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Web Log Teil 95 : 30.12.2008-

Dienstag 30.12.2008: Die lange Reise der NK-33

Ich nutze die Zeit zwischen den Feiertagen für ein paar Updates an der Website. eigentlich habe ich mir ja vorgenommen, an meinem Delphi Skript für den Lehrauftrag an der BA Stuttgart zu schreiben, aber den ganzen Tag ist das zu langweilig und ich habe auch mal Urlaub. (Vor allem fallen mir dann irgendwelche Dinge ein ,die ich noch an meinen Programmen reinachen könnte, so ist schon als Nebenprodukt der Schnellstarter Portable für USB Medien entstanden).

Bei der Recherche bin ich drauf gestoßen, dass die Taurus II nun die NK-33 Triebwerke einsetzen soll. NK-33 sagt ihnen nichts? Aaaaalso für die Nicht-Space Junkies: Die NK-33 sind Triebwerke, die mit der Kombination Sauerstoff/Kerosin arbeiten. Sie wurden bis 1974 für die erste Stufe der N-1 Trägerrakete entwickelt, um die dort verwendeten, sehr unzuverlässigen NK-15 abzulösen. Keines der Triebwerke wurde jemals im Flugeinsatz getestet, sie haben aber eine beeindruckende Testserie hinter sich: 677 Tests mit 108000 Sekunden Brenndauer. Die letzten 246 Tests waren ohne Probleme. Zum Vergleich: SpaceX begnügt sich bei ihrem Merlin Triebwerk, welches das Konkurrenzmodell Falcon 9 antreibt mit 3200 Sekunden Tests. Das NK-33 ist ein Hochdruck Triebwerk, es ist ausgelegt für einen Betrieb bis zu 16000 Sekunden Dauer, kann mit wechselnden Mischungsverhältnissen abreiten und im Schub herunter geregelt werden und nutzt den Treibstoff sehr effizient.

Russland baute 107 Exemplare für Flüge, von denen heute noch etwa 60 übrig sind. Als Gluschko 1974 das N-1 Programm übernahm, hat er die Technik der N-1 verschrotten lassen und er hoffte auf die Entwicklung einer eigenen Trägerrakete namens Vulkan. Dazu kam es jedoch nicht. Glücklicherweise wurde nicht alles verschrottet, sondern die meisten Triebwerke eingelagert. Seitdem gab es einige Interessenten an diesen Triebwerken:

Da bedeutet dass der US Nachschub für die ISS, mit Triebwerken der russischen Mondrakete durchgeführt wird, die mindestens 34 Jahre alt sind, und die in einer Raketenstufe stecken die von einem ukrainischen Unternehmen gefertigt wird. Die Situation der Raumfahrt in den USA hat mittlerweile etwas unfreiwillig komisches an sich....

Was gibt es sonst noch? Ich habe doch mal begonnen an meinem Buch über europäische Trägerraketen zu schreiben und war ganz erstaunt volle 12 Seiten zur Black Arrow zusammen zu bekommen. Mal sehen wie es bei der Diamant aussieht. Ich will mir diesmal aber wirklich viel Zeit lassen und immer dann mal weiterarbeiten wenn ich mal Lust auf ein weiteres Kapitel habe.

Mittwoch 31..12.2008: Vorausschau auf das nächste (Raumfahrt)Jahr

VergleichNachdem sich alle mit Jahresrückblicken und Voraussagen derzeit überbieten. Meine Vorhersagen für das Raumfahrtjahr 2009. Zuerst einmal: Wird die Wirtschaftskrise sich auf die Starts 2009 auswirken? Ein definitives Nein. Aus mehreren Gründen. Das eine ist, dass der Haushalt in den meisten Ländern schon im Oktober oder früher beschlossen wurde. Das zweite ist, dass Raumfahrtprojekte die 2009 starten, im Jahre 2005 oder früher genehmigt wurden. Selbst bei einem normalen Satelliten sind 4 Jahre von Projektbeginn bis zum Start ganz normal. Bei der ESA wird sogar in 3 Jahre Schritten geplant, was noch etwas mehr Sicherheit gibt.

