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Skylab Experimente - Technologische und Materialforschungsexperimente

Einleitung

Wernher von Braun und die meisten Visionär sahen nach dem Start von Satelliten den einer Raumstation als nächsten Schritt in das Weltall vor. Danach erst sollten Flüge zum Mond oder zu den Planeten folgen. Eine Raumstation ist technische einfacher zu verwirklichen und das Risiko ist geringer. Die politischen Gründe hinter der Eroberung des Weltraums führten zu einem Wettlauf zum Mond, so dass man diese Phase 3 vor der zweiten machte.

Doch dachte man in den USA schon während man Apollo und die Hardware entwickelte daran die Apollo Hardware auch für eine Raumstation zu benutzen. Daraus entwickelte sich das Apollo Application Programm (AAP). Einziges Projekt von AAP welches umgesetzt wurde war das Raumlabor Skylab.

Dieser Artikel beschreibt die Experimente von Skylab. Skylabs Experimente bekamen eine Ziffer und eine dreistellige Nummer. die Nummerierung war nicht fortlaufend, da man erst Vorschläge für Experimente sammelte und diese durchnummerierte und erst dann an die Selektion ging. Folgendes System wurde benutzt:

Insgesamt gab es 54 Experimente mit denen 270 verschiedene Untersuchungen durchgeführt wurden. In diesem Teil geht es um die Experimente mit dem Kürzel ED,D und T. Es gibt Überlappungen hier mit anderen Einteilungen, vor allem der Materialforschung.

Technologieexperimente

D008: Messung ionisierender Strahlen im Raumfahrzeug

Dieses Experiment sollte die Strahlenbelastung der Astronauten über einen längeren Zeitraum im Orbit messen. Dazu gab es zum einen ein portables Dosimeter, einen Teilchenzähler und 5 Passivdosimeter. Letztere 6 Experimente waren fest in verschiedenen Bereichen von Skylab installiert. Die Daten des Partikelzählers und des tragbaren Dosimeters wurden mit der Telemetrie zum Boden gesandt. Die passiven Dosimeter wurden abgelesen und die Ergebnisse ins Logbuch eingetragen und dieses zur erde zurückgebracht.

D024: Weltraumbeanspruchbarkeit thermischer Schutzschichten

Bei diesem Experiment ging es darum wie sich Materialen verändern wenn sie längerer Zeit dem Weltraum ausgesetzt sind. Dazu befanden sich Materialproben in Kreisform von 1 zoll 82.5 cm) Durchmesser auf einer Platte in einem hermetisch verschlossenen Kanister. Dieser wurde im Orbit geöffnet und die Probend dem Weltraum mit Vakuum, UV Strahlung und Teilchen sowie Mikrometeoriten ausgesetzt. Vor ende der bemannten Mission wurden die proben entnommen und zur Erde zurückgebracht. Die erste nach der ersten bemannten Skylab Mission, die zweite nach der zweiten Skylab Mission.

M415: Beanspruchbarkeit thermischer Schutzschichten beim Raketenstart

Bei diesem Experiment, ähnlich D024 ging es darum die Belastungen eines Raketenstarts zu untersuchen. Die 12 Proben von jeweils 2.5 cm Durchmesser befanden sich in 4 Sets an der Außenseite der Saturn 1B und wurden wie folgt verschiedenen Umgebungen ausgesetzt

Keiner der Behälter wurde geborgen. Es wurden aber die Temperaturen von allen Proben während des Aufstiegs gemessen und zur Erde übermittelt. Anhand der Veränderungen wollte man Rückschlüsse über die Alterung und Veränderungen der Oberflächen ziehen.

M479: Entflammbarkeit unter Schwerelosigkeit

Dieses Experiment benutzte den Ofen von M512. In dem Ofen wurden Materialen verbrannt. der Ofen konnte zum Weltraum hin geöffnet werden es konnte aber auch Frischluft zugeführt werden um die Verbrennung aufrecht zu erhalten. Entzündet wurde durch Zugabe von Brandbeschleunigern durch eine eingebaute Vorrichtung ohne den Ofen öffnen zu müssen.

M487: Leben in Skylab, Crew Quartiere

ziel dieses Experiments war es Erfahrungen zu gewinnen wie die Umgebung für Astronauten beschaffen sein müsste um Langzeitflüge zu ermöglichen und wie zweckmäßig Skylab dafür ist. Weiterhin ging es darum die allgemeinen Umweltbedingungen zu kontrollieren und festzustellen ob diese förderlich oder hinderlich für das Arbeiten sind.

