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Web Log Teil 623: 10.6.2021 - 18.6.2021

10.6.2021: Vogelfütterung - Heute nur ein Rezept …

Da ich die letzten beide Tage längere Blogs hatte und morgen auch noch ein etwas längerer erscheint, heute als kleiner Zwischenblog ein Rezept, aber nicht für euch, sondern unsere gefiederten Freunde.

Seit ein paar Jahren füttere ich mehr und mehr Wildtiere. Alles fing vor ein paar Jahren an, als ich just an meinem Geburtstag einen Igel etwas benommen über den Rasen torkeln sah. Etwas benommen, weil ich am 3 Februar Geburtstag habe und um die Zeit sind die Igel noch im Winterschlaf. Ich habe im Internet nach der nächsten Igelauffangstation erkundigt und die Dame hat mich dann weiter verwiesen an jemanden der sie aufnimmt und ich habe das Tier in einem Schuhkarton dorthin gebracht. Weitere zwei Monate später – wiederum just an dem Geburtstag meines Vaters bekam ich den Anruf das er nun ausgewildert werden kann und holte ihn wieder ab – er passte nun kaum noch in den Schuhkarton und wog dreimal so viel.

Seitdem füttere ich die Igel – ich sage die Igel, weil ich schon einige Male zwei gesehen habe und vor einigen Wochen auch zwei Igel aus meinem Lichtschacht geholt habe. Anders als das Futter, das ich von der Auffangstation mitbekam und das an Vögel-Fettfutter erinnerte, aber mit Katzenfutter. Meiner Erfahrung nach mögen das Igel sehr, vor allem Trockenfutter, Naßfutter weniger. Katzenfutter habe ich, da ich Katzen habe, immer im Haus und weil wir hier eine große Bestandsdichte an Katzen haben (außer meinen sehe ich noch drei andere über unser Grundstück tigern) habe ich in eine Holzkiste ein Loch gesägt durch die ein Igel durchpasst und damit das Futter abgedeckt. Das geht gut so. Ende November bis Mitte Dezember gehen sie in den Winterschlaf und ich kontrolliere nur noch einmal in der Woche, sie wachen aber immer wieder auf und dann ist für ein paar Tage das Futter wieder weg. Dieses Jahr sind sie seit März aus dem Winterschlaf aufgewacht. Dank des Futters haben sie auch schon jetzt das Gewicht für den Winter, wie man am Bild sieht.

Vor zwei Jahren habe ich dann auch mit dem Füttern von Vögeln angefangen. Ich habe mir auch mal um Geld zu sparen gleich einen 25 kg Sack Sonnenblumenkerne (geschält) gekauft, aber dann doch zwei Winter gebraucht bis ich das weg hatte. Seit diesem Jahr füttere ich auch im Sommer, wobei ich das Füttern mit Samen und käuflichem Fettfutter seit Juni eingestellt habe. Die Vögelfütterung im Sommer ist ja umstritten. Einige meinen, es gäbe so wenige Insekten, dass man ganzjährig Füttern müsste. Andere sagen, das davon auch nur 10 bis 15 Arten profitieren, die in der Nähe des Menschen leben. Was ich festgestellt habe, ist das zum einen das Streuen auf den Boden besser ankommt, als Futterhäuschen oder Futterstationen. Ich dachte genau das Gegenteil, denn ich habe eine wirklich erfolgreiche Katze, die schon bis zu vier Mäuse pro Nacht zu mir brachte und auch ab und zu einen Vogel. Futterhäsuchen und -stationen sehe ich da als sicherer an. Die zweite Überraschung betrifft das Rezept, das ich heute vorstelle: es ist selbst gemachtes Fettfutter, also der Ersatz für Insekten und damit geeignet für Vögel, die vorwiegend Insekten essen, aber auch Allesfresser. Denn es ist äußerst beliebt. Im Winter brauchte ich pro Woche eine Packung Haferflocken, inzwischen eine Packung pro Tag. Ich habe aber auch den Verdacht, dass sich davon auch Mäuse ernähren, denn das Jagdglück meiner Katze hat, in den letzten Monaten enorm zugenommen. Zumindest meine Igel mögen das Futter, wie ich an den charakteristischen Kotrückständen sehen konnte.

Interessant über die Monate zu sehen ist, dass die Vögel sehr unterschiedlich sind. Elstern und Raben mögen Katzenfeuchtfutter, dass ich, seit ich meinen Kater im Januar einschläfern musste, immer übrig habe, denn meine Katze isst wenig. Nur wenn das nicht da ist, gehen sie an die Haferflocken. Die „zutraulichsten“ Vögel sind Amseln, die fliegen als Letztes weg, wenn ich mich nähere und kommen als Erstes wieder und laufen mir beim Rasenmähen auch nach. Andere Vögel scheinen feste Zeiten zu haben. Tauben und Stare kommen immer abends. Tauben immer als Pärchen, Stare in kleinen Gruppen von sechs bis acht Vögeln. Tagsüber kommen Meisen und Spechte. Inzwischen muss ich zwei bis dreimal täglich füttern und die Vorratsdosen wurden auch schon mit einem Loch versehen. Seither fülle ich alles in metallene Keksdosen ab. Zumindest ein Nachbarkater scheint die Haferflocken auch zu mögen.

Also ich mache es gern, man hat was anzuschauen und es kostet nicht viel Geld.

Nun zum eigentlichen Rezept. Es ist bombeneinfach:

Zutaten

Zubereitung

Fertig!

