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Web Log Teil 91 : 6.12.2008-

Samstag 6.12.2008: Kann man Krieg noch bezahlen?

Als ich über die Genauigkeit, mit der man die Bahn korrigieren kann sprach, habe ich auch Munition und Bomben angesprochen, die heute gelenkt wird. Ich habe dann nach Beispielen für die Genauigkeit gesucht, aber zuerst nichts gefunden. Das Thema hat mich aber nicht losgelassen und ich habe weiter gesucht. Man lernt wie immer etwas dazu. Neu für mich war, dass Schiffsartellerie wieder mehr zum Einsatz kommen soll. Zum einen machen neuere Munitionstypen es möglich, die Reichweite zu steigern: Konventionelle Geschütze mit normaler Munition wie die 155 mm Kanone der Panzerhaubitze erreichen 40 km bei 12-40 m Genauigkeit - in etwa dieselbe Reichweite wie die großkalibrigen Geschütze im zweiten Weltkrieg bei höherer Präzision. Bei der Trennung in Sprengkopf und Sprengladung gibt es eine Reichweitensteigerung auf 60-70 km und mit zusätzlichem Raketenantrieben und Steuerflossen (zum Gleiten) soll ein amerikanisches System bis zu 160 km Reichweite erreichen. (Letzteres ist aber nur auf großen Schiffen mit mehr als 10000 t Wasserverdrängung einsetzbar)  Wahrscheinlich ist noch mehr möglich mit Gleitflügeln. Ich denke da an das Projekt der Wehrmacht die A-4 mit Flügeln auszurüsten und damit die Reichweite auf 600 km zu steigern. Gegenüber den heutigen Steuerflossen wären dies dann echte Flügel. Die Granate erreicht dann das Ziel allerdings nicht mehr mit Überschallgeschwindigkeit.

Bei der Recherche stieß ich auf einen Artikel, in dem stand, dass nun einige Armeen beginnen ihre Schiffsgeschütze im 127 mm bis 155 mm Kaliber umzurüsten. Schiffe sollen mit den neuen Geschützen auch Landziele angegriffen werden. Das gehöre zur neuen Strategie der Armeen. Immerhin - mit 160 km Reichweite würde ein solches System (LRLAP) bei vielen Ländern einen großen Teil der Landfläche abdecken.

Das Dumme nur - und das zeigte sich schon im Irakkrieg - das ganze wird recht teuer. Eine M982 Excelsior 155 mm Artilleriegranate (57 km Reichweite, 10 m Treffergenauigkeit) kostet 40-80.000 Dollar. Ich weiß nicht wie viel eine normale Artilleriegranate kostet, aber ich denke diese Präzisionswaffe wahrscheinlich 10 mal teuer ist als eine konventionelle Granate. Die Panzerhaubitze 2000 erreicht ja auch schon normaler Munition 40 km Reichweite mit 12-40 m Genauigkeit (je nach Quelle).

Der Irakkrieg wurde ja schon recht teuer und es ist anzunehmen, das zukünftige Kriege noch viel teurer werden. Man muss nur die Kosten für neue Kampflugzeuge sich ansehen. Als die Bundeswehr sich  Anfang der sechziger Jahre Starfighter kaufte waren es noch 916 Stück zum Preis von 5-6 Millionen DM pro Stück. Von der Tornado waren es nur noch 324 Stück zu einem Preis von 60 Millionen DM pro Stück und beim Eurofighter sind es 148 Stück für je 85.9 Millionen Euro.

Selbst das US Militär (bei dem das Geld lockerer sitzt) hat einige extrem teure Projekte gestoppt, so die B-1B, B-2, F-117 und F-22. Bei allen reduzierte man die geplante Stückzahl gravierend. Von der F-22, mit 190 Millionen Dollar, das teuerste Jagdflugzeug der Welt leistet sich selbst die US Air Force nur noch 175 anstatt geplanter 800 Maschinen. Krieg zu führen wird mit den moderneren Waffen recht teuer, auch wenn die Verluste bei dem Angreifer drastisch sinken. (Nicht bei den Angegriffenen und noch schlimmer: Die Anzahl der Ziviltoten steigt laufend an: Im zweiten Weltkrieg waren noch 50 % der Toten Zivilisten, in Vietnam 70 % und im letzten Irakkrieg waren es 90 %).

