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Web Log Teil 99 : 28.1.2009-

Mittwoch 28.1.2009: "Ich bin ein Star - holt mich hier raus!"

Am Samstag ging die letzte Staffel dieses Formates zu Ende. Und auch wenn ich gerne über Trash-TV lästere, muss ich doch sagen, dass ich es genossen habe. Ich bin nach ein paar Tagen da beim Zappen hängen geblieben und habe es seitdem verfolgt. Was ist der Reiz dieser "Mini-Big Brother Show"?

Ich denke es sind mehrere Faktoren. Das eine ist natürlich, dass die Situation mit recht wenig Essen, Zusatzrationen müssen in der Dschungelprüfung erarbeitet werden, zusammenleben auf beengtem Raum und unter primitiven Bedingungen Spannungen provoziert und der Zuschauer seine Freude hat, wenn sich Promis zoffen. Das zweite sind natürlich die hämischen Kommentare von Dirk Bach und Sonja Zietlow. Ohne diese wäre das meiste nur halb so lustig. da wird aus einem kleinen Streit ein Drama gemacht. Aus dem normalen bestreben sich selbst gut darzustellen wird Angeberei. Ohne diese Übertreibungen und auch beleidigenden Äußerung wäre die Show nur halb so lustig.

Es gibt ein paar offene Fragen: Warum wollen die Promis überhaupt Dschungelkönig werden? Warum sie dort hin gehen ist klar: Sie sind pleite oder sogar verschuldet und bekommen 50.000 Euro für die drei Wochen. Kein schlechter Verdienst, auch wenn ich mir mittlerweile sicher bin, dass er nicht für die Strapazen im Dschungelcamp gezahlt wird, sondern dafür , dass die Moderatoren sich öffentlich über die "Stars" lustig machen oder sich sogar beleidigend über sie äußern. Beim einen oder anderen wird auch der Wunsch vorhanden sein überhaupt erst prominent zu sein. Auch wenn die Show heißt "Ich bin ein Star, holt mich hier raus" kannte ich vom Namen her nur Ingrid Bergmann, Norbert Schramm, Peter Bond und Gundis Zambo. Günther Kauffmann kannte ich wenigstens noch vom Aussehen. Die anderen 5 Promis sah ich zum ersten Mal. So gesehen ist das die Chance 15 Tage lang zur besten Sendezeit präsent zu sein.

Vielleicht ist das auch er Antrieb möglichst lange im Camp zu bleiben. Möglichst lange auf der Mattscheibe präsent zu sein. Interessant ist auch warum Zuschauer Leute heraus wählen. Zum einen kann es natürlich sein, dass die "Promis" einen Fanclub haben der für sie anruft. Vielleicht ist auch der eine oder andere bestimmten Leuten sympathisch. Als jemand, der keinen der Promis besser kennt und auch kein Geld zum Rausschmeißen hat, rufe ich nicht an, aber wenn dann wähle ich zuerst die Leute raus welche den geringsten Unterhaltungswert haben. Das sind die, die von Dirk und Sonja als "Valium" oder "Dauerschläfer" bezeichnet werden. Also Leute die sich nicht bei Konflikten beteiligen und nicht schlecht über andere reden, sondern einfach ihre Zeit dort "Absitzen". Da die Show den Zuschauern in Erinnerung bleiben wird und man mit Streits und Lästerei nie eine gute Figur macht ist dieses Verhalten nicht dumm, aber natürlich nicht dass, dass was die Zuschauer sehen wollen.

Ob die Show langfristig etwas für die Karriere bringt darf bezweifelt werden. Ich habe weder von Costa Cordales noch Desiree Nick, den beiden Gewinnern der ersten beiden Staffeln jemals wieder etwas gehört. Die Frage ist auch ob die Moderatoren sich mit ihrem verhalten einen Gefallen tun. Ich denke sowohl bei mir, wie auch anderen kommen Leute die sich über andere lustig machen nicht gut an. Sonja Zietlow hat ihre Karriere ja schon darauf aufgebaut über andere zu lästern und sich damit ein eine Sackgasse manövriert: Es begann mit "Der schwächste fliegt" und dann dass Dschungelcamp und dazwischen kommt die Show "Die 10 ..." wo sie sich über Promis lästert die verschuldet sind oder andere Probleme haben. Von Dirk Bach habe ich nichts in den letzten Jahren gesehen außer dieser Show. Das würde mir zu denken geben, zumindest wenn ich noch etwas Gips im kopf habe. Diesmal war es besonders übel. Bald war zu erkennen, dass es einige Promis gab, die in der Gunst von Dirk und Sonja standen wie Ingrid van Bergen und andere über die sie nur lästerten wie Peter Bond und Giulia siegel. Das hörte nicht mal auf, als selbst ihr "Doktor Bob" (Bob McCarron ist von Beruf kein Arzt, sondern Notfall-Sanitäter) attestierte, dass sie durch den Gewichtsverlust und die Anstrengungen wirkliche Schmerzen hatte, weil sich die Metallstifte die sie nach einer Rücken-Operation hatte am Fleisch rieben. Spätestens da hätte bei mir der Spaß aufgehört, doch nicht bei den Moderatoren, die wohl jeglichen bezug zu Anstand verloren haben.