Meiner Erfahrung nach werden grobe Haferflocken schneller vertilgt als feine, die kommen aber auch noch weg. Ich mache immer beides, weil ich denke, dass kleine Vögel vielleicht die feinen Haferflocken brauchen. Als Öl habe ich lange Zeit immer Sonnenblumenöl genommen, da ich das auch immer in der Küche verwende. Als ich mal Frittierfett übrig hatte (Palmkernfett) habe ich das 1:1 mit Sonnenblumenöl gemischt und die Haferflocken gingen auch weg. Ich vermute die Fettsorte spielt keine Rolle und ihr könnt das verwenden, was ihr sonst auch in der Küche habt.

Der Vorteil des Erhitzens ist, das das Fett in die Flocken einzieht. Sonst bleibt es nur an der Oberfläche, die Haferflocken sind glitschig und das Fett geht wieder ab und bildet einen dicken Film auf dem Boden. Wenn man die Haferflocken erhitzt ist das nicht so, bei Palmkernfett fühlen sie sich nicht mal fettig an.

12.6.2021: Fehler im System

Seit gestern weiß ich das Ich mehr für die Raumfahrt tue als die „Visionäre“ Jeff Bezos und Elon Musk. Zumindest in den Jahren 2007 und 2011 mehr als Jeff Bezos und 2018 mehr als Elon Musk. Warum? Ich habe in all diesen Jahren Steuern bezahlt und die werden zum Teil auch zur Finanzierung des DLR- und ESA-Programms verwendet. In den Jahren haben die beiden genannten Milliardäre überhaupt keine Steuern bezahlt, wie propublica veröffentlichte.

Schaut man sich den Artikel an, so scheinen Milliardäre sehr gut es vermeiden zu können, Steuern zu zahlen. Allerdings muss man auch differentieren, und zwar zwischen Vermögenszuwachs und Einkommen. Die Differenz ergibt sich bei allen, die etwas auf der Kante haben und vor allem wenn sie es in Aktien oder Firmenbeteiligungen festlegen. Eklatantestes Beispiel ist ja Elon Musk, der auf dem Papier so reich geworden ist, weil er Tesla und SpaceX gegründet hat und Anteile hält. Der von Analysten eingestufte Wert von SpaceX, bzw., der Wert von Tesla, der sich in Form der Marktkapitalisierung äußert, sind laufend gestiegen, aber solange Musk keine Anteile verkauft hat er kein Einkommen. Wenn es dumm kommt, ist mal der Tesla Hype vorbei und der Kurs fällt und damit auch sein Vermögen, ähnliches kann auch bei SpaceX passieren. Erwirtschaftet eine Firma Gewinne, wie Amazon, das Jeff Bezos gründete, dann müssen die natürlich versteuert werden. Trotzdem sind die Steuern auf Einkommen recht niedrig. Hier eine Tabelle aus dem obigen Artikel, der die vier reichsten Männer der USA und ihre Einkünfte von 2014 bis 2018 enthält der die vier reichsten Männer der USA und ihre Einkünfte von 2014 bis 2018 enthält:

Person

Vermögenszuwachs

Einkommen

Steuern

Steuersatz

Warren Buffet

24,3 Mrd. $

125 Mill. $

23,7 Mill. $

0,1 %

Jeff Bezos

99,0 Mrd. $

4,22 Mrd. $

973 Mill. $

0,09

Michael Bloomberg

22,5 Mrd. $

10,0 Mrd. $

292 Mill. $

1,3

Elon Musk

13,98 Mrd. $

1,52 Mrd. $

455 Mill. $

3,27

Also der Steuersatz bezieht sich auf den gesamten Vermögenszuwachs. Wie schon gesagt ist das irreführend, denn solange es keine Vermögenssteuer gibt, bezahlt man wahrscheinlich auch in den USA erst auf sein Vermögen Steuern, wenn man etwas von dem Vermögen veräußert.

Nach dem Artikel sind die Steuersätze in den USA verglichen mit uns sehr niedrig. Der Höchststeuersatz von 37 % greift erst bei einem Jahreseinkommen von 628.300 Dollar für Ehepaare, der durchschnittliche Haushalt in den USA hat ein Einkommen von 70.000 Dollar und einen Steuersatz von 14,6 %. Verglichen mit uns ist das eine kleine Steuerlast. Bei uns beginnt die Progressionszone 2 mit 24 % schon bei unter 30.000 € für Ehepaare.

Aber selbst diesen Steuersatz von 37 % bezahlen die Superreichen nicht auf ihr Einkommen. Baffet und Bezos liegen bei rund 20 bis 25 %, Bloomberg brachte es fertig, auf 10 Mrd. Dollar Einnahmen nur 282 Millionen Steuer zu zahlen also weniger als 3 %. Elon Musk liegt mit einem Steuersatz von knapp 30 % sogar ziemlich hoch. Nach ProPublika vergrößerten die 25 reichsten Amerikaner ihr Vermögen von 2014 bis 2018 um 401 Mrd. Dollar, zahlten aber nur 13,6 % Steuern. Die vier reichsten in der Tabelle liegen sogar noch unter dem Durchschnitt von lediglich 3,4 % Steuern.

Was ist die Lösung?

Ich meine erst mal ein höherer Steuersatz. Bei uns beträgt der Endsteuersatz der Progressionszone 42 % bei einem Einkommen von 115.938 Euro für Ehepaare (die obigen 628.300 Dollar gelten auch für Ehepaare). Darüber hinaus gibt es einen zweiten Steuersatz von 45 % ab 541.000 Euro. Ich meine das man bei uns auch wieder auf die 50 % gehen kann, die lange Zeit bei uns üblich waren. Allerdings dann auch bei einer höheren Einkommensgrenze und unten sollte zum Ausgleich der Steuerfreibetrag angehoben werden. Mehr als 50 % Steuersatz sehe ich kritisch, wenn jemand weniger Geld selbst vom Einkommen übrig hat, als er abgeben muss, dann löst das in den Leuten etwas aus, und zwar unabhängig von der Höhe des Einkommens. Hohe Steuersätze funktionieren nur in einer Gesellschaft, in der sie akzeptiert werden. Schweden hatte mal einen sehr hohen Steuersatz der dann z.B. Abba zur Steuerflucht brachte. Aber selbst Schweden mit der Idee eines Wohlfahrtsstaates hat heute nur einen Spitzensteuersatz von 53 %, weit weg von dem hohen Satz in den Siebzigern.

