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Web Log Teil 581: 1.2.2020 -

1.2.2020:  Interesse an Starlink und OneWeb

So wie es aussieht werden beide Netze Regierungsorganisationen als Nutzer haben, das wurde in den letzten Tagen bekannt. Bei Starlink ist es das US-Militär. Das DoD betreibt schon seit Jahren Nachrichtensatelliten nur für den Funkverkehr der Streitkräfte. Allerdings bisher im geostationären Orbit. Das Interesse an Starlink liegt auf der Hand – das Netz ist überall verfügbar, anders als bei geostationären Satelliten die Probleme mit nördlichen Breiten oder bei geografischen Hindernissen wie Bergen haben. Zudem entfällt ein Großteil der Verzögerung durch die Signallaufzeit. Diese Gründe führten auch dazu, dass nachdem Iridium insolvent war und sich unter Chapter 11 flüchtete, dass das Militär die Satellitenkontrolle übernahm und das Netz weiter betrieb, denn unter den Nutzern waren eben auch die Streitkräfte welche es für Telefonate nutzten. So gab es auch schon Tests der Datenübertragung von einer C-128 zu einem Starlink Satelliten, obwohl der System noch lange nicht für die Öffentlichkeit zur Verfügung steht und es keinerlei Hardware für die Userterminals zu kaufen gibt. Auch einen 28 Millionen Dollar Auftrag um durch Tests den militärischen Nutzen des Netzes zu erproben gab es schon.

Das wäre nur eine Randnoitiz, nutzt das Militär auch sonst zivile Systeme. Doch die Trump-Regierung wird aber wohl Starlink noch einen gehörigen Schub verleihen.

Nachdem das Militär die von Obama gestarteten Kampfeinsätze von Drohnen zunächst belächelt hatte, entsprachen diese Flugzeuge doch in keiner Weise ihren Anforderungen und wären in einem echten Krieg nur leichte Ziele, hat sich in den letzten Jahren geändert. Zum einen erwiesen sich die so durchgeführten Killereinsätze als sehr effektiv, zum anderen war das Militär bei den anderen Einsätzen mit sehr viel negativer Publicity konfrontiert. Der Öffentlichkeit war es nicht zu vermitteln, warum amerikanische Soldaten im Irak und Afghanistan sterben, obwohl beide Kriege schon seit über einem Jahrzehnt offiziell beendet sind. 2016 legte das Verteidigungsministerium eine Studie vor, die den Einsatz von Drohnen auch als primäre Waffe, nicht nur zur Unterstützung in den Streitkräften vorsah, gestaffelt in drei Stufen

Bei Flugzeugen ist bzw. wäre dies z.B. Folgendes:

Forschungsphase: bestehende Jets werden so umgerüstet, dass sie auch ferngesteuert werden können, ein Pilot ist bei den Tests jedoch am Anfang noch an Bord. Die Drohnensteuerung ist eine zusätzliche Fähigkeit. Es folgen Tests wie bei normalen Flugzeugen wie Abfangmanöver, Dogfight, Bombenabwurftraining. Später werden diese dann unbemannt durchgeführt.

Umrüstphase: bestehende Flugzeuge werden um alle Systeme erleichtert, die für einen Piloten nötig sind wie Cockpit, Cockpitpanzerung, Schleudersitz, Sauerstoffflaschen, Cockpitinstrumentierung

Ersatzphase: Entwicklung neuer Kampfflugzeuge, die nur unbemannt eingesetzt werden können, auch neue Konzepte wie Tochterflugzeuge, die von größeren Flugzeugen ins Einsatzgebiet geschleppt werden.

Richtig teuer und das über einen längeren Zeitraum ist die letzte Phase. Es wurde ja schon gewitzelt das wäre SDI: Strategic Drone Initiative.

Das war im letzten Amtsjahr von Obama und er wollte dafür oder dagegen keine Entscheidung fällen und hinterließ diese seinem Nachfolger. Trump hatte andere Prioritäten und so blieb die Vorlage in der Schublade. Als Trump aber wegen eines Giftgaseinsatzes einen Angriff auf Syrien plante und die Militärs ihm wegen der zu erwartenden Verluste und der negativen Publicity davon abrieten, haben seine Berater die Vorlage wieder auf die Tagesordnung gebracht. Gerüchten zufolge soll alleine die „Kriegsmüdigkeit“ der Amis Trump bisher von einem Militäreinsatz gegen den Iran und Nordkorea abgehalten haben. Bisher blieb es daher immer nur bei kleinen Luftschlägen wie 2018 in Syrien oder diesen Monat beim Iran.

