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Web Log Teil 578: 24.12.2019 - 30.12.2019

24.12.2019: Benchmark my Computer!

Die ct‘ hat in der Ausgabe 10/1987 einen kleinen Benchmark vorgestellt, den sie dann auch einige Jahre lang genutzt hatte. Die als HL-Benchmark bezeichneten Programme (HL: für High Level) sollten auf Hochsprachenebene verschiedene Aspekte eines Computers testen:

Die ct hat den Benchmark damals in BASIC, C und Pascal veröffentlicht. Getestet hat sie ihn auf IBM PC, AT und 286-er Rechnern, Macs, Atari ST, Amiga und dem CPC 6128. Was sie nicht gemacht hat, war es die anderen 8 Bit Rechner zu testen und das möchte ich nachholen – mit eurer Hilfe.

Ich habe die Benchmarks in diesem ZIP-Archiv zusammengepackt. Es enthält die BASIC-Version für den CPC 6128 als ASCII-Datei sowie die Benchmarks in C und Turbo Pascal für DOS-Rechner und als EXE. Wer seinen neuesten Rechner testen will, die Benchmarks auch in Lazarus, als Kommodzeilenprogramm unter CMD unter Windows lauffähig, Lazarus Quelltext für andere Systeme (läuft auch auf einem Raspberry Pi oder Mac) liegt bei.

Während die C und BASIC Benchmarks mit Ausnahme der Routinen für die Zeiterfassung der ct‘ entsprechen habe ich den Pascal Benchmark noch einige Jahre lang auf verschiedenen Rechnern getestet. Er hat daher auch noch eine Eingabe vor dem Start: dDen Skalierungsfaktor. Vereinfacht gesagt: die Benchmarks brauchten auf den Originalrechnern damals je nach Routine 1 bis 120 s pro Teilbenchmark. Heute sind die Rechner viel schneller und die Ausführungszeit rutscht dann in einen Bereich, denn die Betriebssysteme nicht sauber messen können. Windows hatte in der XP-Version z.B. eine Zeitauflösung von 20 ms. Mit dem Skalierungsfaktor werden die Schleifen häufiger ausgeführt und so eine präzisere Messung bekommen. Man kann mit dem Faktor 1000 anfangen und sich dann in Zehnerpotenzen hochangeln. Wer einen aktuellen Rechner mit SSD hat, sollte mit einem Faktor von 10.000 bis 100.000 beim Lazarus Benchmark arbeiten.

Was ihr in jedem Falle bei einem alten 8 Bit Rechner am Quelltext ändern müsst, ist das Anpassen der Zeiterfassung. Die wird vor jedem Benchmark gemacht und nach dem Benchmark die vergangene Zeit seit der Erfassung bestimmt. Bei meinem CPC gab es dazu das Time Kommando, das wiedergab, wie oft eine Variable durch den Interrupt (300-mal pro Sekunde) hochgesetzt wurde. Die C und Pascal Routinen nutzen für die Zeiterfassung die DOS-Funktion Gettime. Wenn das System die Zeitmessung nicht bietet, müsst ihr von Hand stoppen. Dann würde ich eine Zeile, in der das System wartet, einfügen (Readln, Input, getc …) damit ihr die Zeit aufschreiben und euch auf die nächste Messung vorbereiten könnt.

Anzupassen beim BASIC-Listing – ich vermute mal für die meisten 8 Bit Rechner gibt es keinen C oder Pascal Compiler – ist in jedem Falle die Grafikausgabe und das Speichern auf Disk.

Die Grafikausgabe besteht aus Folgendem:


Speichern:

Mir ist klar, das viele ihren alten Compi nicht mehr haben. Inzwischen sind sie bei ebay sogar stellenweise noch teurer als zu den Zeiten, wo man sie noch neu kaufen konnte (der C64 wird übrigens neu gefertigt, wenn auch nicht mit Originalhardware, man kann ihn mit Joystick für 200 Euro bei Amazon kaufen). Daher akzeptiere ich auch Emulator-Ausgaben. Knackpunkt dürfte dabei das wirklichkeitsgetreue Emulieren der Disk sein, das ist wegen der Mechanik schwerer als bei der Elektronik. Da man für das Anpassen der Programme Kenntnisse der Computerhardware kennen muss, hoffe ich auf eure rege Teilnahme. Besonders gespannt bin ich auf die Ergebnisse vom C64, schließlich meinen die C64 Fans in den Kommentaren zu meinem Artikel, das diese ja so viel besser als ein CPC ist. Ich glaub es nicht, aber ich lasse mich gerne eines Besseren belehren.