Aber es wird die folgenden Jahre beeinflussen. Projekte die heute schon in Schwierigkeiten sind, und teurer werden als geplant könnten gestrichen werden. Das könnte Exomars bevorstehen. Die USA haben wenig zu streichen, da die Bush Regierung schon in den letzten Jahren die meisten ambitionierten Forschungsvorhaben auf "unbestimmt verschoben" hat. Das mobile Marslabor ist auch wesentlich teurer (1.9 Milliarden Dollar) geworden und startet 2 Jahre später. Doch es wurde zu viel Geld in das Projekt gepumpt, um es aufzugeben. Das könnte eher der 2013 er Orbitermission drohen die schon um 2 Jahre verschoben wurde.

Wo die USA Geld sparen könnte, wären ihre bemannten Programme. Meine Prognose: Man wird nicht, wie immer wieder zu hören, noch einen oder zwei Shuttle Flüge mehr durchführen oder gar die Shuttle Flotte länger in Dienst lassen. Sie werden ausgemustert werden so rasch es geht. Die Shuttles kosten die NASA pro Jahr mehr als 3 Milliarden Dollar -für 4-5 Flüge pro Jahr. Eventuell spart die NASA noch einen Flug ein - die letzte geplante Service Mission von Hubble, die schon wegen technischer Probleme verschoben wurde. Sie steht zwar noch im Launch Manifest mit einem Startdatum am 12.5.2008, doch schon 3 Tage später soll die Endeavour zur ISS starten - es wäre das erste mal das 2 Shuttles gleichzeitig im Orbit wären.

Wo die NASA sparen kann ist das Orion/Ares/Altair Programm. Ich halte es für unwahrscheinlich dass Orion gestrichen wird - schließlich wollen die USA einen eigenständigen bemannten Zugang zum Weltraum haben. Bei der Ares V und dem Altair Mondlander bin ich da nicht so sicher. Die Projekte sind noch in ihrem Anfangsstadium und könnten leicht eingestampft werden. Obama war ja schon im Wahlkampf dagegen und da er erst mal sparen muss, angesichts einer Rekordverschuldung von 9 Billionen Dollar ist logisch. Oder wie Helmut Schmidt sagte "Noch nie hat ein Präsident einen solchen Saustall von seinem Vorgänger hinterlassen bekommen".

Einigen Meldungen zufolge ist das Komitee, das sich für Obama um die NASA kümmert, auch zu der Idee gelangt, die Ares I einzustampfen und zur Delta und Atlas zurückzudrehen. Beide Raketen kann man leicht auf 25 t Nutzlast ausbauen, bzw. die Delta Heavy hat diese Nutzlast ja bereits. (Wobei für ISS Missionen es auch weniger tut, schließlich wiegt Orion 22.7 t wobei bei Erdorbitmissionen ein Großteil der 7.3 t Treibstoff, die mitgeführt werden, entfallen können).

Die Ares I wurde ja vor allem entwickelt wegen der Sicherheit, die NASA stützte sich auf eine Voruntersuchung, deren Ergebnis man hier sieht, wobei die für die NASA wichtige Zahl die ist, die bei LOC steht: LOC steht für Loss of Crew, also Tod der Besatzung. Okay, da ist die Ares I mit 1:2000 etwa doppelt so gut wie eine Delta oder Atlas mit etwa 1:1000. Aber beide Ziffern sind jenseits von Gut und Böse. Die Trägerraketen selbst sind zuverlässiger als die Sojus, die einen Durchschnittswert von 97 % hat und schon zweimal bei bemannten Missionen versagt hat. Ob die Sojus Kapsel eine Zuverlässigkeit von 1:1000 hat? Angesichts der harten Landungen der Sojus-TMA, mit extremen Belastungen für die Besatzung, wage ich das mal anzuzweifeln. Ein ausgereiftes System sieht anders aus. Trotzdem bucht die NASA Plätze auf der Sojus.