2018 wurde die erste Phase genehmigt, die im Vergleich zum Gesamtprojekt noch wenig kostet. Seitdem finden mit umgebauten F-15, F-16 und F-18 Flugzeugen Tests in den USA statt. Auch gepanzerte Fahrzeuge sollen umgerüstet worden sein. Nur bei der Marine sind in Phase 1 keine Schiffe dabei (in Phase III soll es aber unbemannte U-Boote und Schnellboote geben). Tests mit Teams ergaben, das im Luftkampf schon die zeitliche Verzögerung über einen geostationären Satelliten, wie er entstand, wenn das Kontrollteam an der Westküste war und das Flugzeug an der Ostküste, nicht tolerierbar war. Ansonsten sind die ersten Ergebnisse positiv: die Teams haben mit mehreren Leuten und etlichen Kameras mehr Rundumblick als der Pilot, die Aufteilung der Arbeit (einer fliegt, einer kümmert sich um die Waffen, ein dritter überwacht die Bildschirme von bis zu sieben Außenkameras) führte zu weniger Stress und schnellerer Reaktion und nicht zu vergessen – ohne Pilot waren Wenden mit hoher G-Belastung möglich die vorher unmöglich waren. Gute Rückmeldungen gab es auch beim Erproben gepanzerter Fahrzeuge, diese kamen auch mit der Signalverzögerung besser zurecht. Zumindest in Phase I und II sind keine autonomen Waffen geplant, sondern fernkontrollierte.

Eine der Empfehlungen für Phase II ist aber trotzdem der Aufbau eines Netzwerkes, welches zumindest im Kriegseinsatz zur Verfügung steht, logischerweise aber auch unabhängig davon existieren muss, denn auf die Schnelle kann man kein Netzwerk ad hoc aufbauen. So hat man auch Tests mit Starlink durchgeführt. Über den Kontinent hinweg war die Verzögerung kleiner, aber immer noch nicht ausreichend, aber wenn das Steurerteam bis zu 700 Meilen von dem Flugzeug entfernt war, so war die Reaktionszeit nicht schlechter als bei Piloten. Das würde bei dem US-Militär, solange es nicht um einen Angriff auf Russland geht, vollkommen ausreichen, denn zum einen haben die meisten Kampfflugzeuge keine viel größere Reichweite und zum anderen gibt es in allen Fällen von potenziellen Gegnern US-Basen in den Nachbarländern (beim Iran in Saudi Arabien Türkei und dem Irak. Bei Nord Korea in Süd Korea und Japan. Notfalls ginge das auch von fliegenden Einsatzzentralen wie es sie heute schon in den AWACS-Flugzeugen gibt aus möglich. Das US-Militär präferiert Starlink, logisch, denn bisher wurden ja auch alle militärischen Starts nur von US-Trägern durchgeführt (bisher, weil heute Morgen startete eine Electron erstmals einen NRO-Militärsatelliten). OneWeb wird aber vor allem von Sojus gestartet daneben auch Ariane 6, aber keinem US-Träger. Vor allem aber ist die Firma auch in England ansässig. Die letzte Entscheidung ist aber nicht getroffen, OneWeb hatte einfach zu wenige Satelliten für Tests im Orbit und weil beide Netze ja nicht wegen dem Militär entstehen, ist die strikte „US-Only“ Politik gelockert – das ist ja bei Basen im Ausland genauso. So hat auch Oneweb einen 2,5 Millionen Dollar Auftrag zusammen mit SpaceX bekommen – aber wie schon gesagt, bei SpaceX waren es 28 Millionen,