Auf der einen Seite haben wir also immer ausgeklügelte Waffen mit immer höheren Kosten. Auf der anderen Seite scheint das Militär nicht mehr Fähig zu sein, auch nur grundlegende Pflichten zu erfüllen: Sie haben es sicher gehört: Die deutsche Fregatte Mecklenburg-Vorpommern hat einen Angriff von Piraten auf das Kreuzfahrtschiff Astor verhindert. Mit zwei Warnschüssen wurden die Piraten vertrieben. Der Golf von Aden, aber auch die ganze Region um Somalia ist heute ja nicht mehr für die Schifffahrt sicher, aber nicht die einzige Zone auf den Weltmeeren wo dem so ist. Auch in indonesischen Gewässern rund um die Straße von Malakka tummeln sich Piraten. Seit einigen Jahren patrollieren nun dort Kriegsschiffe, aber das Piratentum ist nicht gelöst. Wie auch? Bei uns wird darüber diskutiert ob die Bundeswehr entführte Flugzeuge abschießen darf und dort greifen bewaffnete Gruppen eines fremden Landes ein unter deutscher Flagge fahrendes Schiff an, mit deutschen Passagieren an Bord und bekommen gerade mal einen Warnschuss? Eh Leute tickt noch richtig? Wofür haben wir die Bundeswehr? Bei Piraten gibt es keine Warnschüsse, da wird gleich versenkt! Das wäre auch endlich mal ein Szenario, wo dieses neue Brennstoffzellen U-Boot nützlich ist, denn natürlich können die Piraten in ihren Schnellbooten eine Fregatte von einem Handelsschiff unterscheiden und werden schnell das Weite suchen. Ein U-Boot das sich da auf die Lauer legt oder einem Schiff folgt, das als Köder dient, wäre da viel praktischer.

Aber zurück zum Hauptthema: Ich befürchte meine Hoffnung, dass die teuren Waffen mal zu einer Abrüstung führen können, sind vergebens. Denn inzwischen arbeitet man ja schon an unbemannten Waffen und da kann man sich durchaus Verluste leisten. Drohnen mit ferngelenkten Raketen an Bord gibt es schon. Das US Militär sponsert die Entwicklung autonomer Fahrzeuge die ihren Weg alleine finden, und bei diesen gab es gute Fortschritte in der Entwicklung. Vor allem aber senken diese Waffen die Hemmschwelle einen Konflikt zu beginnen immer weiter ab. Was ist das was jede Regierung bei einem Krieg fürchtet? Nicht die Kosten, sondern die negative Publicity durch eigene Opfer. Wenn man diese durch solche Waffen senken kann, so ist man um so schneller bereit einen Konflikt anzufangen.

Sonntag 9.10.2008: Kleine Nachlese

So, anstatt einige Kommentare individuell zu beantworten heute mal ein Blogeintrag. Auch weil mir so langsam die Themen ausgehen. Fangen wir mal an mit dem (für mich wichtigsten): Der Titelsuche für das dritte Buch. Ich finde alle Vorschläge gut. Nur sie haben nicht so viel mit dem Inhalt zu tun (daher auch das Inhaltsverzeichnis, bei dem man den Umfang der Themen abschätzen kann). Ich habe jetzt eine kleine Kurzbeschreibung gemacht. Wer die liest, der wird feststellen, dass die Titel nicht so passend sind : Es geht schließlich um das Lesen von Zutatenverzeichnissen und eine kleine Zusatzstoffkunde. Ich habe nun eine Beschreibung des Buchs online gestellt. Ich hoffe noch auf bessere Ideen für Titel und Untertitel.

Bislang am besten gefällt mir “Chemie im Essen? Was drin sein darf und was drin ist” und “Was Sie schon immer über Lebensmittel wissen wollten, aber bisher nicht zu fragen wagten”. Mein eigener Arbeitstitel lautet bisher: "Was ist drin? Lebensmittelkennzeichnungen verstehen und durchschauen" ("Was ist drin" ist der Titel, der Rest Untertitel. Ich bin nun mal rational eingestellt und will einen Titel der über den Inhalt informiert.