Es ging um eine Reihe von Disziplinen die zusammen arbeiteten wie Design, Architektur, Umweltkontrollen, Kommunikation, Hygiene, Verpflegung, Freizeitaktivitäten, Kommunikation etc. Das ganze beruhte vor allem auf den Erfahrungen der Astronauten oder Beobachtungen der Astronauten bei der Arbeit, es gab jedoch auch einige Instrumente für die wichtigsten Meßwerte.

Dies waren ein portables Thermometer zur Messung von Oberflächentemperaturen, Geräusch- und Frequenzmesser,  Messung der Luftbewegung. Dazu kamen Thermometer in dem OWS. Die Astronauten machten Kommentare auf den Sprachrekorder und sie wurden mit Film- und Videokameras überwacht. Dies wertete man nach den Missionen am Boden aus und fragte auch die Astronauten nach Ihren Erfahrungen.

M509 Bewegungsgerät für Astronauten

Bei Gemini würde für den Weltraumspaziergang von Edward White erstmals eine Manöveriereinheit eingesetzt. Es war eine Druckluftpistole mit der sich der Astronaut bewegen konnte. er war aber immer noch durch eine Leine mit der Kapsel verbunden. Spätere Missionen erforderten Außenbordarbeiten an der Kapsel oder dem Versorgungsmodul. Eine Manöveriereinheit kam dabei nicht zum Einsatz.

Experiment M509 sollte eine Einheit erproben, welche in verbesserter Form später für freie Flüge und Arbeiten an Satelliten oder einer Raumstation eingesetzt werden sollte.

Sie bestand aus zwei Bewegungseinheiten für jede Hand, einer Kontrolleinheit auf dem Rücken, und einem Antrieb auf dem Rücken. Der Tank für den Antrieb war auswechselbar und bestand aus einem Stickstoff-Druckgasbehälter. Stabilisiert wurde die Einheit durch Gyroskope und durch Düsen. Es gab 14 Düsen in der Einheit auf dem Rücken und an den Handeinheiten. Gesteuert wurde mit zwei Kontrollern in einer jeder Hand. In der linken Hand wurde durch den raum bewegt: Nach oben, unten, links und rechts vorwärts und rückwärts. Mit der Rechten Hand wurde gedreht in allen Raumrichtungen. An der Hand gab es jeweils 3 Düsen, eine für rückwärts und zwei für vorwärts.

Zwei Personen führten das Experiment aus: Einer als Versuchskandidat, der zweite als Beobachter. Die 50-80 Minuten langen Versuche wurden auf Video gefilmt und die Kommentare auf Band aufgezeichnet. Alle Versuche fanden innerhalb von Skylab statt, welches mit einem Durchmesser von 6.6 m genügend Raum verfügt. Es wurden drei Einheiten gebaut und jeweils eine pro Skylab Mission erprobt.

M516: Arbeiten im Weltraum

Dieses Experiment dient dazu zukünftiges Equipment zu verbessern und die Umgebungsbedingungen zu optimieren, es soll nicht die Performance der Crew beurteilt werden, sondern vielmehr, welche Faktoren hilfreich und welche nicht sind. Dazu wird das Matrial durchgesehen, das sowieso anfällt: Film- und Videoaufnahmen, Sprachaufzeichnungen und Logbuch Einträge sowie die Telemetrie.

Experiment T002T002: Sichtnavigation vom Raumfahrzeug aus

Simulationen bei Parabelflügen und Experimente bei Gemini zeigten, dass man mit einfachen Navigationsgeräten die Sextanten nachempfunden sind im Weltraum navigieren kann indem man die Position von Sternen durch diese tragbaren Geräte beim Blick aus dem Fenster bestimmt. Dieses Experiment bestimmt nun im Besonderen ob diese Fähigkeit - und damit die Fähigkeit zu präzisen Arbeiten im Weltraum - auch bei längeren Zeiträumen erhalten bleibt oder es hier eine Abnahme über die Zeit gibt.

