverbrauch von 2,99 l/100 km/h mit einem 1200 cm³ Motor mit 45 PS - mit 5 mal weniger Leistung müsste man also leicht auf unter 1 l/100 km kommen. Aber damit kann man weder angeben und wird sich wahrscheinlich noch schlimmere Witze als Smart Besitzer erdulden. So muss das Portemonnaie wohl noch weiter bluten bis ein Umdenken einsetzt, oder man kommt auf andere Ideen: Wie ich heute im Radio hörte geht in einer Badischen Stadt inzwischen der Heizöldieb um und inzwischen montieren sich Autobesitzer gestohlene Kennzeichen an den wagen um ungestraft an einer Tankstelle vollzutanken und dann abzuhauen....

Mittwoch: 19.3.2008: Die Gammastrahlung der Venus

anstatt eines Blogeintrags, die Korrespondenz mit P.G:

P.G:

Halle Herr Leitenberger,
Mich würde die Gesamtenergieabstrahlung der Venus auf der Nachtseite interessieren, in W/m².
Nirgendwo habe ich dazu etwas gefunden. Nur schöne Bildchen.
Vielen Dank
pg

Antwort:

Es tut mir leid, damit kann ich Ihnen auch nicht dienen. Da die Venus aber eine nahezu gleichmäßige Abstrahlung unabhängig von Breitengrad und Tag/Nachtseite ist, sollte man sie einfach über das Stefan-bolzmannsche Strahlungsgesetz errechnen können.

mit freundlichen Grüßen
Ihr
Bernd Leitenberger

P.G.:

Hallo Herr Leitenberger,

vielen Dank für Ihre Antwort. Natürlich kann man die Strahlung rechnen. Aber nur dann, wenn man wirklich alles weiß. Aus diesem Grund wollte ich ja die gemessene Gesamtabstrahlung haben. Nach der Oberflächentemp. ergäbe sich ja eine sehr hohe Abstrahlung, welche die Sonne nicht aufbringen kann. Das würde einen sehr hohen Wärmefluß aus dem Venusinneren bedingen und das wiederum bedeutete, daß die Kruste der Venus nur eine Dicke von nun ungerechnet nur einigen Zentimetern haben könnte. Also mix mit Berg, Tal, Vulkankegeln usw., wie die phantasiereichen künstlerischen Bildchen einem vormachen.

Freundlichen Gruß
pg


Antwort:

Ähhhh haben Sie sich überhaupt über die Venus informiert?

Schauen sie mal nach den Stichwörtern "Kohlendioxid", "Oberflächendruck bei der Venus", "Zusammensetzung der Atmosphäre" und vor allem nach dem Stichwort "Treibhauseffekt".....

Dann wissen sie dass sie Gammastrahlung aus mehreren Gründen ignorieren können.

P.G.:

Lieber Herr Leitenberger,

so wie Sie bin ich auch ausgewachsener DI, Maschinenbau, wahrscheinlich aber schon etwas älter (60anni), dennoch aber im Hirn noch halbwegs fit

Ich habe mir gerade versucht das Spektrum von CO2 reinzuziehen (wie auch den dazu passenden Rotwein) und habe die Auswirkung bei einer Temp. von 470°C auf die Absorbtion halbwegs gerechnet. Die Daten mögen falsch sein, aber mehr habe ich wankenden Blickes nicht entnehmen können.

Einen Absorbtionsbereich sehe ich bei 2702 - 2860 nm und bei 4166-4545nm. Dann war noch etwas bei 13000-16000nm, das kann aber auch das Gegenteil gewesen sein. Beschriftung war nicht klar (für den durch Rotwein getrübten Durchblick).

Für einen 470°C Strahler wären das der Reihenfolge nach 1,95% + 6,2%+3,7% = 12% der gesamten (470+273)K Bodenstrahlung, welche "irgendwie" beeinflußt werden könnte. Mehr nicht.

Das kann also niemals die sehr hohe vorgebliche Bodentemperatur der Venus erklären, selbst wenn man einen Treibhauseffekt unterstellen würde.