Ich glaube auch nicht, dass es Staaten gelingt Steuerschlupflöcher zu schließen. Also zu verhindern das Reiche ihr Einkommen kleinrechnen. Es werden ja Steuergesetze immer komplexer. Dieses Jahr dürfte ich wegen Corona ein weiteres Formular ausfüllen, obwohl ich keine Hilfen bekam, sondern durch Corona nur Verluste habe. Nur die Reduktion der Ausnahmen, Abschreibungen etc. würde zu weniger Steuervermeidung führen.

Ich sehe die Lösung wirklich in dem Abschöpfen der Steuer bei der Quelle. Es gibt es die Kapitalertragssteuer, die zugreift bei Dividenden und Zinserträgen. Die liegt in den USA mit maximal 20 % niedriger als bei uns, doch Biden will sie verdoppeln. Damit würden zumindest Einnahmen, wie sie Jeff Bezos durch Amazon hat stärker besteuert.

Einen weiteren Schritt für mehr Staatseinnahmen haben die G7 ja getan. indem sie nun beschlossen haben das es einen Mindeststeuersatz für global agierende Unternehmen gibt, auch wenn ich diesen mit 15 % für zu niedrig halte. Würden diese mehr Gewerbesteuer zahlen swo wären auch die Gewinne und der Vermögenszuwachs kleiner.

Das grundlegende Problem ist aber der Vermögenszuwachs durch Spekulation und der betrifft nicht nur Superreiche. Seit die EZB die Nullzinspolitik fährt, habe ich mein Vermögen auch von den früheren konservativen Anlagen wie Sparanlagen mit längerer Laufzeit oder Bundesschatzbriefe umgeschichtet in Fonds, Zertifikate und Aktien. Auch mein Vermögen ist so gut gewachsen, seit einigen Jahren liegt der Zuwachs durch Kursanstieg über dem, den ich durch Einzahlungen also Anlage von Geld das ich übrig habe. Ganz wohl ist mir dabei nicht, denn ein Kurssturz und dieses Vermögen ist wieder klein und das kann schnell gehen, wie man am Beispiel Wirecard sieht oder in den letzten zwei Monaten am Bitcoin Kurs. Das angelegte Vermögen wird nicht besteuert, sowohl bei uns wie auch in den USA, Steuer fällt an, wenn man Aktien, Fonds etc. verkauft und dann muss der Gewinn mit der Kapitalertragssteuer versteuert werden.

Für wichtig halte ich auch eine Finanztransaktionssteuer, für die nach der Wikipedia sogar die AfD ist. Zum einen würde so der Staat von dem enormen Wachstum der Kurse profitieren, zum anderen würde eine Steuer, die bei jeder Transkation fällig ist, auch die Märkte stabilisieren. Anders als der Kleinanleger schichten Spekulanten und große Fondgesellschaften das eingesetzte Kapital viel häufiger um ,um kleine Kursgewinne auszunutzen. Weltweit wurden 2019 an den Börsen 120 Billionen Dollar gehandelt. Würde man nur 0,5 % des Wertes als Transaktionssteuer einbehalten so würde das Einnahmen von 600 Mrd. Dollar entsprechen. Der Großteil würde sicher in den USA und China anfallen, doch auch bei uns wäre das noch einiges. Entspricht der Umsatz der Deutschen Börse AG allen Transaktionen, so wären das rund 15 Mrd. Euro pro Jahr. Die 0,5 % halte ich für realistisch, weil in der Größenordnung derzeit auch die normalen Gebühren für Bank und Börse bei Kleinanlegern liegen.

Eine Vermögenssteuer wird dagegen schwierig und zwar weil Vermögen weit gefasst ist. Vermögen sind ja nicht nur Geldanlagen, sondern auch Immobilien, Grundbesitz, wertvolle Dinge wie Kunstwerke oder Luxusgegenstände. Es gibt viele Leute die haben wenig Geld auf der hohen Kante aber Grundbesitz oder sammeln etwas, was etwas wert ist. Kein Wunder, das die Wiedereinführung der Vermögenssteuer seit Jahren in der Diskussion ist, aber weil die CDU als Regierungspartei dagegen ist, kaum vorankommt.

Für die USA hätte ich einen Vorschlag. Führt eine „richtige Krankenversicherung“ ein. Also eine die nicht auf einer privaten auf Gewinn ausgerichteten Gesellschaft basiert und für die jeder von seinem Gehalt bzw. Einkommen einzahlen muss wie bei uns. „Obamacare“ wird ja finanzier durch einen Zuschlag von 3,8 % bei den Steuern der höchsten Einkommen. Macht es richtig. Ich bin selbstständig und muss 14,5 % meines Einkommens für die Krankenversicherung zahlen, dazu käme dann noch die Pflegeversicherung. Würde man diese Sätze in den USA für alle einführen, dann hätte man bei den erwähnten Superreichen eine sehr große Geldquelle erschlossen. Aber Krankenversicherung ist ja „kommunistisch“. Ich habe das Gefühl wann immer man in den USA etwas diskreditieren möchte holt man die Schlagworte „kommunistisch“ und seit Trump auch „Antifa“ heraus (antifa steht ja für antifaschistisch, woraus ich ableiten kann das die USA wohl faschistisch sind).