 Heute gab es zwei neue Kritiken bei Amazon  zum Gemini Buch eine und eine zum ATV Buch. Die letzte ist nicht so positiv. Dem Rezenten sind zu viele orthografische Fehler im Buch, er stört sich an der Werbung der Website (obwohl die ja mit dem Buch nichts zu tun hat) und es sind ihm zu viele technische Daten im Text. klar, ich kann alles auch in Tabellen gießen. Dann bleibt nur noch bla-bla für den Fließtext, denn es ist ja ein technisches Buch. Ich habe relativ viele Tabellen im Buch. Ich kann mir nicht vorschreiben einen Text zu machen ohne Daten. Ich habe ja schließlich mal ein naturwissenschaftliches und ein ingenieurwissenschaftliches Fach studiert und da lernt man das so. Einen Punkt der angesprochen wurde, ist das es zu wenige Diagramme und Zeichnungen gibt. Es gab diese Diagramme und Zeichnungen: Doch für eine Veröffentlichung brauche ich das Einverständnis dessen, der sie erstellt hat: In diesem Falle EADS/Astrium. Doch auf eine Anfrage wurde 7 Wochen lang nicht geantwortet, so dass ich davon ausging keine zu bekommen und die Diagramme die ich hatte, wieder gelöscht habe. Was im Buch zu finden ist, sind die Abbildungen die allgemein erlaubt sind (NASA Fotos) oder für die ich eine Genehmigung bekam (ESA). Das Problem der Copyright Rechte ist noch komplizierter beim nächsten Buch über europäische Raketen (das aktuelle über Lebensmittelkennzeichnung enthält kaum Abbildungen und wenn dann sind es selbst eingescannte Abbildungen von Verpackungen oder Formeln).Das ist auch ein Grund warum es erst mal auf Eis liegt. Ich will mir nicht wegen 100 Exemplaren eine teure Klage wegen Copyright-Verletzung einhandeln.

Trotzdem: Es verkauft sich. Ehrlich gesagt ich schaue jeden Tag mit Freude auf die täglichen Verkaufszahlen (jedes Exemplar wird ja exklusiv für den Besteller gedruckt!). Ich hoffe nur das ist nicht nur der Boom vor Weihnachten. Und immerhin: 4 von 5 Sternen sind ja auch was.

So nun noch zu den Kommentaren zu "So macht man Eindruck". Also das Dictionary das Overlord empfohlen hat, habe ich online getestet aber selbst ein bekanntes Wort wie "Bouquet" kannte es nicht. Die Grammatikprüfung habe ich schon installiert. Bücher mit Textverarbeitungen zu Schreiben ist nicht ganz einfach. Beim Gemini Buch habe ich auch PagePlus und Scribus ausprobiert. Das letzte war chronisch instabil und das erste hatte keine deutsche Rechtschreibkorrektur und Silbentrennung an Bord. TeX ist noch eine Dimension aufwendiger und mag sich lohnen wenn man viele Formeln im Text hat, aber nicht so sehr bei reinem Fließtext. Die Registerhaltigkeit beherrscht inzwischen ja auch OpenOffice.

Nun zu Roman. Wie stellt man die Position einer Raumsonde fest? Eigentlich kann man ja nur die Dopplerverschiebung des Funksignals messen. Das ist abhängig von der relativen Geschwindigkeit von Raumsonde und Empfangsantenne. Über einige Stunden bekommt man so aber sehr viele Meßpunkte und kann einen Bahnbogen rekonstruieren, der immer genauer wird je mehr Messungen hat. Aus den himmelsmechanischen Gesetzen kann man die Bahn berechnen und die Geschwindigkeit ist gegeben durch die Position auf der Bahn (sie ändert sich laufend). So kann man die Position mit sehr hoher Genauigkeit bestimmen. Die neueste Technik nennt sich Δ-DOR. Das steht für Delta-Differential One Way Ranging.

Zwei Antennenstationen messen gleichzeitig die Signale einer Raumsonde und vergleichen die Signallaufzeit. Damit dies mit hoher Genauigkeit geht braucht man eine Referenzquelle. Dazu nimmt eine Radioquelle die (fast) unendlich weit weg ist: Ein Quasar. Seine Radioemission wird abwechselnd zum Raumfahrzeug gemessen und aufgezeichnet. So kann man Störungen die es im Signal gibt heraus rechnen, wenn man die Aufzeichnungen beider Stationen vergleicht.  Je größer der Abstand zwischen zwei Empfangsstationen ist, desto höher ist die Genauigkeit. Mittels Atomuhren sollte eine Genauigkeit von 1 ns erreicht werden. Die Genauigkeit die man dadurch gewinnt ist recht hoch. Die Bahn und Position von Mars Express war vor den ersten Tests nur auf 200 m genau bekannt. Der Fehler einer JPL-ESA Messung betrug nur etwa 0.5 ns, was einer Genauigkeit von etwa 5 m entspricht. Für Phoenix sollen vom JPL (das diese Technik mit mehr Antennen einsetzen kann) sogar 0.06 ns erreicht werden.

