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Web Log Teil 58 : 21.3.2008-28.3.2008

Karfreitag: 21.3.2008: Islamische Kultur in Deutschland

In bestimmten deutschen Schulen mit hohem Türkenanteil bei den Schülern will man nun Islamunterricht in deutscher Sprache einführen. Ich finde das ganze gut, frage mich allerdings warum das nun nur etwas für Türken sein sollte. Vielmehr sollte wohl Islam an und für sich Bestandteil des allgemeinen Religionsunterrichts auch für Christen sein um die Religion zu verstehen, analog wie dann im Islam Unterricht dort etwas über christliche Religion vermittelt werden sollte, damit es hier weniger Missverständnisse und Spannungen gibt.

Ich muss sagen, dass mir der Islam in vielen Dingen suspekt ist, wobei ich nicht vom Koran rede, sondern dem was ich als Islamismus wahrnehme. Das wesentlichste was ich sehe ist eine Unbeweglichkeit der islamischen Kirche, hinsichtlich der Anpassung an fremde Kulturen und Gesellschaften. Moscheenbauten bei uns sind umstritten und nicht gerne gesehen. Warum? Weil die Bauform mit den dünnen Spargeltürmen nicht in die Städtelandschaft passt und das viele Leute verärgert. Sie sagen sich zurecht, dass in Zeiten wo man viele neuere christliche Kirchen nicht mehr auf den ersten Blick als Kirche erkennt und es auch ein modernes Verwaltungshaus sein könnte, viele davon schon ohne hohen Glockenturm, es befremdlich ist wenn eine andere Religion darauf besteht ihre Gotteshäuser genauso zu machen wie sie in anderen Ländern sind, die mit unserer Kultur gar nichts gemeinsam haben. Sicherlich gäbe es dort auch noch einen Muezzin, wenn dieser nicht mit unseren Lärmschutzauflagen kollidieren würde.

Alles was es an Riten im Islam gibt ist arabisch geprägt, so das Beten auf dem Teppich, die Form der Moschee, das Rufen des Muezzins, das mich an den Nachtwächter erinnert, den es gab bevor sich jeder eine Armbanduhr leisten konnte. Auch in deutschen Koranschulen wird der Koran auf arabisch gelernt sowohl in Wort wie in Schrift. Dazu kommen die Gelehrten dann aus dem arabischen Raum. Besser kann man die Isolation gegenüber anderen Kulturen ja wohl nicht ausdrücken. Die Christliche Kirche hat ja auch ihre Anpassungsprobleme, wie man bei der Katholischen Kirche und einigen Freiheitsbewegungen in Südamerika sieht, doch wie Christentum gelebt wird unterscheidet sich zumindest in vielen Dingen in verschiedenen Ländern, einfach weil die Kulturen verschieden sind.

Das liegt auch daran, dass alle religiösen Texte auslegungsfähig sind. Daher gibt es bei allen Religionen mehrere Kirchen (auch beim Islam) und jede hat ohne eigenen Riten und Gebräuche, die in der Regel nirgendwo in einem Text stehen. So steht glaube ich nirgendwo in der Bibel, das es in einer Kirche Bänke geben soll, sie einen Glockenturm und eine Orgel hat. Das sind nur Bestandteile unserer Gebräuche und unserer Art Gottesdienst zu halten und auch diese ändern sich. Dazu muss man nicht einmal lange warten, seit 1996 gibt es durch unseren Pfarrer z.B. ein Sing-Team mit Gospels und mehr rhythmischer Musik in unserem Stadtteil. Ich sehe beim Islam da keine Bewegung, auch nicht in den Kleidungsvorschriften.

