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Web Log Teil 7 : 11.8.2006-24.8.2006

Freitag der 11.8.2006: Terrorismus

Gestern hat man anscheinend einen größeren Terroranschlag verhindert, bei dem man Flugzeuge in der Luft sprengen wollte. Seit dem 11.9.2006, also vor genau 59 Monaten oder fast 5 Jahren leben wir mit dem islamischen Terrorismus. Seitdem werden Bürgerrechte in den USA und auch bei uns präventiv außer Kraft gesetzt um den Terrorismus zu bekämpfen indem man die Schwellen für das Abhören von Gesprächen, das Protokollieren von Internetverkehr und die Freigabe von Kontobewegungen herabgesetzt hat. In den USA gibt es Guantánamo Bay als Gefangenenlager praktisch im rechtsfreien Raum.

Kann man dadurch den Terrorismus verhindern ? Vielleicht erlaubt es Anschläge zu verhindern, doch bin ich mir schon da nicht sicher. Eine Mail kann man von einem Internet Kaffee aus abschicken, ein Mailkonto ist schnell besorgt und muss auch nur einmal benutzt werden. wer sagt eigentlich, das Terroristen nicht die Möglichkeiten der Technik nutzen ?

Nein die Ursache gilt es zu bekämpfen. Diese Ursache ist begründet in der Politik die vor allem die USA gegenüber islamischen Staaten einschlagen. Es gab Präsidenten die sich da klüger verhielten als andere, doch im wesentlichen war es doch eine Politik welche die Gesellschaftsform dieser Staaten nicht anerkannte. Wir haben eine Trennung von Kirche und Staat, Gleichberechtigung von Religionen und Männern und Frauen. Viele Gesetze in islamischen Staaten sind für uns unverständlich oder hart. Dabei rede ich nicht von dem Iran sondern Staaten wie Saudi Arabien, Dubai.

Die USA und in geringerem Maße auch andere Staaten haben in den letzten Jahrzehnten eine Politik vertreten die im wesentlichen lautete: "Setzt erst mal unsere westlichen Wertvorstellungen um, dann nehmen wir euch als gleichberechtigte Partner". Dies verhinderte natürlich nicht kurzfristige Pakte sofern diese nützlich waren wie die Unterstützung des Irak bei dem Krieg gegen den Iran oder der Mudschaheddin gegen die Sowjetunion in Afghanistan. Da wurden dann die Anforderungen an den Koalitionspartner heruntergeschraubt.

Eskaliert ist dies durch den Irakkrieg. Zu recht empfinden die Iraker die nach 2 Jahren immer noch vorhandene Präsenz der USA als Besatzungsmacht und seitdem hat der Terrorismus erst richtigen Zulauf bekommen. Man hat viel zu spät begonnen den Irakern die Verantwortung zu übertragen und dies ist bis heute nicht richtig erfolgt. Viele radikale Muslime empfinden dies als Demütigung.

In den letzten Wochen kommt dann noch der Stachel Israel dazu. Seit es Israel gibt haben die USA alle Resolutionen im UN Sicherheitsrat blockiert die gegen Israel wirklich weh tun konnten. Egal was Israel anstellt die USA sind auf ihrer Seite und dies muss natürlich noch mehr Muslime gegen die USA aufbringen.

Ich will nicht die Regimes und die fehlende Toleranz und Grundrechte in vielen islamischen Staaten rechtfertigen, aber man muss die Realität sehen: Deise Staaten sind noch meilenweit von einem westlichen Bild von Menschen- und Grundrechten entfernt. Gesellschaftlich hat dort die Kirche noch genauso viel Einfluss wie bei uns vor einigen Hundert Jahren. Selbst die Türkei, die nach Atatürk sich westlich orientiert hat und dies schon vor 80 Jahren hat heute Probleme in die EU aufgenommen werden, weil noch zu viele Mängel bestehen.

Eine vernünftige Politik würde diesen Status Quo anerkennen und versuchen auf die Staaten Einfluss zu nehmen ihn langsam zu ändern. Solange man diese Politik nicht umsetzt wird der Terrorismus weiter Zulauf bekommen.

