Home Sonstige Artikel Teleskope Site Map counter

Teleskoparten

In dem zweiten Teil des Ratgebers für das erste Teleskop geht es nachdem Sie die Fachbegriffe schon kennen nun um das Teleskop selber. Welche Typen gibt es und welche Vor- und Nachteile haben Sie?

Refraktoren

Strahlengang RefraktorRefraktoren sind Linsenfernrohre. Das Licht wird in einem Refraktor durch eine Sammellinse gebündelt und vom Okular vergrößert. Das grundlegende Problem ist dabei, dass Licht aus verschiedenen Farben besteht, die unterschiedlich gebrochen werden. Dadurch entsteht beim Beobachten ein Farbfehler, der sich in einem Farbsaum um hellere Objekte ausdrückt. Minimieren kann man diesen Farbsaum durch eine sehr lange Brennweite. Dies wird bei preiswerten kleineren Fernrohren gemacht. Dadurch ist aber das Öffnungsverhältnis ungünstig. Solche einfachen Fernrohre haben daher ein Öffnungsverhältnis von 13-20. Die besseren Refraktoren sind heute vom achromatischen Typ. Eine zweite Linse korrigiert den Farbfehler. Dies gelingt nicht völlig, jedoch relativ gut, so dass die Brennweite gesenkt werden kann. Derartige achromatische Refraktoren haben Öffnungsverhältnisse von 7-12. Etwa doppelt so teuer sind apochromatische Refraktoren. Bei diesen wird nochmals eine dritte Linse zur weiteren Reduzierung des Farbfehlers kombiniert. Der Farbfehler wird dadurch kaum noch bemerkbar. Zugleich kann das Öffnungsverhältnis noch weiter gesenkt werden, bis auf Werte von unter 5. Diese sehr kompakten Teleskope werden auch als Reiseteleskope beworben, sind jedoch sehr teuer.

Refraktor Die Auflösung eines Refraktors ist höher als die eines Reflektors. Sie kann berechnet werden, wenn man die dem Durchmesser in mm durch die Zahl 120 teilt. Mit einem Refraktor von 120 Millimeter Durchmesser erreicht man die Grenze von einer Bogensekunde, die bei guten Sichtbedingungen möglich ist. Refraktoren sind unempfindlicher gegen Dejustierung als Reflektoren und daher für Anfänger besser geeignet. Zudem liefern sie von allen Teleskopen das schärfste und kontrastreichste Bild, da in dem Strahlengang nicht wie bei Spiegelteleskopen ein Fangspiegel steckt, der als Hindernis den Kontrast und die Schärfe herabgesetzt. Diese positiven Eigenschaften steht jedoch der höhere Preis eines Refraktors gegenüber. Im allgemeinen bekommt man für den Preis eines achromatischen Refraktors ein etwa doppelt so großes Spiegelteleskop. Daher kaufen viele Amateurastronomen lieber ein Spiegelteleskop.

Unter bestimmten Umständen ist jedoch auch für den schmalen Geldbeutel ein Refraktor das bessere Instrument. Dies hängt vor allem davon ab wo und was sie beobachten. Der Vorteil eines Spiegelteleskops besteht in der größeren Fläche, wodurch schwächere Objekte wie Nebel oder Galaxien besser sichtbar sind. Wenn Sie jedoch in der Nähe einer Großstadt leben, so haben sie selten einem so klaren Himmel, dass Sie diese Objekte sehen können. Hier ist die Beobachtung von Sonne, Mond, Planeten und Sternhaufen mit einem kleinen Refraktor ergiebiger als mit einem doppelt so großen Spiegelteleskop. Auch kleinere Refraktoren lohnen sich für einen Anfänger zum Beschnuppern. Wer Wert auf eine scharfe Abbildung, zum Beispiel bei der Beobachtung oder Fotografie von Planeten oder Mond legt, wird auch einen Refraktor einem Spiegelteleskopen vorziehen.

