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Web Log Teil 87 : 13.11.2008-18.11.2008

Donnerstag 13.11.2008: Klimakatastrophe und Kommunismus

Warum ist der Kommunismus gescheitert? Eine gute Frage, wo die grundlegenden Ideen doch derzeit eine Renaissance erleben. Das Kapital wird wieder aufgelegt und fleißig gekauft, nachdem die Märkte zusammengebrochen sind. Trotzdem würde wohl niemand heute mehr den Kommunismus wiederbeleben wollen. Selbst in Kuba wird immer mehr Privatwirtschaft zugelassen.

Warum ist er gescheitert? Ist der Rüstungswettlauf mit dem Westen? Ist es die Unfreiheit in der die Menschen gelebt haben? Dies und vieles andere haben Vertreter der kommunistischen Lehre als eine Entartung des Kommunismus bezeichnet der zu einer Diktatur der Partei führte. Da mag etwas dran sein, doch ich glaube das grundsätzliche Konzept wird sich nicht durchsetzen, weil es die Persönlichkeitsstruktur der Menschen ignoriert.

Die Grundidee ist doch die: In einer klassenlosen Gesellschaft geht es allen besser wenn jeder sich einbringt und so alle mehr haben. Das dumme nur: Das wollen die Menschen nicht. Die Menschen sind egoistisch. Sie wollen für sich das Optimum herausholen. Der eine sieht dieses System als eine Hängematte in der er auch versorgt wird, wenn er nichts arbeitet. Der andere würde gerne mehr leisten und kann dies auch, aber wenn er dies tut springt für ihn doch nicht mehr raus. Das führt zu Schattenwirtschaft, Emigration und ´nomineller Vollbeschäftigung mit geringer Produktivität.

Als ich noch zur Schule ging hatten wir in Geographie auch die damalige Sowjetunion dran. Ich vernahm mit Erstaunen, dass ein Großteil der Obst und Gemüseproduktion nicht von den Kolchosen stammte sondern von den Datschen, also privaten Kleingrundstücken, die privat bewirtschaftet werden. pro Flächeneinheit war die Ausbeute um ein vielfaches, bis zum Faktor 10 höher als bei den Kolchosen, bei denen auch mal eine ernte verrottetet weil man nach Plan 8 Stunden arbeitete egal ob am nächsten Tag ein Unwetter angekündigt war.

Das ist auch ein Grund, warum ich für die Menschheit als ganzes - die unmittelbarste Bedrohung dürfte die Klimaveränderung sein - wohl dem Untergang geweiht sein. Jeder denkt nur an seinen eigenen Vorteil und auch Kollektive denken nur an den Vorteil für das Kollektiv (Firma, Land) aber keiner denkt daran, was für alle am besten ist. Vor allem aber: In unserem Genen ist langfristige Planung nicht verankert. Dem Individuum bringt es nichts über lange Zeiträume zu planen. Erst recht nicht über Zeiträume die länger als die eigene Lebenszeit sind.

Das zeigte sich schon in der Vergangenheit. Als der Mensch in Nordamerika am Ende der letzten Eiszeit ankam, fand er dort viele Großtierarten vor, die Menschen nicht als Feinde kannten - riesige Faultiere, Mastodonten (Verwandte des Mammuts) und andere Arten. innerhalb von Jahrhunderten waren sie ausgerottet. Dabei muss den Menschen aufgefallen sein, dass die Tiere immer weniger wurden. Anstatt dass sie den Bestand schonten jagten sie aber so lange bis keine mehr übrig waren.

Heute ist es nicht viel anders. Nehmen wir das kürzlich beschlossene Förderpacket für die Automobilindustrie. Das mag Arbeitsplätze sichern. Ist jedoch was das klimaziel angeht kontraproduktiv. Das Auto ist, egal wie man es dreht oder wendet ein Energieverschwender. Sowohl beim Betrieb wie auch bei der Herstellung. Warum fördert die Regierung nicht neue Arbeitsplätze in alternativen Bereichen? Kleine mobile Fahrzeuge mit Elektroantrieb oder Fahrräder mit Antrieb? Warum wird das Carsharing nicht mit dem öffentlichen Nahverkehr verbunden oder dieser mit den Mitteln ausgebaut?