Verwendet wurden dazu ein tragbarer Sextant und ein Stadimeter. Der Sextant war ein weitgehend unveränderter Sextant aus der Luftfahrt. Er bestimmte den Winkel zwischen zwei Sternen oder einem Stern und dem Mondrand. Das Stadimeter bestimmte den Winkel zwischen dem Erdhorizont und einem Punkt am Boden. Die Daten wurden auf den Sprachrekorder gesprochen und nach dem Flug ausgewertet.

T013: Störwirkungsuntersuchung durch die Bewegungen der Astronauten

Man rechnete damit, dass zukünftige Raumstationen auch astronomische Beobachtungen oder genaue Erdvermessungen durchführen sollten. Dazu muss die Raumstation auf Bruchteile einer Bogensekunde genau stabil sein. Während dies bei astronomischen Satelliten mit guten Navigationssystemen und feinfühligen Aktoren leicht zu erreichen ist, stellt die Bewegung der Astronauten in einem bemannten Raumfahrzeug einen großen Störfaktor dar. Dieses System beinhaltete Sensoren, welche in den Raumanzug eingearbeitet waren. Sie erfassten die Bewegung des Körpers, des Ober- und Unterarms, des Oberschenkels und Unterschenkels. Sie wurden auf Band aufgezeichnet und die Sensordaten wurden mit Filmaufnahmen verglichen.

Experiment T020T020: Erprobung eines fussgesteuerten Manövriergeräts

Dieses Experiment sollte ein Manövriergerät erproben, welches dem Astronauten die Hände frei ließ. Das Manövriergerät mit seinem Stickstoff Kaltgasjet von M509 wurde dazu mit einem Gerät verbunden das auf Fuß- und Zehenbewegungen reagierte. Idealerweise hätte man die Bewegung durch den Raum und das Drehen in den 3 Raumrichtungen durch verschiedene Bewegungen von Füssen und Zehen steuern können. Es wurde im OWS erprobt. Daten gab es durch eine fest montierte Filmkamera im OWS und eine tragbare batteriegetriebene Kamera an dem Manövriergerät. Die Eindrücke der Astronauten bei der Durchführung wurden auf Tonband aufgezeichnet.

T023: Aerosolanalysen in Skylab

Dieses Experiment sollte die Größe, Menge und Zusammensetzung von Aerosolen in der Kabinenatmosphäre untersuchen. Ein Aerosolanalysator bestimmte die Größe der Aerosole in drei Größenbereiche und zählte die Anzahl der Aerosole. Die Resultate konnten sofort abgelesen werden. Für die spätere Auswertung am Boden gab es ein Probensammelsystem, das es erlaubte später die Aerosole mikroskopisch und chemisch zu analysieren.

Das Instrument bestand aus einem Dreikanal-Partikelzähler, der die Teilchen in den Bereichen 1 bis 3, 3 bis 9 und 9 bis 100 Mikrometer bestimmte. Die Ergebnisse wurden auf Karten aufgezeichnet. Ein Container für das Sammeln konnte angeschlossen werden. Das Gerät war batteriebetrieben und wurde von dem Astronauten an die Stelle gehalten, in der eine Messung durchgeführt werden sollte.

T027: Bestimmung der Kontamination des Koronographen / allgemeine Kontaminationsmessungen

Es gab zwei zentrale Experimente für die Materialforschung an Bord von Skylab. Dies waren die Experimente M512 und M518. Mit diesen wurden unterschiedliche Untersuchungen durchgeführt, indem zahlreiche Materialproben dort verarbeitet wurden.

M512: Materialbearbeitung in der Schwerelosigkeit

Dieses Experiment im MDA bestand aus einer 40 cm großen Vakuumkammer, mit einer Luke um Proben einzubringen. Es ist mit einem 20 cm großen Auslass an der Rückseite, gesichert durch zwei Ventile an das Vakuum des Weltraums angeschlossen und kann so evakuiert werden. Durch die mit einer Glasscheibe versehene Luke konnten die Versuche optisch überwacht und mit einer 16-mm-Filmkamera aufgenommen werden.

Die Materialproben konnten durch einen Elektronenstrahl berührungslos erhitzt werden. Dieser operierte mit einer Spannung von 20 kV bei einem Maximalstrom von 0,08 Ampere. Zusätzlich gab es an der Wand zusätzliche, elektrisch betriebene, Heizelemente. Wasser konnte ebenfalls in die Kammer eingesprüht werden. Die Vakuumkammer wurde für die Untersuchungen M551 bis M553 eingesetzt.