Vor allem aber reden wir ja von Integration und Integration heißt dass zwar jeder seine Religion ausüben kann wie er will, jedoch er sich in den Kulturkreis einfügen muss den wir hier haben. Wenn ich dann höre, dass gläubige Türken bei uns mehr Freiheiten haben in der Islamausübung als in der Türkei, z.B. können bei uns Mädchen vom Sportunterricht befreit werden, wenn dieser gemischt ist oder das Tragen eines Kopftuches ist in Schulen erlaubt, in der Türkei aber erboten, dann frage ich mich ob es nicht bei uns zu viele Freiheiten gibt. Schlussendlich sehe ich gerade in den beiden letzten Dingen ein Symbol für die Unterdrückung der Frau in vielen islamischen Ländern. Das ist auf jeden fall mit unserem Grundgesetz nicht vereinbar.  Integration heißt, dass man auf jeden Fall die Gesetze des Landes befolgt in dem man lebt und sich auch dessen Kultur anpasst auch wenn einem das nicht gefällt. Schließlich dürfen Christen in islamischen Ländern ihre Bräuche ja auch nicht öffentlich ausleben. So ist das Aufstellen von Weihnachtsbäumen in Saudi-Arabien verboten. Ich finde es daher auch mehr befremdlich als beruhigend wenn sich Islamische Vereinigungen öffentlich gegen den Terrorismus und für Integration aussprechen, denn das halte ich für selbstverständlich. Wenn jemand meint dies extra betonen zu müssen, dann ist es für ihn wohl nicht selbstverständlich.

In diesem Sinne ein schönes Osterfest.

Samstag 22.3.2008: Mein zweites Buch

Nachdem ich von meinem ersten Buch innerhalb von etwas mehr als 1 Woche schon 12 Exemplare verkauft habe - nicht viel, aber weitaus mehr als ich erwartet hatte - habe ich mich entschlossen, nun doch schon früher an das zweite, wohl wesentlich umfangreichere Werk zu gehen.

Vorschläge habe ich genug bekommen. Die Wünsche gingen von einem Buch über Raumsonden über Skylab bis hin zu einem über Lynne & Tessa. Ich habe mich entschlossen, eines über die Kennzeichnung von Lebensmittel zu schreiben. Das ganze klingt nach wenig, trotzdem ist es ein recht umfangreiches Gebiet. Ein Großteil der Arbeit in den staatlichen Untersuchungsämtern besteht darin, falsche Aussagen in der Werbung, oder Fehler in der Kennzeichnung zu bemängeln. Nicht zuletzt ist meine "Was ist drin?" Reihe auch recht bleibt.

Es gab eine Reihe von Gründen, dieses Thema wieder aufzugreifen. Das eine ist, das ich kein Buch machen wollte, das nur den Inhalt der Website wiedergibt. Ein Buch über Raumsonden wäre aber genau dies, denn ich denke, ich habe die meisten Raumsonden recht umfangreich abgehandelt. Für Themen, die ich bislang nicht auf der Website habe, wie z.B. die ISS fehlt mir derzeit der Antrieb mich da einzulesen und das wäre Voraussetzung für ein gutes Buch. Nach einiger Zeit der Abstinenz von der Chemie, juckt es mich aber auch mal wieder, in diesem Gebiet aktiv zu werden.

Schlussendlich denke ich, interessiert Ernährung noch viel mehr Leute als Raumfahrt. Es gibt da aber recht wenig Literatur, in denen einem der Autor nicht zugleich auch seine persönliche Ansicht aufdrücken will. Meistens merkt man es schon an den Buchtiteln wie "Neue Chemie in Lebensmitteln". Auf dem Gebiet gibt es viele Autoren, aber nur wenige die etwas davon verstehen. Vielleicht wird mein Buch sich davon abheben.

Bis es erscheint wird es noch eine Weile dauern, aber ich habe heute mit den ersten Seiten angefangen und auch schon eine Idee wie es konzeptionell aussehen wird.