Das ist nur ein Beispiel. Im Prinzip läuft es so überall. Die Natur ist ständig auf dem Rückzug. Ressourcen werden ausgebeutet so lange wie es geht. An Alternativen wird erst gearbeitet wenn die vorherige Ressource sich extrem verteuert, weil sie knapp wird. Die Natur und das sind eben die restlichen 6 Millionen Arten, die noch keine Nutzpflanzen und Nutztiere sind bleibt auf der Strecke, wahrscheinlich aber letzten Endes auch der Mensch.. Gibt es eine Alternative? Ich denke nicht. Der Bundesbürger z.B. verbraucht 150 % mehr Ressourcen als auf der Fläche der BRD zu gewinnen wären (wenn man die gesamte Fläche nur zur Produktion von Energie, Nahrung oder Rohstoffen nutzen würde. Es gilt also nicht wie uns unsere Regierung weiß macht etwas kürzer zu treten, sondern es geht darum den Ressourcenverbrauch rapide zu reduzieren - Wenn man wie bisher noch ein bisschen Wald und Platz zum Leben haben will auf etwa 20-25 % des heutigen Werts. Und das ist nur machbar, wenn wir unsere Lebensweise rapide ändern.

Was gibt es sonst noch? Ich habe derzeit viel zu tun auch bei der Arbeit mit der Vorbereitung auf den Studien-Infotag und den Labors, die wieder mal (dank Rechenzentrum) Problem machen. Wahrscheinlich muss ich mir bis zum nächsten Semester eine neue Lösung überlegen. Nebenher schreibe ich nun fast ausschließlich an meinem dritten Buch. Bislang sind auch schon 110 Seiten zusammen gekommen. Natürlich habe ich auch ein Auge auf die Verkäufe der bisherigen zwei Bücher. Da habe ich seltsames entdeckt: Die Verkäufe des Gemini Buchs steigen seit dem ATV Buch rapide an, und zwar stärker als dieses. Konkret: 46 Verkäufe von Gemini in diesem Quartal, gegenüber 25 von dem ATV. Liest jemand die Zeitschrift Raumfahrt Concret? Die hatten mal angefragt ob sie Informationen über Voyager übernehmen dürften . Ich habe das gestattet für einen Hinweis auf das Gemini Buch (das ATV Buch war noch nicht fertig). Das könnte eine Erklärung sein. Doch dann hätte ich eigentlich auch das zugesagte Belegexemplar bekommen müssen. Ns ja ist auch egal. Hauptsache es verkauft sich. Mal sehen wie das mit dem nächsten Buch so klappt.

Freitag 14.11.2008: Lieber Herr Glos, Liebe Frau Schawan,

Da sie sich nicht so richtig entscheiden können, ob die Luft und Raumfahrt, zum Wirtschaftsministerium oder Wissenschaftsministerium gehört, ist dieser Blog an sie beide gerichtet. Nebenbei ist, die Tatsache, dass die DLR nun keinem Ministerium so richtig angehört, der letzte Tiefpunkt in der Talfahrt welche die Raumfahrt, in den letzten Jahrzehnten in Deutschland erlebte. Lange her sind die Zeiten, dass man über ein eigenes Raumfahrtministerium nachdachte. Heute reicht es nicht einmal für ein nationales Programm, dass sich mit dem europäischen Beitrag messen kann.