Montag 14.8.2006 : Politik und Fernsehen

Eine der Serien, die ich immer wieder gerne anschaue ist "Ein Herz und eine Seele" , den meisten bekannt unter "Ekel Alfred". Es gibt einiges was daran faszinierend ist, ist es doch die einzige Fernsehserie in der wirklich ein Ekel die Hauptrolle spielt. Was mich aber immer wieder fasziniert, ist die Tatsache, dass es die einzige Fernsehserie ist in der man wirklich etwas über Politik hört. Alfred Tetzlaf meckert dauernd über die damals noch regierende sozialliberale Koalition, aber auch die CDU bekommt ihr Fett ab.

Im Fernsehen wird man heute mit allen Höhen und Tiefen des Lebens konfrontiert. In Serien gibt es die aberwitzigsten Verbrechen und merkwürdigsten Konstellationen. Aber es kommt keine Politik vor. Niemand scheint auch nur eine politische Meinung zu haben, geschweige dass er sie so wie Ekel Alfred äußert. Ja wir finden nicht einmal eine Kritik am System. Erinnern Sie sich noch an Dallas ? Wie oft wurden dort Politiker geschmiert, erpresst oder in Fallen gelockt - In Deutschland undenkbar.

Warum ? Weil in den Aufsichtsgremien der öffentlich-rechtlichen Sender die Politiker sitzen und die privaten Sender es sich nicht mit ihnen vergraulen wollen, schließlich will man, dass sie im Wahlkampf auch bei Ihnen auftreten. Sie sagen, es gibt ja noch die politischen Magazine. Ja, aber wie unabhängig sind diese ? Machen Sie mal einen Test und notieren sich bei Report "München" mal bei jedem Beitrag welche Partei das Fett abbekommt. Wenn Sie nach einigen Senden die Erkenntnis gewonnen haben, dass sie CDU/CSU offensichtlich fast nichts falsch macht und Sie wissen wer in Bayern absolut regiert, dann haben Sie die Antwort.

Ich denke das ist auch ein Grund für die immer wieder beschworene Politikverdrossenheit. Politik wird empfunden als alleinige Entscheidungen von Politikern. Sie findet nicht mehr in der Gesellschaft statt, vielleicht repräsentiert das Fernsehen dies auch. Doch so wenig wie im Fernsehen ist es in meinem täglichen Leben nicht. Da diskutiere ich mit meinen Kollegen über Steuererhöhungen, unser Schulsystem und die fehlenden Reformen. Ich denke ich bin da nicht alleine.

Donnerstag 17.8.2006 : Danke Voyager !

Der Saturn, aufgenommen von Voyager 2In einer Woche, am 25.8.2006 jährt sich der 25 jährige Vorbeiflug von Voyager 2 an Saturn. Ich verbinde mit den Voyager Raumsonden viele persönliche Erinnerungen und es ist mal Zeit in sentimentalen Gefühlen zu schwelgen. Alles fing im Juli 1980 an. Ich hatte die Hauptschule abgeschlossen und einen Preis erhalten. Für 50 Mark konnte ich mir ein Buch kaufen und meine Wahl fiel auf das "Planetenlexikon" von Bruno Stanek. Eigentlich nur aus einem Grund: Auf dem Cover war eine farbenfrohe Aufnahme von Jupiter mit seinen Monden Europa und Io zu sehen. Schon vorher habe ich mich für Astronomie und die Planeten interessiert. Doch die Aufnahmen von Viking und Voyager haben das zu meiner Passion gemacht. Das waren keine unscharfen Fotos von Großteleskopen oder Zeichnungen in Jugendbüchern. Mir eröffnete sich eine neue Welt. Wie es auf dem Mars und Jupiters großen Monden aussah. Und ich begann mich für die Raumsonden zu interessieren. Daraus wurde dann mein heutiges Interesse an der Raumfahrt. Ich habe über mir Bücher gekauft, Zeitungsausschnitte gesammelt und sogar versucht Fotos vom Fernseher zu machen, als Voyager 1 am Saturn vorbei flog (mit mäßigem Erfolg). Bei Saturn wiederholte sich das - Da gab es Mimas, mit dem Krater sah er aus wie der Todesstern aus Star Wars. Enceladus - glatt wie Europa und Dione, Tethys und Rhea, jeder Mond verkratert, aber auch mit diesen seltsamen Streifen. Enttäuschend war nur Titan. Damals konnte man nicht zur Oberfläche sehen und kannte nur seine Atmosphärenzusammensetzung.