Für das letzte brauche ich Unterstützung. Für "Was ist drin" habe ich mir ja Lebensmittel vorgenommen, die ich selbst gekauft habe. Meistens läuft es so, das mir im Geschmack oder auf der Verpackung was auffällt, und ich mir dann die Kennzeichnung ansehe. Bestimmte Sachen kaufe ich nicht und die werden wohl nie bei "Was ist drin?" erscheinen. Daneben gehe ich natürlich nur in bestimmte Läden und so werden mir eine Menge Produkte entgehen einfach weil es sie nicht in den Märkten gibt die ich frequentiere. Das ist nun die Stelle wo Sie als Blogleser gefordert sind. Wenn sie ein interessantes Produkt haben, dann können sie mir an bl "at" bernd-leitenberger.de einen (oder mehrere) Scans oder Fotos der Verpackung schicken.

Was ist interessant? Nun entweder eine auffällige Werbung, die viel lobpreist, aber die nicht der Wirklichkeit des Produkts entspricht. Oder Auffälligkeiten in Geschmack und Konsistenz. Oder ein besonders ausführliches und langes Zutatenverzeichnis bei dem man viel erklären kann. Die Verpackung sollte möglichst komplett abgebildet sein, also von allen Seiten die relevant sind, um eine Beurteilung zu ermöglichen. Natürlich sollte man das Zutatenverzeichnis und andere Beschriftungen auch gut lesen können. Sofern ich es ins Buch übernehme, bekommen sie von mir die Beurteilung auch zugeschickt. (per Mail, sorry, keine Freiexemplare).

Das kann aber noch dauern, denn ich werde hier anders als beim Gemini Programm weitgehend neu anfangen. Schlussendlich sind die meisten Aufsätze im Bereich Lebensmittelchemie etliche Jahre alt. Es ist also nicht zu erwarten, dass ich das Buch in 2 Monaten fertigstelle, wie es beim Gemini Programm war. Aber dieses Jahr wird es noch erscheinen.

Solange kann man noch mein dünnes Erstlingswerk kaufen. Zum Beispiel über folgenden Link:

Vom Flugzeug in den Orbit - Eine Alternative?

Immer wieder tauchen Ideen auf, eine Rakete von einem Flugzeug auf abzuwerfen und so die Nutzlast für den Orbit zu erhöhen. Einziges Modell im Einsatz ist die Pegasus Rakete. Doch in wie weit bringt dies einen Vorteil?

Nun schlüsseln wir einmal die Geschwindigkeit für einen erdnahen, etwa 200 km hohen Orbit auf. Diese ist nicht konstant, sondern hängt von der Trägerrakete, dem Aufstiegsprofil und dem Startort fest. ein typischer Gesamtwert liegt bei etwa 9600 m/s. Dies teilt sich wie folgt auf:

Wenn eine Rakete nun von einem Flugzeug bei 900 km/h Fluggeschwindigkeit aus in 12 km Höhe abgeworfen wird, so verändert sich folgendes:

Der Luftwiderstand ist schwer abzuschätzen und hängt davon ab, welche Rakete man als Vergleich nimmt und in wie weit Flügel an der Rakete hier einen Einfluss haben. Die Hubarbeit ist die Arbeit die man leisten muss um vom Erdboden auf 200 km Höhe zu gelangen. Sie ist nun reduziert weil man in 12 km Höhe startet. Optimistisch geschätzt benötigt man also etwa 500 m/s weniger Geschwindigkeit.

Das erscheint bei 9600 m/s die zu erbringen sind, recht wenig, bedeutet aber bei den verwendeten Feststoffen, das die Gesamtmasse für einen Orbit etwa 18 % höher ist. Da die dritte Stufe und die Steuerung in ihrem Gewicht konstant bleiben ist das Nutzlastgewicht prozentual sogar noch höher und liegt bei mehr als 20 % Plus.