Sie diskutieren nun über Milliardengeschenke an die Automobilindustrie, die letztendlich wegen der großen Zahl an Fahrzeugen doch Keinen zum Neukauf eines Autos bewegen werden. Sinnvoller wäre das Geld in die Förderung der heimischen Raumfahrtindustrie investiert. Nun stehen wieder die ESA Ministerratssitzungen an, die bei Politikern doch so beliebt sind. Schließlich gibt es da lecker Essen, schöne Fotos mit den Kollegen für die PR Agenturen und wichtig kann man sich auch vorkommen, entscheidet man doch in wenigen Tagen über den Kurs der ESA in den nächsten 3 Tagen.

Ich möchte sie bitten, einmal hier an die Deutsche Raumfahrtindustrie zu denken, in der Tausende von hochqualifizierten Arbeitsplätzen stecken. Die Ariane 5 muss weiter entwickelt werden: Nur so bleibt ihre Weltmarktposition stabil. An der Produktion der Rakete hängen viele Arbeitsplätze und die Erlöse durch den Verkauf übertreffen die investieren Steuereinnahmen bei weitem. Es ist also nicht nur im Interesse von Deutschland als Technologiestandort, sondern auch zum Sichern der Arbeitsplätze geboten, hier zu investieren. Folgende Optionen halte ich für wichtig:

Sie mögen nun sagen. "Das wird ja alles so teuer". Klar man muss sparen. Also hier ein paar Sparvorschläge:

Dann gäbe es noch die nationale Forschung. Die ist ein Trauerspiel. Eine Nation die von der Technologie lebt, muss einen eigene Forschungslinie haben, finanziert von einem Etat der vergleichbar zu dem ESA Beitrag ist, und der pro Jahr mindestens 1-2 eigene Missionen ermöglicht. Mögliche Projekte wären:

Ein ziviler Erderkundungssatellit, der neue Kommunikationsstrategien wie Datenübertragung per Laser oder im Breitband zum Bundeswehrkommunikationssatelliten durchführt. Mit hochauflösenden Kameras bestückt, findet sich sicher auch bei der Bundeswehr ein Partner zur Mitfinanzierung

Eine Flotte von Satelliten mit Multspektralkapazität und Radar, um Umweltsünder in Deutschland und der Nordsee schnell dingfest zu machen. Querfinanzierung durch saftige Bußgelder wäre denkbar.

Ein deutscher Mondorbiter bestückt mit den leistungsfähigen Kameras und Radargeräten die wir schon entwickelt haben (TerraSAR, HRSC). Denken sie dran wie sich Frau Merkel freuen würde, wenn sie eine Rede zum Anlass der ersten nationalen Raumsonde halten könnte! (Ein Tipp: Schicken sie sie mir vorher zu, damit nicht solche Faux Pas wie die Zuschreibung der Teflonpfanne und des CD-Players als Raumfahrttechnologien vorkommen. Das war bei der Rede zur Auslieferung von Columbus echt peinlich, zumal unsere Bundeskanzlerin ja Physikerin ist und vielleicht daher mehr Ahnung von Technik haben sollte).

Dies alles macht mehr Sinn, als dem Autofahrer 1-2 Tankfüllungen als Steuervergünstigungen zu schenken. Denken Sie einmal drüber nach!

Ihr Bernd Leitenberger

Was gibt es noch neues? Ich habe gestern durch Zufall bemerkt, dass unsere Hochschule einen Zugang zu den E-Books bei Springer hat. Da habe ich mir doch gleich mal den Belitz-Grosch (DIE Bibel für Lebensmittelchemiker) und den Frede (Das entsprechende Buch für die Technologie) heeruntergeladen. Dazu noch ein paar andere. Leider gab es bei Raumfahrt nur das Lehrbuch von Messerschmidt, an dessen Qualität ich angesichts einiger Fehler im Kapitel Trägersysteme (das ich überflogen habe) doch meine Zweifel habe. Aber immerhin. Nun kann ich mein neues Buch dem aktuellen Stand der Forschung anpassen.

