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Web Log Teil 69 : 1.7.2008-14.7.2008

Dienstag: 1.7.2008: Die Modeboutique und das Launch log

Nun ist es ein Jahr her, seit ich meine Diät beendet habe. Für die, die meinen Blog nicht so oft verfolgen: Ich habe vom 28.6.2006-28.6.2007 in einem Jahr 34 kg abgenommen von 106 auf 72 kg. Seitdem habe ich wieder 3-4 kg zugenommen, was ich als einen Erfolg betrachte, denn wie bekannt gibt es ja den Jo-Jo Effekt, man nimmt nach einer Diät wieder zu. Meist jedoch wesentlich mehr als einige Kilo.

Ich würde mich nicht als schlank bezeichnen, weil ich immer noch einen Bauchansatz habe denn ich wohl so nicht mehr wegbekomme, doch darum ging es mir auch nicht, es ging mir mehr darum etwas zu verändern, wobei ich mit dem Abnehmen auch etwas für die Gesundheit tue. Das hat sich auch gebessert. Ich bin fitter und nicht so schnell außer Puste. Aber ich habe mich selbst nie als "Dick" empfunden und nun empfinde ich mich auch nicht als "schlank" oder "normalgewichtig". Ich habe mich schon als dicker über andere Dicke geärgert, wenn diese zu viel Platz im Bus eingenommen haben. Ich weiß nicht ob das bei anderen anders ist, aber ich habe soweit ich mich erinnern konnte nie eine bewusste Vorstellung von meinem Körper gehabt, mich also weder als dick oder dünn empfunden, noch irgendwie diesem besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Ich käme nie auf die Idee Body Bildung zu betrieben oder Tattoos oder Piercings machen zu lassen, wozu auch, wenn ich sonst mich nicht um mein Aussehen kümmere. Ich definiere mich mehr über meine geistigen Aktivitäten, meine interessensgebiete usw.

Entsprechend bin auch dafür bekannt viele Bekleidungssünden zu begehen. Die Gesellschaft in der wir leben ist allerdings genau umgekehrt gepolt. Es kommt nur noch auf Perfektion an. In den Medien werden uns auf gestylte Schönheiten präsentiert. Am schlimmsten ist es im Printbereich, wo kein Foto unretouchiert erscheint. Doch auch in Film und Fernsehen zählt heute vor allem das aussehen. Ich denke nicht das die Rolling Stones heute so eine Karriere machen würden wie in den sechziger und siebzigern. Dazu sehen sie nicht gut genug aus. Was tummelt sich in der Hitparade - meist zusammengecastete Bands mit Trala-la Liedchen.

Das führt dazu dass immer mehr Menschen mit ihrem Aussehen unzufrieden sind, das ganze wird dann auch noch forciert von den Medien die über Schönheits-Op's von 18 jährigen berichten oder "Styling Shows" machen. Aber man muss sich nur mal umsehen: Die meisten Leute sehen eben normal aus. Es gibt ein paar gutaussehende und die meisten sind eben nicht so vom Schicksal verwöhnt.

Das ganze ist jedoch nicht auf das Aussehen beschränkt, sondern es geht weiter. firmen suchen nur noch den "optimalen" Bewerber. Der genau die Qualifikation hat, die benötigt wird. Bei höher qualifizierten Stellen ist eine rigorose Selektion mit mehreren Runden Auswahlgesprächen und Assesment Centern ja schon die Regel. doch was sah ich vor ein paar Tagen beim Zappen: Casting für eine Ausbildungsstelle in einer Modeboutique, in einem dieser "Reality Programme" auf Pro Sieben. Da wurden vier Mädchen durch die Boutiquen Inhaberin vor laufender Kamera "gecastet". Zu den Aufgaben gehörte es z.B. 5 Fehler wie falsch zusammengelegte Pullover finden oder mit einem schwierigen "Kunden" (Dem Vater der Chefin) umgehen.