Was gibt es sonst noch? War die Wahl von Ingrid van Bergen eine Überraschung? Nein, denn sie stand zur Diskussion. Sie fällt alleine durch ihr Alter auf. Das gleiche gilt für Lorenzo London, der einen gewissen Unterhaltungswert bietet. Klar war auch, dass die Promis die keiner kennt und/oder die nicht gezofft haben zuerst raus fliegen. Das einzige was mich verwunderte ist, das Peter Bond so früh raus flog. Sorgte er durch sein Macho Gehabe und dem offensichtlichen Gegensatz von Leistungen bei der Dschungelprüfung und der Angeberei danach für Belustigung.

Freitag 29.1.2009: Mit Ionentriebwerken zum Mond?

Ich habe ja schon vor einigen Tagen über Ionentriebwerke geschrieben. Das Resümee war, dass ihr Einsatz sich bei Raumsonden nur bei höheren Geschwindigkeiten lohnt. Es gibt noch andere Kritikpunkte. So muss der Van Allen Gürtel durchflogen werden und dies kann die Elektronik schädigen. Die Zeit bis das Ziel erreicht wird ist viel länger, was deutlich höhere Missionskosten verursacht. Bei einer Raumsonde zum Mond sind meiner Ansicht nach die Nachteile größer als die Vorteile, außer es gibt andere Faktoren, so wie bei SMART-1 der kostengünstige Transport in einen GTO Orbit.

Doch wie sieht dies bei Lasttransporten aus? Ich habe irgendwo mal überflogen, das ein langfristiges Ziel des "Constellation" Programmes (Warum denke ich dabei immer an Star-Trek?) eine permanente Mondbasis wäre. Mit chemischen Antrieb muss man um 3100 m/s um zum Mond zu kommen und um weitere 2400 m/s wenn direkt gelandet wird oder aufgeteilt in zwei Manöver 800 m/s um einen Orbit zu erreichen und 1600 m/s um zu landen (plus einige 100 m/s Reserve). Mit einem Ionenantrieb braucht man deutlich mehr: 6500 m/s um zum Mond zu gelangen (Startbahn mit 7500 m/s) und 1600 m/s um in den Orbit zu gelangen. Warum als diesen Umweg gehen?

Nun alle Nachteile müssen gegen Vorteile aufgerechnet werden: In diesem Falle Transportkosten. Wenn ich eine Ares V einsetze, dann denke ich werden die Startkosten sehr hoch liegen und dies nur um viel Treibstoff zu transportieren. Im Idealfall (Wenn man Wasserstoff/Sauerstoff mit einem spezifischen Impuls von 4400 m/s verwendet wird), dann gelangen von 150 t Startgewicht im LEO Orbit noch etwa 61.8 t in den Mondorbit. Wenn die leere Stufe etwa 8.8 t wiegt gelangen also noch 53 t in einen Mondorbit. Geplant ist derzeit aber eine Stufe mit lagerfähigen Treibstoffen, so dass es eher weniger sein wird.

Bei einem Ionentriebwerk beträgt (bei 34 km/s Ausströmgeschwindigkeit) der Treibstoffverbrauch nur 31.8 t. Doch das ist nur eine Seite der Medaille. Sowohl Triebwerke, wie vor allem die Stromversorgung wiegen viel mehr. Das Gewicht ist abhängig von der Zeit die man sich lässt um zum Mond zu gelangen. Nehmen wir ein knappes Jahr (360 Tage) an, so wird bei 75 % Wirkungsgrad eine Dauerleistung von 800 kW bei rund 35 N Schub. Bei einem Flächengewicht von 4 kg/m² und einem Wirkungsgrad von 25 % resultiert eine Leistung von 84 W/kg. Die Solarzellen wiegen also rund 9600 kg. Die Ionentriebwerke mögen weitere 1500 kg wiegen (mit Hochspannungserzeugung) und die Tanks für den für den Treibstoff weitere 3400 kg. so kommt man beim Ionenantrieb auf folgende Massenbilanz (für 1 Jahr Reisedauer):