Onweb ist nicht aus dem Rennen, hat aber einen anderen Befürworter. Denn es gab auch eine Vorlage der EU. Um die Infrastruktur in benachteiligten Regionen zu verbessern wurde geprüft, ob die Nutzung dieser neuen Netze von Vorteil wäre. Das Ergebnis wäre, das so ein Teil der Strukturnachteile für Unternehmen aber auch Privatpersonen abgebaut werden könnte. Die ESA zur Beratung hinzugezogen, gab auch eine Empfehlung ab. Dort wurde vor allem hervorgehoben, das man bei einer europäischen Beteiligung zur Auflage machen könnte, die Satelliten mit der Ariane 6 zu starten, was diese Rakete auslasten würde, die ESA hat ja Probleme die der Industrie 2014 zugesagten Starts auch einzulösen. Es würde so ein Zuschuss für die Produktion entfallen. Auch Gespräche mit Oneweb gab es. Oneweb plant ohnehin eine Erweiterung der Konstellation, aber nicht so stark wie Starlink. Doch immerhin weitere 1.260 Satelliten, also fast doppelt so viel wie bisher. Bisher stockt das weil die FCC (US-Behörde) seit zwei Jahren den Antrag für Frequenzen nicht bearbeitet hat, während SpaceX innerhalb von Monaten die Erweiterung von 4.400 auf 12.000 und dann sogar 31.000 Satelliten genehmigt bekam. Oneweb war offen, die Hälfte dieser Satelliten in einer zweiten Fabrik in Europa zu bauen. Die ersten zehn wurden ja auch in Toulouse gebaut und die Technik stammt von europäischen Firmen. Man benötige sowieso eine zweite Fabrik, will man den Zeitplan einhalten. Dafür sollte sich die EU mit der Hälfte der Kosten von geschätzt 2,5 Mrd. Euro beteiligen. Die EU möchte als Gegenleistung, dass der Service nicht teuerer angeboten wird als vergleichbare terrestrische Verbindungen mit ähnlichen Datenrate. Wie teuer beide Services werden weiß noch keiner, SpaceX hat 80 Dollar pro Monat als Preisvorstellung genannt, was verglichen mit europäischen terrestrischen Tarifen relativ teuer ist.

Wie beim US-Militär steht eine Entscheidung noch aus, in der EU hofft man vor allem auf Deutschland, das so ihre „Digitalisierungsprobleme“ mindern könnte. Das Oneweb den Sitz in England hat, seit heute ja kein EU-Mitglied mehr spielt keine Rolle. Zu verflochten sind inzwischen zahlreiche europäische Institutionen mit England, so werden auch die europäischen Wetterdaten in Reading verarbeitet. Zudem bleibt England in der ESA, welche von der EU mit der Durchführung betraut werden wird, wenn es dazu kommt, ähnlich wie dies bei Galileo oder dem Copernicus Programm der Fall war. In beiden Fällen dürften die Investoren aber so aufatmen, denn das die Netze so pleite gehen, selbst wenn man die Nachfrage stark überschätzt hat, dürfte so ausgeschlossen sein. In beiden Fällen wird dann der Staat eingreifen.

3.2.2020: Der ganz normale Tag

Inzwischen ist der Kalender voll mit offiziellen, inoffiziellen und sonstigen Feiertagen, Gedenktagen, Aktionstagen Welttagen und internationaler Tag des … Manchmal greifen Medien auf, so natürlich Radiosender den „Welttag des Radios“ meist dann, wenn der Tag skurril ist.

Angefangen hat alles mit kirchlichen Feiertagen. Die sind ja inzwischen gesetzlich geschützt, auch wenn verschiedene Verbote wie für Veranstaltungen und Handel immer mehr aufgeweicht werden. Schon ihr Schutz ist nicht konstant, wie man an dem Wegfall einiger Feiertage wie Buß- und Betttag oder Reformationstag 1994 gesehen hat. Dann folgten nationale Feiertage wie früher der Tag des 17. Juni – an dem Tag gab es den einzigen Aufstand in der DDR, der nur mit russischen Panzern niedergeschlagen werden konnte. Interessanterweise gab es aber weder bei uns, noch in der DDR einen Mauertag bzw. Tag des antifaschistischen Schutzwalls. Es folgten dann von Organisationen ausgerufene Gedenktage. Manche brachten es auch zum Feiertag, wie der 1. Mai als Tag der Arbeiterbewegung. Andere sind Welt-AIDS Tag (1.12.) oder internationaler Frauentag (8.3). Die Liste der „internationalen oder „Welttagen“ ist bei Wikipedia noch übersichtlich, wird aber schon skurril, weil es nicht immer um große Themen oder benachteiligte Personengruppen geht, sondern es auch einen „Welttoilettentag“ (19.11) gibt – sogar von den Vereinten Nationen ausgerufen.

