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Web Log Teil 66 : 10.6.2008-16.6.2008

Dienstag 10.6.2008: China und die Menschen

Offensichtlich hat Präjudix in seinem Kommentar etwas falsch verstanden. Es geht nicht um die Sicherheit von chinesischen Trägerraketen. Es geht bei einem kommerziellen Unternehmen sicher auch um Geld in Form von Startkosten, es geht aber auch um Vertrauen und Offenheit. Es ist in der Raumfahrt im Westen Usus, dass ein Fehlstart aufgeklärt wird und das Ergebnis veröffentlicht wird. Mag sein, das die Hersteller des Satelliten (die heute auch als Komplettanbieter auftreten und so Kunde der "China Great Wall Launch Services" (CGWLS) sind von dem Ergebnis informiert wurden. Die Öffentlichkeit wurde es nicht. Das isst nicht vertrauenserweckend. Weder für die Allgemeinheit, noch für andere Kunden.

Bei mindestens einem Satelliten gab es damals keine Aufklärung der Ursache, in der ersten Stellungnahme behauptete China den Satelliten ordnungsgemäß in den Orbit gebracht zu haben. Wenn er nicht funktioniere so läge es nicht an Ihnen. Spätere Auswertungen zeigten, dass die Oberstufe explodiert war und nie einen Orbit erreichte.

Beim Fehlstart von Intelsat 708 am 14.2.1996 starben nach offiziellen Angaben 6 Personen, 52 wurden schwer verletzt. Ingenieure die für die Startvorbereitungen anwesend haben, schätzten angesichts der Zerstörung des Dorfes in dem die Rakete einschlug die tatsächliche Zahl an Toten auf mehr als 100 bis etwa 500. Das Video das dabei gedreht wurde, scheint dies eher zu belegen, denn das Dorf sieht aus wie Dresden nach einem Bombenangriff.

Die Übertragung des chinesischen Fernsehens wurde abgebrochen als die Rakete sich zu neigen begann. Die Videoaufnahmen nach einigen Sekunden stammen von den Ingenieuren und die aufnahmen des Dorfes gingen nur aus dem Autos aus. Austeigen war verboten. Heute erfolgen alle Übertragungen von Starts wie die von Chang E'-1 mit einigen Minuten Zeitverzögerung. ein System, das man auch bei der Ankunft des olympischen Fackellaufs in Peking anwendete.

Dies widerspricht unseren Vorstellungen von Offenheit und Umgang miteinander. Kunden wollen wissen was passiert. Vor allem aber hinterlässt es einen sehr negativen Eindruck über den Geschäftspartner. Die Öffentlichkeit kann man gerne beeindrucken indem man nachgebaute Sojus Raumschiffe startet und erst nachdem sie den Orbit erreicht haben den Start bekannt gibt, wer sich auskennt, den kann man nicht damit beeindrucken. Für mich als Berichterstatter fällt mehr auf, dass es kaum Daten über die Satelliten gibt. Ich habe das bemerkt als ich nach Daten über Chang E'-1 suchte. Welchen Sinn macht eine Forschungsmission wenn man nichts über sie veröffentlicht? Sammeln die KP Vorsitzenden denn Mondbilder?

Doch das ist ein Randproblem was wichtig ist für Raumfahrt interessierte ist. Das grundlegende Problem ist, das ein Menschenleben in China nichts gilt. Das Startgelände Xichang liegt in einem landwirtschaftlich genutzten Gelände, mit Dörfern rund um die Startrampen. Deswegen gab es ja auch so viele Tote beim Fehlstart von INTELSAT 708. Selbst in der Sowjetunion liegen die Weltraumbahnhöfe in weitestgehend unbewohnten Gebieten, trotzdem sind z.B. In Baikonur nur bestimmte Azimute möglich.