Das ist also lohnend - zumindest wenn man keine Alternative hat. Eine reine Feststoffrakete hat einen geringen spezifischen Impuls und der Übergang zu flüssigen Treibstoffen wie Kerosin/Sauerstoff oder gar Wasserstoff/Sauerstoff kann durchaus eine viel größere Nutzlaststeigerung bringen als diese 20 %. Allerdings bekommt man beim Start vom Flugzeug aus dann einige Probleme mit dem Schwappen des Treibstoffs und der Zündung. Von der unterschiedlichen Belastung der Tanks, die sonst nur in Längsrichtung versteift sein müssen ganz zu schweigen. Die nötigen Modifikationen könnten den Vorteil eines Starts aus der Luft wieder zunichte machen.

Die Pegasus ist eine recht leichte Rakete, die von einem alten Passagierflugzeug, einer Lockheed Tristar abgeworfen wird. Würde man einen ausgedienten B747 Jumbo Jet nehmen und diesen nur soweit betanken, dass er 2 Stunden fliegen kann, dann könnte er etwa 200 t zuladen - das wäre dann schon eine Rakete die 5 t in einen erdnahen Orbit bringt. (ob dies technisch möglich ist, steht auf einem anderen Blatt). Verbunden mit der Ortsunabhängigkeit wäre dies sicher eine überlegenswerte Alternative. Insbesondere wenn man dazu alte ausgediente Interkontinentalraketen einsetzt wie z.B. die russische Start oder die amerikanische MX Rakete.

Will man höhere Geschwindigkeiten mit dem Flugzeug erreichen, dann wird die Nutzlast rasch kleiner. Eine F-15 hat noch eine maximale Waffenzuladung von etwa 11 t, erreicht leer etwa 2400 km/h  Mit ihr wurde zumindest einmal eine Anti-Satelliten Rakete abgeschossen.

Mit 1000 kg Zuladung erreicht das schnellste je gebaute Serienflugzeug die SR-71A noch eine Geschwindigkeit von 3370 km/h.

Entsprechend nimmt die Größe der Rakete rasch ab die man transportieren kann, zumal diese bei sehr schnellen Flugzeugen extern angebracht werden müssen und damit steigt der Luftwiderstand. Im Westen plant man heute keine neuen Raketen mehr für den Start vom Flugzeug aus. Die Pegasus wird noch weiter genutzt, doch in den letzten Jahren weniger, da das US Militär nun auch die Minotaur zur Verfügung hat. In Russland gibt es seit 10 Jahren verschiedene Pläne für Starts aus der Luft, dabei sollen verschiedene Trägertypen eingesetzt werden. Im Projekt Ischim soll eine umgebaute MIG-31 zum Beispiel eine Rakete starten. Leider ist über deren Größe nichts bekannt, doch wenn man die Zuladung von Außentanks und Raketen bei der heutigen Militärmaschine zusammenzählt, so wird sie bei etwa 8 t liegen. Damit kann man selbst beim Start mit Mach 2.35 nur etwa maximal 150-200 kg in einen Orbit bringen. Soi kleine Nutzlasten finden aber auch oft einen Platz als Sekundärnutzlast bei normalen Starts anderer Träger.

In der Summe ist wohl der größere Vorteil die Flexibilität. Gerade Länder, wie Russland, weit nördlich des Äquators profitieren davon, dass man mit einem Flugzeug Satelliten von äquatornahen Gebieten starten kann. Nicht umsonst war ein Plan den man in Russland eine Zeit lang verfolgte der eine große Rakete mit einer Antonov AN-225 (größtes Frachtflugzeug der Welt mit 250 t innen und 90 t Außenzuladung) zu starten - das hätte es erlaubt kleinere Satelliten in den geostationären Orbit zu befördern. Das war Mitte der neunziger Jahre und inzwischen ist die Entwicklung zu noch größeren Satelliten weiter gegangen, so dass es für die kleinen Satelliten keinen Markt mehr gibt.