Es folgten dann Aktionstage, vornehmlich ausgerufen von Interessengruppen oder Industrien. Bei Letzten um den Umsatz zu erhöhen wie Valentinstag oder Muttertag oder Vatertag. Dann wird’s richtig skurril – hier mal eine Liste der Themen, denen wir heute gedenken sollten:

„Tag des Karottenkuchens – igitt-.igitt, ich denke der Tag kommt aus England, ist aber wohl in den USA populär. Wie man sieht, reicht das Jahr gar nicht mehr aus, um alle Aktionstage unterzubringen. Damit ist nun Schluss, denn ich erkläre den 3. Februar zum reinen „Nur Tag“. Also ein Tag, an dem es keinerlei Gendenken, Aktion oder Feier geben darf. Wenn ich mir die obigen vier Einträge ansehe, die ja nun auch nicht so besonders berauschend sind denke ich kann das Benennen eines Tages jeder machen. Also auch ich. Die einzigen Änderungen, die ich akzeptiere, sind die folgenden drei:

Ich glaube ich werde aber alle drei Ereignisse nicht mehr erleben. Solange geniest diesen Tag als Erholung von den vielen anderen Aktions- und Gedenktagen. Noch einen schönen Tag!

4.2.2020: Vergleich: C64 vs Sinclair Spectrum

Ich habe vor Jahren in meiner Serie „die schlechtesten Computer aller Zeiten“ über den C64 geschrieben. Der Beitrag rutsche dann, wie es bei Blogs der Fall ist ins Vergessen. Seit etwa einem Jahr ist er in einem C64 Forum verlinkt und seitdem gibt es alle paar Monate (wohl wenn er durch einen Post im Forumsbeitrag wieder in der Hauptseite des Forums erscheint) wieder mehr Seitenabrufe und dann natürlich auch Posts. Es reicht den dortigen Leuten, die dann natürlich eine einseitige C64-positive Meinung haben, nicht nur einen Kommentar zu hinterlassen, manche müssen das sogar mehrmals unter verschiedenen Pseudonymen tun. Offenbar gehen Leute, die zwar einen C64 hatten aber nur damit spielten, davon aus, das andere genauso wenig Ahnung von Computer haben wie sie und nicht erkennen können, dass der Post von ein und derselben IP-Adresse kommt. In dem Falle lösche ich alle Posts dieser Person. Sie kann ja gerne mehrfach posten aber bitte unter einem Pseudonym, das jeder erkennen kann, was dahinter steckt.

Aber zurück zum Artikel. Ich habe den C64 mit dem CPC 6128 verglichen (den ich übrigens nie besessen habe, ich hatte einen CPC 464) und das kam nicht gut an. Ich meine noch heute der Vergleich ist legitim, es sind zwei Rechner derselben Preisklasse und ähnlichen Eigenschaften. Aber er hakt natürlich. Die CPC-Serie ist jünger und wurde als Komplettsystem verkauft. Daher habe ich mir vorgenommen nochmals einen Vergleich zu machen, diesmal mit dem ZX-Spectrum, denn der ist aus der gleichen Zeit, sogar noch etwas früher erschienen (April 1982, in Deutschland aber in etwa zeitgleich mit dem C64).

Gehäuse und Tastatur

Der ZX Spectrum kommt in einem sehr kleinen Gehäuse mit nur 40 Gummitasten, die bis zu siebenfach belegt sind. Der C64 kommt in einem deutlich größeren Gehäuse mit echter Schreibmaschinentastatur und weniger Belegungen und 66 Tasten. Das Gehäuse des Spectrums sieht deutlich schicker aus, auch wegen der Kleinheit „schnuckelig“. Das Ursprungsgehäuse des C64 erhielt wegen der hohen Bauform bald den Beinahmen „Brotkasten“, wurde aber später deutlich verbessert. Was allerdings zählt, ist weniger das Gehäuse als vielmehr, wie man mit der Tastatur arbeiten kann und da sind die Gummitasten die auf eine Folie münden des Spectrums deutlich der Schreibmaschinentastatur des C64 unterlegen.

Anschlüsse

Ich lasse in beiden Fällen Fernsehanschluss über die Antennenbuchse und Stromanschluss weg, weil die selbstverständlich sind.

Der Spectrum geizt mit Anschlüssen für Peripherie. Er hat nur einen Anschluss für einen Kassettenrekorder und einen Platinenstecker mit 54 Signalen der CPU zur Erweiterung des Systems „Systembus“ oder „Erweiterungsbus“. Beim C64 sind es deutlich mehr. Es gibt an der Seite zwei Anschlüsse für Gameports im 9.Poligen Standardformat, wie es der Competition Pro einsetzt. Neben dem Antennenanschluss hat der C64 auch eine achtpolige Audio/Videobuchse, mit der man ihn an einen Monitor anschließen kann. Für den Anschluss eines Diskettenlaufwerks oder eines Druckers gibt es eine IEEE 488 Schnittstelle, einen 12-poligen Userport, den man mit einem Modull zum Anschluss eines Druckers nach Centronics oder V24 Standard nutzen kann, ebenfalls den Erweiterungsbus, hier mit 44 Leitungen und einen sechspoligen Anschluss für eine Datasette. Außerdem hat er einen Resteschalter. Selbst der fehlt beim Spectrum. Hinsichtlich Anschlüssen punktet der C64 also klar. Er ist was die Zahl der Anschlüsse betrifft dem Spectrum deutlich überlegen. Allerdings sind bis auf die Gameports alle Anschlüsse nach Commodore Standard nicht nach damals gängigen Industriestandards (5-Polige DIN Buchse für Kassettenrekorder, Centronics für Drucker).