M518: Vielzweck Elektroofen

Der Elektroofen von Skylab diente dazu, Materialproben zu erhitzen und ihr Verhalten in der Schwerelosigkeit zu untersuchen. Das betraf sowohl Prozesse wie Metallschmelzung und Kristallisation, wie auch Kristallzüchtungen, Untersuchungen an flüssigen oder dampfförmigen Phasen.

Das Experiment bestand aus einem Ofen, der an das Experiment 512 anschloss, einer Steuerbox mit der die Temperatur gewählt und überwacht wurde und den Probenbehältern. Der Ofen hatte drei Kammern, deren Temperatur unterschiedlich gesetzt werden konnte: eine heiße Zone mit Temperaturen über 1000°C, die daran folgende Zone mit einem Temperaturgradienten, wählbar von 200°C/cm bis 20°C/cm und eine kühle Zone, in der die Wärme aus dem System herausgezogen wurde. Welchem zeitlichem Temperaturverlauf Proben ausgesetzt wurden, darüber entschieden auch die Behältnisse. Es gab verschiedene mit unterschiedlichem Themaldesign. Die Astronauten konnten die Temperaturen vorgeben. Zwei Zeitgeber erlaubten es einen Temperaturverlauf vorzugeben. Das System arbeitete dann alleine und folgte dem vorgegebenen Temperaturgradienten und schaltete sich auch automatisch aus. Elf Sets mit jeweils 33 Kartuschen mit Proben konnten in den Ofen eingebracht werden. Der Ofen wurde für die Versuche M556 bis M564 eingesetzt.

M551: Metallschmelzung

Vorbereitete Metallproben wurden mit dem Elektronenstrahl aufgeschmolzen, der Vorgang gefilmt und die Proben zur Analyse zur Erde zurückgebracht.

M552: exothermes Löten im Weltraum

Dieses Experiment sollte erproben ob im Weltraum Löten möglich ist. Dazu wurde ein Lötkolben aus Edelstahl eingesetzt. Beobachtet wurde das Fließen und die Kapillarkräfte in geschmolzenem Metall. Dazu wurden Materialproben, die sich bei 1.104 °C entzünden und dann Wärme abgeben mit Zündvorrichtungen erhitzt und ihr Verhalten unter Vakuum beobachtet. Die Zünder wurden elektrisch auf 510 °C erhitzt und gaben dann Energie ab, welche das Hartlot zum Schmelzen brachte.

Bei anderen Materialproben, die Nickel und Silber enthielten wurde das radioaktive Isotop Ag110 zugesetzt, das eine Halbwertszeit von 253 Tagen hat. Danach wurden sie erhitzt. So konnte der Fluss nach dem Abkühlen im Labor auf der Erde untersucht werden.

Es erwies sich als möglich im Vakuum des Weltraums Materialien zu verbinden und dies wurde damals als eine Möglichkeit für Reparaturen und Montage im Weltraum angesehen.

M553: Formen idealer Kugeln unter Schwerelosigkeit

In der Kammer von Experiment M512 wurden 6 mm große Metallkugeln aufgeschmolzen. Sechs waren mit kleinen Stäben fest befestigt, 22 wurde erlaubt, frei in der Schwerelosigkeit zu schweben. Das Erhitzen erfolgte mit dem Elektronenstrahl nach der Freisetzung. Das Material war Nickel und nach zirka 55 s hatten sich die Kugeln soweit abgekühlt, dass sie ihre Form behielten. Ziel war die Untersuchung wie sich Kugeln nur unter dem Einfluss der Oberflächenspannung formen. Die abgekühlten Kugeln wurden dann nach der Rückkehr untersucht.

M555: Kristallzüchtung

Ziel war es, einen GaAs Kristall höchster Reinheit zu züchten. Dazu wurde eine Galliumarsenid Legierung durch einen elektrisch beheizten Quarzkristall geschmolzen, indem sie auf 750 °C erhitzt wurde. Am anderen Ende des Versuchsbehälters des Quarzkristalles war ein 500 °C heißer, reiner Impfkristall eingebracht. Mit ihm wurde der Kristall aus der Lösung gezogen. Es gelang einen 2,5 cm langen Reinkristall zu züchten – zehnmal größer als entsprechende Kristalle auf der Erde. Dieses Experiment war eines der ersten von der Industrie vorgeschlagenen Experimente: Es stammte von der Westinghouse Electric Corporation, einem Hersteller elektrischer und elektronischer Geräte.