Äh hallo, was geht hier ab? Casting für einen Ausbildungsplatz in einer popligen Boutique? Von einer Ausbildung profitieren beide Seiten: Der Auszubildende lernt das Handwerk und der Ausbilder bekommt eine Person die natürlich auch mithelfen kann und immer besser qualifiziert ist. Das zu geringen Kosten im Vergleich zu einer Vollkraft und am Schluss eine mit dem Geschäft vertraute Vollkraft. Bei allen Gewerben bei denen die Qualifikation nicht so hoch ist kann man dieses System schon ausnutzen: Ich kann mich an einen Zahnarzt erinnern, der nur zwei Arzthelferinnen beschäftigte aber 4-6 Auszubildende, die nach 3 Jahren wechselten. Darüber hinaus gibt es noch die Probezeit - und nach 3 Monaten sollten Auszubildender und Ausbilder erkennen ob es klappt oder nicht. Welch hohe Qualifikation wird in einer Mode Boutique verlangt? Den Kunden überteuerte Klamotten einzureden?  Ich weiß es nicht. Ich glaube auch dass die Boutique sich keinen Gefallen getan hat mit dieser Aktion. Das mag gedacht sein als Werbung, doch zeigt man damit doch eher wie man seine Mitarbeiter behandelt und dass man nicht bereit ist selbst Arbeit zu investieren. Wollen sie in einer solchen Boutique einkaufen? Wie werden dort Kunden behandelt (Stichwort: Kulanz beim Umtausch?)

So, now to something completely different: Warum es ein paar Tage keinen neuen Blog gab. Ich habe an meinem Programm Launchlog Konverter gearbeitet. Wer es noch nicht kennt: Damit kann man sehr schön Listen und Statistiken anfertigen. Ich benutze es für meine Startlisten. Ich habe es nun so verbessert, dass man verschiedene Auswertungen in eine Datei übernehmen kann und auch die Grafiken automatisch erzeugt werden. Dafür bin ich vorher immer noch den Umweg über die CSV Datei gegangen. Schon jetzt habe ich die Startlisten in einer stunde aktualisiert, das dauerte vorher erheblich länger.

Donnerstag 3.7.2008: Ariane Mark III

Angeregt durch einen Artikel in dem neuesten ESA Bulletin über das Vinci Triebwerk habe ich mal im Web nach News nach der ESC-B gesucht. Durch den Fehlstart der Ariane 5 EC-A musste man Mittel für ein Rettungsprogramm zusammen bekommen und die bekam man indem man die Entwicklung der ESC-B Oberstufe und des Vinci Triebwerkes auf Eis legte. 2005 brachte das letzte ESA Konzil zwar nicht eine Wiederaufnahme der Entwicklung, aber zumindest im FLPP Programm wird nun auf niedriger stufe weiter am Vinci Triebwerk gearbeitet.

Obwohl die ESC-B als nächste Erweiterung der Ariane 5 noch immer nicht in trockenen Tüchern ist, gibt es schon lange Ideen für eine weitere Steigerung der Nutzlast. Der derzeitige Stand ist:

Die ESA hat untersucht wie es weitergehen könnte. denkbar ist viel (Es gibt eine SNECMA Studie für eine Mondrakete mit 32 t Nutzlast zum Mond) Doch unter den Randbedingungen dass es möglichst wenig kosten soll gibt es nur wenige Möglichkeiten:

Dies würde die Nutzlast auf 27 t zur ISS und 14-15 t in GTO erhöhen, bei moderaten Kosten. Kritisch ist dass die Booster und die Hauptstufe mehr Schub entwickeln. Dadurch steigt vor allem der Schalldruck um 30 % auf 48000 Pa. Die zumindest für LEO Orbits nötige Anpassung der Trajektorie an diese Lasten würde für LEO Orbits keine höhere Nutzlast bringen. Doch das ist eine Vision für die fernere Zukunft. Mit der Einführung der ESC-B wird nun nicht vor 2013 bis 2015 gerechnet und die weitere Steigerung der Nutzlast steht nicht vor 2020 an.

Donnerstag 10.7.2008: Solaris und unbemannte Raumstationen

Nein, ich bin nicht im Urlaub, ich habe in der letzten Woche nur relativ viel Zeit damit verbracht am Launchlog, BSE und Smartsearch Verbesserungen einzubauen, vor allem beim Launchlog, wo ich nun mal anfange das ganze etwas besser zu dokumentieren. (Man kann sich von dem aktuellen Stand hier überzeugen). Derzeit habe ich wieder mehr Spaß am Programmieren als am Schreiben.