Hardware

Der Minimalismus zieht sich weiter beim internen Aufbau. Der Spectrum besteht, wenn man die Logikbausteine der 74xx Serie mal außer Betracht lässt, praktisch nur aus CPU, ULA, RAM und ROM. Der C64 ist deutlich besser ausgestattet. Töne produziert ein eigener Soundchip, der SID, die Grafik nicht nur ein Videocontroller, sondern ein Videoprozessor, der VIC. Dazu kommen zwei I/O Bausteine und ebenfalls ein ULA. Es ist klar, das der C64 daher viel mehr Fähigkeiten in der Hardware hat, als der Spectrum, bei dem das ULA sowohl die Grafikerzeugung wie auch Kommunikation mit Keyboard und Kassette und die Tonerzeugung übernehmen muss. Erneuter Punktgewinn für den C64.

Software

Beide Rechner haben den damals obligaten BASIC Interpreter, der zugleich Betriebssystem ist. Beide BASIC Interpreter basieren auf Vorgängern. So versteht der Spectrum die Programme der beiden Vorgänger ZX80 und ZX81, verfügt aber über weitere Befehle für das Zeichnen und setzen von Farben. Das BASIC des C64 wurde unverändert von den CBM Bürocomputern übernommen, die keinerlei Grafikfähigkeiten- und Soundfähigkeiten haben. So fehlen alle Befehle, die damit zu tun haben im Befehlssatz. Was die Größe angeht so punktet der C64 mit 20 KByte ROM, die aber auch darauf beruhen das er zwei Zeichensätze hat die alleine 4 KByte belegen, während es beim Spectrum nur einer ist. Beide Rechner haben Blockgrafikzeichen in den oberen 128 Codes um damit Grafiken zu erstellen. Da man mit dem Spectrum Interpreter die Fähigkeiten der Hardware ausreizen kann, auch wenn sie schlechter als die des C64 sind. Punktet hier der Spectrum.

Speicher

Den Spectrum gab es mit 16 oder 48K Arbeitsspeicher, wobei weil der Bildschirmspeicher etwa 7 KB belegt praktisch nur die 48K Version verkauft wurde. Der C64 hat wie sein Name schon andeutet 64 KByte RAM. Bei beiden Rechnern geht davon der Bildschirmspeicher und etwas Speicher für Systemvariablen ab. Das ROM belegt auch einen Teil de Adressbereiches, der so nicht nutzbar ist. Beim Spectrum schließt es unten an den Arbeitsspeicher an und belegt so die ganzen 64 K Adressbereich. Beim C64 verdeckt es den oberen Speicher. Diese 20 KByte sind unter BASIC nicht nutzbar und indirekt nur nutzbar, wenn man in den 4 KB des Zeichensatzes ein Maschinenprogramm unterbringt. Die anderen 16 KB sind nicht nutzbar, wenn das Betriebssystem und BASIC Interpreter aktiv sein sollen. Beim Einschalten hat man unter BASIC beim C64 somit nur 38,9 K frei, beim Spectrum, der eigentlich 16 KB weniger Speicher hat sind es in der 48 K Version dagegen 41,5 K, also leicht weniger. Hier punktet der Spectrum.

Grafik und Sound

Beide Rechner haben eine Bildschirmverwaltung, die heute nicht mehr bekannt ist. Beim Spectrum gab es einen 6 KB großen Speicher für die Pixelinformation von 256 x 192 Punkten in monochrom. Zusätzlich einen Farbspeicher von 32 x 24 Zeichen. Für jedes Zeichen konnte man für Vorder- und Hintergrund eine von 16 Farben setzen. Die Bitmaps haben also eine Auflösung von 256 x 192 Pixeln, aber je 64 Pixel teilen sich eine Vorder- und Hintergrundfarbe.