M556: Kristallwachstum durch Dampftransport

Dieses Experiment untersuchte das Wachstum von Verbindungen aus Elementen der II Nebengruppe und VI Hauptgruppe  (GeSe und GeTe) aus dem Dampf. Dazu wurde der Ofen umgebaut, sodass die heiße Zone direkt in die Temperaturgradientenzone überging. An der heißen Zone wurde die Probe bei einer Temperatur von 520 °C aufgeschmolzen. Sie reagierten hier mit einem Transportmittel (GeI4, das bei dieser Temperatur gasförmig ist). Am anderen Ende bei 420 °C ist es kühl genug, dass sich das Material wieder abscheidet.

Jede Probe wurde in einer Ampulle eingebracht. Es dauerte 2,75 Stunden, den Ofen aufzuheizen. Das Experiment wurde dann für 33 Stunden betrieben. Auf der Erde waren so aus der Dampfphase erzeugte Kristalle von schlechter Qualität, mit rauen Oberflächen, ungleichmäßiger Wachstumsrate und gestörter Kristallstruktur. Die im Weltraum erzeugten Kristalle waren von durchgehend besserer Qualität, vor allem was die Kristallstruktur und gleichmäßige Wachstumsrate anging. Besonders deutlich war der Effekt bei Germaniumsellenid.

M557: Zusammenführung nicht durchmischbarer Legierungen

Auf der Erde gibt es eine Reihe von Metallen, die nicht legiert werden können, weil sie sich durch Dichteunterschiede noch während des Abkühlens entmischen. Untersucht wurde der Effekt der Schwerelosigkeit auf Proben, die im Ofen erhitzt werden. Es gelang dabei eine Germanium-Goldlegierung herzustellen, die bei niedrigen Temperaturen supraleitend war.

M558: Diffusion radioaktiver Indikatoren

Mittels Zusatz radioaktiver Substanzen sollte untersucht werden, wie Diffusionsprozesse in der Schwerelosigkeit ablaufen und welchen Einfluss Verunreinigungen auf die Diffusion haben. Bestimmt sollten auch die Störungen durch die Bewegung des Raumschiffs auf diese Prozesse werden. Wie bei anderen Proben wurden Metalle aufgeschmolzen und dann abgekühlt, sodass der Zustand „eingefroren“ wurde. In einem Labor auf der Erde konnte die so gestoppte Diffusion untersucht werden. Untersucht z.B. Zink, das mit dem Isotop Zink-65 mit einer Halbwertszeit von 224 Tagen markiert wurde. Dabei wurde eine radiale Bewegung festgestellt, die so vorher nicht erwartet wurde.

M559: Mikrotrennung in Germanium

Untersucht sollte die Entmischung von Unreinheiten in Germanium in der Schwerelosigkeit. Es handelte sich um gezielt eingebrachte Dotierungen, wie sie bei Halbleitern zur Erhöhung der Leitfähigkeit zugesetzt werden. Die Entmischung entsteht bei der konvektionslosen, gerichteten Erstarrung nach dem Erhitzen zur Einbringung der Verunreinigungen. Dies ist unerwünscht, da die Entmischung eine lokale Erhöhung / Erniedrigung der Leitfähigkeit bewirkt.

M560: Wachstum sphärischer Kristalle

Hochreine Germaniumkristalle wurden in der Schwerelosigkeit gezüchtet und die erhaltenen Proben wurden dann auf der Erde untersucht und die Abweichungen mit den theoretischen Parametern von idealen Kristallen bestimmt.

M561: Whisker Herstellung

Whisker sind haarfeine Fasern. Ziel war es Verbundwerkstoffe aus Silber oder Aluminium, verstärkt mit in einer Richtung ausgerichteten dünnen Siliziumcarbidfasern herzustellen.

M562: Indium-Antimonid Kristallzüchtung

Das Experiment umfasste die Herstellung von hochreinen Indiumantimonid Kristallen und Untersuchung dieser auf der Erde, analog dem Experiment M560. Bestimmt werden sollte der Einfluss der Schwerelosigkeit vor allem auf die Perfektion der Kristallstruktur.