Das ist fast die doppelte Nutzlast wie beim chemischen Antrieb. Aaaber: Es kommt noch besser. Einmal gestartet, müsste man nur etwas mehr Treibstoff mitführen um zurück zur Erde zu fliegen und dann erneut eine Nutzlast mitzunehmen (mit weiterem Treibstoff, denn man dann einfach umpumpt). Dazu braucht man nur 3.7 t Treibstoff und die Rückreise geht auch fast 10 mal schneller (in weniger als 2 Monaten). Das reduziert die Nutzlast beim ersten Start zwar von 103.7 auf 100 t . Aber beim nächsten Start muss nur noch der Treibstoff und die Nutzlast in den Orbit gebracht werden.

Beim nächsten Start sieht die Massenbilanz dann so aus:

Solarzellen: 9.6 t
Tanks: 3.4 t
Ionentriebwerke: 1.5 t
Gesamt: Raumtransporter:13.5 t

Neue Nutzlast: 107.6 t
Neuer Treibstoff: 34.8+3.7 t
Tanks für neuen Treibstoff: 3.9 t
Gesamt: Zweiter Flug 150 t.

Ab dem zweiten Flug kann also eine Nutzlast von 107.6 t transportiert werden - die doppelte Nutzlast eines chemischen Antriebs. Vor allem rentieren sich dann aber auch die Investitionskosten für das Antriebsmodul. Die Solarzellen, die Ionentriebwerke, das alles ist ja nicht für Lau zu haben. Ich denke es wird einige Flüge geben, bis man ein Modul aufgeben muss. Das limitierende scheinen nach meiner bisherigen Kenntnis nicht die Solarzellen oder Ionentriebwerke selbst zu sein, sondern die Spannungskonverter, welche die Hochspannung erzeugen. Heute Typen haben eine Gesamtbetriebszeit von etwa 3-5 Jahren. Das würde immerhin 3-5 Flüge erlauben. (Oder man baut mehrere ein, nach ein paar Jahren nimmt die Listung der Solarzellen aber auch stetig ab).

Was kann man einsparen? Ich halte es für unwahrscheinlich, dass die Ares V signifikant billiger wird als eine Ariane 5 ECA, welche eine für kommerzielle Zwecke optimierte Rakete ist, mit relativ hoher Startfrequenz. Davon kostet ein Start rund 100 Millionen Euro bei rund 20 t Nutzlast. Die 7 mal größere Ares würde dann rund 700 Millionen Euro kosten. Schon bei einem einmaligen Transfer würden so 700 Millionen Euro an Transportkosten gespart werden. Ist der Raumschlepper billiger, gibt es eine Ersparnis. Bei angenommenen 3 Flügen transportiert ein Raumschlepper 2*107.6 t und einmal 99.3 t also 314.5 t, das entspricht 6 Flügen mit einem chemischen Antrieb und einer Ersparnis von 3x700 Millionen Euro = 2100 Millionen Euro.

Auf dem Mond würden von 106.9 t bei einem chemischen Antrieb (v=1900 m/s, Vspez=3100 m/s) noch 58.2 t an. Rechnet man 18.2 t für Landegestell, Triebwerk, Tanks und Behältnisse, so bleiben rund 40 t für die Nutzlast. Das ist eine ziemliche Menge. Nach dieser Meldung soll ein unbemannter Altair Lander 14 t zum Mond bringen und SpaceX will 1000 kg für 80 Millionen transportieren - Eine 40 t Nutzlast hätte somit einen Wert von rund 3200 Millionen Dollar. Die Vorteile für den Lastentransport liegen also auf der Hand.

Freitag: Gibt es eine Pro Autos Verschwörung?