Reflektoren

Reflektoren sind Spiegelteleskope. Im Gegensatz zu einem Linsenfernrohr wird das Licht über einen gewölbten Spiegel gebündelt und über einen oder mehrere Fangspiegel in das Okular gelenkt. Der Vorteil gegenüber einem Refraktor ist, dass dabei das Licht nicht gebrochen wird und die Farbfehler eines Refraktors somit nicht auftreten können. Weiterhin ist die Herstellung eines Spiegels wesentlich preiswerter als die einer Linse. Daher sind Spiegelteleskope im allgemeinen preiswerter als Linsenteleskope. Von der Konstruktion her kann man noch mehrere verschiedene Typen unterscheiden:

Newton Teleskope

Strahlengang NewtonDies ist der älteste Reflektortyp. Das Licht wird von einem parabolisch geformten Hauptspiegel auf einen planen Fangspiegel gelenkt, der in einem Winkel von 45 Grad das Licht in das Okular umlenkt, welches oben am Tubus ist. Der Tubus ist wie bei Linsenteleskopen so lange wie die Brennweite. Dadurch sind für den Amateur Teleskope nach Newton mit Brennweiten von mehr als 1800 mm nicht mehr praktikabel, da man sonst kaum in das Okular sehen kann. (1800 mm bedeutet, das Okular ist beim Sehen in den Zenit in 1.80 m Höhe). Newton Teleskope haben aber für Amateurastronomen, die gerne fotografieren den Vorteil, dass Öffnungsverhältnis sehr gering ist. Werte von 4-8 sind möglich. Durch den Fangspiegel ist die Auflösung eines Teleskops nach Newton schlechter als die eines Refraktors. Sofern der Fangspiegel nicht mehr als 25 Prozent des Durchmessers der Optik ausmacht kann man die Auflösung durch das Teilen von 143 durch den Durchmesser der Optik bestimmen. Sehr große Fangspiegel benötigt man nur bei kleinem Öffnungsverhältnis von 5 und darunter. Bei diesen ist die Auflösung wie bei den Cassegrain -Teleskopen schlechter und liegt bei 178/Öffnung.

Newron TeleskopDarüber hinaus gilt dieselbe Regel wie bei den Cassegrain und Maksutov Teleskopen. Wie groß der Fangspiegel ist hängt von der Öffnung und der Brennweite ab. Für einen 2 Zoll Anschluss muss natürlich auch der Fangspiegel mindestens 2 Zoll Durchmesser haben, je größer das Teleskop ist, desto kleiner ist im Verhältnis dazu der Fangspiegel. So haben Dobsons trotz niedrigem Öffnungsverhältnis oft kleine Fangspiegel, weil diese Teleskope sehr groß sind (8-16"). Newton Teleskope haben bei Amateure vor allem zwei Einsatzgebiete: kleinere Instrumente findet man im Bereich der Einsteiger Geräte. So ist der 4.5" Newton (114/900 mm) Newton sehr gebräuchlich bei Kaufhausfernrohren. Bei größeren Instrumenten ist bei einer parallaktische Montierung das Problem, dass diese Fernrohre weitaus schwerer als die Cassegrain oder Maksutov Teleskope sind. Dadurch sind bei den größeren Geräten von mehr als 8" Öffnung nur wenige Newtons verbreitet. Das zweite sind die Dobsons, die allesamt Newtons sind. Von Vorteil bei einem Newton ist, dass dieses Teleskop das niedrigste Öffnungsverhältnis der Spiegelteleskope hat. Es eignet sich daher besonders gut für die Beobachtung schwacher Objekte und die Fotografie. Bei einem Newton Teleskop schaut man vorne am Teleskop ins Okular. Dadurch kann man Objekte steil am Himmel besser beobachten als mit den anderen Instrumenten, bei denen die Öffnung hinten am Gerät ist. Bei niedrigen Höhen ist allerdings die Gefahr groß, dass man sich an das Gerät anlehnt.