Zurück zum Thema. Der Vermögenszuwachs der Reichen ist beängstigend und er ist ja nicht nur virtuell. Sie müssen auch wenn sie Vermögen auflösen keine steuern zahlen, wenn sie das Geld gleich wieder in etwas investieren. Wenn Jeff Bezos also Amazon Anteile verkauft, um damit Blue Origin zu finanzieren die ja bisher noch keine Einkünfte vorweisen können, dann zahlt er dafür keine Steuern. Vielleicht ein Einsatzpunkt für eine Änderung.

Was mich persönlich an Jeff Bezos und Elon Musk ärgert (die anderen Superreichen kenne ich nicht gut genug) ist das dieser Vermögenszuwachs auch darauf beruht das andere ausgebeutet werden. Die schlechten Arbeitsbedingungen bei Amazon sind bekannt. Jede Tätigkeit wird überwacht und die benötigte Zeit gestoppt. Die Arbeiter werden nicht nach dem Tarif für den Handel bezahlt, sondern einem niedrigeren, weil Amazon ja sich selbst nicht als Verkäufer ansieht.

Bei SpaceX und Tesla gab es massive Klagen über die Arbeitsbedingungen, massive Überstunden und Druck seitens des Managements. Beide Milliardäre wollen in ihren Firmen keine Gewerkschaften und keinen Betriebsrat, die könnten ja sonst Recht einfordern die heute bei uns für Arbeitnehmer selbstverständlich sind. Wer so reich wird, auch auf Kosten anderer ist kein Visionär, sondern ein Ausbeuter.

Superreiche haben auch ein sehr komisches Verständnis vom Staat und seiner Finanzierung. Ab einem bestimmten Alter fangen viele an, das Vermögen in Stiftungen auszulagern. Neben Stiftungen um Steuern zu sparen wie es z.B. bei LIDL der Fall ist gibt es auch Stiftungen die etwas finanzieren wovon der Reicher überzeugt ist. Durch Corona bekannt wurde ja die Bill & Melinda Gates Stiftung die Impfkampagnen weltweit finanziert und die WHO mitfinanziert. Andere finanzieren ein Fußballteam oder die Krebsforschung, richten Museen oder Sammlungen ein. Ich habe mal ein Interview gesehen von einem der SAP-Mitbegünder der auch so viel Geld in diese Projekte gesteckt hat und der meint, so gäbe er der Gesellschaft wieder etwas zurück, auch wenn er nicht so viel Steuern zahlt. Schön, aber bei Steuern kann ich mir nicht aussuchen, wie viel ich bezahle und wofür. Ich würde auch gerne meine Steuern vorwiegend in die Forschung und Bildung fließen sehe und nicht in die Finanzierung des Automobilverkehrs und der Bundeswehr. Aber wie viel man an Steuern zahlt und wofür ist nicht Sache des eigenen Ermessens. Imponieren würde mir eher jemand, der keine Versuche unternimmt, sein Vermögen kleinzurechnen und Steuerspartricks ausnutzt, die es ja nur für Reiche gibt – ich kann praktisch nichts von der Steuer absetzen oder sonst wie Steuern vermeiden. Ja Reiche haben sogar eine eigene Sprache dafür, oder wie mir mal ein Banker sagte - „unter 1 Million reden wir von Steuerhinterziehung, bis 10 Millionen von Steuervermeidung und darüber von Steuergestaltung“. Da sieht man schon bei den Begriffen das fehlende Bewusstsein des Tuns.

13.6.2021: Die Zahl für heute: 28 Millionen

Jeff Bezos will am 12. Juli zusammen mit seinem Bruder ins All fliegen. Einen weiteren Sitzplatz versteigerte seine Firma Blue Origin. Nachdem die Gebote lange Zeit verhalten anstiegen und vor der letzten Runde 3,5 Millionen Dollar erreichten, hat nun in der letzten Phase der Versteigerung jemand für 28 Millionen Dollar den Flzúg ersteigert.

Nachdem Axiom Space schon vor ein paar Wochen drei weitere Weltraumtourismusflüge (insgesamt nun vier) mit der Crew-Dragon angekündigt hat, nun dies. 28 Millionen für einen suborbitalen Hopser, der nicht mal so hoch geht, wie der des ersten Amerikaners Alan Shepard. Wenn es hoch kommt hat der zahlende Kunde 4 Minuten Schwerelosigkeit. Also ich würde, selbst wenn ich das Geld hätte, nicht so viel für den Flug ausgeben. Bei Konkurrent Virgin Galactic war vor Jahren mal die Summe 100.000 Dollar pro Sitzplatz im Gespräch, das dürfte aber inzwischen auch teuer sein. Allerdings fliegt ihr Gefährt – ein Raketenflugzeug, wie die X-15, auch nicht so hoch, maximal 80 km. Ich weiß nicht wie viel die Touristen bei Axiom Space bezahlen, die NASA zahlt 55 Millionen Dollar pro Sitzplatz. Es könnte für Weltraumtouristen billiger sein, da Axiom Space ja schon gebrauchte Kapseln einsetzt und die NASA Bürokratie meistens alles etwas immer teurer macht. Es könnte auch teurer sein, denn von vier Personen sind nur drei zahlende Passagiere, der Vierte ist ein Astronaut * in. Ebenso müssten die Passagiere ihre Grundausbildung finanzieren. In jedem Falle bekommt man pro Dollar mehr Zeit im Weltall, kann die ganze Erde sehen und erreicht eine größere Höhe. 4 Minuten Schwerelosigkeit könnte man auch in acht Parabelflügen zusammenbekommen. Allerdings natürlich ohne die Aussicht in 100 km Höhe.