Das habe ich mal angesprochen als ich einen Beitrag bei Fernsehkritik.tv sah. Damals meinte ich noch das ist Unsinn, aber so langsam kommen mir doch Zweifel. Vielleicht nicht in dem Sinne, dass man eine Industrie fördern will, wie Fernsehkritik.tv es bei der Solarindustrie unterstellt, aber vielleicht indem man uns weis machen will, mit ein paar kleinen Änderungen könnten wir so weiter machen. In "Abenteuer Wissen" am Mittwoch Abend auf dem ZDF ging es um Elektroautos. Der ganze Beitrag strahlte nur so von Optimismus. Wenn es danach geht, dann könnten Elektroautos unsere herkömmlichen Fahrzeuge bald ersetzen. Die wichtigsten Kritikpunkte an dem Elektroauto seien prinzipiell gelöst. Hier nur einige ausschnitte:

  1. Ein Elektroauto kann bis zu 300 km weit fahren.
  2. Das "Auftanken" an der Steckdose geht in weniger als 30 Minuten
  3. Lithium-Ionen Akkus sind fast so leistungsfähig wie Benzin
  4. Man braucht nicht viel mehr Strom. Da man die Autos nachts auftankt, wenn Strom sonst verschwendet wird
  5. Nur 6 % mehr Strom würden ausreichen um alle Fahrzeuge die es heute gibt mit Energie zu versorgen (alle Benziner und diesel durch Elektroautos ersetzt)
  6. Einziger Kritikpunkt: Es gibt nur genügend Lithium für einige Millionen Fahrzeuge

Okay, willkommen in der Wirklichkeit. Hier meine Antwort:

  1. Fangen wir mal mit dem letzten an. Lithium ist ein recht seltenes Element auf der Erde. Das liegt daran, dass die meisten Sterne es bei der Fusion zerstören, während die anderen Elemente neu gebildet werden. (Weil es sich aus demselben Grund auch gut für Wasserstoffbomben eignet fand sich lange Zeit im Handel fast nur Lithium mit der Atommasse 7.0. Die Mischung der Isotope hat eigentlich Atommasse 6.941, aber das Lithium-6 wird für H-Bomben abgetrennt). Der Anteil an der Erdkruste beträgt nur 0,006 %. Zum Vergleich. Das Nickel aus dem die Nickelmetallhydridakkus bestehen, kommt in einer mittleren Konzentration von 0.01 % vor. Der Unterschied ist gering, aber wichtiger ist, dass Nickel meist in Erzen vorkommt, die man leicht ausbeuten kann. Lithium ist in allen Verbindungen leicht wasserlöslich. es gibt nur wenige Vorkommen die ergiebig sind. Das Metall ist daher auch sehr teuer. Ein Kilo kostete im Jahre 2005 etwa 550 Euro. Wie teuer wird da eine Batterie?
  2. Zur Reichweite: Diese ist natürlich abhängig von Geschwindigkeit und Gewicht des Fahrzeugs. Natürlich ist ein Elektromotor effizienter, als ein Dieselmotor und ein Benziner. Der Wirkungsgrad dürfte doppelt so hoch sein. Weiterhin wird die Leistung auch kleiner sein. Bei einem umgerüsteten Porsche in der Sendung waren es nur ein Drittel der normalen Leistung.  Trotzdem gibt es immer noch ein enormes Gefälle in der Leistung geben. Nur mal so zwei Zahlen in die Diskussion geworfen: Benzin hat eine Energiedichte von 13.06 kWh/kg. Ein Lithium-Polymerakku hat eine von 0.14 KWh/kg. Das ist ein Unterschied vom Faktor 100! Selbst wenn man also einen doppelten Wirkungsgrad annimmt und nur ein Drittel der Leistung eines Ottomotors einsetzt, so bleibt noch ein Faktor 16. Ein Auto müsste also weitgehend aus der Speicherbatterie bestehen und das macht es nicht gerade leichter.
  3. Zum Auftanken: Nehmen wir mal an, die Batterie wöge nur 200 kg. Jeder kennt den Effekt beim Laden von Akkus: Sie werden warm und zwar um so schneller, je schneller sie aufgeladen werden. Ein Teil des Stromes wird in Wärme umgewandelt. Der Ladewirkungsgrad beträgt üblicherweise zwischen 70-85 %. Nimmt man nur den höheren Wert, so werden bei der angegeben Batterie etwa 5 KWh in Form von Wärme abgegeben. Das ist eine ganze Menge. Bestände die Batterie aus Wasser so würde sie sich dabei um 21 Grad aufheizen. In der Praxis wird es mehr sein, da Wasser eine sehr hohe Wärmekapazität hat, höher als Metalle und Keramik die in der Batterie stecken. Da wird's ordentlich warm. Die Nachtspeicheröfen in unserem Ferienhaus haben 10 KWh Kapazität und das reicht für ein ganzes Zimmer. Wo bringt man 5 KWh Energie im Auto unter (etwa die Wärme, die entsteht wenn sie 0.5 l Benzin verbrennen....)
  4. Besonders interessant fand ich die Anmerkung, dass Nachts Strom ungenutzt verbraucht wird. Hallo? Wie geht das? Wenn ein Kraftwerk laufend Strom ins Netz einspeist, ohne das er abgenommen wird, dann müssten Stromstärke und Spannung laufend ansteigen und die angeschlossenen Verbraucher würden damit Probleme bekommen. Soweit ich weiß wird der Strom zum einen europaweit verteilt und zum anderen genutzt um Wasser in Pumpspeicherkraftwerken wieder hochzupäppeln, die dann für kurzzeitige Spitzen eingesetzt werden. Ich habe noch nie gehört, dass bei uns Strom verpufft...
  5. Nun noch die letzte Zahl: 6 % des Stroms reichen aus um alle Autos auf Elektronantrieb umzustellen. Das ist eine nachprüfbare Zahl. Die Stromerzeugung in Deutschland betrug 2007 636.7 TWh. Der Verbrauch an Benzin betrug 2006 22.5 Millionen Tonnen und der von Diesel 29 Millionen Tonnen. Bei 13.06 und 11.8 KWh pro Kilo sind dies 342.2 TWh und 293.8 TWh zusammen 636.5 TWh. Hmmm, komisch, das ist genauso so viel wie die BRD derzeit an Strom erzeugt. Wie soll das mit den 6 % gehen? Wenn die Umwandlungsverluste beim Laden noch berücksichtigt werden, so müsste ein Auto mit 4-5 % der Leistung auskommen, die es heute hat. Selbst bei Annahme eines doppelt so Wirkungsgrads (er liegt beim Ottomotor und diesel ja nicht gerade brauschend hoch). ist dass dann etwa ein Zehntel der heutigen Leistung. klar, ein Zehntel das geht auch in eine Batterie rein. aber will ein Autofahrer von 70 auf 7 PS Leistung runter gehen? Ach ja und noch was zu den Preisen: Berücksichtigt man den Ladungswirkungsgrad von 85 % so müsste bei 20 ct/KWh ein Auto, dass 30 % der Leistung eines konventionellen Wagens hat etwa gleich teuer sein. (1.30 Euro/l, Dichte 0.8 kg/l, 13.06 KWh/kg). Billiger wirdsa also nur wenn man mit deutlich weniger PS zufrieden ist.