Cassegrain und Maksutov Teleskope

strahlengang Schmidt-CassegrainMaksutov TeleskopBei den Teleskopen der Bauart Cassegrain und Maksutov wirft ein stark gekrümmter Hauptspiegel das Bild auf ein ebenfalls gekrümmten Fangspiegel, der es wieder durch ein Loch in dem Hauptspiegel auf das Okular wirft. Der Vorteil dieser Bauweise ist, dass sich die Vergrößerungen beider Spiegel multiplizieren. Dadurch kann der Tubus (das Rohr in dem das Fernrohr ist) sehr viel kürzer gehalten werden. Beim klassischen Cassegrain erhält man allerdings Öffnungsverhältnisse von 16-25. Dies kommt daher das sich die Öffnungsverhältnisse von 4 beziehungsweise 5 bei Fang- und Hauptspiegel sich multiplizieren. Kein Amateur ist bereit ein solch lichtschwaches Teleskop zu kaufen. Daher muss man auf stark gekrümmte Spiegel mit Öffnungsverhältnissen von 3 ausweichen. Dadurch gibt es aber starke Bildfehler. Um diese wieder zu vermeiden wird bei allen heutigen Teleskopen eine Korrekturplatte nach Schmidt eingesetzt. Diese korrigiert die Bildfehler wieder weitgehend heraus. Daher heißen diese Teleskope auch Schmidt-Cassegrain, meist als SC abgekürzt.

Man kann dadurch Cassegrain Fernrohre mit Öffnungsverhältnissen von 10 bis 6 bauen. Im Gegensatz zu einem Newton Teleskop sind diese jedoch viel kompakter. Dadurch spart man Gewicht und kann eine sehr gut tragende Gabel Montierung verwenden. Dadurch sind Schmidt-Cassegrain Fernrohre sehr populär geworden. Diese Instrumente haben jedoch auch Nachteile. Der Hauptnachteil ist der sehr große Fangspiegel, der bei 30-40 Prozent des Durchmessers liegt. Dadurch verliert das Instrument ca. 10-16 Prozent an Licht, vor allem aber an Schärfe und Kontrast. Ein 200 Millimeter Schmidt-Cassegrain ist in seiner Abbildungsleistung mit einem 130 Millimeter großen Refraktor zu vergleichen. Eine ähnliche Variation ist das Maksutov Teleskop. Hier wird auf die korrigierende Schmidt Platte der Sekundärspiegel aufgedampft. Das Teleskop ist dadurch noch etwas kürzer und leichter zu bauen, die Brennweite liegt allerdings etwas höher als bei den Schmidt-Cassegrain Teleskopen. Die meisten Maksutov haben Öffnungsverhältnisse von 10-15. Kleinere Maksutov bis 150 mm Durchmesser sind teilweise sehr preiswert zu bekommen, im allgemeinen sind sie jedoch teurer als Schmidt-Cassegrain gleicher Größe.

Weitere Teleskope

Neben diesen es noch weitere Bauweisen, die jedoch nur selten verbreitet sind. Zwei sollen kurz erwähnt werden. Für die Fotografie von ganzen Himmelsgegenden auf großformatigen Film gibt es Schmidt Kameras. Diese haben Öffnungen von nur 2 bis 3. Für die visuelle Beobachtung sind derartige Instrumente nicht geeignet. Öffnungsverhältnisse von 25 erhält man mit dem Schiefspiegler nach Kutter. Dieses Teleskop hat den Fangspiegel außerhalb des Tubus und einen sehr langen Z förmigen Strahlengang. Man erhält dadurch eine Abbildung ähnlich wie bei einem Refraktor, jedoch unter Hinnahme der sehr langen Brennweite.