Ich halte es für logisch, auf die Atlas und Delta zurückzugreifen und wundere mich warum man dies nicht schon vorher getan hat. Sicherheit für Raumfahrer - Ja, aber nicht zu jedem Preis. Heute fliegen die Shuttles immer noch mit einem Risiko (seitens der NASA eingestuft) von einem Verlust auf 80 Flüge. Vor Columbia bezifferte man es zu 1:300 und trotzdem fanden Starts statt. Nun versprechen Fluchtturm und massive Kapsel das LOC auf 1:1000 zu minimieren. Ich denke dabei sollte man es belassen.

Wie sieht es in anderen Ländern aus? Russland hat in den letzten Jahren immer mehr Geld durch die Exporte von Erdgas eingenommen. Das dürfte sich nun drastisch ändern. Nachdem das Geld bislang vor allem in militärischen Programmen landete, oder militärisch nutzbaren Programmen wie den GLONASS Satelliten oder Kommunikationssatelliten auch für die Streitkräfte sehr ich schwarz für das zivile Programm. Da die Angara bislang nicht so richtig in die Puschen gekommen ist und Phobos-Grunt auch mehrfach verschoben wurde, von kostenintensiveren Projekten wie Klipper ganz zu schweigen, nehme ich mal an. Das war es für Angara und Phobos-Grunt.

Auch China hat seine Aktivitäten erweitert und dieses Jahr mit 11 Starts pro Jahr so viele Satelliten wie nie zuvor gestartet. Doch China trifft die Rezension genauso wie die westlichen Staaten, vielleicht noch stärker, weil die Nation anders als der Westen, noch nie eine durchmachen musste (man erinnere sich noch wie überzogen bei uns reagiert wurde als die Konjunktur in den siebziger Jahren einbrach). Da die Langen Marsch 5 schon einige Jahre hinter dem Plan hinterherhinkt, kann es gut sein, dass auch diese nicht kommt. Ob es auch für das bemannte Programm durchschlägt? Wohl eher nicht. Das ist eine Prestigefrage, auch wenn Shenzhou im Westen mehr belächelt wird, nach dem Motto "Müssen die eigentlich alles kopieren?". Es ist wichtig für die Chinesen und die identifizieren sich mit Shenzhou. Aber das ambitionierte Mondprogramm dürfte wohl noch auf sich warten lassen.

Noch eine konkrete Prognose: Der Jungfernflug der Falcon 9 steht an. Ich prognostiziere dass sobald dieser näherrückt oder wenn er stattfand, die angegebene Nutzlast der Falcon 9 auf wundersame Weise wird sinken, und zwar drastisch. Derzeit (31.12.2008) steht auf SpaceX Seite (ganz unten) noch 12500 kg in 200 km 28.5 Grad LEO und 4640 kg in GTO.

Donnerstag 1.1.2009: Wie sicher muss bemannte Raumfahrt sein?

Ich habe das Thema ja schon letztes Mal angesprochen, und nach einigen Vorabmeldungen wie im Daily Telegraph, gibt es auf den entsprechenden Seiten, nun auch eine offizielle Bestätigung: Das "Transition Team" von Barack Obama ist für die Einstellung der Ares I und Verwendung der Delta und Atlas. Die Gründe sind einfach: Das kostet 3.4 Milliarden weniger als die Ares I (prognostiziert für 10 Milliarden) und sie könnten schon 2013 anstatt 2015 zur Verfügung stehen.