Eines gibt es aber an das mich die Liste der restlichen Space Shuttle Starts erinnert hat, die nun von der NASA veröffentlicht wurde (es sind noch 10 Stück bis zum 31.5.2010, 2 dieses Jahr, darunter die HST Service Mission, 5 nächstes Jahr und noch 3 im darauffolgenden Jahr). Danach wird die ISS weitgehend fertig sein. Nicht für 7 Astronauten wie mal geplant aber für 6. es fehlt das russische Labor und ein Wohnquartier der Russen. Vor allem beschäftige ich mich derzeit mit den Stoffkreisläufen die man braucht um Atemluft und wasser zu regenerieren. Bei der ISS sind diese Kreisläufe auch im Endausbau nicht geschlossen. Sie werden es auch auf einer Marsmission nicht sein, aber bei der ISS wird nur Wasser und Kohlendioxid aufgearbeitet. Der Stickstoff und Sauerstoff stammt aus Druckgasbehältern und das erzeugte Methan bei der Kohlendioxidreduktion wird über Bord abgelassen.

Derartige Verluste wird man sich bei einer Marsexpedition nicht leisten können. Eigentlich sollte ja die ISS ein Vorposten im All sein, bei dem man vieles erprobt was man auf dem Mars beherrschen muss. Das sehe ich nicht. wozu das alle aber? Für die Forschung? Welche Forschung an Bord der ISS kann man nur dort durchführen? Nun eine Reihe von Dingen kann man an der ISS nicht besser machen als auf einem Satelliten, z.B. Erderkundung. Manche Dinge kann man sogar dort nicht durchführen wie Astronomische Beobachtungen (Die Bewegung der Astronauten und die laufenden Bahnanhebungen stören  die Langzeitausrichtung).Die wichtigsten Forschungsfelder sind Werkstoffforschung und Medizin/Biomedizin. Die Medizin und Biomedizin ist dabei sehr grenzwertig, denn im wesentlichen geht es darum festzustellen welchen Einfluss die Schwerelosigkeit auf Organismen hat um damit die Aufenthaltsdauer von Menschen zu verlängern. Würde man keine bemannte Raumfahrt betreiben, so wäre auch diese Forschung unnötig. Daneben gibt es noch einen Bereich von biologischer Grundlagenforschung, der sinnvoll ist, jedoch auch in unbemannten Missionen durchgeführt werden kann.

In den späten achtzigern gab es seitens der CNES den Vorschlag eine unbemannte Raumstation zu entwerfen, als Alternative zur bemannten Raumfahrt. Sie wäre nur ab und an von Astronauten besucht worden, die dann Experimente repariert oder ausgetauscht hätten oder Ergebnisse  und Verbrauchsmaterialen (Filmrollen, Werkstoffe) ausgetauscht hätten. und dann wieder abgelegt hätten. In den frühen Planungen der ESA war auch ein "Free flying Laboratory" geplant, das dann der Beteiligung an der ISS zum Opfer fiel.

Ich glaube wenn es wirklich nur um die Forschung geht, dann wäre es sinnvoller als Columbus. Nehmen wir einmal die Tatsachen: Heute arbeiten in zahlreichen Fabriken schon Roboter selbstständig an Werkstücken, befüllen Hochregallager oder ähnliches. Ein Columbus Labor, in dem in der Mitte auf Schienen einige Roboter arbeiten mit unterschiedlichen Fähigkeiten hinsichtlich Feinfühligkeit, Biegsamkeit oder Tragekraft könnten den Menschen ersetzen, der meistens eh nur Experimente beobachten, Knöpfe drücken und Materialen auswechseln. Wenn wirklich etwas defekt ist wird man meist das ganze Experiment auswechseln müssen. Beobachten kann man mit Fernsehkameras und Datenkanälen auch vom Boden aus. Fernsteuern ebenso. Man muss die Roboter auch nicht autonom betreiben sondern kann sie von der Erde aus steuern, z.B. durch Personen in einer Cave, einer simulierten Weltraumstation am Boden. Anders als mit Astronauten wäre ein 24 Stunden Betrieb möglich, denn man kann das Bodenpersonal alle 8 Stunden austauschen.