Das erinnert mich noch an den Anfang der Rezension. "Immer wieder staune ich, woher er all die Daten weiß". Es ist kein Geheimnis. Ich habe kein rotes Telefon zu Managern von ESA und NASA die mich mit Infos versorgen (ich wünschte es wäre so). Meine beiden Werkzeuge heißen Google und WinHTTrack. Das letzte fertigt eine ganze Website Kopie an, die ich dann lokal nach interessanten Seitentiteln und pdf durchsuche. Das geht viel schneller als die Website im Web zu durchwühlen und man findet vieles versteckte. Das wichtigste ist aber Google - Links nachgehen, nicht nur einem sondern vielen. Suchbegriffe wirksam kombinieren und vor allem der Einsatz von "filetype:pdf" und "filetype:ppt" sind wichtig. Es ist Fleißarbeit. Im ATV Bauch stecken gut 2 Monate Recherche. Für die DOR Technik hier mal ein Tipp.

Montag 9.12.2008: Die Bundeswehr und Leckeres aus China

GDA EmpfehlungenWie passend zum Blog hat das Kabinett beschlossen, sich an einer EU Mission zur Bekämpfung der Piraterie am Golf von Somalia zu beteiligen. Doch wie! Die Bundeswehr soll weder Piraten verhaften, noch Schiffe aufbringen oder gar versenken. Nur sie davon abhalten Handelsschiffe zu kapern. Nicht einmal Soldaten dürfen auf Handelsschiffen zum Schutz mitfahren. Hallo? Habt ihr in Berlin denn vollständig den Verstand verloren? Was soll ein solcher Einsatz? Davon wird das Problem doch nicht gelöst und die betreffenden Soldaten müssen sich doch zu Recht verarscht vorkommen. Es ist der Tiefpunkt in der Weise wie mit der Bundeswehr umgegangen wird. Bis zur Wiedervereinigung war es relativ einfach: Die Bundeswehr hatte nach Grundgesetz nur die Aufgabe der Landesverteidigung und dürfte nur in Friedensmissionen der UNO teilnehmen, aber nicht in Kampfeinsätzen. Dann  meinte man, wir müssten mehr tun und hat das Grundgesetz zu ändern: Mit dem Resultat, dass der erste Kampfeinsatz der Bundewehr kein UNO sondern ein NATO Einsatz war, also völkerrechtlich nicht ganz eindeutig, auch wenn angesichts der Politik von Serbien zwingend notwendig. Seitdem soll nach dem Willen der Regierung die Bundeswehr überall mit dabei sein, ohne dass man sich allzu sehr nass machen will. Es könnte ja gefährlich werden. So schauen sich die Soldaten in Afghanistan die Opiumplantagen an, weil wenn man was dagegen tut, könnte man die Unterstützung der Warlords verlieren und nun sollen sie Piraten vertreiben ohne welche gefangen zu nehmen oder die Schiffe zu versenken. Das letzte halte ich für das wichtigste: Wenn man sich schon scheut die Piraten vor Gericht zu stellen, weil es rechtliche Probleme geben könnte (es fand ja alles im Ausland statt) oder diese einen Asylantrag stellen können. Dann sollte man wenigstens die Schiffe versenken und die Piraten beim nächsten Landgang wieder von Bord schmeißen.