Ich würde mich freuen, wenn wir eine Übersicht für möglichst viele 8 Bitter zusammenbekomme. Gerne aber auch für Macs, Atari ST und Amigas. Ergebnisse bitte hier posten, ich werde die Tabellen dann aktualisieren.

Benchmark in TP

Integer

Realzahlen

Funktionen

Text

Grafik

Speichern

IBM XT, Herkules Karte

1,23

37,44

53,74

64,20

6,59

9,94

Schneider PC 8086, 8 MHz

0,71

15,82

22,19

49,12

1,93

9,88

V30 8 MHz

0,33

14,72

21,09

21,42

1,59

2,20

Kapyro AT

0,22

10,33

10,89

32,44

2,47

9,83

Atari ST

0,42

10,10

13,98

43,48

1,30

35,11

Macintosh

0,45

41,42

77,28

51,35

8,35

9,82

Macintosh II

1,10

6,15

7,68

44,83

5,20

3,20

CPC 6128

7,92

67,59

117

39,65

7,89

16,48

BASIC:

Benchmark in BASIC

Integer

Realzahlen

Funktionen

Text

Grafik

Speichern

ATARI ST GFA Interpreter

11,07

9,42

4,58

44,86

10,28

52,84

ATARI ST GFA Compiler

5,07

3,57

3,78

44,85

7,35

50,35

Amiga

30,78

26,17

118,86

158

21

10,54

CPC 6128

42,72

66,66

62,89

59,67

21,85

22

CPC 6128 compiliert

6,85

34,6

59,93

59,57

6,89

19,57

C

Benchmark in C

Integer

Realzahlen

Funktionen

Text

Grafik

Speichern

ATARI ST GFA Interpreter

0,32

3,12

2,46

41,06

1,59

21,37

Amiga

0,4

4,40

2,96

49,58

2,82

6,84

Ein paar Bemerkungen. Ohne Mulitplikations- und Divisionsbefehle im Befehlssatz der Z80 sieht die 8 Bit CPU des CPC bei den Integerrechnungen schlecht aus. Bei den Realzahlen und Funktionen, die auch die anderen Rechner mit Routinen berechnen müssen, schrumpft der Nachteil zusammen. Bei der Ausgabe von Text rückt das Feld eng zusammen. Hier ist im Prinzip die Video-CPU bestimmend und das ist bei IBM Kompatiblen und dem CPC ein 6845. Er bremst durch die Synchronisation des Auslesens der Grafik und damit Blockade des Speichers die CPU aus. Dasselbe gilt auch für Grafik, wobei hier die Interpreter deutlich schlechter sind, denn das Setzen eines Punktes ist ja eine elementare Grafikoperation, die schnell gehen müsste. Hier ist die Schleife, die 10.000-mal durchlaufen wird, geschwindigkeitsbestimmend. Beim Speichern (hier nur die Benchmarks mit Floppys, es gibt auch welche mit Festplatten doch die sind dann nicht vergleichbar gibt es die meisten Überraschungen. Einige 16-Bitter sind tatsächlich langsamer als ein CPC, obwohl der nicht mal Disketten ohne Skew/Interleave einlesen kann. Die Häufung von 10 Sekunden spricht für eine Limitierung durch die Hardware, obwohl die Datei mit 10 KByte eher klein ist.

Mit einem mathematischen Coprozessor, der bei den Tests nur in IBM Kompatiblen steckt, beschleunigt die Fließkomma Benchmarks um den Faktor 4 und bei den Funktionen, die intern über Taylorreihen berechnet werden, sogar um den Faktor 20. Wenn jemand den Lazarus Benchmark einsetzt, sollte daran denken, dass die alten Real-Typen dort nicht mehr unterstützt werden und alles mit dem Coprozessor berechnet wird. Die Tabelle ist daher auch die mit Coprozessor bei der Ausgabe.

Feuerwerk oder kein Feuerwerk?

Bild vorherNun ist wieder Jahreswechsel und würde es nicht schon im Radio kommen – spätestens im Real, wo die Leute weit hinter der Kasse eine lange Schlange bilden und fast jeder Feuerwerk in der Hand hat, spätestens dann drängt sich das ganze Thema auf.

