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Web Log Teil 630: 2.8.2021 - 11.9.2021

2.9.2021: Die Lösung für ein überflüssiges Problem: Dagobert Ducks Geldspeicher

Ich habe vor einigen Wochen wieder angefangen meine alten „Lustigen Taschenbücher“ (LTB) wieder zu lesen. Als Jugendlicher habe ich, wie viele in dem Alter, Comics gelesen, das hörte dann irgendwann auf. Von allen Comics habe ich nur noch die LTB, einige Alix Bänder und die Tim und Struppi Reihe aufgehoben.

Onkel Dagobert ist als Figur ja bekannt. Er hortet sein Geld im Geldspeicher und liebt es darin zu schwimmen. Doch wie groß muss dieser Geldspeicher sein, damit er alles aufnehmen kann? Auf diese Idee kam ich, als ich beim letzten LTB las, wie viel Geld er hat,. Nämlich 37 Fantastillarden und 117 Trilliarden Taler. Okay, die Fantastilliarden gibt es nicht und nur eine Trilliarde wäre wahrscheinlich selbst heute (das LTB ist über 40 Jahre alt) mehr als alle Werte, die es auf der Welt gibt, zusammen. Aber ich machte mir mal einen Spaß daraus zu berechnen, wie viel Geld das ist. Ich nehme an, da Trilliarden als konkrete Währung nach den Fatnastillairden erwähnt wurden sind Fantastillairden die nächsthöhere Zehnerpotenz ist und das System so weitergeht wie bisher also illion … illiarde .. illon.

Eine Trilliarde hat 27 Nullen, eine Fantastillarde müsste dann 27 Nullen haben (korrekt wäre es eine Quadrilliarde). Zum Vergleich: Der US-Haushalt liegt bei einigen Billionen, also 12 Nullen nach der ersten signifikanten Ziffer.

In einer Dezimalzahl ausgedrückt betrug Dagobert Ducks Vermögen zu diesem Zeitpunkt also 3,7000117x1028 Taler.

Der Taler wird sicher vom US-Dollar abgeleitet sein, wobei der sich tatsächlich vom Taler ableitet, einer Münze dies bei uns mal gab und die zwischen 32,2 und 16,7 g Feinsilber hatte. Ich vermute aber, da es auch Geldscheine gibt, dass es eben keine dieser Taler sind, zudem lassen Beträge in den LTB für normale Dinge wie 35 Taler für ein Skateboard den Schluss zu dass der Kaufwert des Talers, dem eines Dollars entsprach.

Da Dagobert Duck auf Gold steht, nehme ich an, dass er all sein Vermögen in Gold getauscht hat. Heute kostet eine Feinunze Gold 1.813 Dollar, eine Unze das sind 28,35 g. Damit kostet ein Kilogramm Gold rund 64.000 Dollar. Das Vermögen entspricht also 5,781 x 1023 kg Gold. Damit wäre eigentlich die Berechnung schon beendet, denn das entspricht annähernd der Masse des Planeten Mars. (6,417 x 1023 kg). Aber ich habe mir gedacht, rechnen wir mal weiter. In einen Geldspeicher passt das nicht rein, doch wie groß wäre das als Himmelskörper, eine Kugel nur aus Gold. Gold hat eine Dichte von 19,32 g/cm³, bei einer perfekten Kugel ergibt sich so ein Radius von 1,925,938 m, also ein Durchmesser von 3,851,774 m. Das ist etwas größer als unser Erdmond. Aufgrund der großen Dichte ist die Schwerkraft des Goldplaneten mit der unseren vergleichbar, sie läge bei 10,25 m/s². In der Praxis wäre aufgrund der zunehmenden Kompression die mittlere Dichte etwas höher und der Radius geringer.

Doch was wäre, wenn Dagobert sein ganzes Gold auf die Oberfläche der Erde gleichmäßig verteilt hätte?

Das Volumen einer Hohlkugel ist:

V = Pi * 4/3 (r2³-r1³)

Bemüht man Wolfram Alpha für die Lösung nach r2 und setzt die Werte für V und r1 ein, so erhält man 6436.006 m Radius bei einem Erdradius von 6378.000 m. Das heißt, die gesamte Erde wäre 58.006 m dick mit Gold überzogen.

In der Praxis geht das nicht, selbst wenn man so viel Gold hätte. Die Erdkruste ist eine dünne Schale, die auf dem flüssigen Erdmantel schwimmt. Belastet man die Erdkruste, so drückt das Gewicht sie leicht nach unten und der untere Teil kann wegschmelzen, wodurch die Erhebung (meist ein Gebirge) wieder absinkt. Man hat errechnet, dass die höchsten Erhebungen die es so geben kann, je nach Art des Gesteins etwa 9 km hoch sind und wir kennen auch keine Berge, die höher als 9 km sind und schon die Berge mit einer Höhe von über 8000 m kann man an den beiden Händen abzählen. Das Gold in dieser Dicke würde also zuerst die Erdkruste zum Schmelzen bringen, dann selbst schmelzen und weil es viel dichter als der Rest des Planeten ist, zum Kern hin absinken.

Doch ich gehe mal das Problem anders, an was könnte Dagobert Duck real in einem Geldspeicher also einem Gebäude horten? In den Comics sind die Geldspeicher meist Quader, allenfalls mit leicht geschrägten Wandflächen. Die Größe ist schwer zu schätzen, vor allem weil der normale Maßstab dann Enten sind, die nach dem Verlag nur etwa 110 cm groß sind. Aber ich denke kein Geldspeicher ist größer als 20 x 20 x 20 m innen, nach außen durch die Mauern sicher erheblich mehr. Ziehen wir 2 m in der Höhe für die Wohnung und das Büro von Dagobert und den Zugang zum Speicher ab - wenn er komplett voll wäre, könnte er ja nicht darin schwimmen, dann ist das ein Volumen von 7200 m³. Die Münzen sind dort nicht geordnet. So gibt es Hohlräume zwischen ihnen. Ich nehme mal an die machen ein Viertel des Volumens aus, so bleiben noch 5400 m³ reines Volumen für das Gold. Bei einer Dichte von 19,32 sind das104.328 t die einem Wert von rund 6677 Mrd. Dollar entsprechen – soweit ich weiß immer noch weitaus mehr als alles Gold, was insgesamt während der Menschheitsgeschichte jemals gefördert wurde.

Wenn Dagobert Duck schlau wäre, würde er sein Geld in Diamanten anlegen. Diamanten sind noch teurer als Gold, gemessen am Gewicht. Ein 5 Karäter soll eine sechsstellige Summe kosten (abhängig von Reinheit und Farbe), also über 100.000 Euro und wiegt nur 1 g, ist also im Vergleich zum Gold um mehr als den Faktor 1000 teurer. Anders als bei Gold könnte es diese Menge an Diamant – wir reden nun „nur noch“ von ~1020 kg auch geben – man vermutet, dass in den Kernen der Gasplaneten Uranus und Neptun durch den hohen Druck zuerst Methan zu Kohlestoff zerfällt und dieser dann zu Diamanten gepresst wird. Leider kommt man an diese Diamanten relativ schwer heran. Allerdings handelt es sich um Nanodiamanten, also eigentlich fast wertlose Diamanten (ganz kleine Diamanten werden zum Belegen von Schleifwerkzeugen genutzt, weil sie so häufig und damit weitestgehend wertlos sind).

Wer hätte das gedacht – in einen Geldspeicher geht also tatsächlich mehr Gold herein, als ganz Deutschland in einem Jahr erwirtschaftet – das sind 3.819 Milliarden Dollar. Und in manchen LTB hat Dagobert Duck ja mehr als einen Geldspeicher.

Sollten es aber nur Talermünzen sein, dann wird das rasch weniger. 1 Dollar gibt es auch als Münze, die größte Münze der offiziellen Währung. Sie wiegt 8,1 g, hat einen Durchmesser von 28,6 mm und eine Dicke von 2 mm. Wieder 5400 m³ reines Volumen angenommen, passen dort 13,2 Mrd. Dollar in 1 Dollar Münzen hinein. Scheine sind viel leichter unterzubringen. Heute ist die größte Dollarnote der 100 Dollar Schein. Sie wiegt nur ein Gramm, leider sind zwar Abmessungen bekannt, aber Dicke unbekannt, aber jeder der mal Geld hatte weiß, wie wenig Scheine im Portemonnaie auftragen.

Ich habe mich beim Schreiben des Blogs gefragt, warum in den LTB immer diese enorm großen Zahlen kommen wie „Fantastillarden“. Im Prinzip hätte es zur Demonstration des enormen Reichtums von Dagobert Duck auch gereicht, wenn er nur „Milliardär“ war. Gemäß dem literarischen Vorbild Scrooge hat er ja auch andere Eigenschaften reicher Leute, für die man nicht mal besonders reich sein muss, wie das extreme Sparen (sich bei Donald Essen schnorren, Einspannen der Verwandtschaft für Arbeitsdienste) oder das er viel Geld ausgibt, um wenig Geld einzusparen oder zu verdienen. In einer Geschichte jagt er Donald um die ganze Welt wegen 9 Taler, und als der ihn abgehängt hat und monatelang herumirrt, wird er beim Auftauchen im Entenhausener Hafen von der „Dagobert Duck Detektei“ wegen der 9 Taler verhaftet – da kosten die Detektive sicher auch mehr als 9 Taler.

Ich habe auch gemerkt, das sich meine Lieblingsfigur in den Comics gewandelt hat. Früher war das Donald, als der geborene Verlierer, ausgenutzt und erpresst von Dagobert, einfach eine sympathische Figur. Heute sehe ich eher die negativen Seiten. Die Faulheit, das Abwälzen von Arbeit auf Tick, Trick und Tack. Diese drei sind heute meine Lieblingsfiguren, sie kommen mir auch am nächsten. Die Einstellung zu anderen Figuren hat sich dagegen nicht gewandelt. Ich mochte die Geschichten mit Micky Maus und Goofy nicht sehr. Micky Maus ist zu perfekt, zu begabt, Goofy wird als zu doof dargestellt. Ich glaube ich bin da nicht alleine. Denn zum einen gibt es mehr Geschichten um die Ducks als um Micky Maus und zum andern habe ich zwar mal von „Donaldisten“ gehört, aber nie von „Mickisten“.

Was sich auch nicht geändert hat ist der wenig taschengeldfreundliche Preis der ausgaben. Die ältesten die ich bei der Erscheinung gekauft habe (noch ältere später ergänzt) sind von 1976. Damals kosteten sie 4,20 DM. Heute 6,49 Euro. Ich habe damals wohl so um die 2 Mark Taschengeld pro Woche bekommen. Immerhin – damals erschienen sie alle drei Monate, da war das noch zu verschmerzen, heute erscheinen sie monatlich. Einen Großteil der Sammlung verdanke ich dem Umstand, dass mein Vater damals in Österreich in der Nähe von Villach ein Haus gebaut hat. Mein Bruder ist Maurer und Architekt und so fuhr die ganze Familie über die Sommerferien dort hin. Ich war zu jung, um mitzuhelfen, und wurde morgens vor dem Villacher Freibad mit einem 100 Schilling Schein, etwa 14 DM abgesetzt und abends wieder abgeholt. Nachdem ich den Eintritt bezahlt hatte, kaufte ich mir jeden Tag ein LTB für 32 Schilling und aß dafür mittags nur eine Portion Pommes – für mehr reichte das Geld dann nicht mehr. Auf der anderen Seite hätte ich mir sonst nie eine Sammlung aufbauen können, aber so hatte ich nach den – ich glaube drei Wochen – einen Großteil der Bände, die damals schon erschienen waren, ich bin so zwischen Nummer 35 und 40 eingestiegen und habe bei Nummer 60 aufgehört, die zu kaufen. Inzwischen habe ich mir von den Nummern die seitdem erschienen etliche bei einem Flohmarkthändler gekauft. Für 1,99 Euro pro Stück noch finanzierbar. Die kommen nach und nach in den nächsten Wochen dran.