Danken möchte ich dann noch Dr. W. Hofmann: Von Ihm stammt die erste Kundenkritik zum Geminiprogramm, und dann gleich mit 5 Sternen! Vom ATV Buch habe ich übrigens noch keine Rückmeldung bekommen, außer dass ich anstatt "Weltraumspaziergang" eher einen fachlicheren Begriff wählen sollte. Aber vielleicht hat es auch noch keiner ganz durchgelesen. Ich hoffe danach gibt es auch eine Rezension zu diesem Buch bei Amazon.

Sonntag, 16.11.2008: Welche Auflösung haben Spionagesatelliten wirklich?

Heute erhielt ich eine Mail in der mir Präjudix über eine Diskussion mit einem Studenten erzählte, der den Standpunkt vertrat die KH-12 hätten 2.5 bis 5 cm Auflösung. Ich habe ihm erklärt warum das technisch unmöglich ist - neben den Gesetzen der Optik limitieren auch hier auch die begrenzten verfügbaren Frequenzen für die Datenübertragung (Ein ziviler Satellit mit 50 cm Auflösung überträgt seine Daten mit 800 MBit/s - man kann sich leicht ausrechnen, dass man für 5 cm dann 80 GBit/s übertragen muss und leider gibt es keine für militärische Zwecke frei gehaltene Frequenzbänder die so breit sind).

Doch man kann es auch anders angehen. Welche Auflösung braucht man? Zum Erfassen der militärischen Leistungsfähigkeit braucht man nur eine mittlere Auflösung - Man zählt dann Flugzeuge, Panzer, Transporter - Keiner zählt Soldaten, denn diese laufen ja nicht zur Front. Google Maps hat etwa eine Auflösung von 1 m - das reicht aus um nicht nur Fahrzeuge zu zählen, sondern auch grob den Typ zu bestimmen.

Wichtig ist sicher aber technische Details, z.B. die Form neuer Panzer und Flugzeuge zu erfassen. Aber braucht man dazu 5 cm Auflösung? Das folgende Bild ist eine Grafik der F-22 Raptor. Im Original hat das Flugzeug eine Länge von 19 m. Bei einer Bildgröße von 375 Pixel hat diese Aufnahme eine Auflösung von 5 cm/Pixel. Die folgenden Bilder habe ich in der Größe beibehalten, aber zuerst das Bild um den Faktor 2,4 und 10 verkleinert und dann vergrößert. So ging Information irreversibel verloren und man erhält ein Bild wie wenn man über die sinnvolle Auflösung hinweg vergrößert.

F-22 5 cm Auflösung

F-22, 5 cm/Pixel

F-22, 10 cm/Pixel

F-22, 10 cm Pixel

F-22, 20 cm/Pixel

F-22, 20 cm/Pixel

F-22, 50 cm/Pixel

Wie deutlich zu sehen sind die wesentlichen technischen Details des Flugzeugs auch bei 20 cm Auflösung noch zu erkennen. Die Form und grobe technische Details sind noch bei 50 cm zu erkennen und das Flugzeug von anderen Typen ist bei dieser Auflösung immer noch gut zu unterscheiden. Das zeigt der Vergleich der Abbildung mit der des Vorgängermodells, der F-15 mit ähnlicher Gestalt:

F-15, 50 cm Pixel

Ich denke das sagt vieles aus. Wie bei anderen Dingen auch geht es um die Auflösung die man braucht. Bei einem Foto von jemanden wollen sie ja auch nicht jede Hautschuppe erkennen. Es hat auch Folgen für die Auswerter. Da man auf einem Monitor nur begrenzt Informationen darstellen kann braucht man auch viel mehr Personen um ein Gebiet zu überwachen.

Montag 17.11.2008: Sonnenenergie und die Wirtschaftlichkeit

Wir wissen es alle: Die Sonne liefert uns mehr Energie als wir jemals brauchen werden. Der Weltenergieverbrauch betrug 2007 insgesamt 432 Exajoule, das sind 13.9 Terrawatt Dauerleistung. In der Sahara beträgt die Sonneneinstrahlung pro Jahr etwa 1800-2000 kWh pro m². 68000 km², ein Bruchteil der Fläche Deutschlands würde ausreichen wenn man die gesamte Energie nutzen könnte.