Raumfahrer nehmen bewusst Risiken auf sich, sie mit Opfern unter Zivilisten zu vergleichen ist sollte man eigentlich wissen. wer trotzdem anfängt die toten Zivilisten gegen tote Astronauten aufzurechnen handelt im besten Fall unwissend. Das ganze hat auch nichts mit der Zivilisation an und für sich zu tun, sondern viel mehr mit der Regierung, der ihre eigenen Bürger nicht viel bedeuten. In China gibt es in vielen Bereichen nicht einmal grundlegende Sicherheitsmaßnahmen für Leib und Leben.  80 % der tödlichen Unfälle im kohlebergbau geschehen in China, mindestens 20.000 Tote pro Jahr. Für den Dreischluchten-Staudamm, der wahrscheinlich eine ökologische Katastrophe für die ganze Region ist wurden Hundertausende Zwangsumgesiedelt. Das sind alles aktuelle Ereignisse. Nur weil China derzeit ein hofierter Handelspartner ist,. bin ich nicht bereit beide Augen zuzudrücken und dieses menschenverachtende, diktatorische Regime von der Kritik auszunehmen. Präjudix  kann sich schon einmal auf meine Kommentare zu Olympia 2008 freuen. Anders als in China, wo Zensur herscht und sogar die Suchergebnisse von Google gefiltert werden, herrscht bei uns ja noch Meinungsfreiheit. (Auch wenn Schäuble einen Überwachungsstaat einführen will. Er kann sich ja mal in China erkundigen wie man das am besten macht).

Kann mir eigentlich Präjudix erklären, warum die Booster der Langen Marsch 2E und 2F dieselben technischen Daten wie die der Ariane 4 haben? Auch dies mag ein Grund für ausbleibende Aufträge sein. Deutsche Unternehmen die in China produziert haben sind nicht umsonst bald wieder zurück gekommen, denn nach kurzer Zeit fanden sich ihre Produkte als Billigplagiate auf dem Markt wieder. Das in China Raubkopien von Software die Regel sind und nicht durch die Legislative verfolgt werden, ist inzwischen auch vielen bekannt.

Mittwoch: 11.6.2008: Die Wahrnehmung und Werte

Die Kommentare von Präjudix führen mich zu einem weiteren Eintrag, diesmal zum Thema Wahrnehmung und Werte. Fangen wir mal mit einem unverfänglicherem Thema an. Die Ernährung. Schon innerhalb Deutschlands ist diese recht unterschiedlich. Pfälzer Saumagen mag eine Spezialität sein, die meisten anderen mögen da eher die Nase rümpfen. Das gleiche dürfte wohl für die schwäbische Spezialität Kutteln gelten. Dazu gibt es persönliche Abneigungen.

Schaut man sich dann auf der Welt um, so sieht man durchaus exotischere Ernährungsformen. Sei es das Trinken von Blut bei den Massai oder das Essen von Heuschrecken und Maden in vielen Ländern. Schaut man sich auf einem chinesischen Wochenmarkt um, so kommt aber meist eine andere Dimension hinzu. Würden sie Katzen oder Hunde essen? In einigen Teilen Chinas sind das Delikatessen (und um Präjudix zuvorzukommen: In anderen asiatischen Ländern wie den Philippinen auch und in anderen Teilen Chinas werden Katzen und Hunde auch als Haustiere gehalten und niemand käme auf die Idee sie zu essen). Tiere die bei uns Haustiere sind zu essen ist für uns mehr als ungewohnt  Ich denke die meisten von uns würden wohl eher geröstete Mehlwürmer essen, als gebratene Katzen. Wir sehen Tiere zum einen als Nahrung. Schlussendlich werden dazu bei uns Kühe, Schweine, Hühner und anderes gehalten. Wir können auch verstehen, dass dies in anderen Kulturen anders ist, weil dort nicht die Ressourcen zur Verfügung stehen, um Viehwirtschaft in großem Ausmaß zu betreiben und dort Insekten gegessen werden. Mit etwas Überwindung können wir auch das Essen (und exotische Tiere wie Strauße oder Krokodilsteaks werden ja schon bei uns in Restaurants angeboten). Doch wir halten Tiere auch als Haustiere. Zu diesen Tieren haben einer eine Beziehung und manche Menschen mögen ihre Haustiere mehr als Menschen. Die Vorstellung dass man Katzen oder Hunde nur zum  Essen züchtet, und das Menschen die Tiere essen die wir liebkosen, löst befremdliche Gefühle aus. Ekel, Abschau, Entrüstung sind vielleicht einige davon.