Nachtrag:

Ich hätte vorher mal nach der Fantastilliarde suchen sollen. Nach der Wikipedia ist deren Größe auch in den LTB unbestimmt. Mal hat eine Fantastilliarde 69, mal 80 Nullen, mal aber auch nur 18, wobei sich das aber mit der Trilliardenangabe in dem LTB 86 das ich las, beißt. Aber immerhin mit 18 Nullen käme man in einen Bereich wo man das Gold (wenn es denn so viel geben würde) horten könnte, bräuchte dafür aber immer noch mehrere Millionen Geldspeicher.

3.9.2021: Die September 2021 Nachlese zu SpaceX

Hallo, ich hinke etwas mit meinen Blogs hinterher, das liegt einfach daran, dass ich derzeit so viel privates habe, das mich beschäftigt, dass ich den Kopf nicht freibekomme für einen sauberen Blog. Ich will trotzdem heute mal die monatliche Nachlese zu SpaceX angehen, diesmal wieder mit einem Schwerpunktthema dem Starship.

Aber zuerst mal zum letzten Monat. Da sahen wir, wie auch schon im Juli kleine Starlink Starts.Es gibt einige Gründe dafür. Zum einen scheint man nun auf die nächste Generation überzugehen, die auch andere Bahnen einnehmen, nämlich polare. Um Empfangsstationen nahe der Pole „einzusparen“ haben sie Laser-Crosslinks. Das ist wieder die typische SpaceX-Logik. Alle anderen Betreiber von Satelliten bauen Empfangsstationen nahe der Pole, weil die als Einzige bei jedem Umlauf Kontakt haben und man so relativ wenige braucht, vergleichen mit niederen Breiten oder dem Äquator. Zudem müssen sie bei Starlink ja nur regionalen Datenverkehr weiterleiten und soweit ich informiert bin, leben relativ wenige Starlink-Nutzer nahe der Pole. Nein, der Nutzen dürfte eher sein, dass man so auch in wenige bevölkerten Gebieten Empfangsstationen einspart, was wichtig wird, wenn der Service sich nicht nur auf die USA beschränkt, sondern weltweit angeboten wird. Ein Laser-Crosslink zwischen Satelliten (die Technologie ist egal, es wäre ja auch eine Funkverbindung gegangen) spart Bodenstationen ein, dafür muss der Satellit der nahe der Bodenstation ist auch die Daten eines oder mehrere anderer Satelliten übertragen, was nur Sinn macht, wenn es in der Region wenige Benutzer gibt, so dass ein Großteil der Bandbreite dafür zur Verfügung steht.

SpaceX subventioniert auch jeden Nutzer. Sie meinten ja, als es die Meldungen von Oneweb gab, das ihr Terminal 1000 Dollar kostet, ihres wäre für die Hälfte zu produzieren und das trotz komplexerer Bauweise. Nun – oh Wunder – kostet jedes Terminal auch 1000 Dollar in der Herstellung, wird aber für 499 Dollar abgegeben. Nutzer gibt es inzwischen 180.000 – ist angesichts der Investitionen und des Rummels um Starlink nicht gerade viel. Aber Musk ist optimistisch, das es bald viel mehr werden.

Dann hat SpaceX auch die Versorgungskrise eingeholt, die schon bei anderen Projekten zu Verzögerungen führte – es gibt zu wenige Elektronikbausteine. Dazu noch, ebenso ein Problem für andere LSP – das flüssiger Sauerstoff wegen der medizinischen Nachfrage nach Sauerstoff knapp ist. Ich frage mich nur wenn dem so ist, warum man dann das Starship startet, das doch so viel flüssigen Sauerstoff verbraucht, wie 10 Falcon 9. Sollte man nicht erst Starlink aufbauen, das ja Geld für das Starship in die Kasse spülen soll?

Bisher gab es 21 Falcon 9 Starts dieses Jahr, da es aber letztes Jahr nur 25 Starts gab, kann SpaceX doch noch den Rekord brechen.

Zum HLS will ich nicht viel schreiben, nur so viel, dass Blue Origin inzwischen gegen die NASA-entscheidung Klage eingereicht hat. Ich sehe das auch nicht als ein SpaceX Thema als viel mehr als ein NASA-Artemis Thema, denn die NASA hat diese Entscheidung ja getroffen. Vor allem aber gibt es von keiner der beteiligten Parteien öffentlich verfügbare Dokumente in denen sie ihr System näher beschreiben, sodass man es selbst beurteilen kann und auf Tweets von Musk verlasse ich mich genauso wie auf die Wettervorhersage für die das Wetter in 30 Tagen.

Mein Hauptthema ist heute das Starship. Zuerst mal dachte ich das man nun angesichts des heranrückenden Jungfernfluges es besser rekonstruieren könnte, zum Zweiten will ich mich mal mit der enormen Nutzlaststeigerung beschäftigen. Fangen wir mit dem Ersten an. Ich wollte das Starship genauer rekonstruieren und bin gescheitert, weil die Daten nicht zueinanderpassen. Das hat einige Gründe. Zum einen verändern sie sich laufend. Zum andern gibt es keine genauen Bezüge. Bei spezifischem Impuls und Schub ist z.B. wichtig ob diese sich auf Meereshöhe oder Vakuum beziehen. Das macht beim Schub etwa 20 % aus und beim spezifischen Impuls 10 %.

Aber gemäß Musk, wiegt das Vehikel 5.200 t bei einem Startschub von 7.500 t. Gemäß Dokument bei der FAA brennt die erste Stufe 169 s lang und die zweite 345 s und es gibt 29 Triebwerke in der ersten und 6 in der Zweiten, davon drei mit Vakuumdüsen.

Vorherige Angaben sprachen von 120 t Trockenmasse Starship, 1.200 t Treibstoff Starship und 3.400 – 3.500 t Treibstoff. Auf der Website werden 3.400 t Treibstoff und 2 MN Schub pro Triebwerk angegeben, mithin bei 29 Triebwerken nur 5.690 t Schub. Hmm, passt irgendwie nicht zu den 7500 t. Wenn man die zweite Stufe hinzunimmt, wären es 6.867 t Schub.

Bei den spezifischen Impulsen nennt man für die Superheavy einen spezifischen Impuls von 330 s Seal Level und beim Starship 380 s, wobei die Wikipedia angibt, dass dies ein Zielwert wäre, die ersten Starships hätten 365 bis 370 s spezifischen Impuls.

Nun ja, rechne ich mit 73.575 kN (7500 t) Startschub x 169 s / 330 s Impuls / g0 so komme ich auf 3,841 t Treibstoff – weitaus mehr als die 3.400 bis 3.500 t die genannt werden.

Beim Starship gehe ich von drei Triebwerken aus, da sie genügend Schub haben und es dumm wäre die Triebwerke für die Landung mit kürzeren Düsen zusätzlich einzusetzen. Hier wären es also

2 MN Schub x 3 x 345 s / 470 s (höchste spez Impulsangabe) / g = 570 t Treibstoff

Bei sechs Triebwerken sind es dann 1.140 t – dass würde wenigstens zu den 1200 t passen. Allerdings listet die Wikipedia, die ja jeder Ankündigung Musks folgt, gleich mehrere Schubangaben entsprechend einem immer größeren Brennkammerdruck auf. Mit 29 x 2 MN Schub würde ein SuS selbst ohne Nutzlast sehr langsam mit 1,15 g starten. Rechnet man die 7500 t mit 33 Triebwerken im Endausbau herunter, so hat eines 2229 kN Schub. Damit würde man auch andere Treibstoffverbrauchswerte erhalten nämlich 3375 und 1272 t

Die erste Angabe passt recht gut zur SH, die das darf man nicht vergessen auch Treibstoff zum Landen braucht, die zweite ist etwas zu hoch für das Starship, aber vielleicht drosselt man ja die Triebwerke. In jedem Fall sieht es nach voller Treibstoffbeladung aus, obwohl das Starship ja noch keine Nutzlast hat.

Wie man sieht - je nachdem welche Zahlen man nimmt, kommt man zu unterschiedlichsten Ergebnissen und damit ist eine Rekonstruktion nicht möglich.

Damit komme ich zum zweiten Punkt – der Nutzlast des Starships. Auch von dieser gibt es ja etliche Angaben. Die erste von Musk war, das das erste Starship wohl nur 20 t Nutzlast hätte, die folgenden dann über 100 t. Im Users Guide und auf der Website stehen 100+ t für LEO und 21 t für GTO und mittlerweile ist von 150 t in den Leo die Rede, in der Wikipedia sogar von 250 t im Falle keiner Bergung. Das toppt noch die Steigerungen die SpaceX bei der Falcon 9 versprach.

Die Differenz zwischen LEO und GTO habe ich schon mal untersucht. Auf die 21 t in den GTO bei 100+ t in den LEO kommt man nur, wenn das Starship erheblich weniger als die angegebenen 120 t wiegt. Das ist die einzig nachprüfbare Zahl, weil der Geschwindigkeitsbedarf zwischen LEO und GTO bekannt ist und der spezifische Impuls und die Nutzlasten ebenfalls. Damit gibt es nur noch eine Unbekannte und die kann man errechnen. Würden die 21 t bei 100 t in den LEO stimmen, so dürfte das Starship nur 63 t wiegen – immerhin passt dann die Differenz von 63 t zu den obigen 120 t mit den nun neu postulierten 150 t in den LEO. Nur müsste dann bei 1200 t Treibstoff das ganze Gespann eine Voll/Trockenmasse von 21 haben, was ich nicht glaube.

Aber ich will nicht so viel spekulieren und die Stellschrauben mal erläutern. Mangels belastbarer Daten von SpaceX nehme ich das Space Shuttle als Beispiel für eine Vorgehensweise.

Es ist nichts Ungewöhnliches, wenn Raumschiffe (für bemannte Missionen) schwerer werden als geplant. Sowohl die Mercury wie Geminikapseln waren schwerer als geplant und lagen schließlich an der Nutzlastgrenze der Trägerraketen. Bei Apollo war es der Mondlander der 2 t zu schwer wurde und der das Programm auch aufhielt. Das Space Shuttle sollte ursprünglich 68.040 kg wiegen und eine Nutzlast von 29.484 kg haben – wer sich über die „genauen“ technischen Vorgaben wundert – die Angaben entstehen durch Umwandlung aus US-Einheiten,.Dort sind es 150.000 und 65.000 US-Pfund. Als die Fähren dann flogen, wogen sie trocken zwischen 78 und 82 t. Obgleich es schon während der Entwicklung Verbesserungen gab, wie Triebwerke mit mehr Schub (102, 105, 109 % Schubniveau) oder ein leichterer Tank, alleine das Weglassen der weißen Lackschicht sparte einige Hundert Kilo erreichten sie nicht die Zielnutzlast und so lag die Nutzlast bei den leichtesten Orbitern lange um 5 t niedriger als das ursprüngliche Ziel, dabei sollten die drei nachbestellten Orbiter durch neue Werkstoffe sogar eine Nutzlast von 31,7 t haben, da sie leichter werden sollten. Erst die Einführung des Super-Lightweight Tanks, der nochmals um 3 t leichter war, hob die Nutzlast fast auf die geplante Sollhöhe von 28,8 t an.