Der Weltraumtourismus floriert also – zumindest im Westen. Russland füllt nun die freien Sitzplätze mit russischen Schauspierlinnen. Dabei bin ich sicher, werden sie versuchen die nach Wegfall der NASA / ESA / JAXA-Besatzungsmitglieder * innen freiwerdenden Plätze auch diese im Westen zu vermarkten. Ich hätte ehrlich gesagt nicht gedacht, dass es eine so große Nachfrage gibt. Zu weniger Flüge gab es vorher und teilweise wurden sie auch abgesagt wie bei Sarah Brightman. Ich vermute, dass man mit den Russen nicht so gerne fliegt. Da ist das Sprachenproblem, zudem fordern die, das alle Passagiere ein Kosmonautentraining absolvieren. Eine Firma wie Axiom Space kann dagegen selbst festlegen was und wie lange ihre Passagiere trainieren müssen. Denn eines ist klar: wer sich das leisten kann, der hat keine Lust monatelang auf einen Flug zu trainieren.

Beim russischen Flug „Sojus MS-19“ gab es schon Änderungen. Zuerst mal fand er nicht am 15. Mai statt, sondern ist nun für den 5. Oktober geplant. Es wurden am 17. April für die Auswahl drei Schauspielerinnen angekündigt, dazu eine Frau mit Pilotenlizenz. Gewählt haben sie nicht die erst genannte und favorisierte, noch ihr Backup, sondern sondern Yulia Peresild. Daneben noch ein Regisseur – für einen Spielfilm reicht das wohl noch nicht, aber vielleicht für Erfahrungen aus erster Hand, um Spielfilme realistischer zu machen. Seit langem gibt es ja Gerüchte, dass man bei einer der „privaten“ Missionen mit Tom Cruise einen Spielfilm drehen will. Ob das an Bord der ISS so gerne gesehen ist? Die Dragon alleine wird wohl zu beengt sein. Vielleicht die Chance für die aufblasbaren Raumstationen von Bigelow.

Beim ersten bemannten Flug der New Shepard gibt es jetzt noch ein Wettrennen in letzter Minute – Richard Branson, Gründer und finanzier von Virgin Galactic, die mit dem Spaceship Two starten hat angekündigt ebenso ins all zu starten und den Flug auf den 4. Juli (Unabhängigkeitstag in den USA) vorgezogen. Erinnert mich irgendwie an den schnell angesetzten Flug von Gagarin kurz vor dem Shepards. Ist vor allem überflüssig bedenkt man das Virgin Galactic einen enormen Zeitvorsprung hatten. Der erste Flug des SpaceShips Two fand am 23.3.2010 statt. Gezündet wurde der Antrieb da noch nicht, erst am 29.3.2013. Der erste Test einer New Shepard war am 19.10.2012, allerdings nur der Kapsel und des Rettungsturms (*Pad Abort Test“), der erte reguläre flug fand am 29.4.2015 statt. Beides Mal hinkte New Shepard also zwei Jahre hinterher, zumal SpaceShip Two ja schon der Nachfolger des Spaceships One ist, das unbemannt die 100 km Marke erreicht hatte. Allerdings kostete ein Unfall am 31.10.2014 bei dem der Pilot nur mit schweren Verletzungen überlebte viel Zeit.

Es wiederholt sich so die Debatte, die es auch beim Space Shuttle ↔ Kapsel gab. Ein Fluggerät ist steuerbarer, potenziell öfters verwendbar als die Rakete mit Kapsel, aber bei einer Havarie ist letztere sicherer, weil man sie Absprengen kann und sie dann an Fallschirmen landen kann. Also wenn ich die Wahl hätte, ich würde die New Shepard nehmen. Leisten kann ich es mir aber nicht und ehrlich gesagt: für einige Minuten Schwerelosigkeit würde ich sicher nicht mehr als einige hundert Euro ausgeben. Aber für beide Firmen gibt es ja genug andere Interessenten. Virgin Galactic berichtete schon vor Jahren sie hätten 700 Reservierungen.

Noch ein Detail am Rande: Es bringt Unglück, ein Raumgefährt „Enterprise“ zu nennen. Das gleichnamige Space Shuttle war ein Prototyp, zu schwer für den Flugeinsatz und absolvierte nur Landeanflüge, von einer B-747 in die Luft gebracht (es hatte aber einen Auftritt im James Bond „Moonraker“) und das erste Spaceship Two, die „VSS Enterprise“ verunglückte.

18.6.2021: Der digitale Impfausweis

… soll nun ja kommen. Denn obwohl es weder Bundesregierung, noch Landesregierung hinbekommen ein funktionierendes Konzept und eine Lernplattform nur für das Lernen zu Hause hinzubekommen, geschweige den von etwas so selbstverständlichem wie funktionierendem WLAN in den Schulen, muss der Impfnachweis nun digital sein. Den Digital oder besser „Digitalisierung“ ist das Wunderwort in der Politik. Egal was es mit Informationstechnologien zu tun hat, es wird immer Digitalisierung genannt – ich habe das schon mal thematisiert, Es isst ein Wortmissbrauch, denn unter Digitalisierung versteht man ja die Umwandlung von etwas analogen in etwas Digitales. Also man kann Musik, Videos oder Fotos digitalisieren, auch Texte und auch Prozesse wie Abläufe in Unternehmen. Aber die Schaffung eines Netzzuganges, wo vorher keiner war, ist keine Digitalisierung, außer man hat vorher schon einen analogen Netzzugang gehabt, ein Zugang mittels eines Telefonmodems (erinnert sich noch jemand an die?) wäre so was.

Der digitale Impfnachweis soll das hantieren mit dem gelben Impfpass ersparen, der auch nie dafür ausgelegt war, dass man ihn dauernd vorzeigen muss, sondern vielleicht ein paar Mal pro Jahr, wenn man eine Impfung bei einer Einreise nachweisen muss. Da zerfleddert er gerne bei häufiger Benutzung. Bei mir – ich brauche ihn für den Eintritt in das Schwimmbad - käme noch die Gefahr durch Wasser dazu.