Man spart sich die Mannschaftquartiere, das ECLSS und die Versorgung mit Flüssigkeiten und Gasen und Vorräten. Als Folge sinkt auch der Strombedarf und durch die Masse der Raumstation der Bedarf an Treibstoff für die Aufrechterhaltung der Umlaufbahn.

Exemplarisch gerechnet: Die ESA könnte eine Raumstation von 23.8 t Masse auf eine 200 x 300 km Bahn mit 0 Grad Neigung befördern (mehr als zur ISS, da diese eine Neigung von 51.6 Grad hat). Das ist ausreichend für ein voll ausgestaltetes Columbus Labor (maximale Masse 21 t, leer 10.275 t, maximale interne Zuladung an Experimenten 9 t - gestartet wurde es mit 2.5 t Experimenten, der Rest wird bis 2010 mit Space Shuttles nachgeliefert). Dazu bräuchte man dann noch Solarzellen zur Stromversorgung und einen Antrieb zur Aufrechterhaltung der Bahn. Da man noch 2.9 - 4.5 t je nach Ausbau übrig hat reicht eine Ariane 5 um ein so modifiziertes Labor zu transportieren. on Zeit zu Zeit besucht es dann ein modifiziertes ATV, welcher eine Sektion hat welche den Wiedereintritt übersteht. Er ergänzt Verbrauchsmaterialen, hebt die Bahn an und bringt neue Experimente oder führt alte zur Erde zurück. Sollte wirklich einmal ein Menschlicher eingriff notwendig sein, so kann ein Kurzbesuch einer Sojus Kapsel dies erledigen. Das ATV hat denselben Kopplungsadapter wie eine Sojus/Progress.

Ich bin überzeugt, dass die kosten für Europa nicht höher wären als die ISS Beteiligung. Der Nutzen wäre jedoch höher. Auf der ISS werden von 6 Astronauten nur 3.5-4 an der Forschung arbeiten und dies über 8 Stunden in 3 Labors (US Labor, Kibo und Columbus). Bestenfalls gibt es also 12 Arbeitsstunden im Labor pro Tag. Davon steht Europa knapp die Hälfte zu also 6 Stunden. Mit 3 Robotern (einer alle 2 m) und drei Operateuren am Boden im 24 Stunden Betrieb wären es aber 72 Stunden - das dreifache. Selbst wenn nur einer am Boden arbeiten kann und nur halb so produktiv wie ein Astronaut ist wäre es noch das doppelte.

Es gibt keinen wirtschaftlichen Grund für Forschung auf der ISS - das zeigte sich schon während der Planung als man noch glaubte den Unterhalt wenigstens teilweise durch Fremdfinanzierung seitens der Industrie für durchgeführte Forschung aufbringen zu können: Keine Firma will diese Kosten tragen, wenn sie in keinem Verhältnis zum Nutzen stehen. Ich weiß nicht ob eine unbemannte Station wirtschaftlich erfolgreich wäre, Aber sie wäre kostengünstiger als eine bemannte Station.

Freitag 11.7.2008: Al Qaida und die Moon Hoaxer.

Beim Stöbern nach Clips meiner Lieblings Satire Sendung "extra 3".Bin ich mal wieder über einen meiner Lieblingsclips gestolpert, "Tehrortibs mit Ahmed und Ali", besonders der hier hat mich auf eine Idee gebracht:

Es ist die Stelle bei 0:35-0:43: "So Achim du willst Terrorist werden? Du bist dumm wie Kamelscheisse, hast keinen Plan und bist völlig wirr im Kopf! ... du bist dabei!".Hmmm, woran hat mich das erinnert? Denk, Denk... Ach ja ! An die Moon Hoaxer! Und dann fiel es mit wie Schuppen von meinen nicht mehr vorhandenen Haaren!