Dobson Teleskope

DobsonWie schon erläutert entfällt bei einem Teleskop zirka die Hälfte der Kosten auf die parallaktische Montierung. Eine parallaktische Montierung ist nötig um das Teleskop einfach den Sternen nachzuführen. Für die Langzeit-Fotografie ist sie unverzichtbar. Seit Anfang der achtziger Jahre hat sich jedoch ein Trend verstärkt, für die Beobachtung ein sehr großes Teleskop nach Newton zu verwenden, dieses jedoch auf einer sehr einfachen azimutalen Montierung aufzubauen. Für dasselbe Geld ist dadurch ein erheblich größeres Teleskopen erhältlich. Da man bei der Montierung, die im wesentlichen aus einer Kiste mit einem Lager besteht einen sehr langen Tubus verwendeten muss, um in Kopfhöhe ins Teleskop zu sehen, haben Dobson Teleskope normalerweise unabhängig von der Öffnung Brennweiten von 1600-2000 Millimeter. Die Öffnungen liegen mit 6-18.5 Zoll relativ hoch.

Da der Tubus nicht auf einem Stativ steht ist der Einblickkomfort bei tiefer liegenden Objekten nicht so gut gegeben und auch die Nachführung ist etwas diffiziler, dies ist der Preis für den Wegfall eine teuren Montierung.

Diese Instrumente eignen sich (vor allem die größeren) für die Beobachtung lichtschwacher Objekte wie Nebel oder Galaxien. Um die Leistungsfähigkeit eines relativ großen Teleskops ausnutzen zu können, ist jedoch ein guter Beobachtungsstandort mit klaren Himmel nötig. Bevor sie ein Dobson Teleskop kaufen sollten Sie sich über die Güte der Optik und vor allem das verarbeitete Material informieren. Viele Anbieter sparen nämlich hier ein, und mit einem Teleskopen mit einem schlecht geschliffenen Spiegel und einem Papp-Tubus werden sie wenig Freude haben. Es gibt jedoch auch Dobson Geräte mit guten Spiegeln (Material: Pyrex, P/V Wert 1/10) und Metalltubus zu durchaus günstigen Preisen. Sie können sich selbst für Einsteiger lohnen. Man erhält hier erheblich mehr Teleskop fürs Geld.

Der Feldstecher - Ergänzung oder Alternative

Ein Fernrohr hat einen entschiedenen Nachteil: Es zeigt einen relativ kleinen Himmelsausschnitt. Sehr oft ist es genau das was man möchte und es gibt nur wenig sehr ausgedehnte Objekte am Himmel, doch manchmal möchte man auch am Himmel einfach nur "Spazieren gehen" die Sterne, Nebel und Sternhaufen auf sich wirken lassen. Dafür ist ein Feldstecher ideal.

Viele Hobby Astronomen haben neben ihrem Fernrohr auch einen Feldstecher für diese Aufgaben, man kann mit Ihm auch den Himmel gut durchmustern und z.B. nach Kometen suchen, wenn diese hell genug sind. Man kann sich aber auch einfach einmal in einen Liegestuhl zurücklehnen und mit dem Feldstecher den Himmel betrachten. Da man durch einen Feldstecher mit beiden Augen schaut und nicht sich verrenken muss um an einen Okularausgang zu kommen ist das Schauen sehr viel entspannter und beeindruckender. Man sieht auch wirklich den Himmel mit beiden Augen. Er wirkt dadurch imposanter und plastischer. Sie können dies einfach testen Halten Sie sich ein Auge zu und sie sehen, dass die Umgebung drastisch anders aussieht.

Es stellt sich nun die Frage was es für ein Gerät sein soll. Zuerst einmal zur Nomenklatur von Feldstechern: Es gibt hier eine Angabe wie "8x56". Die erste Ziffer gibt die Vergrößerung an (8 Fach), die zweite den Durchmesser des Objektives in mm. Hier gilt: Je mehr je besser. 8 Fache Vergrößerung gibt es z.B. bei einem 20 mm Feldstecher (kleines, lichtschwaches Bild) oder einem 56 mm Gerät mit erheblich besseren Abbildungseigenschaften.