Ich habe dieses Beispiel genommen um zu zeigen wie sich die Wahrnehmung ändern kann und werte unterschiedlich sind. Ein zweites Beispiel habe ich kürzlich im Fernsehen gesehen. Es ist wie die Berichterstattung über Terrorismus unsere Wahrnehmung und unsere Werte ändern. Das erste ist die Wahrnehmung von Gefahr. Ein Beispiel sind die Anschläge vom 11.9.2001: Es ist das subjektive Risikoempfinden. Menschen überschätzen das Risiko wenn Ereignisse sehr selten sind, aber mit drastischen Konsequenzen verbunden sind. Solche Ereignisse führen dann zu einer Sammlung von allen irrationalen Ängsten und Fokussierung dieser auf die angst vor diesen Ereignissen. Seit 2001 starben in Europa 247 Menschen durch Terroranschläge, aber 256 durch Stürme. Mehr als 9000 starben alleine 2003 während der Hitzewelle in Deutschland: Und es gab über 2000 Lottogewinner mit mehr als 1 Million Euro. (Anders ausgedrückt: Einem Terroranschlag zum Opfer zu fallen ist 8 mal unwahrscheinlicher als ein Lottogewinn von 1 Million Euro). Es ist also unwahrscheinlich Opfer eines Anschlags zu werden, warum haben wir daher so große Angst davon? Es sind auch die Bilder, die ja immer wieder auftauchen, der Aufprall der Flugzeuge auf das Wourld Trade Center. Menschen bekommen dann ein unbewusstes Angstvermeidungsverhalten. So sind in den USA mehr Menschen auf das Auto für kürzere Strecken umgestiegen. Dadurch gab es seit 2001 weitere 1600 zusätzliche Verkehrstote. Das Ausweichen der Situation die einem Angst macht, bewirkt ein Verhalten bei dem man mehr Risiken in Kauf nimmt als normal.

Menschen sind dann bereit Gesetze zu akzeptieren, die höhere Strafen für jedes Verbrechen vorsehen, das im Zusammenhang mit Terrorismus steht oder Einschränkungen der Grundrechte oder Einschränkungen im des täglichen Leben. Man muss sich nur einmal daran orientieren, was derzeit bei uns so abläuft, wie viele Vollmachten nun plötzlich die Strafverfolgungsbehörden zur "Strafvereitelung" oder Terrorismusabwehr bekommen - und wie man sich aufregt, wenn die Telekom nur die Verbindungsdaten für Spitzeleien nutzt (gegen die Befugnisse, die heute die Polizei hat, ist das ein Klacks). Das alles zur Abwehr einer diffusen Gefahr wobei nicht einmal sicher ist ob man so überhaupt etwas vereiteln kann. Fluggäste lassen sich immer größere Einschränkungen gefallen und packen inzwischen sogar Flüssigkeiten in kleine Plastikbeute ein. Mehr noch: Diese Kontrollen verstärken die Angst noch: Die Angst vor weiteren Anschlägen wird noch verstärkt. weil man nun dauernd an das Ereignis erinnert wird.

Auch für die Wirtschaft hat dies Folgen. der internationale Warentransport ist durch die Sicherheitsanforderungen um 0.5 % teurer geworden. Was wollen die Terroristen? Angst verbreiten. Sie können mit ihren Anschlägen nicht die Wirtschaft lahm legen, oder viele Menschen töten (viele, gemessen an der Gesamtbevölkerung). Aber gerade diese Wirkung kommt erst durch die Medien und uns zustande. Wenn man gar nichts machen würde und die Anschläge als unvermeidliche Unfälle ansehen, dann hätten die Terroristen keine Macht über uns.

Das ganze zeigt wie sich Werte verschieben können. China scheint andere Werte zu haben, glaubt man Präjudix. Sicher, in islamischen Gesellschaften haben die Rechte von Frauen, die Religion und die Toleranz zu Andersdenkenden eine andere Gewichtung als bei uns. Doch ich bezweifele dass in China die Bergleute ein höheres Sicherheitsrisiko gerne in Kauf nehmen, nur damit mehr Kohle gefördert wird. China will aufschließen zu Westeuropa und Amerika im wirtschaftlichen Sinn. Ich glaube nicht, dass dies geht ohne dass sich die Gesellschaft dann auch ändert und westliche Werte übernimmt. Dazu gehört die Freiheit sich selbst entfalten zu können und die Achtung des Individuums. Das liegt schlicht und einfach daran, dass für wirtschaftlichen Erfolg es notwendig ist, dass viele Menschen eine hohes Bildungsniveau haben. Wer mehr verdient und mehr weiß, stellt auch Forderungen an die Gesellschaft. Schaut man sich die Diktaturen oder Einpartiengesellschaften auf der Welt an: Darunter ist keine die eine wirtschaftlich so erfolgreich ist wie eine freie Gesellschaft (Es mag reiche Gesellschaften geben, wenn man Erdöl oder andere Rohstoffe teuer verkaufen kann, doch das ist etwas anderes).