Die Frage, die ich mir stelle. Warum muss der digitale Impfpass nun ein Zertifikat für die Corona-Warnapp sein? Mir fallen da gleich mehrere Gegenargumente ein. Zum einen hat nicht jeder ein Smartphone. Gerade in der älteren Generation ist das noch selten, ich habe auch keins, weil ich nie den Nutzen für mich erkannt habe. Muss ein digitaler Impfpass nicht genauso barrierefrei sein, wie der Impfpass auf Papier? Für den muss ich mir ja auch kein Gerät anschaffen und eine App installieren.

Das nächste Argument ist die Umständlichkeit. Dieses Jahr gehe ich im zweiten Jahr unter Coronabedingungen ins Neckar-Freibad. Beide Mal drucke ich dafür was aus. Letztes Jahr war es nur ein QR-Code. Dieses Mal eine ganze Seite Papier mit den Infos in Klartext, QR-Code und Barcode. Sie haben bei ihrem System hinzugelernt, denn letztes Jahr haben sie den QR-Code mit einem Tablett fotografiert und das hat dann signalisiert, ob er gültig ist oder nicht. Das hat nicht immer geklappt und war vergleichsweise langsam. Dieses Jahr nehmen sie einen portablen Barcodescanner wie an der Supermarktkasse und das geht ratzfatz. Der Barcodestandard ist so alt, dass er auch robust gegen Fehlhalten des Scanners ist. Ich kann mit dem QR-Code durch durch eine automatische Schließanlage das Bad betreten. Doch das geht weder ratzfatz, noch immer auf den ersten Versuch.

In beiden Jahren gibt es auch Leute, die mit dem Smartphone rein kommen wollen. Die halten dann auf. Also erst Smartphone rausholen, dann App starten oder Bild aufrufen und dann das Snmartphone mit dem Display gegen das Tablett halten. Die Erkennungsquote ist gegenüber Papier nochmals geringer, wahrscheinlich weil das Display spiegelt. Diese Technologie sehe ich daher als fehlerhaft, unnötig umständlich und zeitaufwendig an.

Ich hätte durchaus eine Alternative: Warum nicht eine Plastikkarte im Scheckkartenformat? Die bekomme ich auch, wenn ich (in normalen Jahren) eine Saisonkarte buche. Diese hat auch einen Barcode. Kurz in den Schlitz des Kassenautomaten geschoben und ich bin reingekommen. Solange es nur um diese eine Impfung gegen Corona geht, reicht ein aufgedruckter Barcode. Ja man kann für die Fans von QR-Codes, diesen auch mit dem Barcode kombinieren, indem man auf die andere Seite der Karte einen QR-Code druckt. Die Sicherheit wird ja nicht erreicht dadurch das der QR-Code fälschungssicher ist, sondern das er wie der Barcode eine eindeutige ID-Nummer enthält. Diese ID-Nummer übermittelt das System an eine Stelle, die alle Impfdaten hat und die sieht nach wer dies ist und welchen Impfstatus er hat und überträgt das zurück zum Lesegerät, das die Angaben entweder anzeigt, oder wenn nicht möglich, einfach piept – in zwei unterschiedlichen Tönen für akzeptiert oder nicht.

Scheckkarten bzw.,. Karten im selben Format wie Kreditkarten oder EC-Karten haben sich Jahren bewährt, sind robust und jedes Portemonnaie hat ein Fach für sie.

Man kann das Konzept sogar noch weiterdenken und auf der Karte alle Impfungen ablegen. Es gibt zwei Möglichkeiten. Zum einen kann die ID nicht für eine Impfung, sondern eine Person stehen. Dann kann man die Informationen über den Impfstatus an das Lesegerät senden – die einfachen mit Pips sind dann auf eine Impfung beschränkt, was aber bei Pflichtimpfungen z.B. gegen Malaria bei der Einreise in bestimmte Staaten schon ausreicht, oder zeigen auf dem Display alle Impfungen an.

Alternativ legt man die Informationen direkt auf der Karte ab. Dann kommt man nicht mit einem Barcode aus, aber mit einem Magnetstreifen oder teurer aber sicherer mit einem Chip, wie er auf einer EC-Karte sitzt. Zumindest beim Auslesen ist ein Magnetstreifen noch schneller – einfach durchziehen. Der Vorteil dessen wäre eine Offline Lösung, den Magnetstreifen kann man auch ohne Onlineanbindung auslesen. Der grundsätzliche Nachteil einer Fälschung müsste man durch kryptografische Verfahren begegnen.

Beide Verfahren - Barcode oder Magnetstreifen wären erheblich schneller als eine Coronapp und unabhängig von einem technischen Gerät, das ja auch mal ausfallen kann, und wenn nur der Akku leer ist. Diese Vorteile zählen, wenn ich bei praktisch jeder Aktivität meinen Impfstatus nachweisen muss und die Personen die die Kontrolle durchführen haben ja meist auch noch etwas anderes zu tun.

Ich denke auch das uns ein Impfnachweis noch lange begleiten wird. Denn durch dauernde Mutationen von Covid-19 wird man sich dagegen in Zukunft wohl jährlich oder vielleicht noch öfter impfen lassen müssen und dann zählt der Nachweis noch mehr. Schon heute ist es ja so das selbst bei Geimpften ein Impfnachweis nicht mehr ausreicht, wenn sie aus einem Risikogebiet der Delta-Variante stammen, da benötigt man zusätzlich einen negativen Antigen-Test. Das heißt aber auch in Zukunft wird es Kontrollen geben – nicht nur ob man gegen Covid.19 geimpft ist, sondern auch gegen welche Varianten.