Entweder dies meinten die ZDF Redakteure oder die 6 % sind unrealistisch. Ich plädiere für das letztere. Was vollkommen unter den Tisch fiel: Auch der Strom muss ja erzeugt werden und da ist der durchschnittliche Wirkungsgrad insbesondere unter Berücksichtigung von Leistungsverlusten und Ladeverlusten weitaus schlechter als beim Ottomotor. Nur mal so nebenbei bemerkt. Aber unsere Politik ist ja Autofahrerfreundlich. Es gibt eine Abwrackprämie unabhängig von der Ökologie des Autos und dem Herstellungsland. Intelligenter wäre wohl eine Fahrradprämie gewesen oder eine Prämie für die Einführung von Regenerativen Energien oder der Sanierung von Gebäuden. Nun ja so geht das noch ein paar Jahre bis die Automobilindustrie vollends einbricht oder noch mehr Geld verlangt.....

And now to something competely different: Während ich das gerade schreibe läuft bei mir parallel die Aufzeichnung der Dsco Kultnacht vom Neujahr. Da ist mir der Spot mit den Rubettes aufgefallen. Nicht wegen der schlimmen Kostüme, sondern wegen des miserablen Playbacks. Wenn das heute einer der Web.-Karaoke Künstler so machen würde, der würde ziemlich Kritiken bekommen. Es ist so schlecht, dass es fast schon wieder sehenswert ist;

Dienstag 3.2.2008: Wo kein Kläger ist, da ist auch kein Richter...

An diesen Allerweltsspruch wurde ich kürzlich erinnert durch eine Reihe von Fragen die jemand zu Angaben auf Webseiten hatte. Es drehte sich um die Haltbarkeit von Schwarzkümmelöl (angeblich 2-3 Jahre, normal wären angesichts des Gehalts an mehrfach ungesättigten Fettsäuren weniger als 1 Jahr) und es ging darum, dass eine andere Seite empfahl, Leinsamen zu kochen um die Cyanoglycoside zu zerstören. Also für Laien zur Erklärung:

Mehrfach ungesättigte Fettsäuren werden durch Licht und Sauerstoff zerstört. Die Haltbarkeit eines Öls ist daher abhängig von dem Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren, aber auch dem Gehalt an Vitamin E, das eine Reihe von Oxidationsprozessen stoppen kann. Allerdings: Nicht alle und es wird dabei verbraucht. Wenn der Hersteller also mit einem hohen Vitamin E Gehalt wirbt und einer langen Haltbarkeit, dann ist das ein Problem. Vielleicht (das müssten Untersuchungen zeigen) ist das Schwarzkümmelöl wirklich so lange haltbar, doch dann wird auch der Gehalt an dem wertvollen Vitamin E abnehmen und dieses wertvolle Vitamin ist dann nur noch in kleinen Mengen vorhanden.