Dann kam gestern noch ein Bericht in Report. Nachdem die Chinesen schon ihre Kinder mit Melamin (nicht Melanin, sondern ein Monomer zur Kunststoffherstellung, das wegen seiner vielen Stickstoffatome im Molekül bei den üblichen Eiweißanalysen (bei denen nur Stickstoff bestimmt wird) einen höheren Proteingehalt vortäuscht) vergiften geht es nun weiter. Nun exportieren die das Zeug schon zu uns, um uns auch noch zu vergiften. Nachdem man in Hirschhornsalz aus China Melamin gefunden hat (technologisch nicht notwendig, das nur nebenbei) entdeckte man in der letzten Woche den Stoff auch in Sojafutter für Puten (ausgerechnet in einem Biobetrieb) und in Milchpackungen in Italien, wo die italienischen Behörden vermuten, die Mafia hat diese milch billigst eingekauft und will sie dann als billigen Rohstoff weiterverkaufen. Dann wird es wirklich kriminell. Dazu kommt noch der Skandal um Dioxin-verseuchtes Schweinefleisch aus Irland.

LogoDas schlimme bei allen: Es ist dem Verbraucher nicht möglich zu erkennen, woher etwas kommt. Weder muss ein ganzes Produkt so gekennzeichnet werden (abgepacktes Schweinefleisch) noch die Zutaten. Lediglich der Hersteller muss angegeben werden, nicht jedoch woher er seine Produkte hat. Dabei findet sich so viel Unsinn heute schon auf den Verpackungen. Bei der Recherche zu meinem Buch bin ich immer wieder über die neuen GDA Kennzeichnungen gestolpert. Sie finden ein Beispiel rechts. Diese Angaben sind ganz gut und schön. Aber sie haben einige Mankos. Das erste: Sie sind meist doppelt gemoppelt. Man findet dieselbe Angabe oft zweimal. Einmal in einer Tabelle zusätzlich zu den Angaben pro 100 g und einmal in diesem typischen Kasten wie hier abgebildet.

Vor allem aber legen die Hersteller selbst die Portion fest. Meist so, das es sehr gut für sie aussieht. Dann wird bei Chips z.B. eine Portion von 20 g festgelegt (eine 200 g Tüte soll also für 10 Portionen gut sein) oder bei Keksen ist eine Portion 1 Keks....

Anstatt den Platz für diese Angaben zu verschwenden, halte ich es wichtiger, ein neues Siegel einzuführen. Eines das dafür steht, dass alle Zutaten eines Lebensmittels aus Deutschland stammen. Das bewahrt einen zwar nicht vor einheimischen Lebensmittelskandalen (man denke nur an das Gammelfleisch), aber zumindest muss man sich nicht über das Gift Sorgen machen dass in Irland oder China herunter gemischt wird.

Aber dazu wird es nicht kommen, auch wenn der Totalversager als Gesundheitsminister (ja ich rede von Seehofer) nun nach München abgeschoben wurde. In seiner Amtszeit gab es eine Politik, die nur noch den Belangen der Industrie folgte. Ein zahnloses Verbraucherinformationsgesetz (5 Monate nach dem Gammelfleischskandal immer noch keine Auskunft selbst bei diesem offensichtlichen Verstoß) und eben die Einführung der GDA Kennzeichnung die nur verwirrend ist anstatt dem viel einfacheren und sofort verständlichen englischen Ampel Systems. Mal sehen ob der nächste Hansel es besser macht.

Ach ja noch ein Tipp für die Chinesen: Man kann die eigenen Leute viel einfacher vergiften als mit Melamin. Zyankali in Produkten die Mandolen enthalten fallen z.B. nicht auf. Dann gibt es eine Reihe von giften Alkaloiden, die in kleiner Menge auch nicht bemerkt werden wie Nicotin oder Akonitin. Wer macht denn so was mit Melamin (LD50 liegt bei 3000 mg7kg). Das ist doch ineffizient. Wenn ihr euer Bevölkerungsproblem in den Griff bekommen wollt, dann löst es anders.

Mittwoch: Weiß Griffin was er will?

Am Montag hat NASA Administrator Griffin mal wieder eine Rede gehalten. Inzwischen schaue ich regelmäßig nach was er so sagt, weil jedesmal was neues rauskommt. Es ging diesmal um die Kommerzialisierung des Weltraums und die NASA. Diesmal ist der folgende Absatz interessant:

"I've been asked on many occasions for my opinion on commercial crew transportation to ISS. We've made an initial $500 million dollar bet on commercial cargo service capability to ISS. That is actually the more critical need, and while I certainly wish that I had more money to invest in developing COTS crew capability - and many other things - I think it unwise to raid other accounts to increase our bet on COTS crew capability.