Wo kann man generell ansetzen, wenn man die Nutzlast steigern will? Das offensichtlichste ist die Trockenmasse. Das Starship kann man stark vereinfacht als eine Stufe mit Flügeln und einer nicht abtrennbaren Nutzlastverkleidung ansehen. Den Großteil der Oberfläche machen die Tanks aus. Wie bei einer Rakete ist es daher das Wichtigste die Maßnahme, die Masse der Tanks zu minimieren. Der wesentliche Unterschied zu einer Rakete ist aber das die Bedingungen beim Wiedereintritt viel harscher sind als beim Aufstieg. Es muss daher vor diesen Bedingungen geschützt werden. Ein weiterer Unterschied ist, dass es vollständig wiederverwendbar ist. Unter diesen Vorgaben habe ich nie verstanden, warum SpaceX auf Stahl setzt. Kurze Zeit für etwas Geschichte. Stahl war der erste Werkstoff, der eingesetzt wurde, bei der A-4. Damals übrigens mit derselben Begründung wie bei SpaceX: Stahl hält viel höhere Temperaturen aus, bis es erweicht, als Aluminium, aus dem schon damals Flugzeuge gefertigt wurden. Die A-4 musste aber den Erdboden erreichen, da der Sprengkopf erst beim Aufschlag explodierte. Seitdem hat man Raketen aus Aluminium gefertigt, wobei es auch verschiedene Legierungen gibt, die derzeit modernste ist die 2195 die aber auch schon 30 Jahre alt ist. Die einzige Ausnahme war die Atlas. Sie nutzte aus, dass Stahl unter Druck stabiler ist also ohne. Vergleicht man aber die Trockenmasse der Atlas mit ihrer Nachfolgerin der Titan II, so erreicht diese ohne die Tricks der Atlas wie unterschiedlich dicke Wände, Integraltanks und Innendruckstabilisierung ein besseres Voll-/Leermasseverhältnis. Seitdem war Aluminium der Werkstoff der Wahl. In einigen Stufen wurde auch Titan verwendet. Titan hat eine ähnlich hohe Zugfestigkeit wie Stahl ist aber erheblich leichter. Titan ist aber sehr teuer in der Gewinnung und Verarbeitung. So blieb es auf Oberstufen beschränkt. Ebenso wurden für Feststoffantriebe schon immer Glasfaserwerkstoffe eingesetzt. So erreichten einige Feststofftriebwerke enorme Voll-/Leermasseverhältnisse.

Der moderne Nachfolger von Glasfaserverbundwerkstoffen sind Kohlefaserverbundwerkstoffe. Sie sind noch leichter und noch beanspruchbarer. Als „Composites“ im englischen tituliert, wurden sie zuerst in Satelliten eingesetzt, dann nach und nach auch bei Raketen, so erhielt Ariane 4 in den späten Achtzigern neue Stufenadapter aus CFK-Werkstoffen. Bei den Hauptbestandteilen, den Tanks und Triebwerken wurden sie bisher noch nicht eingesetzt. Bei Tanks war lange Zeit ungeklärt, wie es bei den tiefen Temperaturen aussieht, denn dann verändern viele Werkstoffe ihre Eigenschaften. Bei Metallen fand man immer Legierungen, die auch für tiefe Temperaturen geeignet sind, teilweise dort sogar bessere Festigkeitskennwerte haben als bei Zimmertemperatur. Bei Wasserstoff gibt es zudem die Problematik, dass die Moleküle so klein sind, dass viele Werkstoffe keine gute Barriere darstellen, man dies durch eine stärkere Wand ausgleichen muss. Doch inzwischen gibt es erste Tanks aus CFK-Werkstoffen. Boeing und die NASA haben einen Tank mit 6,6 m Durchmesser für LH2 gefertigt, der 30 % leichter als die besten Aluminiumtanks ist und zudem 25 % weniger wiegt. Das wurde nicht weiter verfolgt, anders in Europa. MT Aerospace entwickelt derzeit eine neue Oberstufe für die Ariane 6. Auch sie setzt einen CFK-Tank ein, der 2 t mehr Nutzlast bringt und zudem billiger als die Aluminiumtanks sein soll. Das Letztere erstaunt mich auch etwas, ist CFK im täglichen Leben doch deutlich teurer. Aber es liegt wohl an der besonderen Verarbeitung der Legierungen, welche die Kosten bestimmt, nicht der Materialpreis.

Um so erstaunlicher war ich das die Begründung von Musk für die Wahl von Stahl auch der niedrige Preis des Materials ist. Das macht nicht mal bei einer nicht wiederverwendbaren Rakete Sinn, erst recht nicht bei einer vollständig wiederverwendbaren, bei der diese Mehrkosten sich ja dann auf viele Flüge umlegen und so bald viel geringer sind als die Fixkosten für Treibstoff, Startdurchführung, Landung und Wartung. Zumal das ursprüngliche Konzept der Schutz vor der Energie des Wiedereintritts durch hohe Erhitzung des Stahls ja nicht Bestand hatte, inzwischen ist man auf die konventionelle Technik mit Kacheln übergegangen. So geschützt hätte man viel Gewicht durch CFK-Werkstoffe einsparen können. Vielleicht ist das eine Option für die Nutzlaststeigerung, ich frage mich allerdings nur, warum man jetzt mit Stahl testet, denn beide Werkstoffe haben unterschiedliche Eigenschaften und werden anders verarbeitet und das ist wichtig, wenn es um die Befestigung der Kacheln geht, da sich die Materialen ja durch Erwärmung unterschiedlich ausdehnen. Eine Option wäre es auch die derzeit feste Nutzlastverkleidung durch eine abwerfbare zu ersetzen und dann eine Kuppel nach Abtrennung des Satelliten auszufahren, um die Aerodynamik zu verbessern. Die Kappe die immerhin 9 m Durchmesser hat und 17 m lang ist gelangt so gar nicht erst in einen Orbit und erhöht so die Nutzlast direkt.

Die Reduktion der Leermasse hat auch Folgeeffekte. Denn beide Stufen brauchen noch Treibstoff für sich selbst. Bei der SuperHeavy kann man davon ausgehen, dass es ähnlich ist, wie bei der Falcon 9, die rund 22 t Treibstoff zum Landen braucht. Sollte die Erste Stufe der Falcon 9 tatsächlich das Strukturverhältnis von 30 erreichen wie Musk vor Jahren behauptete (seitdem aber nicht mehr) so wäre das die eineinhalbfache Eigenmasse, entsprechend bringt eine Reduktion der Eigenmasse mehr als den doppelten Nutzen. Ebenso braucht das Starship etwas Treibstoff für das Deorbitmanöver, das ist aber vernachlässigbar. Deutlich mehr braucht es für die Landung, wenn man die Brennzeiten der Raptors bei den Versuchen zusammenrechnet und so den Treibstoffverbrauch errechnet. Das sind 20+ t, immerhin ein Sechstel der Normmasse des Starships

Das Zweite, was man machen kann, ist den spezifischen Impuls erhöhen. SpaceX strebt immer höhere Brennkammerdrücke an, sie sind bei gleichem Mischungsverhältnis die wichtigste Stellschraube. Ist der Brennkammerdruck höher, so kann die Düse verlängert werden, so werden auch immer größere Expansionsverhältnisse angegeben. Bei Triebwerken der SuperHeavy kann der Düsenmündungsdruck nicht beliebig klein sein, typisch liegt bei minimal bei 0,4 bar. Ist der Brennkammerdruck dann 300 Bar, so holt man mehr der Energie heraus bei konstantem Düsenmündungsdruck aus dem Treibstoff als bei 80 Bar. Denn die Energie, die in z.B. 0,4 Bar Düsenmündungsdruck stecken ist, ja immer dieselbe. Allerdings hat das auch Grenzen, nämlich größere Düsen brauchen mehr Platz und der steht nicht in unendlichem Maße zur Verfügung, sie verlängern bei dem Starship auch den Stufenadapter, der weiteres Totgewicht bedeutet. SpaceX überlegt ob ein Teil der Triebwerke der SuperHeavy nicht Vakuumversionen sein sollen. Diese kann man dann erst zünden, wenn der Umgebungsdruck ausreichend niedrig ist, sie haben aber einen deutlich höheren spezifischen Impuls, nutzen den Treibstoff besser aus und liefern mehr Schub.

Die letzte Stellschraube sind die Aufstiegsverluste. Sie entstehen bei jeder Rakete und können minimiert werden, indem die Beschleunigung der ersten Stufe höher ist und die Brennzeit sich verkürzt. Etabliert haben sich 1,25 g als Startbeschleunigung, wenn man flüssige Treibstoffe einsetzt. Feststoffraketen starten deutlich rasanter und haben so geringere Aufstiegsverluste. Das erste SuS wird 29 Triebwerke haben, später dann 33. Die vier Triebwerke mehr erhöhen, wenn mit 29 Triebwerken 1,25 g erreicht, die Beschleunigung auf 1,422 g und sie reduzieren die Brennzeit von 169 auf 148 s. Ohne Simulation ist ein Abschätzen schwierig und für eine genaue Simulation sind (wie oben geschrieben) die Vorgaben von SpaceX zu schwammig, aber ich denke, dass man sicher 100 bis 200 m/s an den Aufstiegsverlusten einsparen kann, was bei einem spezifischen Impuls von 380 s die Gesamtmasse (also Nutzlast und Starship um 2,7 bzw. 5,5 % erhöht – 5,5 % von (geschätzt) 230 t Gesamtmasse (120 t Starship und 110 t Nutzlast) sind immerhin 12,6 t mehr. Eines aber wird man sicher nicht erreichen: 250 t Nutzlast, denn ohne Wiederverwendung kann man wie bei einer normalen Rakete die Endgeschwindigkeit errechnen und ich komme bei 250 t Nutzlast auf 8.936 m/s, was nur 1100 m/s an Aufstiegsverlusten übrig lässt. Wirklich gute Raketen mir flüssigen Treibstoffen und kurzen Brennzeiten (alle aus der Anfangszeit der Raumfahrt wie Titan II, Atlas Agena) kommen vielleicht auf 1200 m/s. Normal sind bei Raketen, die nicht in der Zentralstufe LH2 einsetzen. typisch 1600 bis 1800 m/s. In dem Bereich liegt übrigens auch die Falcon 9. Das ist also illusorisch, zumindest mit den bisher publizierten Daten, doch wer weiß, die Falcon 9 wog auch mal 330 t und nun 549 t, vielleicht verlängert man einfach alles ein bisschen ...

8.9.2021: Der Wahlkampfendspurt

Da ich gerade mit der schlimmsten Erkältung seit Jahren herumlaboriere heute nur ein kurzer Blog, einfach, weil ich nicht den Kopf freihabe den eigentlich seit einer Woche vorgesehenen Blog über Afghanistan und die US-Politik nicht fertigzubekommen.

Es geht um den Wahlendspurt. Da ist nach den rapide absinkenden Umfragewerten bei der CDU die Kacke am Dampfen. Letzte Woche fing zuerst Söder mit dem uralten Konzept an, linke Parteien in die Nähe des Kommunismus anzusiedeln und Schreckensszenarien auszumalen. Er sprach von massiven Steuererhöhungen“, Instabilität und einem Austritt Deutschlands aus der Nato. Das hat Laschet aufgenommen und in der vergangenen Woche ins gleiche Horn geblasen. Das Konzept ist nicht neu. „Freiheit statt Sozialismus“ titelte die CDU/CSU (Spitzenkandidat war damals Franz Josef Strauß) im Bundestagswahlkampf 1976. Die sozialistische Regierung, die abgelöst werden sollte, war übrigens die von Helmut Schmidt. 18 Jahre später kam dann die Rote-Socken Kampagne beim Bundestagswahlkampf 1994 auf und ich denke, wenn man genau nachschaut, findet man noch mehr Beispiele für das Konzept. Das sind nur die beiden prominentesten Beispiele.