Der C64 hat ebenfalls einen getrennten Bitmap- und Farbspeicher. Hier gibt es einen Textspeicher der 40 x 25 Zeichen aufnimmt und einen Farbspeicher, der wie beim Spectrum für jedes Zeichen eine Vorder- und Hintergrundfarbe definiert. Neben diesem Standardmodus beherrscht der VIC noch zwei weitere. Einen hochauflösenden Modus in dem man alle 320 x 200 Pixel ansprechen kann, aber nur monochrom und einen Multicolormodus, bei dem die Auflösung geringer ist, dafür es 4 oder 16 Farben gibt. Diese Modi sind von BASIC aus aber nicht zugänglich. Beliebige Bitmap Grafik, also nicht unter Verwendung des Standardzeichensatzes, konnte man erzeugen, indem man den Zeichensatz in das RAM kopierte und dort veränderte. Die meisten Spiele nutzten denn auch diese Methode.

Beim Sound gibt der Spectrum nur einen Ton über einen kleinen eingebauten Lautsprecher aus. Der SID des C64 ist dagegen dreistimmig und hat neben den bei Soundchips üblichen Hüllkurvenmodulatoren auch Amplitudenmodulatoren und Oszillatoren und geht damit über die Soundfähigkeiten der meisten Heimcomputer hinaus, während der Spectrum dahinter bleibt. Sein einstimmiger Ton ist, wenn man es auf die Musk überträgt, genauso wie der Vergleich von jemanden der ein Instrument, spielt mit dem einer Band mit drei Instrumenten. Das macht bei der Musikuntermalung von Spielen einen großen Unterschied.

Beim Ton punktet also ganz klar der C64. Bei der Grafik ist es so, das der C64 prinzipiell besser ist, aber in der Basisaustattung dies nicht nutzbar ist.

Erweiterungen

Beide Systeme hinsichtlich Erweiterungen zu beurteilen, ist schwierig und zwar aus unterschiedlichen Gründen. Beim ZX Spectrum ist das Hauptproblem, das es nur einen Erweiterungsbaus gibt und der nun alle Erweiterungen aufnehmen soll. Die offiziellen Erweiterungen wie ZX-Interface 1 und 2 schleifen den Bus daher durch, doch es ist eben ein Platinenstecker nicht einer der feste Kontakte oder gar Klammern hat, um Stecker zu befestigen. Das war mechanisch instabil und mehr als ein Interface machte so Probleme. Ohne Interface kam man nicht aus, weil man weder einen Drucker noch einen Massenspeicher anschließen konnte. Selbst für Joysticks fehlte der Anschluss. Da sie auch im Betriebssystem nicht vorgesehen waren simulierten sie Tasten und so gab es zwei verschiedene Standards für die belegten Tasten von Sinclair und einem Fremdhersteller. Sinclair propagierte als Massenspeicher das Microdrive. Das war ein Endlosbandlaufwerk. Doch es war erst 18 Monate nach Ankündigung lieferbar und entpuppte sich als nicht sehr zuverlässig. Zudem waren die Cartridges sehr teuer. Ein Floppylaufwerk konnte es schon wegen des fehlenden wahlfreien Zugriffs nicht ersetzen, vielmehr diente es zum Speichern von Programmen. Direkt anschließen konnte man eigentlich nur den ZX Printer. Doch das war ein Thermodrucker der nur 256 Bits breit druckte und dies auf empfindlichem aluminiumbeschichteten Thermopapier. Dagegen war der Nadeldrucker VC 1526 von Commodore vergleichbar dem anderer Nadeldrucker dieser Zeit. Die Marktbedeutung des C64 führte aber dazu das es nach einigen Jahren eigene Versionen von Farbdruckern gab, die direkt an den C64 angeschlossen werden können.

Der C64 hat hinsichtlich Schnittstellen zwar die Nase vorn, er verwendete aber keine genormten Schnittstellen. Das bedeutet, man war entweder auf die Peripherie von Commodore festgelegt (Parallele zu Sinclair) oder man musste zusätzliches Geld investieren, um z.B. am Userport eine Centronics Schnittstelle nachzurüsten. Beim Floppylaufwerk war es so, das man bei der ersten Serie aus Kostengründen die Zahl der Leitungen von acht bei der CBM Serie auf eine reduziert hatte. Später galt das nicht mehr doch aus Kompabilitätsgründen nutzte das Betriebssystem nur eine Leitung. Die Lösung waren Floppy Disk Beschleuniger, die dann aber auch extra kosteten. Ohne diese war das Floppylaufwerk aber nicht wesentlich schneller als ein Kasetteninterface (300 Byte pro Sekunde, andere Rechner erreichten 2400 (Atari 400) bis 15.000 Byte/s (Apple).. Der Anschluss an einen Monitor ist zwar gut gemeint, angesichts der niedrigen Auflösung der Ausgabe bei beiden Rechnern aber nicht nötig. Immerhin ist dann das Bild stabiler und schärfer. Allerdings kostete ein Farbmonitor damals mehr als ein C64.