Feuerwerk gehört bei vielen mit zum Jahreswechsel und ich habe mir überlegt, ob ich dazu meine Meinung schreiben soll. Aber das hilft genauso wenig wie die Kirchen seit Jahrzehnten die Parole haben „Brot statt Böller“. Ich persönlich finde es vor allem überflüssig. Nach wenigen Minuten sind die Raketen gestartet und man ist eine Menge Geld los, das ich zumindest anders ausgeben würde. Dabei kann man auch jemanden zuschauen, das kostet nichts und das Erlebnis ist (fast) das Gleiche. Als Katzenbesitzer mit einem besonders empfindlichen Kater, der am 1 Januar nur schwer wieder in Haus zu bekommen ist, stellt sich mir die Frage auch nicht.

In den letzten Jahren, wo es immer mehr Dieselfahrverbote gibt und die Feinstaubbelastung ein Thema geworden ist, gerät auch der Umweltaspekt in den Vordergrund. In der Stunde um Mitternacht werden 4200 t Feinstaub emittiert, 2 % der Jahresmenge, 25 % dessen was Holzfeuerungen emittieren und 16 % dessen, was der Straßenverkehr ausmacht. Die Messstationen messen Rekordwerte von bis zu 2500 µg/m³ (gesetzlicher Grenzwert: 50 µg/m³). Dann fiel mir ein, dass ich zur Jahresende 2017/18 von den Fildern aus das Feuerwerk in Esslingen aufgenommen habe und dabei enttäuscht war, weil man bald vor lauter Wolken die Raketen nicht mehr sah. Ich lege ohne Kommentar zwei Bilder bei. Beide mit gleicher Blende und Belichtungszeit aufgenommen (auch der hellere Himmel kommt durch das Streulicht am Staub zustande) Zwischen beiden Bildern liegen nur knapp 50 Minuten:Bild nachher

30.12.2019: Landwirtschaft und Landwirte

Auf zweier meiner üblichen Wege gibt es seit Neuestem zwei Kreuze in der Landwirt(e) auf die seiner/ihrer Ansicht nach sie benachteiligte Politik hinweisen. Es geht genauer gesagt um einen Volksentscheid zum Bienenschutz, der hier geplant war, aber nach einem neuen Gesetz von der Landesregierung für den Bienenschutz wohl vom Tisch ist. In einem Kreuz werden die Verbraucher angegriffen sie nach der Meinung des Plakats lieber Gemüse und Obst aus dem Ausland anstatt einheimisches Obst kaufen und im zweiten wird der Tod der Biene Maja beklagt weil ohne Pestizide und Biozide (übrigens doppelt gemoppelt – jedes Pestizid ist immer auch ein Biozid) die Varroamilbe sie auslöscht.

Offensichtlich hält der Landwirt seine Kunden für blöd. Die Mittel die Bienen schaden, werden ja auf den Feldern ausgebracht und sind nicht die Stoffe, die eingesetzt werden, um Bienenstöcke vor den Milben zu schützen. Es sterben ja an den Mitteln die Bienen, daher der Gesetzentwurf. Zwar ist die Bekämpfung der Varroamilbe nicht ganz einfach, weil viele Mittel auch auf die Binnen wirken, aber es gibt einige selektive Mittel gegen die Milbe sowohl Biozide wie auch natürliche Mittel wie etherische Öle oder organische Säuren.

Daneben habe ich in dem Umkreis dieser Felder nie besondere viele Kulturen gesehen, die Bienen überhaupt eine Nahrungsquelle geboten hätten. Andere Landwirte fahren nach Berlin und demonstrieren dort oder versuchen vor dem Supermarkt mit Verbrauchern ins Gespräch zu kommen. Auch weil national als langfristiges Klimaziel mehr Biolandwirtschaft vorgegeben wurde.