Kurz wenn die Linken in einer Koalition an die Macht kommen, dann geht die Welt unter, oder zumindest verarmt ganz Deutschland. Das hat dann sogar Scholz dazu gebracht, Grenzlinien zu ziehen deren Überschreiten nicht diskutabel ist, als wüssten wir diese nicht vorher. Glaubt jemand ernstlich das die SPD, aber auch Grüne oder FDP die ja auch potentielle Koalitionspartner für den Drei-Parteien Fall wären, einem NATO-Austritt, einem Ende aller Auslandseinsätze und einer Anbiederung an die russische Regierung unter Putin zustimmen würden? Vor allem sollte man sehen, dass die Linken derzeit bei den Umfragen bei 6 bis 7 Prozent herumkrebseln. 50 Prozent Wählerstimmen braucht eine Regierung. Entsprechend klein wird der Einfluss der Linken sein, ihr Programm durchzubringen. Ich würde, wenn es dazu kommt, darauf tippen, dass man eher auf die wirtschaftlichen, sozialpolitischen Forderungen und Reformansätze der Linken zugeht, schlussendlich sind da Postionen drin, die auch Grüne und der linke Flügel der SPD vertreten und dafür müssen sie eben ihre Außenpolitischen Forderungen fallen lassen. Es kann natürlich sein, dass sie dann Fundamentalopposition machen wie die FDP nach der letzten Wahl. Denn wenn sie mal am Zuge wären, und sich für ihr Klientel nichts verbessert, könnte das den Absturz bedeuten. Ich sehe die Linke auf Bundesebene noch primär als Protestpartei.

Ich glaube auch das diese Links-Kampagne primär nicht gegen die SPD, sondern die Linken gerichtet ist. Bei 6 bis 7 Prozent, also nur wenig über der 5 Prozent-grenze fehlt nicht mehr viel, dass die Partei bei Stimmenverlusten diese reißt. Dann reichen für die Parteien, die in den Bundestag kommen, wenn man noch die anderen Parteien berücksichtigt, die es durch die 5 Potenzgrenze nicht ins Parlament schaffen, 45 % für eine Regierung und das schaffen derzeit CDU und SPD zusammen. Wieder eine „große Koalition“, obwohl sie nun eigentlich nicht mehr „groß“ ist und die einzige Chance der CDU an die Regierung zu kommen.

Ansonsten glänzt die CDU nicht. Laschet macht den Eindruck eines Orakels – alles was er sagt relativiert er sogleich. Wenn er über Klimaschutz redet, kommt nach dem Bekenntnis gleich das „Aber“: aber er muss finanzierbar sein, aber man kann die Kohle nicht abschreiben, und dann gleitet er in unverständliche Floskeln ab wie „man benötige einen Kompass“. So jemand soll unser Land regieren?

Scholz macht in der Situation das einzig richtige. Er sagt gar nichts. Soll Laschet sich doch selbst demontieren. Wenig hört man auch von den Grünen. Der Grundfehler war es Baerbock aufzustellen. Nicht das ich Baerbock für inkompetent oder nicht fähig halte, Bundeskanzlerin zu werden – als die Vorstellung erfolgte, waren die Grünen ja in den Umfragen noch zweitstärkste Partei. Aber wir wählen nur vordergründig ein neues Parlament. Wir bestimmen mit, welche Partei an die Regierung kommen kann (welche es dann ist, das wird man wohl erst nach den Sondierungsgesprächen wissen) aber deren Spitzenkandidat/in wird eben dann Bundeskanzler und dann geht es um den Kandidaten. Und Habeck kommt einfach besser an. Er sieht gut aus, ist sympathisch, jung. Er liegt beim Politbarometer immer bei der Liste der einflussreichsten Politiker, anders als Baerbock. Selbst meine 94 Jahre alte Tante würde mit ihm die Grünen wählen, bei Baerbock ist sie nicht sicher. Da man das schon vorher wusste, verstehe ich nicht, warum Baerbock ihre persönlichen Interessen hintenan gestellt hat oder man wie früher mit einer Doppelspitze in den Wahlkampf geht. Dann stellt sich die Frage, angesichts der Umfragewerte als die Vorstellung erfolgte, was passiert wenn man tatsächlich den Bundeskanzler stell?. Eine Möglichkeit wäre dann einen Wechsel nach zwei Jahren vorzusehen – ob der dann kommt, ist ja nach der Wahl wurst. Oder man lässt das offen. Ich glaube niemand würde es den Grünen krumm nehmen, wenn sie ohne Spitzenkandidat antreten, aber wenn es der falsche Spitzenkandidat ist, dann sieht es schon anders aus.

Laschet hat dann ein „Kompetenzteam“ vorgestellt. Erstens zu spät, das wirkt dann schon verzweifelt, vor allem sieht bei mir Kompetenz anders aus. Merz hat dann auch nur von seinen liberal-wirtschaftlichen Positionen gesprochen die stellenweise noch weiter gehen als die der FDP und die nur einen kleinen Teil der Bevölkerung entlasten würden, nämlich die Reichsten. Und Dorothea Bär als Digitalisierungsbeauftrage einzusetzen war auch keine gute Idee. Denn die Dame ist seit 2017 für die Digitalisiserung verantwortlich in der Regierung und damit dafür, dass sich in den letzten 4 Jahren eben gar nichts getan hat. Warum sollte sich daran dann was ändern.

Selbst die FDP fängt nun an Fehler zu machen. Hat sie ihre radikal wirtschaftspolitischen Punkte und die Absage an den Klimaschutz („der Markt soll das richten“) bisher ziemlich verklausuliert im Parteiprogramm versteckt und – man möchte ja nicht nur vom Stammklientel gewählt werden – auf die wenigen Punkte im Wahlprogramm, welche die gesamte Bevölkerung betreffen, hingewiesen, so sieht sie nun die Zeit gekommen sich stark von den Grünen und Linken abzugrenzen, und heben diese hervor. Nur damit verschreckt man eher Wähler die nichts von der Senkung des Spitzensteuersatzes und Abbau des Sozialstaates haben. Vor allem wird sie nicht müde zu betonen, dass es Grenzen gäbe, mit wem man zusammenarbeiten könne und mit den Grünen wäre das schwer und den Linken unmöglich. Nun sind, aber bei den Drei-Parteien-Koalitionen die denkbar sind, immer die Grünen dabei. Wer wird da nicht daran erinnert das Lindner 2018 lieber nicht regieren wollte, als schlecht regieren wollte. Und er ist immer noch Parteivorsitzender. Da mag der eine Wähler überlegen, ob er eine Partei wählen, soll die schon in der Vergangenheit nicht regieren wollte. Ich halte die FDP 2021 für die gleiche wie 2017. Sowohl programmatisch wie bei den Personen. Die FDP wollte 2017 nicht regieren und damit at sie sich der grundlegenden Verpflichtung jeder Partei, nämlich eine stabile Regierung zu etablieren verweigert und ist zur Protestpartei geworden. Für jemand, der eine handlungsfähige Regierung will ist sie meiner Ansicht nach daher nicht wählbar.

Der Wahlkampf hat sogar Menschen in Gefahr gebracht. Die deutsche Botschaft in Afghanistan hat schon im Mai gewarnt, dass der Staat zusammenbrechen könnte und man Afghanen, die für die Bundeswehr oder deutsche Organisationen gearbeitet haben, evakuieren müsste. Weder SPD noch CDU haben das für nötig erachtet. Seitens der CSU und CDU kam sogar immer die Warnung, das sich „2015“ nicht wiederholen dürfe. Als ob das damit was zu tun hat. Es geht um den Schutz von etwa 40.000 Personen, die in Afghanistan für deutsche Einrichtungen gearbeitet haben und gefährdet sind. Es geht nicht um Hunderttausende und es ist keine Massenbewegung. Die meisten Flüchtlinge aus Afghanistan flüchten in die Nachbarländer – wenn sie können, die Taliban haben die Grenzen dicht gemacht, und selbst wenn sich einige auf den langen Weg nach Europa aufmachen, dürften sie spätestens in der Türkei an der Weiterreise gehindert werden. Kurz mit 2015 hat das nichts zu tun. Mehr noch. Es gab einen Vorstoß der Grünen im Juni sich auf eine Regierungsübernahme der Taliban vorzubereiten und die Evakuierung vorzubereiten. Das wurde abgelehnt, weil Maas nicht von dieser Sicherheitslage ausging. Und dann der überhastete Abzug, noch vor den anderen Nationen eingestellt. Auch hier blieben die Afghanen auf der Strecke. Von über 5.300 ausgeflogenen sind nur 128 Afghanische Hilfskräfte und 396 Familienangehörige, 40.000 befinden sich noch in Afghanistan. Doch was kann man von einer Regierung erwarten wo der Innenminister stolz sagt, man habe zu seinem 69 Geburtstag 69 Afghanen abgeschoben wurden? Geht es noch zynischer? Ist eine Partei noch wählbar, die nur um keine Wählerstimmen zu verlieren, Menschen bei den Taliban zurücklässt? Was unterscheidet die CSU/CDU dann noch von der AfD?

Ich habe die Grünen gewählt – durch Briefwahl. Das ist keine Überraschung, ich wähle sie seit 1990. Ich bin durchaus nicht mit vielem einverstanden, insbesondere geht sie mir im Klimaschutz nicht weit genug. Auf der anderen Seite ist klar, dass mit radikalen Konzepten die Grünen unter 10 Prozent bleiben werden. So besteht wenigstens die Möglichkeit, dass sie so stark sind, dass sie von den verbliebenen Positionen etliche durchsetzen können. Denn das ist, was ich Lindner persönlich übel nehme. Wenn man bei Koalitionsverhandlungen irgendwann an harte Linien kommt, die die Partner nicht akzeptieren dann wäre meiner Ansicht nach nicht den Bettel hinzuschmeißen, sondern dann versuchen bei anderen Feldern mehr zu erreichen, denn Opposition heißt eben auch, dass man Null Prozent vom eigenen Wahlprogramm durchsetzen kann. Koalitionsverhandlungen sind keine Pokerrunde wo man blöft und alles gewinnt oder alles verliert, es ist der Versuch das mehrere Parteien sich auf einen gemeinsamen Nenner einigen.

Mir persönlich wäre auch eine Rot-Grüne Koalition die liebste, auch wenn sie nach den derzeitigen Wahlumfragen unwahrscheinlich ist. Wir hatten die Rot-Grüne Regierung schon mal und praktisch alles, was die BRD in Richtung Klimapolitik gemacht hat, wurde damals beschlossen. Seitdem hat Merkel zuerst den Atomausstieg umgekehrt dann wieder eine Wende gemacht (was den Steuerzahler Milliarden kostete, weil die Stromkonzerne dann auf Ausfälle durch den fehlenden Weiterbetrieb ihrer AKW geklagt haben) und zuletzt einen Kohleausstieg, der 20 Jahre dauert und bei denen erneut 40 Md ausgegeben werden, die fehlen beim Ausbau der erneuerbaren Energie. Ebenso stammen praktisch alle sozialpolitischen Vorstöße bei den letzten beiden großen Koalitionen von der SPD. Nicht alle waren mit der CDU machbar.

9.9.2021: Afghanistan – man hätte es vorher wissen können

Nun endet also der gemeinsame Afghanistaneinsatz der USA und weiterer Nationen in einem Debakel, einer überhasteten Evakuierung am Kabuler Flughafen inklusive Terroranschlag. Ich will heute mal aufzeigen, warum dieser Einsatz scheitern musste. Das ist keine große Erkenntnis, darauf hätte man schon 2001 kommen können. Aber ich will das Thema auch weiter fassen, nämlich wie die USA meinen Regionen zu befrieden und demokratisieren zu können.