For those who claim that NASA's systems, the Orion crew vehicle and Ares 1 launcher, will compete with commercial providers, I will again remind everyone that, in our plan, commercial systems are "primary" for ISS logistics. Orion and Ares are the backstop if U.S. commercial providers are not successful in developing such capability. They are sized for missions beyond low-Earth orbit, and will not be as cost-effective as commercial systems built specifically for ISS transport. We should not yield to the temptation to build yet another government system solely for access to LEO. As a matter of fiscal responsibility, we should not design systems like Orion and Ares for low-Earth orbit operations, and then redesign them later for missions to the moon, the near-Earth asteroids, and Mars. And as a matter of strategic policy, the Earth-to-LEO market niche should be left to commercial providers, if they can fill it, and to government systems only if they cannot. "

Also: Griffin will zuerst einmal in einem ersten Schritt die Versorgung durch Cargo durch kommerzielle US Transporte durchführen. In einem zweiten Schritt soll nun auch der Mannschaftstransport durch kommerzielle Firmen durchgeführt werden. Ares und Orion sind zu teuer und sollten dafür nicht genutzt werden.

Dazu ein paar Bemerkungen

Griffin sollte, wenn Obama seinen nächsten Administrator ernennt, zu SpaceX wechseln. Er passt in deren Firmenkultur gut hinein.

Ich möchte nochmals an meinen noch laufenden Aufruf für einen Titel erinnern. Das LM Buch wird wohl erst im Januar erscheinen. Ich brauche viel Zeit mit dem Korrekturlesen, fand heute auch nochmal ein interessantes Lebensmittel zum Besprechen und es haben sich schon zwei Kollegen gefunden die Teile Korrekturlesen wollen, weil sie auch die Thematik interessiert. Beim ATV Buch läuft es inzwischen prächtig. Ich war ja skeptisch ob sich jemand für dieses Nischenthema interessiert, aber in 2 Monaten sind schon 66 Bücher verkauft worden. Wenn das mit dem LM Buch auch so gut läuft, werde ich vielleicht da mehr machen. So als Themen im Kopf hätte ich noch was wie die "Die populärsten Ernährungsirrtümer" und ein Lebensmittelführer, also was ist drin in Milch, Eiern, Fleisch, Gemüse, Obst. Detaillierter als die Einführung in die Grundnährstoffe die das jetzige Buch hat. Ich habe an meiner alten Leidenschaft - Lebensmittelchemie - wieder gefallen gefunden und derzeit wächst die "Was ist drin" Rubrik fast täglich: Es gab eine Reihe von Lebensmitteln, die ich für das Buch mir angesehen habe, aber aus Platzgründen nicht aufnehmen konnte (geworden sind es 12, davon zwei Vergleiche von ähnlichen Produkten). Wie sieht es eigentlich mit dem Interesse an Themen aus dem Beriech Ernährung und Lebensmittelchemie hier im Blog aus?

Dann habe ich mir gedacht mache ich mal was neues: Das Picture of the Day. Da ich gestern mit Eugene Cernans Buch fertig (The Last Man on the Moon: Astronaut Eugene Cernan and America's Race in Space) wurde, ist auch er auf dem Bild des Tages zu sehen. Es ist auch eines der wenigen Bilder, die auf der Mondoberfläche (nicht dem Orbit) gemacht wurden und welche die Erde vom Mond aus zeigen.

Eugene Cernan

Donnerstag 11.12.2008: Konjunkturprogramme

Derzeit überbieten sich die Partien mit Konjunkturprogrammen. Das ist das Patentrezept zum Kurieren der abschwingenden Wirtschaft. Ich halte von irgendwelche Steuervergünstigungen gar nichts. Es wird nichts bringen. Warum? Deutschland ist nicht alleine in der Welt. Die ganze Weltwirtschaft geht nun erst mal in einen Abwärtstrend. Davon können wir uns nicht abkoppeln. Vor allem aber bringen derartige Konjunkturprogramme nichts. Das hat sich schon in den siebziger Jahren gezeigt als man bei einem viel kleineren Problem (verursacht damals durch die Ölkrise) Konjunkturprogramme aufgelegt hat. Helmut Schmidt hat in vielen Interviews gesagt, dass dies damals ein Fehler war und dass er dies bereut. Damals fing die bis heute so hohe Staatsverschuldung an. Man glaubte die ausgegebenen Steuermilliarden würden durch Steuereinnahmen wieder zurückkommen, wenn die Wirtschaft wieder floriert. Aber Untersuchungen zeigen, dass dies nicht der Fall ist. Bestenfalls die Hälfte der ausgegebenen Summe wird wieder eingenommen. Meist deutlich weniger.