Damals begann mein Interesse an der Raumfahrt. Der Space Shuttle hatte am 12.4.1981 seinen Erststart, doch schon bald interessierte ich mich mehr für unser europäisches Baby, die Ariane. Die Vorliebe für Trägerraketen und Raumsonden ist mir über die letzten 25 Jahre erhalten geblieben. Der Astronomie bin ich verbunden geblieben, doch seit es Internet gibt und ich so an viel mehr Informationen komme und eher das Problem habe, dass der Tag viel zu kurz ist für Arbeit und Hobby und das alltägliche konzentriere ich mich auf die Raumfahrt.

Voyager vor dem StartMein zweites Hobby - Programmieren verdanke ich auch Voyager. Eines war mir bald klar - um eine Raumsonde autonom steuern zu können braucht man einen Computer, wenn die Funklaufzeiten 90 Minuten und mehr betragen. Ich hatte keine Ahnung wie komplex die Software an Bord von Voyager war (im Vergleich zu dem was ich von ihr annahm ist sie wirklich primitiv) aber das erweckte mein Interesse an Computern. Und als diese Mitte 1982 bezahlbar wurden, also unter die 1000 Mark Grenze rutschten kaufte ich mir im August 1982 von meinen Ersparnissen einen Ti 99/4A. Einen 3 MHz 16 Bit Computer mit 16 KByte RAM und 26 KByte ROM. Wie ich beim Studium der technischen Daten merkte, war dieser Rechner leistungsfähiger als jeder der 6 Bordrechner von Voyager !

Die Programmiersprache BASIC war wirklich einfach zu erlernen und damals gab es noch wirklich gute Handbücher. Das mitgelieferte Handbuch habe ich in einem Wochenende ohne Schlaf und ohne Essen durchgearbeitet und danach war ich Computer Junkie. Aber ich bemerkte bald die Grenzen des Ti 99/4A. Er war sehr langsam und ein Ausbau an Speicher oder Disklaufwerke kostete ein Vermögen. Ich verkaufte ihn nach 1 Jahr und wartete bis es einen Computer gab der das konnte was ich wollte - Das war zu meinem schriftlichen Abi der Fall und zu meinem 20.sten Geburtstag habe ich mir einen CPC 464 gekauft - satte 64 KByte Speicher, 80 Zeichendarstellung, bezahlbare Peripherie und CP/M als Goodie - Mit CP/M kam Wordstar als Textverarbeitung, DBase als Datenbank und vor allem Turbo Pascal - eine tolle Programmiersprache: Schnell, leistungsfähig, sauber strukturiert ohne die Fehlermöglichkeiten von BASIC. Bei Turbo Pascal bin ich hängen geblieben - bis heute.

Was wäre wohl passiert wenn ich im Juli 1980 ein anderes Buch gekauft hätte ? Mit Sicherheit gäbe es dann diese Website nicht. Also wenn sie gerne meine Raumfahrtaufsätze und Computerartikel studieren. Seien auch sie Voyager dankbar. Beide Sonden sind noch aktiv, 29 Jahre nach ihrem Start und befinden sich am 14.7.2006 14,919,000,000 km (Voyager 1) und 11,986,000,000 km (Voyager 2) von der Sonne entfernt. Bis eine Nachricht die von der Erde zu Voyager 1 gesandt wurde empfangen und das Bestätigungssignal wieder auf der Erde ankommt vergehen 27 Stunden, 27 Minuten und 12 Sekunden ! Die Sonden können wahrscheinlich bis zum Jahr 2020 betrieben werden, wenn die Stromabgabe der Radionuklid Generatoren  soweit absinkt, dass man kein Experiment mehr betreiben kann.

Ach ja man kann auch beides verbinden: Voyager und Programmieren. So gibt es von mir ein Programm, welches die Voyager Bilder aus den Rohdaten die man auf den NASA Servern findet in JPG, GIF oder PNG konvertiert. Sie finden es bei den anderen Softwaretools auf meiner Seite.