Noch problematischer ist die Sache mit den Cyanoglykosiden. Cyanogykoside sind Kohlenhydratverbindungen, die Blausäure enthalten. Diese sind nicht so selten im Pflanzenreich. So enthalten z.B. Pfirsichkerne diese. Bekannter sind vielleicht bittere Mandeln. Blausäure ist giftig und daher sollte man bittere Mandeln nur in kleinen Mengen essen. Leinsamen sind im Normalfall unverdaulich. Daher kann man sie gefahrlos essen. Das gilt auch für Pfirsichkerne, die man ja normalerweise nicht isst. Das Problem ist nun die Freisetzung. Das gefährliche ist die Blausäure. So kann das Einweichen oder überbrühen mit heißen Wasser oder Kochen zwar die Glykoside teilweise herauslösen. Aber dies nützt nur etwas, wenn dann das Wasser auch weggegossen wird.

Zerstört kann die Blausäure so nicht werden. sie geht nur ins Wasser über. Freisetzen könnte man sie durch Säure (also z.B. Essig), aber dann würde wohl keiner mehr die Leinsamen essen. Die Seite propagiert nun gerade das Erhitzen mit Wasser. Das kann auch den gegenteilligen Effekt haben, nämlich die Verdaulichkeit von Leinsamen drastisch erhöhen, wodurch die noch verbliebenen Glykoside besser aufgenommen werden können. Ich denke man kann trotzdem Entwarnung geben, denn nach einer Untersuchung enthalten Leinsamen in etwa 100-200 mg Blausäure pro Kilogramm. Bei einer LD50 von etwa 1 mg/kg müsste man dann schon etwa 300-600 g Leinsamen auf einmal essen und die Blausäure darin vollständig aufnehmen. Dieselbe Untersuchung geht von einem Grenzwert bei täglicher Aufnahme von 12 µg/kg Körpergewicht aus, was eine normale Aufnahme von 10-20 g Leinsamen pro Mahlzeit zulässt. Ich glaube mehr wird man auch nicht aufnehmen um die Verdauung zu fördern.

Schließlich wollte die Fragestellerin wissen wo sie die Webseiten mit diesen falschen Informationen melden kann. Und da fängt das Problem an. Die Lebensmittelüberwachung ist bei uns Ländersache. Jedes Bundesland macht es etwas anders. Bei den einen sind z.B. die Lebensmittelkontrolleure ausgebildete Polizisten mit einer Zusatzausbildung, bei anderen Ländern sind es Personen die früher Lebensmittel hergestellt haben und umgeschult wurden. Manche Länder haben viele kleine kommunale Untersuchungsämter, andere wenige zentrale große Untersuchungsämter.

Vor allem aber: Wer ist für die rechtliche Beurteilung von Internetseiten zuständig? Es mag sich ja vielleicht einiges geändert haben, aber in den "Vor-Internet" Zeiten, in denen ich noch studierte, hat man sich bei den Untersuchungsämtern nicht um die Werbung gekümmert, die in Fernsehen, Radio oder Printmedien erschien. Relevant waren die Proben, die untersucht wurden und die gezogen wurden oder durch Verbraucher angeliefert wurden. Das hat natürlich eine Ursache: Der Lebensmittelchemiker soll ja Substanzen untersuchen und sein Fachurteil über diese abgeben. In unseren Gutachten war es aber immer üblich, auch die rechtliche Beurteilung einzubringen, obwohl eigentlich die Zuordnung eines Tatbestandes zu dem entsprechenden Paragraphen eine Sache des Staatsanwaltes ist. Nur fehlt da eben meistens der Sachverstand. Die Sache ist nun so, dass Werbung überhaupt keinerlei Untersuchung des Lebensmittels mehr erfordert, wenn sie gleich faktisch falsche Angaben enthält. Nur wenn eine Untersuchung nötig ist, um de falsche Angabe zu beweisen, dürfte der Lebensmittelchemiker aktiv sein.