Doch das können wir nicht und bislang haben wir zwei große Alternativen:

De Fakto haben wir heute also nur die Auswahl zwischen teuren Anlagen und inneffektiver Ausnutzung der Energie (sorry Natur, aber das musste mal über Photosystem I+II gesagt werden).

Doch es gibt vielleicht eine Alternative: Algen wachsen viel schneller als höhere Pflanzen. Einige Arten bilden sogar Öl, das man mit wenig Aufwand direkt einsetzen könnte. Vor allem aber brauchen sie kein Süßwasser. Ich bin da durch einen Artikel von Stern gekommen. Er ist fokussiert auf den Biodieseleinsatz, immerhin macht Öl etwa 50 % der Trockenmasse aus. Schon unter diesem Aspekt beträgt der Ertrag 56000 l/ha. Das sind etwa 50 kWh/ha also immerhin das 10 fache des Chinaschilfs. Eine Nutzung in der Sahara bei mehr Sonne und die Nutzung der restlichen Trockensubstanz würde die Bilanz noch weiter vergrößern.

Der Hauptvorteil aber: In einem geschlossenen System: Glasröhren könnten die Algen umgepumpt werden, wachsen, gedeihen und nach einer strecke geerntet werden. Dort kann man zentral die Algen ernten und aufbereiten. Was ist denkbar? Zum einen natürlich die Abtrennung des Öls. Den Rest der Biomasse würde man vergären zu Methanol und die mineralischen Teile mit einem Teil der nicht geernteten Algen erneut in den Kreislauf zurückführen (der Dünger für das Wachstum). Dabei gewinnt man Methan. Methan wiederum kann man in einem Turmkraftwerk mit Kohlendioxid zu Methanol und Kohlenmonoxid umsetzen. Das Methanol wird man vor Ort nutzen um Biodiesel aus den Pflanzenölen zu bilden (ebenfalls in einem Turmkraftwerk). Das restliche Methan und das Kohlenmonoxid kann man nutzen um als Generatorgas zum Heizen eingesetzt werden, oder man kann aus Methan auch Wasserstoff bilden. Wegen der Problematik des Wasserstofftransportes über längere Distanzen (Wasserstoff kann wegen seiner kleinen Molekülgröße in geringem Maße durch Metall diffundieren). würde ich davon abraten.

Nimmt man einen Gesamtertrag von 100 kWh/Jahr und Quadratmeter an, so bräuchte man für den Weltenergiebedarf zwar deutlich mehr als mit Solarzellen (5 anstatt 20 % durchschnittlich ausgenutzte Energie), aber die fläche wäre angesichts der vielen Wüsten- und Trockengebiete noch zu verschmerzen - und es wäre eine finanzierbare Lösung. Es ist vor allem sinnvoller als Flächen die man für den Anbau von Nutzpflanzen für die Ernährung braucht zu nutzen um Treibstoffe herzustellen, die doch nicht ausreichen die enormen Mengen die Autos verbrauchen zu decken. Ein jeder Autofahrer möge bitte nur mal in Gedanken überschlagen wie viele Liter er pro Jahr tankt und wie viele Liter Salatöl er pro Jahr kauft. Da sollte dann der Groschen fallen.

Was gibt es noch? Ich habe mal über Matthias Frage wegen des LM-Buches nachgedacht. Das ganze ist ja was anderes wie bei den Raumfahrtbüchern. Da ist man es ja gewohnt für gute Bücher etwas tiefer ins Portemonnaie greifen zu müssen (und ich bilde mir ein, meine gehören dazu) und die billigeren enthalten eben nicht viele Infos und sind mehr an das breite Publikum gerichtet. Bei Büchern über Ernährung ist das was anderes. Da gibt es schon unzählige. Sicher nicht welche mit der Zielsetzung wie meines, aber doch viele und die Konkurrenz ist groß.