Ach ja: Wenn die Kamera von Chang E'-1 militärische relevant ist, dann rate ich China einfach mal in Tokio sich eine Digitalkamera in einem Kaufhaus zu kaufen. Die Kamera löst 120 m aus 200 km Höhe auf. Das menschliche Auge ist da doppelt so gut. Eine käufliche 8-12 MP Kamera wie die  Canon PowerShot S5 IS Digitalkamera (8 Megapixel, 12-fach opt. Zoom, 2,5"Display, Bildstabilisator) erreicht bei dem gleichen Orbit eine Auflösung von 6 m/Pixel. Ich habe mich über Shenzou nicht geäußert, weil ich das ganze als Propaganda Unternehmen sehe, also einen Schritt den die Amerikaner und Russen auch taten, nur eben vor 40 Jahren. Den Laien, die nicht wissen, dass die Kapsel eine weitgehend unveränderte nachgebaute Sojus Kapsel ist, und das dürfte der größte Teil des chinesischen Volkes kann man damit beeindrucken, ich fand es eher peinlich. Das Nachbauen zeigt ja nun nicht gerade die eigenen Fähigkeiten.

Mein Interesse an der Raumfahrt liegt an der Technik und so beurteile ich auch Missionen. Eine Raumsonde von der man weder technische Daten bekommen kann noch von der Ergebnisse veröffentlicht werden, macht da wenig Sinn. Das ist kein spezielles chinesisches Problem. Auch in Europa hocken einige Leute auf ihren Daten (Ein Gruß an Frankreich und das OMEGA Team) und über Phobos-Grunt gibt es fast nichts zu schreiben (recht wenig übrigens auch über die aktuelle Phoenix Version, wäre diese nicht weitgehend braugleich zu dem MSP 01 Projekt so wäre mein Artikel bedeutend kleiner ausgefallen) Mit Propaganda fange ich da nichts an, und ich halte auch wenig von Unternehmen die vorwiegend den Public Relations dienen wie z.B. die ISS.

Wie Martin schon mitgeteilt hat: Die Fehlstarts werden auch bei militärischen Missionen untersucht und die Ergebnisse veröffentlicht. Warum auch nicht: Es geht darum einen Fehler zu finden und zukünftig zu vermeiden. Niemand hat etwas davon, wenn hier etwas vertuscht oder geheim gehalten wird. Das der Fehlstart erfolgte, das ist ja eh bekannt. Es gibt natürlich Grenzen. Die beginnen dann wo der Fehler bei der geheimen Nutzlast beginnt. so gingen schon ein paar Satelliten nach dem Start verloren und die Ursache wurde dann nicht öffentlich mitgeteilt. Abschließend zum Thema Sicherheit möge man dieses Dokument sich ansehen.

Samstag 14.6.2008: Zwei Jahre Blog

Ja, genau vor 2 Jahren habe ich damit angefangen. Wie immer bei Jubiläen eine Gelegenheit zur Retrospektive. Doch dazu später mehr. Ich will mich zuerst einmal der Frage widmen, warum man bloggt? Ich bin ja schließlich nicht der einzige und viele Blogs müssen ganz ohne Kommentare auskommen, die ja wohl die Eigenheit eines Blogs ist. Trotzdem ist bloggen eine Volksbewegung geworden. Was treibst einen dazu eine Internet Tagebuch zu führen? Ich kann nicht für andere schreiben, aber bei mir war die Intension wohl eine andere als bei anderen Bloggern. Ich konnte damals mit der Blog Idee nicht so viel anfangen. Die meisten Blogs drehen sich ja in irgendeine Weise um das tägliche Leben des Bloggers oder die Gedanken dessen. Ich konnte mir (und kann mir auch heute noch) nicht vorstellen, dass dies für irgendjemand interessant sein könnte. Mit dem klassischen Konzept eines Blogs kann ich daher nicht so viel anfangen, daher habe ich auch den Schritt von der Webseite zum Wordpress Blog, bei dem jeder Kommentieren kann erst mehr als ein Jahr später gemacht. In meinem ersten Blogs findet sich daher auch noch so ne Art Präambel wie ich es sehe und dass es vielleicht nur kurzzeitig so ist, man erkennt schon, dass ich mir damals nicht sicher war ob das was für mich ist.