Fangen wir mit dem Letzteren an. Ich kann hier die Landwirte verstehen. Zum einen bedeutet die Umstellung eines Hofs auf Bio einige Jahre lang Gewinneinbußen. In einer Übergangsfrist muss man zwar Bio produzieren, wegen der Forderung nach Freiheit von Rückständen, die man aber noch lange nachweisen kann, und anderen Forderungen wie alleinige Fütterung mit selbst erzeugtem Futter bei Tieren, das man anfangs gar nicht in der Menge hat, kann man mindestens ein Jahr, teilweise noch länger die Ware aber nicht als Bio verkaufen, hat aber höhere Kosten und Ernteeinbussen. Daneben befürchten die Landwirte, wenn zu viele zu schnell umsteigen das durch die Schwemme dann die Preise für Biolebensmittel sinken und damit die Verdienstspannen.

Das Thema ist vielschichtig. Wir haben zum einen den Verbraucher. In Deutschland hat sich nicht so richtig eine Kultur eingebürgert, wo man für gute Qualität auch gute Preise zahlt. Das klappt in einigen Segmenten wie Wein, Schokolade und bei Käse. Aber bei Fleisch und Wüst, erst recht bei Grundnahrungsmitteln wie Mehl oder Zucker zählt nur der Preis. Ich finde es erschreckend, wenn man für Käse, der ja auch Milch entsteht, die man gewinnt ohne die Kuh zu schlachten, mehr zahlt als für Gulasch, das man aus dem Fleisch herstell, wofür man das Tier schlachten muss. Nachhaltig ist also deutlich teurer als nicht nachhaltig!

Auf der anderen Seite wird auch zu viel produziert. Noch immer wird Fleisch aus Deutschland exportiert. Würde weniger produziert werden, so würde automatisch der Preis und Gewinn ansteigen.

Da ich kaum glaube, dass man den Verbraucher wird ändern können, muss die Politik aktiv werden. Aber nicht mit abstrakten Klimazielvorgaben, sondern konkreten Maßnahmen, die auch umsetzbar sind. Hier mal einige Vorschläge:

Anstatt eine Bioquote zu etablieren, sollte der konventionelle Landwirt einen Teil der Fläche unbewirtschaftet lassen. Dort können sich dann Blumen und damit Bienennahrung aber auch Lebensraum für viele andere Insekten ausbreiten. Schlussendlich ist ein Bio-Bauenhof ja auch kein Biotop. Auch dort wird Unkraut bekämpft, auch dort gibt es Monokulturen. Nur geht das eben mehr mechanisch anstatt durch Pestizide. Ich denke sogar 10 % ungenutzte Fläche sind besser für die Natur als

Man kann auch daran denken einen Teil der freien Fläche mit Sträuchern zu bepflanzen. Wenn das heimische Arten wie Haselnuss, Weißdorn, Schlehe, Vogelbeere, Eberesche, Johannisbeere etc. sind, dann hat man zum einen Blüten im Frühjahr, wenn die Blumen noch nicht blühen, Obst und Nüsse im Herbst als Winternahrung und Brutreviere für Vögel und Rückzugsmöglichkeiten für Igel und andere Kleinsäuger. Alle paar Jahre müsste man abmähen, damit die Hecke nicht zu groß wird aber das vertragen die Arten recht gut. Das hätte auch einen Vorteil für den Landwirt: als Windschutz und von dort aus breiten sich auch Nutz- und Raubinsekten in die benachbarte Monokultur aus. Wenn 10 % der heutigen landwirtschaftlichen Fläche so genutzt werden, dann wäre das mehr Biotop als wie zusammen an Naturschutzgebieten haben und es hätte andere positive Effekte. Der Düngeeintrag ins Grundwasser wäre geringer, Sträucher heben den Grundwasserspiegel an. Nur muss man auch dabei bleiben: es gibt ja schon von der EU Subventionen für nicht bewirtschaftete Flächen. Doch als wir 2018 hohe Ausfälle bei der Ernte hatten, war man in Brüssel nur zu gerne bereit die Landwirte „als Ausgleich“ diese Flächen wieder bewirtschaften zu lassen. So sieht aber nicht Naturschutz aus.

Die EU ist bei der Landwirtschaft sowieso der Dreh und Angelpunkt. Die Subventionen sind heute ein wichtiger Teil des Einkommens der Bauern. Wenn wir aber einen Wechsel in der Landwirtschaft haben wollen – nicht nur wegen der Klimaziele, sondern auch weil durch die Bearbeitung der Böden mit schweren Maschinen, die aber nur größere Betriebe haben, diese an Fruchtbarkeit durch die Verdichtung verlieren und man sich so die Grundlage zerstört, dann muss auch das Subventionssystem geändert werden. Meine Forderung:

Die Subventionen werden nach umgekehrt proportional nach Betriebsgröße vergeben: große Betriebe bekommen gar keine Förderung, Familienbetriebe den höchsten Satz.