Montag 21.8.2006 : Wumms !

Vorletzte Woche gab es verhinderte Terroranschläge in London, bei denen die Attentäter als Sprengstoff Acetonperoxid, in den Nachrichten meist als Triacetontriperoxid TATP bezeichnet. Nun liegt meine Chemie Ausbildung schon etwas zurück und las Lebensmittelchemiker hatte ich organische Chemie nur bis zum Vordiplom. Doch eines habe ich noch in Erinnerung: organische Peroxide sind extrem instabil und ihre spontane Bildung wird bei Ethern gefürchtet, da sie zu spontanen Explosionen führen.

Die Attentäter wollten offensichtlich den Sprengstoff während des Fluges aus den beiden Ausgangsstoffen Aceton und konzentriertem Wasserstoffperoxid bilden. Dies ist nachdem was ich gelesen habe auch möglich, allerdings wird dann eine Reaktionszeit von einigen Tagen angegeben. Gängiger ist das Zusetzen einer konzentrierten Säure als Katalysator, doch dann muss man die Mischung kühlen um die Wärme abzuführen. Es entsteht übrigens anders als in den Nachrichtenmeldungen suggeriert nicht quantitativ das Trimere, sondern auch das Dimer und Monomer, wobei das Dimer am explosivsten ist.

Als Sprengstoff ist TATP nicht im Gebrauch, es ist zu flüchtig (Substanzverlust von 6-7 % pro Tag) und vor allem viel zu empfindlich. Nitroglycerin, vielen bekannt aus schlechten Spielfilmen wo man ein Röhrchen zu Boden fällen lässt und es macht "Bumm" explodiert bei einem standardisierten Test, wenn ein 2 kg schwerer Fallhammer aus 10-12 cm Höhe auf es fällt. TATP explodiert schon bei einem 1 kg Hammer aus 3 cm Höhe. Damit ist es einer der schlagempfindlichsten Sprengstoffe, deutlich empfindlicher als alle üblicherweise verwendeten Initialsprengstoffe. Es gab schon Unfälle weil sich Kristalle am Deckel durch Sublimation niederschlugen als man Gefäße nur öffnete.

Kurzum: Seit ich gehört habe welche Sprengstoffe diese Attentäter eingesetzt haben, bekommt das Wort Selbstmordattentäter eine neue Bedeutung - denn ich betrachte das herumlaufen mit einem so explosiven Sprengstoff als Selbstmord, man muss nur einmal stolpern.... Bleibt nur zu hoffen, das nun der eine oder andere der sich umbringen wollte und bislang davor vor allem wegen der Umsetzung zurückschreckte (Man könnte es ja schwer verletzt überleben, oder es dauert zu lange oder es ist schmerzhaft....) nicht auf die Idee kommt TATP selbst zu synthetisieren, denn was man dazu braucht bekommt man in der Apotheke.

Mittwoch 23.8.2008 : Wasser ist doch Wasser oder ?

Nun ja, nicht immer, zumindest nicht wenn man in sein will. Eine der Seiten im Bereich Ernährung zu denen ich am meisten Anfragen bekomme ist die über Mineralwasser und worauf man achten muss. Entstanden ist sie noch als mein Vater lebte und ich bei der Auswahl des Mineralwassers beteiligt war. Ich habe dann immer auf einen hohen Calcium, Magnesium und Fluor Gehalt geachtet. Ansonsten gab es keine Markenpräferenzen und ein mittelteures Wasser war unsere bevorzugte Wahl (Obernauer Quelle). Nun habe ich keinen Führerschein und inzwischen kommt mein Wasser aus der Wasserleitung, ergänzt durch einige Brausetabletten mit Cola oder Orangengeschmack und ab und an eine Calcium oder Magnesiumtablette.

Bei vielen stoße ich dann auf Unverständnis: Wasser aus der Wasserleitung - Wie kann man denn das trinken ? Ja warum eigentlich nicht ? Es ist das am besten kontrollierte Lebensmittel und bis zur Grundstücksgrenze weitgehend schadstofffrei. Die Zusammensetzung schwankt natürlich je nach Ort, aber die Anforderungen an die Belastung mit vielen Stoffen sind strenger als bei Mineralwasser. Wenn man mit dem Wasser kochen kann oder Kaffee zubereiten, warum nicht auch trinken ?

