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Was wollen Sie beobachten?

Es gibt am Himmel die unterschiedlichsten Dinge zu beobachten. Sonne und Mond sowie die hellsten Planeten kann man schon mit dem Auge sehen, Sterne gibt es von hell bis schwach, oftmals in Haufen angeordnet, darüber hinaus gibt es Nebel und Galaxien zu beobachten. Doch jedes Objekt hat andere Eigenschaften und so ist nicht jedes Teleskop gleich sinnvoll.

Eines sollten sie sich vorher klar machen: So wie die Abbildungen in Zeitschriften sehen sie die meisten Dinge nicht. Fotos sammeln Licht über längere Zeiträume, damit kommen erheblich mehr Details heraus als sie ihr Auge wahrnehmen kann. Auch sieht man nur bei den wenigsten Objekten Farbe, da selbst nach Lichtsammlung diese noch zu schwach sind um die Zellen zu reizen die beim Auge für das Farbsehen verantwortlich sind.

Die Beobachtung von Sonne, Mond und Planeten

Sonne und einige Planeten zeigen sehr deutliche Veränderungen über Stunden, Tage oder Monate. Es ist sehr faszinierend diese zu beobachten, zumal schon kleine Teleskope hier ausreichen. Wichtig ist bei der Beobachtungen von Planeten, dass das Teleskop einen guten Kontrast und Schärfe aufweist. Weniger wichtig ist dagegen die Größe - durch die Luftunruhe sieht man schon mit einem Teleskop von 120 mm Öffnung alle Details die möglich sind. Größere Teleskope vergrößern nur das Bild, bringen aber nicht wesentlich mehr Schärfe (dafür sieht man manchmal etwas Farbe).

Geeignet sind für diesen Zweck daher Refraktoren, die das beste Bild liefern. Die Öffnung ist dagegen nicht so wesentlich ein Gerät mit 100-120 mm Öffnung reicht vollkommen. Sollte ihr Geldbeutel dazu "nein" sagen so ist die Alternative ein Newton mit langer Brennweite (dann ist der Sekundärspiegel klein und das Bild besser). Mit einem Öffnungsverhältnis von 6-8. Geräte von 100-150 mm Größe sind hier völlig ausreichend. Ein Newton ist zudem etwas universeller als ein Refraktor einsetzbar. Für die Sonnenbeobachtung sollten sie den Artikel über Sonderwünsche lesen.

Sparen können sie hier bei den Okularen. Die recht preiswerten Orthoskopischen Okulare haben für die Planetenbeobachtung die besten Eigenschaften: Scharfe kontrastreiche Bilder. Ihr kleines Gesichtfeld ist hier nicht von Nachteil.

Die beiden wichtigsten Planeten sind Jupiter und Saturn. Bei Ihnen zeigen schon kleine bis mittelgroße Instrumente zahlreiche Details. Die Venus ist zwar sehr hell, doch strukturlos. Der Mars ist selbst bei großer Annäherung an die Erde wie 2003 mehr als zweimal kleiner als Jupiter und dadurch schwer zu beobachten.

Bei Mond zeigen schon kleinere Instrumente zahllose Krater. Die Sonne benötigt auch kein sehr großes Teleskop. Die Beobachtung ist jedoch schwerer, weil Sie in ein abgedunkeltes Bild schauen, während alles um sie herum hell ist. Dafür zeigt sie laufende Veränderungen über Wochen hinweg. Als Zubehör wird ein Projektionsschirm oder eine Sonnenfolie benötigt.

Die Beobachtung von Sternen

Sterne profitieren auch von einem kontrastreichen Bild, jedoch weniger als Planeten. Dagegen gibt es Sterne auch von ganz schwach bis sehr hell, also die Öffnung spielt hier eine Rolle. Weniger dagegen das Sichtfeld. Sterne sind daher relativ unkritisch was ihre Teleskopwahl angeht. Sie können hier fast jeden Typ einsetzen. Natürlich gilt auch hier je größer desto besser. Doch auch kleinere oder Instrumente mit langer Brennweite kann man nutzen. Da Sterne alleine etwas langweilig sind, haben manche Amateure versucht mehr daraus zu machen und messen Leuchtkraft Veränderungen oder nehmen Spektren auf. Wenn sie Sterne beobachten wollen, sollten sie auch mal darüber nachdenken, ob sie nicht zuerst mit einem Feldstecher der Größe 8x50 oder 9x63 einsteigen sollten. Damit sieht man auch die Milchstraße besser als mit jedem Teleskop.