Das ganze beginnt daher viel früher, nämlich nach dem zweiten Weltkrieg. Den haben die USA bekanntlicherweise gewonnen und sie begannen fortan die beiden besiegten Nationen, Deutschland und Japan in ihrem Sinne umzumodeln. Das hat auch geklappt. Beide Nationen haben nicht nur gefestigte Demokratien entwickelt, sondern sich auch wirtschaftlich gut entwickelt und gehören zu den G7, also den sieben Staaten mit der größten Wirtschaftsleistung (nicht ganz korrekt, da man China aus dem Club ausschließt). Der grundlegende Fehler, der sich wie ein roter Faden durch die US-Außenpolitik seitdem zieht, ist das sie meinen, das es in allen Ländern so geht wie in Deutschland und Japan. Das dies in diesen Staaten so erfolgreich war, hat aber Gründe. Zum einen waren beide Staaten schon vorher demokratisch, hatten Parlamente, auch wenn dieses im Dritten Reich nichts zu sagen hatte. In Japan wurde zur Unterstützung die absolute Macht des Kaisers in der neuen Verfassung beschnitten, bei uns alles verboten was mit dem dritten Reich und seinen Organisationen zu tun hat. In der Realität war es in Japan aber so wie bei uns vor Ende des ersten Weltkriegs – der Kaiser war zwar formell die mächtigste Person im Land, aber in der Realität hatten die Militärs das Sagen. Ich lasse mal Japan außen vor, und beschränke mich auf Deutschland. Anders als die USA annahmen, gab es eine demokratisch-parlamentarische Tradition in Deutschland seit einem Jahrhundert. Das ganze begann mit Napoleon und der Besetzung deutscher Gebiete. In denen wurden auch die Errungenschaften der französischen Revolution eingeführt, wie Parlamente, Scheidung, das Gesetzbuch das Napoleon verfassen lies und in dem es keine Standesunterschiede gab. Die Besatzer waren unerwünscht, aber die demokratischen Veränderungen waren willkommen. Nach den Freiheitskriegen gab es daher das Bedürfnis nach Reformen, denen die Regierungen verständlicherweise nicht nachkamen. Das führte letztendlich zur Revolution oder Revolte von 1848. Die scheint auf den ersten Blick gescheitert zu sein, aber in der Folge etablierten sich in den Königreichen, Herzogtümern etc. Parlamente. Teilweise existierten diese schon vorher, aber sie erhielten nun erheblich größere Befugnisse. So gab es nach der Ausrufung des Kaiserreichs auch den Reichstag. Formell waren die Könige immer noch die absolutistischen Herrscher, in der Realität hatten die Parlamente aber großen Einfluss. Das bayrische Parlament setzte Ludwig II ab, der Reichstag hatte das Recht den Haushalt zu genehmigen und damit konnte er die Anordnungen des Kaisers blockieren und letztendlich setzte der Reichskanzler den Kaiser ab, anstatt das er abdankte.

Es folgte die Weimarer Republik. Deren Verfassung war moderner als die der USA, sie verstand es auch sich gegen Bestreben andere Regierungsformen wie Räterepubliken oder Putsche wie den von Hitler/Ludendorf zu wehren. Schlussendlich ging sie unter, weil durch die Weltwirtschaftskrise Millionen arbeitslos wurden und diese glaubten die Nazis würden ihnen wieder Arbeit verschaffen. Schaut man sich US-Schulungsfilme an, die direkt nach dem Krieg gedreht wurden, dann merkt man das die Sicht der USA über die Deutschen sich vollständig auf die Jahre um dritten Reich konzentrieren. Es wird vor Verbrüderung „Fraternisation“ gewarnt. In jedem Deutschen stecke noch ein Nazi und man denke doch welche Greueltaten diese verübten. Sehr bald hat man erkannt, das es zum einen genügend Deutsche gab, die keine Nazis waren und allmählich dämmerte auch den Besatzern das nicht ein ganzes Volk 12 Jahre lang in den Untergrund gehen kann und es nur wenige überzeugte Nazis gab, der Großteil sich einfach mit dem Regime arrangierte.

In beiden Ländern half, dass es keine großen kulturellen Unterschiede zu den USA gab. Religionen keinen großen Einfluss hatten und es in den USA jede Menge Einwanderer aus diesen Ländern gab die dolmetschen konnten, sodass man sich verständigen konnte. Deutschland und Japan erlebten ihr Wirtschaftswunder, Deutschland mit Hilfe des Marschallplans, Japan weil von dort aus die Operationen im Koreakrieg logistisch unterstützt wurden.

Seitdem scheiterten die USA aber immer in dem Bestreben andere Länder, in denen sie militärisch intervenierten zu stabilisieren. In Südkorea klappte das noch. Das Militärregime war in keinster Weise demokratisch, aber es verfolgte einen rigiden Prozess um Südkorea von einem Entwicklungsland zu einem Industrieland umzuwandeln. Ebenso unterstützen die USA die chinesische Exilregierung in Taiwan, die ebenso wenig eine Demokratie etablierte. In der Politik des kalten Krieges wurde jede Bewegung unterstützt, die gegen eine kommunistische oder nur sozialistische Regierung war, ganz egal welche politischen Ziele sie hatte oder wie weit sie den eigenen Werten entsprach. Die CIA unterstützte sogar Putschisten wie in Iran oder Chile, weil die Regierungen „sozialistisch“ waren. Zumindest im Iran sollte sich das noch rächen, denn das vergaßen die Iraner nicht. Der Höhepunkt dieser Doppelmoral war die Iran-Contra Affäre, bei denen man Waffensysteme in den Iran lieferte, der nach eigener Aussage die USA als Erzfeind betrachtete und wenige Jahre vorher Botschaftsangehörige als Geiseln nahm. Mit dem Erlös finanzierte man die Contras die in Nicaragua gegen die linksgerichtete Regierung der Sandinisten kämpfte und ihre Mittel mit Billigung der CIA durch Drogenverkäufe in den USA aufstockten.

Doch richtig scheiterten die USA in den Kriegen, die sie seitdem geführt haben, eben dem Vietnamkrieg, dem Krieg in Afghanistan und dem Iran. In Vietnam führte man einen Militäreinsatz, um zu verhindern das Nordvietnam in Südvietnam einmarschiert. Den Krieg hatte man geerbt, er begann schon vorher unter der ehemaligen Kolonialmacht und führte auch zur Spaltung in zwei Staaten. Trotz der militärischen Überlegenheit konnten die USA den Krieg nicht gewinnen. Zum einen, weil der Gegner eine Guerilliataktik anwandte, es also keine Armee gab, die man angreifen konnte. Zum anderen war der Vietcong als Untergrundarmee keine Armee mit Uniformen. Wie kann man einen Soldaten, der keine Uniform trägt, von einem Zivilisten unterscheiden? Mann kann es nicht. Also begann die USA systematisch wo sie nur vermutete, dass es Vietcong oder Sympathisanten gab, Dörfer niederzubrennen. So macht man sich keine Freunde insbesondere, weil die USA zwar viel Geld in den Krieg steckten, aber wenig Mühe machten das Land zu entwickeln oder auch nur eine Regierung zu etablieren, die von der Bevölkerung akzeptiert wurde. Entsprechend brach die reguläre Armee Vietnams nach Abzug der Amerikaner auch rasch zusammen und ganz Vietnam wurde kommunistisch. Die Bilder der Evakuierung aus Saigon ähneln schon ein bisschen der Evakuierung von Kabul.

Als dann Russland 1979 in Afghanistan einmarschierte, um die kommunistische Regierung zu stützen, sah man die Gelegenheit Russland ihr Vietnam zu bereiten. Was nun kam, zeigt wie die Politik der USA sich nur nach einem Kriterium richtete: die Ausdehnung des Kommunismus zu verhindern. Ginge es nach den sonst immer so stark vertretenen eigenen Menschenrechten, so hätten die USA auf Seite der kommunistischen Regierung sein müssen. Diese enteignete Großgrundbesitzer und gab das Land armen Bauen, sie führte Frauenrechte ein und Bildung für alle. Gegen all das waren die Mudschahedin und zwar auch schon vor Einmarsch der Sowjets. Das grundlegende Problem und daran hat sich bis heute nichts geändert ist das 80 % der Bevölkerung auf dem Land unter einfachen Lebensumständen leben. Diese Bevölkerungsgruppe hatte keine Bildung, sie war stockkonservativ und tief in einer fundamentalen Auslegung des Islam behaftet in der Frauen eben keinerlei Rechte haben. Daran hat sich bis heute nichts geändert und dadurch bildeten diese Gebiete, zusammen mit der Geographie immer das Rückzugsgebiet von Mudschaheddin oder Taliban. Damit konnte Russland den Krieg nicht gewinnen und die russischen Soldaten wussten das aus. Wie in Vietnam gab es unzählige zivile Opfer, weil Mudschaheddine von Afghanen nicht unterscheidbar war. Die USA unterstützen die Mudschaheddin mit Waffen, schon unter Carter, aber richtig intensiv unter Reagan. Das erhöhte die Verluste Russlands und führte zum Abzug, hat aber an der Tatsache, das sie auch ohne Waffenlieferungen den Krieg nicht gewinnen konnten, ähnlich wie die ISAF Truppe auch die Taliban nicht besiegen konnte, sondern eben nur die städtischen Gebiete sichern konnten.

Nach dem Abzug der Sowjets interessierten die USA sich nicht mehr für Afghanistan und es kam zum Bürgerkrieg zwischen den Mudschaheddin, die ja auch nur den gemeinsamen Gegner Russland hatten, aber sonst nichts miteinander gemein haben, ja auch verschiedene Vorstellung von einem afghanischen Staat hatten Die Taliban wurden dann aus den Flüchtlingslagern in Pakistan rekrutiert, wo seit über einem Jahrzehnt Kinder in Koranschulen mit der fundamentalen Auslegung des Koran indoktriniert wurden und erneut mit Waffen versorgt wurden, diesmal von islamischen Staaten, vor allem auch Pakistan. Hätten die Taliban nicht Al Quaida toleriert – unterstützt haben sie sie nie – dann wären die USA wohl nie einmarschiert. Das taten sie mit Hilfe der ehemaligen Warlords, lokalen Kommandanten der Mudschaheddin, die sogenannte Nordallianz. Die saßen denn auch in der folgenden Regierung, die eben nicht die war, welche die Afghanen wählen würden. Die Taliban besiegen konnte man nicht, sie blieben in unwegsamen Gebieten immer präsent. Von einer frei gewählten Regierung konnte keine Rede sein, es regierte die Korruption und Hilfsgelder wanderten in die Taschen derer die sich daran bereicherten. So verwundert es auch nicht, dass die Regierung sich nach Abzug der Truppen aus dem Staub machte und den Taliban kampflos das Gebiet überließ. Die eigentlich dafür gedachten Sicherheitskräfte, die man ausgebildet hatte, wurden gar nicht erst eingesetzt.

Es funktioniert ganz einfach nicht, von oben eine Regierung, oder auch nur eine Staatsform einzusetzen. Eine Gesellschaft muss reif für die Demokratie sein. In Afghanistan leben 20 % der Bevölkerung in größeren Städten, dort wurde auch die Infrastruktur ausgebaut, dort gibt es Bildung und Universitäten, dort existierten in den letzten 20 Jahren auch so etwas wie Freiheit und Frauen sind dort gleichbereichtigt. Und es gibt das Land, oft unwegsam und wenig Ertrag abwerfend. Dort leben 80 % der Bevölkerung und die sind immer noch in einem fundamentalen Islamismus verhaftet und hatten daher auch kein Problem die Taliban zu unterstützen. Solange sich nicht auch dort die Gesellschaft ändert, macht es keinen Sinn von außen das Land reformieren zu wollen. Nach dem dreißigjährigen Krieg dämmerte bei uns die Erkenntnis, dass man Religion nicht mit Krieg durchsetzen kann. So weit ist Afghanistan bis heute nicht.