Das Risiko liegt in ihrer Wasserleitung im Haus. Altbauten aus der Jahrhundertwende haben oft Bleirohre. Dann sollte man vor allem morgens wenn das Wasser lange stand erst mal ein paar Minuten das Wasser ablaufen lassen. Bei neueren Gebäuden besteht das Risiko weniger. Es kann im Leitungssystem Korrosion geben, von alleine oder forciert durch Verbinden von Kupfer und Eisenrohren. Kennzeichen ist dann braunes Wasser. Das schmeckt zwar nicht gut und sieht unappetitlich aus, aber es ist völlig harmloses Eisen (III), würde also sogar noch ihren Eisenbedarf decken. Auch hier : Einfach laufen lassen bis klares Wasser kommt.

Seltsamerweise sind aber alle "Marken" die überregionale Bedeutung haben und von nichts ahnenden Prominenten beworben oder empfohlen werden recht mineralstoffarm. Hier mal eine Übersicht über die 3 wichtigsten Inhaltsstoffe von Mineralwässern.

Wasser Calcium Magnesium Fluor
Evian 78 mg/l 24 mg/l 0.02  mg/l
Vittel 91 mg/l 19 mg/l 0.14 mg/l
Volvic 11.5 mg/l 8 mg/l 0.20 mg/l
Apollinaris 94 mg/l 115 mg/l 0.68 mg/l
Aquarel 101 mg/l 22.7 mg/l 0.31 mg/l
Göppinger Mineralwasser 293 mg/l 93 mg/l 0.48 mg/l
Ensinger 528 mg/l 124 mg/l 0.24 mg/l
Obernauer Löwensprudel 601 mg/l 82.7 mg/l 0.73 mg/l
Marius Quelle 408 mg/l 85 mg/l -
Landeswasser BW 75.3 mg/l 10.6 mg/l 0.06 mg/l
Bodenseewasser 50.6 mg/l 7.71 mg/l 0.08 mg/l
Tagesbedarf 800 mg 300-350 mg 1.0 mg

Als Vergleich wurde Bodenseewasser, das beim Autor aus der Leitung sprudelt. Es ist relativ mineralstoffarm. Schon einige Kilometer weiter gibt es Landeswasser mit etwa 50 % höheren Calcium- und Magnesiumwerten. Weiterhin wurden einige mineralstoffreiche Mineralwässer mit regionaler Bedeutung angegeben.

Von den Markenwässern ragen nur die Werte von Apollinaris und Aquarel heraus. Der Magnesiumgehalt von Apollinaris ist gut, der Fluoridgehalt sogar sehr hoch. Der Calciumgehalt dagegen eher gering (Süddeutsche Mineralwässer wie Ensinger, Obernauer oder Mariusquelle kommen hier auf 400-600 mg/l. Säuglingen würde ich es nicht verabreichen. Nach den Messungen des Bundesamtes für Strahlungsschutzes hat es den 5. höchsten Wert von 401 untersuchten Mineralwässern. 100 µSv sollten es sein 436 µSv wurden gemessen. Die stille Variante von Apollinaris hat nur 52 mg/l Calcium, 52 mg/l Magnesium pro Liter. Dies und aromatisierte Varianten des Wassers zeigen, dass es nachträglich verändert wurde.

Aquarel leistet noch einen kleinen Beitrag zur Bedarfsdeckung vor allem bei Fluorid. Alle anderen Wässer haben sehr geringe Mineralstoffwerte. Volvic ist sogar so mineralstoffarm, dass es sich gut für den Tee und als Kühlflüssigkeit für ihr Auto eignet. Ich würde es als leicht verunreinigtes destilliertes Wasser bezeichnen. Der gesamte Mineralstoffgehalt beträgt nur 130 mg/l. Damit ist es eindeutig ein mineralstoffarmes Wasser (<500 mg7l) und wäre bevor die EU durchsetzte dass unsere Mineralwasserverordnung, die sich an einem ernährungsphysiologischen Wert orientierte reformiert werden muss nicht als Mineralwasser bei uns zugelassen worden.