Ich sah in dem Blog die Gelegenheit Dinge aufzugreifen, die bei mir seit langem herumschwirrten. Kleine Informationsfitzelchen die zu klein für einen Artikel waren und vielleicht auch mehr die Gelegenheit meine Meinung zu äußern, obwohl auch meine fachlichen Artikel meist recht subjektiv gefärbt sind. Aber ich denke bis heute habe ich mich meist auf das beschränkt, wovon ich fachlich etwas verstehe. Natürlich könnte ich mich über Rentenproblamtik, Harz-IV, Bildungsprobleme, Irakkrieg und Europapolitik äußern, doch denke ich machen das viele, das artet dann leicht in Rummeckern und Schwadronieren aus. Trotzdem habe ich vor das in Zukunft mehr zu machen, abhängig davon ob dies jemanden interessiert und ob ich damit auch eine Diskussion lostreten kann. Beim Artikel über den Kinder Maxi King ist das ja gelungen.

Trotzdem ist es wohl ein unkonventioneller Blog. Zum einen bin ich immer noch dem Konzept der Webseite treu geblieben. Das heißt ich schriebe an einer Webseite, die intelligenterweise weblogXX.shtml heißt. Sobald diese etwa 30 KByte groß ist wird eine neue angefangen. XX ist derzeit die Nummer 66. Der Wordpress Blog läuft immer parallel mit, nachdem die Webseite geschrieben wird. Zum einen weil ich unabhängig von einem Blog System sein will, falls mal meine Homepage umzieht. Zum andern einfach aus praktischen Gründen. Expression Web bietet eben viel mehr Komfort und eine bessere Rechtschreibprüfung beim Erstellen des Texts.

Interessanterweise lese ich persönlich keine anderen Blogs und finde es erstaunlich, das irgendjemand meinen Blog liest. Das ganze hat aber heute auch eine neue Dimension bekommen. Web 2.0 hat nicht nur Vorteile, sondern auch Nachteile. Wie ich einem Fernsehbericht entnehme, schauen Personalberater bei Bewerbungen, was sie von dem Bewerbern im Web finden, besonders interessant sind da Blogs. Personaler sollen auch bei StudiVZ Konten haben und schauen dort, was die Bewerber von sich preis geben. Man kann sich dort leicht Chancen verbauen.

Als ich vor ein paar Wochen mir selbst Gedanken darüber gemacht habe, wollte ich aus Stayfriends austreten. Nicht wegen dieser Problematik, sondern weil man dort mit anderen Mitgliedern nur in Kontakt treten kann, wenn man eine "Gold" Mitgliedschaft kauft. Dafür wird man dauernd mit irgendwelchen Mails belästigt. Das ist eine Gemeinsamkeit aller Social Communities die ich kenne. Ob Clipfish, Stage6, Bopsta oder StayFriends - bei keinen gibt es eine Funktion "Profil löschen", was ich schlicht und einfach eine Unverschämtheit finde.

Ich mache mir über meine Webpräsenz wenig Gedanken. Natürlich wird man meine Webseite finden. Man wird feststellen, dass ich Raumfahrt als Hobby habe und nicht zu den Leuten gehöre die sagen "Ich war mal Lebensmittelchemiker, das war wohl nichts", sondern ich mich immer noch für Chemie und Ernährungslehr interessiere, obgleich ich in diesem Bereich keine Daueranstellung gefunden habe. Eingestellt werde ich wohl als Programmierer. Da wird man schnell feststellen, dass ich von C und C++ nichts halte. Das ist für mich aber auch kein Problem, denn ich würde nie einen Job annehmen, in dem ich den ganzen Tag nur mit diesen Programmiersprachen arbeiten muss.