Parallel dazu habe ich mal den Gasherd angemacht, um die Strahlung von viel CO2 und H2O bei rund 2000 K mit dem Finger zu "messen". Das war zwar spürbar, aber nicht sehr viel.

Sicher haben Sie nun gemerkt, daß ich Einiges nicht so recht glaube. Dies insbesonders deshalb, weil bei der nun wirklich schon länger agierenden Sonde einfach keine vernünftigen Daten bekannt gegeben werden bzw. einige Details mir komisch vorkommen.

Beim Erdtreibhauseffekt rechnet man zwar mit einem Albedeo von (weiß nicht mehr) ca. 0.3, aber bei der Rückstrahlung setzt man vollkommen unzulässigerweise 1 ein, was direkt zwingend falsch und unzulässig ist. 0.9 könnte ungefähr der richtige Wert sein, wenn man sich verschiedene Strahlungszahlen bei 300 K ansieht. Macht man dies, ist der Treibhauseffekt bereits im Nirwana verschwunden.

Natürlich kenne ich den Oberflächendruck der Venus bzw. die Daten, welche bekannt gegeben wurden. Seit vielleicht 25 Jahren. Irgendeine Sonde soll schon mal gelandet sein und sogar Aufnahmen von der Oberfläche gemacht haben. Bei 480°C Umgebungstemperatur mit 1000 to/m² Gas über sich.

Wir waren auch schon auf dem Mond, vor 40 Jahren, und das WTC ist einfach so zusammengefallen. In 10 oder 20 Jahren wollen wir noch einmal zum Mond.

Außerdem haben wir in Windeseile die gesamte Mondmission geplant und sehr erfolgreich mehrfach durchexerziert. Mit Rechnern, welche fast an die Leistung meines Hosentaschenrechners herankommen.

Ich habe auch gesehen, daß man mit Goldfolie die Beine und sonstiges von der Mondlandefähre isoliert bzw. vor der Strahlung geschützt hat. Jedenfalls im Theater. Tatsächlich weiß ich aber, daß so eine Goldfolie das ungeeignetste Schutzmittel von allen denkbaren Materialien gewesen wäre. Sie wird nämlich gut 500°C warm. Jeder Heizkörperlackanstrich oder gar nichts wäre geeigneter gewesen.

Damit wollte ich nur sagen, daß wir nicht alles glauben dürfen, was von sogenannter wissenschaftlicher Seite an uns herangetragen wird.

Ich kenne zwar einige veröffentlichte Daten der Venus, nur fehlt mir aus verschiedenen Gründen einfach der passende Glaube

Freundlichen Gruß
pg

Antwort:

Lieber Herr G.,

Ich erspare mir eine Antwort auf ihre Einwände, weil ich derartiges schon von den Moon Hoaxern kenne. Wenn sie nicht dem "glauben" was durch zahlreiche Messungen von Raumsonden, aber auch von irdischen Teleskopen bestätigt wurde, dann werden sie auch mir nicht "glauben".

Es geht auch weniger um die genauen Daten als um das Verständnis der Vorgänge. Hier haben sie offensichtlich andere Vorstellungen was passiert als das was heute als gesicherte Erkenntnis gilt und kommen daher zu anderen Ergebnissen, woraus sie schließen, dass sie seit Jahrzehnten getäuscht werden. Das verstehe ich, ist in sich auch logisch. Leider fehlt der Beweis. Nur ein Beispiel: Der Mond bekommt genauso viel Strahlung wie die Erde von der Sonne. Wenn sich also die Goldfolie auf dem Mond auf 500 °C aufheizt sollte sie es in einem evakuierten Gefäß (um eine Kühlung durch die Atmosphäre zu vermeiden) auch. Haben sie das nachgeprüft? Die Folie können sie z.b. von EADS bekommen, die packen nach wie vor ihre Satelliten darin ein (vielleicht sagen sie ihnen bei der Gelegenheit auch, dass die Satelliten längst durch die 500 °C Strahlung kaputt sind und wahrscheinlich UFO's die Aufgabe der Satelliten übernommen haben).

mit freundlichen Grüßen
Ihr
Bernd Leitenberger

Seitdem habe ich von P.G. nichts mehr gehört....


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