Der einzige Vorteil aller Mineralwässer ist dass sie durch die Tiefe fast kein Nitrat und Nitrit enthalten. Das ist in Oberflächenwasser fast immer der Fall. So enthält Bodenseewasser 4.34 mg/l Nitrat und Landeswasser schon  22.7 mg/l. Das ist zwar noch unterhalb des Grenzwertes von 50 mg/l, aber nicht viel und es ist nahe an dem Wert von 25 mg/l, welches Wasser nicht überschreiten sollte, welches für Säuglingsernährung gedacht ist. Allerdings gilt dies auch  für alle Mineralwässer mit nur lokaler Bedeutung, denn Nitrat wird von Bodenschichten sehr gut filtriert. Fast alle Oberflächenwasser sind fluoridarm, denn dieses Element befindet sich vor allem in tieferen Schichten mit Calciumapatitgestein.

Ein gutes Mineralwasser deckt einen Teil des täglichen Bedarfs an Calcium, Magnesium und Fluorid. Bei Calcium und Fluorid ist dies leicht möglich. 50 % des Tagesbedarfs liefern Wässer mit mehr als 400 mg/l Calcium und mehr als 0.5 mg/l Fluorid. Das schaffen sehr viele Wassersorten die aus Quellen stammen mit Kalkgrundgestein, wie wir es hier im Neckarraum haben. Magnesium findet sich in Gesteinen sehr wenig. Es gibt nur wenige Mineralwässer die mehr als 100 mg/l aufweisen.

Warum sind die Markenwässer so mineralstoffarm ? Nun sie stammen in der Regel aus sehr tiefen Quellen unter Granit- oder Basaltgestein. Aus diesem kann man keine Mineralstoffe herauslösen. Im Extremfall, wenn wie bei Volvic vulkanische Gesteinsschichten aus Puzzolan, Andesit und Basalt passiert werden wird das Wasser sogar von gelösten Mineralstoffen befreit und man bekommt etwas verunreinigtes destilliertes Wasser....

Nun werden Sie sagen "Aber ich kaufe mein Wasser weil es mir schmeckt". Nun ja eigentlich schmeckt Wasser nach nichts. Einen Geschmack bekommt es nur durch die in ihm gelösten Stoffe. Lassen wir einmal kohlensäurehaltige Wässer beiseite, bei denen die Kohlensäure durch ihr Prickeln erfrischend wirkt und auch durch die Bildung von Hydrogencarbonat im Wasser den Geschmack verändert.

Von den gelösten Stoffen die im Wasser vorhanden sind haben folgende eine Bedeutung;

Apollinaris hat daher einen ausgeprägten, leicht salzig-seifigen Geschmack. Die anderen Markenwässer enthalten viel zu wenig gelöste Salze um einen Eigengeschmack aufweisen zu können. Dies wurde auch sowohl bei Verkostungen mit Profis wie auch bei zahlreichen Aktionen in denen man auf der Straße Passanten ihr Lieblingswasser aus mehreren Markenwässern heraus raten musste bestätigt: Die Wasser haben keinen Eigengeschmack und sind nur durch die Kohlensäure unterscheidbar. Bei den stillen Sorten entfällt auch dieses Kriterium.

Donnerstag 24.8.2005 : Alternative Energien für Autos

Wir alle wissen: Es gibt nicht unendlich viel Erdöl, auch Kohle und Uranerz sind beschränkt. Das bedeutet, man muss rechtzeitig dafür sorgen, dass man eine Alternative hat. Im Prinzip ist es ja wirklich einfach: Die Sonne strahlt erheblich mehr Energie auf die Erde als man braucht um den gesamten weltweiten Energiebedarf zu decken. Leider eben nur im Prinzip, denn in der praktischen Nutzung denkt man heute immer noch ziemlich kompliziert.

Im täglichen Leben bewerten wir Energiequellen nach einem einfachen Schema - je preiswerter eine bestimmte Energiemenge wie z.B. 1 MJ kommt, desto besser. So ist Strom immer teurer als Gas oder Erdöl, weil er mit Verlusten durch das Verbrennen dieser gewonnen wird. Erstaunlicherweise gilt das nicht bei alternativen Energiequellen. Ich will heute nur mal mein Augenmerk auf den Knackpunkt der zukünftigen Energiepolitik richten: Den Autoverkehr.