Ich habe ja schon von Gemini zum ATV das Buchformat gewechselt (von 15.5 auf 17 cm Breite) um mehr Text unterzubringen. Nun habe ich noch die Schriftgröße von 11 auf 10 Punkt im Text geändert. Das brachte eine Verkürzung um 13 Seiten oder 10 %. Wenn ich nun die Abbildungen weitgehend weglasse und etwas raffe müsste ich mit um die 210-220 Seiten hinkommen, was einen preis unter 20 Euro erlaubt.

14.11.2008: Klimaschutz kann man nicht aus der Portokasse finanzieren

Zwei Kommentare zu den letzten Blog Einträgen bringen mich dazu nochmal das Thema Ersatz begrenzter Rohstoffe durch regenerative Energien anzusprechen. Das habe ich schon mal vor einem Jahr in einigen Rechenbeispielen getan. Was uns wohl allen klar ist: Früher oder später muss man Erdöl, Erdgas und Kohle, aber auch Uran durch regenerative Quellen ersetzen. Einfach weil sie begrenzt sind.

Die wichtigste Energiequelle die wir haben ist die Sonne. Wasserkraft und Windkraft mag an bestimmten Standorten oder sogar bei bestimmten Ländern (Norwegen z.B.) eine Ergänzung oder Alternative sein. Aber eben nicht global. Okay. Machen wir mal eine Bilanz für die BRD. Das ist der Energieverbauch der BRD in 2007:

1 PJ sind 1 Billiarde oder 1015 J. Das sind pro Bundesbürger 168.8 GJ. Nur mal zum Vergleich: 1 l Pflanzenöl, der energiereichste einfach zu gewinnende Naturstoff hat 38.9 MJ. Dies entspricht also 4330 l Pflanzenöl pro Person und Jahr.

Also fangen wir mal an zu rechnen. Ein Vorschlag war ja die gesamte überbaute Fläche zur Energiegewinnung zu nutzen. Zur Erklärung: Das sind nicht nur Gebäude, sondern das sind auch Straßen, Autobahnen etc. Da die Solarzellen nach Süden ausgerichtet sein müssen, wird man nicht die ganze Fläche nutzen können, oftmals auch nicht aus baulichen Gründen. Derzeit sind 4.5 % der Fläche der BRD überbaut. Nimmt man davon die Hälfte also 2.25 % so sind dies in der BRD 357.104 km² * 2.25 / 100 = 8034 km².

Pro Quadratmeter fallen auf die BRD etwa 800 kWh Sonnenenergie (im Mittel). Solarzellen mit 20 % Wirkungsgrad können pro Quadratmeter also 160 kWh Energie gewinnen. So sind dies: 8034 km² * 1000000 m² pro km² * 160 kWh * 3600 s * 1000 w (Umrechnung kWh in J) = 4628 PJ

Das reicht also aus um ein Drittel des Energiebedarfs zu decken. Erfreulich mag man denken. Doch: Was kostet es uns? Derzeit kostet 1 m² Solarzellen in der Installation so um die 1000 Euro. Für 8000 km² müsste man so 8000 Milliarden Euro hinlegen. Bis dies wirklich konkurrenzfähig ist, müssen die preise noch erheblich absinken. Das ganze wird natürlich dadurch relativiert, das Solarzellen sehr hohe Anfangsinvestitionskosten haben und später nur geringe Wartungskosten. Das macht die Sache teurer als man denkt denn man spart ja später wieder Geld ein. Wenn die Zahlen über Wirkungsgrade und Verlust über die Jahre stimmen, dann würde eine Reduktion der Herstellungs- und montagekosten auf ein Drittel ausreichen um zumindest die heutigen Strompreise zu erreichen.