Doch komme ich mal zurück zum Jubiläum. Ich habe mir die ersten Beiträge noch mal angesehen. Manches ist wieder aktuell: Die EM bringt heute wieder Schwarz-Rot-Gold und die Diskussion über die Steuern wird wohl nie vergehen. derzeit geht es ja um die Pendlerpauschale. Andere Dinge vergehen. Gestartet habe ich mit Lynne & Tessa, die sich wenige Monate später verkrachten und danach zwar noch für Geld einen Contest moderierten und eine Fernsehshow aber seit gut eineinhalb Jahren getrennte Wege gehen. Tessa bloggt noch. Ich habe mir zum Jubiläum nach langer Zeit mal wieder den aktuellen Blog angesehen. Sie beschäftigt sich mit Spielerfrauen irgend einer Tussi von Germanys Top Modell und Nacktheit in den Medien und dass man sich dem wohl kaum entziehen kann. Ich denke das ist ein gutes Beispiel dafür, dass man sich mit Blogs nicht nur einen Gefallen tut. wer den liest hat den Eindruck, es mit jemand zu tun zu haben, der naiv ist und sich nicht für aktuell wichtige Dinge interessiert sondern BILD liest und Interesse an Klatsch und Lifestyle hat. Das kann die Einstellungschancen nach dem ZDF Bericht, den ich gesehen habe, mindern. Es ist unfair, weil es ja nichts mit der Qualifikation desjenigen zu tun hat. Als eigenes Beispiel: Ich habe Probleme mit der Rechtschreibung und mache gerne ewig lange Schachtelsätze, weil ich auch so denke, kompliziert, viele Dinge überlegend. Das hat mit meiner fachlichen Qualifikation nichts zu tun. Die Raumfahrtaufsätze sind gut und ich habe dies schon der der FH Aachen und TU München und der DLR bestätigt bekommen. Dasselbe gilt wohl für meinen Beruf als Programmierer, da ist es wohl eher im Vorteil, wenn man im Hinterkopf schon vorausschauend denken kann und komplexere Projekte im ganzen überblicken kann.

Den Blog wird es wohl noch weiter geben. Ein wichtiger Grund ist rein praktischer Natur: Bei meinen Hauptinteressengiebeten Trägerraketen und Raumsonden gibt es wenig neues zu berichten und bei anderen Themen fehlt mir zum einen die Motivation mich intensiver einzuarbeiten und vor allem seit ich eine feste Anstellung habe die Zeit. Der Blog ist kürzer, einen Eintrag kann ich in der Mittagspause anfangen und am Abend fertigstellen oder umgekehrt. Als ich mal die Einträge gezählt habe, war ich recht erstaunt: Es sind mit heute 360, also fast jeden zweiten Tag einer. Ich dachte, weil es auch mal wochenlang keinen gab es wären weniger.

Die EM steht nun an und da ist übermorgen ja das Spiel Deutschland-Österreich und das Schlagwort "Cordoba". Bei der WM 1978 schlug Österreich in Cordoba erstmals und seitdem zum ersten Mal, Deutschland und wir schieden aus. Seitdem gilt das als Blamage. Warum eigentlich? Es ist doch logisch, das irgend wann auch man auch mal gegen einen schwächeren Gegner verliert. Das ist ja auch anderen Nationen passiert. Ich habe Cordoba nicht miterlebt, ich war damals 13 und mit der Arbeiterwohlfahrt in Österreich. Das Spiel habe ich nicht gesehen, aber am Tag danach wollte die Dorfjugend gegen den zusammengewürfelten Haufen deutscher Jugendlichen spielen. Sie verloren ziemlich hoch. Danach wollten sie Revange und verloren zweistellig. Logisch, denn nun hatten wir Deutschen ja einmal zusammen gespielt und damit zumindest etwas Spielerfahrung.

Warum Cordoba wohl ein Stachel für viele bleiben wird, ist der Kommentar eines österreichischen Rundfunkreports "I werd närrisch". Aber sei es ihnen denn nicht gegönnt? Jagt nicht auch der Kommentar von Zimmermann uns noch Schauer über den Rücken? "Botschek, immer wieder Botschek.... verloren... aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen... Rahn schießt und Tor!". Verbinden wir nicht gerade mit diesem Kommentar den Erfolg bei der WM 1954?

Bei peinlichen Spielen gegen Österreich denke ich eher an das Spiel in Gijón, das war eine echte Schande. Und dieses Spiel habe ich gesehen. Die Ausgangssituation vor dem Spiel war so, dass es das letzte Gruppenspiel war. (Damals fanden die letzten Spiele nicht gleichzeitig wie heute statt). Deutschland war Dritter und musste gewinnen um weiter zu kommen, es reichte aber ein Tor. Für Österreich reichte eine Niederlage, die aber nicht zu hoch ausfallen durfte. In der 11 Minute schoss Hrubesch ein Tor und es stand 1:0. Damit waren Deutschland und Österreich weiter. Als Folge gingen beide Mannschaften kein Risiko mehr ein, spielten den Ball nur in den eigenen Reihen und wenn mal ein Gegner kam sofort zurück zum Torwart. Das spiel ging als "Nichtangriffspakt von Gijón" ein und das war wirklich eine Schande.