Die meisten Feldstecher im Handel sind für Naturbeobachtungen gedacht und haben 32-63 mm Öffnung. Daneben gibt es spezielle Geräte für Astronomen von 40-70 mm Öffnung und sogar einige Spezialgeräte bis 125 mm Öffnung. Feldstecher bis 63 mm Öffnung sind noch "tragbar", das Gewicht nimmt rasch mit dem Durchmesser zu und meist auch die Vergrößerung, so das zum einen die Hände schneller ermüden und zum anderen die Unruhe der Hände stärker sichtbar wird. (Zittern des Bildes). Feldstecher von 70 mm Öffnung aufwärts muss man daher auf einem Stativ befestigen. Ich beschränke mich daher auf Geräte unter 70 mm Öffnung, obgleich es Sternfreunde gibt die auch solche großen Geräte nehmen und dann auf ein Fernrohr verzichten. Größere Feldstecher sollte man auf ein Fotostativ montieren und so seine Arme schonen.

Bei Feldstechern gibt es wie bei Fernrohren große Qualitätsunterschiede. Diese rühren vor allem davon her, das die optischen Fehler im dunklen Nachthimmel stärker hervortreten. Wer die Natur bei Tage beobachtet wird nicht feststellen, das ein preiswerter Feldstecher die Mitte aufhellt, wenn man eine dunkle Fläche wie den Nachthimmel beobachtet. Auch fällt dann nicht auf, das am Rande Punkte (Sterne) leicht zu Strichen verzogen werden. Das alles sind optische Mängel eines "Quelle" 63x9 Feldstechers den ich seit 10 Jahren benutze. Aber er hat nur 200 DM gekostet. Zum Vergleich: Ein Markengerät hoher optischer Güte von Zeiss, Fujion oder Miyauchi kostet zirka 900-1100 DM, also ein Vielfaches.

Wie immer gilt es abzuwägen. Wer einen Feldstecher intensiv nutzt wird sicher dieses Geld ausgeben. Wer aber vielleicht nur einen Feldstecher als Ergänzung oder für Wanderungen sucht, der sollte ein normales Gerät welches für Naturbeobachtungen gedacht ist kaufen, da dieses erheblich preiswerter ist.

Ein Spektiv ist ein Fernrohr für die Erdbeobachtung. Es handelt sich um kurzbrennweitige Linsenteleskope mit festen, auswechselbaren oder Zoom Okularen und einer Vergrößerung die über der eines Feldstechers liegt. Dadurch braucht man ein Stativ zur Beobachtung. Gute Spektive kann man auch zur astronomischen Beobachtung nutzen. Preiswerte Geräte dagegen zeigen oft optische Mängel, die bei der Erdbeobachtung kaum Auffallen, wie das Schlucken von Licht durch Blenden oder eine Randaufhellung des Gesichtsfelds. Sie sind für astronomische Beobachtungen meist unbrauchbar - das ist ähnlich wie bei einer billigen Digitalkamera die bei einem strahlenden Sommertag gute Bilder macht und in Innenräumen nur noch verrauschte, dunkle Bilder mit Farbfehlern.

Praktische Kriterien

Neben den optischen Eigenschaften gibt es eine Reihe von praktischen Kriterien, die ebenfalls berücksichtigt werden wollen. Das erste ist die praktische Handhabung. Jedes Teleskop ist im Prinzip eine Röhre auf einer wiege, bei der man entweder vorne (Newton) oder hinten (Linsen, Cassegrain) hineinschaut. Je länger diese Röhre ist desto schwieriger ist es für jedes Objekt eine gute Beobachtungsposition zu finden. Bei Teleskopen bei denen man hinten hineinschaut ist es problematisch Objekte am Zenit (senkrecht über einem) anzupeilen. Bei Newtons ist es umgekehrt problematisch Objekte am Horizont zu beobachten.