M563: Züchtung gemischter Kristalle

Es sollte festgestellt werden, wie sich die Schwerelosigkeit auf eine Eigenschaft von Halbleitern auswirkt. Bestehen diese aus Elementen der dritten und fünften Gruppe (z.B. Galliumarsenid) so gibt es eine Richtungsabhängigkeit, in welcher der Strom durchgelassen wird. Bestimmt sollte werden, ob dies sich bei Halbleiterproben, die in Skylab gezüchtet wurden, genauso ist wie auf der Erde.

M564: Herstellung von Halogenid Legierungen

Bei diesem Experiment sollten eutektische Gemische (die Gemische oder Legierungen von zwei Verbindungen mit dem niedrigsten Schmelzpunkt) aus zwei Halogenidverbindungen hergestellt werden. Untersucht wurde die Verbindung von Natriumchlorid und Natriumfluorid. Im Labor wurden nach der Landung die physikalischen Parameter, vor allem die optischen Eigenschaften untersucht.

M565: Schmelzen von Silbergittern im Weltraum

Es wurden Gitter aus feinen Silberdrähten geschmolzen und erneut kristallisiert und danach untersucht, wie das Metall floss und sich in Tröpfchen sammelte.

M566: Herstellung eutektischer Kupfer-Aluminium Legierungen

Analog M564 sollte der Einfluss der Schwerelosigkeit auf eine eutektische Legierung (M564: Gemisch) bestimmt werden. Die Legierung wurde aufgeschmolzen und gerichtet erneut auskristallisiert. Besonderes Interesse galt laminaren Strukturen, die dabei ausgebildet wurden.

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Bücher vom Autor

Es gibt von mir vier Bücher zum Thema bemannte Raumfahrt. Alle Bücher beschäftigen vor allem mit der Technik, die Missionen kommen nicht zu kurz, stehen aber nicht wie bei anderen Büchern über bemannte Raumfahrt im Vordergrund.

Das erste bemannte Raumfahrtprogramm der USA, das Mercuryprogramm begann schon vor Gründung der NASA und jährt sich 2018 zum 60-sten Mal. Das war für mich der Anlass, ein umfangreiches (368 Seiten) langes Buch zu schreiben, das alle Aspekte dieses Programms abdeckt. Der Bogen ist daher breit gestreut. Es beginnt mit der Geschichte der bemannten Raumfahrt in den USA nach dem Zweiten Weltkrieg. Es kommt dann eine ausführliche technische Beschreibung des Raumschiffs (vor 1962: Kapsel). Dem schließt sich ein analoges Kapitel über die Technik der eingesetzten Träger Redstone, Little Joe und Atlas an. Ein Blick auf Wostok und ein Vergleich Mercury bildet das dritte Kapitel. Der menschliche Faktor - die Astronautenauswahl, das Training aber auch das Schicksal nach den Mercurymissionen bildet das fünfte Kapitel. Das sechs befasst sich mit der Infrastruktur wie Mercurykontrollzentrum, Tracking-Netzwerk und Trainern. Das umfangreichste Kapitel, das fast ein Drittel des Buchs ausmacht sind natürlich die Missionsbeschreibungen. Abgeschlossen wird das Buch durch eine Nachbetrachtung und einen Vergleich mit dem laufenden CCDev Programm. Dazu kommt wie in jedem meiner Bücher ein Abkürzungsverzeichnis, Literaturverzeichnis und empfehlenswerte Literatur. Mit 368 Seiten, rund 50 Tabellen und 120 Abbildungen ist es das bisher umfangreichste Buch von mir über bemannte Raumfahrt.

Mein erstes Buch, Das Gemini Programm: Technik und Geschichte gibt es mittlerweile in der dritten, erweiterten Auflage. "erweitert" bezieht sich auf die erste Auflage die nur 68 Seiten stark war. Trotzdem ist mit 144 Seiten die dritte Auflage immer noch kompakt. Sie enthält trotzdem das wichtigste über das Programm, eine Kurzbeschreibung aller Missionen und einen Ausblick auf die Pläne mit Gemini Raumschiffen den Mond zu umrunden und für eine militärische Nutzung im Rahmen des "Blue Gemini" und MOL Programms. Es ist für alle zu empfehlen die sich kurz und kompakt über dieses heute weitgehend verdrängte Programm informieren wollen.