Tatsache ist doch: Es gibt keine islamische Nation die sich rühmen kann in Forschung und Technologie an der spitze zu stehen. Forschung und Technologie bestimmen heute die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Die Industrienationen beziehen ihre Stärke daraus. Darauf kann man sich nicht ausruhen, wie das Beispiel der asiatischen Länder zeigt die nachgezogen haben wie Korea, Singapur und Taiwan. Es gibt eine Reihe von arabischen Nationen die heute reich sind, durch Jahrzehnte des Ölexportes bei immer weiter steigenden Marktpreisen. (Der Sendung Quarks Co entnahm ich das die Förderung von 1 l Rohöl in Kuweit 0.5 ct kostet. Beim Verschiffen im Hafen ist derselbe Liter nun aber 80 ct wert ) und den Profiten investiert in Bildung, Forschung und Technologie müssten diese Nationen uns längst abgehängt haben. doch was machen sie? Bauen Luxus Hotels, künstliche Inseln und hängen sich noch mehr Gold um den Hals.

Worauf kann der Westen heute stolz sein? Es ist sein Gesellschaftssystem mit Freiheiten die man in islamischen Ländern nicht hat. Es ist aber auch das Nationen durch dieses freie System technologisch den islamistischen Staaten die Freiheit und Fortschritt mit Dogmen und Zitaten aus dem Koran bekämpfen überlegen ist.

Al Qaidas Terror hat den Sinn, den Westen psychologisch zu treffen, denn militärisch kann man ihm nicht begegnen. Psychologisch heißt das man weder am Urlaubsort sicher ist (Anschläge auf Bali) noch zuhause (WTC, Anschläge in Madrid und London) und unser freiheitliches System zerstört wird zur angeblichen Abwehr dieser Terroranschläge - das hat in den USA und der BRD angesichts der Anti-Terror Gesetze auch gut funktioniert: Den Terroristen fängt man damit nicht, man etabliert nur einen Überwachungsstaat. Manche Gesetzte sind auch ziemlich dämlich wie die Beschränkung auf 100 ml Flüssigkeiten im Handgepäck. Als wären 100 ml Sprengstoff harmlos. 100 ml Nitroglyzerin dürften bei der Explosion durchaus einigen Schaden anrichten - eine Handgranate verfügt z.B. über 155 g Sprengstoff. Das nur mal als Beispiel für ein Gesetz das eigentlich nur die persönliche Freiheit einschränkt, aber nicht die Sicherheit erhöht.

Die Terroranschläge von Al Qaida galten daher auch Zielen mit einer Bedeutung die über die anzahl der Todesopfer hinausgeht wie das WTC, das Pentagon oder das weiße Haus. Es ging darum die westliche Bevölkerung zu verängstigen und an ihrem System und seiner Sicherheit zweifeln zu lassen.

StartsNun hat die Al Qaidas eine zweite Front aufgemacht. Man will den Westen an dem treffen worauf er stolz ist: den technologischen Leistungen. Es war eine unglaubliche Leistung auf dem Mond zu landen. Wie aber kann man dies egalisieren? Nun indem man die Leute einspannt die dumm wie Kamelscheisse sind, völlig wirr im Kopf und die keinen Plan haben - die Moon Hoaxer. Man unterstützt diese, bezahlt Internet Präsenzen oder ihren Lebensunterhalt, dass sie die ganze Zeit sich um ihre Gerüchte kümmern können, man bewegt Anhänger die Webseiten zu puschen und Werbung dafür zu machen, Journalisten anzuschreiben, da wäre doch ein interessantes Thema und so weiter. Wenn man eine Lüge nur lange genug erzählt, dann wird sie einmal geglaubt. Das hat doch schon früher geglaubt. Haben nicht viele Amis geglaubt im Irak gäbe es Massenvernichtungswaffen, weil das ihre Regierung und ihr Geheimdienst immer wieder behauptet haben? Wenn George Bush das kann, warum nicht auch Osama bin Laden? Er mag vielleicht noch fanatischer sein, aber mit Sicherheit nicht blöder als GWB.