Egal wie das Spiel übermorgen ausgeht, ich wünsche mir nur, dass es ein Soviel ist auf dass man stolz sein kann.

Montag 16.6.2008: Intel kämpft an allen Fronten

Eigentlich könnte es Intel gut gehen. Nach einigen Jahren hat man wieder Oberwasser im Privatkrieg mit AMD: Nicht das Intel jemals gefährdet gewesen wäre - zu jeder Zeit hat man mehr las 60 % aller x86 kompatiblen CPU's verkauft. Aber AMD konnte durch Intels Fehler (die stromschluckende NetBurst Architektur mit immer größer werdenden Leckverlusten, welche man nicht zu den hohen Taktraten weiterentwickeln konnte) und eigenen Entwicklungen (der effiziente, mehrfach parallele K8 Kern, die Einführung der 64 Bit Architektur) über einige Jahre bis zu 30 % des Markts erobern und auch satte Gewinne einfahren.

Nun hinkt AMD Intel hinterher, sowohl was die Anzahl der Kerne, wie auch den Stromverbrauch und die maximale Geschwindigkeit betrifft. Intels Marktanteil ist wieder bei 80 % und man könnte zufrieden sein. Doch das Gegenteil ist der Fall. Der PC Markt ist in Europa und den USA gesättigt. Das Wachstum in zweistelligen Prozentmargen gehört auf diesen Märkten der Vergangenheit an. Auch steigt die Nutzungsdauer eines PC. Waren es 2001 noch durchschnittlich 36 Monate so sind es nun 52.

Doch es gibt ja noch andere Märkte: Die Entwicklungsländer. Das Dumme nur dabei: Die größeren Märkte versuchen ihre eigene CPU zu entwickeln, wie z.B. China. Die anderen Entwicklungsländer haben zwar einen bedarf an Rechnern aber nicht an Intels teuren PC Prozessoren. Zum einen sind diese viel zu teuer, zum anderen wird ihre Leistung nicht benötigt: Für Bildung vermitteln, im Internet surfen und Büroanwendungen reicht ein kleiner Chip. Ins Internet konnte ich auch mit einem 100 MHz 486 Prozessor gehen. Damit geht vielleicht nicht YouTube Videos anschauen, aber sonst alles. Das gleiche gilt für gängige Office Anwendungen - wenn man nicht gerade die neueste Version benutzt.

Bei Verzicht auf Rechenleistung braucht man auch nicht Windows XP und den KDE 4.0, die älteren Versionen des Betriebssystems reichen. Dafür ist der Preis wichtig. nicht umsonst sollte der Computer für Schüler in Dritte Welt Ländern OLPC für 150 Dollar produziert werden.

Im Segment für niedrige Rechenleistung gibt es auch noch eine zweite Bedrohung. Diese ist wohl ernster. Es geht um neue Märkte. Der Multimedia PC wird ja nun schon seit Jahren propagiert. Es ist aber fraglich ob er einfach ein normaler PC mit Multimedia OS sein wird. Windows, wie auch andere Linux Editionen sind einfach nicht mit einer Fernbedienung zu bedienen. Sie brauchen viel Speicher und viel Rechenleistung um in angenehmer Geschwindigkeit zu laufen und für einen derartigen Prozessor braucht man einen Lüfter und damit ist der Multimedia PC weder geräuschlos noch flach um im Hi-FI Regal zu verschwinden.

Es sieht so aus, als gäbe es eher eine Vielzahl von normalen Geräten die zusätzliche Funktionen haben und die alte Hi-Fi und TV Geräte ersetzen. Das gibt es heute schon:

Damit ist man heute schon weitgehend unabhängig vom PC. Keines dieser Geräte braucht eine x86 CPU, ein billiger ARM Prozessor oder eine embedded MIPS CPU reicht dafür aus. Nun hat Via eine neue C7 CPU vorgestellt die an die Performance der Einsteiger CPU heranreicht. Das reicht wahrscheinlich nicht für die meisten PC Anwendungen, aber vielleicht für einen Multimedia PC. Der Stromverbrauch ist so klein, dass ein Lüfter nur bei Volllast anspringt.