Griffin scheint das nicht so zu sehen: "Still, NASA Administrator Michael Griffin said the Ares I rocket is the safest, most reliable and most affordable way of returning astronauts to the moon, the newspaper said.". Also zuerst einmal denke ich, ist das Zitat aus dem Zusammenhang gerissen, denn es spricht ja niemand davon die Delta und Atlas als Mondrakete einzusetzen - dafür müsste man ihre Nutzlast schon um den Faktor 6 steigern. Doch davon unabhängig einige Anmerkungen:

Ich halte es äußerst kühn, eine noch gar nicht existente Rakete als sicherer zu bezeichnen, als ein eingeführtes Trägersystem, Delta 4 und Atlas IIII/V starteten bislang 28 mal, dabei gab es zweimal den Fall das die Sollbahn nicht erreicht wurde, was ein Raumfahrzeug eventuell mit eigenen Treibstoffvorräten ausgleichen könnte (und die Satelliten auch taten). Ich gebe Griffin dahin gehend recht, dass ein für maximale Sicherheit ausgelegtes Trägersystem potentiell einem Trägersystem überlegen ist das für Satellitentransporte ausgelegt ist. Doch das gilt nur wenn ich entweder existierende Trägersysteme vergleichen kann oder Entwürfe vergleichen kann. In jedem Falle kann erst die Praxis zeigen, ob dem so ist. Es gibt ja Beispiele: Der Space Shuttle war auch ein bemanntes Raumfahrzeug, doch seine Sicherheit war nicht höher als bei vielen Trägerraketen. Auch Ariane 5 wurde entwickelt, um Hermes zu starten - und hat zwei Fehlstarts und zwei unplanmäßige Orbits bei 42 Missionen aufzuweisen: Allerdings: Keine dieser Missionen wäre gleichbedeutend mit einem Verlust der Besatzung gewesen. In jedem Falle hätte es die Möglichkeit gegeben, sich mit einem Fluchtturm in Sicherheit zu bringen. Das denke ich, ist die wichtigste Sicherheitsmaßnahme bei einer Trägerrakete für bemannte Missionen. Die Möglichkeit die Kapsel bei einem Fehlverhalten schnell genug abzusprengen. Das ist aber auch gegeben bei einem Satellitenträger. Dann muss die Teägerrakete selbst nicht einmal so viel sicehrer sein. Gemini und Mercury starteten ja auch mit stink normalen ICBM's und nicht speziell auf maximaler Sicherheit entwickelten Versionen. Das gleiche gilt heute die Lange Marsch 2F und die Sojus-U.

Vor allem finde ich die Position von Griffin recht scheinheilig: Wenn mir wirklich die Sicherheit der Besatzung am wichtigsten ist, dann betreibe ich nicht ein System weiter, dessen Sicherheit meine eigenen Leute mit 1:80 einstufen (Space Shuttle), wenn ich an einem Risiko von 1:2000 für den nächsten Träger interessiert bin und Träger mit einem LOC Risiko von 1:1000 daher ablehne. Weiterhin setze ich dann keine Personen in eine Sojus Kapsel, bei der bislang ebenfalls 2 von 105 Missionen bislang mit dem Tod der Besatzung endeten (Risiko 1:52). Besonders pikant: Geht man die Umrüstung jetzt an, stehen die Träger erst 2013 zur Verfügung. Die Entscheidung gegen sie fiel 2005. Also kleine Kopfrechnung: Hätte man sich 2005 dafür entschlossen ständen sie 2009 zur Verfügung - damit hätte es keine Lücke bei den Transporten zur ISS gegeben und nicht den Bedarf in Russland Sitze zu kaufen auf einem System ddesen Sicherheit bestimmt nicht höher ist als die von Delta/Orion oder Atlas/Orion.

Noch mehr erstaunt mich, dass zwar die Umrüstung der Atlas und Delta um 3.4 Milliarden billiger wird, aber das kostet dann ja immer noch 6.6 Milliarden Dollar - nicht gerade wenig für eine schon existierende Trägerrakete. Zum Vergleich: Das Preisschild für "Umbau des ATV in ein bemanntes Raumfahrzeug und Modifikation der Ariane 5" liegt bei 2-3 Milliarden Euro.

Das zeigt de Fakto die Situation, in der sich die NASA derzeit befindet. Es ist nicht nur, das natürlich bei einem neuen Präsidenten und einer Rezension das Constellation Programm in der Schwebe ist. Schon vorher war unter Griffin der NASA Kurs voller Widersprüche -

Manchmal bin ich doch froh, dass es in der ESA anders läuft....