Als weiteres Plus entfällt die Notwendigkeit einen Startkomplex zu errichten. Dieser ist zwar bei einer Feststoffrakete wenig aufwendig, Man muss die Rakete nicht betanken, Tanks unter Druck setzen etc. Aber bei den wenigen Starts die kleine Träger verbuchen können - heute typisch etwa 1-2 Starts pro Jahr ist das ein Fixkostenanteil den man einsparen kann. Ich denke dies war auch die Haupttriebfeder hinter der Pegasus.

Mittwoch 26.3.2008: Die Crux mit der Wiederverwendbarkeit

Das Space Shuttle wird ausgemustert und kein Ersatz ist geplant. Eigentlich sollte es nach der Shuttle Pleite doch einfacher sein, schließlich weiß man wie es nicht geht. Doch so einfach ist es nicht. Ich will mal das Problem grundsätzlich erläutern.

Zuerst einmal die Lösung, die ohne eine zweite Stufe auskommt. Das ist äußert schwierig. Selbst wenn man den besten Treibstoff nimmt, denn man heute hat, Wasserstoff, mit einem spezifischen Impuls von 4400 (nicht der höchste heute erreichte, aber dies trägt der Tatsache Rechnung, das er beim Start bei einem Außendruck von 1 bar geringer ist, als später im Vakuum) so wird die Nutzlast klein. Eine Rakete mit 750 t Startmasse, etwa die Größe einer Ariane 5, bringt dann noch eine Gesamtmasse von 84 t in einen Orbit - das erscheint zuerst viel, doch das ist das Gesamtgewicht. Eine konventionelle Rakete dieser Größe wiegt leer etwa 66 t, woraus sich dann nur 18 t Nutzlast errechnen - weniger als eine Ariane 5, die 23 t transportiert.

Doch das ist eine konventionelle Rakete. Diese muss aber nun wieder verwendet werden. Man braucht also einen Hitzeschutzschild, weiteren Treibstoff für den Wiedereintritt und die Struktur muss so steif sein, dass sie dies übersteht (Die Tanks bei einer Ariane 5 sind z.B. nur etwa 1-2 mm dick und durch Druck von Innen versteift, sie würden nie einen Wiedereintritt überstehen). Die NASA hat solche Berechnungen für ein einstufiges Gefährt gemacht und ist zu dem Schluss geklommen, dass es einstufig nicht geht - nicht einmal ohne Nutzlast würde das Gefährt einen Orbit erreichen.

Also bleibt noch die zweistufige Lösung. von dieser gibt es nun wieder viele Varianten. Ich will zuerst einmal die Problematik zeigen wenn man es wirtschaftlich machen will.

Es gibt 3 Treibstoffarten mit Vor- und Nachteilen: Fester Treibstoff, flüssige Sauerstoffe die recht einfach handelbar sind wie UDMH, Stickstofftetroxid, Kerosin und flüssiger Sauerstoff und flüssiger Wasserstoff als Treibstoff.

In dieser Reihenfolge nimmt die Energieausbeute zu, ich brauche also immer weniger Treibstoff. In gleichem Maße steigt die technologische Komplexizität. Feste Treibstoffe kann ich in Stahlrohre gießen, mit einer einfachen hydraulisch bewegten Düse versehen, und ich habe die fertige Rakete. Flüssige Treibstoffe benötigen eine Turbopumpe, einen Gasgenerator, eine Turbine und die Brennkammer muss aktiv gekühlt werden. Dieser Aufwand steigt, wenn das Kühlungsmittel selbst leicht verdampft, wie es bei dem Wasserstoff der Fall ist und dieser zudem wegen er geringen Dichte von 0.07 enorme Volumina braucht - wodurch sehr große Tanks resultieren, die heute in Leichtbauweise hergestellt werden, aber keinen Wiedereintritt überleben würden.

Bei zwei Stufen stellt sich nun die Frage: Was berge ich - die erste, die zweite oder beide Stufen?