Vor allem fehlt es an Sicherheit den ein solcher Ausweis geben würde, nämlich wie man die Impfung nachweist. Ich wollte den Pass nicht jedes Mal mitführen und habe mich bei den Esslinger Bäder erkundigt, wie man das umgehen könnte – dort riet man mir, die Vorderseite mit Anschrift und die Seite mit der Impfung abzufotografieren und auszudrucken. Das muss einmal mit dem Pass vorgelegt werden und die Mitarbeiterin an der Kasse vermerkt auf dem Ausdruck, dass er mit dem Original übereinstimmt und hinterlegt ihn an der Kasse. Fürderhin braucht man keinen Nachweis mehr. Nun fiel die Nachweispflicht wegen sinkender Inzidenz für Freibäder weg, aber nicht für Hallenbäder und als diese Woche die auch öffneten, wollte ich genau diese Regelung bei einem Hallenbad anwenden. kam also mit Ausdruck und Impfausweis. Die Antwort: „Das geht nicht. Das ist ein Dokument und ich würde ja dann die Echtheit beurkunden, dafür bin ich gar nicht befugt und das Verwahren an der Kasse geht aus Datenschutzgründen geht gar nicht“ (Kommentar von hinten in der Schlange „Immer, wenn man zu faul ist, muss der Datenschutz herhalten!“).

Wie gerade bei der Maskenaffäre, habe ich das Gefühl, unsere Regierung besteht aus Dilettanten, die gerne auf unausgereifte Lösungen setzen, Hauptsache sie klingen schick. Das ist ja nicht nur bei Corona so. Erinnert sich noch jemand an die Elektroroller. Auch hier wurde ein unausgegorenes Konzept durchgepeitscht, weil es eben „hipp“ ist durch die Gegend zu rollen – nun ja für genau 30 Minuten, dann wechseln die meisten eben doch wieder aufs Fahrrad. Dafür hat man für die eine Versicherungspflicht eingeführt, die man für wesentlich schnellere E-Bikes nicht benötigt. Dazu die Sache mit der Maut. Das vom Bundesverfassungsgericht einkassierte Klimaschutzgesetz und gerade aktuell die Maskenaffäre, wo man ohne Prüfung und viel zu viele Masken bestellt hat.

19.6.2021: Der digitale Impfausweis

… soll nun ja kommen. Denn obwohl es weder Bundesregierung, noch Landesregierung hinbekommen ein funktionierendes Konzept und eine Lernplattform nur für das Lernen zu Hause hinzubekommen, geschweige den von etwas so selbstverständlich wie funktionierendem WLAN in den Schulen, muss der Impfnachweis nun digital sein. Den Digital oder besser „Digitalisierung“ ist das Wunderwort in der Politik. Egal was es mit Informationstechnologien zu tun hat, es wird immer Digitalisierung genannt – ich habe das schon mal thematisiert, Es isst ein Wortmissbrauch, denn unter Digitalisierung versteht man ja die Umwandlung von etwas analogen in etwas Digitales. Also man kann Musik, Videos oder Fotos digitalisieren, auch Texte und auch Prozesse wie Abläufe in Unternehmen. Aber die Schaffung eines Netzzuganges, wo vorher keiner war, ist keine Digitalisierung, außer man hat vorher schon einen analogen Netzzugang gehabt, ein Zugang mittels eines Telefonmodems (erinnert sich noch jemand an die?) wäre so was.

Der digitale Impfnachweis soll das hantieren mit dem gelben Impfpass ersparen, der auch nie dafür ausgelegt war, dass man ihn dauernd vorzeigen muss, sondern vielleicht ein paar Mal pro Jahr, wenn man eine Impfung bei einer Einreise nachweisen muss. Da zerfleddert er gerne bei häufiger Benutzung. Bei mir – ich brauche ihn für den Eintritt in das Schwimmbad - käme noch die Gefahr durch Wasser dazu.

Die Frage, die ich mir stelle. Warum muss der digitale Impfpass nun ein Zertifikat für die Corona-Warnapp sein? Mir fallen da gleich mehrere Gegenargumente ein. Zum einen hat nicht jeder ein Smartphone. Gerade in der älteren Generation ist das noch selten, ich habe auch keins, weil ich nie den Nutzen für mich erkannt habe. Muss ein digitaler Impfpass nicht genauso barrierefrei sein, wie der Impfpass auf Papier? Für den muss ich mir ja auch kein Gerät anschaffen und eine App installieren.

Das nächste Argument ist die Umständlichkeit. Dieses Jahr gehe ich im zweiten Jahr unter Coronabedingungen ins Neckar-Freibad. Beide Mal drucke ich dafür was aus. Letztes Jahr war es nur ein QR-Code. Dieses Mal eine ganze Seite Papier mit den Infos in Klartext, QR-Code und Barcode. Sie haben bei ihrem System hinzugelernt, denn letztes Jahr haben sie den QR-Code mit einem Tablett fotografiert und das hat dann signalisiert, ob er gültig ist oder nicht. Das hat nicht immer geklappt und war vergleichsweise langsam. Dieses Jahr nehmen sie einen portablen Barcodescanner wie an der Supermarktkasse und das geht ratzfatz. Der Barcodestandard ist so alt, dass er auch robust gegen Fehlhalten des Scanners ist. Ich kann mit dem QR-Code durch durch eine automatische Schließanlage das Bad betreten. Doch das geht weder ratzfatz, noch immer auf den ersten Versuch.

In beiden Jahren gibt es auch Leute, die mit dem Smartphone rein kommen wollen. Die halten dann auf. Also erst Smartphone rausholen, dann App starten oder Bild aufrufen und dann das Snmartphone mit dem Display gegen das Tablett halten. Die Erkennungsquote ist gegenüber Papier nochmals geringer, wahrscheinlich weil das Display spiegelt. Diese Technologie sehe ich daher als fehlerhaft, unnötig umständlich und zeitaufwendig an.