Sonntag 4.1.2008: Mein Vorschlag für ein Konjunkturprogramm

Bei mir steht die Renovierung des Bades in unserem Ferienhaus an. Es ist nicht sehr groß. Es geht um das Neukacheln, neue Amateuren und Ersetzen einer Badewanne durch eine Duschkabine. Trotzdem kommt das ganze auf 9500 Euro. Warum es so teuer ist? Ein Blick auf die Posten verrät es: Eine Handwerkerstunde kostet knapp unter 40 Euro, zusammen mit der Mehrwertsteuer ist man dann leicht bei 46-47 Euro die Stunde. Im Vergleich dazu liegt mein Netto-Lohn bei etwas  über 10 Euro pro Stunde. Um eine Stunde eines Handwerkers zu bezahlen muss ich als Ingenieure (immerhin mit etwas höherer Qualifikation) also mehr als 4, fast 5, Stunden arbeiten. Das ist doch die eigentliche Misere heute und der Grund warum wir heute noch 3.5 Millionen Arbeitslose haben. Solange es diese enorme Kluft gibt, zwischen dem was man selbst netto verdient, und dem was man für die Arbeit anderer zahlen muss.  Solange wird es Schwarzarbeit und viele Arbeitslose geben. Nach dem Bundesfinanzministerium entgehen dem Bund durch Schwarzarbeit 70 Milliarden Euro pro Jahr. Der Gesamtumfang gemessen am BIP liegt bei 15 % oder rund 345 Milliarden Euro. Was macht unser Staat dagegen? Er gründet eine eigene Abteilung beim Zoll mit 7000 Beschäftigten. Besser wäre es die Arbeit billiger zu machen. Politiker reden dann gerne von Steuersenkungen, Abbau von Sozialleistungen etc. Meiner Meinung nach ginge es viel einfacher: Man müsste nur die Mehrwertsteuer auf Arbeit erlassen, die direkt an den Endverbraucher geleistet wird. Nicht die Mehrwertsteuer allgemein, wie sie auf Produkte anfällt. Aber eben für alle Serviceleistungen, Handarbeiterrechnungen etc. Weil das recht radikal ist, schlage ich vor es erst mal eine Runde kleiner zu versuchen. Es zu begrenzen auf eine Branche. In der sich anbahnenden Rezession ist unser Staat ja sofort da Unterstützung zu leisten. Wofür? Für die Automobilindustrie, die es in 100 Jahren nicht geschafft hat ein sparsames, leichtes, kleines Auto zu entwickeln. Eine Industrie, die darauf setzt, dass auch in 100 Jahren sich Leute es leisten können 800-1000 kg zu bewegen nur um schneller von A nach B zu kommen als mit einem Bus oder einem Zug. Ja, das macht Sinn. Warum unterstützt die Bundesregierung nicht auch die Industrie der Postkutschenbauer, die Branche der Hufschmiede oder das darnieder liegende Gewerbe der Korbflechter? Alle diese Branchen waren mal viel größer als heute und haben durch Veränderungen der Umstände massiv Arbeitsplätze eingebüßt. Politiker haben eine bemerkenswerte Fähigkeit das Geld anderer Leute zum Fenster hinaus zu werfen, anstatt es in Branchen zu investieren die Zukunft haben.

Man sollte, anstatt jedem Autofahrer 1-2 Tankfüllungen zu schenken, das Geld sinnvoller investieren: Schafft die Mehrwertsteuer 2-3 Jahre ab für alle Leistungen die im Bereich Energieeinsparung (Isolierung, Neue Fenster) oder alternative Energien erbracht werden (Solarzellen, Solarkollektoren, Geothermik, Biogasanlage etc...). Ich wage zu prognostizieren, dass dies der ganzen Branche einen Auftrieb ergeben wird. Das ist auch besser als eine Abschreibung von der Steuer, denn bei der Abschreibung bekomme ich erst im Nachhinein das Geld wieder (wenn überhaupt, mein Finanzbeamter findet immer etwas an meiner Steuererklärung, das er nicht akzeptiert). Erst mal muss ich in Vorleistung gehen. Diese Vorleistung wäre dann aber um 20 % kleiner und das würde viel mehr Leute zu Investitionen animieren.