Logischerweise würde man die erste Stufe bergen. Zumindest als ersten Schritt. Sie ist die größere von beiden. Wenn ich nun feste Treibstoffe nehme, so spare ich eigentlich kaum etwas am Gefährt ein. Diese Raketen sind so preiswert, dass man bei der Ariane 5 auf eine Wiederverwendung verzichtet, weil sie zu teuer ist. Weiterhin liefern mir Feststofftriebwerke so wenig an Geschwindigkeit, dass die zweite Stufe dann sehr groß sein muss, was wiederum diese verteuert.

Wenn ich Wasserstoff als Treibstoff nehme kann ich entweder für die gleiche Geschwindigkeit mit wesentlich weniger Treibstoff auskommen oder bei gleicher Startmasse eine höhere Geschwindigkeit erreichen. Im letzteren Fall könnte ich dann eine preiswertere Oberstufe (mit festen Treibstoffen) einsetzen. Das Problem sind die Volumina. Gegenüber Feststoff braucht Wasserstoff/Sauerstoff in etwa das 6-7 fache Volumen, immer noch mehr als das vierfache gegenüber Sauerstoff/Kerosin. Ich habe also eine enorm große erste Stufe. Bei einem ersten Shuttle Entwurf war die Unterstufe von der Größe einer Boeing 747 (von der Flügelspannweite), aber ungleich dicker. Das große Volumen bedeutet, dass man einen großen, schweren und teuren Hitzeschutzschild braucht und die leichtgewichtigen Tanks die man bisher einsetzte sind so auch nicht mehr möglich. Das alles macht das Leergewicht höher und ich habe ein enorm großes Gefährt.

Ein Königsweg könnte es sein, normale Treibstoffe wie Kerosin/Sauerstoff zu nehmen. Der spezifische Impuls ist war kleiner, doch die Tanks sind dicker und stabiler, trotzdem ist das Voll/Leermasse Verhältnis günstiger weil die Tanks viermal kleiner sind.

Die zweite Stufe ist nun noch problematischer. Auch hier habe ich die Wahl zwischen allen 3 Treibstoffarten. Feststoff scheint die beste Lösung zu sein, die Stufe wird am preiswertesten und muss nicht geborgen werden. Doch die Nutzlast ist auch am kleinsten. Nehmen wir an die Oberstufe muss noch 4000 m/s (die Hälfte der Orbitalgeschwindigkeit) aufbringen und die Unterstufe kann 30 t transportieren, dann bleiben von den 30 t noch übrig als Nutzlast, bei

De Fakto müsste also die Feststofflösung sehr viel preiswerter sein. Wasserstoff hat aber auch seine Nachteile. Selbst wenn ich die Stufe nicht berge, bleibt immer noch das Volumenproblem: Diesmal geht es um das begrenzte Volumen in der Nutzlastbucht der Unterstufe, von dem die Wasserstoff/Sauerstoff Stufe viel Platz weg nimmt. Zudem sind diese Stufen teuer.

Lösungen?

Nun, man hat es noch nicht verwirklicht, aber es spricht eigentlich nichts dagegen es zu versuchen: Einen Niederdruckantrieb mit Wasserstoff als Treibstoff. Bei kleinen Antrieben wie in Satelliten wird dies schon genutzt, jedoch mit anderen Treibstoffen. Anstatt einer komplexen Turbopumpe wird der Treibstoff mit Druck gefördert, die Tanks müssten also den Druck aushalten der dann in der Brennkammer herrscht. Derzeitige Konstruktionen wie bei der Ariane 5 sind nur auf einige Bar ausgelegt, doch selbst dies ergibt einen spezifischen Impuls von etwa 4100 m/s - weniger als die 4500 m/s die ein Hochdrucktriebwerk bringen kann, doch erheblich mehr als Kerosin/Sauerstoff. Wenn der Antrieb dann preiswert wird, dann muss man ihn nicht mehr bergen sondern kann ihn als Verlustgerät ausführen. Das wäre eine Überlegung die Kosten für die Oberstufe zu denken. Als Nebeneffekt nimmt die Nutzlast für höhere Geschwindigkeiten, z.B. eine geostationäre Übergangsbahn nicht so stark ab und man kann auf eine weitere, dritte Stufe verzichten.