Ich hätte durchaus eine Alternative: Warum nicht eine Plastikkarte im Scheckkartenformat? Die bekomme ich auch, wenn ich (in normalen Jahren) eine Saisonkarte buche. Diese hat auch einen Barcode. Kurz in den Schlitz des Kassenautomaten geschoben und ich bin reingekommen. Solange es nur um diese eine Impfung gegen Corona geht, reicht ein aufgedruckter Barcode. Ja man kann für die Fans von QR-Codes, diesen auch mit dem Barcode kombinieren, indem man auf die andere Seite der Karte einen QR-Code druckt. Die Sicherheit wird ja nicht erreicht dadurch das der QR-Code fälschungssicher ist, sondern das er wie der Barcode eine eindeutige ID-Nummer enthält. Diese ID-Nummer übermittelt das System an eine Stelle, die alle Impfdaten hat und die sieht nach wer dies ist und welchen Impfstatus er hat und überträgt das zurück zum Lesegerät, das die Angaben entweder anzeigt, oder wenn nicht möglich, einfach piept – in zwei unterschiedlichen Tönen für akzeptiert oder nicht.

Scheckkarten bzw.,. Karten im selben Format wie Kreditkarten oder EC-Karten haben sich Jahren bewährt, sind robust und jedes Portemonnaie hat ein Fach für sie.

Man kann das Konzept sogar noch weiterdenken und auf der Karte alle Impfungen ablegen. Es gibt zwei Möglichkeiten. Zum einen kann die ID nicht für eine Impfung, sondern eine Person stehen. Dann kann man die Informationen über den Impfstatus an das Lesegerät senden – die einfachen mit Pips sind dann auf eine Impfung beschränkt, was aber bei Pflichtimpfungen z.B. gegen Malaria bei der Einreise in bestimmte Staaten schon ausreicht, oder zeigen auf dem Display alle Impfungen an.

Alternativ legt man die Informationen direkt auf der Karte ab. Dann kommt man nicht mit einem Barcode aus, aber mit einem Magnetstreifen oder teurer aber sicherer mit einem Chip, wie er auf einer EC-Karte sitzt. Zumindest beim Auslesen ist ein Magnetstreifen noch schneller – einfach durchziehen. Der Vorteil dessen wäre eine Offline Lösung, den Magnetstreifen kann man auch ohne Onlineanbindung auslesen. Der grundsätzliche Nachteil einer Fälschung müsste man durch kryptografische Verfahren begegnen.

Beide Verfahren - Barcode oder Magnetstreifen wären erheblich schneller als eine Coronapp und unabhängig von einem technischen Gerät, das ja auch mal ausfallen kann, und wenn nur der Akku leer ist. Diese Vorteile zählen, wenn ich bei praktisch jeder Aktivität meinen Impfstatus nachweisen muss und die Personen die die Kontrolle durchführen haben ja meist auch noch etwas anderes zu tun.

Ich denke auch das uns ein Impfnachweis noch lange begleiten wird. Denn durch dauernde Mutationen von Covid-19 wird man sich dagegen in Zukunft wohl jährlich oder vielleicht noch öfter impfen lassen müssen und dann zählt der Nachweis noch mehr. Schon heute ist es ja so das selbst bei Geimpften ein Impfnachweis nicht mehr ausreicht, wenn sie aus einem Risikogebiet der Delta-Variante stammen, da benötigt man zusätzlich einen negativen Antigen-Test. Das heißt aber auch in Zukunft wird es Kontrollen geben – nicht nur ob man gegen Covid.19 geimpft ist, sondern auch gegen welche Varianten.

Vor allem fehlt es an Sicherheit den ein solcher Ausweis geben würde, nämlich wie man die Impfung nachweist. Ich wollte den Pass nicht jedes Mal mitführen und habe mich bei den Esslinger Bäder erkundigt, wie man das umgehen könnte – dort riet man mir, die Vorderseite mit Anschrift und die Seite mit der Impfung abzufotografieren und auszudrucken. Das muss einmal mit dem Pass vorgelegt werden und die Mitarbeiterin an der Kasse vermerkt auf dem Ausdruck, dass er mit dem Original übereinstimmt und hinterlegt ihn an der Kasse. Fürderhin braucht man keinen Nachweis mehr. Nun fiel die Nachweispflicht wegen sinkender Inzidenz für Freibäder weg, aber nicht für Hallenbäder und als diese Woche die auch öffneten, wollte ich genau diese Regelung bei einem Hallenbad anwenden. kam also mit Ausdruck und Impfausweis. Die Antwort: „Das geht nicht. Das ist ein Dokument und ich würde ja dann die Echtheit beurkunden, dafür bin ich gar nicht befugt und das Verwahren an der Kasse geht aus Datenschutzgründen geht gar nicht“ (Kommentar von hinten in der Schlange „Immer, wenn man zu faul ist, muss der Datenschutz herhalten!“).

Wie gerade bei der Maskenaffäre, habe ich das Gefühl, unsere Regierung besteht aus Dilettanten, die gerne auf unausgereifte Lösungen setzen, Hauptsache sie klingen schick. Das ist ja nicht nur bei Corona so. Erinnert sich noch jemand an die Elektroroller. Auch hier wurde ein unausgegorenes Konzept durchgepeitscht, weil es eben „hipp“ ist durch die Gegend zu rollen – nun ja für genau 30 Minuten, dann wechseln die meisten eben doch wieder aufs Fahrrad. Dafür hat man für die eine Versicherungspflicht eingeführt, die man für wesentlich schnellere E-Bikes nicht benötigt. Dazu die Sache mit der Maut. Das vom Bundesverfassungsgericht einkassierte Klimaschutzgesetz und gerade aktuell die Maskenaffäre, wo man ohne Prüfung und viel zu viele Masken bestellt hat.

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