Was schlussendlich für eine Veränderung einer Gesellschaft führt ist Bildung. Wer gebildet ist fängt an nachzudenken, fängt an Forderungen zu stellen, will sich auch weiter entwickeln, was auch mit gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Freiheiten zu tun hat. Doch das dauert. Der islamische Frühling ging vor allem aus von einer jungen Generation, gut miteinander vernetzt. Aber wie die weitere Entwicklung der meisten Staaten zeigt, gilt das aber auch in diesen Staaten noch nicht für die gesamte Gesellschaft. Umgekehrt ist der Iran, dessen Modell des Gottesstaates ja die USA fürchten, wesentlich liberaler als die meisten Scheichtümer in der Region. Dort haben Frauen die gleichen rechte und die Verschleierung beschränkt sich auf ein einfaches Kopftuch. Und dort gibt es inzwischen regelmäßig Proteste gegen die Führung und ihren Kurs der zu einem wirtschaftlichen Fiasko geführt hat. Nicht zuletzt scheiterten die USA ja auch im Irak genauso ihre Vorstellungen zu etablieren. Auch dort gab es mit dem islamischen Staat eine Gruppe, die das Land in einen Islamstaat umwandeln wollte. Anders als bei den Taliban wurden der IS aber nicht von den Nachbarländern unterstützt, denn die hatten Angst das der IS auch auf sie übergriff, wie er es ja auch zeitweise tat. Entsprechend gab es hier eine Allianz gegen den IS die schließlich zum Sieg führte.

Die Frage ist, hätte man etwas anders machen können? Ja hätte man. Der Einsatz in Afghanistan begann als Krieg gegen den Terror. Die Taliban genehmigten dies sogar. Bush genügte das nicht und er ging auch gegen die Taliban vor. Denises Machtvakuum, das eigentlich seit dem Tod des Königs existierte – danach gaben sich Regimes die Klinke in die Hand oder konnten nur durch Militär gehalten werden – konnte man nicht füllen. Nun war Afghanistan aber schon damals zerstört, heute sind 18 der 38 Millionen Menschen auf Nahrungsmittellieferungen der UN angewiesen, über 3 Millionen befinden sich in Flüchtlingslagern außerhalb Afghanistans. Man hätte über humanitäre Hilfe einwirken können. Zum einen regt es den Denkprozess an, wenn die Taliban sagen, die die USA der Teufel sind, und auf den Nahrungsmittelspenden die verteilt werden steht „USA“ drauf. Man hätte aber nicht auf die Afghanen einwirken können und darauf warten müssen das sich das Volk selbst erhebt und das kann auch nicht der Fall sein – wie sehen ja in Nordkorea, wie man ein Volk jahrzehntelang indoktrinieren und unterdrücken kann. Doch so sicher wie die Kim-Dynastie saßen die Taliban nie in der Regierung.

Wenn man dort einmarschiert – und in der Retrospektive direkt nach dem 9-11 hätten die Taliban das nur durch Auslieferung aller Al-Quaida Kämpfer verhindern können – dann hätte man mehr investieren müssen in Verbesserung der Situation der Bevölkerung und zwar auch auf dem Land. Demokratie basiert auch darauf, dass der Bürger mündig ist, das schließt die Urteilsfähigkeit ein und die benötigt Bildung.

In 20 Jahren hätte eine Generation von Afghanis heranwachsen können die gebildeter, ist selbst denken kann anstatt Befehlen zu gehorchen oder den Koran 1:1 umzusetzen. Vor allem hätte das aber den Taliban den Zulauf verringert. So etwas gibt es auch, doch eben nur in den Städten. Ganz Afghanistan wurde in den letzten 20 Jahren nie.

Wie soll es weiter gehen? Man sollte die Fehler nicht wiederholen. Hilfe für Afghanistan, aber nur durch die UN oder NGO die ja nach wie vor in Afghanistan aktiv sind die die Caritas. Wenn das die Taliban nicht wollen, weil sie dann die Mittel nicht für ihre eigenen Zwecke verwenden können, dann eben nicht. Das ist hart für das afghanische Volk, aber es destabilisiert dann auch die Taliban, denn die brauchen Geld. Afghanistan ist von Mitteln der Weltgemeinschaft nach 40 Jahren Krieg abhängig, schon jetzt nach wenigen Wochen verkaufen die Taliban in Pakistan Waffen von eroberten Militärstützpunkten. Viel mehr was man unkompliziert zu Geld machen kann gibt es ja nicht und da sieht man schon die Bredouille. Vor allem aber sollten die USA ihre Politik endlich mal an ihre eigenen Grundüberzeugungen anpassen. Pakistan unterstützt seit Jahrzehnten die Taliban. Sie haben dort Rückzugsgebiete gefunden, sie tolerieren die Koranschulen als Rekrutierungsbüro in den Flüchtlingslagern und sie haben die Taliban finanziell unterstützt. Hat das einen Einfluss auf die Politik der USA gehabt? Nein. Das kann man auch auf die Unterstützung der Scheichtümer in der Golfregion, ja ie ganze Welt ausdehnen. Hilfe, aber auch Zusammenarbeit sollte an der Demokratie oder dem Bewegen in Richtung mehr Demokratie festgemacht werden, und das sollte auch für Deutschland gelten.

Als kleiner Fernsehtipp, für alle die Zeit haben: eine vierteilige Dokumentation über die Geschichte Afghanistans seit dem Sturz von Mohammed Zahir Schah 1973:

Afghanistan – das verwundete Land.

10.9.2021: Sirenen

Heute nur ein kurzer Blog, dafür morgen noch mal einen kurzen und wahrscheinlich die nächsten Tage auch noch. Bisher war es ja so, dass wenn ich ein Thema hatte, zu dem ich einfach nur eine Meinung habe, zu dem ich nun aber nicht viel erörtern muss oder das ein Sachthema ist, das ich das meistens nie veröffentlichte, oder warte bis mehrere dieser kleinen Themen zusammenkommen, einfach, weil ich mir angewöhnt habe, dass die Blogs eine gewisse Länge haben. Ich schreibe sie mit Libreoffice und gucke das sie so zwischen 2 und 4 Seiten sind, 3 Seiten entsprechen rund 10.000 Zeichen.

Dann kam durch viele längere Posts in den Kommentaren, aber auch das Off-Topic Kommentieren, sprich man setzte einen Kommentar zu einem Thema einfach in einen der letzten Blogs anstatt sich den rauszusuchen, zu dem er passt, bei mir der Gedanke auf eine neue Seite (keinen Beitrag, Seiten sind in der oberen Leiste immer im Zugriff) mit ein paar Kommentarregeln aufzustellen.

Eine Regel wäre, das man pro Kommentar nur ein Thema anschneiden sollte, wenn man also zu vier Punkten was zu sagen hat, macht man vier Kommentare. Der Nutzen ist offensichtlich: so kann die Antwort gezielter sein, man muss sich nicht zu allem äußern und vor allem ist es kürzer. Meine Eigenwahrnehmung ist: wenn ich einen längeren Kommentar sehe, dann lese ich ihn selten, weil ich schon weiß, dass ich dann einen entsprechend lange Antwort schreiben muss und vor allem ist es oft so, dass in diesem Kommentaren dann mehrere Sachen zusammen kommen, dann muss ich mir merken was ich schon alles erledigt habe in der Antwort und was nicht.

Da dachte ich mir: „Hmmm, vielleicht geht es deinen Bloglesern genauso und sie wollen die langen Blogs gar nicht lesen“. Also mal heute einen zu einem einzigen Thema, aber dafür kurz. Es geht um die Warnung mit Sirenen.

Heute war in vielen Gemeinden Warntag, wurden also die Sirenen wieder mal aktiviert. Geklappt hat es nicht überall, aber gerade das will man ja feststellen. Schlimmer ist das es überhaupt nur noch wenige Sirenen gibt, in meinem Heimatort gibt es keine mehr. Die wurden für den Falle eines Krieges angeschafft und dann nach Ende des kalten Krieges weitestgehend abgebaut. Stattdessen sollte es die Warnapp „Nina“ richten. Ich halte das für blödsinnig. Eine solche Warnapp hat sicher ihre Berechtigung. Eine Sirene kann z.B. nicht informieren welchen Alarm es gibt, auch wenn sich dieser meist ableiten lässt wie z.B. bei der Überflutungskatastrophe anhand des Starkregens man sich denken könnte wovor eine Sirene warnt. Vor allem aber gibt eine Sirene keine Ratschläge, was man tun soll. Sie kann auch nicht niederschwellig vorwarnen, wie „Starkregen erwartet, es könnte eine Überflutung geben“, sodass man sich wappnen kann und zumindest wichtige Dokumente griffbereit haben kann, oder eine Tasche mit Kleidung wenn man das Haus verlassen muss.

Vor allem, und nun speziell an Handynutzer: ein Handy ist eben nicht immer verfügbar. Zum einen muss es mal geladen werden, darf nicht immer an sein (z.B. beim Arbeitsplatz) und dann kann es auch mal sein, dass man es gerade nicht dabei hat oder einige Zimmer weiter, wo man es nicht hört. Daneben gibt es trotz „Digitalisierung“ noch weiße Flecken. Ich bin gerade in meinem Ferienhaus in der Nähe von Nesselwang. Dort musste ich als ich den Computer aus dem UG wieder in Betrieb nahm mehrere Google Kontoüberprüfungen für Thunderbird und Chrome absolvieren. Da dies nun immer über eine SMS geht und ich zeitweise überhaupt keinen Balken hatte (ist hier der Normalzustand) war das sehr frustrierend, vor allem weil das jedes Mal nötig ist, obwohl es immer derselbe PC ist, der sich über denselben Provider und Zugangsknoten einwählt. Bei E-Mail Konten sogar zwei Aktivierungen sodass dies als letztes ging weil meist eine SMS nicht ankam und es mussten eben zwei hintereinander sein. Man sollte doch meinen Google könnte sich das mal merken. Von einer weiteren Authentifizierungsmöglichkeit wie z.B. einer persönlichen Frage mal ganz abgesehen. Geschenkt, das Chrome nur eine SMS braucht aber Vollzugriff auf das Google Konto hat. Thunderbird obwohl nur Zugriff auf Gmail aber zwei Aktivierungen. So bremst man die Konkurrenz aus. Also selbst, wenn ich eine Nina Warnapp hätte – ich würde einen Alarm hier nicht mitbekommen, zum Telefonieren fahre ich immer 2 km nach Nesselwang …

Daneben scheint die Warnapp letztes Jahr beim Test ja auch nicht funktioniert zu haben. Bei einer Sirene kann es maximal um ein mechanisches / elektrisches Problem handeln, das man vor Ort lösen kann, die Ausfallmöglichkeiten sind gering. Bei der Nina Warnapp handelt es sich wenn etwas nicht funktioniert um ein komplexes System, das noch dazu auf zig verschiedenen Geräten mit jeweils unterschiedlichen Betriebssystemversionen arbeiten und wenn etwas nicht funktioniert, dann ist das Problem bundesweit und nicht in einer Gemeinde.

Was macht man zudem bei einem zu alten Smartphone? Schon die Corona-App lief ja nicht auf älteren Geräten und da ist der Nutzen sicher noch größer als bei der Nina-App. Weiterhin muss man die App dauernd weiterentwickeln entsprechend jeweils neuen Betriebssystemversionen von Android und iOS. Billiger ist das auf Dauer sicher nicht, in jedem Falle aber fehlerträchtiger.

Ich weiß ja schon von meinem Blog über den digitalen Impfpass, das wir hier viele technikgläubige Leser haben, daher bin ich mal gespannt was ihr zur Diskussion Nina ↔ Sirenen meint.

Mein Vorschlag: baut wieder flächendeckend Sirenen, vielleicht auch modernisiert, man könnte über verschiedene Tonfolgen für bestimmte Alarme nachdenken, aber nicht zu viele, sonst kann man sich das nicht merken. Was meint ihr dazu, zum Thema Sirenen und kurzer Blog?

11.9.2021: Klimaneutral – was kostet es?

Noch sind wir nicht klimaneutral, nicht mal annähernd, aber was kein Politiker sagt, ist was das mal kosten könnte. Um es klar zu sagen – ich weiß es auch nicht, aber man kann eine Prognose auf Basis der heutigen Kosten anstellen.