Ansonsten.... Wie man sieht habe ich in letzter Zeit wenig am Blog gemacht. Ich habe ein paar Seiten angefangen, aber noch keine fertig. Vor allem aber habe ich an meinen Programmen gearbeitet, z.B. bei BSE das Ausschließen schon kopierter Videos verbessert und sehr viel am Launch log gearbeitet. Dazu entstand nun auch ein kleines Tutorium auf 5 HTML Seiten - in englisch, weil ich das Programm für alle Weltraumfans geschrieben habe, nicht nur für Deutsche. Ich kann allerdings nicht versprechen, das es in Zukunft mehr werden wird, denn nun habe ich 4 Wochen Urlaub. Den habe ich mir auch ehrlich verdient. Den letzten längeren Urlaub (über 1 Woche Dauer) ist nun schon 1 Jahr her. Das blöde an meinem Job a der Uni ist, das längerer Urlaub nur in den Semesterferien möglich ist, nicht aber mal zwischendurch und die Wintersemesterferien im Februar/Anfang März laden nicht gerade zum Urlaub machen ein.

Nun ja, man wird sehen. Anbei mal hier eine Grafik die man nun recht einfach vom Launch log aus erzeugen kann. Diese zeigt alle Starts seit 1957 und welche davon misslangen.

Montag 14.7.2008: Neue Atomkraftwerke?

In letzter Zeit kommt erneut die Diskussion auf nach längeren Laufzeiten von Atomkraftwerken, ja mancher meint sogar, man müsse neue Atomkraftwerke bauen. Das würde nicht nur bei der Erreichung der Klimaziele helfen, sondern auch billigen Strom produzieren. Ist das wirklich die Lösung?

Ich habe mich mal mit dem Thema schon satirisch auseinander gesetzt. Aber nun mal ernst. Die Antwort ist wirklich nicht so leicht. Zum einen gibt es mit den Hochtemperaturreaktoren eine Technologie die relativ sicher ist, wenig Uran benötigt und auch Fernwärme produzieren kann. Interessanterweise wurde dies in der BRD entwickelt, aber nach Tschernobyl nicht mehr praktisch umgesetzt. "Sicher" ist bei Reaktoren ein dehnbarer Begriff: Es kann bei diesem Typ nicht zu einer Kernschmelze oder Explosion wie bei Tschernobyl kommen. Wie bei jedem Kernkraftwerk, kann aber natürlich auch hier bei Unfällen radioaktives Material nach außen kommen. Insgesamt halte ich das Risiko aber für kleiner als bei den bestehenden Reaktoren.

Doch das ist nur eine Seite der Medaille. Auch 40 Jahre nach dem Bau der ersten kommerziellen Kernreaktoren in der BRD, gibt es kein Entsorgungskonzept, oder anders ausgedrückt, man wüsste schon wo, nur überall wird dagegen protestiert. Da derzeit aus Bayern die stärksten Forderungen nach längeren Laufzeiten kommen und dort auch neue Reaktoren gefordert werden, und dort seit Jahrzehnten eine Partei absolutistisch regiert, wäre es doch kein Problem, dass man in Bayern eine Endlagerung betreibt, dann könnte man auch über Verlängerung der Laufzeiten sprechen.

Worüber es sehr widersprüchliche Aussagen gibt ist die Effizienz von Kernkraftwerken. Zum einen ist unbestritten, dass man pro Kilogramm Uran sehr viel Energie erzeugen kann. Doch das ist nur ein Teil der Ökobilanz. Das Uran muss aus Erz gewonnen werden, es muss angereichert werden und im Kernreaktor erzeugt es neben Energie jede Menge radioaktiver Isotope. Diese müssen aus den Brennstäben herausgelöst und sicher endgelagert werden, dazu werden sie z.B. mit Glas eingeschmolzen und in Bergwerken verfüllt. Schlussendlich muss das Kernkraftwerk demontiert, und der innere Reaktorkern als Sondermüll endgelagert werden. Das alles gehört auch in eine Ökobilanz hinzugenommen. Ich habe mal gesucht und auch etwas gefunden:

Nach einer Studie des Ökoinstituts Darmstadt Versursachen deutsche Kernkraftwerke im Mittel 33 g Kohlendioxid je erzeugte kWh Strom. Dieser Wert beinhaltet nicht den Abriss der Meiler und die Endlagerung