Fleischerzeugende Betriebe sollen zu einem großen Teil (Diskussionswert: 70 bis 80 %) in Sachen Futtermittel autark sein, also ihre Futtermittel selbst erzeugen und ihre Gülle selbst entsorgen. Es kann nicht sein, das ein Betrieb nur Schweineställe hat, Kraftfutter einkauft und Gülle verkauft. Auch das begrenzt die Massentierhaltung, denn so benötigt man für viele Tiere auch eine große Agrarfläche um die Futtermittel anzubauen. Kooperationen mit Landwirten die nur Pflanzen anbauen sind aber in begrenztem Maße möglich: Man hat festgestellt, wenn ein Acker ein Jahr lang als Wiese genutzt wird, dies die Humusbildung wieder stark ankurbelt, sodass der Ertrag danach wieder höher ist, Dazu benötigt aber ein Landwirt der sonst keine Tiere hält, jemanden der die Weise auch beweidet.

Das EU-Siegel für Bio wird zwar gerne als „Bio light“ angesehen. Aber es hat dazu geführt das dieser Markt aufblühte, weil es eben nun einen Standard und ein staatliches Kontrollsystem gibt, anstatt einem Dutzend Biolabels mit jeweils anderen Normen. Warum nicht auch so ein Label für das "Tierwohl", der Begriff wird, ja dauernd in die Diskussion gebracht. Bei Tieren würde ich für Erfüllung des Siegels sagen: gleiche Haltungsbedingungen wie bei Bio (was Auslauf und Futter angeht), aber Erlaubnis Medikamente und Stoffe einzusetzen, die für Bio verboten sind. Bei Pflanzen könnte man die Menge an Bioziden und die Menge an mineralischem Dünger eingrenzen oder eben die Forderung das wie oben skizziert ein Teil der Fläche extensiv genutzt wird. Es gäbe dann eine Art Siegel für „Faire Landwirtschaft“.

Solche „Tierwohl“ oder „Fair gut“- Siegel gibt es schon, aber von Discountern oder Herstellern. Die Kriterien sind nicht transparent und vor allem sind es eben wie es bei Biomarkt früher war Dutzende von unterschiedlichen Siegeln. Ich glaube ähnlich wie bei Bio würde die Akzeptanz durch ein europäisches Siegel deutlich ansteigen.

Dann hätte der Verbraucher auch die Auswahl. Und wem Bio zu teuer ist, der hat eine Alternative, die trotzdem was für das Tier und die Umwelt tut, aber nicht ganz so teuer ist. Mit Bio ist es ja so eine Sache: für die einen ist das eine Gewissensentscheidung oder sie fürchten sich vor Rückständen. Die anderen, wie ich, kaufen die Lebensmittel, weil sie wissen, das es die Tiere da besser hatten.

Aber die deutsche Politik tut sich schwer mit der Landwirtschaft. Fragt man Politiker so wollen sie ebenso wenig wie die Verbraucher Massentierhaltung, nitratbelastete Böden weil durch Gülle überdüngt. Aber die Politik macht nichts dagegen. Nach wie vor bekommen die meisten Subventionen pro Fläche große Betriebe und kleine Betriebe werden nach wie vor jedes Jahr weniger. Ebenso wenig schafft sie es ein verbindliches Kennzeichnungssysteme einzuführen. Dieses Tierwohl Label ist ja seit Jahren in der Diskussion. Ähnlich wie bei der Ampelkennzeichnung wird da aber rumgeeiert oder es gibt eben solche Handelskennzeichnungen, die keiner überprüft. Seit Jahren gibt es die Forderung das Schweine nicht ohne Betäubung kastriert werden – aber dieses Jahr gab es wieder eine Verlängerung der „Ausnahmegenehmigung“, ähnlich wie das man immer noch männliche Küken direkt nach dem Schlüpfen vergasen darf, da sie keine Eier legen. Offensichtlich haben in der Politik eben gerade die falschen Bauern das Sagen. Wie überall: die großen Verbände oder großen Bauern mit den dicksten Kartoffeln (sprich: Parteispenden) machen die Politik.

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