Auch Sterne haben ihre Reize. Es gibt zahlreiche Sternhaufen die aussehen wie glitzernde Diamanten auf Samt. Sterne haben Farben und einige verändern ihre Helligkeit. Es gibt sogar Amateure die dies verfolgen und messen.

MaksutovTeleskopDie Beobachtung von Gasnebeln und Galaxien

Galaxien und Gasnebel erfordern viel Öffnung weil die Leuchtkraft nicht von einem einzelnen Punkt sondern einem ganzen Gebiet kommt und daher man mehr Licht einsammeln muss. Zudem sollte der Kontrast gut sein, sie also gute Sicht haben. Die meisten die Deep Sky Objekte anschauen nutzen Dobsons, also große  Newtons mit kurzer Brennweite. Groß, weil hier Öffnung gefragt ist, kurze Brennweiten, weil trotzdem die Objekte groß sind, man also ein großes Gesichtsfeld braucht und zudem die Lichtsammelleistung besser bei niedrigen Vergrößerungen ist. Und Newtons, weil es der einzige Teleskoptyp ist bei dem man nicht hinten reinschaut, so das man auf eine aufwendige Montierung verzichten kann zugunsten eines größeren Teleskops. Nicht so gut geeignet sind die sonst so beliebten Schmidt-Cassegrains. Ihr großer Sekundärspiegel senkt den Kontrast stark ab. Zudem haben sie meist große Brennweiten und das Gesichtsfeld daher dunkel und klein. Wenn sie fotografieren wollen, sind solche Teleskope aber wahrscheinlich die einzige Möglichkeit zu einem zahlbaren Preis Deep-Sky Objekte auf den Film zu bannen. Ein wichtiges Zusatzutensil ist oft ein oder mehrere Nebelfilter die bei Gasnebeln nur das Licht durchlassen das von ihnen kommt und den Rest und damit das Streulicht blockieren. Als Okulare werden hier oft Weitfeld Okulare vom Typ Erfle oder Nagler eingesetzt - die haben allerdings auch gepfefferte Preise.

Soll nur beobachtet werden, so ist auch zu überlegen ob nicht ein Dobson in Frage kommt. Durch den Verzicht auf eine aufwendige Montierung ist ein solches Teleskop zwar etwas schwerer nachzuführen, jedoch bekommt man für das Geld, was ein 8" Teleskop mit Montierung kostet einen 12° Dobson. Bei Galaxien und Gasnebeln gilt: Je größer desto besser. Damit sind diese Objekte für Einsteiger schon fast eine Nummer zu groß, denn sie erfordern sehr große Teleskope.

Fazit

Wenn ihr Geldbeutel es erlaubt kaufen sie mehrere Teleskope. Im Normalfall ist das außer Zahnärzten und Politikern den wenigsten möglich. Sie sollten dann überlegen was ihnen wichtig ist. Allround Geräte eignen sich nicht für alles sehr gut, werden aber oft genommen.

Einige Empfehlungen

Ich habe mich bemüht auf mehreren Seiten das Fachwissen für einen Teleskopkauf zusammenzutragen. Trotzdem werde ich immer wieder gefragt ob ich das Teleskop X oder Y empfehlen kann. Das ganze ist sehr schwierig, da man aufgrund der Beschreibungen eigentlich nur schwer ein Urteil abgeben kann.

Ich habe hier trotzdem 3 Empfehlungen zusammen getragen die im Preis zwischen 200 und 300 Euro liegen - Darunter sollte man auf keinen Fall ein Teleskop kaufen, sonst geht es wirklich auf Kosten der Qualität. Auch bei den hier angegeben Teleskopen muss man Kompromisse machen, vor allem bei der Montierung. Aber ein Gerät ohne Kompromisse kann den vielfachen Preis dieser Angebote ausmachen.