Die besondere Herausforderung ist, dass man den Energieträger hier mittransportieren muss. Das ist mit Benzin oder Diesel kein Problem. Die Tanks dafür wiegen fast nichts, die Substanzen sind gut lagerbar und bei Zimmertemperatur flüssig. Doch alle Alternativen die man bislang vorschlug haben Probleme.

Flüssiger Wasserstoff ist z.B. nur bei -253 Grad Celsius flüssig und hat eine 10 mal geringere Dichte als Benzin. Selbst bei Berücksichtigung des höheren Energiegehalts braucht man so 3 mal voluminösere Tanks, die hervorragend abgedichtet werden müssen. Zudem gibt es enorme Verluste bei der Herstellung. Das Verflüssigen, Transportieren, die Verdampfverluste bewirken, dass man von 1 MJ die man zur Herstellung von flüssigem Wasserstoff aufwendet nur 0.3-0.4 MJ an Energie zurückgewinnt. Pikantes Detail am Rande: Heutzutage wird der Wasserstoff aus Erdöl und Erdgas gewonnen und nicht durch die Elektrolyse von Wasser - Das ist in jedem Falle keine Alternative.

Gasförmiger Wasserstoff erlaubt es neben dem Betrieb eines umgerüsteten Otto Motors auch den Einsatz von Brennstoffzellen. Bei diesen wird Strom durch die Reaktion mit Sauerstoff gewonnen und dieser treibt dann einen Elektromotor an. Der Wirkungsgrad ist höher als bei der Verbrennung von Wasserstoff, doch man handelt sich andere Probleme ein. Wie speichert man den Wasserstoff ? Drucktanks dürften aus nahe liegenden Gründen ausscheiden. Bei den schweren Stahlflaschen mit 250 Bar Druck enthält ein Volumen von 1 l nur 0.022 kg Wasserstoff. Die Speicherung in Metallhydriden erfordert auch große Volumina und diese Speicher sind sehr teuer. Bisher schummeln auch hier die Konzerne und nehmen als Treibstoff Methanol, der dann katalytisch oxidiert wird, wodurch Wasserstoff freigesetzt wird. Methanol ist lagerbar wie Benzin.

Wenn man in der Zukunft durch Vergärung von Biomasse Methanol herstellen kann, so kann dies eine Alternative sein. Doch auch hier wird man die Gesamteffizienz des Prozesses beachten müssen.

Das einfachste scheint Biodiesel zu sein. Biodiesel ist Rapsöl, welches zuerst in Fettsäuren und Glycerin gespaltet wird, dann werden die Fettsäuren abgetrennt und mit Methanol zu Methylestern umgesetzt. Man erhält ein Gemisch an Estern, das vergleichbar Diesel ist und dass normale Dieselmotoren nach Umrüstung verbrennen können. Man kann es wie Diesel tanken und es ist auch sonst diesem vergleichbar.

Tja gäbe es da nicht ein Problem. Ignorieren wir einmal, das Umestern des Rapsöls auch Energie verbraucht und konzentrieren uns nur mal auf den Ertrag. Im Jahre 2005 wurden auf 1.4 Millionen Hektar Raps angebaut. Der Ertrag lag bei 35.1 dt/ha in den letzten Jahren. Das ist eine Gesamtmenge von 4.9 Milliarden kg, in etwa 5 Millionen l entsprechend. Nur: Im Jahre 2005 betrug der Verbrauch an Diesel 32 Milliarden l. Dazu müsste man auch noch 31 Milliarden l Benzin ersetzen, zusammen kann man leicht ausrechnen, das man eine Anbaufläche von 17.64 Millionen ha bräuchte um nur das Öl für die Autos zu produzieren. Leider betrug die Gesamtanbaufläche im Jahre 1999 nur 17.1 Millionen ha und hat seitdem abgenommen. Würden wir in der ganzen Bundesrepublik also nur noch Raps anbauen, so würde das gerade ausreichen um die Versorgung mit Sprit zu gewährleisten.