Ich fange mal an mit der Definition von „klimaneutral“. Das bedeutet nicht das wir kein Kohlendioxid emittiert wird – zumindest nicht nach Ansicht der EU. Klimaneutralität heißt es in dieser Definition, dass es ein Gleichgewicht zwischen Kohlendioxidemissionen und senken gibt. Denn ein Teil des von uns emittierten Kohlendioxids trägt auch dazu bei das Pflanzen besser wachsen und so mehr Kohlendioxid binden. Nach einer Studie beträgt das Potenzial dieser Kohlendioxidsenken zwischen 9,6 und 11 GT Kohlendioxid pro Jahr. Bis 2050, besser früher, wollen wir Klimaneutralität erreichen, dann werden 9,74 Mrd Menschen auf der Welt leben, zumindest nach der Prognose. Das bedeutet, wenn alle Menschen gleichberechtigt bei den Emissionen sind. darf jeder rund 1 t Kohlendioxid emittieren – in Deutschland betragen die Emissionen derzeit das 11-fache. Diese 1 t Restemission werden wir auch brauchen, dazu später mehr.

Strom Strom, Strom

Ich gebe zu, ich habe einige Jahre gebraucht, bis ich mich mit dem Weg angefreundet habe, der der offizielle der Politik ist, nämlich das wir erneuerbare Energie primär über Strom erzeugen. Als Naturwissenschaftler weiß ich, dass wenn man Strom aus fossilen Brennstoffen erzeugen, das mit großem Verlust verbunden ist, während man die chemische Energie bei der Verbrennung schon mit einer Uraltheizung zu 90 % ausnutzen kann. Aber es ist die einzige Energieform, die wir in großem Maßstab erzeugen können – entweder durch Photovoltaik oder Windkraft. Beide Energieformen ergänzen sich übrigens bestens, weil Windkraft im Winter mehr Strom produziert und Photovoltaik im Sommer. Im Mix 60-70 % Windkraft und 30-40 % Photovoltaik erzeugt man (im Monatsmittel) übers Jahr hinweg einen weitestgehend konstante Leistung, natürlich immer noch mit kleinen Fluktuationen durch Tageszeit oder Wetter.

Jede andere Energieform, die wir benötigen, müssen wir dann aus Strom herstellen, und das wird umständlich. Das wird klar beim nächsten Punkt:

Verwendung fossiler Energieträger heute

Wofür verwenden wir heute fossile Brennstoffe wie Kohle, Erdgas oder Erdöl?

Nun wir gewinnen daraus Strom, das können wir ja heute schon regenerativ. Den Strom setzt nicht nur jeder Verbraucher ein, sondern auch die Industrie für Maschinen, Klimaanlagen, Roboter etc. Diesen Strom vollständig regenerativ zu erzeugen ist relativ leicht möglich, wenn man den politischen Willen dafür hat. Für die 40 Mrd., die man für den Kohleausstieg ausgibt, kann man wenn ich den Kosten von meinen PV-Anlagen ausgehen, könnte man rund 27 GW PV installieren, ziemlich genau die Hälfte der 2020 installierten Leistung. Dabei ist das eine Rechnung basierend auf dem Preis einer kleinen Anlage, nicht einer PV-Farm oder einer Windkraftanlage, die beide Strom günstiger produzieren können. Wir werden aber erheblich mehr Strom brauchen, denn Strom ist wie schon gesagt die einzige Energieform die wir heute regenerativ direkt gewinnen können. Klar ist dies bei der Elektromobilität, doch es muss der Strom auch alle anderen Formen der Verwendung fossiler Energie ersetzen, als da wären:

Wärmeerzeugung

Wir müssen mit fossilen Brennstoffen heizen. In jedem Falle im Winter, für Warmwasser aber ganzjährig. Wir nutzen auch fossile Brennstoffe um Prozesstemperaturen zu erzeugen. Zement oder Eisen kann man nun mal nicht bei Zimmertemperaturen erzeugen, auch Reaktionen in der chemischen Industrie laufen oft bei höheren Temperaturen ab, um das Gleichgewicht in die Richtung der Produkte zu verschieben. Geht es nur um die Wärme, so kann man die auch mit Strom erzeugen. Wir kennen das über Radiatoren oder IR-Strahler, die man an die Steckdose anschließt, wenn es mal kalt ist und man die Heizung noch nicht in Betrieb nehmen wollen. Ja es könnte sogar eine Renaissance geben, und zwar die der Speicheröfen. Ich schreibe diesen Artikel in meinem Ferienhaus in Nesselwang. Das wird über Nachtspeicheröfen geheizt. Früher als umweltschädlich gebrandmarkt, sind sie mit der Umstellung des Stroms auf regenerative Energieformen heute die umweltfreundlichste Energieform. Ja Speicheröfen (nun ohne „Nacht“) sind sogar in der kalten Jahreszeit ein möglicher Speicher für eine kurzzeitig hohe Stromerzeugung durch Windkraft. Man würde dann, da es Speicheröfen sind, dann heizen wenn Windkraftwerke gerade viel Strom liefern. Analog kann man Warmwasser für den ganzen Tag erzeugen und in einem Tank lagern, sofern dies nicht schon direkt durch Solarkollektoren erfolgt. Heizen ist mit Strom möglich, direkt oder über Speicherung. Aber wenn die Politik von Alternativen redet, dann meint sie meist das Dämmen. Das Problem dabei: Dämmen bringt viel, wenn das Haus so konzipiert ist, das es wenig Energie verbraucht. In dieser Konzeption ist es eine Säule, um den Energiebedarf zu verringern, aber nicht die einzige. Richtig effektiv ist Dämmen daher bei Neubauten. Bei bestehenden Häusern kann man durch Dämmen zwar den Energieverbrauch reduzieren um wie viel, hängt davon ab, wie weit man geht – es gibt die Möglichkeiten Außenfassade zu dämmen, Fenster auszutauschen, das Dach zu dämmen und das Kellergeschoss zu dämmen. Je nach Haus ist die eine Maßnahme sinnvoll, die andere weniger. Vor allem hängt es aber vom Alter des Hauses und seiner Bausubstanz ab. Die Verwendung von regenerativen Stoffen für die Heizung, wie Pellets, oder Zumischung von „Bioheizöl“ hat Grenzen. Ganz Deutschland kann man so niemals mit Wärme versorgen und wenn, dann werden diese Stoffe durch die dann steigende Nachfrage sehr teuer.

Mobilität

Alle fossilen Stoffe haben einen Vorteil: sie haben eine hohe Energiespeicherkapazität. 1 l Benzin hat in etwa den Energiegehalt von knapp 10 kWh. Ein Akku mit derselben Kapazität wiegt dagegen 50 kg. Elektroautos erreichen so nicht die Reichweite von normalen PKW, trotz höherem Wirkungsgrads des Elektromotors und einer sehr großen und schweren Batterie. Für Lastkraftwagen, die in der Regel viel längere Strecken am Stück zurückgehen, Schiffe oder gar Flugzeuge ist die E-Mobilität überhaupt keine Alternative. Immerhin: bei den Transporten per LKW kann man wieder zurück auf die Schiene gehen, die zudem weniger Energie pro Tonen transportiertem Gut verbraucht, als der Straßenverkehr und mit Lastwagen dann nur noch die letzten Meilen zurücklegen. Aber für den Schiffsverkehr und Flugzeuge muss es eine andere Alternative geben.

Bei der Berichterstattung gibt es dafür zwei Lösungen. Zum einen grüner Wasserstoff. Er kann durch Elektrolyse aus Wasser gewonnen werden. Schon dieser Schritt hat nur einen Wirkungsgrad von 40 bis 70 %, also rund die Hälfte der Energie, die im Strom steckt, geht verloren. Der Wasserstoff selbst hat als Gas und Flüssigkeit eine niedrige Dichte – als Gas nur rund 0,08 kg/m³ unter 1 bar Druck, als Flüssigkeit 0,068 kg/l. So muss man den gasförmigen Wasserstoff stark komprimieren, was Energie kostet. Trotzdem transportiert ein Fahrzeug so wenig Wasserstoff aber viel Tankmasse. Die Verflüssigung ist auch nicht unproblematisch, da Wasserstoff nur bei extrem tiefen Temperaturen flüssig ist und das nur in einem kleinen Temperaturbereich. Auch hier braucht man viel Energie und eine extrem gute Isolation. Selbst dann wird es Verdampfungsverluste geben. Beim Einsatz im Auto kann immerhin eine Brennstoffzelle den Wasserstoff wieder in Strom umwandeln, auch wenn man ihn direkt verbrennen könnte. Die Brennstoffzelle mit Elektromotor ist etwas effizienter als die Verbrennung. Trotzdem landen bei den besten Verfahren nur noch 40 % der Energie, die im Strom steckt in Antriebsenergie („Well to Wheel“). Gegenüber der Nutzung eines Akkus ist das also um den Faktor 2 bis 2,5 teurer.

Die zweite Alternative ist es synthetische Kraftstoffe zu produzieren. Das würde es erlauben die alten Verbrennungsmotoren weiter zu nutzen. Es gibt mehrere Verfahrenstechnologien, aber alle basieren auf Wasserstoff und Kohlendioxid. Den Wasserstoff wird man aus Elektrolyse gewinnen, das Kohlendioxid wird man aus der Luft anreichern müssen, denn Luft kann man nicht direkt einsetzen, dazu ist der Sauerstoff zu reaktiv. Er würde alleine mit dem Wasserstoff reagieren. Ein mögliches Verfahren ist es beide Gase durch Solarthermiekraftwerke im Brennpunkt der Spiegel hoch zu erhitzen, sodass sie zu Methan und Wasser reagieren. Hat man erst Methan, so kann man dieses leicht zu höheren Kohlenwasserstoffen weiter reagieren lassen. Das Problem ist, das Wirkungsgrad dieses Verfahrens noch geringer ist als die er Erzuegung von Wasserstoff ist. Man rechnet mit „Well to Wheel“ von 13 %, also weniger als ein Siebtel der Energie im Strom steckt dann im synthetischen Benzin oder Diesel, „reFuels“ genannt. Für die Luftfahrt wird wegen der Problematik der Lagerung von flüssigem Wasserstoff aber es keine Alternative zu diesem Ersatz geben, für Schiffe wäre Wasserstoff die bessere Alternative, man müsste dann eben öfters Häfen zum Auftanken anlaufen.

Chemische Eigenschaften

Zuletzt setzen wir fossile Stoffe auch deswegen ein, weil wir sie nicht energetisch verwerten, sondern sie benötigen aufgrund ihrer chemischen Eigenschaften. Das ist offensichtlich bei der ganzen Petrolchemie. Aus Erdöl gewinnen wir Kunststoffe, Arzneimittel, Lösungsmittel, Kunstfasern etc. und ich denke dafür werden wir einen großen Teil der Kohlendioxidmenge verbrauchen die wir emittieren dürfen, denn man wird nicht alle diese Stoffe aus regenerativen Quellen gewinnen können oder dies wird sehr teuer werden, siehe reFuels.