Aufgrund der Einschränkung im Budget habe ich Schmidt-Cassegrain und Maksutov Teleskope weggelassen. Diese sind üblicherweise im mittleren bis hohen Preissegment vertreten.

Refraktoren (Linsenteleskope)

Reflektoren haben meist die beste Abbildungsleistung, sie gelten auch als unempfindlich und daher eher für Anfänger geeignet. Allerdings bekommt man dafür auch am wenigsten Teleskop fürs Geld. Der Einblick hinten ist schwer wenn man senkrecht zum Zenit schaut. Bei den günstigen Modellen findet man meist Achromaten, diese haben Farbfehler. um diese zu minimieren sollte man ein möglichst langbrennweitiges Modell wählen. Gut eigenen sich Refraktoren zur Planetenbeobachtung und zur Beobachtung von Mond und Sonne (mit Zusatzfilter). Hier zeigen sie kontrastreiche Abbildungen und auch benötigt man hier keine so großen Teleskope.

Da meist sehr langbrennweitig sind und kurzbrennweitigige durch die dann nötige Korrektur des Farbfehlers relativ teuer eignen sich Linsenteleskope nicht so gut zur Beobachtung von lichtschwachen Objekten, auch weil für diesen Einsatz die Öffnung zu klein ist, bzw. man für dasselbe geld ein Spiegelteleskop mutd er doppelten Öffnung erhält. Eine sinnvolle Einstiegsgröße sind 80 mm. Ich habe ein sehr günstiges 90 mm Modell gefunden das ich hier empfehle:

Reflektoren (Spiegelteleskope)

Bei kleinen Teleskopen dominieren die Newtons die sehr preiswert sind. Der Einblick oben am Tubus auf einer Montierung ist in jeder Position gut, man bekommt bei leichten Abstrichen in der Abbildungsleistung wesentlich mehr Teleskop fürs Geld. In diesem Fall einen 150 mm Newton für nur wenig höheren Preis vergleichen mit dem 90 cm Refraktor. Alternativ bekommt man auch einen 130 mm Newton bei einem Preis unter 200 Euro. Ein Newton auf parallaktischer Montierung ist ein gutes Allround Instrument und auch mein erstes Teleskop war ein solches Newton Teleskop. Bei der Beobachtung von lichtschwachen Objekten ist von Vorteil, das es auch Newtons mit relativ kurzer Brennweite gibt, hier muss man nicht so groß vergrößern und wenn man später fotografieren will, ist dies wichtig.

Wenn es nur um die Teleskopgröße gibt, so sind Dobsons die geeignete Wahl. Es gibt bei den kleineren billigen Dobsons nur einen Hersteller, die Angebote unterscheiden sich im Zubehör. Für den gleichen Preis eines 150 mm Fernrohrs auf einer parallaktischen Montierung bekommt man hier ein 200 mm Gerät. Dafür muss man aber mit den Einschränkungen eines Dobsons leben: Die Nachführung des ganzen Tubus ist schwerer als die Steuerung einer Achse an einer Montierung und das Einblickverhalten ist durch die niedrige Höhe bei horizontnahen Objekten sehr schlecht. Von allen Teleskopen ist dieses das lichtstärkste (Refraktor 1:10, dieses hier 1:6). Es eignet sich für die Beobachtung lichtschwacher Objekte am besten.


Sie finden ähnliche Fernrohre auch bei anderen Anbietern. Bei diesen hier habe ich auch das Zubehör geprüft, so enthalten diese Super-Plössl Okulare. Wenn sie ein billigeres Angebot sehen (diese Fernrohre gibt es bei zahlreichen Händlern) achten sie vor allem auf das Zubehör und die Ausstattung und vergleichen sie diese.


© des Textes: Bernd Leitenberger. Jede Veröffentlichung dieses Textes im Ganzen oder in Auszügen darf nur mit Zustimmung des Urhebers erfolgen.
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