Vergleichstest

Ich will zwei Szenarien untersuchen: Die „offizielle“ Nutzung dieser Rechner zum Erlernen von BASIC und zum Programmieren. Ich habe „offiziell“ geschrieben, weil die Leute die ich damals kannte und natürlich auch ich, die Computer wirklich programmiert haben und dabei auch nützliche Programme herauskamen, die man im Studium nutzen konnte. Wie die Antworten auf den obigen Blog zeigen und ich inzwischen auch im Gespräch mit anderen rausfand, war das die Ausnahme. Die Rechner wurden damals vorwiegend als Ersatz für eine Spielkonsole gekauft und damit gedaddelt. Daher der Vergleich dieser beiden Einsatzgebiete: Programmieren in BASIC und Spielen. Die fehlenden Joystickanschlüsse beim Spectrum beruhen auch darauf, das Sinclair den Rechner zum Programmieren vorgesehen hatte, und er war sehr verärgert, als er sah das die meisten ihn nur zum Spielen nutzen.

Das BASIC des Spectrums schlägt das des C64. Die Fähigkeiten, die der Spektrum hat, kann man damit ausnutzen. In der Geschwindigkeit sind beide Modelle unter BASIC etwa gleich schnell, das ergaben Benchmarks. Der BASIC-Interpreter des Spectrums ist daher etwas ineffizienter, denn bei der Taktfrequenz von 3,58 MHz sollte er etwa 20 % schneller als der C64 sein. Beim Start hat der Spectrum 48K unter BASIC noch 41,5 KByte frei, beim C64 sind es dagegen nur 38,9 KB. Wie das? Beide Rechner haben ein ROM, das im Adressbereich liegt, doch das ist, beim C64 4 KByte größer und reduziert so den verfügbaren Speicher. Bedeutender ist aber das das ROM 20 KByte des Speichers verdeckt, der so unter BASIC nicht nutzbar ist. Die oberen 20 KByte hätte man so wenigstens als Bildschirmspeicher, der beim C64 ohne spezielle Tricks 8 KByte groß ist, nutzen könnte, doch dieser liegt auch im unteren Bereich, sodass beim Einschalten der höheren Bildschirmmodi nochmals Speicher verloren geht. Allerdings erfordern diese Modi Maschinensprache. Für in BASIC programmierte Spiele wird man aber den Zeichensatz kopieren und umprogrammieren, das schluckt 2 KByte. So ist der BASIC-Programmierer beim C64 im Nachteil, sowohl was die Sprachmöglichkeiten angeht wie auch der verfügbare Speicher. Es gab um das Manko zu beseitigen Erweiterungsmodule. Populär war z.B. das Simons BASIC. Doch das war zum einen eine zusätzliche Ausgabe. Zum anderen verkleinerte das Modul, das ja auch Speicher belegte, den Speicher unter BASIC weiter auf 30 KByte.

Bei den Spielen gibt es die Beschränkungen nicht. Spiele können das Betriebssystem nutzen, müssen es aber nicht. Beim C64 muss man praktisch die beiden Coprozessoren direkt anzusprechen, weil das Betriebssystem sie ja nur rudimentär unterstützt. Dann steht beim C64 mehr Speicher zur Verfügung, auch die ausgeblendeten 20 KByte des ROM sind dann nutzbar.

Bei Spielen gelten die Begrenzungen unter BASIC nicht. Dann profitiert der C64 von einem Grafikprozessor der Spielfiguren (Sprites) selbst animieren kann, verschiedene Grafikmodi beherrscht und dazu von einem Soundprozessor unterstützt wird. Bei Spielen schlägt der getrennte Farb- und Darstellungsspeicher des Spectrums dagegen negativ zu Buche. Da für je 1 Zeichen (64 Bit) dieselbe Farbe gewählt wird, wird eine bewegte Spielfgur die einen andersfarbigen Bereich erreicht Farbfehler aufweisen oder sie springt eben gleich um ein Zeichen (8 Pixel( weiter. Dieser „Color Clash“ war berüchtigt bei Spectrum Spielen, die daher oft nur wenige Farben einsetzten oder wenn es viele Farben waren, dann bewegten sich die Figuren meist ruckartig. Bei Spielen punktet also eindeutig der C64.