Was ist also die Alternative ? Nun das einfachste ist es Energie zu sparen. Am einfachsten einfach indem man wirklich den Individualverkehr herunterfährt. Doch das ist realistischerweise nur mit großem Aufwand möglich. Wir haben hier das typische "Henne-Ei Problem". Damit der OPNV attraktiv ist muss er gut ausgebaut sein, mit vielen Haltestellen, schneller Taktung und schnellen Verkehrsmitteln. Das erfordert erst mal Investitionen die man in Zeiten knapper Kassen nicht tätigen will. Es gibt Großstädte in denen der OPNV attraktiv ist, doch es ist nicht die Regel. Auf dem Land wird man immer auf das Auto angewiesen sein.

Man kann Autos sprit sparend bauen. Doch bisher sind alle Versuche diese breit einzuführen an der Akzeptanz gescheitert. Das Problem sind folgende Dinge:

Fahrzeuggewicht: Man kann hier sicher heute schon viel machen z.B. Edelstahl durch Aluminium und Kunststoffe zu ersetzen. Große Einsparungen gäbe es durch den Einsatz von Kohlefaser verstärkten Verbundwerkstoffen. Doch würden diese den Preis stark nach oben treiben. Die höchsten Einsparungen gäbe es wenn man ein Auto so groß baut,  wie es benötigt wird. Für einen Pendler der immer alleine fährt ist ein 4 Sitzer viel zu groß. Extrembeispiel: Der Messerschmidt Kabinenroller aus dem Jahre 1958 schaffte es bei 285 kg Gewicht mit einem 10 PS Motor auszukommen und verbrauchte 3.5 l pro 100 km. Nimmt man einen modernen Motor (Der Lupo hat einen 50 PS Motor mit 3 l Verbrauch/100 km) so sollte man leicht auf ein 1 l Auto kommen.

Komfort: Heute geht ein beachtlicher Teil des Spritverbrauches auf die Erzeugung von elektrischem Strom für Bordsysteme wie Klimaanlage drauf. Ohne diese Systeme wäre der Spritverbrauch zu senken

Motorisierung: Wenn man in ein Auto einen Motor einbaut, der es bis auf 180 km/h beschleunigen kann, so wird dieser immer mehr Treibstoff brauchen als einer der es nur bis auf 130 km/h beschleunigt. Doch dann "zieht" dieser auch nicht so stark. Solange Geschwindigkeit und nicht Spritverbrauch zählen wird das 3 l oder 2 l Auto noch auf sich warten lassen.

Mit diesen Technologien kann man Autos mit einem Spritverbrauch von 2-4 l/100 km produzieren. Was darüber hinausgeht geht nur mit Abkehr von der 100 Jahren alten Technologie eines Explosivmotors. Eine Gasturbine hat z.B. einen höheren Wirkungsgrad als der Ottomotor. Zudem verbraucht man vor allem im Stadtverkehr viel Treibstoff für das Bremsen und Beschleunigen. Speichert man diese Bewegungsenergie in einem Schwungrad beim Abbremsen und setzt sie beim Start wieder frei, so spart man sehr viel Sprit im Stadtzyklus. Derartige Autos sind aber noch mehr als welche mit dem Otto Motor auf eine konstante Geschwindigkeit ausgelegt. Sie erreichen aber dafür einen Verbrauch von 1l/100 km.

Solange dies nicht der Fall ist, scheint es am sinnvollsten zu sein aus Biomasse Treibstoffe herzustellen. Dazu baut man schnellwachsende Pflanzen wie bestimmte Grasssorten an und erntet diese im ganzen. Bei der Vergärung kann man dann Wärme gewinnen und Biogas erzeugen. Aus diesem kann man dann wiederum Methanol erzeugen, der als Verbrennungsstoff für Brennstoffzellen fungieren kann. Doch auch hier muss man sehen ob dies sich rentiert. Chinaschilf erzeugt zwar einen Ertrag der bei der reinen Verbrennung etwa 7000 l Heizöl pro Hektar entspricht, aber dazu kommen die Verluste bei der Umwandlung in Methanol. Zudem laugt die Pflanze den Boden stark aus.


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