Soviel zu Solarzellen. Nun zu dem Rest der Energie. Wie oben erläutert liefert ein Quadratmeter Land mit den Algen 50 kWh oder 180 MJ Energie pro Jahr. Für die restlichen 9214 PJ braucht man dann 51200 km² Land. Dabei ist dies die effizienteste Lösung, wenn auch nicht sehr schön anzusehen (man stelle sich 51000 km² Fläche nur überdeckt mit Glasröhren in denen Grünalgen schwimmen vor). Wenn man auf akzeptierte Technologien wie Chinaschilf, schnellwachsendes Grass oder Getreide umsteigt kommt man nur auf etwa ein Zehntel des Ertrags und bräuchte eine Fläche die Größer ist als die BRD.

Daher meine Idee das ganze in die Sahara zu verlagern wo die riesigen Flächen vorhanden sind und - als Zusatznutzen die sonne pro Quadratmeter 2000 kWh anstatt 800 liefert, so das man nur die Hälfte der Fläche braucht. Verglichen mit den Anlagen muss die Fläche dort billig sein. Warum kauft man sie nicht einfach?

Doch viel billiger geht eben Energiesparen. Und hier sind wir gefordert: Es ist möglich den Energieverbrauch zu senken. Ich habe bei uns alte Kühl- und Gefrierschränke durch neue ersetzt. Alle Lampen durch Energiesparlampen und Fernseher und Computer und andere Verbraucher mit Stand-By sitzen an einer Steckdosenleiste. Als Folge sank unser Energieverbrauch für ein zweigeschossiges Haus von 4800 auf 3500 KWh. Die Heizung wird um 10 Uhr abgeschaltet und erst morgens wieder eingeschaltet. Angeblich soll das keine Ersparnis bringen weil das Aufheizen genauso viel kostet - Meine Erfahrung ist eine Andere. Es bringt zwischen 25 und 30 % Heizölersparnis. Und zum Thema Auto? Wie sagte der Typ aus der Kaffee Werbung "ich habe gar kein Auto Signorina...."

Was gibt es neues? Sonst nichts. Ich überarbeite gerade mal den Aufsatz über die Technologie von Satelliten. Einige Erkenntnisse von zivilen Satelliten machen eine Revision nötig. Ansonsten arbeite ich an dem LM Buch. Inzwischen habe ich nach einem Probeausdruck einer dicht beschriebenen Seite die Schriftgröße auf 9 Punkt verkleinert. Ich kann's noch gut lesen und ich sehe ja nicht besonders gut. Das erhöht die Informationsdichte und da der Buchpreis direkt von der Seitenzahl abhängt wird so auch das Buch billiger. Ich bin nun ganz optimistisch, das es unter 20 Euro kosten wird. Beim Lesen habe ich bemerkt, das ich schlauer geworden bin. Okay, das muss ich erläutern. Es gibt in jedem fach eine Art "Bibel": Ein Buch welches die wichtigsten Grundlagen enthält und mit dessen Erwähnung "Das steht aber in XY ganz anders drin" oder noch besser "Aber nach XY, Seite 252-255 ist das falsch" man jede Diskussion schnell beenden kann. Die Bücher haben nur einen Nachteil: Eben weil sie Standardwerke sind, sind sie konzentriert geschrieben und verwenden Fachchinesisch. In der Lebensmittelchemie ist die "Bibel" der Belitz-Grosch. Als ich ihn als Student gelesen habe fand ich ihn sehr schwer verständlich und ich brauchte lange um die Kapitel durchzulesen. Das fiel mir heute viel einfacher, ja ich fand ihn fast allgemeinverständlich geschrieben. Früher habe ich öfters "den Baltes" (Originalton unseres Professors "Lebensmittelchemie für Köche" und den Fredel gelesen. Heute muss ich meinem Professor recht geben. Da steht echt nicht viel drin. Das beste aber ist: Ich entdecke das ich sogar mehr weis als der Belitz. Das Kapitel über Zusatzstoffe ist doch recht schwach... Also da findet man in meinem Buch einiges mehr.


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