Das dritte sind die ultramobile Devices. Neben TV Speilern, DVD Spielern und Handys, Smartphone die heute schon Videos aus dem Internet abspielen können, Fernsehen empfangen etc. gibt es nun Mini-Notebooks à la EE-PC. Die Frage ist ob man für ein Gerät das nicht ein vollwertiges Notebook sein soll, sondern eher zum schnellen Beantworten von Mails, surfen im Internet, Notizen machen, Videos anschauen. Brauche ich dafür Windows XP oder Vista? Brauche ich einen 2 GHz Prozessor? Nein. Dafür reicht eine einfache CPU, ein schnell startbares schlankes Linux oder Windows CE. Dann ist man aber nicht mehr abhängig von Intel. Ein XScale Prozessor oder ein Signalprozessor mit HD Encoder / Decoder wie es ihn von ZTI gibt erledigen diese Aufgaben mit unter 1 GHZ Taktfrequenz und nur wenigen Watt Strombedarf. Das kommt der Akkulaufzeit zugute, den auch die Akkus müssen bei diesen Geräten schlank sein.

Kurzum: Auf dem niedrigen Preissegment entsteht ein Markt bei dem man zwar pro CÜU nicht viel verdient, aber bei dem es um enorme Stückzahlen geht. Man muss nur den PC Bedarf der dritten Welt und die vielen Multimediageräte in den Industrieländern zusammenzählen.

Doch Intel verdient ja noch gut im High-End Bereich. Den Vierkernprozessoren mit hohen Taktfrequenzen kann AMD nichts entgegensetzen. Diese kann man teuer und mit hohen Gewinnmargen verkaufen. Doch braucht man diese? Ich arbeite mimt einer DualCore (AMD-4800+, 2 x 2.5 GHz) im Geschäft und einem Single Core (AMD 3000+ 1 x 1.8 GHz) daheim. Unterschiede bemerke ich nur wenn der Virenscanner aktiv ist oder ich ein Video ansehe und sonst was mache - die zweite CPU ist eine Bequemlichkeit, wenn die erste durch einen Prozess ausgelastet ist. Das mehrere Prozesse gleichzeitig aktiv sind die alle viel Rechenleistung brauchen ist eher selten und wenn dann greifen diese auch meist auf die Festplatte zu und die bremst dann aus. Die Vierkern-CPU bringt derzeit wenig nutzen. Eine Anwendung für Otto-Notmalverbraucher dürfte das Dekodieren von Full-HD Material sein, wozu man je nach Cache eine 2.0-2.3 Dual Core CPU braucht.

Dumm nur, dass nun AMD einen Chipsatz vorgestellt hat der die Decodierung von Full-HAD mit erledigt. Da braucht man nun auch keine schnelle CPU dafür. Noch schlimmer. NVidia hat eine neue Anwendung für ihre Grafikkarten entdeckt. Eine Grafikkarte hat eine CPU die anders aufgebaut ist als eine normale CPU. Lange Programme mit Unterprogrammen, Verzweigungen, variablen Abläufen können diese nicht ausführen oder wenn dann langsam. Aber sie haben viele Rechenwerke - die Spitzenprodukte von NVidia bis zu 512 Stück, die einfache Rechenoperationen sehr schnell durchführen. Misst man die Performance in GFLOPs, dann ist das Spitzenprodukt von NVidia etwa 10 mal schneller als der schnellste PC Prozessor. Nun bietet NVidia eine Bibliothek an bei der man diese GPU's mit normalen PC Anwendungen nutzen kann im 2D Betrieb wird einfach der brachliegende Teil für andere Zwecke genutzt. Das ist ein offener Angriff auf Intels High-End Bastion.

Mehr noch NVidia bringt nun auch den Tegra Chip heraus: Eine CPU mit GPU und Full-HD Decoder. Der Chip braucht trotzdem nur 800 MHZ Takt und konsumiert 2 Watt. Damit greift NVidia wie andere Intels Atom Chip an. Die Atom CPU ist eine minimalisierte x86 CPU, ohne große Caches, mit kleiner Taktfrequenz und in order Architektur. Die nur 25 mm² große CPU sollte sehr billige Rechner ermöglichen (Eine Kombination aus CPU und Motherboard kostet nur 70 Euro).

Es wird spannend - und für uns Verbraucher kann die Konkurrenz nur recht sein, vielleicht springen neue innovative Produkte heraus oder sie werden billiger...


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