Die recht kompakten Schmidt-Cassegrains sind auch deswegen so beliebt, weil je kürzer der Tubus ist, desto weniger Probleme gibt es. Kurzbrennweitige Linsenteleskope sind recht teuer oder haben gravierende Farbfehler bei den Linsen. Newton Teleskope kann man ebenfalls kurz bauen, doch durch den nicht vergrößernden Sekundärspiegel hat ein Newton immer einen längeren Tubus als ein Schmidt Cassegrain.

Meine persönlichen Erfahrungen mit Dobsons sind die, das es durch die niedrige Achse noch etwas schwerer ist diese auszurichten und eine gute Beobachtungsposition zu finden als bei anderen Newton Teleskopen auf einer Säulenmontierung.

Spiegelreflektoren erfordern etwas mehr Aufmerksamkeit. Ab und an muss man die Position des Spiegels und des Fangspiegels überprüfen und bei offenen Systemen auch diese reinigen. Dagegen gelten Linsenfernrohre als weitgehend wartungsfrei, weswegen sie auch als Einsteigergeräte gelten.

Noch ein paar Gütekriterien

Bei gleicher Vergrößerung kann das Gesichtsfeld pro 1000 m durchaus schwanken, je nachdem ob Weitwinkel oder normale Okulare verwendet wurden. Gute Geräte haben meist Augenmuscheln, eine Hochvergütung der Gläser um Reflexionen zu vermindern (für den Laien erkennbar an roten oder grünen Reflexen, preiswerte reflektieren nur blau). Ein besseres Gerät zeichnet zudem aus, das man für jedes Auge separat die Dioptrienkorrektur einstellen kann.

Einige Empfehlungen

Ich habe mich bemüht auf mehreren Seiten das Fachwissen für einen Teleskopkauf zusammenzutragen. Trotzdem werde ich immer wieder gefragt ob ich das Teleskop X oder Y empfehlen kann. Das ganze ist sehr schwierig, da man aufgrund der Beschreibungen eigentlich nur schwer ein Urteil abgeben kann.

Ich habe hier trotzdem 3 Empfehlungen zusammen getragen die im Preis zwischen 200 und 300 Euro liegen - Darunter sollte man auf keinen Fall ein Teleskop kaufen, sonst geht es wirklich auf Kosten der Qualität. Auch bei den hier angegeben Teleskopen muss man Kompromisse machen, vor allem bei der Montierung. Aber ein Gerät ohne Kompromisse kann den vielfachen Preis dieser Angebote ausmachen.

Refraktoren

Reflektoren haben meist die beste Abbildungsleistung, sie gelten auch als unempfindlich und daher eher für Anfänger geeignet. Allerdings bekommt man dafür auch am wenigsten Teleskop fürs Geld. Der Einblick hinten ist schwer wenn man senkrecht zum Zenit schaut. Bei den günstigen Modellen findet man meist Achromaten, diese haben Farbfehler. um diese zu minimieren sollte man ein möglichst langbrennweitiges Modell wählen. Gut eigenen sich Refraktoren zur Planetenbeobachtung und zur Beobachtung von Mond und Sonne (mit Zusatzfilter). Hier zeigen sie kontrastreiche Abbildungen und auch benötigt man hier keine so großen Teleskope. Eine sinnvolle Einstiegsgröße sind 80 mm.

Ein Modell das etwas teurer ist, dafür auch eine tragfähige Montierung hat und so nicht wackelt oder sich von alleine neigt und später für die Astrophotographie ausgebaut werden kann ist z.B. der Messier 90 von Besser. Aus eigener Erfahrung (siehe Testbericht) kann ich vom Astromaster von Celestron abraten.