Kosten

Bei beiden Rechnern ist es so das die Basisrechner relativ preisgünstig waren, dann mit der Peripherie aber Zusatzkosten auf den Anwender zukamen.

Spectrum Hardware

Preis 1/1984 (Ausgabe ct 1/1984)

Spectrum 48K

525.- (16 K-Version: 398)

Gameport Interface mit Joystick / Competition Pro

98 / 129.-

Centronics Interface

170.-

Tastatur Umrüstsatz

190.-

Drucker mit Interface

864.-

ZX Interface 1

200.-

Microdrive

250.-

Dieselbe Tabelle für den C64:

C64 / Zubehör

Preis 1/1984 (Ausgabe ct 1/1984)

C64

674

Joystick Competition Pro

60.-

Drucker VC 1526

889.-

Floppy VC 1541

720.-

Simons BASIC Erweiterungsmodul

175.-

Datasette

129.-

Wer spielen wollte, kam in beiden Fällen eigentlich mit einem Kassettenrekorder aus. Die meisten Spiele gab es auf Kassette, und wenn pro Kassette nur ein Programm drauf ist, entfällt auch das Spulen. Dann muss man nur warten, denn beide Rechner lesen relativ langsam (Sinclair 1500 Baud, Commodore 1174 Baud). Bei Commodore kann man keinen handelsüblichen Kassettenrekorder anschließen, sondern hat wegen des eigenen Busses nur die Möglichkeit eine Datasette, im Prinzip auch nur ein Kassettenrekorder jedoch ohne Lautsprecher, anzuschließen. Der war aber rund 50 DM teuer als ein Kassettenrekorder, denn man meistens sowieso hatte. Mit einem Joystick wurde man so 654 (Spectrum) bzw. 863 DM (C64) los.

Beim Programmieren ist es schwer, einen Vergleich zu ziehen. Die Microdrives sind einfach nicht mit einem Diskettenlaufwerk zu vergleichen. Sie sind zwar schneller haben aber keinen wahlfreien Zugriff und die Folgekosten für die Cartriges sind höher. Ich habe daher den Massenspeicher weggelassen. Aber man benötigt doch einen Drucker, um mal auch Ergebnisse oder Grafiken auszudrucken. Der Spectrum benötigt fürs Programmieren aber auch eine ordentliche Tastatur und der C64 ein ordentliches BASIC. Beides sind Aufrüstoptionen, die sein müssen. Dann ist man zusammen bei 1.749 bzw. 1.867 DM (C64). Der Spectrum ist also immer etwa 120 bis 300 DM billiger, wobei der Unterschied bei der größeren Summe nicht so relevant ist. Spiele kosteten für beide etwa gleich je nach Titel zwischen 27 und 40 DM. Da man Kassetten aber leicht kopieren kann und das sogar ohne Computer wurde aber mehr getauscht als gekauft.

Ich denke als Spielplattform war der C64 trotz etwas höherer Kosten die bessere Wahl, einfach weil die Hardware, die ja bei Spielen in Assembler direkt angesprochen wird, viel leistungsfähiger war. Der Spectrum war in der Basisversion besser fürs Programmieren geeignet. Allerdings hat man dann bald Probleme mit dem Limit an Schnittstellen, sodass die Erweiterung teuer wird und wenn man eine echte Tastatur haben will, wird’s auch teuer. Diskettenlaufwerke waren für beide nicht zu empfehlen. Beim C64 durch die extreme Langsamkeit und beim Sinclair gab es sie gar nicht vom Hersteller, nur Fremdlösungen. In beiden Fällen verschwand der Preisbonus durch Nachrüstungen. Mit dem Wissen, das ich heute über Computer habe, würde ich wohl keinen der beiden kaufen. Stattdessen einen Dragon 32. Der hat zwar nur 30 K frei verfügbares RAM, aber eine echte Tastatur und ein BASIC das die Hardware unterstützt. Eine vernünftige Discstation gab es auch für ihn. Er kostete zur gleichen Zeit 688.- also etwas mehr als ein C64. Geahnt, dass beide Rechner nicht das Ideale für mich sind, habe ich aber schon damals, denn ich lies mir mit dem Kauf solange Zeit, bis ein Computer erschien, der das bot, was ich erwartete. Das wurde der CPC 464, dem ich dann neun Jahre die Treue hielt.


 

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