Der schwarze Peter wandert so zur Justiz. Frage: Glaubt jemand ernsthaft, die Justiz würde sich heute um die vielen E-Bay Powerseller und Amazon Shops kümmern, die Lebensmittel falsch kennzeichnen, bewerben oder aus dem Ausland importieren? Meiner Erfahrung nach eher nicht. Ich habe die Fragestellerin dann an eine Seite des Verbraucherschutzes verwiesen, in der Links zu den Seiten der entsprechenden Behörden, (nach Bundesländern sortiert) vorhanden waren. Mein Tipp war festzustellen, aus welchem Bundesland der Hersteller sitzt und sich bei der für dieses Bundesland zuständige Behörde zu verständigen.

Okay was gibt es sonst noch? Wer den Blog besucht wird feststellen, dass er ein neues Outfit hat. Ich habe etwas experimentiert und es gab wieder mal Probleme mit MyCaptcha (vergessen, dass ich das Theme manuell editieren musste, um es freizuschalten). Aber nun läuft alles wieder und ich hoffe das neue Design gefällt. Es dürften nun weniger Blogs werden, ganz einfach weil ich weniger Zeit habe. Meine zusätzliche Lehrtätigkeit an der Berufsakademie Stuttgart kostet mich doch erheblich mehr Zeit als ich dachte, vor allem beim Schreiben des Scripts, das ja noch zu den gehaltenen Stunden dazu kommt, und die Zeit die ich dort lehre, muss ich noch nacharbeiten. Also Freizeit ist derzeit äußerste Mangelware und dann sind ja auch noch zwei Bücher in der Pipe. Beim Buch über europäische Trägerraketen habe ich eine Idee gehabt:

Es wird wahrscheinlich recht groß (schon jetzt 250 Seiten ohne Bilder, und ich bin noch lange nicht fertig mit der Recherche) und ich überlege ob ich es nicht splitten soll: Einen teil mit der Vergangenheit (bis zur Ariane 4) und einen mit der Gegenwart (Ariane 5+Vega) oder das letzte als Zusatzbuch herausbringen (für die Leute die von der Vergangenheit nichts wissen wollen), oder vielleicht doch nur ein Buch? Sie können hier abstimmen.

Donnerstag 5.2.2008: Wer hat Angst vor dem bösen Iran?

So oder so ähnlich könnte die Frage lauten. Nachdem Iran im zweiten versuch einen Satelliten in den Orbit gebracht hatte, war die Frage zumindest beim Heute Journal wohl weniger wie nun Irans Weltraumprogramm, als vielmehr um die Gefährdung durch ihn, oder wie ein Experte sagte "Eine Rakete die einen Satelliten in einen Orbit bringen kann, kann auch Atombomben nach Europa bringen2. Oh welch tiefschürfende Erkenntnis. Das hat man schon vor 50 Jahren gesagt als Sputnik 1 gestartet wurde. Wahnsinn, was sagt uns das? Nun ich denke, die Welt wird bestimmt nicht sicherer wenn immer mehr Länder die Atombombe haben. Je mehr Länder sie haben desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass sie eingesetzt wird. Die Frage aber ist, wie dies verhindert werden kann? Durch einen Abwehrschild wie die USA einen entwickeln? Wohl eher nicht. Die derzeitige Politik der USA (zumindest bis Obama eine neue startet) forciert eher die Entwicklung von Atomwaffen in Schwellenländern. Nehmen wir die Tatsachen: Die USA haben ein Land angegriffen, ohne von diesem provoziert oder angegriffen worden zu sein. 6 Jahre später ist es immer noch besetzt. Sie haben anderen Ländern (Iran) und Nord Korea mit einer Invasion gedroht. Der wichtigste Schutz gegen eine Invasion durch die USA scheint es also zu sein eine Atombombe zu besitzen, um die Verluste der USA bei einer Invasion zu maximieren.