Es spricht viel dafür dass die zweite Stufe ein Verlustgerät sein wird, wenn man das Thema Wiederverwendung nochmals angehen sollte. Folgendes spricht gegen eine Wiederverwendung der zweiten Stufe

Interessant für die erste Stufe (vielleicht auch gangbar für die zweite) ist eine Überlegung: Warum muss man die ganze Stufe bergen? Der größte Teil besteht aus Tanks, das kostenintensive sind jedoch die Triebwerke, die ein relativ kleines Volumen ausmachen. Warum also trennt man diese nicht sauber ab und birgt nur die Triebwerke, oder (das würde wahrscheinlich Probleme die bei einer Absprengung auftreten mindern) den Nutzlastraum mit Triebwerken, aber nicht den Tank.

Merken sie was? Wir haben nun ein zweistufiges Gefährt, wir bergen nur den Nutzlastraum mit Triebwerken und nicht den Tank - Wir haben das Space Shuttle Konzept vor uns, nur eben unbemannt und vielleicht mit der Variation, dass man andere Treibstoffe nimmt.

Das Grundkonzept scheint also nicht so falsch zu sein (schließlich haben die Russen das gleiche gemacht), nur die Umsetzung als bemanntes Gefährt mit den Folgen die ein Fehlstart haben kann, und die dadurch anfallenden Kosten, waren wohl das, was das Shuttle Konzept nicht wirtschaftlich machte. Doch wie sagte schon ein NASA Manager: "You don't get Bucks without Bucks Rogers", will heißen, man bekommt nicht Milliarden für ein neues Raumfahrzeug, wenn es nicht bemannt ist. Und das hat schlussendlich die Space Shuttles scheitern lassen.

Donnerstag 27.3.2008: Kinderwünsche

In den letzten Wochen habe ich von zwei extremen Fällen gehört, in dem es beides Mal um den Wunsch nach einem Baby geht. Das eine ist eine 60 jährige Frau, Bordellbesitzerin, die nun schwanger ist mit Hilfe einer in die Gebärmutter eingepflanzten Eizelle. Dies ist bei uns nicht möglich und so hat die Frau dies in den Niederlanden durchführen lassen. Dies war nicht der erste Versuch, bislang hat die Frau eine fünfstellige Summe für künstliche Befruchtungen ausgegeben, da sie wegen eines Gebärmuttervorfalls auf natürlichem Weg nicht schwanger werden kann.

Das zweite ist ein transsexueller Mann, der nun auch Schwanger ist. Die ehemalige Frau hat sich zwar Brüste amputieren lassen, aber nicht Eierstöcke und Gebärmutter entfernen. Nach Absetzen der Testosterontherapie ist sie nun schwanger, nachdem ihre /sein neue Lebenspartnerin nicht schwanger werden kann. Auch hier ist es der zweite Versuch. Der erste mit Drillingen scheiterte und war für Sie sogar lebensbedrohend. Im Juli soll nun das Baby zur Welt kommen.

Bei beiden geht es um einen Kinderwunsch, genauer gesagt einem Wunsch nach einem eigenen Kind. Das riecht für mich mehr nach Selbstverwirklichung als dass man sich überlegt was das beste für ein Kind ist. Die Frau ist nun 60, da stehen die Chancen gut, dass Sie stirbt, bevor ihr Kind erwachsen ist, selbst wenn, gibt es einen ziemlichen Graben bedingt durch den enormen Altersunterschied. Meine Mutter ist 40 Jahre älter als ich und schon da ist dies deutlich spürbar, doch hier sind es 20 weitere Jahre.

Noch komplizierter wird es bei dem transsexuellen Mann. Es ist vorgezeichnet, dass das Kind hier einige Nachteile und Spott/Hänseleien wird ertragen müssen.