Reflektoren

Bei kleinen Teleskopen dominieren die Newtons die sehr preiswert sind. Der Einblick oben am Tubus auf einer Montierung ist in jeder Position gut, man bekommt bei leichten Abstrichen in der Abbildungsleistung wesentlich mehr Teleskop fürs Geld. In diesem fall einen 150 mm Newton für nur wenig höheren Preis vergleichen mit dem 90 cm Refraktor. Alternativ bekommt man auch einen 130 mm Newton bei einem Preis unter 200 Euro. Ein Newton auf parallaktischer Montierung ist ein gutes Allround Instrument und auch mein erstes Teleskop war ein solches Newton Teleskop.

Ich empfehle aber hier ein etwas kleineres Instrument dafür auf einer guten Montierung: Den Starscope 114/900. Durch die lange Brennweite sind optische Fehler minimal. Man kann ihn um Motoren erweitern. Etwas größer, aber auch teurer ist der Megastar 150/1400 mm. Ein Teleskop mit langer Brennweite und dadurch trotz katadioptischer Bauweise erträglichen Bildfehlern,

Wenn es nur um die Teleskopgröße gibt, so sind Dobsons die geeignete Wahl. Es gibt bei den kleineren billigen Dobsons nur einen Hersteller, die Angebote unterscheiden sich im Zubehör. Für den gleichen Preis eines 150 mm Fernrohrs auf einer parallaktischen Montierung bekommt man hier ein 200 mm Gerät. Dafür muss man aber mit den Einschränkungen eines Dobsons leben: Die Nachführung des ganzen Tubus ist schwerer als die Steuerung einer Achse an einer Montierung und das Einblickverhalten ist durch die niedrige Höhe bei horizontnahen Objekten sehr schlecht. Von allen Teleskopen ist dieses das lichtstärkste (Refraktor 1:10, dieses hier 1:6). Es eignet sich für die Beobachtung lichtschwacher Objekte am besten.

Obwohl ich selbst einen Dobson habe, der bei 254 mm Durchmesser relativ groß ist, was das Handling vereinfacht, würde ich einem Einsteiger keinen Dobson empfehlen. Die große Öffnung ist wirklich etwas für die Leute die diese unbedingt haben wollen und mit den Nachteilen leben können. Wer wie die meisten in der nähe einer Großstadt oder sogar in einer wohnt, der wird sowieso große lichtsammelnde Instrumente wie Dobsons kaum ausnutzen können. Da bietet es sich an ein kleineres, aber leichter bedienbares Instrument anzuschaffen.

Ein Dobson mit hochwertiger Ausstattung (Super-Plössl Okulare, Crawford-Auszug und kleinem Fangspiegel für eine gute Abbildung ist z.B. dieser 150 mm Dobson.

sSie finden ähnliche Fernrohre auch bei anderen Anbietern. Bei diesen hier habe ich auch das Zubehör geprüft, so enthalten diese Super-Plössl Okulare. Wenn sie ein billigeres Angebot sehen (diese Fernrohre gibt es bei zahlreichen Händlern) achten sie vor allem auf das Zubehör und die Ausstattung und vergleichen sie diese.

Schmidt-Cassegrain, Maksutovs oder Ritchey-Chetrien Teleskope fangen meist im höheren Preissegment an. Es gibt aber eine Ausnahme. Wer nicht nur ein Teleskop für die Astrophotographie sucht, sondern auch ein großes Objektiv für die DSLR oder Naturbeobachtung, der kann zu diesem langbrennweitigen Teleobjektiv greifen. Es ist aber ein Teleobjektiv mit Ministativ, für ein echtes Teleskop braucht man noch eine Montierung mit Stativ. Es ist mehr gedacht für diejenigen die auch Naturbeobachtungen betrieben oder ein "Riesentele" brauchen.


© des Textes: Bernd Leitenberger. Jede Veröffentlichung dieses Textes im Ganzen oder in Auszügen darf nur mit Zustimmung des Urhebers erfolgen.
Sitemap Kontakt Neues Impressum / Datenschutz Hier werben / Your advertisment here Buchshop Bücher vom Autor Top 99