Dienstag 6.1.2008: Wünsche fürs neue Jahr

Haben Sie mal in einem Katalog von Pearl geblättert? Der ehemalige Sharewareverkäufer hat sich zu einem bunten Laden für Computerzubehör, Audio, Video und allerlei Krimskrams gemausert. Manches was man dort findet ist ganz geschickt, z.B. habe ich einen MP3 Player gekauft, der in dem Kopfhörer eingebaut ist - Schluss mit den Kabeln die immer irgendwo hängen bleiben oder ziehen. Das meiste ist aber skurril und die USB Gadgets wie Raketenwerfen sind ein beliebter Spaß unter uns Kollegen "Mal sehen was es diesmal für verrückte Sachen gibt".

Dabei bringt es die Industrie nicht fertig, in anderen Bereichen eine real vorhandene Nachfrage bedienen kann. Hier zwei Beispiele: Seit Anfang Dezember habe ich nun ein Dienst-Notebook. Ein Dell 630D, mit Docking Station immerhin 1300 Euro teuer. Obwohl es sich also nicht um ein Billiggerät handelt, würde ich es nicht ohne die Docking Station betreiben. Über Weihnachten habe ich es nach Hause genommen und gemeint es ginge auch ohne externe Tastatur. Pustekuchen: An die Tastatur werde ich mich nie gewöhnen. Ich vertippe mich dauernd, komme oft auf die Caps Lock Taste, muss immer nach den Cursortasten suchen. Warum? Zum einen ist die Tastatur durch das Touchpad (das wegen der externen Maus sowieso nicht benutze) zu weit weg und zum anderen fehlt rechts der Platz für die Cursortasten.

Das Display spiegelt nicht, ist aber nur in einem engen Blickwinkel recht gut lesbar und schwer ist es auch noch (weil ich wegen meiner Sehprobleme ein 15 Zoll gerät haben wollte, also auch mit meine Schuld). Dabei brauche ich kein Notebook im engeren Sinn und ich kenne viele Leute die eines haben und auch kein Notebook brauchen, mit dem sie überall arbeiten können. Die meisten brauchen ein Gerät mit dem sie an wechselnden Arbeitsplätzen (Zuhause/Geschäft) arbeiten können  Klar, es gibt auch Leute die wollen im Zug und überall arbeiten oder rumspielen, aber die meisten wollen nur einen Computer mit der gleichen Arbeitsumgebung an stationären Plätzen haben. Warum macht niemand einen portablen Computer - ohne Akku, Tastatur und Display. Aber dafür mit normalen DIMM Slots und einer 3.5 Zoll Platte. So was wie der Mac Mini, nur leistungsfähiger und mit mehr Anschlüssen. Am besten im Bundlepack mit zwei Docking Station an der dann LAN, DVI, Tastatur und Mausport sind - eine für daheim und eine für den Arbeitsplatz. Das wär doch ein intelligentes Produkt. So was ähnliches gibt es ja schon. Es gibt schon kleine Nettops, aber sie sind nicht wirklich leistungsfähig und es gibt schon Barebones aber sie sind nicht richtig portabel. Und keines hat einen Standardisierten Anschluss an eine Docking Station (denn Tastatur, Maus und Monitor will ich nicht dauernd ein/ausstecken, schon wegen der Kontakte die dann ausleiern nicht).