Philip Smith und Jan Willem Storm van Leeuwen haben einen Lebenszyklus eines Kernkraftwerks durchgerechnet. Inklusive des Abrisses der Meiler produziert ein Kernkraftwerk 84 bis 122 g Kohlendioxid pro erzeugter kWh. Deutsche Kernkraftwerke lägen günstiger als dieser Durchschnittswert, weil die Erzeugung aus Uranerz nicht so aufwendig ist wie der weltweite Durchschnittswert. Die Gewinnung von Uran und die Anreichung verschlingt am meisten Energie, durchschnittlich heute 56 g / erzeugte kWh. Der Energieaufwand steigt mit sinkendem Erzgehalt an: Unterhalb von 0.05 % Erzgehalt braucht man mehr Energie zur Uranaufarbeitung, als man später gewinnen kann. So gesehen nützen die großen Vorräte an niedrig konzentriertem Erz nichts und schon im Jahre 2050 soll bei einem gleichbleibenden Anteil an der Weltenergieerzeugung dieser Punkt kommen, an dem sich Kernkraftwerke wirtschaftlich nicht lohnen.

Zum Vergleich: Ein Kohlekraftwerk produziert Energie mit einem Aufwand von 800 g Kohlendioxid/kWh - So gesehen sind Kernkraftwerke immer noch um den Faktor 10 günstiger. Aber.... deswegen gibt es nicht den billigen Strom, wie uns die Regierung weismachen möchte. Tatsache ist: Während der letzten 10 Jahre sind die Strompreise um fast 100 % gestiegen, was früher Strom in Pfennigen/kWh kostet, das kostet er heute in Cent pro kWh. Dabei ist der Anteil der Kernenergie gleich groß geblieben, wie also sollte in Zukunft dann bei gleichem Anteil der Strom billiger werden? Wenn Kernenergiestrom so billig ist, warum wird er nicht auf unserem liberalisierten Strommarkt von Frankreich angeboten? Dort wird wesentlich mehr Strom mit Kernkraftwerken produziert als bei uns.

Der Strompreis ist so hoch weil ein Drittel auf die Steuer entfällt und ein weiteres Drittel für die "Durchleitungsentgelte", an denen die Stromkonzerne gut verdienen und es nicht in die Erhaltung und den Ausbau des Netzes stecken. Nur ein Drittel entfällt auf die Erzeugung und ach ja, obendrauf zahlen wir noch Mehrwertsteuer. Aus der Wikipedia: Die so teuren und ökologisch schlecht verschrienen Kohlekraftwerke produzieren Strom zum Erstehungspreis (ohne Gewinn) von 4 ct/kWh. Wenn Kernkraftwerke dann davon noch 9/10 einsparen können, dann sinkt der Gesamtpreis um 3 ct/KWh. Mir wäre lieber die Steuern und Wegegebühren würden wegfallen. Mein E-Mail kontakt in den USA zahlt für Kohlestrom 10 US-ct/KWh. Das sind 6 Euro-Ct.

Das Reden der Politiker von billigem Strom aus Kernenergie, von Sozialtarifen und ähnliches zeigt vielmehr den Zustand der Koalition, als das sie Sachverstand aufzeigt. Solange der Staat über Stromsteuer, Ökosteuer und Mehrwertsteuer kräftig an den Stromerhöhungen mit verdient und solange er selbst über die Durchleitungsgebühren, die pauschal ohne Investitionsnachweis gewährt werden, befindet, solange ist das ganze Gerede derzeit nur Heiße Luft.

Natürlich sind Kohlekraftwerke ökologisch das schlimmste was es gibt. Sie produzieren den höchsten Kohlendioxidausstoß pro erzeugter kWh, sie haben einen im Vergleich zu Gaskraftwerken niedrigen Wirkungsgrad. Doch anstatt dies zu bejammern sollte man den Stromverbrauch senken. Warum gibt es eigentlich keine Vorschrift über einen niedrigen Stand-By Verbrauch? Elektronische Geräte konsumieren immer mehr im Stand-By, teilweise bis zu 20 Watt und es werden immer mehr. Außerdem kann man auch dafür sorgen, dass die mit erzeugte Abwärme besser genutzt wird und so der Wirkungsgrad steigt. Aber damit kann man ja keine Schlagzeilen machen...


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