Vor allem frage ich mich: Wenn es um einen Kinderwunsch geht, warum muss es dann das eigene Kind sein? Ich gebe zu auf einer Adoptionsliste hätte die Alleinstehende Dame und das Transsexuelle Paar schlechte Chancen, allerdings nur, weil jedes Paar ein Baby adoptieren will. Geht es um ältere Kinder, die aus verschiedenen Gründen ihre Eltern verloren haben und eine Pflegefamilie brauchen, dann hört sehr bald das Interesse auf.

Desweitern  gibt es noch den Weg der Adoption aus dem Ausland. Das hat, wie man bei uns sagt ein "Gschmäckle", es riecht nach dem Kauf von Kindern. Vor allem bei Promis scheint es kein Problem  zu sein an Kinder aus dem Ausland zu kommen. Doch auch hier gibt es legale Wege, auch wenn diese nicht so einfach sind.

Aber soweit ich gehört habe haben beide Schwangere das ja nicht einmal versucht und dann ist es für mich eben Selbstverwirklichung, Lifestyle oder wie immer man es nennen will. Der Wunsch nach einem perfekten und erfüllten Leben. Das sich nicht mit dem Schicksal abfinden. Es ist ein Merkmal unserer Zeit, dass viele diese Vorstellung haben. Als Folge ist man dann doch nur mit dem Leben wie man es hat unzufrieden, weil etwas fehlt, was man meint, was dazu gehören sollte. Viel sinnvoller ist es in meinen Augen mit dem zurecht zu kommen, was nun mal das Schicksal für einen vorgesehen hat. Das ist nicht nur Theorie. Ich weiß wovon ich rede. Ich selbst sehe nur etwa 20-25 % wohlgemerkt mit Brille, ohne sind es nur 5-10 %. Das ist bei mir seit Geburt so und ich denke darüber nicht nach, außer ich muss es erklären. Die häufigste Frage die ich dann bekomme ist ob man nicht operieren kann, und man kann eben nicht mehr. Danach ist es für die meisten erledigt. Eine kleine Gruppe von Leuten kann sich aber mit der Antwort nicht abfinden und schickt mir Anzeigen, links oder sonstiges für eventuell nützliche Operationen. Das ganze hat mehr mit einer Geisteshaltung zu tun. Dem nachhängen danach dass man ein Manko hat und man es vielleicht verbessern kann bewirkt doch eigentlich nur, dass man dauernd über sein Manko nachdenkt und einem Sollzustand nachtrauert, denn man nicht erreichen kann.

Im Endeffekt geht es einem dadurch auch nicht besser, nur ist man unzufriedener. Ich habe eben keinen Führerschein und kann keine präzisen Arbeiten die gutes Sehen erfordern ausführen. Das erste mag ja schon in unserer heutigen autogeilen Gesellschaft gaanz schlimm zu sein, doch ich habe es nie als große Einschränkung angesehen. Okay, das ist vielleicht nicht mit dem Kinderwunsch zu vergleichen, doch ohne Kinder zu leben ist auch kein Handicap an sich. Millionen von Leuten tun das freiwillig, weil sie keine Kinder wollen.

Soviel für heute. Ansonsten gibt es noch eine gute Neuigkeit: Ich habe bislang 29 Bestellungen für mein erstes Buch, wenn auch noch keine Abrechnung über verkaufte Bücher. Von Gestern auf heute waren es 11 mehr, wahrscheinlich die gesammelten Bestellungen über Ostern. Ich hoffe, das bleibt so und es ist nicht nur eine kurzfristige Welle. An und für sich bin ich damit aber (29 Exemplare in etwas mehr als 2 Wochen) ganz zufrieden, ich hatte mir für das ganze erste Jahr 100 Exemplare als Soll vorgestellt. Für alle die es noch nicht haben hier ein Link.

Man kann es aber auch ganz regulär über den normalen Buchhandel bestellen. Es ist in jedem Buchkatalog aufgeführt.


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