Mein zweites Buch, Das ATV und die Versorgung der ISS: Die Versorgungssysteme der Raumstation , das ebenfalls in einer aktualisierten und erweiterten Auflage erschienen ist, beschäftigt sich mit einem sehr speziellen Thema: Der Versorgung des Raumstation, besonders mit dem europäischen Beitrag dem ATV. Dieser Transporter ist nicht nur das größte jemals in Europa gebaute Raumschiff (und der leistungsfähigste Versorger der ISS), es ist auch ein technisch anspruchsvolles und das vielseitigste Transportfahrzeug. Darüber hinaus werden die anderen Versorgungsschiffe (Space Shuttle/MPLM, Sojus, Progress, HTV, Cygnus und Dragon besprochen. Die erfolgreiche Mission des ersten ATV Jules Verne wird nochmals lebendig und ein Ausblick auf die folgenden wird gegeben. Den Abschluss bildet ein Kapitel über Ausbaupläne und Möglichkeiten des Raumfrachters bis hin zu einem eigenständigen Zugang zum Weltraum. Die dritte und finale Auflage enthält nun die Details aller Flüge der fünf gestarteten ATV.

Das Buch Die ISS: Geschichte und Technik der Internationalen Raumstation ist eine kompakte Einführung in die ISS. Es wird sowohl die Geschichte der Raumstation wie auch die einzelnen Module besprochen. Wie der Titel verrät liegt das Hauptaugenmerk auf der Technik. Die Funktion jedes Moduls wird erläutert. Zahlreiche Tabellen nehmen die technischen Daten auf. Besonderes Augenmerk liegt auf den Problemen bei den Aufbau der ISS. Den ausufernden Kosten, den Folgen der Columbia Katastrophe und der Einstellungsbeschluss unter der Präsidentschaft von George W. Bush. Angerissen werden die vorhandenen und geplanten Transportsysteme und die Forschung an Bord der Station.

Durch die Beschränkung auf den Technischen und geschichtlichen Aspekt ist ein Buch entstanden, das kompakt und trotzdem kompetent über die ISS informiert und einen preiswerten Einstieg in die Materie. Zusammen mit dem Buch über das ATV gewinnt der Leser einen guten Überblick über die heutige Situation der ISS vor allem im Hinblick auf die noch offene Versorgungsproblematik.

Die zweite Auflage ist rund 80 Seiten dicker als die erste und enthält eine kurze Geschichte der Raumstationen, die wesentlichen Ereignisse von 2010 bis 2015, eine eingehendere Diskussion über die Forschung und Sinn und Zweck der Raumstation sowie ein ausführliches Kapitel über die Versorgungsraumschiffe zusätzlich.

Das bisher letzte Buch Skylab: Amerikas einzige Raumstation ist mein bisher umfangreichstes im Themenbereich bemannte Raumfahrt. Die Raumstation wurde als einziges vieler ambitioniertes Apollonachfolgeprojekte umgesetzt. Beschrieben wird im Detail ihre Projektgeschichte, den Aufbau der Module und die durchgeführten Experimente. Die Missionen und die Dramatik der Rettung werden nochmals lebendig, genauso wie die Bemühungen die Raumstation Ende der siebziger Jahre vor dem Verglühen zu bewahren und die Bestrebungen sie nicht über Land niedergehen zu lasen. Abgerundet wird das Buch mit den Plänen für das zweite Flugexemplar Skylab B und ein Vergleich mit der Architektur der ISS.  Es ist mein umfangreichstes Buch zum Thema bemannte Raumfahrt. Im Mai 2016 erschien es nach Auslaufen des Erstvertrages neu, der Inhalt ist derselbe (es gab seitdem keine neuen Erkenntnisse über die Station), aber es ist durch gesunkene Druckkosten 5 Euro billiger.

Mehr über diese und andere Bücher von mir zum Thema Raumfahrt finden sie auf der Website Raumfahrtbücher.de. Dort werden sie auch über Neuerscheinungen informiert. Die Bücher kann man auch direkt beim Verlag bestellen. Der Versand ist kostenlos und wenn sie dies tun erhält der Autor auch noch eine etwas höhere Marge. Sie erhalten dort auch die jeweils aktuelle Version, Bei Amazon und Co tummeln sich auch die Vorauflagen.


© des Textes: Bernd Leitenberger. Jede Veröffentlichung dieses Textes im Ganzen oder in Auszügen darf nur mit Zustimmung des Urhebers erfolgen.

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