Im Gegenteil: Was machen sie als Privatperson, wenn es ihnen schlechter geht, sie weniger Geld zur Verfügung haben? Sie sparen. Genauso sollte es der Staat tun. Wenn er was an der Steuer machen will, dann sollte er das System vereinfachen. Damit entlastet er nicht nur die Bürger, sondern auch die Unternehmen, die weniger Personal für diese Bürokratie benötigen, und die Finanzbeamten haben mehr Zeit zur Verfügung um Steuersüdnern nachzugehen oder genauer zu prüfen. Ein Staat mit einem sanierten Haushalt (womöglich sogar einer der Schulden zurückzahlt?) steht viel besser da in Zeiten einer wirtschaftlichen Krise als einer der laufend neue Schulden macht, zumal dann die einnahmen wegbrechen und die Ausgaben für ALG-II ansteigen.

Wofür sollte der Staat investieren? Meiner Ansicht nach vor allem in Bildung. Seit der ersten PISA Studie wurde es besser. Doch es gibt noch viel zu tun. Auf allen Gebieten: Es ist z.B. wichtig Schüler die hinter her hinken zu fördern. Sachsen macht dies und steht im Ländervergleich daher sehr gut da. Das ist auch eine Investition in die Zukunft, denn jeder der so einen Abschluss schafft hat höhere Chancen auf dem Arbeitsmarkt und ist ein potentieller Empfänger von Sozialleistungen weniger (die viel teurer werden als der Förderunterricht in den Schulen). Dazu gehört auch eine Ganztagesschule und Krippenplätze die es ermöglichen Beruf und Kinder unter einen Hut zu bringen.

Wenn das Auge auf die Hochschulen kommt, dann bin ich ja in der Lage mitzureden. Derzeit läuft es so, dass der allgemeine Etat zurückgefahren wird und die Studiengebühren dies ausgleichen sollen. Die Studiengebühren tragen so nicht zu einer besseren Ausbildung bei, sondern federn nur Einsparungen des Staates ab. Darüber hinaus gibt es ein grundlegendes Problem: Der Staat baut Dauerstellen ab. Das bedeutet, dass ich wie alle anderen Mitarbeiter unserer Fakultät die in den letzten 20 Jahren eingestellt wurden auf einer Zeitstelle. Das bedeutet konkret: Maximal 6 Jahre Beschäftigung bei einer Eingangsbesoldung von TVL9. Beamtet werden nur Professoren. So gibt es bei uns mehr offene Stellen als angestellte Mitarbeiter. Wie dadurch eine gute Ausbildung gewährleistet werden soll ist mir ein Rätsel. Dabei ist bei unserer Hochschule 8dei einmal Fachhochschule war) ja das Verhältnis von Professoren zu Mitarbeitern extrem hoch. Auf jeden Mitarbeiter kommen 2-3 Professoren. An Universitäten ist es gerade anders herum.

Steckt das Geld in die Ausbildung Leute, in Personal und nicht in Bausubstanz wie es oft gefordert wird als Konjunkturprogramm (nichts gegen notwendige Renovierungen, aber man muss nicht das Geld zum Fenster raus werfen). Wenn ihr wollt, dass mehr Leute studieren, dann schaut darauf das Studium zu optimieren: Mit weniger Hohlstunden, der Möglichkeit schnell zu einem Abschluss zu kommen, ohne Wartesemester weil Praktika oder Vorlesungen och alle zwei Semester stattfinden. Gut wäre auch ein Wochentag ohne Studium - um es denen zu ermöglichen, die arbeiten müssen um ihr Studium zu finanzieren dies durchgängig an einem Tag zu tun anstatt nach den Vorlesungen.

Okay, soviel für heute. nun noch das Bild des Tages. Es ist ein Bild von Enceladus, gewonnen im Oktober dieses Jahres. Es ist mit 9 m/Pixel das bislang höchstauflösendste, scharfe Bild dieses Mondes. Die Kamera wurde über ein Gebiet mit den Furchen geschwenkt, aus denen auch das Wasserdampf austreten soll. Hier sind diese furchen hochauflösend zu sehen.

Enceladus


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