Das nächste ist die Pixelmannia bei Digitalkameras. Ich habe eine 3 MP Canon S1 IS, ein Gerät das eine Menge kann, unter anderem mit 10 fach Zoom, aber ich hätte gerne noch eine zweite, kompakte Kamera die man überall hin mitnehmen kann. Klar gibt es so was, aber nur mit vielen Megapixeln. Das will ich aber nicht und zwar aus dem Grund, dass es nichts nützt. Es gibt eine Reihe von Gründen die gegen Kameras mit mehr als 3-4 MP sprechen:

Es macht also für den praktischen Einsatz keinerlei Unterschied ob man eine 3-4 oder 8-12 MP Kamera kauft. Es macht aber bei der Qualität der Bilder einen Unterschied! Denn die Sensoren sind winzig klein: Bei den handlichen Digitalkameras dominieren die 1/1.8 Zoll und 1/2.5" Sensoren. Diese sind 7.2 x5.3 und 5.8 x 4.3 mm groß. wer 12 MP auf einem 1/2.5" Sensor unterbringt, bei dem ist ein Pixel noch 1.9 µm groß. Zum vergleich: Eine 24 MP Spiegelreflexkamera hat zwar doppelt so viele Pixel, aber ihr Sensor ist auch 36 x 24 mm groß, so dass ein Pixel 6 µm groß ist.

Das hat zwei Folgen: Die Spiegelreflex hat etwa die 10 fache Fläche pro Pixel und liefert auch bei 1600 ASA noch detailreiche Bilder, während die Kompaktkamera schon bei 200 ASA starkes Rauschen zeigt. Dabei braucht man schon für diese kleine Pixels hervorragende Objektive, die wie ich bei einem ct Test lass, nicht gerade billig sind. Wen wundert es, dass die viel billigeren Objektive in den Kompaktkameras bei Tests überhaupt nicht die Auflösung wiedergeben, die der Sensor abbilden könnte - man bekommt also nicht mal die 12 MP, sondern nur 6 oder 8. Manche haben das Problem erkannt und offerieren Zusatzfunktionen mit weniger Pixeln. Canon z.B. in einigen Kameras einen besonderen Digitalfokus: Nimmt man die mittleren 3 MP aus einem 12 MP Bild, so entspricht dies rechnerisch einem 2 fach Zoom. Andere bieten niedrige Auflösungen bei denen die Pixel durch Summation entstehen - also z.B. nicht jedes zweite Pixel nehmen sondern den Wert von 2 Pixeln addieren. Das reduziert etwas das Rauschen, aber es kann es nicht verhindern. Die Ursache des Bildrauschens ist, dass weniger Licht auf jedes Pixel fällt. Das Rauschen ist immer gleich groß. Bei wenig Licht muss der entstehende Strom mehr verstärkt werden. Ein Maß dafür ist das Signal zu Rausch Verhältnis. Es lag bei meiner Canon S1 IS bei 38 bei der niedrigsten ISO Einstellung - gute Spiegelreflex erreichen heute 65-87. Aber 7-10 MP Konsumer Kameras gerade mal 7-12. Vereinfacht gesagt: Wenn das Hellste Pixel den Wert 200 hat, dann gibt es bei seiner S/N Ratio von 10 noch Pixel mit einer Helligkeit von 220 oder 180. Und die Abweichung ist gut zu sehen. Dabei handelt es sich bei allen Werten um die bei der niedrigsten ISO Stufe. Sobald man von ISO 50 was heute ja die niedrigste ist, hoch geht wird es schlimmer.

Für Innenaufnahmen am Tag ist so eine Kamera praktisch nicht mehr brauchbar und wie ich bei den Fotos einer Kamera meiner Schwester sehe, auch nicht mehr im Winter oder bei wolkenverhangenem Himmel. So suche ich bei EBay nach einer gebrauchten 3 MP Kamera, obwohl ich gerne eine neue hätte - mit dem was es heute an Verbesserungen gibt wie z.B. größeres LCD Display, schnellere Auslösung oder speichersparende Videos. Ich kann mir nicht denken dass ich der einzige bin. Ich kenne viele Leute die kennen die Problematik und die würden wohl auch gerne eine Kamera kaufen die lichtempfindlicher und weniger verrauscht sit, aber eben mit 3-5 MP kaufen. Nur es gibt sie nicht. Manchmal kann die Industrie offensichtlich nicht vorhandene Bedürfnisse befriedigen....


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