Ersetzen können wir aber fossile Verbrennungsträger in zwei der großen Kohlendioxidemittenten. Das sind die Stahlindustrie und die Zementindustrie. In der Stahlindustrie dient Kohle als Reduktionsmittel, die das Eisenoxid zu Eisen reduziert und dabei zu Kohlendioxid oxidiert wird. Dabei wird auch Wärme frei, die benötigt wird um das Gestein zu schmelzen, doch dies ist nicht die Hauptfunktion der Kohle. Bei der Zementindustrie wird Kalk so hoch erhitzt das er Kohlendioxid abspaltet. Weitere Energie benötigt man, um die dafür nötige Temperaturen in den Brennöfen zu generieren. Immerhin arbeitet man an Lösungen. Eisen kann man auch mit Wasserstoff reduzieren. Erste Pilotanlagen werden gerade gebaut. Ganz so einfach ist es aber nicht, denn ein Teil des Kohlenstoffs löst sich auch im Eisen und dieser Kohlenstoffgehalt beeinflusst die Eigenschaften. Wenn man den Prozess aber anpasst, erzeugt man einen Eisenschwamm anstatt flüssigem Eisen, der dann direkt zu Stahl weiterverarbeitet werden kann. Niederwertiges, kohlenstoffhaltiges Eisen wie Gusseisen geht so nicht, aber das macht auch nur einen kleinen Teil der Produktion aus. Das Einsparpotential ist in der Stahlherstellung größer als bei der Zementproduktion, da man dort auf die Kohle komplett verzichten kann, Bei der Zementherstellung wird aber Kohlendioxid aus dem Kalk freigesetzt, das ist unvermeidlich. Man kann nur die Menge reduzieren, indem man andere Ausgangsstoffe nimmt und die Öfen mit grünem Strom heizt. Die Zementindustrie ist alleine für 6 bis 9 % der menschlichen Kohlendioxidemissionen verantwortlich und anders als bei Stahl ist Beton nicht recycelbar. Da hilft nur weniger Bauen, nicht nur Gebäude sondern auch Straßen, was dann wiederum zu der Forderung führt, dass man weniger mit dem PKW unterwegs ist.

Landwirtschaft

Dann gibt es noch einen Sektor, der Treibhausgase emittiert, aber kein Kohlendioxid. Das ist die Landwirtschaft. Das sind vor allem der Nassreisanbau bei dem Methan frei wird und die Rinderhaltung, die ebenso Methan freisetzt. Beim Reisanbau gibt es immerhin noch den nicht ganz so ertragreichen Trockenanbau als Alternative, bei Rindern hilft nur Verzicht – nicht nur auf Rindfleisch, sondern auch auf Milchprodukte, da beides gekoppelt ist – eine Kuh gibt nur dann Milch, wenn sie ein Kalb säugt. So müssen dauernd neue Kälber geboren werden die dann meist in der Fleischmast enden.

Die Kosten

Davon redet die Politik nicht, das sind die Kosten. Den Strom ist eine teure Energiequelle. Bei uns kosten 10 kWh Strom, in etwa die Strommenge die in einem Liter Heizöl, Diesel oder Benzin stecken, rund 3 Euro, mindestens doppelt so viel wie die Benzinpreise und mehr als viermal so viel wie die Heizölpreise. Zugegeben, ist bei uns auch der Strom sehr teuer. Der Staat kann die Koten für den Verbraucher wenn Strom andere Energieformen ersetzt, mindern indem er die vielen Abgaben auf den Strom senkt. Aber das alleine reicht nicht, denn ein großer Teil des Strompreises entfällt auch auf die Netzentgelte. Selbst Strom aus PV-Kleinanlagen, der teuerste Ökostrom, wird heute nur mit 8 ct/kWh vergütet, das heißt der reine Stromgestehungspreis ist heute schon so günstig, dass man damit heizen könnte und Fahren ist damit sogar billiger als mit Benzin.

Ich glaube, wenn man mehr Strom ökologisch erzeugt und das geschieht ja durch viele Anlagen, die über die ganze BRD verteilt sind, dann müsste man die Netzentgelte deutlich senken, denn die Wege sind dann ja kürzer. Netze zu bauen ist so lukrativ, das E-on das Geschäft mit der Stromerzeugung ganz aufgegeben hat. Gerade für das Heizen denke ich würde man einen Boom für PV-Kleinanlagen auslösen, wenn es ein Modell gäbe bei der man im Winter Strom zu vergünstigten Konditionen beziehen kann, den man im Sommer als Überschussenergie eingespeist hat, z.B. ohne Steuern (man bezieht ja nur seine Überschussenergie wieder) und mit reduzieren Netzkosten. Dann wäre es lukrativ so große Solaranlagen zu bauen, dass sie auch für das Heizen lohnen und nicht nur zur Absenkung des eigenen Stromverbrauchs.

Teuer wird es, wenn man Wasserstoff oder gar synthetische Treibstoffe erzeugen will. Aufgrund des geringen Wirkungsgrades bei der Umwandlung würde grüner Wasserstoff und reFuels sehr teuer sein. Bei uns sehe ich hier nur eine Möglichkeit, die Kosten zu senken. Man könnte in großen Windparks Elektrolyseanlagen anschließen. So muss man weniger Strom transportieren, vor allem kann man so Ertragsspitzen, die man vorher nicht nutzen konnte, in Treibstoffe umwandeln. Der Vorteil ist das man hier mit dem Strompreis arbeiten kann, den man sonst für die Einspeisung bekommt oder wenn diese nicht erfolgen kann, sogar mit Kosten von 0 ct.

Daimler Benz, die sich nicht so ganz vom Verbrenner verabschieden wollen, planen eine Pilotanlage für synthetisches Benzin in Chile. Da gibt es bei der Magellanstraße bei Feuerland eine Zone, in der konstanter starker Wind weht, viel stärker als bei uns. Dort soll eine Pilotanlage entstehen die den benötigten Wasserstoff aus Windenergie erzeugt. Derzeit sind reFuels noch sechsmal teurer als Erdölprodukte. Szenarien kommen unter optimalen Umständen wie billigem Strom aus solchen Quellen zu dem Schluss, dass man sie für 1,10 bis 1,50 €/l erzeugen könnte, aber das ist der Erzeugerpreis, nicht der Preis den man an der Tankstelle zahlt.

Was aber in jedem Falle gelten wird, auch wenn das in der Politik niemand zugeben wird, denn das vergrault ja Wähler, ist das es teurer wird. Das ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Es war immer teurer etwas Beständiges, nachhaltiges zu produzieren als etwas was kurzlebig ist oder sogar nur einmal verwendbar. Jeder kennt das vom täglichen Leben beim Einkauf. Was wir jetzt machen, wäre verglichen mit der Land- und Forstwirtschaft so, als würden wir eine Kuh von der Weide holen und Schlachten, uns aber nicht darum kümmern, neue Kühe aufzuziehen oder einen Wald abholzen, ohne ihn wieder aufzuforsten (und auch das geschieht noch überall auf der Welt). Alleine an der Tatsache, dass heute Refuels sechsmal teurer sind als Benzin, das man aus Erdöl gewinnt, zeigt die Dimension um die es geht. Die Politik will die Einnahmen durch Kohlendioxidsteuer ja wieder an die Verbraucher zurückgeben. Mein Vorschlag wäre, dass man zuerst die EEG-Umlage reduziert, damit auch Verbraucher gleichwertig mit der Industrie sind, die diese Umlage ja nicht zahlt. Weitere Maßnahmen könnten kommen, wie Zuschüsse für Wärmedämmung oder andere energetisch wirksame Maßnahmen.

Aber das Leben zu verteuern ist unbeliebt, genauso wie höhere Steuern. Das grundsätzliche Problem ist aber das man dies nicht mal positiv verkaufen kann. Wissenschaftlich abgesichert – und nach den Starkregenereignissen, für die gerade ein 30 Mrd. Euro Fond zum Wiederaufbau beschlossen wurde, ahnen dies auch viele – Klimaveränderungen werden für uns alle teuer werden. Stürme, Unwetter, Dürren bedeuten nicht nur finanzielle Einbußen oder Ausgaben, sie kosten auch Menschenleben. Das Dumme nur – selbst wenn wir alle klimaneutral werden, wird das an der Klimaveränderung nichts ändern. Zum einen reagiert das System so langsam, das selbst bei Erreichen des Ziels, das Klima noch Jahre bis Jahrzehnte so sein wird, bis dann langsam wieder ein Umschwung eintritt. Vor allem sollten wir uns aber nichts vormachen: gemessen an den Treibhausemissionen ist der Hebel China. Wir sind für 2 % der globalen Emissionen verantwortlich, China für 29,7 %. Oder anders ausgedrückt, würde China seinen Ausstoß um nur 6 % senken, dann entspricht dies genau gleich viel als wenn Deutschland Klimaneutral würde. Begleitend werden die fossilen Energieträger teurer werden müssen. Sonst wird niemand umsteigen. Die Kohlendioxidsteuer ist meiner Ansicht nach der richtige weg. Nach Ansicht der UN sollte sie 2020 zwischen 40 und 80 Dollar pro Tonne freigesetztem Kohlendioxid betragen und bis 2030 auf 100 Dollar ansteigen. Das bedeutet für jeden Bundesbürger im Mittel 1.000 Euro mehr pro Jahr (bei 100 $/t CO2). Aber nur so werden die Alternativen konkurrenzfähig bzw. denken Menschen über Energiesparmaßnahmen nach, die für sie sonst zu unwirtschaftlich wären.

Es gibt viel zu tun

Man sollte sich nicht von dem erreichten Anteil von erneuerbaren Energien beim Strom blenden lassen – dort liegt er über 50 %. In Zukunft werden wir mit diesem Strom auch Substitute für fossile Energieträger herstellen müssen und Zig Millionen E-Autos und nicht nur 250.000 mit Strom als Ersatz für Benzin/Diesel versorgen müssen, wahrscheinlich auch heizen müssen. Am Gesamtprimärenergieverbrauch haben alle erneuerbaren Energien nach dem Bundesumweltamt 2020 einen Anteil von 17 %. Das heißt selbst wenn wir weiter Energie sparen, muss die Stromerzeugung um ein Vielfaches gegenüber dem derzeitigen Stand ausgebaut werden. Ich glaube nicht, dass dies alleine in Deutschland geht, dafür gibt es einfach zu wenig Fläche bzw. für Windkraft geeignete Standorte. Man wird, wie schon öfters vorgeschlagen, in Gegenden ausweichen müssen, die wenig besiedelt sind, wo es aber zuverlässig erneuerbare Energien gibt, also entweder die Sonne meist scheint und es wenig Bewölkung gibt, oder ein dauerhafter Wind weht, das ist bei den meisten Küsten, aufgrund des Temperaturunterschieds zwischen Land und Wasser der Fall. Sind die Transportwege zu lang für einen Stromtransport ohne hohe Verluste, wird man dort eben Wasserstoff oder reFuels herstellen, die man leichter transportieren kann.

Ich gehe hier auch nicht Konsens mit den beiden prominenten Vertretern von Fridays for Future. Carla Reetsma sagte in einer Sendung, sie würden dafür kämpfen das die Konzerne klimaneutral werden, da 100 Konzerne für 76 % der Treibhausemissionen verantwortlich wären und die Dinge, die jeder selber tun könne, wären deswegen unwichtig. Luise Neubauer meinte, sie würden nicht den Konsumenten Vorschriften machen, sondern kämpfen gegen Industrien, „Es hat eben nicht jeder in seinem Garten eine Fabrik für Verbrennungsmotoren oder ein Kohlekraftwerk“. Als Erstes kann man diskutieren ob die Zahl von 76 % der Emissionen für 100 Konzerne stimmt. Aber selbst wenn, beeinflusst alles doch unser Leben. Wenn unter den 100 Konzernen z.B. alle sind, die Erdöl oder Erdgas verarbeiten, wie BP, Shell, Gazprom… dann bedeutet es eben für jeden auch das es diese Ressource nicht mehr gibt und wenn es keine Fabrik für Verbrennungsmotoren mehr gibt, dann gibt es auch keine Autos mit diesem Antrieb. Vor allem meine ich, das jeder etwas tun kann und auch muss. Sonst könnte ich es mir auch schenken zur Wahl zu gehen, denn welche Bedeutung hat denn schon meine Stimme bei über 50 Millionen Wahlberechtigten? Aber wenn viele etwas ändern dann, kann dies eben doch so viel sein, dass es Auswirkungen auf die Gesamtheit hat. Worin ich aber mit FFF übereingehe, ist das die Politik der Hebel ist, der am effizientesten ist und wo man mit Druck auch am meisten erreichen kann.

 

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