Wie kann diese Enzwicklung gestoppt werden? Nun, warum haben viele Länder die technologisch die Möglichkeit haben eine Atombombe zu entwickeln keine? Also z.B. die BRD, aber auch fast alle anderen europäischen Länder, Canada, Südkorea oder andere. Nun zum einen sind diese Länder politisch stabil. Sie haben auch alle nicht zu fürchten von den USA angegriffen zu werden, selbst wenn es einmal unterschiedliche Meinungen geben sollte wie beim Irak Krieg. Das eigentliche Problem liegt dabei nicht so sehr bei Iran oder Nord-Korea, es liegt woanders. Müssen diese Länder fürchten von China, Russland, Indien, Frankreich oder England angegriffen zu werden -allesamt Atomächte? Nein das müssen sie nicht. Das Problem liegt in der Politik der USA ihre nationalen Interessen (oder auch nur die Interessen ihres Präsidenten) mit militärischen Mitteln durchzusetzen. Wenn auf einer kleinen Karibikinsel eine sozialistische Bewegung an die Macht kommt, dann wird eine Invasion gestartet. Wenn ein Machthaber eines lateinamerikanischen Landes nach Streichung der US Militärhilfe meint den Staatshaushalt durch Drogenhandel aufzubessern, dann wird auch dieses Land überfallen. Wenn ein Land Terroristen Unterschlupf bietet dann ist es (diesmal zu Recht) als nächstes dran und wenn man einen Grund braucht um an die zweitgrößten Ölreserven der Welt zu kommen, dann findet sich auch einer um Krieg zu beginnen.

Das bedeutet dass praktisch jede Regierung die einen politischen Konflikt mit den USA haben mit einer Invasion rechnen muss oder sogar damit bedroht wird, wie es dem Iran so ging. Das diese Länder dann an ihrem Atomprogramm oder der Entwicklung weitreichender Raketen arbeiten ist doch kein Wunder. Was kann man daran ändern? Als erstes einmal zeigten die vergangenen Invasionen der USA durchaus nicht, dass danach Länder friedlich und demokratisch wurden. Sie haben die Welt durchaus nicht stabiler gemacht. Das Problem zeigte sich ja bei der Invasion des Iraks. Die Meinung der meisten US Politiker von der Welt ist sagen wir es mal höfflich meistens ziemlich naiv. Beim Irak meinte man doch tatsächlich, wenn man Hussein stürzt, dann wird der Staat in einigen Wochen demokratisch und das breitet sich dann wie ein Dominoeffekt über die ganze Region aus. Nichts könnte falscher sein. in nahezu allen arabischen Ländern ist der gesellschaftliche Konsens bestimmt vom Islam und das hat weder etwas mit unseren Vorstellungen von Bürgerrechten noch mit Demokratie zu tun. Selbst die Türkei, bei der es eine viel striktere Trennung von Religion und Staat gibt (z.B. ist dort das Tragen von Kopftüchern in Schulen und Universitäten verboten, das bei uns erlaubt ist) erfüllt nicht die Mindestkriterien der EU. in einigen Dingen wie Gleichberechtigung von Frauen und gleichen Chancen bei der Ausbildung ist sogar der Iran, von allen arabischen Ländern am fortschrittlichsten (auf anderen Gebieten wie z.B. in der Justiz natürlich nicht). De fakto sind diese Gesellschaften nicht demokratisch und eine Demokratie wie wir sie verstehen kommt dort nicht über Nacht.

Sinnvoll wäre daher eine Änderung der Politik der USA um Krisen zu entschärfen. Anstatt Konfrontation die Rückkehr zum Verhandlungstisch, oder das Angebot mit wirtschaftlicher Förderung um Abhängigkeiten, aber auch Vertrauen zu schaffen. Das Normalisert dann auch wieder die Beziehungen. Aber dazu gehört dass man nicht meint als alleinige Supermacht als besser zu wissen und entscheiden zu können was für andere Länder gut ist. Man muss Regierungen so nehmen wie sie sind. Wenn das Volk selbst eine Diktatur nicht mehr will wird sie fallen. Das war schon immer so und wird immer so sein. Es ist aber auch deutlich, dass in einem Großteil der Welt (und hier müssen wir nicht mal bis nach Afrika und Asien schauen, es reicht schon einen Blick nach Osteuropa zu werfen9 die Gesellschaften noch nicht so weit sind.

Zuletzt noch ein Rätsel. Was ist der Unterschied zwischen SpaceX und dem Iran?

Ach ja. Gestern schaute ich mir "Bauernfeind" auf 3SAt an. Die freche Moderatorin fiel mir schon mal auf, als sie vertretungsweise die Sendung "Kulturzeit2 moderierte und so war ich gespannt auf ihre Sendung. Ganz interessant, aber nicht ganz der Biss den ich erwartet hatte. Eine frage war am Schluss noch: Welches Soundlogo soll die CDU haben?". Also so eine Art Jingle wie bei Di-di-di-dumm der Telekom. Für die CDU ist mir noch nichts eingefallen, aber für "Die Linke":

 


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